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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein blei-, und arsenfreies und vorzugsweise
gadoliniumfreies und fluorfreies optisches Lanthanboratglas sowie
die Verwendung eines solchen Glases für die Bereiche Abbildung, Projektion,
Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik, Mobile Drive und
Lasertechnologie, optische Elemente bzw. Vorformen (so genannte „Preformen") solcher optischen
Elemente.
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In
den letzten Jahren geht der Markttrend bei sowohl optischen als
auch optoelektronischen Technologien (Applikationsbereiche Abbildung,
Projektion, Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik, Mobile Drive
und Lasertechnologie) verstärkt
in Richtung Miniaturisierung. Dies ist an den immer kleiner werdenden Endprodukten
erkennbar und erfordert natürlich
eine zunehmende Miniaturisierung der einzelnen Bauteile und Komponenten
solcher Endprodukte. Für
die Produzenten optischer Gläser
ist diese Entwicklung trotz steigender Stückzahlen der Endprodukte mit
einem deutlichen Absinken der nachgefragten Volumina an Rohglas
verbunden. Gleichzeitig ergibt sich ein zunehmender Preisdruck von
Seiten der Nachverarbeiter auf die Glashersteller, da bei der Herstellung
solcher kleineren Komponenten aus Block- und/oder Barrenglas prozentual
auf das Produkt bezogen deutlich mehr Ausschuss anfällt und
die Bearbeitung solcher Kleinstteile einen höheren Aufwand als bei größeren Bauteilen
erfordert.
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Anstelle
des bisher üblichen
Heraustrennens von Glasportionen für optische Komponenten aus
Block- oder Barrenglas, gewinnen daher in jüngerer Zeit Herstellungsverfahren
an Bedeutung, bei welchen direkt im Anschluss an die Glasschmel ze
möglichst
endkonturnahe bzw. endgeometrienahe Preforms bzw. Vorformlinge wie
z. B. Gobs oder Kugeln erhalten werden können. Beispielsweise steigen
die Anfragen der Nachverarbeiter nach endgeometrienahen Vorformen
für das
Wiederverpressen, sogenannte „Precision
Gobs". Unter „Precision
Gobs" werden in
der Regel vorzugsweise vollständig
feuerpolierte, halbfrei- oder freigeformte Glasportionen verstanden,
welche bereits portioniert sind und eine der Endform der optischen
Komponente nahe Geometrie aufweisen.
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Solche „Precision
Gobs" können vorteilhafterweise
auch durch das sogenannte (Präzisions-)Blankpressen
(engl. „precise
pressing" oder „precise
molding") in optische
Elemente wie Linsen, Asphären
usw. umgewandelt werden. Eine weitere Bearbeitung der geometrischen
Form oder der Oberfläche
durch z. B. eine Oberflächenpolitur
ist dann nicht mehr erforderlich. Durch dieses Verfahren kann den
kleineren Glasschmelzvolumina (verteilt auf eine große Stückzahl kleiner
Materialstücke)
durch geringe Rüstzeiten
flexibel entgegengekommen werden. Aufgrund der vergleichsweise geringeren
Takt- bzw. Stückzahl
und bei den in der Regel kleinen Geometrien kann die Wertschöpfung des
Verfahrens jedoch nicht aus dem Materialwert alleine stammen. Die
Produkte müssen
die Presse daher in einem Zustand verlassen, der „fertig
zum System-Einbau" ist, d.
h. man muss auf eine aufwendige Nachrichtung, Kühlung und/oder Kaltnachverarbeitung
verzichten können.
Für ein
solches Pressverfahren müssen
aufgrund der hohen geforderten Geometriegenauigkeiten Präzisionsgeräte mit hochwertigen
und somit teuren Formenmaterialien herangezogen werden. In die Rentabilität der hergestellten
Produkte und/oder Materialien gehen dabei die Standzeiten solcher
Formen massiv ein. Ein äußerst wichtiger
Faktor für
eine hohe Standzeit der Formen ist eine möglichst geringe Betriebstemperatur, welche
jedoch nur soweit gesenkt werden kann, dass die Viskosität der zu
verpressenden Materialien für
den Pressvorgang noch ausreichend ist. Es ergibt sich also eine
direkte Kausalitätskette
zwischen der Verarbeitungstemperatur und damit der Transformationstemperatur
Tg eines zu verarbeitenden Glases und der Rentabilität eines
solchen Pressvorgangs: Je geringer die Transformationstemperatur
des Glases ist, um so höher sind
die Standzeiten der Formen und um so größer ist die Gewinnspanne. Aus
diesem Zusammenhang ergibt sich das Erfordernis nach sogenannten „Low-Tg-Gläsern", also Gläsern mit
geringen Schmelz- und Transformationspunkten, d. h. Gläsern, die
bei möglichst
geringen Temperaturen eine zur Verarbeitung ausreichende Viskosität aufweisen.
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Als
weiterer Wunsch aus Sicht der Verfahrenstechnik der Schmelze wird
neuerdings verstärkt
der Bedarf nach „kurzen" Gläsern gemeldet,
also nach Gläsern,
deren Viskosität
stark mit einer relativ geringen Änderung der Temperatur in einem
bestimmten Viskositätsbereich
variiert. Dieses Verhalten hat im Schmelzprozess den Vorteil, dass
die Heißformgebungszeiten,
d. h. die Formschlusszeiten gesenkt werden können. Dadurch wird zum einen
der Durchsatz erhöht,
d. h. die Taktzeit reduziert. Zum anderen wird auch hierdurch das Formenmaterial
geschont, was sich, wie vorstehend beschrieben, ebenfalls positiv
auf die Gesamtproduktionskosten niederschlägt. Solche „kurzen" Gläser
weisen den weiteren Vorteil auf, dass durch die schnellere Auskühlung als
bei entsprechend längeren
Gläsern
auch Gläser
mit stärkerer
Kristallisationsneigung verarbeitet werden können. Eine Vorkeimung, welche
in nachfolgenden Sekundärheißformgebungsschritten
problematisch sein könnte,
wird dadurch vermieden. Dies eröffnet
die Möglichkeit,
solche Gläser
auch zu Fasern verziehen zu können.
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Ferner
ist es auch wünschenswert,
dass die Gläser
neben den genannten und den erforderlichen optischen Eigenschaften
ausreichend chemisch resistent sind.
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Im
Stand der Technik werden zwar bereits Gläser mit ähnlicher optischer Lage oder
vergleichbarer chemischer Zusammensetzung beschrieben, jedoch weisen
diese Gläser
erhebliche Nachteile auf. Insbesondere enthalten viele der Gläser größere Anteile
an Gd2O3, das als
Seltenerdoxid eine schwache Bande um 590 nm aufweist und somit die
Reintransmission verschlechtert, und/oder Komponenten, die die Kristallisationsneigung
erhöhen,
wie z. B. TiO2.
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US20030211929 A1 betrifft
ein optisches Glas für
präzise
Presslinge mit einem Tg unter 630°C.
Letztere Eigenschaft wird durch eine sehr hohe B
2O
3-ZnO-Zugabe erreicht. Das Glas enthält zwingend
Gd
2O
3 in einem Anteil
von mindestens 5 Mol.%.
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JP 2003201142 A beschreibt
ein optisches Glas für
präzise
Presslinge mit ebenfalls niedrigem Tg. Auch hier wird diese Eigenschaft
durch eine sehr hohe Zugabe an B
2O
3 und ZnO erreicht. Das Glas enthält zwingend
Gd
2O
3 in einem Anteil
von mindestens 6 Gew.-%.
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US 20030191008 A1 umfasst
ein optisches hoch brechendes Glas für die präzise Presstechnologie. Das
Glas enthält
sehr hohe Anteile Nb
2O
5 von
mindestens 30 Gew.-%. Nb
2O
5 verschlechtert
in so hohen Anteilen die Reintransmission des Glases.
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JP 2003-238198 A beschreibt
ein optisches Glas für
präzise
Presslinge mit einem niedigen Tg. Letztere Eigenschaft wird durch
LiF und/oder ZnF-Zugabe, wobei Fluor als zwingende Komponente von
mindestens 9 Gew.-% enthalten ist, erreicht. Fluor ist vor allem
wegen der starken Verdampfung bzgl. eines stabilen Schmelz- und Fertigungsprozess
von Nachteil.
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JP 2003-300751 A beschreibt
ein niedrig schmelzendes Glas für
präzise
Presslinge. Der niedrige Tg von 480 bis 580°C wird u. a. durch Zugabe von
Bi
2O
3 erreicht.
Bi
2O
3 ist zwingend
enthalten und bringt eine Eigenfärbung
ins Glas ein, was die Reintransmission des Glases verschlechtert.
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JP 2002-173336 A beschreibt
ein niedrig schmelzendes Phosphatglas mit einer hohen Dispersion bzw.
niedrigeren Abbe-Zahl von 20–32.
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DE 35 34 575 A1 betrifft
ein Glas für
Augenglaslinsen, welches zwingend eine Färbungskomponente umfasst. Lanthanoxid
ist hier nur eine optionale Komponente.
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DE 36 05 668 A1 betrifft
ein optisches Tellurit-Glas, welches toxisches Telluroxid als eine
zwingende Komponente umfasst.
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JP 60-221338 A betrifft
Gläser,
die Lithiumoxid zwingend als eine Komponente beinhalten und bei
welchen zumindest ein Teil eines Oxides durch Fluor ersetzt ist.
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JP 62100449 A beschreibt
ein optisches Glas mit einem hohen Brechungsindex. Durch die Zugabe von
B
2O
3, La
2O
3, ZnO, Sb
2O
3 und Li
2O, die zwingend als Komponente im optischen
Glas enthalten sind, können
gute Eigenschaften, die für
die Heißformgebung
relevant sind, erzeugt werden. Allerdings enthält dieses optische Glas mindestens
2 Gew.-% des toxischen Läutermittels
Sb
2O
3.
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JP 56005345 A betrifft
optische Gläser,
die 5,5 bis 31 Gew.-% WO
3 zwingend als eine
Komponente beinhalten, um sehr hohe Brechungsindizes und Abbe-Zahlen
einstellen zu können.
Desweiteren wird die notwendige chemische Haltbarkeit durch den
Zusatz von SiO
2 und Erdalkalimetalloxiden
erzeugt.
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DE 2 257 635 A1 umfasst
ein optisches Glas mit den Brechungsindizes n
d von
1,69 bis 1,84 und die Abbe-Zahl ν
d von 34 bis 51, das frei von den toxischen
Kaliumoxid und Thoriumoxid ist. Außerdem enthalten die offenbarten
Gläser
in
DE 2 257 635 A1 als
Bestandteile keine Alkalimetalloxide.
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Es
ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein optisches Glas bereitzustellen,
mit welchem, insbesondere auch aufgrund ökologischer Erwägungen,
ohne die Verwendung von PbO und As2O3 und vorzugsweise auch ohne die Komponenten
Gd2O3 und Fluor,
gewünschte
und vorteilhafte optische Eigenschaften (nd/νd)
bei gleichzeitig geringen Transformationstemperaturen ermöglicht werden.
Diese Gläser
sollen ferner über
das Blankpressverfahren verarbeitbar sein und für die Appli kationsbereiche
Abbildung, Projektion, Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik,
Mobile Drive und Lasertechnologie geeignet sein, einen Brechwert
nd von 1,75 ≤ nd ≤ 1,85, eine
Abbe-Zahl νd von 35 ≤ νd ≤ 44 und vorzugsweise
eine möglichst
geringe Transformationstemperatur Tg ≤ 560°C aufweisen. Auch sollen sie
gut zu schmelzen und zu verarbeiten sein, sowie eine ausreichende
Kristallisationsstabilität
aufweisen, die eine Fertigung in kontinuierlich geführten Aggregaten
möglich
macht. Wünschenswert
ist ein möglichst „kurzes" Glas in einem Viskositätsbereich
von 107,6 bis 1013 dPas.
Unter einem so genannten kurzen Glas versteht man im Allgemeinen
ein Glas, welches im Viskositätsbereich
von 102 bis 1013 dPas
eine sehr steile Viskositätskurve
durchschreitet. Für
die erfindungsgemäßen Gläser soll
der Begriff „kurz" für einen
Viskositätsbereich
von 107,6 bis 1013 dPas
gelten.
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Die
vorstehende Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen beschriebenen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung gelöst.
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Insbesondere
wird ein blei- und arsen-, und vorzugsweise gadolinium- und fluorfreies
optisches Glas mit einem Brechwert n
d von
1,75 ≤ n
d ≤ 1,85
und einer Abbe-Zahl ν
d von
34 ≤ ν
d ≤ 44 bereitgestellt,
welches die folgenden Komponenten umfasst (in Gew.-% auf Oxidbasis):
| SiO2 | 0,5–8 |
| B2O3 | 10–25 |
| ZnO | 10–26 |
| La2O3 | 18–34 |
| Ta2O5 | > 15–25 |
| Nb2O5 | 0,5–15 |
| Al2O3 | 0–2 |
| Li2O | 0,1–4 |
| Na2O | 0–6 |
| K2O | 0–8 |
| Cs2O | 0–9 |
| MgO | 0–5 |
| CaO | 0–5 |
| SrO | 0–5 |
| BaO | 0–5 |
| Y2O3 | 0–10 |
| TiO2 | 0–6 |
| ZrO2 | 0–11 |
| HfO2 | 0–6 |
| Σ B2O3 + ZnO | 33–41 |
| Σ Alkalioxide | 0–10 |
| Σ Erdalkalioxide | 0–8 |
| Σ Al2O3, Y2O3, TiO2, ZrO2, HfO2, Erdalkalioxide | 0–15 |
| übliche Läutermittel | 0–1 |
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Vorzugsweise
ist die Summe der Oxide La2O3 +
Ta2O5 + Nb2O5 + Y2O3 + ZrO2 größer oder
gleich 50 Gew.-% auf Oxidbasis.
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Vorzugsweise
sind die Gläser
frei von nicht genannten Komponenten.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser haben
mit bekannten optischen Gläsern ähnlicher
Glasfamilien die optische Lage, wie die Abbe-Zahl und den Brechwert,
gemeinsam. Sie zeichnen sich jedoch durch eine gute Schmelz- und
Verarbeitbarkeit, geringe Produktionskosten durch reduzierte Verarbeitungskosten,
sowie durch eine gute Umweltverträglichkeit aus.
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Insbesondere
sind diese Gläser
zum endkonturennahen Verarbeiten, wie z. B. der Herstellung von Precision
Gobs, sowie einen Blankpressvorgang zum Herstellen einer optischen
Komponente mit exakter Endkontur geeignet. In diesem Zusammenhang
wurde das Viskositätstemperaturprofil
und Verarbeitungstemperatur der erfindungsgemäßen Gläser vorzugsweise so eingestellt,
dass eine solche endgeometrienahe bzw. endkonturgebenden Heißformgebung
auch mit empfindlichen Präzisionsmaschinen
möglich
ist.
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Zudem
kann die Kombination von Kristallisationsstabilität und Viskositätstemperaturprofil
der erfindungsgemäßen Gläser eine
nahezu problemlose thermische (Weiter-)Behandlung (Pressen bzw.
Wiederverpressen) der Gläser
ermöglichen.
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Insbesondere
weisen die erfindungsgemäßen Gläser einen
Brechwert nd von 1,75 ≤ nd ≤ 1,85, vorzugsweise
1,78 ≤ nd ≤ 1,83,
besonders bevorzugt 1,80–1,81,
eine Abbe-Zahl von 34 ≤ νd ≤ 44, vorzugsweise 36 ≤ νd ≤ 43, vorzugsweise
39 ≤ νd ≤ 43, besonders
bevorzugt 40 ≤ νd ≤ 42.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weisen die erfindungsgemäßen Gläser eine
Transformationstemperatur Tg ≤ 560°C, vorzugsweise
Tg ≤ 550°C auf.
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Erfindungsgemäß wird unter
einem so genannten „Low-Tg-Glas" ein Glas mit mit
einer niedrigen Transformationstemperatur Tg, d. h. vorzugsweise
einer Tg von höchstens
560°C verstanden.
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Vorzugsweise
sind die erfindungsgemäßen Gläser möglichst „kurz" in einem Viskositätsbereich
von 107,6 bis 1013 dPas.
Unter „kurzen
Gläsern" werden dabei Gläser verstanden,
deren Viskosität
stark mit einer relativ geringen Änderung der Temperatur in einem
bestimmten Viskositätsbereich
variiert. Vorzugsweise beträgt
das Temperaturintervall ΔT,
in welchem die Viskosität
dieses Glases von 107,6 bis 1013 dPas
absinkt, höchstens
100°K.
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1 zeigt
die Viskositätskurve
eines erfindungsgemäßen Glases
gemäß Beispiel
10. In 1 zeigen die senkrechten Linen das Temperaturintervall ΔT, in welchem
die Viskosität
dieses Glases von 107,6 bis 1013 dPas
absinkt. ΔT
liegt hier zwischen 542 und 637°C,
d. h. beträgt
95°K.
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2 zeigt
eine Transmissionskurve eines erfindungsgemäßen Glases gemäß Beispiel
19. Die Wellenlängen,
bei welchen die Transmission 5% und 80% beträgt, sind gezeigt. Aus diesen
ergibt sich der Farbcode 38/32.
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Unter
der „inneren
Qualität" eines Glases wird
erfindungsgemäß verstanden,
dass das Glas einen möglichst
geringen Anteil an Blasen und/oder Schlieren und/oder ähnlichen
Fehlern enthält,
bzw. vorzugsweise frei von diesen ist.
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Im
folgenden bedeutet der Ausdruck „X-frei" bzw. „frei von einer Komponente
X", dass das Glas
diese Komponente X im wesentlichen nicht enthält, d. h. dass eine solche
Komponente höchstens
als Verunreinigung in dem Glas vorliegt, jedoch der Glaszusammensetzung
nicht als einzelne Komponente zugegeben wird. X steht dabei für eine beliebige
Komponente, wie beispielsweise Gd2O3.
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Im
Folgenden sind alle Anteilsangaben der Glaskomponenten in Gew.-%
und auf Oxidbasis angegeben, sofern nicht anders beschrieben.
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Das
Grundglassystem des erfindungsgemäßen Glases ist das Lanthanborat-System, welches intrinsisch
eine gute Basis für
die angestrebten Eigenschaften aufweist.
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Das
erfindungsgemäße Glas
weist einen ZnO-Anteil von mindestens 10 Gew.-%, bevorzugt mindestens
12 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 14 Gew.-% auf, sowie einen
B2O3-Anteil von
ebenfalls mindestens 10 Gew.-%, bevorzugt mindestens 15 Gew.-%,
besonders bevorzugt von 17 Gew.-% und ist daher ein gutschmelzendes
Low-Tg-Glas. Der ZnO-Anteil beträgt
höchstens
26 Gew.-%, bevorzugt höchstens
24 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
22 Gew.-%. ZnO trägt
zum gewünschten
Viskositäts-Temperatur-Verhalten
(„kurzes” Glas)
im Viskositätsbereich
von 107,6 bis 1013 dPas
bei.
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Der
maximale B2O3-Anteil
beträgt
25 Gew.-%, bevorzugt höchstens
24 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
23 Gew.-%, Die stark netzwerkbildenden Eigenschaften von B2O3 erhöhen die
Stabilität
der Gläser gegen
Kristallisation und die chemische Beständigkeit. Der Anteil sollte
jedoch nicht mehr als 25 Gew.-% betragen, da sonst die Gläser „länger" werden, was ebenfalls
gemäß der vorliegenden
Erfindung nicht bevorzugt ist. Ferner können während des Schmelz- und Aufschmelzvorgangs
Teile des zugesetzten B2O3 verdampfen, wodurch
eine genaue Einstellung der Zusammensetzung erschwert ist.
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In
Summe beträgt
der Anteil an ZnO und B2O3 mindestens
30 Gew.-%, bevorzugt mindestens 34 Gew.-%, besonders bevorzugt 38
Gew.-%. Eine Reduzierung des ZnO-B2O3-Gehaltes unter 30 Gew.-% würde zu Gläsern führen, die
nicht mehr das Prädikat „Low-Tg-Glas" für sich beanspruchen
könnten.
Die Summe aus B2O3 und
ZnO beträgt
höchstens
45 Gew.-%, bevorzugt höchstens
42 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
41 Gew.-%. Eine weitere Erhöhung über 45 Gew.-%
hinaus würde
den Brechwert zu sehr verringern.
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Neben
B2O3 ist SiO2 als Netzwerkbildner in diesen Gläsern mit
mindestens 0,5 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 1 Gew.-%, besonders
bevorzugt 2 Gew.-% auf enthalten. Der maximale SiO2-Anteil
beträgt
8 Gew.-%, bevorzugt 7 Gew.-%, besonders bevorzugt 6 Gew.-%. Eine
Erhöhung
des SiO2-Anteils über 8 Gew.-% würde zum
Anstieg der Transformationstemperatur auf über 560°C führen und zu einer Brechwertverringerung.
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Das
erfindungsgemäße Glas
weist einen La2O3-Anteil
von mindestens 18 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 20 Gew.-%, vorzugsweise
mindestens 21 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 23 Gew.-% auf. Der
Anteil an La2O3 ist
auf höchstens
34 Gew.-%, bevorzugt höchstens
33 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
32 Gew.-% beschränkt.
Die angegebene Obergrenze von 34 Gew.-% sollte nicht überschritten
werden, da sonst die Viskosität
des Glases zu stark erhöht
wird. Der Mindestanteil von 20 Gew.-% sollte nicht unterschritten
werden, um den hohen Brechwert zu gewährleisten.
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Das
erfindungsgemäße Glas
weist einen Ta2O5-Anteil
von mindestens > 15
Gew.-%, vorzugsweise mindestens 15,5 Gew.-%, auf. Der maximale Anteil
an Ta2O5 beträgt 25 Gew.-%,
bevorzugt höchstens
24 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
20 Gew.-%. Die angegebene Obergrenze von 25 Gew.-% sollte nicht überschritten
werden, da das Glas sonst zu teuer wird und somit nicht mehr wirtschaftlich
ist. Der Mindestanteil von > 15
Gew.-% sollte nicht unterschritten werden, um den hohen Brechwert
bei gleichzeitig hoher Abbe-Zahl zu gewährleisten.
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Das
erfindungsgemäße Glas
weist einen Nb2O5-Anteil
von mindestens 0,5 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 1 Gew.-%, besonders
bevorzugt 2 Gew.-% auf. Der maximale Anteil an Nb2O5 beträgt
15 Gew.-%, bevorzugt höchstens
10 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens
8 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
7 Gew.-%. Die angegebene Obergrenze von 15 Gew.-% sollte nicht überschritten
werden, da Nb2O5 eine
leichte Eigenfärbung
ins Glas einbringt und somit die Reintransmission des Glases verschlechtert
wird. Außerdem führt ein
höherer
Anteil als 15 Gew.-% Nb2O5 zu
einer zu starken Absenkung der Abbe-Zahl. Der Mindestanteil von
0,5 Gew.-% sollte nicht unterschritten werden, um den hohen Brechwert
zu gewährleisten.
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Das
Glas ist frei von WO3.
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Y2O3 kann im Glas
von 0 bis maximal 10 Gew.-%, bevorzugt bis 9 Gew.-% besonders bevorzugt
bis 8 Gew.-% enthalten sein. Y2O3 dient zur Einstellung des Brechwertes und
der Abbe-Zahl.
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Das
Glas ist besonders bevorzugt frei von TiO2 und
HfO2. Es kann von 0 bis maximal 6 Gew.-%,
bevorzugt bis maximal 3 Gew.-% enthalten sein. Beide Komponenten
bringen hohe Brechwerte und hohe Dispersionen, sowie führen zu
erhöhten
Tgs und Viskositäten
des Glases. TiO2 beeinflusst außerdem die
Transmission, durch Absorption im UV und das Kristallisationsverhalten
negativ.
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Das
erfindungsgemäße Glas
kann bis zu maximal 11 Gew.-% ZrO2, auch
bis zu maximal 10 Gew.-%, weiter bis zu maximal 9 Gew.-% enthalten.
Die angegebene Obergrenze von 11 Gew.-% sollte nicht überschritten
werden, da so hohe Anteile ZrO2 im Glas
zur verstärkten
Entglasung führen.
Beispielsweise enthält
das Glas mindestens 2 Gew.-%, mindestens 1 Gew.-% oder ist frei
von ZrO2.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser enthalten
Li2O als Alkalimetalloxid in einer Menge
von maximal 4 Gew.-%, bevorzugt 3 Gew.-%.
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Das
erfindungsgemäße Glas
enthält
höchstens
6 Gew.-%, bevorzugt höchstens
5 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
4 Gew.-% Na2O.
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Das
erfindungsgemäße Glas
enthält
höchstens
8 Gew.-%, bevorzugt höchstens
7 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
6 Gew.-% K2O.
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Sofern
das Glas Cäsiumoxid
enthält,
ist dieses in Mengen von höchstens
9 Gew.-%, bevorzugt höchstens
8 Gew.-% und weiter bevorzugt von höchstens 7 Gew.-% enthalten.
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Die
Summe an Alkalimetalloxiden im erfindungsgemäßen Glas beträgt 0 bis
10 Gew.-%. Bevorzugt sind höchstens
7 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
6 Gew.-%. Die Summe an Akalimetalloxiden beträgt maximal 10 Gew.-%, welcher
Wert nicht überschritten
werden sollte, da ansonsten der Brechwert in einem solchen Glassystem
zu stark absinkt. Die Zugabe der Alkalimetalloxide dient der Optimierung
des Aufschmelzverhaltens, d. h. sie wirken als Flussmittel. Außerdem tragen
sie zur Absenkung des Tg bei.
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Zur
flexiblen Regulierung des Viskositätstemperaturverhaltens kann
das erfindungsgemäße Glas
gegebenenfalls Erdalkalien (MO) enthalten, ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus MgO, CaO, SrO, und/oder BaO. Diese Summe
MO beträgt
höchstens
8 Gew.-%, vorzugsweise höchstens
5 Gew.-% und am meisten bevorzugt höchstens 4 Gew.-%.
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Das
erfindungsgemäße Glas
enthält
höchstens
2 Gew.-%, bevorzugt höchstens
1,5 und besonders bevorzugt höchstens
1 Gew.-% Al2O3.
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Das
erfindungsgemäße Glas
ist als optisches Glas vorzugsweise auch frei von färbenden,
und/oder optisch aktiven, wie laseraktiven, Komponenten.
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Insbesondere
ist das erfindungsgemäße Glas
vorzugsweise auch frei von Komponenten, welche redoxempfindlich
sind, wie beispielsweise Ag, und/oder frei von toxischen bzw. gesundheitsschädlichen
Komponenten, wie beispielsweise die Oxide von Tl, Te, Be und As.
Jedenfalls ist das Glas frei von PbO und Arsen.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist das erfindungsgemäße Glas auch vorzugsweise frei
von anderen, in den Ansprüchen
nicht genannten Komponenten, d. h. gemäß einer derartigen Ausführungsform
besteht das Glas im wesentlichen aus den genannten Komponenten.
Der Ausdruck „im
wesentlichen bestehen aus" bedeutet
dabei, dass andere Komponenten höchstens
als Verunrei nigungen vorliegen, jedoch der Glaszusammensetzung nicht
als einzelne Komponente beabsichtigt zugegeben werden.
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Das
erfindungsgemäße Glas
kann übliche
Läutermittel
in geringen Mengen beinhalten. Vorzugsweise beträgt die Summe der zugesetzten
Läutermittel
höchstens
1,0 Gew.-%. Als Läutermittel
kann in dem erfindungsgemäßen Glas
mindestens eine der folgenden Komponenten enthalten sein (in Gew.-%,
additiv zur übrigen
Glaszusammensetzung):
| Sb2O3 | 0–1 und/oder |
| SnO | 0–1 und/oder |
| SO4 2– | 0–1 und/oder |
| F– | 0–1 |
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Auch
Fluor und fluorhaltige Verbindungen neigen während des Schmelz- und Aufschmelzvorgangs zum
Verdampfen und erschweren dadurch ein genaues Einstellen der Glaszusammensetzung.
Das erfindungsgemäße Glas
ist daher vorzugsweise auch fluorfrei.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner die Verwendung der erfindungsgemäßen Gläser für die Applikationsbereiche
Abbildung, Projektion, Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik,
Mobile Drive und Lasertechnologie.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner die Verwendung des erfindungsgemäßen Glases
für optische Elemente.
Optische Elemente können
dabei insbesondere Linsen, Asphären,
Prismen und Kompaktbauteile sein. Der Begriff „optisches Element" umfasst dabei erfindungsgemäß auch Vorformen
bzw. Preformen eines solchen optischen Elements, wie beispielsweise
Gobs, Precision Gobs und ähnliches.
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Die
vorliegende Erfindung wird im folgenden durch eine Reihe von Beispielen
näher erläutert. Die
vorliegende Erfindung ist aber nicht auf die genannten Beispiele
beschränkt.
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Beispiele
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Die
Tabellen 2 bis 4 unter Beispiel 2 enthalten Ausführungsbeispiele im bevorzugten
Zusammensetzungsbereich. Die in den Beispielen beschriebenen Gläser wurden
wie in Beispiel 1 hergestellt:
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Beispiel 1:
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Die
Rohstoffe für
die Oxide werden abgewogen, ein oder mehrere Läutermittel, wie z. B. Sb
2O
3, zugegeben und
anschließend
gut gemischt. Das Glasgemenge wird bei ca. 1150°C in einem kontinuierlichen Schmelzaggregat
eingeschmolzen, danach geläutert
(1200°C)
und homogenisiert. Bei einer Gusstemperatur von etwa 1180°C kann das
Glas gegossen und zu den gewünschten
Abmessungen verarbeitet werden. Im großvolumigen, kontinuierlichen
Aggregat können
die Temperaturen erfahrungsgemäß um mindestens
ca. 100 K abgesenkt werden, und das Material kann im endgeometrienahen
Pressverfahren verarbeitet werden. Tabelle 1: Schmelzbeispiel für 100 kg
berechnetes Glas (gemäß Beispiel
10)
| Oxid | Gew.-% | Rohstoff | Einwaage
(g) |
| SiO2 | 3,69 | SiO2 | 3686,90 |
| B2O3 | 20,00 | H3BO3 | 35469,99 |
| ZnO | 17,20 | ZnO | 17164,71 |
| Al2O3 | 1,00 | Al(OH)3 | 1547,16 |
| Li2O | 0,88 | LiNO3 | 4052,58 |
| | 1,00 | Li2CO3 | 2482,46 |
| Nb2O5 | 4,21 | Nb2O5 | 4209,78 |
| La2O3 | 28,52 | La2O3 | 28462,62 |
| Ta2O5 | 16,00 | Ta2O5 | 15965,33 |
| Y2O3 | 4,50 | Y2O5 | 4491,22 |
| ZrO2 | 3,00 | ZrO2 | 2998,04 |
| Sb2O3 | 0,20 | Sb2O3 | 200,33 |
| Summe | 100,20 | | 120731,12 |
-
Die
Eigenschaften des so erhaltenen Glases sind in der Tabelle 3 als
Beispiel 10 angegeben.
-
Beispiel 2:
-
Tabellen
2 bis 4 enthalten erfindungsgemäßen Beispiele
1 bis 20.
-
Alle
erfindungsgemäßen Gläser weisen
einen Tg von weniger als oder gleich 560°C auf, weisen eine sehr gute
Alkalibeständigkeit
auf und lassen sich gut verarbeiten. Der Farbcode der erfindungsgemäßen Gläser erricht
einen Wert von bis zu 38/32. Tabelle 2: Beispiele 1 bis 6 (Angaben
in Gew.-% auf Oxidbasis, n. b. steht für „nicht bestimmt):
| Bsp. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| SiO2 | 4,79 | 4,79 | 4,99 | 4,69 | 4,69 | 3,69 |
| B2O3 | 19,89 | 19,89 | 19,89 | 19,89 | 19,89 | 19,89 |
| ZnO | 19,46 | 19,5 | 18,46 | 18,96 | 18,96 | 18,96 |
| Al2O3 | | | | | | 1,00 |
| Li2O | 1,88 | 1,88 | 1,88 | 1,88 | 1,88 | 1,88 |
| Nb2O5 | 1,77 | 2,77 | 3,77 | 2,27 | 3,77 | 3,77 |
| La2O3 | 28,32 | 28,32 | 28,52 | 28,52 | 28,52 | 28,52 |
| Ta2O5 | 18,98 | 15,98 | 16,08 | 16,38 | 16,38 | 16,38 |
| Y2O3 | | | | | | |
| ZrO2 | 4,91 | 6,91 | 6,41 | 7,41 | 5,91 | 5,91 |
| Sb2O3 | | | | 0,20 | 0,20 | 0,20 |
| Σ | 100,0 | 100,0 | 100,0 | 100,2 | 100,2 | 100,2 |
| La2O3 + ZrO2 + Nb2O5 +
Ta2O5 + Y2O3+ HfO2 | 54,0 | 54,0 | 54,8 | 54,6 | 54,6 | 54,6 |
| Σ R2O (Alkalien) | 1,88 | 1,88 | 1,88 | 1,88 | 1,88 | 1,88 |
| Σ RO (Erdalkalien) | | | | | | |
| Σ B2O3, ZnO | 39,35 | 39,35 | 38,35 | 38,85 | 38,85 | 38,85 |
| Σ Al2O3, Y2O3, TiO2, ZrO, HfO2, R2O | 4,91 | 6,91 | 6,41 | 7,41 | 5,91 | 6,91 |
| Eigenschaften | | | | | | |
| τi(10
mm, 400 nm) | 0,98 | 0,97 | 0,96 | 0,97 | 0,96 | 0,96 |
| τi(10
mm, 500–550
nm) | >=0,994 | >=0,991 | >=0,994 | >=0,99 | >=0,994 | >=0,993 |
| Farbcode | 38/31 | 40/31 | 39/31 | 38/31 | 42/32 | 42/31 |
| nd (7 K/h) | 1,80159 | 1,80490 | 1,80790 | 1,80592 | 1,80879 | 1,81066 |
| νd (7
K/h) | 41,54 | 41,24 | 40,80 | 41,35 | 40,68 | 40,56 |
| Pg,F | 0,5651 | 0,5655 | 0,5667 | 0,5654 | 0,5672 | 0,5669 |
| ΔPg,F | –0,0088 | –0,0089 | –0,0085 | –0,0089 | –0,0082 | –0,0087 |
| α(20–300°C) [10–6/K] | 7,09 | 7,12 | 7,09 | 7,12 | 7,07 | 7,10 |
| Tg
[°C] | 533 | 536 | 536 | 540 | 541 | 538 |
| ρ [g/cm3] | 4,59 | 4,55 | 4,5427 | 4,561 | 4,559 | 4,574 |
| ΔT = [T(η = 107,6) – T(η = 1013 dPas)] | | 94 | | | | |
| SR | 51.0 | 51.3 | | | | |
| AR | 1.2 | 1.0 | | | | |
Tabelle 3: Beispiele 7 bis 13 (Angaben
in Gew.-% auf Oxidbasis)
| Bsp. | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| SiO2 | 3,69 | 3,69 | 3,70 | 3,69 | 4,19 | 4,69 | 3,69 |
| B2O3 | 19,89 | 20,00 | 20,00 | 20,00 | 20,00 | 20,00 | 20,00 |
| ZnO | 18,96 | 19,20 | 19,20 | 17,20 | 16,20 | 18,20 | 15,70 |
| Al2O3 | 1,00 | 1,00 | 1,00 | 1,00 | 1,00 | 1,00 | 1,00 |
| Li2O | 1,88 | 1,88 | 2,00 | 1,88 | 1,88 | 1,88 | 1,88 |
| Nb2O5 | 3,77 | 4,21 | 4,50 | 4,21 | 4,21 | 6,21 | 4,21 |
| La2O3 | 28,52 | 28,52 | 30,60 | 28,52 | 28,52 | 26,52 | 28,52 |
| Ta2O5 | 16,38 | 16,00 | 16,00 | 16,00 | 16,00 | 16,00 | 16,00 |
| Y2O3 | 2,00 | 2,50 | 3,00 | 4,50 | 5,00 | 2,50 | 6,00 |
| ZrO2 | 3,91 | 3,00 | - | 3,00 | 3,00 | 3,00 | 3,00 |
| Sb2O3 | 0,20 | 0,20 | 0,20 | 0,20 | 0,20 | 0,20 | 0,20 |
| Σ | 100,2 | 100,20 | 100,00 | 100,20 | 100,20 | 100,20 | 100,20 |
| La2O3 + ZrO2 + Nb2O5 + Ta2O5 + Y2O3 + HfO2 | 54,6 | 54,2 | 54,1 | 56,2 | 56,7 | 54,2 | 57,7 |
| Σ R2O (Alkalien) | 1,88 | 1,88 | 2,00 | 1,88 | 1,88 | 1,88 | 1,88 |
| Σ RO (Erdalkalien) | | | | | | | |
| Σ B2O3, ZnO | 38,85 | 39,20 | 39,20 | 37,20 | 36,20 | 38,20 | 35,70 |
| Σ Al2O3, Y2O3, TiO2, ZrO, HfO2, R2O | 6,91 | 6,50 | 4,00 | 8,50 | 9,00 | 6,50 | 10,00 |
| Eigenschaften | | | | | | | |
| τi(10
mm, 400 nm) | 0,96 | 0,96 | 0,95 | 0,96 | 0,95 | 0,96 | 0,96 |
| τi(10
mm, 500–550
nm) | >=0,992 | >=0,995 | >=0,987 | 0,995 | 0,98 | >=0,985 | >=0,98 |
| Farbcode | 42/31 | 38/32 | 42/31 | 42/31 | 42/31 | 42/31 | 42/31 |
| nd (7 K/h) | 1,80663 | 1,80517 | 1,80109 | 1,80774 | 1,80563 | 1,80472 | 1,80835 |
| νd (7
K/h) | 41,02 | 41,04 | 41,47 | 41,21 | 41,40 | 40,15 | 41,39 |
| Pg,F | 0,5665 | 0,5667 | 0,5665 | 0,5662 | 0,5665 | 0,5687 | 0,5658 |
| ΔPg,F | –0,0083 | –0,0081 | –0,0075 | –0,0083 | –0,0077 | –0,0075 | –0,0084 |
| α(20–300°C) [10–6/K] | 7,25 | 7,27 | 7,48 | 7,33 | 7,30 | 7,06 | 7,42 |
| Tg
[°C] | 533 | 532 | 529 | 544 | 545 | 540 | 546 |
| ρ [g/cm3] | 4,57 | 4,56 | 4,57 | 4,5659 | 4,5452 | 4,4827 | 4,560 |
| ΔT = [T(η = 107,6) – T(η = 1013 dPas)] | | 93 | | 95 | | 96 | |
| SR | | | | | | 51.3 | |
| AR | | | | | | 1.0 | |
Tabelle 4: Beispiele 13 bis 20 (Angaben
in Gew.-% auf Oxidbasis)
| Bsp. | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| SiO2 | 3,69 | 3,69 | 3,69 | 3,19 | 3,69 | 3,40 | 3,57 |
| B2O3 | 20,00 | 20,00 | 20,00 | 20,00 | 20,00 | 18,80 | 20,00 |
| ZnO | 16,20 | 14,70 | 14,70 | 16,20 | 17,20 | 18,40 | 19,10 |
| Al2O3 | 0,50 | 0,50 | 0,30 | 1,00 | 1,00 | 1,08 | 1,02 |
| Li2O | 1,88 | 1,88 | 2,08 | 1,88 | 1,88 | 1,79 | 1,65 |
| Nb2O5 | 4,21 | 4,21 | 4,21 | 4,21 | 4,21 | 4,06 | 14,50 |
| La2O3 | 28,52 | 28,52 | 28,52 | 28,52 | 28,52 | 31,60 | 18,70 |
| Ta2O5 | 16,00 | 16,00 | 16,00 | 16,00 | 18,00 | 15,60 | 15,80 |
| Y2O3 | 6,00 | 7,50 | 7,50 | 6,00 | 2,50 | 2,40 | 2,47 |
| ZrO2 | 3,00 | 3,00 | 3,00 | 3,00 | 3,00 | 2,90 | 2,97 |
| Sb2O3 | 0,20 | 0,20 | 0,20 | 0,20 | 0,20 | 0,17 | 0,17 |
| Σ | 100,2 | 100,2 | 100,2 | 100,2 | 100,2 | 100,2 | 100 |
| La2O3 + ZrO2 + Nb2O5 + Ta2O5 + Y2O3 + HfO2 | 57,7 | 59,2 | 59,2 | 57,7 | 56,2 | 56,6 | 54,4 |
| Σ R2O (Alkalien) | 1,88 | 1,88 | 2,08 | 1,88 | 1,88 | 1,79 | 1,65 |
| Σ RO (Erdalkalien) | - | - | - | - | - | - | - |
| Σ B2O3, ZnO | 36,20 | 34,70 | 34,70 | 36,20 | 37,20 | 37,20 | 39,10 |
| Σ Al2O3, Y2O3, TiO2, ZrO, HfO2, R2O | 9,50 | 11,00 | 10,80 | 10,00 | 6,50 | 6,38 | 6,46 |
| Eigenschaften | | | | | | | |
| τi(10
mm, 400 nm) | 0,96 | 0,96 | n.
b. | 0,96 | n.
b. | 0,98 | 85 |
| τi(10
mm, 500–550
nm) | >=0,99 | >=0,98 | n.
b. | >=0,99 | n.
b. | >=0,995 | >=92 |
| Farbcode | 42/31 | 42/31 | n.
b. | 42/31 | n.
b. | 38/32 | 48/33 |
| nd (7 K/h) | 1,81043 | 1,81213 | 1,81153 | 1,80894 | 1,81066 | 1,81138 | 1,82953 |
| νd (7
K/h) | 41,29 | 41,41 | 41,43 | 40,69 | 40,12 | 41,22 | 35,42 |
| Pg,F | 0,5662 | 0,566 | 0,5657 | 0,5674 | 0,5682 | 0,5674 | 0,5795 |
| ΔPg,F | –0,0082 | –0,0082 | –0,0084 | –0,008 | –0,0082 | –0,0070 | –0,0048 |
| α(20–300°C) [10–6/K] | 7,44 | 7,49 | 7,62 | 7,23 | 7,11 | 7,44 | 6,66 |
| Tg
[°C] | 543 | 546 | 543 | 540 | 536 | 540 | 534 |
| ρ [g/cm3] | 4,5797 | 4,5795 | 4,5765 | 4,5831 | 4,6054 | 4,39970 | 4,3997 |
| ΔT = [T(η = 107,6) – T(η = 1013 dPas)] | | | | | | | |
| SR | | 51.2 | | | | 51.2 | |
| AR | | 1.0 | | | | 1.0 | |