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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein optisches Glas, die Herstellung
eines solchen Glases, die Verwendung eines solchen Glases, optische
Elemente bzw. Vorformen solcher optischen Elemente und optische Bauteile,
bzw. optische Komponenten aus solchen optischen Elementen.
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Herkömmliche
optische Gläser
der hier beanspruchten optischen Lage (extreme Schwerflint- und
Lanthanschwerflintlage) enthalten in der Regel PbO, um die erwünschten
optischen Eigenschaften, d.h. vorzugsweise einen Brechwert nd von 1,82 ≤ nd ≤ 2,00
und/oder eine Abbezahl νd von 18 ≤ νd ≤ 28, insbesondere
jedoch den hohen Brechwert zu erreichen. Dadurch sind diese Gläser wenig
chemisch beständig.
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Als
Läutermittel
wurde für
solche Gläser
zudem häufig
As2O3 verwendet.
Da in den letzten Jahren die Glaskomponenten PbO und As2O3 als umweltbedenklich angesehen werden,
tendieren die meisten Hersteller optischer Instrumente und Produkte
dazu, bevorzugt blei- und arsenfreie Gläser einzusetzen. Zur Verwendung in
Produkten hoher Vergütungsstufen
gewinnen zudem Gläser
mit erhöhten
chemischen Beständigkeiten
stetig an Bedeutung.
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Bekannte
bleifreie optische Gläser
der Schwerflint- bzw. Lanthanschwerflintlage mit hohem Brechwert und
geringer Abbezahl enthalten in der Regel nennenswerte Mengen an
TiO2 in silikatischer Matrix, was zu äußerst kristallisationsinstabilen
und daher häufig
nicht in einem sekundären
Heißformgebungsschritt
verarbeitbaren Gläsern
führt.
Ferner sind Gläser
enthaltend Titandioxid schwer mechanisch bearbeitbar.
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Anstelle
des bisher üblichen
Heraustrennens von optischen Komponenten aus Block- oder Barrenglas gewinnen
in jüngerer
Zeit Herstellungsverfahren an Be deutung, bei welchen direkt im Anschluss
an die Glasschmelze möglichst
Direktpresslinge, also blankgepresste optische Komponenten, und/oder
möglichst
endkonturnahe Pre-Forms bzw. Vorformlinge für das Wiederverpressen, sogenannte „Precision
Gobs", erhalten werden
können.
Unter „Precision
Gobs" werden in
der Regel vorzugsweise vollständig
feuerpolierte, halbfrei- oder freigeformte Glasportionen verstanden,
die über
verschiedene Herstellungsverfahren zugänglich sind.
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Aus
diesem Grund wird von Seiten der Verfahrenstechnik in Schmelze und
Heißformgebung
neuerdings verstärkt
der Bedarf nach „kurzen" Gläsern gemeldet,
also nach Gläsern,
die ihre Viskosität
sehr stark mit der Temperatur variieren. Dieses Verhalten hat im
Prozess den Vorteil, dass die Heißformgebungszeiten und damit
in der endgeometrienahen Präzisionsheißformgebung
die Formschlusszeiten, gesenkt werden können. Dadurch wird zum einen
der Durchsatz erhöht,
zum anderen wird das Formenmaterial geschont, was sich sehr positiv
auf die Gesamtproduktionskosten niederschlägt. Zudem können durch die so gegebene,
schnellere Erstarrung auch Gläser
mit stärkerer
Kristallisationsneigung verarbeitet werden als bei entsprechend
längeren
Gläsern,
und es wird eine Vorkeimung, die in nachfolgenden Sekundärheißformgebungsschritten
problematisch sein könnte,
vermieden oder zumindest drastisch herabgesetzt.
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Aus
dem gleichen Grund werden ebenso Gläser benötigt, deren Temperatur-Viskositäts-Profil
absolut gesehen geringe Temperaturen im Heißformgebungsbereich aufweisen.
Dies trägt
durch geringere Prozesstemperaturen zusätzlich zu erhöhten Formenstandzeiten
und durch schnelle spannungsfreie Auskühlung zu geringen Vorkeimungsraten
bei. Zudem eröffnet
sich so eine besonders in der endgeometrienahen Präzisionsheißformgebung
bedeutsame, größere Bandbreite
möglicher,
potentiell kostengünstigerer
Formenmaterialien.
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Für die vorliegende
Erfindung zu berücksichtigender
Stand der Technik ist
JP
92027180 B (Hoya Corp.),
US 2004-053768 A (Alcatel),
US 2005-0202952 (Hoya Corp.) und
WO 03/062162 (Ohara).
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Danach
können
Gläser
mit ähnlicher
optischer Lage oder vergleichbarer chemischer Zusammensetzung hergestellt
werden, jedoch zeigen diese im direkten Vergleich mit den erfindungsgemäßen Gläsern deutliche
Nachteile:
JP
92027180 B offenbart optische Tellurit-Phosphat-Gläser, wahrscheinlich ähnlicher
Optischer Lage. Durch die obligatorischen Anteile an netzwerkbildendem
Tellur- und Bleioxid weisen diese Gläser jedoch neben ihrer hohen
Toxizität,
die sich auch auf das Gemenge und die Rohstoffe erstreckt, ein Viskositäts-Temperaturprofil, das
eine Eignung für
die Präzisionsheißformgebung
ausschließt
(Länge
des Glases), auf.
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US 2004-053768 A offenbart
Glaszusammensetzungen für
raman-aktives Faserkernglas. Diese basieren zwingend auf hoch-silikatischer
Basis (30–90
Mol%), und beinhalten in bevorzugten Ausführungsformen lediglich 4 Komponenten.
Neben dem nur äußerst kleinen
erreichbaren Brechwert zeigen solche Gläser sehr hohe Absolut-Viskositäten und
eine Länge,
welche die Verarbeitung mittels Präzisionsheißformgebung ausschließen. Zudem
neigen Gläser
mit hohem Silikatgehalt und wenigen weiteren Komponenten in sekundären Heißformgebungsprozessen
optischer Komponenten/Bauteile (Linsen, Prismen, u.a.) zu nur schwer
zu beherrschender Kristallisation.
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US 2005-0202952 offenbart,
entsprechend den erfindungsgemäßen Gläsern, ein
Glassystem für
die Präzisionsheißformgebung,
welches jedoch im Gegensatz zu den erfindungsgemäßen Gläsern den Nachteil stärkerer Kristallisationsneigung
hat. Der Grund liegt in dem zwingenden Silikatgehalt von bis zu
4 Mol%. Prinzipiell erzeugt SiO
2 (im Gegensatz
zu Bi
2O
3 und/oder
GeO
2) Löslichkeitsprobleme
in phosphatischer Matrix, so dass sein (aus anderen Glassystemen
bekannter) netzwerkbildender Effekt hier in das Gegenteil verkehrt
und Kristallisation, besonders in sekundären Heißformgebungsprozessen, aber
auch in der Schmelze und während
der Primärheißformgebung,
begünstigt
wird. Außerdem
bildet sich im Vorfeld der Kristallisation bereits eine lichtstreuende,
kolloidale Vorstufe, welche zumindest die Transmission der Gläser deutlich
senkt. Zudem senkt SiO
2 den erreichbaren
Brechwert und die Dispersion.
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WO 03/062162 offenbart
Niob-Barium-Phosphatgläser.
Diese werden entsprechend den aufgeführten Beispielen mittels mindestens
SiO
2 und/oder B
2O
3 gegen Entglasung stabilisiert. Hierbei
müssen
folgende Nachteile gegenüber
den erfindungsgemäßen Gläsern in
Kauf genommen werden: Wird SiO
2 in phosphatischen
Glassystemen eingesetzt, ergeben sich die bereits für
US 2005-0202952 diskutierten
Nachteile bzgl. Kristallisation, optischer Lage und Transmission.
Der Einsatz von B
2O
3 verbietet
sich in hochqualitativen optischen Phosphat-Gläsern aus Gründen der Tiegelstandzeiten:
Bei den ohnehin aufgrund ihrer phosphatischen Matrix gegenüber Feuerfestmaterialien
aggressiven Gläsern
wird dieser Effekt durch den Einsatz von B
2O
3 (besonders in Kombination mit Li
2O) noch drastisch verstärkt und die Tiegelstandzeiten
werden extrem abgesenkt. Hinzu kommt der kolloidale Eintrag des
Tiegelmaterials in die Schmelze, welcher die Transmission über den
gesamten Wellenlängenbereich
hinweg stark absenkt. Handelt es sich bei dem Tiegelmaterial um
Platin, bzw. eine Platinlegierung oder eine ähnliche Metalllegierung, senken
gelöste
Anteile an Metallionen die Transmission durch spezifische Absorption
weiter ab, häufig
an der ohnehin sensiblen „Blauen
Kante" des Spektralbereichs.
Außerdem
beschränkt
der obligatorische B
2O
3-Gehalt
die erreichbare optische Lage auf geringere Brechwerte und Dispersionen.
Für die
gemäß diesem
Stand der Technik beanspruchten technischen Gläser sind insbesondere transmissions-
und brechwertsenkende Effekte von keinerlei Bedeutung, ganz im Gegensatz
zu der Bedeutung, die solche Effekte auf die erfindungsgemäßen optischen
Gläser
haben.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher in der Bereitstellung
von optischen Gläsern, welche
die genannten Nachteile der Gläser
gemäß dem oben
genannten Stands der Technik vermeiden und für welche die gewünschten
optischen Eigenschaften ermöglicht
werden. Diese Gläser
sollen vorzugsweise über
das Blankpressverfahren verarbeitbar sein und daher geringe Transformationstemperaturen
aufweisen. Ferner sollen sie gut zu schmelzen und zu verarbeiten
sein, sowie eine ausreichende Kristallisationsstabilität für einen
sekundären
Heißformgebungsschritt
und/oder für
eine Fertigung in kontinuierlich geführten Aggregaten aufweisen.
Wünschenswert
ist ferner ein möglichst „kurzes" Glas in einem Viskositätsbereich
von 107,6 bis 1013dPas.
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Die
vorstehende Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen beschriebenen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung gelöst.
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Insbesondere
wird ein optisches Glas bereitgestellt, welches die folgende Zusammensetzung
umfasst (in Gew.-% auf Oxidbasis):
| P2O5 | 12–35 |
| Nb2O5 | 30–50 |
| Bi2O3 | 2–13 |
| GeO2 | 0,1–7 |
| Li2O | ≤6 |
| Na2O | ≤6 |
| K2O | ≤6 |
| Cs2O | ≤6 |
| MgO | ≤6 |
| CaO | ≤6 |
| SrO | ≤6 |
| BaO | 7–<17 |
| ZnO | ≤6 |
| TiO2 | ≤7 |
| ZrO2 | ≤7 |
| WO3 | 2–14 |
| F | ≤6 |
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen
einen Brechwert bzw. einen Brechungsindex (nd)
von 1,82 ≤ nd ≤ 2,00,
vorzugsweise 1,84 ≤ nd ≤ 1,98,
mehr bevorzugt 1,88 ≤ nd ≤ 1,94,
und/oder eine Abbezahl (νd) von 18 ≤ νd ≤ 28, vorzugsweise
19 ≤ νd ≤ 26, mehr
bevorzugt 19 ≤ νd ≤ 24 auf.
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Sofern
an entsprechender Stelle nicht anders ausgeführt bedeutet der Ausdruck „X-frei" bzw. „frei von einer
Komponente X", dass
das Glas diese Komponente X im Wesentlichen nicht enthält, d.h.
dass eine solche Komponente höchstens
als Verunreinigung in dem Glas vorliegt, jedoch der Glaszusammensetzung
nicht als einzelne Komponente zugegeben wird. X steht dabei für eine beliebige
Komponente, wie beispielsweise B2O3.
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Unter
dem Begriff „optische
Lage" (englisch „optical
position") wird
die Lage eines Glases im Abbé-Diagramm
verstanden, welche durch die Werte für nd und νd eines
Glases definiert ist.
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Das
Grundglassystem ist ein Niob-Bismut-Phosphat-Glas, wobei Phosphat
als Lösungsmittel
für die zur
Einstellung der erwünschten
optischen Lage benötigten
Niob- und Bismutoxide dient.
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Das
Glas enthält
Phosphat bzw. P2O5 in
einem Anteil von mindestens 12 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 14
Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens 16 Gew.-%. Der Anteil an P2O5 ist auf höchstens
35 Gew.-%, vorzugsweise höchstens
32 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens
30 Gew.-% beschränkt.
Bei einem Anteil an mehr als etwa 35 Gew.-% Phosphat können dem
Glas hochbrechende Komponenten in einem für den hohen Brechwert ausreichendem
Anteil nicht mehr zugesetzt werden.
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Des
Weiteren enthält
das Glas mindestens drei Komponenten, welche der Erhöhung des
Brechwerts dienen, insbesondere enthält das Glas mindestens Nb2O5, Bi2O3 und BaO.
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Als
Haupt- bzw. Primärkomponente
zum Erzielen der gewünschten
optischen Lage und insbesondere des hohen Brechwerts enthält das Glas
Nb2O5 in einem Anteil
von mindestens 30 Gew.-%, bevorzugt mindestens 33 Gew.-%, weiter
bevorzugt mindestens 35 Gew.-% und höchstens 50 Gew.-%, bevorzugt
höchstens
49 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens
48 Gew.-%. Bei Gehalten an Nb2O5 von
mehr als 50 Gew.-% besteht die Gefahr, dass sich das Nb2O5 in der Matrix nicht mehr vollständig löst und so
eine Kristallisation der Schmelze hervorrufen kann.
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Um
die Löslichkeit
des Nb2O5 in der
Glasmatrix sicherzustellen, sollte auch das Verhältnis von Nb2O5 zu P2O5 in
einem bestimmten Bereich liegen. Vorzugsweise beträgt das Verhältnis (in
Gew.-%) Nb2O5/P2O5 höchstens
4,5, mehr bevorzugt höchstens
3,5, am meisten bevorzugt höchstens
3,0. Bei Nb2O5/P2O5-Verhältnissen
von über
4,5 werden die Gläser
instabil; es tritt "Entglasung" auf, vermutlich
durch Entmischung und/oder Kristallisation. Das Verhältnis (in
Gew.-%) Nb2O5/P2O5 beträgt vorzugsweise
mindestens etwa 0,7, mehr bevorzugt mindestens 0,9, besonders bevorzugt
mindestens 1,2. Im Hinblick auf die Entglasungsstabilität wären eigentlich
sehr kleine, bzw. deutlich kleinere Nb2O5/P2O5-Verhältnisse
wünschenswert,
würden
jedoch deutlich höhere
Absolutgehalte an Phosphat fordern, so dass nicht genügend hochbrechende
Komponenten wie TiO2, ZrO2 und
BaO zur Erreichung der hier erwünschten
Brechwertlage und/oder Netzwerkmodifizierer, wie insbesondere Oxide
zweiwertiger Metalle MO d.h. hier die Erdalkalimetalloxide MgO,
CaO, BaO, zur Einstellung der gewünschten Kürze des Materials eingebracht
werden könnten.
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Aus
diesem Grund werden den erfindungsgemäßen Gläsern bevorzugt solche zusätzlichen,
hochbrechenden Komponenten zur Erreichung der erwünschten
Brechwertlage zugesetzt, die zusätzlich
einen netzwerkbildenden Charakter aufweisen, nämlich bevorzugt Bi2O3 und GeO2. So kann
das Material bereits bei vergleichsweise höheren Nb2O5/P2O5-Verhältnissen
stabilisiert werden.
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Als
zweite Hauptkomponente oder Sekundärkomponente zum Erreichen der
angestrebten Brechwertlage enthält
das erfindungsgemäße Glas
neben Nb2O5 das
hochbrechende Bi2O3 in
einem Anteil von mindestens 2 Gew.-%, bevorzugt mindestens 4 Gew.-%
und höchstens
13 Gew.-%, bevorzugt höchstens
11 Gew.-%. Mit Bi2O3-Gehalten von
kleiner als 2 Gew.-% könnte
der angestrebte hohe Brechwert nicht realisiert werden. Zudem dient
Bi2O3 in seiner
Eigenschaft als Netzwerkbildner der additiven Ausbildung von Netzwerkstrukturen. Diese
wiederum dienen der Stabilisierung gegen Kristallisationstendenzen
während
der Heißverarbeitungsprozesse,
die in Niob-Phosphat-Gläsern
ohne zusätzliche
Netzwerkbildner beobachtet wurden. Mit Gehalten kleiner als 2 Gew.-%
könnte
dieser Effekt nicht erzielt werden. Mit Gehalten größer 13 Gew.-%
würde das
Netzwerk sich dagegen so stark festigen, dass ein unerwünschter
Effekt im Hinblick auf die Temperatur-Viskositätseigenschaft auftreten würde, die
Gläser
würden „lang" werden und damit
ihre Eignung für
die Präzisionsheißformgebung
verlieren.
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Als
dritte Hauptkomponente oder Tertiärkomponente zum Erreichen der
angestrebten Brechwertlage enthält
das erfindungsgemäße Glas
neben Nb2O5 und
Bi2O3 noch das ebenfalls
netzwerkbildende GeO2 mit Gehalten von mindestens
0,1 Gew.-%, bevorzugt mindestens 0,5 Gew.-% und höchstens
7 Gew.-%, bevorzugt höchstens
1 Gew.-%. Mit Gehalten kleiner als 0,1 Gew.-% könnte dieser Effekt nicht erzielt
werden, zudem würde
die angestrebte optische Lage mit hohem Brechtwert und hoher Dispersion
(kleiner Abbezahl) nicht erreicht. Mit Gehalten größer 7 Gew.-%
würde das
Netzwerk sich dagegen so stark festigen, dass ein unerwünschter
Effekt auf das Temperatur-Viskositäts-Profil aufträte, die
Gläser
würden „lang" werden und damit ihre
Eignung für
die Präzisionsheißformgebung
verlieren.
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Während sich
Nb2O5 in einem Gehalt
von mehr als 50 Gew.-% in der Matrix nicht mehr vollständig löst und eine
Kristallisation der Schmelze hervorrufen kann, lösen sich Gemische von bis zu
50 Gew.-% Nb2O5 mit bis
zu 7 Gew.-% GeO2 und/oder mit bis zu 13
Gew.-% Bi2O3 überraschenderweise
auch in einem solchem hohen Gehalt noch gut.
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Als
weitere Komponenten zum Erreichen, bzw. zur Feineinstellung der
angestrebten Optischen Lage enthält
das erfindungsgemäße Glas
die hochbrechenden, jedoch nicht netzwerkstabilisierenden Komponenten BaO
und WO3. Diese tragen durch ihren netzwerkmodifizierenden
Charakter zudem wesentlich zur Einstellung eines für die Präzisionsheißformgebung
geeigneten Viskositäts-Temperaturprofils
(„kurze
Gläser") bei.
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Dabei
wird das Erdalkalioxid BaO in einem Anteil von mindestens 7 Gew.-%,
bevorzugt mindestens 9 Gew.-% und höchstens < 17 Gew.-%, bevorzugt höchstens
16 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens
15 Gew.-% verwendet. Mit BaO-Gehalten
von kleiner als 7 Gew.-% könnte
der angestrebte hohe Brechwert trotz der Niob-, Bismut- und Germaniumoxidgehalte
nicht realisiert werden. Besonders könnte die für die Präzisionsheißformgebung benötigte „Steilheit" der Gläser nicht
erreicht werden. 17 Gew.-% BaO und mehr würde dagegen ein so stark das
Netzwerk destabilisierender Effekt auftreten, dass unakzeptabel
hohe Kristallisationstendenzen der Gläser in der Schmelze und bei
primärer
und sekundärer
Heißformgebung
auftreten würden.
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Wolframoxid
(WO3) wird in den erfindungsgemäßen Gläsern mit
mindestens 2 Gew.-%, bevorzugt mindestens 4 Gew.-% und höchstens
14 Gew.-%, bevorzugt höchstens
12 Gew.-% eingesetzt. Entsprechend dem Bariumoxid sind ausschließlich Gehalte
innerhalb dieser Grenzen geeignet, neben der Einstellung der gewünschten
optischen Lage (hoher Brechwert bei hoher Dispersion) die für die Präzisionsheißformgebung
benötigte
Steilheit der Gläser
einzustellen.
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In
geringen Mengen zugesetzt erweisen sich gegebenenfalls TiO2 und ZrO2 als weitere
hochbrechende Komponente(n) für
das erfindungsgemäße Glas
vorteilhaft. Dabei bleibt jede Komponente auf höchstens 7 Gew.-%, bevorzugt
auf höchstens
5 Gew.-% beschränkt.
Vorzugsweise ist jedoch der Summengehalt dieser beiden Komponenten
TiO2 und ZrO2 gemäß der meisten
Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung auf höchstens
7 Gew.-% beschränkt.
Eine Beschränkung
dieser Komponenten ist auch erwünscht,
um die Kristallisationstendenz des Gla ses nicht zu verstärken und
ihre Härte
(z.B. als Knoop-Härte
oder Abtragshärte
charakterisiert) nicht zu erhöhen.
Diese Erhöhung
der Härte
würde sich
als sehr nachteilig auf Kaltnachverarbeitungsprozesse, wie beispielsweise
Schleifen und Polieren, auswirken. Durch die höhere Härte würden Bearbeitungszeiten und/oder
der Werkzeugabtrag erhöht
und somit auch die Bearbeitungs- und damit die Komponentenkosten.
Somit sind gemäß bevorzugter
Ausführungsformen
die Gläser
frei von TiO2 und/oder ZTO2,
weiter bevorzugt frei von beiden Komponenten.
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Zum
Zweck der Verringerung der Kristallisationsneigung der erfindungsgemäßen Gläser kann
ein ZnO-Gehalt von höchstens
6 Gew.-%, bevorzugt höchstens
4 Gew.-% beigefügt
werden, der die Ausbildung eines Kristallgefüges be- bzw. verhindert. Anteile
an ZnO von mehr als 6 Gew.-% senken jedoch den Brechwert ab, so
dass die angestrebte optische Lage nicht erreicht werden kann.
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Die
Alkalimetalloxide Li2O, Na2O,
K2O und Cs2O können für applikationsbedingte
Sonderanpassungen dem erfindungsgemäßen Glas zugefügt werden,
beispielsweise, um das Glas für
einen Ionenaustausch geeignet zu machen, oder zur flexiblen Feinanpassung
des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens,
bzw. der optischen Lage. Der Gehalt an Alkalimetalloxiden beträgt in Summe
weniger als 10 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens 8 Gew.-%. Gehalte von
10 Gew.-% oder höher
führen
zu einem inakzeptabel starken Einfluss in Richtung tiefere Brechwerte,
höherer
thermischer Dehnung und/oder „längere" Gläser und
Kristallisation durch erhöhte
Ionenmobilität.
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Einige
Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Glases
enthalten Lithiumoxid zu maximal 4 Gew.-%, weiter bevorzugt zu maximal
2 Gew.-% und am meisten bevorzugt zu maximal 1 Gew.-%. Die Gläser können insbesondere
auch frei sein von dieser Komponente. Lithiumoxidgehalte von mehr
als 4 Gew.-% sind in der Regel unerwünscht und führen zu verstärkter Aggressivität der Schmelze
gegenüber
dem Feuerfestmaterial. Dies führt
zu einem starkem Eintrag des Feuerfest materials ins Glas und zu
geringeren Aggregatstandzeiten. Sofern Platin als Feuerfestmaterial
verwendet wird, führt
dies zu Transmissionsverlusten an der blauen Spektralkante, und
ebenso wie bei der Verwendung von keramischen Materialien durch
den Eintrag heterogener Kristallisationskeime zu verstärkter Kristallisationsneigung
in der Schmelze, sowie der primären
und/oder sekundären
Heißformgebung.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser können zur
Feineinstellung des Viskositätstemperatur-Profils
einen Gehalt der an Oxiden zweiwertiger Metalle der Gruppe MO, ausgewählt aus
MgO, CaO, SrO und ZnO, von je bis zu 6 Gew.-%, weiter bevorzugt
von bis zu 4 Gew.-%, aufweisen. Ganz besonders bevorzugt beträgt der Gesamtgehalt
dieser Oxide in Summe 8 Gew.-%. Eine durch diese Bedingungen "erzwungene Mischung" ermöglicht es,
durch antagonistisches Verhalten die Kristallisationsneigung des
Glases zu verringern.
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Fluorid
ist, sofern überhaupt,
in dem erfindungsgemäßen Glas
zu höchstens
6 Gew.-%, vorzugsweise höchstens
4 Gew.-% und weiter bevorzugt zu höchstens 2 Gew.-% enthalten.
Es kann zur Maskierung von Farbeffekten Fluorid in nur sehr geringen
Mengen (ppm-Bereich) vorliegen. Vorzugsweise ist das Glas frei von
dieser Komponente.
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Eine Überschreitung
der Obergrenzen für
MO und F würde
sich nachteilig auf das Viskositätstemperatur-Profil
(zu "kurze" Gläser) auswirken
und durch eine deutliche Absenkung des Brechwertes und einer Erhöhung der
Abbezahl aus der angestrebten optischen Lage hinaus führen.
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Besondere
Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Gläser sind
vorzugsweise frei von B2O3.
B2O3 wirkt sich,
insbesondere in Kombination mit Platineinschmelzaggregaten, negativ
auf Gläser
aus. B2O3 an sich bewirkt
eine Erhöhung
der Ionenmobilität
im Glas, welche zu verstärkter
Entglasungsneigung führt.
In Kombi nation mit der Schmelze in einem Platintiegel wird dieser
Effekt verstärkt,
da B2O3 durch seine
Aggressivität dem
Tiegelmaterial gegenüber
den Eintrag heterogener Platin-Keime verstärkt. Zusätzlich wird durch den verstärkten Platineintrag
die Transmission, insbesondere im blauen Spektralbereich, verschlechtert.
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Da
das erfindungsgemäße Glas
redox-sensibel ist, kann bei einer Verschiebung der Bedingungen während der
Schmelze zu reduzierenderen Bedingungen eine starke Färbung des
Glases durch entstehende kolloidale Teilchen auftreten. Um diesen
Effekt entgegenzuwirken und eine zu reduzierende Schmelze zu vermeiden,
enthält
eine bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Glases
Sb2O3 in einem Gehalt
von mindestens 0,1 Gew.-%, weiter bevorzugt von mindestens 0,2 Gew.-%.,
und höchstens
von 2 Gew.-%, bevorzugt höchstens
0,8 Gew.-%. Diese
Komponente wird somit nur sekundär
als Läutermittel
eingesetzt und dient vor allem zur Sicherstellung oxidativer Schmelzbedingungen.
Da allerdings Sb2O3 eine
Eigenabsorption aufweist, sollte der Gehalt 2 Gew.-% nicht übersteigen.
Je höher
der Sb2O3-Anteil
ist, desto stärker
wird die Absorptionskante im blauen Spektralbereich zu höheren Wellenlängen hin
verschoben, so dass bei erhöhten Mengen
Sb2O3 Farbfehler
in der Abbildung des visuellen Bereichs auftreten können. Bevorzugte
Ausführungsformen
sind frei von dieser Komponente.
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Das
erfindungsgemäße Glas
kann neben Sb
2O
3 übliche weitere
Läutermittel
in geringen Mengen beinhalten. Vorzugsweise beträgt die Summe dieser zugesetzten
weiteren Läutermittel
höchstens
1 Gew.-%, wobei diese Mengen additiv zu den 100 Gew.-% ergebenden
Komponenten der übrigen
Glaszusammensetzung hinzukommen. Als weitere Läutermittel können folgende
Komponenten dienen (in Gew.-%, additiv zur übrigen Glaszusammensetzung):
| As2O3 | 0–1 | und/oder |
| SnO | 0–1 | und/oder |
| SO4 2– | 0–1 | und/oder |
| NaCl | 0–1 | und/oder |
| F– | 0–1 | |
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Zur
flexibleren Einstellung einer speziellen optischen Lage innerhalb
des erreichbaren optischen Lagebereichs können die erfindungsgemäßen Gläser zusätzlich eines
oder mehrere Oxide der Gruppe La2O3, Y2O3,
Gd2O3, Ta2O5, Yb2O5 in einem Gesamtgehalt von höchstens
5 Gew.-%, vorzugsweise höchstens
2 Gew.-%, enthalten. Eine Erhöhung
des Gesamtgehaltes von Komponenten aus dieser Gruppe La2O3, Y2O3, Gd2O3, Ta2O5, Yb2O5 über 5 Gew.-%
hinaus würde
zu Einbußen
bei der Transmission (durch Y2O3,
La2O3, Gd2O3, Yb2O5) und/oder zu erhöhter Entglasungsneigung (durch
La2O3) führen.
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Das
erfindungsgemäße Glas
ist gemäß der meisten
Ausführungsformen
als optisches Glas vorzugsweise frei von färbenden und/oder optisch aktiven,
wie laseraktiven, Komponenten. Gemäß einer bestimmten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kann das erfindungsgemäße Glas
bei Verwendung als Basisglas für
optische Filter oder Feststofflaser jedoch färbende und/oder optisch aktive,
wie laseraktive, Komponenten in Gehalten von höchstens 5 Gew.-% enthalten.
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Gemäß den meisten
Ausführungsformen
enthält
das erfindungsgemäße Glas
vorzugsweise kein Aluminiumoxid. Gemäß einer bestimmten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist das Glas jedoch auch für Ionenaustauschvorgänge geeignet.
Gemäß dieser
Ausführungsform
ist es bevorzugt, dass das Glas Al2O3 enthält.
Ein geringer Anteil an Al2O3 von
höchstens
6 Gew.-% fördert
die Ausbil dung einer Struktur im Material, die dem Ionenaustausch
durch Erhöhung
der Ionenmobilität
zusätzlich
förderlich
ist. Eine Erhöhung
des Al2O3-Gehaltes über 6 Gew.-%
hinaus würde
jedoch zu erhöhter
Entglasungsneigung und unerwünschter „Länge" des Glases führen und
ist daher nicht bevorzugt. Ein Glas gemäß dieser Ausführungsform
kann auch Silberoxid in einem Anteil 5 Gew.-%, vorzugsweise 2 Gew.-%,
enthalten. Eine Erhöhung
des Silberoxidgehaltes über
5 Gew.-% würde
jedoch zu Einbußen
bei der Transmission des Glases führen.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist das Glas frei von umweltschädlichen Komponenten,
wie beispielsweise Blei und oder Arsen.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist das erfindungsgemäße Glas auch vorzugsweise frei
von anderen, in den Ansprüchen
und/oder dieser Beschreibung nicht genannten Komponenten, d.h. gemäß einer
derartigen Ausführungsform
besteht das Glas im Wesentlichen aus den genannten Komponenten.
Der Ausdruck „im
Wesentlichen bestehen aus" bedeutet
dabei, dass andere Komponenten höchstens
als Verunreinigungen vorliegen, jedoch der Glaszusammensetzung nicht
als einzelne Komponente beabsichtigt zugegeben werden.
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Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung besteht das erfindungsgemäße Glas
vorzugsweise zu 90 bis 95 Gew.-% aus den genannten Komponenten,
weiter bevorzugt zu 98 Gew.-% und noch weiter bevorzugt zu 99 Gew.-%.
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Gemäß einer
Ausführungsform
ist das erfindungsgemäße Glas „verunreinigungsfrei", d.h. enthält im Wesentlichen
keine Verbindungen, welche als Verunreinigung(en) durch den Schmelzprozess
eingetragen werden. Insbesondere ist das Glas bezüglich SiO2 verunreinigungsfrei und gleichzeitig auch
verunreinigungsfrei bezüglich
von Rückständen metallischer
Tiegelmaterialien, wie insbesondere Pt0/l, Au,
Ir oder Legierungen dieser Metalle. Der Ausdruck „verunreinigungsfrei" bedeutet, dass diese
Komponente weder als Komponente zu dem Glasgemenge zugegeben wird,
noch als Verunreinigung beim Aufschmelzen des Glases durch Tiegelkorrosion
in das Glas eingetragen wird. Der Ausdruck „verunreinigungsfrei bezüglich SiO2" bedeutet,
dass das Glas höchstens
0,1 Gew.-%, vorzugsweise höchstens
500 ppm SiO2 enthält.
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Der
Ausdruck „verunreinigungsfrei
bezüglich
Rückständen metallischer
Tiegelmaterialien" bedeutet, dass
das Glas höchstens
100 ppm, vorzugsweise höchstens
60 ppm, solcher Rückstände metallischer
Tiegelmaterialien enthält.
Gläser
gemäß dieser
Ausführungsform
weisen eine deutlich erhöhte
Transmission bei gleichzeitig stark erhöhter Kristallisationsstabilität auf. Dabei
basiert die erhöhte
Kristallisationsstabilität
auf der Abwesenheit heterogener SiO2- und/oder
metallischer Kristallisationskeime, die üblicherweise durch Eintrag aus
dem jeweils gewählten
Tiegelmaterial in die Schmelze gelangen. Ein Abfall der Transmission
im gesamten Bandenbereich wird durch die Abwesenheit streuender,
kolloidaler Pt0-Teilchen und streuender, silikatischer Teilchen
und darauf basierender Mikrokristallisation vermieden. Auch die
Abwesenheit des durch sein Bandenspektrum absorbierenden Ptl oder ähnlicher
Metallionen resultiert in einer verbesserten Transmission. Das Glas
gemäß dieser
Ausführungsform
kann durch eine geeignete Prozessführung erhalten werden. Insbesondere
muss der Schmelztiegel bzw. die Schmelzwanne ausreichend gekühlt sein,
so dass sich ein Überzug
des Glases auf der Oberfläche
der Schmelzwanne bildet und die eigentliche Glasschmelze im wesentlichen
keinen Kontakt zur Tiegel- bzw. Wannenoberfläche hat und der Überzug als
Schutz vor Verunreinigungen aus dem Tiegel bzw. der Wanne dient.
-
Alle
erfindungsgemäßen Gläser weisen
einen Tg von höchstens 660°C auf, sind kristallisationsstabil und
lassen sich gut verarbeiten.
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Alle
erfindungsgemäßen Gläser weisen
anomale relative Teildispersionen ΔPg,F von
mehr als oder gleich 130 × 10–4 an
Messproben aus Kühlungen
mit einer Kühlrate
von etwa 7 K/h auf, d.h. sie eignen sich gut für eine optische Farbkorrektur
in Farbe abbildenden Systemen.
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Alle
erfindungsgemäßen Gläser weisen
spezifische Dichten p von höchstens
4,7 g/cm3 auf. Damit sind die aus Ihnen
gefertigten optischen Elemente und/oder optischen Komponenten aufgrund
ihrer relativ gesehen geringen trägen Masse besonders für mobile/bewegliche
Einheiten geeignet.
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Alle
erfindungsgemäßen Gläser weisen
thermische Ausdehnungskoeffizienten α im Bereich von 20 bis 300°C von höchstens
11 × 10–7/K
auf. Dadurch unterscheiden sie sich markant von bekannten Phosphatgläsern, die
aufgrund ihrer extrem hohen thermischen Dehnung, im Bereich um etwa
14 × 10–7/K,
Probleme mit thermischer Spannung in der Weiterverarbeitung und
der Fügetechnik
aufweisen.
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Sämtliche
erfindungsgemäßen Gläser weisen
ferner eine gute chemische Beständigkeit
und eine Stabilität
gegenüber
Kristallisation bzw. Kristallisationsstabilität auf. Sie zeichnen sich ferner
durch gute Schmelzbarkeit und flexible, endgeometrienahe Verarbeitbarkeit,
geringe Produktionskosten durch reduzierte Prozesskosten, gute Ionenaustauscheigenschaften,
sowie durch eine gute Umweltverträglichkeit aus.
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Durch
die erfindungsgemäßen Gläser wurde
eine derartige Einstellung von optischer Lage, Viskositätstemperaturprofil
und Verarbeitungstemperaturen erreicht, dass eine hochspezifizierte
endgeometrienahe Heißformgebung
auch mit empfindlichen Präzisionsmaschinen
gewährleistet
ist. Zudem wurde eine Korrelation von Kristallisationsstabilität und Viskositätstemperaturprofil
realisiert, so dass eine weitere thermische Behandlung, wie Pressen,
bzw. Wiederverpressen oder Ionenaustauschprozesse, der Gläser ohne
weiteres möglich
ist.
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung
eines optischen Glases, umfassend den Schritt, dass in der Schmelze
oxidierende Bedingungen eingestellt werden.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird mindestens ein signifikanter Anteil einer Komponente, insbesondere
mindestens 0,2 Gew.-%, dem aufzuschmelzenden Gemenge als Nitrat zugegeben.
Beispielsweise „0,2
Gew.-%" bedeutet
im Fall von Nitrat, dass 0,2 Gew.-% des entsprechenden Metalloxids
auf den gleichen molaren Anteil des entsprechenden Nitrats umgerechnet
werden und dieser Anteil dem Schmelzgemenge als Nitrat zugesetzt
wird. Nitrat oxidiert das eigentliche Läutermittel in Redoxläutersystemen
und wird daher vorzugsweise bei Läuterung mit As2O3 und/oder Sb2O3 eingesetzt.
-
Ebenfalls
zur Einstellung von oxidativen Bedingungen in der Schmelze kann
in die Schmelze ein oxidierendes Gas eingeleitet werden, bevorzugt
sind dabei sauerstoffhaltige Gase, wie Luft oder reiner Sauerstoff.
-
Weiterhin
kann der Schmelztiegel bzw. die Schmelzwanne so ausreichend gekühlt sein,
so dass sich ein Überzug
des Glases auf der Oberfläche
der Schmelzwanne bildet und die eigentliche Glasschmelze im wesentlichen
keinen Kontakt zur Tiegel- bzw. Wannenoberfläche hat und der Glasüberzug als
Schutz vor Verunreinigungen aus dem Tiegel bzw. der Wanne dient.
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Vorzugsweise
wird der Phosphatanteil als komplexes Phosphat dem Gemenge zugegeben,
d.h. Phosphat wird nicht in Form von freiem P2O5 sondern als Verbindung mit anderen Komponenten,
beispielsweise als Derivat der Phosphorsäure wie Ba(H2PO4)2 zugegeben.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner die Verwendung der erfindungsgemäßen Gläser für die Applikationsbereiche
Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, Digitale Projektion,
Telekommunikation, Optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung,
Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper,
Excimerlaser, Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen
und elektronische Geräte,
die solche Schaltungen und Chips enthalten Die vorliegende Erfindung
betrifft ferner optische Elemente, welche das erfindungsgemäße Glas
umfassen. Optische Elemente können
dabei insbesondere Linsen, Prismen, Lichtleitstäbe, Arrays, optische Faser,
Gradientenbauteile, optische Fenster und Kompaktbauteile sein. Der
Begriff „optisches
Element" umfasst
dabei erfindungsgemäß auch Vorformen
bzw. Pre-Formen eines solchen optischen Elements, wie beispielsweise
Gobs, Precision Gobs und ähnliches.
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Weiter
betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines optischen
Elements bzw. einer optischen Komponente, umfassend den Schritt:
- – Verpressen
des erfindungsgemäßen optischen
Glases.
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Bei
dem Verpressen des Glases handelt es sich vorzugsweise um einen
Blankpressvorgang.
-
Gemäß einer
Ausführungsform
wird das Glas in durch Wiederverpressen zu einer optischen Komponente
verarbeitet.
-
Unter
dem Begriff „Blankpressen" (englisch „precise
pressing") wird
erfindungsgemäß ein Pressverfahren
verstanden, bei welchem die Oberfläche der hergestellten optischen
Komponente nach dem Blankpressen nicht mehr nachgearbeitet beispielsweise
poliert werden muss, sondern eine im wesentlichen ausreichende Oberflächenqualität aufweist.
-
Bei üblichen
Pressverfahren weist die Oberfläche
nach dem Pressen noch keine ausreichende optische Qualität auf und
der Pressling muss beispielsweise vor einer Weiterverwendung poliert
werden.
-
Als
Ausgangsmaterial kann bei einem Pressverfahren Glas direkt aus der
Schmelze verarbeitet werden. Im Fall des Blankpressens spricht man
dann von einer Präzisionsheißformgebung
(englisch „precision moulding").
-
Alternativ
zum direkten Verpressen aus der Glasschmelze kann ein erstarrter
Glasposten wiedererwärmt
werden; der Pressvorgang ist in diesem Fall ein sekundärer Heißformgebungsprozess,
welcher auch Wiederverpressen genannt wird. Die Anforderungen an
Gläser
für ein
solches Wiederverpressen sind sehr hoch. Diese Gläser müssen wesentlich
kristallisationsstabiler sein, als Gläser, welche direkt aus der
Schmelze verarbeitet werden und nicht ein zweites Mal auf die Verarbeitungstemperatur
erwärmt
werden.
-
Für das Wiederverpressen
können
Gobs oder gesägte
Vorformlinge verwendet werden. Beim Blankpressen verwendet man auch
vorzugsweise sogenannte "Precision
Gobs", d.h. erstarrte
Glasposten, deren Gewicht bereits genau dem Endgewicht der herzustellenden
optischen Komponente entspricht und deren Form auch vorzugsweise
der Endform der herzustellenden optischen Komponente angenähert ist.
Bei solchen "Precision
Gobs" entsteht nach
dem Wiederverpressen kein überstehender
Grat überschüssigen Materials, welcher
in einem Weiterverarbeitungsschritt entfernt werden müsste.
-
Weiter
betrifft die Erfindung die Verwendung eines solchen optischen Elements
zur Herstellung optischer Bauteile für beispielsweise die Sensorik,
Mikroskopie, Medizintechnik, Digitale Projektion, Telekommunikation,
Optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung
im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser,
Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen und elektronische
Geräte,
die solche Schaltungen und Chips enthalten.
-
Weiter
betrifft die Erfindung optische Bauteile für beispielsweise die Abbildung,
Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, Digitale Projektion, Telekommunikation,
Optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung
im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser,
Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen und elektronische
Geräte,
die solche Schaltungen und Chips enthalten, umfassend vorstehend
genannte optische Elemente.
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Die
vorliegende Erfindung wird im Folgenden durch eine Reihe von Beispielen
näher erläutert. Die
vorliegende Erfindung ist aber nicht auf die genannten Beispiele
beschränkt.
-
Beispiele
-
Die
Tabelle 2 umfasst 13 Ausführungsbeispiele
im bevorzugten Zusammensetzungsbereich, sowie zwei Vergleichsbeispiele.
Die in den Beispielen beschriebenen Gläser wurden folgendermaßen hergestellt:
Die
Rohstoffe für
die Oxide, bevorzugt die entsprechenden Carbonate, der Phosphatanteil
bevorzugt als komplexe Phosphate, werden abgewogen, ein oder mehrere
Läutermittel,
wie z.B. Sb
2O
3,
zugegeben und anschließend
gut gemischt. Das Glasgemenge wird bei ca. 1200°C in einem diskontinuierlichen
Schmelzaggregat eingeschmolzen, danach geläutert (1250°C) und homogenisiert. Bei einer
Gusstemperatur von etwa 1000°C
kann das Glas gegossen und zu den gewünschten Abmessungen verarbeitet
werden. Im großvolumigen,
kontinuierlichen Aggregat können
die Temperaturen erfahrungsgemäß um mindestens
ca. 100 K abgesenkt werden, und das Material kann im endgeometrienahen
Heißformgebungsverfahren,
z.B. Präzisionspressen,
verarbeitet werden. Tabelle 1: Schmelzbeispiel für 100 kg
berechnetes Glas (gemäß Beispiel
4, Tabelle 2)
| Oxid | Gew.-% | Rohstoff | Einwaage
(kg) |
| P2O5 | 22,0 | P2O5
Ba(H2PO4)2 | 9,75
siehe
BaO |
| Nb2O5 | 41,5 | Nb2O5 | 41,56 |
| Bi2O3 | 6,0 | Bi2O3 | 6,00 |
| GeO2 | 2,0 | GeO2 | 2,00 |
| BaO | 12,5 | Ba(H2PO4)2 | 27,89 |
| Li2O | 1,5 | LiCO3 | 3,73 |
| K2O | 2,0 | K2CO3
KNO3 | 2,21
1,07 |
| Cs2O | 2,5 | Cs2CO3 | 2,88 |
| ZnO | 0,5 | ZnO | 0,50 |
| TiO2 | 2,5 | TiO2 | 2,50 |
| WO3 | 7,0 | WO3 | 7,00 |
| Sb2O3 | 0,3 | Sb2O3 | 0,30 |
| Summe | 100,0 | | 107,39 |
-
Die
Eigenschaften des so erhaltenen Glases sind in der Tabelle 2 als
Beispiel 4 angegeben. Tabelle 2 Schmelzbeispiele 1-5 (in Gew.-%)
| Beispiele | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
| P2O5 | 12,0 | 14,0 | 16,0 | 22,0 | 30,0 |
| Nb2O5 | 50,0 | 48,0 | 49,0 | 41,5 | 35,0 |
| Bi2O3 | 13,0 | 11,0 | 9,0 | 6,0 | 6,0 |
| GeO2 | 6,0 | 7,0 | 2,0 | 2,0 | 1,0 |
| Li2O | | | 2,0 | 1,5 | |
| Na2O | | | | | |
| K2O | | | | 2,0 | |
| Cs2O | | | | 2,5 | |
| MgO | | | | | |
| CaO | | 1,5 | 1,0 | | |
| SrO | | | 2,0 | | |
| BaO | 7,0 | 16,5 | 15,0 | 12,5 | 9,0 |
| ZnO | | | 2,0 | 0,5 | |
| TiO2 | | | | 2,5 | 5,0 |
| ZrO2 | | | | | |
| WO3 | 12,0 | 2,0 | 2,0 | 7,0 | 14,0 |
| Sb2O3 | | 0,3 | | 0,3 | |
| Summe | 100,0 | 100,3 | 100,0 | 100,3 | 100,0 |
| nd[7K/h] | 1,9586 | 1,9344 | 1,9671 | 1,9130 | 1,8877 |
| νd[7K/h] | 19,4 | 21,2 | 20,0 | 21,2 | 20,6 |
| Pg,F[7K/h] | 0,6474 | 0,6379 | 0,6406 | 0,6363 | 0,6446 |
| ΔPg,F(10–4)[7K/h] | 337 | 282 | 289 | 280 | 349 |
| α20-300(10–6 × K–1) | 8,8 | 7,9 | 6,8 | 7,1 | 7,9 |
| Tg(°C) | 496 | 633 | 660 | 596 | 517 |
| ρ(g/cm3) | 4,46 | 4,42 | 4,37 | 4,14 | 3,99 |
Tabelle 2 Fortsetzung Schmelzbeispiele
6-10 (in Gew.-%)
| Beispiele | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
| P2O5 | 32,0 | 35,0 | 16,0 | 20,0 | 23,0 |
| Nb2O5 | 33,0 | 30,0 | 43,0 | 37,0 | 48,0 |
| Bi2O3 | 2,0 | 4,0 | 8,0 | 7,0 | 2,0 |
| GeO2 | 0,5 | 0,1 | 1,0 | 0,5 | 2,0 |
| Li2O | 6,0 | 4,0 | | | |
| Na2O | | | | 1,0 | |
| K2O | | | | 6,0 | 1,0 |
| Cs2O | | | | | 6,0 |
| MgO | 1,5 | | | | |
| CaO | | | | 4,0 | 6,0 |
| SrO | | | | | |
| BaO | 16,0 | 12,0 | 15,0 | 16,0 | 9,0 |
| ZnO | | | | 4,0 | 1,0 |
| TiO2 | | 7,0 | | | |
| ZrO2 | 5,0 | | 7,0 | 2,5 | |
| WO3 | 4,0 | 7,9 | 10,0 | 2,0 | 2,0 |
| Sb2O3 | 0,3 | | | | 0,3 |
| Summe | 100,3 | 100,0 | 100,0 | 100,0 | 100,3 |
| nd[7K/h] | 1,9194 | 1,9030 | 1,9239 | 1,9780 | 1,8953 |
| νd[7K/h] | 23,0 | 20,3 | 23,4 | 20,5 | 23,8 |
| Pg,F[7K/h] | 0,6155 | 0,6406 | 0,6251 | 0,6324 | 0,6280 |
| ΔPg,F(10–4)[7K/h] | 133 | 316 | 218 | 249 | 235 |
| α20-300(10–6 × K–1) | 6,5 | 5,4 | 18,8 | 10,8 | 20,7 |
| Tg(°C) | 632 | 625 | 411 | 479 | 464 |
| ρ(g/cm3) | 4,16 | 3,78 | 4,46 | 4,63 | 4,31 |
Tabelle 2 Fortsetzung Schmelzbeispiele
11-13 sowie Vergleichsbeispiele A, B (in Gew.-%)
| Beispiele | 11 | 12 | 13 | A | B |
| P2O5 | 27,0 | 24,0 | 13,0 | 14,0 | 18,0 |
| Nb2O5 | 40,0 | 33,0 | 32,0 | 37,0 | 34,9 |
| Bi2O3 | 4,0 | 13,0 | 11,0 | 5,0 | 3,0 |
| GeO2 | 4,0 | 0,1 | 2,5 | 3,0 | 0,1 |
| Li2O | | | 0,5 | 0,5 | |
| Na2O | 0,5 | 1,5 | | 4,0 | 6,0 |
| K2O | 0,5 | | 1,5 | 2,5 | 4,0 |
| Cs2O | 4,0 | | 1,0 | 3,0 | |
| MgO | | | | 4,0 | 6,0 |
| CaO | | | 0,5 | | 2,0 |
| SrO | | 1,0 | 6,0 | 4,0 | |
| BaO | 7,0 | 16,5 | 16,0 | 10,0 | 17,0 |
| ZnO | | 5,9 | 1,5 | | |
| TiO2 | | 1,0 | 1,5 | 3,0 | 2,0 |
| ZrO2 | | | 1,0 | 4,0 | |
| WO3 | 13,0 | 4,0 | 12,0 | 6,0 | 7,0 |
| Sb2O3 | | | | | |
| Summe | 100,3 | 100,0 | 100,0 | 100,0 | 100,0 |
| nd[7K/h] | 1,8448 | 1,8922 | 1,9694 | 1,9239 | 1,8953 |
| νd[7K/h] | 23,2 | 23,3 | 21,3 | 23,4 | 23,8 |
| Pg,F[7K/h] | 0,6298 | 0,6302 | 0,6353 | 0,6251 | 0,6280 |
| ΔPg,F(10–4)[7K/h]v | 249 | 251 | 272 | 218 | 235 |
| α20-300(10–6 × K–1) | 9,0 | 9,3 | 10,5 | 18,8 | 20,7 |
| Tg(°C) | 530 | 550 | 416 | 411 | 464 |
| ρ(g/cm3) | 4,17 | 4,23 | 4,49 | 4,46 | 4,31 |
-
Alle
Gläser
der Beispiele 1 bis 13 wiesen einen SiO2-Gehalt
von kleiner als 0,1 Gew.-% und einen Gehalt an Rückständen metallischer Tiegelmaterialien
von weniger als 100 ppm auf. Sie zeichnen sich durch eine hohe Kristallisationsstabilität und eine
ausgezeichnete Transparenz aus.
-
Die
Vergleichsbeispiele A und B zeigen Glaszusammensetzungen, für welche
aufgrund des außerhalb des
erfindungsgemäßen Zusammensetzungsbereichs
liegenden hohen Flussmittelgehalts (die Summe der Alkalimetalloxide
beträgt
10 Gew.-%) zwar ein homogener Schmelzfluss erhalten wurde, aber
beim Erkalten der Zusammensetzung eine mikroskopische Entglasung
erfolgte, so dass eine transparente Glaskeramik entstand. Eine Bestimmung
der optischen Daten war dennoch möglich. Der Phasenübergang
zeigt sich besonders deutlich in einem sprunghaften Anstieg der
Werte für
die thermischen Eigenschaften, wie hier beispielsweise der thermische
Ausdehnungskoeffizient.
-
Die
erfindungsgemäßen Gläser haben
mit bekannten optischen Gläsern
dieser Lage die optischen Daten gemeinsam. Sie zeichnen sich jedoch
durch bessere chemische Beständigkeit
und Bearbeitbarkeit, geringere Produktionskosten durch reduzierte
Rohstoff- und Prozesskosten, die durch ihre Kürze ausreichende Kristallisationsstabilität, sowie
durch gute Umweltverträglichkeit
aus. Durch die durch Beispiele belegten (Tabelle 2) erfindungsgemäßen Gläser wurde
eine derartige Einstellung von Kristallisationsstabilität und Viskositätstemperaturprofil
realisiert, dass eine weitere thermische Behandlung (Pressen, bzw.
Wiederverpressen) der Gläser
ohne weiteres möglich
ist.