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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuführen eines geschuppten Bogenstromes
von einem Bogenanleger zu den jeweils den vordersten Bogen nach
der Vorderkante ausrichtenden Anlegmarken und bezüglich der
Seitenkante ausrichtenden Seitenmarken, wobei die Bogen in einem
Staffelabstand beabstandet zueinander in einer Bogentransportrichtung
durch mindestens ein Saugband, das mit mindestens einem dem Bogenanleger
zugewandten Saugkasten und einem den Ausrichtmitteln zugewandten
Saugkasten, dessen Unterdruck im Maschinentakt steuerbar ist, in
Wirkverbindung steht, gefördert
werden.
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Derartige
Vorrichtungen sind allgemein bekannt. Die durch einen Bogenanleger
von einem
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Bogenstapel
vereinzelten Bogen werden als geschuppter Bogenstrom von mindestens
einem Saugband aufweisenden Bändertisch
erfasst und zu einem Anlegtisch transportiert. Im dem Bogenanleger
zugewandten Bereich des Bändertischs
ist ein erster Saugkasten vorgesehen, der das Saugband mit Unterdruck
versorgt zur Übernahme
der vom Bogenanleger vereinzelten Bogen. Durch das Saugband gehalten
wird die unterschuppte Bogenstaffel in einer Bogentransportrichtung
auf den Anlegtisch und der jeweils vorderste Bogen der Bogenstaffel
mit der Vorderkante gegen am Anlegtisch positionierbare Anlegmarken
zum Ausrichten nach der Vorderkante transportiert, wobei dieser
Bogen vom Saugband gehalten wird durch Unterdruck, der in dem zweiten, dem
Anlegtisch zugewandten Saugkasten herrscht.
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Nach
dem Ausrichten des jeweils vordersten Bogens nach der Vorderkante
wird dieser mit Hilfe einer der Seitenmarken nach der Seitenkante
ausgerichtet. Der auszurichtende Bogen muss dabei einerseits durch
das Saugband so geführt
werden, dass dieser mit der Vorderkante sicher an den Anlegmarken
anlegt, andererseits muss die am Saugband wirkende Haltekraft derart
bemessen sein, dass die Vorderkante beim Anlegen nicht beschädigt wird
und eine nachfolgende Ausrichtung nach der Seitenkante möglich ist.
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Um
das realisieren zu können,
wird in der
DE 38 38
07 A1 vorgeschlagen, die Höhe des Unterdrucks im den Anlegmarken
zugewandten Saugkasten im Arbeitstakt zu steuern. Dabei soll dieser
Saugkasten wechselweise unterdruckbeaufschlagbar und unterdruckentlastbar
sein.
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Nachteilig
ist, dass der auszurichtende Bogen nicht mit einer den Bogen gegen
das Saugband führenden
definierten Haltekraft beaufschlagt und damit auch nicht im Bereich
der Ausrichtmittel exakt geführt
wird, was insbesondere die höheren
Arbeitsgeschwindigkeiten zu Produktivitätsverlusten führt.
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Weiterhin
ist es aus der
DE 198
17 175 A eine Vorrichtung zum Fördern eines geschuppten Bogenstroms
bekannt, mit mindestens einem luftdurchlässigen Saugband und einem Saugkasten,
der über
Saugöffnungen
mit dem Saugband in Wirkverbindung steht. Im dem zugewandten Bereich
des Saugkastens sind die Saugöffnungen
mit schaltbaren Schließ- und Öffnungsorganen
versehen, die im Arbeitstakt betätigt
werden. Es ist von Nachteil, dass bei dieser Vorrichtung eine diffizile
Einstellung der den auszurichtenden Bogen gegen die Saugbänder führenden
Haltekraft und damit eine exakte Führung dieses Bogens an den
Ausrichtmitteln nicht möglich ist,
was bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten zu Produktivitätsverlusten
führt.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Vorrichtung mit einfachen
Mitteln so auszugestalten, dass ein Betreiben ohne Produktivitätsverluste
möglich
ist.
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Erfindungsgemäß wird die
Aufgabe durch eine Vorrichtung nach den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
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Die
erfindungsgemäße Lösung ermöglicht es,
die Haltekraft, mit der der auszurichtende Bogen beim Ausrichten
nach der Vorderkante und während des
Ausrichtens nach der Seitenkante gegen das Saugband geführt wird,
definiert einzustellen und damit eine passgerechte Anlage der Bogen
zu verwirklichen.
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An
einem Ausführungsbeispiel
wird die Erfindung näher
erläutert.
In den zugehörigen
Zeichnungen zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines Saugbändertischs in der Seitenansicht,
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2 eine
ausschnittsweise Darstellung des Saugbändertischs in der Draufsicht.
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In 1 ist
ein Saugbändertisch 1 mit
einem nachgeordneten Anlegtisch 2 schematisch in Seitenansicht
dargestellt. Der Saugbändertisch 1 weist
mindestens ein Saugband 3 auf, das über eine obere Umlenkwalze 4 und
eine untere Umlenkwalze 5 geführt sowie mittels zweier Walzen 6 gespannt
wird. Zwischen den Umlenkwalzen 4, 5 ist ein das
Saugband 3 führendes
Tischblech 7 angeordnet. Am Tischblech 7 sind
ein einem nicht dargestellten Bogenanleger zugewandter Saugkasten 8 und
ein Anlegmarken 10 zugewandter Saugkasten 9 vorgesehen.
Zwischen den Saugkästen 8, 9 können weitere Saugkästen vorgesehen
sein. Die Anlegmarken 10 sind verteilt über die Breite des Anlegtisch 2 angeordnet,
wobei dem Anlegtisch 2 jeweils seitlich eine Seitenmarke 11 zugeordnet
ist.
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Auf
dem Saugbändertisch 1/Anlegtisch 2 sind
ein auszurichtender Bogen 12 und ein Folgebogen 13 gezeigt,
die von dem Saugband 3 gehalten in einer Bogentransportrichtung 14 gefördert werden. Der
den Anlegmarken 10 zugewandte Saugkasten 9 ist
so innerhalb eines Staffelabstandes 15, der definiert ist
als Abstand zwischen zwei benachbarten Bogen 12, 13,
angeordnet, dass der auszurichtende Bogen 13 in Wirkverbindung
mit dem Saugkasten 9 steht, bis der auszurichtende Bogen 13 durch
die Anlegmarken 10 sowie die Seitenmarke 11 ausgerichtet und
von einer nachgeordneten Bogenbeschleunigungseinrichtung erfasst
wurde.
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Der
dem Bogenanleger zugewandte Saugkasten 8 ist durch einen
Stutzen 16 und der den Anlegmarken 10 zugewandte
Saugkasten 9 durch einen ersten Stutzen 17 und
einen zweiten Stutzen 17.1 mit einer Unterdruckversorgung
verbunden. Die Saugkästen 8, 9 stehen
mittels im Tischblech 7 vorgesehener Saugbohrungen 18,
die unterschiedlich gestaltete Saugflächen F aufweisen können, mit
dem Saugband 3 in Verbindung. Das Saugband 3 ist
luftdurchlässig
ausgebildet, indem z. B. Sauglöcher 19 vorgesehen
sind, so dass auf die Bogen 12, 13 eine durch den
in den Saugkästen 8, 9 wirkenden
Unterdruck initiierte Haltekraft ausgeübt wird.
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Der
sich quer zur Bogentransportrichtung 14 erstreckende, den
Anlegmarken 10 zugewandte Saugkasten 9 besteht
aus mindestens einer inneren Saugkammer 20 und einer äußeren Saugkammer 21.
Die äußere Saugkammer 21 setzt
sich im Ausführungsbeispiel
aus zwei Teilkammern 21.1 und 21.2 zusammen. Die
innere Saugkammer 20 ist über den ersten Stutzen 17 und
die äußere Saugkammer 21 mit
ihren zwei Teilkammern 21.1 und 21.2 über den zweiten
Stutzen 17.1 mit einer Unterdruckquelle verbunden. Die
Haltekraft, mit der der auszurichtenden Bogen 12 durch
die Wirkung des Saugkastens 9 gegen das Saugband 3 geführt wird,
ist u. a. abhängig vom
Unterdruck im Saugkasten 9 und der Summe der Saugflächen F,
die durch die in der inneren Saugkammer 20 und äußeren Saugkammer 21 vorgesehenen
Saugbohrungen 18 gebildet wird. Im Ausführungsbeispiel ist die Summe
der Saugflächen
F, die von den in der inneren Saugkammer 20 vorgesehenen
Saugbohrungen 18 gebildet wird, klein gegenüber der
Summe der Saugflächen
F, die durch die in der äußeren Saugkammer 21 enthaltenen
Saugbohrungen 18 gebildet wird. Vom den Anlegmarken 10 zugewandten
Saugkasten 9 wird die innere Saugkammer 20 ständig und
die äußere Saugkammer 21 im
Arbeitstakt der Maschine mit Unterdruck beaufschlagt. Damit ist
es möglich,
die Haltekraft, mit der der auszurichtenden Bogen 12 durch
das Saugband 3 geführt
wird, den Erfordernissen anzupassen.
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Die
von einem nicht dargestellten Bogenanleger vereinzelten Bogen werden
unterschuppt dem Saugbändertisch 1 zugeführt und
vom Saugband 3, unterstützt
durch eine im Arbeitstakt gegen die obere Umlenkwalze 4 geführte Tupferwalze 22,
erfasst. Die auf die Bogen wirkende Haltekraft wird realisiert durch
den im dem Bogenanleger zugewandten Saugkasten 8 aufgebauten
Unterdruck. Die Höhe des
in den Saugkästen 8, 9 herrschenden
Unterdrucks ist zum Anpassen an das zur Verarbeitung gelangende
bogenförmige
Material einstellbar ausgeführt,
wobei der Unterdruck des Saugkastens 8 verschieden vom
Unterdruck des Saugkastens 9 sein kann. Die Bogen werden
als Bogenstrom vom Saugband 3, das durch einen nicht dargestellten
Antrieb angetrieben wird, in Bogentransportrichtung 14 gefördert, wobei
der jeweils vorderste Bogen als auszurichtender Bogen 12 auf
den Anlegtisch 2 transportiert wird.
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Beim
Transport des auszurichtenden Bogens 12 auf den Anlegtisch 2 wird
dieser im Wesentlichen durch die vom Saugkasten 9 initiierte
Haltekraft auf dem Saugband 3 gehalten, da der Folgebogen 13 den
auszurichtenden Bogen 12 unterlappt und den Saugkasten 8 abdeckt.
Dabei ist es erforderlich, während
des Transports des auszurichtenden Bogens 12 bis unmittelbar
vor dem Anlegen mit der Bogenvorderkante an den Anlegmarken 10 diesen mit
einer hohen Haltekraft zu führen.
Dazu werden die Saugkammern 20, 21 mit gleichen
Unterdrücken beaufschlagt.
Beim Annähern
des auszurichtenden Bogens 12 mit der Vorderkante an die
Anlegmarken 10 darf dieser nur noch, um ein Beschädigung der Bogenvorderkante
zu vermeiden, mit einer geringen Haltekraft geführt werden, wobei diese geringe
Haltekraft auch nach der Anlage des auszurichtenden Bogens 12 wirken
soll, um ein Zurückspringen
des Bogens 12 oder eine Schiefstellung durch das Ausrichten
nach der Seitenkante zu verhindern. Dazu wird die Unterdruckzufuhr
zur äußeren Saugkammer 21 unterbrochen,
ggf. die Saugkammer 21 zusätzlich belüftet oder kurzzeitig mit Blasluft
beaufschlagt, wenn sich der Bogen 12 mit der Vorderkante
den Anlegmarken 10 nähert.
Damit wird der auszurichtende Bogen 12, gehalten lediglich
durch die von der inneren Saugkammer 20 initiierten Haltekraft,
gegen die Anlegmarken 10 geführt. Diese Haltekraft wird
ständig
aufrechterhalten und so die Vorderkante an den Anlegmarken 10 gehalten,
wobei Schlupf zwischen dem Saugband 3 und der Unterseite
des auszurichtenden Bogens 12 auftritt. Nach dem Anlegen
der Bogenvorderkante an den Anlegmarken 10 erfolgt in bekannter
Weise das Ausrichten nach der Seitenkante mit Hilfe der Seitenmarke 11 entgegen
der Wirkung der durch die innere Saugkammer 20 aufgebrachten Haltekraft.
Danach wird der Bogen 12 von einer nicht dargestellten
Bogenbeschleunigungseinrichtung erfasst und gegen die Wirkung dieser
Haltekraft abgezogen. Anschließend
erreicht der Folgebogen 13 den den Anlegmarken 10 zugeordneten
Saugkasten 9, von dem die äußere Saugkammer 21 wieder
mit Unterdruck beaufschlagt wird und so der Folgebogen 13 mit
einer hohen Haltekraft transportiert.
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Im
Ausführungsbeispiel
wird durch die Ausbildung des den Anlegmarken 10 zugewandten Saugkastens 9 mit
einer eine geringe Haltekraft aufbringenden inneren Saugkammer 20 und
der eine hohe Haltekraft realisierenden äußeren Saugkammer 21,
die aus zwei Teilkammern 21.1. und 21.2 besteht,
welche verteilt über
die Breite des Saugkastens 9 angeordnet sind, und durch
das im Arbeitstakt erfolgende Aktivieren bzw. Deaktivieren der die
hohe Haltekraft realisierenden Teilkammern 21.1, 21.2 der auszurichtende
Bogen 12 im Bereich der Marken 10, 11 geführt. Dabei
werden die Saugkammern 20, 21 mit identischen
Unterdrücken
beaufschlagt. Es ist natürlich
auch möglich,
auf andere Weise im den Anlegmarken 10 zugewandten Saugkasten 9 über die
Breite verteilt Bereiche vorzusehen, die unterschiedliche Haltekräfte realisieren
und wahlweise aktiviert oder deaktiviert werden können. So
kann die Anzahl der Bereiche variiert sowie die eine niedrige oder
eine hohe Haltekraft realisierenden Bereiche beliebig über die
Breite des Saugbandes 3 verteilt angeordnet sein. Dabei
können
die unterschiedlichen Haltekräfte in
den einzelnen Bereichen auch durch unterschiedliche Maßnahmen
realisiert werden, indem z. B. unterschiedliche Unterdrücke oder
die Fläche
F der Saugbohrungen 18 variiert wird. Bei der Anordnung mehrerer
Saugbänder 3 auf
einem Saugbändertisch 1 kann
jedem Saugband 3 ein separat anzusteuernder Saugkasten 8 zugeordnet
oder ein gemeinsamer Saugkasten 8 vorgesehen werden.
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Es
ist auch möglich,
in den einzelnen Bereichen gleiche Haltekräfte zu realisieren und auch durch
das taktweise Abschalten einzelner Bereiche die Summe der Haltekräfte so zu
minimieren, dass der auszurichtende Bogen 12 ohne Probleme
an den Anlegmarken 10 angelegt, nach der Seitenkante ausgerichtet
und von der Bogenbeschleunigungseinrichtung abgezogen werden kann.
Damit ist es auch möglich,
die Haltekraft den zur Bearbeitung gelangenden Materialien anzupassen,
indem Bereiche zu oder abgeschaltet werden.
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Aufstellung der verwendeten
Bezugszeichen
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- 1
- Saugbändertisch
- 2
- Anlegtisch
- 3
- Saugband
- 4
- obere
Umlenkwalze
- 5
- untere
Umlenkwalze
- 6
- Walze
- 7
- Tischblech
- 8
- Bogenanleger
zugewandter Saugkasten
- 9
- Anlegmarken
zugewandter Saugkasten
- 10
- Anlegmarke
- 11
- Seitenmarke
- 12
- auszurichtender
Bogen
- 13
- Folgebogen
- 14
- Bogentransportrichtung
- 15
- Staffelabstand
- 16
- Stutzen
- 17
- erster
Stutzen
- 17.1
- zweiter
Stutzen
- 18
- Saugbohrung
- 19
- Saugloch
- 20
- innere
Saugkammer
- 21
- äußere Saugkammer
- 21.1
- Teilkammer
- 21.2
- Teilkammer
- 22
- Tupferwalze
- F
- Saugfläche