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Die
Erfindung betrifft einen Bezug nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 für ein
Cabriolet-Verdeck sowie ein Cabriolet-Verdeck nach Anspruch 9.
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Aus
der Praxis sind Bezüge
für Cabriolet-Verdecke
bekannt, die einen biegsamen Verdeckstoff aus einem zwei- oder mehrlagigen
Material umfassen, wobei die Lagen des Verdeckstoffs, eine Außenlage
und einen Innenhimmel sowie ggf. noch Zwischenlangen, mittels einer
Klebung flächig
aneinander befestigt sind. Für
Cabriolet-Verdecke ist ferner bekannt, eine Heckscheibe in einer
Ausnehmung des Bezugs anzuordnen und an dem Verdeckstoff mittels einer
Kleberlage zu befestigen, wozu an dem Bezug ein Umbug vorgesehen
ist. Im Bereich des Umbugs ist das Material des Bezugs im wesentlichen
um annähernd
180° gebogen,
so daß sich
eine Faltungskante ausbildet, die einen ersten Abschnitt des Verdeckstoffs
von einem zweiten Abschnitt des Verdeckstoffs abgrenzt, wobei der
erste Abschnitt im wesentlichen auf dem zweiten Abschnitt zu liegen
kommt und an diesem durch eine Klebelage befestigt ist. Die Heckscheibe
wird dann auf dem ersten, nach außen weisenden Abschnitt befestigt.
Im Bereich der Faltungskante beschreibt der umgebogenen Verdeckstoff
einen Krümmungskreis
mit geringem Radius; dabei beschreibt der außenliegende erste Abschnitt einen
etwas größeren Krümmungsradius
als der innenliegende zweite Abschnitt. Aufgrund der Krümmung des
Verdeckstoffs im Bereich der Faltungskante treten Spannungen auch
zwischen den zwei oder mehr Lagen des Materials auf, die dazu tendieren, die
Verbindung zwischen den Lagen zu trennen. Im Ergebnis bildet sich
nahe der Faltungskante und von dieser ausgehend eine Delaminierung
des zwei- oder mehrlagigen Verdeckstoffs aus, so daß Blasen
entstehen, die nicht nur optisch unerwünscht sind, sondern auch die
Festigkeit der an den Bezug angebrachten Heckscheibe herabsetzen,
denn eine sichere Anbindung der Heckscheibe an den Bezug des Verdecks
setzt voraus, daß im
Bereich des Umbugs dort eine große ebene Fläche ausgebildet ist, auf der die
Heckscheibe flächig
angebracht ist. Die Delaminierung setzt die Ebenheit der Fläche des
Umbugs, an dem die Heckscheibe befestigt ist, herab und beeinträchtigt damit
die Sicherheit der Anbindung der Heckscheibe an den Bezug des Verdecks.
Weiterhin treten während
des Aufspannens bzw. des Ablegens des Verdecks insbesondere im Bereich
der oberen bzw. unteren Kante der Heckscheibe Kräfte, speziell Zug- bzw. Scherkräfte auf,
die dazu führen,
daß sich die
anfängliche
gebildete Delaminierung des Verdeckstoffs schnell ausbreitet. Damit
wird die Lebensdauer des Bezugs und damit des Verdecks insgesamt
deutlich herabgesetzt.
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Es
ist die Aufgabe der Erfindung, einen Bezug für ein Cabriolet-Verdeck bzw.
ein Cabriolet-Verdeck mit einer verbesserten Lebensdauer anzugeben.
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Diese
Aufgabe wird für
den eingangs genannten Bezug erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1 bzw. für
das eingangs genannte Cabriolet-Verdeck gemäß Anspruch 9 gelöst.
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Die
mindestens einen von dem ersten Abschnitt und dem zweiten Abschnitt
vollständig
durchsetzende Naht bietet den Vorteil, den Verdeckstoff in dem jeweiligen
Abschnitt zusätzlich
zu der Klebelage weiter zu verstärken.
Bei auftretenden äußeren Kräften konzentrieren
sich Spannungsspitzen im Bereich der Naht und entlasten damit die
Klebelage. Damit setzt die Delaminierung des Verdeckstoffs nicht
erst ein bzw. wird, sollte die Delaminierung auftreten, im Bereich
der Naht aufgehalten. Die Naht ist leicht und schnell auszuführen, kann
optisch unauffällig
angebracht werden und verlängert
die Lebensdauer des Bezugs und damit des Cabriolet-Verdecks deutlich. Die
Naht hat den weiteren Vorteil, Inhomogenitäten im Bereich der Klebelage
zwischen den Lagen des Verdeckstoffs auszugleichen und somit ein
Einsetzen der Delaminierung zu unterdrücken. Der Bezug wird durch
die Naht in dem Bereich des Umbugs zusätzlich zu der Klebelage verstärkt und
versteift, so daß sich
die Ebenheit im Bereich des Umbugs verbessert und die Heckscheibe
besonders großen
und ebenen Fläche
an dem Umbug anzubringen ist.
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Vorzugsweise
ist vorgesehen, die Naht an dem ersten, nach außen weisenden Abschnitt des Verdeckstoffs
anzubringen, wobei die mindestens eine Naht nur den ersten Abschnitt
des Verdeckstoffs durchsetzt, so daß der nach innen weisende zweite Abschnitt
des Verdeckstoffs die Naht optisch überdeckt und die Naht insgesamt
für Benutzer
des Cabriolets im innern unsichtbar bleibt.
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Alternativ
oder ergänzend
hierzu ist vorzugsweise vorgesehen, daß die mindestens eine Naht den
ersten und den zweiten Abschnitt des Verdeckstoffs durchsetzt, so
daß die
Naht nicht nur den Verdeckstoff beider Abschnitte, sondern auch
die Befestigung der beiden Abschnitte aneinander verstärkt. Als
vorteilhaft erweist sich hierbei weiter, daß durch eine spezielle Ausführung der
Naht bzw. durch eine bestimmte Farbwahl ein zusätzlicher Ziereffekt einstellbar
ist, der für
den innensitzenden Benutzer des Cabriolets eine vorteilhafte optische
Wirkung entfalten kann.
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Vorzugsweise
ist zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt eine textile Zwischenlage
angeordnet, die die beiden Abschnitte auf Abstand hält und die
im Bereich der Faltungskante auftretenden Spannungen herabsetzt.
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Vorzugsweise
weist der nach außen
weisende erste Abschnitt des Verdeckstoffs Aussparungen auf, durch
die Klebstoff treten kann, so daß die Anbindung der Heckscheibe
an den Umbug weiter verbessert wird und der durch die Aussparungen
getretene Klebstoff ein Ausbreiten einer Delaminierung des Verdeckstoffs
aufhalten kann.
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Vorzugsweise
ist die mindestens eine Naht parallel zu der Faltungskante ausgeführt, wodurch sich
eine gleichmäßige Aufnahme
der auftretenden Spannungen in dem Verdeckstoff ergibt.
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Weitere
Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen
der Erfindung sowie aus den abhängigen
Ansprüchen.
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Die
Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die anliegenden
Zeichnungen näher beschrieben
und erläutert.
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1 zeigt
ausschnittsweise einen Querschnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Bezugs
eines erfindungsgemäßen Cabriolet-Verdecks,
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2 zeigt
ausschnittsweise einen Querschnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Bezugs
eines erfindungsgemäßen Cabriolet-Verdecks,
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3 zeigt
ausschnittsweise einen Querschnitt durch ein drittes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Bezugs
eines erfindungsgemäßen Cabriolet-Verdecks,
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4 zeigt
ausschnittsweise einen Querschnitt durch ein viertes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Bezugs
eines erfindungsgemäßen Cabriolet-Verdecks,
und
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5 zeigt
ausschnittsweise einen Querschnitt durch ein fünftes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Bezugs
eines erfindungsgemäßen Cabriolet-Verdecks.
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1 zeigt
einen Ausschnitt eines Bezugs 1 für ein Cabriolet-Verdeck, wobei
der Bezug 1 aus einem biegsamen Verdeckstoff aus einem
zweilagigen Material besteht. Das Material weist einen Umbug 2 auf,
durch den eine Faltungskante 3 entsteht, die einen ersten
Abschnitt 4 des Verdeckstoffs und einen zweiten Abschnitt 5 des
Verdeckstoffs abgrenzt. Der erste Abschnitt 4 grenzt an
eine Kante 6 des Verdeckstoffs an und ist um annähernd 180° auf den zweiten
Abschnitt 5 gebogen und an dem Abschnitt 5 mittels
einer Klebelage 7 befestigt. An eine nach außen weisende
Fläche 4a des
ersten Abschnitts 4 wird eine nicht dargestellte Heckscheibe
mittels einer Kleberlage befestigt, wobei eine Scheibenkante der Heckscheibe
mit der Kante 6 des Verdeckstoffs zur Deckung gebracht
wird.
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Der
Bezug 1 weist weiter eine Naht 8 auf, die nur
den nach außen
weisenden ersten Abschnitt 4 durchsetzt, nicht jedoch die
Klebelage 7 bzw. den nach innen weisenden zweiten Abschnitt 5.
Die Naht 8 ist im wesentlichen senkrecht zu einer durch
den ersten Abschnitt 4 und den zweiten Abschnitt 5 definierten
Ebene ausgebildet und entlang einer durch die Faltungskante 3 und
die Kante 6 gebildeten Strecke um ca. ein Viertel der Länge der
Strecke in die Nähe
der Kante 6 angeordnet.
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2 zeigt
einen Bezug 101 mit einem Umbug 102 unter Ausbildung
einer Faltungskante 103 und eines ersten Abschnitts 104 und
eines zweiten Abschnitts 105 sowie einer Klebelage 107,
wobei eine erste Naht 108a entlang eines ersten Viertels zwischen
der Faltungskante 103 und einer Kante 106, zu
der Kante 106 verschoben, angeordnet ist und eine zweite
Naht 108b in der Mitte zwischen der Faltungskante 103 und
der Kante 106 ausgebildet ist. Die erste Naht 108a und
die zweite Naht 108b durchsetzen jeweils den Verdeckstoff
des ersten Abschnitts 104 vollständig, nicht jedoch die Klebelage 107 und
den zweiten Abschnitt 105.
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3 zeigt
einen Bezug 201 mit einem Umbug 202 unter Ausbildung
einer Faltungskante 203, eines ersten Abschnitts 204 und
eines zweiten Abschnitts 205, wobei der erste Abschnitt 204 und
der zweite Abschnitt 205 mittels einer Klebelage 207 aneinander
befestigt sind. Eine Naht 209 ist als den ersten Abschnitt 204,
die Klebelage 207 und den zweiten Abschnitt 205 durchgehende
Naht ausgebildet und, bezogen auf eine durch die Faltungskante 203 und
eine Kante 206 des Bezugs 201 definierte Strecke
um ca. ein Viertel der Länge
der Strecke in Richtung auf die Kante 206 verschoben ausgebildet.
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4 zeigt
einen Bezug 301 mit einem Umbug 302 unter Ausbildung
einer Faltungskante 303 und eines ersten Abschnitts 304,
eines zweiten Abschnitts 305 und einer Klebelage 307,
wobei eine erste Naht 309a und eine zweite Naht 309b vorgesehen sind,
die jeweils den ersten Abschnitt 304, die Klebelage 307 und
den zweiten Abschnitt 305 durchsetzen. Die erste Naht 309a ist
entlang einer durch die Faltungskante 302 und einer Kante 306 des
Verdeckstoffs definierten Strecke um ca. ein Viertel der Länge der
Strecke in Richtung zu der Kante 306 verschoben ausgebildet,
während
die zweite Naht 309b im wesentlichen in der Mitte zwischen
der Faltungskante 303 und der Kante 306 angeordnet
ist.
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5 zeigt
einen Bezug 401 mit einem Umbug 402 und einer
Faltungskante 403, die einen ersten Abschnitt 404 des
Verdeckstoffs von einem zweiten Abschnitt 405 des Verdeckstoffs
abgrenzt, wobei der erste Abschnitt 404 mittels einer Klebelage 407 auf
dem zweiten Abschnitt 405 des Verdeckstoffs befestigt ist.
Der Bezug 401 weist vier Nähte auf, wobei eine erste Naht 408a und
eine zweite Naht 408b nur den ersten Abschnitt 404 durchsetzen,
und wobei eine dritte Naht 409a und eine vierte Naht 409b den ersten
Abschnitt 404, die Klebelage 407 und den zweiten
Abschnitt 405 durchsetzen.
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Bezogen
auf eine durch die Faltungskante 403 und eine Kante 406 des
Verdeckstoffs gebildeten Strecke ist die erste Naht 408a auf
ca. einem Drittel der Länge
der Strecke, näher
an die Faltungskante 403 gerückt, die zweite Naht 408b auf
einem zweiten Drittel der Länge
der Strecke, näher
an die Kante 406 gerückt,
ausgebildet, während
die dritte Naht 409a im wesentlichen in der Mitte zwischen
der Faltungskante 403 und der Kante 406 angeordnet
ist, und die vierte Naht 409b am nächsten an der Kante 406,
um ca. ein Viertel der vorgenannten Strecke von der Kante 406 beabstandet,
ausgebildet ist.
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Die
Erfindung funktioniert nun wie folgt, wobei auf das fünfte Ausführungsbeispiel
(5) Bezug genommen wird:
Vor der Ausbildung
des Umbugs 402 werden in einem ersten Schritt die Nähte 408a, 408b in
dem ersten Abschnitt 404 angebracht, dann wird die Klebelage 407 aufgetragen,
dann der erste Abschnitt 404 im wesentlichen um 180° umgebogen,
bis er auf dem zweiten Abschnitt 405 zu liegen kommt und
die Klebelage 407 zwischen dem ersten Abschnitt 404 und dem
zweiten Abschnitt 405 zu liegen kommt. Die Klebelage 407 verbindet
dann den ersten Abschnitt 404 und den zweiten Abschnitt 405 miteinander.
In einem abschließenden Schritt
werden die Nähte 409a, 409b angebracht,
die den zuvor nur durch die Klebelage 407 vermittelten
Verbund weiter verstärken.
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In
den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen war der Verdeckstoff
jeweils zweilagig ausgebildet. Es versteht sich, daß auch eine
Ausbildung des Verdeckstoffs mit drei und mehr Lagen vorgesehen
sein kann.
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Ebenso
versteht es sich, daß anstelle
der Heckscheibe ein anderes Element des Verdecks, beispielsweise
ein Gestängeteil,
an dem Umbug 2, 102, 202, 302, 402 befestigt
sein kann.
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In
den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen
waren die ersten Abschnitte 4, 104, 204, 304, 404 an
den zweiten Abschnitten 5, 105, 205, 305, 405 jeweils
mittels Klebelage 7, 107, 207, 307, 407 befestigt.
Es versteht sich jedoch, daß alternativ
oder ergänzend
zu der Klebelage 7, 107, 207, 307, 407 eine
andere Befestigung vorgesehen sein kann, beispielsweise mittels
Nieten.