DE102006042447A1 - Kraftfahrzeug mit einer schwenkbar gelagerten Tankklappe - Google Patents
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Abstract
Es ist eine Anordnung einer schwenkbar gelagerten Tankklappe an einem Kraftfahrzeug bekannt, die mittels einer Verriegelungseinrichtung in ihrer geschlossenen Stellung gehalten ist. Der Tankklappe ist eine Antriebsvorrichtung zugeordnet, durch welche die Tankklappe nach dem Lösen der Verriegelungseinrichtung selbsttätig in ihre Betankungsstellung aufklappt. Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung einer schwenkbar gelagerten Tankklappe an einem Kraftfahrzeug zu schaffen, die eine komfortable Betankung ermöglicht. Erfindungsgemäß kann die Tankklappe (1) durch eine Antriebseinheit (6) aus der geschlossenen Stellung in die geöffnete Stellung verschwenkt werden, wobei ein Federelement (3) vorgespannt wird. Durch dieses vorgespannte Federelement (3) kann die Tankklappe (1) aus der geöffneten Stellung wieder in die geschlossene Stellung zurückverschwenkt werden. Damit kann die Tankklappe (1) automatisch geöffnet und geschlossen werden, ohne dass die verschmutzte Tankklappe (1) berührt werden muss, sodass eine sehr komfortable Betankung möglich ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit einer schwenkbar gelagerten Tankklappe nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Bereits um 1950 wurden in den USA Patente zur automatischen Betankung von Kraftfahrzeugen angemeldet. Seitdem befasst man sich mit der Thematik, Fahrzeuge automatisch zu betanken. Auch die neu aufkommende Wasserstofftechnologie und der sichere Umgang dabei mit dem Medium Wasserstoff beschleunigt die Entwicklung automatischer Betankungssysteme. Erste Pilotprojekte, wie die weltweit erste Wasserstoff Robottankstelle am Münchener Flughafen, an der der Benutzer beim Betankungsvorgang nicht mehr aus seinem Fahrzeug aussteigen muss, weil der gesamte Vorgang automatisch abläuft, bestätigen diesen Trend. Neben der Sicherheit beim Betanken erbringt eine solche Automatisierung einen großen Komfortgewinn. Doch dies sind nur vereinzelte Projekte. Ansonsten erfolgt die Betankung bisher ausschließlich manuell. Doch gerade die Außenhaut des Fahrzeugs unterliegt im hohen Maße der Verschmutzung. Im Bereich der Tankklappe kommt es sogar noch zu einer zusätzlichen Verschmutzung durch Kraftstoffe. Diese als unangenehm empfundene Verschmutzung wird bei einem manuellen Betankungsvorgang unvermeidlich auf die Hände übertragen. Um diesen Umstand zu verbessern, entstand der Wunsch ein Einfüllsystem am Fahrzeug zu entwickeln, welches neben der Vermeidung von Verschmutzung einen deutlich verbesserten Komfort beim Betanken ermöglicht.
- Aus der
EP 1 281 558 A2 ist eine Anordnung einer schwenkbar gelagerten Tankklappe an einem Kraftfahrzeug bekannt, die mittels einer Verriegelungseinrichtung in ihrer geschlossenen Stellung gehalten ist. Der Tankklappe ist eine Antriebsvorrichtung zugeordnet, durch welche die Tankklappe nach dem Lösen der Verriegelungseinrichtung selbsttätig in ihre Betankungsstellung aufklappt. - Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung einer schwenkbar gelagerten Tankklappe an einem Kraftfahrzeug zu schaffen, die eine komfortable Betankung ermöglicht.
- Diese Aufgabe wird mit einem Kraftfahrzeug mit einer schwenkbar gelagerten Tankklappe mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
- Erfindungsgemäß kann die Tankklappe durch eine Antriebseinheit aus der geschlossenen Stellung in die geöffnete Stellung verschwenkt werden, wobei ein Federelement vorgespannt wird. Durch dieses vorgespannte Federelement kann die Tankklappe aus der geöffneten Stellung wieder in die geschlossene Stellung zurück verschwenkt werden. Damit kann die Tankklappe automatisch geöffnet und geschlossen werden, ohne dass die verschmutzte Tankklappe berührt werden muss, sodass eine sehr komfortable Betankung möglich ist. Die Antriebseinheit kann elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch arbeiten. Denkbar ist auch der Einsatz einer Formgedächtnislegierung als Antriebseinheit. Die Antriebseinheit kann direkt im Bereich der Lagerung der Tankklappe angeordnet sein.
- Bevorzugt ist die Antriebseinheit durch ein Kopplungselement mit der Tankklappe verbunden. Dadurch kann die Antriebseinheit räumlich entfernt von der Tankklappe angeordnet sein, sodass Packageprobleme vermieden werden können. Günstigerweise ist das Kopplungselement zumindest ein Bowdenzug, ein Gestänge oder ein Draht. Ein solches Kopplungselement gewährleistet eine hohe Flexibilität für die Positionierung der Antriebseinheit.
- Die Antriebseinheit kann idealerweise zusätzlich eine Verriegelungseinrichtung betätigen, die die geschlossene Tankklappe verriegelt, und die vor dem Verschwenken der Tankklappe aus der geschlossenen Stellung in die geöffnete Stellung durch die Antriebseinheit entriegelt wird. Auf diese Weise ist kein separater Antrieb mehr für die Verriegelungseinrichtung der Tankklappe erforderlich. Zwischen der Verriegelungseinrichtung und der Antriebseinheit kann ebenfalls ein Kopplungselement angeordnet sein, wenn dies aus bauraumtechnischen Gründen erforderlich ist. Alternativ kann die Antriebseinheit neben der Verriegelungseinrichtung angeordnet und über ein Kopplungselement mit der Tankklappe verbunden werden.
- Die erfindungsgemäße, automatische Tankklappe ist mit hohem Komfort verbunden. Dennoch ist wahrscheinlich nicht jeder Fahrzeugkäufer bereit, die damit verbundenen Mehrkosten zu tragen. Deshalb würde es Sinn machen, die automatische Tankklappe als zusätzlich auswählbare Sonderausstattung anzubieten. Um die damit verbundenen Kosten möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass möglichst viele Bauteile gleichermaßen bei der erfindungsgemäßen automatischen Tankklappe als auch bei einer konventionellen, manuell zu bedienenden Tankklappe verwendet werden können, sodass möglichst wenig Invest für zusätzliche Werkzeuge erforderlich ist. Die erfindungsgemäße Ausführung ermöglicht es, die eigentliche Tankklappe als Gleichteil sowohl bei der manuellen als auch bei der automatischen Ausführung zu verwenden. Die Antriebseinheit und die Verriegelungseinrichtung können als zusätzliche Montageteile dargestellt werden. Die beiden Systeme unterscheiden sich somit lediglich in dem Montageumfang.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand von Unteransprüchen.
- In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, anhand dessen die Erfindung im folgenden näher beschrieben wird. Die einzelnen Figuren zeigen in schematischer Darstellungsweise:
-
1 eine Prinzipdarstellung einer automatisch öffen- und schließbaren Tankklappe an einem Kraftfahrzeug, -
2 eine Prinzipdarstellung einer Notentriegelung für die in1 gezeigte Tankklappe, -
3 eine perspektivische Darstellung einer Verriegelungseinrichtung, die die in1 gezeigte Tankklappe in der geschlossenen Stellung verriegeln kann, -
4 eine Draufsicht auf die in2 gezeigte Verriegelungseinrichtung und -
5 eine Prinzipdarstellung der Tankklappe analog zu1 , jedoch mit räumlich getrennter Anordnung der Verriegelungseinrichtung. - In
1 ist eine Tankklappe1 dargestellt, die an einer Kraftfahrzeugkarosserie schwenkbar gelagert ist. Die Tankklappe1 dient zur außenhautbündigen Abdeckung sowohl eines Abdecktopfes2 als auch eines Einfüllrohres und eines Tankverschlusses. Der Abdecktopf2 ist als Multifunktionsteil ausgelegt und bildet die Mulde in der Karosserie, die ein Tankeinfüllrohr und die Scharnierachsanbindung für die Tankklappe1 aufnimmt. Die Funktionen Abdichtung zum Fahrzeuginneren, Sichtschutz ins Fahrzeuginnere, Auffangbehälter für überlaufenden Kraftstoff sowie der Verschmutzungsschutz sind in ihm vereint. Da der Abdecktopf2 üblicherweise versenkt in der Karosserie angeordnet ist, gewährleistet die Tankklappe1 , dass dieser optisch und aerodynamisch nicht störend wirkt. - Die Tankklappe
1 wird durch eine Rückstellfeder3 unter ständiger Vorspannung in die dargestellte geschlossene Stellung gedrückt. Nahe bei der Schwenkachse der Tankklappe1 ist an dieser ein Kreisbogensegment4 angebunden, an dem ein Ende ein dünnes Drahtseil5 angebracht ist. Das andere Ende des Drahtseils5 ist mit einer Antriebseinheit6 verbunden. Die Antriebseinheit6 besteht aus einem Elektromotor mit einem Schneckenantrieb und einer Wickelwelle, auf die das Drahtseil zumindest teilweise aufgewickelt werden kann. Wenn nun die Antriebseinheit6 das Drahtseil5 etwas aufwickelt, verschwenkt das Kreisbogensegment4 und mit diesem die Tankklappe1 . Auf diese Weise wird entgegen der Kraft der Rückstellfeder3 die Tankklappe1 geöffnet, und die Rückstellfeder3 wird dabei gespannt. Zum Schließen der Tankklappe1 wickelt die Antriebseinheit6 den aufgewickelten Abschnitt des Drahtseils5 wieder ab. Die Rückstellfeder3 drückt die Tankklappe1 dann wieder in die geschlossene Stellung und hält so das Drahtseil5 gespannt. - Die Tankklappe
1 weist zudem – wie in2 dargestellt – eine manuelle Notbetätigung auf, sodass sie auch bei einem Ausfall der Elektrik oder Elektronik von Hand geöffnet und geschlossen werden kann. Dazu ist mit dem Drahtseil5 zwischen dem Kreisbogensegment4 und der Antriebseinheit6 ein Ende eines Notentriegelungsseils7 verbunden, das im Kofferraum des Kraftfahrzeugs endet. Wenn an diesem Notentriegelungsseil7 von Hand angezogen wird, öffnet sich ebenfalls entgegen der Kraft der Rückstellfeder3 die Tankklappe1 . - Zusätzlich weist die Tankklappe
1 eine Verriegelungseinrichtung auf, deren Funktionsweise in3 und4 erkennbar ist. Die Verriegelungseinrichtung besteht aus einem Hebel8 , der auf dem Kreisbogensegment4 angelenkt ist. Der Hebel8 kann dabei nur zwischen zwei durch Anschläge begrenzten Winkelstellungen verschwenkt werden, wobei der Hebel8 durch eine Blattfeder9 stets in eine der beiden Endstellungen gedrückt wird. Das eine Ende des Hebels8 ist mit einer nicht dargestellten Sperrklinke verbunden, die die Tankklappe1 in ihrer geschlossenen Stellung verriegelt, wenn der Hebel8 in der Endstellung ist, in der er durch die Blattfeder8 gedrückt wird. Am anderen Ende des Hebels8 ist das Drahtseil5 angebunden. Dabei ist zum Verschwenken des Hebels8 entgegen der Kraft der Blattfeder9 deutlich weniger Kraft erforderlich als zum Verschwenken des Kreisbogensegments4 zusammen mit der Tankklappe1 entgegen der Kraft der Rückstellfeder3 . - Wenn nun zum Öffnen der Tankklappe
1 die Antriebseinheit6 beginnt, das Drahtseil5 aufzuwickeln, verschwenkt zunächst der Hebel8 entgegen der Kraft der Blattfeder9 . Dadurch wird die Sperrklinke geöffnet, sodass die Tankklappe1 nicht mehr verriegelt ist. Bei einem weiteren Aufwickeln des Drahtseils stößt der Hebel8 an dem Anschlag an, sodass der Hebel8 nicht mehr weiter verschwenken kann. Beim weiteren Aufwickeln verschwenkt daher das Kreisbogensegment4 zusammen mit der Tankklappe1 entgegen der Kraft der Rückstellfeder3 . - Beim Schließen der Tankklappe
1 dagegen wird das Drahtseil5 wieder abgewickelt. Aufgrund der stärkeren Federkraft der Rückstellfeder3 gegenüber der Blattfeder9 verschwenkt zunächst die Tankklappe1 zusammen mit dem Kreisbogensegment zurück in ihre geschlossene Stellung. Anschließend verschwenkt der Hebel8 auf dem Kreisbogensegment4 durch die Federkraft der Blattfeder8 zurück in die andere Endstellung, in der die Rastklinke die Tankklappe1 wieder verriegelt. - Auf diese Weise kann elegant eine Verriegelung der Tankklappe
1 in den Mechanismus zum automatischen Öffnen und Schließen der Tankklappe1 integriert werden. Eine zusätzliche Verriegelungseinrichtung, die mit einer Zentralverriegelung des Kraftfahrzeugs verbunden ist, ist nicht erforderlich. Wenn die beschriebene au tomatische Tankklappe1 als Sonderausstattung angeboten wird, bietet es sich daher an, die Antriebseinheit6 dort anzuordnen, wo bei einer konventionellen Tankklappe die Verriegelungseinrichtung vorgesehen ist, die mit der Zentralverriegelung gekoppelt ist. Auf diese Weise entstehen bei der automatischen Tankklappe1 keine Bauraumprobleme. - In
5 ist eine alternative Ausführung der automatischen Tankklappe1 dargestellt. Die Verriegelungseinrichtung10 ist räumlich von der Anlenkung der Tankklappe1 getrennt auf der gegenüberliegenden Seite im Abdecktopf2 angeordnet. Die Antriebseinheit6 ist unmittelbar neben der Verriegelungseinrichtung10 untergebracht. Bei Betätigung der Antriebseinheit6 wird die Verriegelungseinrichtung10 geöffnet, sodass die Tankklappe1 in der geschlossenen Stellung nicht mehr verriegelt ist. Zugleich bewirkt die Betätigung der Antriebseinheit6 ein Verschwenken eines Hebels11 , an dem ein Ende eines Zugseils12 angebunden ist. Das andere Ende des Zugseils12 ist mit einem weiteren Hebel13 verbunden, der mit der Tankklappe1 gekoppelt ist. Durch das Verschwenken des Hebels11 beim Betätigen der Antriebseinheit6 verschwenkt aufgrund des Zugseils12 auch der Hebel13 und öffnet so die Tankklappe1 gegen die Kraft einer nicht dargestellten Feder.
Claims (8)
- Kraftfahrzeug mit einer schwenkbar gelagerten Tankklappe (
1 ), die zwischen einer geschlossenen und einer geöffneten Stellung verlagerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Tankklappe (1 ) durch eine Antriebseinheit (6 ) aus der geschlossenen Stellung in die geöffnete Stellung verschwenkt werden kann, wobei ein Federelement (3 ) vorgespannt wird, und dass durch das vorgespannte Federelement (3 ) die Tankklappe (1 ) aus der geöffneten Stellung in die geschlossene Stellung zurück verschwenkt werden kann. - Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (
6 ) im Bereich der Lagerung der Tankklappe (1 ) angeordnet ist. - Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (
6 ) durch ein Kopplungselement (5 ) mit der Tankklappe (1 ) verbunden ist. - Kraftfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungselement (
5 ) zumindest ein Bowdenzug, ein Gestänge oder ein Draht ist. - Kraftfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (
6 ) zusätzlich eine Verriegelungseinrichtung betätigt, die die geschlossene Tankklappe (1 ) verriegelt, und die vor dem Verschwenken der Tankklappe (1 ) aus der geschlossenen Stellung in die geöffnete Stellung durch die Antriebseinheit (6 ) entriegelt wird. - Kraftfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (
6 ) neben der Verriegelungseinrichtung angeordnet ist und über das Kopplungselement (5 ) mit der Tankklappe (1 ) verbunden ist. - Kraftfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tankklappe (
1 ) eine manuell bedienbare Notbetätigung aufweist. - Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 3 bis 6 und nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Notbetätigung aus einem Zugseil (
7 ) besteht, das mit dem Kopplungselement (5 ) verbunden ist.
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