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Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug umfassend eine in der Seitenverkleidung einer Seitentür integrierte Beleuchtungseinrichtung zur Beleuchtung des türnahen Bereichs außerhalb des Fahrzeugs beim Öffnen der Seitentür, wobei die Beleuchtungseinrichtung mehrere entlang der Seitenverkleidung verlaufend angeordnete Lichtquellen aufweist, wobei die Lichtquellen beim Öffnen der Seitentür zeitlich nacheinander einschaltbar sind
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Vor allem höherwertige Kraftfahrzeuge weisen in der Seitentürverkleidung integriert eine Beleuchtungseinrichtung auf, die als Einstiegsbeleuchtung dient und den türnahen Bereich außerhalb des Fahrzeugs beim Öffnen bzw. bei geöffneter Seitentür ausleuchtet. Eine solche Beleuchtungseinrichtung kann an allen Seitentüren des Fahrzeugs vorgesehen sein. Hierdurch kann insbesondere die aussteigende Person den beleuchteten Bereich gut einsehen und erkennen, ob dort eine Pfütze, eine Unebenheit etc. ist. Nachteilig jedoch ist, dass bekannte Einstiegesbeleuchtungen, die üblicherweise nur eine einfache, relativ schwache Glühlampe aufweisen, den relevanten Bereich nur sehr schwach ausleuchten, sie sind häufig auch schlecht ausgerichtet, sodass der relevante Bereich häufig auch nur teilweise ausgeleuchtet wird. Infolge dessen und dem Umstand, dass zum Aussteigen die Tür üblicherweise ganz aufgeschwenkt wird und sich deshalb die Beleuchtungseinrichtung sehr weit von dem Ein- oder Ausstiegsbereich befindet, ist folglich keine zweckmäßige Ein- oder Ausstiegsbeleuchtung gegeben.
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Aus
EP 1 743 801 A1 ist ein Kraftfahrzeug mit einer türseitig integrierten Beleuchtungseinrichtung umfassend mehrere LEDs, die beim Öffnen der Tür simultan leuchten, um den Türbereich auszuleuchten, bekannt.
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US 2005/0259417 A1 beschreibt die Integration eines Lichtbandes umfassend mehrere LEDs in einer Fahrzeugtür, wobei auch hier die LEDs simultan betrieben werden, um den Türbereich auszuleuchten.
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Aus
DE 298 08 949 U1 ist ein Kraftfahrzeug der eingangs genannten Art bekannt. Türseitig sind mindestens zwei Lichtquellen integriert, die nacheinander elektrisch so angesteuert werden können, dass z. B. ein nach außen laufendes Lauflicht entsteht. Diese Beleuchtungseinrichtung kann als Warnleuchte oder aber auch zur Bodenbeleuchtung dienen.
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Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein Kraftfahrzeug anzugeben, das eine verbesserte Ein- oder Ausstiegsbeleuchtung im Türbereich aufweist.
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Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Kraftfahrzeug der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass der zeitliche Ein- oder Ausschaltvorgang mit dem Türöffnungswinkel korreliert ist.
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Beim erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug kommt nicht wie bisher üblich nur eine einzige Lichtquelle zum Einsatz, vielmehr sind mehrere separate Lichtquellen entlang der Türinnenverkleidung angeordnet, bevorzugt über die gesamte Verkleidungslänge verteilt. Dies ermöglicht es, in optimaler Weise den gesamten türnahen Bereich auszuleuchten. Denn während im Stand der Technik bei aufgeschwenkter Tür die einzige Lichtquelle üblicherweise im Bereich des herausgeschwenkten Türendes angeordnet ist, befinden sich hier über die gesamte Verkleidungsfänge verteilt mehrere Lichtquellen, mithin also auch in dem der Türanlenkung benachbarten Bereich. Infolge der erfindungsgemäß vorgesehenen Verteilung kann so bis unmittelbar an den Ein- bzw. Ausstiegsbereich des Fahrzeugs eine optimale Ausleuchtung erfolgen. Dies gelingt insbesondere dann, wenn als Lichtquellen weißes Licht emittierende LEDs verwendet werden. Diese Lichtquellen sind zum einen sehr kleinbauend, können also ohne Weiteres integriert werden. Zum anderen emittieren sie sehr helles Licht, sodass eine starke Ausleuchtung mit diesen LEDs möglich ist.
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Nach einer ersten Erfindungsalternative kann dabei die Beleuchtungseinrichtung als Leiste mit mehreren an oder in dieser angeordneten Lichtquellen ausgeführt sein, wobei die Leiste entlang der Seitenverkleidung verlaufend angeordnet ist. Die Leiste ist also als Lichtquellenträger vorgesehen, an der die Lichtquellen, wie beschrieben bevorzugt die kleinen LEDs, angeordnet sind. Der Betrieb der Lichtquellen erfolgt selbstverständlich über eine geeignete Steuerungseinrichtung, die sämtliche Lichtquellen entsprechend ansteuert.
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Eine Erfindungsalternative zur Anordnung mehrerer separater Lichtquellen sieht vor, jeder Lichtquelle einen Lichtleiter zuzuordnen, der entlang der Seitenverkleidung verläuft und eine seitliche Lichtabstrahlfläche aufweist. Bei dieser Erfindungsausgestaltung kann die Anzahl der Lichtquellen bzw. LEDs verringert werden. Jede LED dient nicht zur direkten Beleuchtung des Fahrzeugumfelds, sondern koppelt das emittierte Licht in einen Lichtleiter ein. Dieser Lichtleiter ist nun so angeordnet, dass seine ebene oder leicht gewölbte seitliche Abstrahlfläche zum auszuleuchtenden Umfeldbereich gerichtet ist. Aus dieser Abstrahlfläche wird das eingekoppelte Licht abgestrahlt, wozu der Lichtleiter eine entsprechende Struktur zur Reflexion des eingekoppelten Lichts zur Abstrahlfläche und zur dortigen Auskopplung aufweist. Mithin kommen hier also keine Punktstrahler wie bei Verwendung einzelner LEDs an der Leiste zum Einsatz, sondern quasi Linien- bzw. Flächenstrahler, realisiert über die Lichtleiter. Diese sind längs der Seitenverkleidung angeordnet, ihre Abstrahlfläche ist bevorzugt oberflächenbündig in die Seitenverkleidung integriert. Beispielsweise kann auf diese Weise unter Verwendung von nur zwei oder drei LEDs und entsprechend zwei oder drei Lichtleitern eine komplette Leuchtleiste realisiert werden, eben durch die hintereinander fortlaufend angeordneten Lichtleiter. Demgegenüber sind beispielsweise bei Verwendung einer LED-Leiste sechs separate LEDs vorzusehen. Selbstverständlich besteht auch bei der Ausgestaltung unter Verwendung der Lichtleiter die Möglichkeit, die LEDs sowie deren zugeordneten Leitern an einer entsprechenden Leiste anzuordnen, sodass sich eine komplette Beleuchtungseinrichtung ergibt, die insgesamt verbaut werden kann.
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Die Erfindung sieht vor, dass die Lichtquellen beim Öffnen der Seitentür zeitlich nacheinander einschaltbar sind. Die Lichtquellen werden also nicht gleichzeitig betrieben, sondern sukzessive nacheinander zugeschaltet. Die Ansteuerung kann über eine Türkontakt erfolgen, der das Öffnen der Seitentür erfasst, wonach die Steuerungseinrichtung die erste Lichtquelle, also die die dem auszuschwenkenden Türende am nächsten ist, ansteuert. Anschließend wird die zweite Lichtquelle angesteuert usw. In entsprechend umgekehrter Weise kann der Ausschaltvorgang beim Schließen sein, auch hier können die Lichtquellen zeitlich nacheinander ausgeschaltet werden.
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Besonders zweckmäßig ist es, dass erfindungsgemäß der zeitliche Ein- oder Ausschaltvorgang mit dem Türöffnungswinkel korreliert ist. Das heißt, der Einschaltvorgang erfolgt in Abhängigkeit des Öffnungswinkels der Tür. Mit zunehmendem Aufschwenken der Tür, also mit sich zunehmend vergrößerndem Öffnungswinkel werden immer mehr Lichtquellen zugeschaltet, bis zum Erreichen des maximalen Öffnungswinkels, wobei dann alle Lichtquellen angeschaltet sind. In entsprechend umgekehrter Weise kann in Abhängigkeit des Öffnungswinkels auch der Ausschaltvorgang erfolgen. Zur Erfassung des Öffnungswinkels kann ein einfacher Bewegungs- oder Winkelsensor vorgesehen sein, der im Anlenkbereich der Seitentür positioniert sein kann und entsprechend mit der den Betrieb der Lichtquellen, vornehmlich der LEDs steuernden Steuereinrichtung kommuniziert.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
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1 eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs mit geöffneter Seitentür,
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2 eine Prinzipdarstellung einer Seitentür mit Blick auf deren Innenseite,
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3 eine Tabelle zur Darstellung der Korrelation des Türöffnungswinkels mit dem zeitlichen Einschaltverhalten der zugeordneten Lichtquelle, und
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4 eine Prinzipdarstellung einer weiteren Ausführungsform einer seitenverkleidungsseitig integrierbaren Beleuchtungseinrichtung.
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1 zeigt ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug 1 umfassend eine Seitentür 2, die in bekannter Weise zwischen einer geschlossenen Stellung in eine geöffnete Stellung, in der sie um einen maximalen Öffnungswinkel α geöffnet ist, bewegbar ist. Der maximale Öffnungswinkel beträgt beispielsweise 85°. An der an der Türinnenseite angeordneten Seitenverkleidung 3 der Seitentür 2 ist im gezeigten Beispiel eine Beleuchtungseinrichtung 4 angeordnet, die zur Beleuchtung des türnahen außerhalb des Fahrzeugs befindlichen Bereichs dient. Der Ausleuchtbereich oder die Ausleuchtfläche 5 ist in 1 dargestellt. Ersichtlich wird also der Bodenbereich direkt vor der Ein- oder Ausstiegsöffnung des Fahrzeugs ausgeleuchtet.
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Hierzu weist die Beleuchtungseinrichtung mehrere, im gezeigten Beispiel sechs separate Lichtquellen 6 auf, bei denen es sich bevorzugt um LEDs, die weißes Licht emittieren, handelt. Die einzelnen LEDs sind an einer geeigneten, als Träger dienenden Leiste 8 angeordnet. Die Leiste ihrerseits erstreckt sich längs der Seitenverkleidung 3 und ist an deren Seitenfläche oder an deren Unterseite angeordnet. 2 als Prinzipdarstellung zeigt die Anordnung an der Seitenfläche, gleichwohl könnte die Leiste wie beschrieben auch an der unteren Kante positioniert sein.
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Die einzelnen LEDs 7 sind dabei so ausgerichtet, dass der emittierte jeweilige Lichtfächer 9 zum Boden hin ausgerichtet ist, wobei sich die einzelnen Lichtfächer 9 ergänzen und ihrer Gesamtheit den Ausleuchtbereich 5 ergeben. In der Prinzipskizze gemäß 2 ist ferner eine zentrale Steuerungseinrichtung 10 dargestellt, die den Betrieb der einzelnen LEDs 7 steuert. Die Steuerungseinrichtung 10, die hier nur dem Prinzip nach angeordnet ist und selbstverständlich an einer beliebigen Position im Kraftfahrzeug verbaut sein kann, kommuniziert mit einem Sensor 11, bei dem es sich beispielsweise um den Türkontakt handeln kann, der ein Erfassen des Öffnens der Tür ermöglicht. Sobald dieser Sensor 11 ein Signal an die Steuerungseinrichtung 10 gibt, schaltet diese nach einer ersten Erfindungsausgestaltung beispielsweise sämtliche LEDs 7 an, sodass der Fahrer beim Aufschwenken der Tür den gesamten Ausleuchtbereich erhellt bekommt. Der Sensor 11 kann darüber hinaus aber auch noch eine Winkelsensorfunktion aufweisen oder es kann ein weiterer Winkelsensor vorgesehen sein, sodass hierüber nicht nur der Türöffnungsvorgang, sondern auch der zunehmende Türöffnungswinkel erfasst werden kann. Dies ermöglicht dann ein zeitlich sukzessives, nacheinander erfolgendes Einschalten der einzelnen LEDs 7, diese werden also nicht gleichzeitig eingeschaltet, sondern in Abhängigkeit des Öffnungswinkels nacheinander. Hierauf wird nachfolgend noch eingegangen.
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Weiterhin zeigt 2 einen weiteren Sensor 12, bei dem es sich beispielsweise um einen Helligkeitssensor handelt. Denn die Einstiegsbeleuchtung ist nur dann erforderlich, wenn es in der Umgebung dunkel genug ist, sodass der Fahrer das Fahrzeugumfeld nicht mehr ohne Weiteres einsehen kann. Gibt also der Helligkeitssensor ein entsprechendes Signal an die Steuerungseinrichtung 10, dass eine gewisse Mindesthelligkeit unterschritten ist, und gibt auch der Sensor 11 ein entsprechendes Signal, das das Öffnen der Tür anzeigt, werden die LEDs 7 betrieben. Selbstverständlich können die Sensoren 11, 12 an beliebiger Position im Fahrzeug angeordnet sein. Üblicherweise kommunizieren die Sensoren sowie die Steuerungseinrichtung über einen geeigneten Fahrzeugbus.
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3 zeigt eine Tabelle, in der der Öffnungswinkel der Tür mit dem Einschalten einer entsprechenden LED 7 korreliert ist. Die sechs in 2 gezeigten LEDs sind in 3 mit I–VI gekennzeichnet. Die LED I ist die in 2 links gezeigte LED 7, während die LED VI die in 2 rechts gezeigte LED ist. Es sei angenommen, dass die Tür innerhalb eines Winkelintervalls von 0°–85° verschwenkt werden kann. Beispielsweise wird, wenn die Tür aufgeschwenkt wird, zunächst während eines durchlaufenden Winkelintervalls von 0°–14° die LED I, also die in 2 ganz links gezeigte LED, angeschaltet. Die Tür ist dann nur um ein relativ kurzes Stück aufgeschwenkt, weshalb die Ausleuchtung nur über die LED I ausreichend ist. Wird die Tür nun weiter aufgeschwenkt und das zweite Intervall von 15°–29° erreicht, so wird die zweite LED II, in 2 die zweite LED 7, gesehen von der linken Türseite, zugeschaltet, es sind dann zwei LEDs, nämlich die beide LEDs I und II, betrieben. Bei einem weiteren Öffnen und Erreichen des dritten Intervalls zwischen 30°–44° wird die LED III zugeschaltet. Wird die Tür noch weiter aufgeschwenkt, und erreicht man das vierte Intervall zwischen 45° und 59°, wird die vierte LED IV zugeschaltet, ab 60° bis 74° dann die fünfte LED V und ab 75° bis zum Erreichen des maximalen Öffnungswinkels noch die letzte, sechste LED VI. Auf diese Weise kann also ein öffnungswinkelabhängiger Zuschaltbetrieb realisiert werden. In entsprechender Weise kann natürlich auch der Ausschaltbetrieb realisiert werden. Beim Schließen der Tür, ausgehend von einer maximalen Öffnung um 85°, wird zunächst die LED VI ausgeschaltet, anschließend die LED V etc., bis die Tür ganz geschlossen ist und alle LEDs aus sind. Die letzte LED wird ausgeschaltet, wenn 0° Öffnungswinkel erreicht sind, also die Tür geschlossen ist und der Türkontakt dies entsprechend anzeigt.
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4 zeigt eine weitere alternative Ausführung einer in der Türverkleidung integrierbaren Beleuchtungseinrichtung 4. Auch diese umfasst eine Leiste 8, an der im gezeigten Beispiel drei LEDs 7 angeordnet sind. Jedoch dienen hier die LEDs 7 nicht zur unmittelbaren Ausleuchtung des Fahrzeugumfelds, sondern ihnen ist jeweils ein Lichtleiter 13 zugeordnet, wobei sich die Lichtleiter 13 ebenfalls entlang der Leistenlängsachse erstrecken. Die Leiste 8 wird in entsprechender Weise wie die Leiste 8 in 2 längs der Seitenverkleidung 3 angeordnet.
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Jeder Lichtleiter 13 weist eine Lichtaustrittsfläche 14 auf, aus der das über die LED 8 eingekoppelte Licht, das im Lichtleiter entsprechend zur Austrittsfläche 14 reflektiert wird, austritt. Die entsprechenden Lichtfächer 9 sind hier deutlich breiter als bei Verwendung der quasi punktförmigen LEDs 7 gemäß 2. Gleichwohl kann auch hier eine sehr große Ausleuchtfläche 5 erreicht werden, wie auch hier ein zeitlich bzw. vom Öffnungswinkel abhängiges Ein- und Ausschaltverhalten realisiert werden kann.
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Die verwendeten LEDs emittieren bevorzugt weißes Licht. Denkbar wäre aber natürlich auch die Verwendung farbiger LEDs, solange diese eine hinreichend helle Ausleuchtung und damit Erkennbarkeit etwaiger Pfützen oder dergleichen ermöglichen.
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Abschließend ist noch darauf hinzuweisen, dass anstelle einzelner LEDs als Lichtquellen auch andere Lichtquellen, beispielsweise übliche Glühlampen, dem Grunde nach verwendet werden können. Jedoch sind LEDs aufgrund ihrer geringen Größe und damit einfachen Integrierbarkeit sowie der hohen Lichtausbeute bzw. Helligkeit des erzeugbaren Lichts bevorzugt.