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Die
Erfindung bezieht sich auf ein verstellbares Fahrzeugdach mit einem
Stoffverdeck nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
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In
der Druckschrift
DE
199 03 411 C1 wird ein Cabriolet-Fahrzeug mit einem verstellbaren Fahrzeugdach
beschrieben, welches als Stoffverdeck ausgeführt ist und einen von einem
Verdeckgestänge getragenen
Verdeckbezugstoff umfasst. Zur Überführung zwischen
Schließ-
und Ablageposition wird ein Hauptspriegel des Verdeckgestänges, der
gelenkig an der Fahrzeugkarosserie angeschlagen ist, mithilfe eines
Stellgliedes verstellt, wodurch auch die weiteren Lenker und Querspriegel
des Verdeckgestänges
in die gewünschte
Endposition verstellt werden.
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Problematisch
bei derartigen Stoffverdecken ist das ordnungsgemäße Zusammenlegen
bzw. -falten des Verdeckbezugstoffes bei der Überführung von der Schließposition
in die Ablagestellung. Sobald das Fahrzeugdach geöffnet wird,
verliert der Verdeckbezugstoff seine Spannung, wodurch die Gefahr unerwünschter
Faltenbildung entsteht. Um dieser Gefahr vorzubeugen, ist gemäß der
DE 199 03 411 C1 ein
am Verdeckbezugstoff angreifender, als biegeweicher Druckstab ausgebildeter
Faltenleger vorgesehen, der im Übergang
zwischen Schließ-
und Ablagestellung auf Biegung beansprucht wird und den Verdeckbezugstoff
mit einer nach außen
gerichteten Kraft beaufschlagt. Auf diese Weise kann dem Verdeckbezugstoff
die gewünschte
Faltenbildung aufgeprägt
werden und der Stoff in der vorgesehenen Weise zusammengelegt werden.
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In
das Stoffverdeck der
DE
199 03 411 C1 ist auch eine biegsame Heckscheibe integriert,
die aus einem elastischen Material besteht und in Ablagestellung
zusammengefaltet wird. Die vom Faltenleger ausgeübte Kraft wirkt über den
Bezugstoff mittelbar auch auf die Heckscheibe, wodurch auch die
Faltung der Heckscheibe unterstützt
wird.
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Neben
diesen faltbaren, nachgiebigen Heckscheiben sind aber auch starre
Glasscheiben in Softtops bekannt, die in Ablageposition in einem
heckseitigen Verdeckkasten abgelegt werden.
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Der
Erfindung liegt das Problem zugrunde, mit einfachen Mitteln ein
kompaktes Ablagemaß für ein Stoffverdeck
mit Heckscheibe zu schaffen und zugleich die Faltenbildung des Verdeckbezugstoffes zu
unterstützen.
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Dieses
Problem wird erfindungsgemäß mit den
Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
Die Unteransprüche
geben zweckmäßige Weiterbildungen
an.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Fahrzeugdach umfasst
das Verdeckgestänge
einen Hauptspriegel, welcher über
eine Stellkinematik gelenkig an der Fahrzeugkarosserie angeschlagen
ist und der von einem Stellglied beaufschlagt wird, sowie mindestens einen
Eckspriegel, der in Fahrzeuglängsrichtung
gesehen hinter dem Hauptspriegel liegt und ebenso wie dieser bei
geschlossenem Fahrzeugdach eine Stützfunktion für den Verdeckbezugstoff
ausübt.
Der Eckspriegel spannt bei geschlossenem Dach den Verdeck bezugstoff
im heckseitigen Dachbereich, zweckmäßig unmittelbar oberhalb der
Heckscheibe.
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Die
Bewegung des gesamten Fahrzeugdaches wird über die Bewegung des Hauptspriegels
gesteuert. Beim Schließen
des Fahrzeugdaches wird der Hauptspriegel von der Stellkinematik
und dem Stellglied aus der abgelegten Position in die angehobene
Position aufgeschwenkt, wobei zugleich der Eckspriegel, der über Koppelelemente
mit dem Hauptspriegel direkt oder indirekt verbunden ist, ebenfalls
in eine aufgeschwenkte Position verstellt wird. Umgekehrt wird bei
der Ablagebewegung auch der Eckspriegel entweder mithilfe geeigneter
Steuerelemente oder durch sein Eigengewicht wieder in die heckseitige
Ablageposition verstellt.
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Erfindungsgemäß ist nun
vorgesehen, dass die Heckscheibe in Ablageposition zwischen dem Eckspriegel
und dem Hauptspriegel abgelegt ist. Da der Eckspriegel sich in Fahrzeuglängsrichtung
gesehen hinter dem Hauptspriegel befindet und somit näher am Fahrzeugheck
angeordnet ist, befindet sich bei horizontaler oder zumindest annähernd horizontaler
Ablageposition des Daches der Eckspriegel zuunterst, die Heckscheibe
in der Mitte und der Hauptspriegel oberhalb der Heckscheibe, wodurch ein
kompaktes Ablagemaß gegeben
ist. Die Ablagebewegung der Heckscheibe erfolgt analog zur Ablagebewegung
des Eckspriegels entweder über
das Eigengewicht der Heckscheibe oder über entsprechende Steuerelemente
in Abhängigkeit
von der Stellbewegung des Hauptspriegels. Der Verdeckbezugstoff, der
mit der Heckscheibe verbunden ist, wird durch die Ablagebewegung
der Heckscheibe in den Zwischenraum zwischen Eck- und Hauptspriegel
automatisch ebenfalls in diesen Zwischenraum hineingelegt und erhält eine
Falte aufgeprägt,
da einerseits die Oberkante der Heckscheibe und andererseits auch
der Hauptspriegel mit dem Verdeckbezugstoff verbunden ist und die
Oberkante der Heckscheibe zwischen Eck- und Hauptspriegel zur Ablage
kommt. Es handelt sich um ei ne definierte Faltenbildung, die auch über lange
Betriebszeiten des Fahrzeugdaches sicher, durchgeführt werden
kann.
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Zweckmäßig greift
an dem Eckspriegel ein Federelement an, über das der Eckspriegel in
Richtung seiner Ablageposition beaufschlagt ist. In Kombination
mit einer weiteren vorteilhaften Ausführung, gemäß der der Eckspriegel über einen
Spanngurt oder ein ähnliches
verformbares Verbindungselement mit dem Hauptspriegel gekoppelt
ist, wird sowohl bei der Schließbewegung
als auch bei der Ablagebewegung des Fahrzeugdaches eine kinematisch eindeutig
festgelegte Eckspriegelbewegung erzielt. Soll das Fahrzeugdach abgelegt
werden, wird der Hauptspriegel nach hinten in Richtung Ablageposition
verstellt, wodurch die Spannung im Spanngurt bzw. dem sonstigen
Verbindungselement nachlässt und
der Eckspriegel unter der Wirkung des ihn beaufschlagenden Federelementes
und gegebenenfalls unterstützt
durch sein Eigengewicht ebenfalls in Richtung Ablageposition verstellt
wird. Umgekehrt wird bei der Schließbewegung des Fahrzeugdaches der
Eckspriegel gegen die Kraft des Federelementes mithilfe des Spanngurts
bzw. des hierzu äquivalenten Verbindungselements
von dem Hauptspriegel aufgestellt.
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Alternativ
zu der Ausführung
mit dem Federelement bzw. dem Spanngurt kommt auch eine kinematisch
zwangsgesteuerte Bewegung in Betracht, welche dadurch erreicht werden
kann, dass der Eckspriegel kinematisch mit dem Hauptspriegel bzw.
der Hauptspriegelstellkinematik gekoppelt ist.
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Die
Heckscheibe führt
beim Ablegen des Fahrzeugdaches vorteilhaft eine Schwenkbewegung aus
ihrer aufgestellten Lage in die abgesenkte Lage durch. Diese Schwenkbewegung
wird insbesondere über
eine gelenkige Anbindung der Heckscheibe an die Fahrzeugkarosserie
ermöglicht,
wofür beispielsweise
an einem Heckscheibenrahmen ein Drehgelenk angreift. Bei der Schwenkbewegung
wird die Heckscheibe in die Zwischenposition zwischen Eckspriegel
und Hauptspriegel hineinverschwenkt.
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Der
Eckspriegel kann vorzugsweise gegenüber dem Hauptspriegel seine
Winkellage verändern, sodass
in Ablageposition zwischen diesen beiden Bauteilen ein anderer Relativwinkel
eingestellt ist als in Schließposition
des Fahrzeugdaches. Hierfür
ist der Eckspriegel über
ein eigenes Drehgelenk schwenkbar entweder mit der Fahrzeugkarosserie oder
dem Eckspriegel bzw. der Stellkinematik des Eckspriegels gekoppelt.
Im Falle einer Beaufschlagung des Eckspriegels über das Federelement und den
Spanngurt ändert
der Eckspriegel seine Relativwinkellage gegenüber dem Hauptspriegel, sobald
die jeweilige Endposition verlassen und das gesamte Fahrzeugdach
in Richtung der gegenüberliegenden Endposition
verstellt wird.
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Weitere
Vorteile und zweckmäßige Ausführungen
sind den weiteren Ansprüchen,
der Figurenbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Es zeigen.
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1 ein
Fahrzeugdach mit einem Stoffverdeck, dargestellt in Schließposition,
mit einem dem Verdeckgestänge
zugeordneten Hauptspriegel und einem Eckspriegel sowie einer im
rückwärtigen Bereich
des Fahrzeugdaches angeordneten Heckscheibe,
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2 das
Fahrzeugdach in einer Zwischenposition bei der Überführung von Schließ- in Ablagestellung,
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3 das
Fahrzeugdach in Ablagestellung.
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In
den Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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Bei
dem in 1 dargestellten Fahrzeugdach 1 handelt
es sich um ein Softtop mit einem Stoffverdeck, welches einen Verdeckbezugstoff 2 und
ein Verdeckgestänge
mit einer Mehrzahl von Spriegeln und Lenkern umfasst, über die
der Verdeckbezugstoff 2 gehalten und gespannt ist. Das
Verdeckgestänge 3 weist
einen Hauptspriegel 4 auf, welcher über eine Stellkinematik 5 schwenkbar
an die Fahrzeugkarosserie 11 angebunden ist und von einem Stellglied
zwischen der in 1 dargestellten Schließposition über die
in 2 dargestellte Zwischenposition und der in 3 dargestellten
Ablageposition zu verstellen ist. Die Stellkinematik 5 ist über ein
Drehgelenk 12 schwenkbar an die Fahrzeugkarosserie 11 gekoppelt.
Im Rahmen der Erfindung kommen aber beliebige kinematische Anbindungen des
Hauptspriegels 3 an die Fahrzeugkarosserie in Betracht.
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Des
Weiteren umfasst das Verdeckgestänge 3 einen
Eckspriegel 6, welcher in Fahrzeugvorwärtsrichtung F gesehen hinter
dem Hauptspriegel 4 liegt und über ein Drehgelenk 13 schwenkbar
an die Stellkinematik 5 des Hauptspriegels angebunden ist.
Der Eckspriegel 6 wird nicht unmittelbar von dem Stellglied
beaufschlagt, sondern führt
seine Bewegung in Abhängigkeit
der Stellbewegung des Hauptspriegels 4 aus. Diese Bewegungskopplung
wird im gezeigten Ausführungsbeispiel über einen
Spanngurt 15 erreicht, welcher als verformbares Verbindungselement
zwischen dem Hauptspriegel 4 und dem Eckspriegel 6 angeordnet
ist und über
das zwischen Hauptspriegel und Eckspriegel eine Zugkraft übertragbar
ist, welche den Eckspriegel 6 in seiner dargestellten Schließposition
hält.
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Des
Weiteren greift am Eckspriegel 6 ein Federelement 14 an,
beispielsweise ein Gummizug oder dergleichen, welches anderenends
mit der Fahrzeugkarosserie 11 verbunden ist und den Eckspriegel 6 mit
einer Zugkraft in Richtung seiner Ablageposition beaufschlagt. Der
Eckspriegel 6 ist somit in Schließposi tion von dem Spanngurt 15 aufrecht gehalten,
zugleich wird der Eckspriegel 6 von dem Federelement 14 in
Gegenrichtung, also in Richtung der Ablageposition mit einer Kraft
beaufschlagt.
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Der
Verdeckbezugstoff 2 erstreckt sich in Schließposition
des Fahrzeugdaches zwischen Fahrzeugheck und vorderem Windschutzscheibenrahmen.
Der Hauptspriegel 4 kann über eine Anbindung 7 fest
mit dem Verdeckbezugstoff 2 verbunden sein, wohingegen
der Eckspriegel 6 zwar in Schließposition den Verdeckbezugstoff
abstützt,
jedoch keine feste Verbindung mit dem Verdeckbezugstoff aufweist. Der
Verdeckbezugstoff ist aber nicht zwingenderweise fest mit dem Hauptspriegel
verbunden.
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Im
rückwärtigen Bereich
ist in, den Verdeckbezugstoff 2 eine Heckscheibe 8 integriert,
die zweckmäßig als
feste, in sich starre Scheibe aus Glas oder einem anderen Werkstoff
ausgebildet ist. Die Heckscheibe 8 ist über ein starres Koppelelement 9,
beispielsweise ein Heckscheibenrahmen, und ein Drehgelenk 10 schwenkbar
mit der Fahrzeugkarosserie 11 verbunden. Mittels dieser schwenkbaren
Halterung kann die Heckscheibe 8 aus der aufgestellten
Schließposition
in eine abgesenkte Ablageposition nach unten in den Ablagekasten
hinein verschwenkt werden. Der Bezugstoff 2, in den die
Heckscheibe 8 eingebettet ist, beaufschlagt bei geschlossenem
Dach die Heckscheibe mit einer Haltespannung, welche die Heckscheibe
in der schräg
aufgestellten Lage hält.
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Auf
ein als separates Bauteil ausgebildetes Koppelelement 9 kann
gegebenenfalls auch verzichtet werden, ebenso auf das Drehgelenk 10.
Bei Verzicht auf das Koppelelement 9 und gegebenenfalls auf
das Drehgelenk 10 kann die Heckscheibe beispielsweise an
ihrer Oberkante geführt
sein, um eine kinematisch eindeutig festgelegte Ablagebewegung zu
erreichen. Gegebenenfalls genügt
auch eine „weiche" Anbindung der Heckscheibe
an die Fahrzeugkarosserie nur über
den Verdeckbezugstoff ohne sonstige Koppel- und Drehelemente. Bei
der Ablagebewegung wird der Eckspriegel von der Spannkraft des Spanngurtes
schneller entlastet als der Verdeckbezugstoff, so dass der Eckspriegel
sich bereits unter der Heckscheibe befindet, wenn diese abgelegt
wird.
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Bei
der Ablagebewegung des Fahrzeugdaches wird die in 2 dargestellte
Zwischenposition durchlaufen. Hierbei ist der Hauptspriegel 4,
welcher von dem Stellglied beaufschlagt wird, bereits aus seiner
aufgestellten Schließposition
ein Stück
weit nach hinten in Richtung Ablageposition verschwenkt worden,
wodurch die Stoffspannung im Verdeckbezugstoff 2 abgebaut
wird. Der Eckspriegel 6, der über das Drehgelenk 13 verschwenkt
werden kann, kann nun aufgrund der auch im Spanngurt 15 abgebauten
Haltespannung unter der Einwirkung seines Federelementes 14 unabhängig von
der Schwenkbewegung des Hauptspriegels 4 eine eigene Schwenkbewegung
in Richtung Ablageraum durchführen,
wodurch sich die relative Winkellage zwischen Hauptspriegel 4 und
Eckspriegel 6 ändert.
Diese Absenkbewegung des Eckspriegels 4 wird zudem durch
das Eigengewicht des Eckspriegels unterstützt.
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Aufgrund
der nachlassenden Stoffspannung senkt sich auch die Heckscheibe 8 unter
dem Einfluss ihres Eigengewichtes nach unten und gelangt hierbei
mit ihrem vorderen Abschnitt in den Zwischenraum zwischen Hauptspriegel 4 und
Eckspriegel 6. Auch der Stoffabschnitt zwischen der Oberkante
der Heckscheibe 8 und der Anbindung 7 zwischen Verdeckbezugstoff 2 und
Hauptspriegel 4 wird unter Bildung einer Falte in den Zwischenraum
zwischen Eckspriegel und Hauptspriegel abgelegt. Diese Faltenbildung
kommt insbesondere dadurch zustande, dass die Oberkante der Heckscheibe 8 zwangsweise in
den Zwischenraum hineinbewegt wird. Gegebenenfalls kann aber die
Faltenbildung auch durch ei nen zusätzlichen Faltenleger wie zum
Beispiel Federelement unterstützt
werden.
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In 3 befindet
sich das Fahrzeugdach 1 in seiner Ablageposition. Der obere
Abschnitt der Heckscheibe 8 ist etwa bis zur Hälfte der
Heckscheibe in den Zwischenraum zwischen Hauptspriegel 4 und Eckspriegel 6 abgelegt,
ebenso der sich an die Oberkante der Heckscheibe anschließende Stoffabschnitt und
auch der Spanngurt 15 zwischen Eckspriegel und Hauptspriegel,
wobei auch ein größerer oder kleinerer
Teil der Heckscheibe im Zwischenraum zwischen Hauptspriegel und
Eckspriegel abgelegt sein kann. Der Eckspriegel 6 liegt
zuunterst und befindet sich in einer annähernd horizontalen Lage, der Hauptspriegel 4 liegt
auf der Heckscheibe 8 auf und nimmt ebenfalls eine annähernd horizontale
Lage mit einem kleinen Relativwinkel gegenüber dem Eckspriegel 6 ein.