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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf die Kernspintomographie
(Synonym: Magnetresonanztomographie, MRT) wie sie in der Medizin
zur Untersuchung von Patienten Anwendung findet. Dabei bezieht sich
die vorliegende Erfindung insbesondere auf ein Verfahren zur verbesserten
interventionellen Bildgebung in der MRT unter Verwendung Signalauslöschender
Kontrastmittelflüssigkeiten.
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Die
MRT basiert auf dem physikalischen Phänomen der Kernspinresonanz
und wird als bildgebendes Verfahren seit über 15 Jahren in der Medizin
und in der Biophysik erfolgreich eingesetzt. Bei dieser Untersuchungsmethode
wird das Objekt einem starken, konstantem Magnetfeld ausgesetzt. Dadurch
richten sich die Kernspins der Atome in dem Objekt, welche vorher
regellos orientiert waren, aus. Hochfrequenzwellen können nun
diese "geordneten" Kernspins zu einer
bestimmten Schwingung anregen. Diese Schwingung erzeugt in der MRT
das eigentliche Messsignal, welches mittels geeigneter Empfangsspulen
aufgenommen wird. Durch den Einsatz inhomogener Magnetfelder, erzeugt
durch Gradientenspulen, kann dabei das Messobjekt in alle drei Raumrichtungen
räumlich
kodiert werden was im Allgemeinen als "Ortskodierung" bezeichnet wird.
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Die
Aufnahme der Daten in der MRT erfolgt im sogenannten k-Raum (Synonym:
Frequenzraum). Das MRT-Bild im sogenannten Bildraum ist mittels Fourier-Transformation
mit den MRT-Daten im k-Raum verknüpft. Die Ortskodierung des
Objektes, welche den k-Raum aufspannt, erfolgt mittels Gradienten
in allen drei Raumrichtungen. Man unterscheidet dabei die Schichtselektion
(legt eine Aufnahmeschicht im Objekt fest, üblicherweise die z-Achse), die
Frequenzkodierung (legt eine Richtung in der Schicht fest, üblicherweise
die x-Achse) und die Pha senkodierung (bestimmt die zweite Dimension
innerhalb der Schicht, üblicherweise
die y-Achse). Darüber
hinaus kann durch Phasenkodierung entlang der z-Achse die selektierte
Schicht in weitere Schichten unterteilt werden.
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Es
wird also zunächst
selektiv eine Schicht beispielsweise in z-Richtung angeregt und
eventuell eine Phasenkodierung in z-Richtung durchgeführt. Die Kodierung der Ortsinformation
in der Schicht erfolgt durch eine kombinierte Phasen- und Frequenzkodierung
mittels dieser beiden bereits erwähnten orthogonalen Gradientenfelder
die bei dem Beispiel einer in z-Richtung angeregten Schicht durch
die ebenfalls bereits genannten Gradientenspulen in x- und y-Richtung
erzeugt werden.
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Um
eine ganze Schicht des zu untersuchenden Objektes zu messen, wird
die Bildgebungssequenz (z.B. Gradienten-Echo-Sequenz, FLASH), N-mal
für verschieden
Werte des Phasenkodiergradienten z.B. Gy wiederholt.
Der zeitliche Abstand der jeweils angeregten HF-Pulse wird dabei
als Repetitionszeit TR bezeichnet. Das Kernresonanzsignal (z.B.
Gradienten-Echo-Signal) wird bei jedem Sequenzdurchgang durch den Δt-getakteten
ADC (Analog Digital Wandler) ebenfalls N-mal in äquidistanten Zeitschritten Δt in Anwesenheit
des Auslesegradienten GX abgetastet, digitalisiert
und abgespeichert. Auf diese Weise erhält man eine Zeile für Zeile
erstellte Zahlenmatrix (Matrix im k-Raum bzw. k-Matrix) mit N × N Datenpunkten.
Auf diesem Datensatz kann durch eine Fouriertransformation unmittelbar
ein MR-Bild der betrachteten Schicht mit einer Auflösung von
N × N
Pixeln rekonstruiert werden (eine symmetrische Matrix mit N × N Punkten
ist nur ein Beispiel, es können
auch asymmetrische Matrizen erzeugt werden). Aus physikalischen
Gründen
enthalten die Werte im Bereich des Zentrums der k-Matrix hauptsächlich Informationen über den
Kontrast, die Werte im Randbereich der k-Matrix vorwiegend Informationen
bezüglich
der Auflösung
des transformierten MRT-Bildes. Auf die eben dargestellte Weise
können
Schnittbilder des menschlichen Körpers
in allen Richtungen aufgenommen werden. Die MRT als Schnittbildverfahren
in der medizinischen Diagnostik zeichnet sich in erster Linie als "nicht-invasive" Untersuchungsmethode
aus. Dennoch sind insbesondere bei angiographischen Aufnahmen (d.h.
Aufnahmen der Blutgefäße im menschlichen
Körper,
speziell in durchbluteten Organen) der Kontrastgebung bei einer
nativen MR-Bildgebung Grenzen gesetzt die aber durch den Einsatz
von Kontrastmitteln erheblich erweitert werden können. Die Wirkungsweise von
Kontrastmitteln in der Magnet-Resonanz-Tomographie beruht generell
auf einer Beeinflussung der für
den Kontrast maßgeblichen
Parameter, wie beispielsweise der longitudinalen oder transversalen
Relaxationszeit T1 bzw. T2.
In der klinischen Anwendung durchgesetzt hat sich das dreiwertige
Gadolinium Gd3+ das eine T1-verkürzende Wirkung
besitzt. Durch Einbindung in sogenannte Chelatkomplexe (DTPA, Diethylentriaminepentaaceticacid)
verliert Gadolinium seine Toxizität, so dass Gd-DTPA in der Regel
intravenös
appliziert werden kann. Es wird eine Vene gewählt die direkt zum Herzen führt welches
das Kontrastmittel schließlich
in dem gesamten arteriellen System verteilt. Bei gängigen Sequenzen
(T1-gewichtete Spinecho-Sequenz, Gradientenecho-Sequenz
usw.) bewirkt die beschleunigte T1-Relaxation
eine Erhöhung des
MR-Signals, also eine hellere Darstellung des betreffenden Gewebes
im MR-Bild. Auf diese Weise können
scharfe und kontrastreiche Bilder von beispielsweise Kopf-, Hals-,
Herz- oder Nierengefäßen gemessen
werden.
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In
der Regel stellen T1-Zeitverkürzende Kontrastmittel
niedermolekulare Kontrastmittel dar, die nur kurze Zeit im Gefäß verbleiben
und dann ins Interstitium diffundieren. Alternativ wurden sogenannte "blood-pool-Kontrastmittel" entwickelt, die
auf Grund ihrer Größe in den
Blutgefäßen verbleiben
und nicht wie niedermolekulare Magnetresonanzkontrastmittel ins
Interstitium (Bindegewebe) diffundieren.
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Bringt
man in mit Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln angereicherten Gefäßen, die
als solche eine hohe Signalintensität aufweisen, im Rahmen einer
vaskulären
Intervention einen Ka theter ein, so treten häufig Situationen auf (beispielsweise
bei einer Embolisation oder bei einer Stentplazierung), in denen
der Blutfluss distal des Katheters von großer Bedeutung ist und kontrolliert
werden muss. In der konventionellen Angiographie unter Röntgendurchleuchtung
prüft man
die Flussverhältnisse
durch Injektion von Röntgenkontrastmittel
durch den Katheter. Dadurch kontrastiert sich das Gefäßsystem
distal des Katheters und man gewinnt wesentliche Informationen zur
Gefäßoffenheit,
Gefäßwandbeschaffenheit,
Flussgeschwindigkeit und Flusscharakteristik. Möchte man dies unter MRT Kontrolle
in gleicher Weise tun, so würde
man auf Grund der oben geschilderten hohen Signalintensität des Kontrastmittelangereicherten
Blutes bei Verwendung der üblichen hochverdünnten paramagnetischen
T1-Zeit verkürzenden
Kontrastmittel wie GadDTPA (Markenname: Magnevist) versuchen, die
Signalintensität
anzuheben. Es fällt
aber schwer, das im MRT-Bild bereits helle Blut noch heller zu machen.
Ein für
solche Situationen ideales "Kontrastmittel" sollte daher die
Signalintensität
absenken.
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Nach
dem Stand der Technik erfolgt dies beispielsweise durch Injektion
magnetischer Flüssigkeiten
die Suzeptibilitätsartefakte
induzieren und das Magnetresonanzsignal stark schwächen bzw.
auslöschen. Üblich ist
die Verwendung von unverdünntem bzw.
gering verdünnten
Gadolinium-DTPA-haltigen Kontrastmittel oder von Eisenoxyd Kontrastmittel
(z. B. SPIO, USPIO). Dieses Verfahren ist jedoch auf nur wenige
Injektionsmessungen beschränkt,
da die empfohlene Höchstdosis
dieser Substanzen sehr klein ist.
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Alternativ
dazu ist es möglich
eine Protonen-arme oder -freie Substanz zu injizieren die das Blut
für kurze
Zeit verdrängt.
Als Beispiel hierzu ist die Injektion von CO2 zu
nennen die auf Basis von Tierversuchen von Wacker et al vorgestellt
wurde (Wacker et al. MR Imaging-Guided Vascular Procedures using
CO2 as a contrast agent, AM Journal Roentgenological
2003; 181: 485–489)
und für
die bereits eine Patentanmeldung (ap plication serial number 10/441,235)
existiert. CO2 ist zwar ein geeignetes Kontrastmittel
welches in der interventionellen Radiologie schon seit längerem verwendet
wird, dennoch scheuen sich viele Anwender (Ärzte) ein Gas in Blutgefäße zu injizieren.
Ein Nachteil ist auch, dass diese Methode nur unterhalb des Zwerchfelles
angewendet werden kann. Die Anwendung von CO2 am
Herz oder an zerebralen Gefäßen verbietet
sich auf Grund des dabei bestehenden Embolierisikos. Gerade im Hinblick
auf diese beiden genannten für
vaskuläre
Interventionen wichtigen Gefäßsysteme
ist eine Alternativlösung
von großem
Interesse.
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Eine
Alternative zur direkten Injektion eines Kontrastmittels wäre es beispielsweise
das Blutsignal selbst außerhalb
der Bildebene zu sättigen
oder zu invertieren. Die Nachteile dieser Methode sind die kurze
T1-Zeit des Blutes (ca. 1500 ms, nach Kontrastmittelverabreichung
ca. 100 ms) sowie die Beschränkung
auf Anwendungen mit ausreichendem Blutfluss.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es ein Verfahren anzugeben um die
Kontrastmittel gestützte
interventionelle Bildgebung in der Magnet-Resonanz-Tomographie weiter
zu verbessern.
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Diese
Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung
durch die Merkmale des unabhängigen Anspruches
gelöst.
Die abhängigen
Ansprüche
bilden den zentralen Gedanken der Erfindung in besonders vorteilhafter
Weise weiter.
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Erfindungsgemäß wird ein
Verfahren zur interventionellen Bildgebung in der Magnet-Resonanz-Tomographie
beansprucht unter Verwendung einer Kontrastmittelflüssigkeit
die durch Sättigen oder
Anregen so präpariert
wird, dass sie nach Einspritzen in das Gefäßsystem eines zu untersuchenden
Patienten signalarm zur Darstellung kommt, oder dass durch Sättigen oder
Anregen das stationäre
Gewebe so präpariert
wird, dass die Kontrastmittelflüssigkeit
nach Einspritzen in das Gefäß system
eines zu untersuchenden Patienten signalstark zur Darstellung kommt.
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Erfindungsgemäß kann die
Präparation
des stationären
Gewebes entweder durch Einstrahlen eines oder mehrerer Sättigungspulse
oder durch Einstrahlen eines Inversionspulses in das stationäre Gewebe
erfolgen.
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In
einer weiteren erfindungsgemäßen Alternative
wird die Kontrastmittelflüssigkeit
in einem Flüssigkeitsreservoir
bereit gestellt und die Präparation
der Kontrastmittelflüssigkeit
durch Einstrahlen eines oder mehrer Sättigungspulse in das Flüssigkeitsreservoir
durchgeführt.
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Vorteilhafterweise
werden dabei der oder die Sättigungspulse
in Form schichtselektiver Sättigungspulse
eingestrahlt.
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In
einer weiteren Alternative des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Kontrastmittelflüssigkeit
in einem Flüssigkeitsreservoir
bereitgestellt und die Präparation
in Form einer Anregung durch Einstrahlen eines Inversionspulses
in das Flüssigkeitsreservoir
durchgeführt.
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In
einer weiteren Alternative des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Kontrastmittelflüssigkeit
durch ein statisches magnetisches Gradientenfeld geleitet und die
Präparation
in Form einer Anregung durch kontinuierliche HF-Einstrahlung in
die strömende
Kontrastmittelflüssigkeit
in dem Gradientenfeld durchgeführt.
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Bei
einem Verfahren gemäß der zweiten
und dritten Alternative ist es vorteilhaft den Inversionspuls erfindungsgemäß mit dem
Zeitpunkt der Injektion zu synchronisieren.
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Vorteilhafterweise
erfolgt die Synchronisation derart, dass die Kontrastmittelflüssigkeit
den Nulldurchgang genau in dem Augenblick erreicht wenn sie in das
darzustellende Gefäß eintritt.
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Die
Synchronisation erfolgt erfindungsgemäß automatisch gegebenenfalls
durch den Anlagenrechner bzw. die Sequenzsteuerung.
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Vorteilhaft
ist es im Falle einer Inversion ein phasensensitives Bildrekonstruktionsverfahren
anzuwenden. Bei Verwendung von phasensensitiver Rekonstruktion kann
der Kontrast gegenüber
der Messung im Nulldurchgang gesteigert werden, wenn vor dem Nulldurchgang
gemessen wird.
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Ebenfalls
vorteilhaft ist es im Falle einer Inversion das Anregen der Kontrastmittelflüssigkeit
in einem Zwischenreservoir durchzuführen welches genau die mit
einer Injektion zur applizierende Menge aufweist.
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Erfindungsgemäß erfolgt
das Einspritzen von Hand oder maschinell durch einen Druckinjektor bzw.
Infusor.
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Ferner
wird eine Vorrichtung beansprucht die zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche
1 bis 14 geeignet ist.
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Weitere
Vorteile, Merkmale und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung
werden nun anhand von Ausführungsbeispielen
bezugnehmend auf die beleitenden Zeichnungen näher erläutert.
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1 zeigt
schematisch ein Kernspin-Tomographiegerät,
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2 zeigt
schematisch die wiederholte Sättigung
der Längsmagnetisierung
durch aufeinanderfolgende 90°-HF-Pulse,
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3 zeigt
schematisch die Invertierung der Längsmagnetisierung durch Einstrahlen
eines 180°-HF-Pulses,
und
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4 zeigt
schematisch die Verteilung des Signalabsenkenden Kontrastmittels
in einem Blutgefäßsystem
mittels Katheter ausgehend von einem Flüssigkeitsreservoir.
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1 zeigt
eine schematische Darstellung eines Kernspin-Tomographiegerätes mit dem eine interventionelle
Bildgebung gemäß der vorliegenden Erfindung
möglich
ist. Der Aufbau des Kernspintomographiegerätes entspricht dabei dem Aufbau
eines herkömmlichen
Tomographiegerätes.
Ein Grundfeldmagnet 1 erzeugt ein zeitlich konstantes starkes
Magnetfeld zur Polarisation bzw. Ausrichtung der Kernspins im Untersuchungsbereich
eines Objektes, wie z.B. eines zu untersuchenden Teiles eines menschlichen
Körpers.
Die für
die Kernspinresonanzmessung erforderliche hohe Homogenität des Grundmagnetfeldes
ist in einem kugelförmigen
Messvolumen M definiert, in das die zu untersuchenden Teile des menschlichen
Körpers
eingebracht werden. Zur Unterstützung
der Homogenitätsanforderungen
und insbesondere zur Eliminierung zeitlich invariabler Einflüsse werden
an geeigneter Stelle sogenannte Shim-Bleche aus ferromagnetischem
Material angebracht. Zeitlich variable Einflüsse werden durch Shim-Spulen 2 eliminiert,
die durch eine Shim-Stromversorgung 15 angesteuert
werden.
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In
den Grundfeldmagneten 1 ist ein zylinderförmiges Gradientenspulensystem 3 eingesetzt,
das aus drei Teilwicklungen besteht. Jede Teilwicklung wird von
einem Verstärker 14 mit
Strom zur Erzeugung eines linearen Gradientenfeldes in die jeweilige Richtung
des kartesischen Koordinatensystems versorgt. Die erste Teilwicklung
des Gradientenfeldsystems 3 erzeugt dabei einen Gradienten
GX in x-Richtung, die zweite Teilwicklung
eines Gradienten GY in y-Richtung und die
dritte Teilwicklung einen Gradienten GZ in
z-Richtung. Jeder Verstärker 14 umfasst
einen Digital-Analog-Wandler, der von einer Sequenzsteuerung 18 zum
zeitrichtigen Erzeugen von Gradientenimpulsen angesteuert wird.
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Innerhalb
des Gradientenfeldsystems 3 befindet sich eine Hochfrequenzantenne 4,
die die von einem Hochfrequenzleistungsverstärker 3 abgegebene
Hochfrequenzpulse in ein magnetisches Wechselfeld zur Anregung der
Kerne und Ausrichtung der Kernspins des zu untersuchenden Objektes
bzw. des zu un tersuchenden Bereiches des Objektes umsetzt. Von der
Hochfrequenzantenne 4 wird auch das von den präzedierenden
Kernspins ausgehende Wechselfeld, d.h. in der Regel die von einer
Pulssequenz aus einem oder mehreren Hochfrequenzpulsen und einem
oder mehreren Gradientenpulsen hervorgerufenen Kernspinechosignale,
in eine Spannung umgesetzt, die über
einen Verstärker 7 einem
Hochfrequenz-Empfangskanal 8 eines Hochfrequenzsystems 22 zugeführt wird.
Das Hochfrequenzsystem 22 umfasst weiterhin einen Sendekanal 9,
in dem die Hochfrequenzpulse für
die Anregung der magnetischen Kernresonanz erzeugt werden. Dabei
werden die jeweiligen Hochfrequenzpulse auf Grund einer vom Anlagenrechner 20 vorgegebenen
Pulssequenz in der Sequenzsteuerung 18 digital als Folge
komplexer Zahlen dargestellt. Diese Zahlenfolge wird als Real- und
als Imaginäranteil über jeweils
einen Eingang 12 einem Digital-Analog-Wandler im Hochfrequenzsystem 22 und
von diesem einem Sendekanal 9 zugeführt. Im Sendekanal 9 werden
die Pulssequenzen einem Hochfrequenz-Trägersignal aufmoduliert, dessen
Basisfrequenz der Resonanzfrequenz der Kernspins im Messvolumen
entspricht.
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Die
Umschaltung von Sende- auf Empfangsbetrieb erfolgt über eine
Sende-Empfangsweiche 6. Die Hochfrequenzantenne 4 strahlt
die Hochfrequenzpulse zur Anregung der Kernspins in das Messvolumen
M ein und tastet resultierende Echosignale ab. Die entsprechend
gewonnenen Kernresonanzsignale werden im Empfangskanal 8 des
Hochfrequenzsystems 22 phasenempfindlich demoduliert und über einen
jeweiligen Analog-Digital-Wandler in Realteil und Imaginärteil des
Messsignals umgesetzt. Durch einen Bildrechner 17 wird
aus den dergestalt gewonnenen Messdaten ein Bild rekonstruiert.
Die Verwaltung der Messdaten, der Bilddaten und der Steuerprogramme
erfolgt über
den Anlagenrechner 20. Auf Grund einer Vorgabe mit Steuerprogrammen kontrolliert
die Sequenzsteuerung 18 die Erzeugung der jeweils gewünschten
Pulssequenzen und das entsprechende Abtasten des k-Raumes. Insbesondere
steuert die Sequenzsteuerung 18 dabei das zeitrichtige
Schalten der Gradienten, das Aussenden der Hochfrequenzpulse mit
definierter Phase und Ampli tude sowie den Empfang der Kernresonanzsignale.
Die Zeitbasis für
das Hochfrequenzsystem 22 und die Sequenzsteuerung 18 wird
von einem Synthesizer 19 zur Verfügung gestellt. Die Auswahl
entsprechender Steuerprogramme zur Erzeugung eines Kernspinbildes
sowie die Darstellung des erzeugten Kernspinbildes erfolgt über ein
Terminal 21, das eine Tastatur sowie einen oder mehrere
Bildschirme umfasst.
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Das
beschriebene MRT gerät
soll es dem Anwender erfindungsgemäß ermöglichen im Rahmen einer interventionellen
Bildgebung eine Kontrastmittelflüssigkeit
so zu präparieren
und über
einen Katheter in ein im Inneren des MRT-Gerätes befindliches Gefäßsystem
hoher Signalintensität
so einzubringen, dass das Gefäßsystem
distal des Katheters signalschwach oder negativ kontrastiert.
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Wie
bereits in der Beschreibungseinleitung dargestellt kommt es bei
einer konventionellen Angiographie in der Magnetresonanztomographie
bei Verwendung T1-verkürzender Kontrastmittel zu einer signalstarken
Darstellung des Kontrastmittel markierten Gefäßsystems. Um unter diesen Verhältnissen dennoch
Flussverhältnisse
an diversen Stellen prüfen
zu können
bringt man über
einen Katheter Kontrastmittel ein das zum Zeitpunkt des Austritts
aus dem Katheter signalarm oder signalnegativ zur Darstellung kommt.
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Die
vorliegende Erfindung löst
das Problem durch Verwendung physiologischer Kochsalzlösung bzw.
anderer Flüssigkeiten
die im Vergleich zu bisher eingesetzten Kontrastmitteln nur sehr
geringe Nebenwirkungen aufweisen aber dennoch durch Magnetresonanz-eigene
Techniken zum Kontrastmittel werden.
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Als
Nebenwirkung beispielsweise bei physiologischer Kochsalzlösung sind
lediglich die Volumenbelastung herzkranker Patienten und die Flüssigkeit bei
Belastung von Dialysepatienten zu nennen. Allerdings erhalten auch
diese Patienten während
einer Intervention in der Regel physiologische Kochsalzlö sung. Dies
könnte
dann einfach entsprechend reduziert werden. Nephrotoxische oder
allergische Nebenwirkungen die bei derzeit bekannten Kontrastmitteln
häufig
auftreten und deren Einsatzmöglichkeit stark
einschränken
existieren bei physiologischer Kochsalzlösung nicht.
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Die
einfachste Möglichkeit
aus beispielsweise physiologischer Kochsalzlösung ein Kontrastmittel zu
machen besteht darin mittels einer Sättigungssequenz (engl.: Saturation-Recovery-Sequence, SR-Sequence)
die Spins der Lösung
zu sättigen
und die "gesättigte Lösung" noch in gesättigtem
Zustand über
einen Katheter in das zu untersuchende signalstarke Gefäßsystem
zu injizieren. Der technische Aufwand gestaltet sich dabei relativ
einfach wie anhand 4 deutlich wird: Die physiologische
Kochsalzlösung
wird in ein Flüssigkeitsreservoir 24 gegeben
welches in das Field of View (M) neben den Patienten eingebracht
wird und während
der Untersuchung im Gradientenfeld verbleibt. Dieses Reservoir 24 wird
mittels eines y-Konnektors 27 über eine Zuleitung 31 mit
dem Angiographie-Katheter 26 verbunden. Der zweite Schenkel 32 des
y-Konnektors 27 ermöglicht die
simultane Verwendung eines Führungsdrahtes
(nicht dargestellt) um die Katheterspitze 33 an die gewünschte Position
im Gefäßsystem 25 (hier Bifurkation 34)
zu platzieren. An einer geeigneten Stelle ist das Flüssigkeitsreservoir 24 mit
einer Spritze zur manuellen (Hand-) Injektion oder mit einem Druckinjektor 30 zur
automatischen (maschinellen) Injektion versehen.
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Nach
Positionieren des Patienten wird vor Beginn der Intervention das
Flüssigkeitsreservoir
auf einem Übersichtsbild
(Scout-Bild) lokalisiert. Anschließend werden die Sättigungspulse
mit Hilfe eines User-Interface angepasst. Im einfachsten Fall kommt
dabei zusätzlich
zur kontinuierlich ablaufenden Bildsequenz im Rahmen der Interventionskontrolle
im Schichtbereich 23 des Flüssigkeitsreservoirs 24 ein
schichtselektiver Sättigungspuls
(im einfachsten Falle ein 90°-HF- Puls in Kombination
mit Schichtselektionsgradientenpuls) zum Einsatz der die Flüssigkeit
im Flüssigkeitsreservoir 24 absättigt.
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Durch
Bewegung des Injektorkolbens 30 in Pfeilrichtung wird die
Flüssigkeit über eine
Zuleitung 31 direkt in den Katheter 26 injiziert.
Auf Grund der relativ langen T1-Zeit von
reinem Wasser (ca. 3 Sekunden) sind die Protonen der Flüssigkeit
bei ausreichend schneller Transitzeit während des Flusses durch Zuleitung 31 und
Katheter 26 und bei ausreichend hoher Bildwechselfrequenz
noch in gesättigtem
Zustand wenn Sie aus dem Katheter austreten und verursachen im Bereich 28 distal
des Katheters eine Signalabsenkung des signalintensiven Blutes 29.
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Die
Stärke
bzw. der Grad der Signalabsenkung der injizierten Kochsalzlösung ist
allerdings abhängig
von der Längsrelaxationszeit
T1 und damit abhängig von der Transitzeit (Flusszeit
durch Zuleitung und Katheter) wie an Hand 2 deutlich
gemacht werden soll.
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In
2 ist
das Impulsschema der verwendeten Sättigungssequenz (SR-Sequenz)
dargestellt. Die SR-Sequenz besteht nur aus einem einzigen HF-Puls
(z.B. 90°-Sättigungspuls)
der die Längsmagnetisierung
M
z in die x-y-Ebene klappt was allgemein
als Sättigung
bezeichnet wird da zu diesem Zeitpunkt keine Signal gebende Längsmagnetisierung
mehr existiert. Nach einer Verzögerungszeit, der
Repetitionszeit T
R, wird die Sequenz wiederholt. Während dieser
Zeit T
R regeneriert sich das Spinsystem
bis zu einem gewissen Grad, d.h. die Längsmagnetisierung nähert sich
wieder der Gleichgewichtsmagnetisierung M
0 an.
Die Geschwindigkeit dieses Prozesses (der Kurvenverlauf von M
z(t)) wird durch die Längsrelaxationszeit T
1 charakterisiert. Ist die Repetitionszeit
T
R groß im
Vergleich zu T
1-Zeit, so kann die Magnetisierung M nach
der Anregung vollständig relaxieren
und in die Gleichgewichtslage M
0 zurück kehren.
Im Falle der
2 wird jedoch nur die reduzierte
Längsmagnetisierung
in die x-y-Ebene gedreht.
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Somit
ist eine komplette Sättigung
und damit eine komplette Signalauslöschung exakt nur zu dem Zeitpunkt
ts gegeben. Der Transport der gesättigten Materie
von Flüssigkeitsreservoir über Zuleitungen zur
Katheterspitze benötigt
aber immer eine gewisse Mindestzeit ttransit während der
die Magnetisierung stets bis zu einem gewissen Grad (Mtransit)
relaxiert welche letztendlich im Field of View bzw. im rekonstruierten
Bild immer noch Signal liefert. Eine Injektion komplett gesättigter
Materie über
einen Katheter ist daher mit dem eben vorgestellten Verfahren nicht möglich. Ist
eine Sättigung
bis auf einen Mindestwert Mtransit im Rahmen
einer Katheter basierten interventionellen MR-Messung nicht akzeptabel
muss ein anderes Präparationsverfahren
für das
Kontrastmittel (physiologische Kochsalzlösung) erfolgen.
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Die
vorliegende Erfindung nutzt die Tatsache, dass im Rahmen der Inversions-Methode
(engl.: Inversion-Recovery-Methode, IR-Methode) ebenfalls eine totale
Spinsättigung
auftritt. Bei der IR-Methode (schematisch in 3 dargestellt)
wird die Längsmagnetisierung
zunächst
durch einen 180°-Impuls
(Inversionsimpuls) invertiert dem nach einer Inversionszeit TI ein 90°-Impuls
(Ausleseimpuls) folgt. Direkt nach dem 90°-Impuls wird der freie Induktionszerfall SIR(t) (engl.: Free-Induction-Decay, FID-Signal)
akquiriert.
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Wie
im zweitem Diagramm von 3 zu sehen ist, gibt es nach
der anfänglichen
Invertierung durch den 180°-Impuls
einen Zeitpunkt tSätt bei dem die Magnetisierung
einen Nulldurchgang aufweist. Der Zustand der Spins bei diesem Nulldurchgang kommt
einer totalen Sättigung
gleich, da zu diesem Zeitpunkt (tSätt)
die gesamte Magnetisierung in der x-y-Ebene gleich verteilt ist.
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Anstatt
einer einfachen Sättigung
(beispielsweise durch einen 90°-HF-Puls)
führt auch
eine Inversion der Spins (durch einen 180°-Inversionsimpuls) zu einer
Sättigung.
Durch die Zeitverzögerung zwischen
Inversionspuls und Nulldurchgang ist es erfindungsgemäß möglich die
Flüssigkeit
im Rahmen einer Katheter basierten interventionellen MRT-Bildgebung
genau in dem Augenblick zu sättigen
in dem sie aus dem Katheter austritt. Hierbei muss die Transitzeit
der invertierten Flüssigkeit
exakt tSätt entsprechen
was erfindungsgemäß durch
Synchronisation der Injektion mit der Einstrahlung der Inversionspulse erfolgt.
Ferner muss sicher gestellt werden, dass bei einer solchen "gepulsten Inversion" der Inversionspuls
nur einmal auf das Kontrastmittel angewandt wird, da ein weiterer
Inversionspuls den Sättigungsprozess
zunichte machen würde.
Beides kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass man die Inversion
in einem Zwischenreservoir durchführt, das genau die mit einer
Injektion zu applizierende Menge aufnimmt. Dabei wird der Inversionspuls
bei Beginn der Injektion automatisch ausgelöst oder die Injektion wird
maschinell (Druckinjektor, Infusor) vom Anlagen- oder Systemrechner
gesteuert um sie mit dem Inversionspuls zu synchronisieren.
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Das
Inversionsverfahren kann aber auch dann angewendet werden, wenn
die Bildgebung schon vor tSätt erfolgt. In diesem
Falle muss im Nachhinein bei der Bildrekonstruktion phasensensitiv
(Geschwindigkeitskodiert) rekonstruiert werden:
Jeder Messwert
ist durch einen Vektor definierter Länge und definierter Richtung
in der komplexen Ebene gekennzeichnet. Bei Messungen vor tSätt kehrt sich
das Vorzeichen des Signals der invertierten Spins gegenüber dem
Signal der nicht invertierten Spins um. Signale nichtinvertierter
Spins haben dann z.B. ein positives Vorzeichen, Signale invertierter Spins
ein negatives Vorzeichen. Werden nun nicht Absolutwertbilder ausgegeben,
sondern vorzeichenbehaftete Bilder, so ist der Kontrast zwischen
invertierten und nichtinvertierten Spins gegenüber Messungen bei tSätt erhöht. In der
Praxis muss zur Er zeugung vorzeichenbehafteter Bilder aus dem komplexen
Spinsignal eine Phasenkorrektur angewandt werden. Diese Bildrekonstruktion
wird daher als phasensensitive Rekonstruktion bezeichnet. Die Korrekturparameter
werden in einem solchen Fall typischerweise aus einem Bild gewonnen,
das ohne Inversionspuls gemessen wurde, aber ansonsten mit identischen
Messparametern. Auf diese Weise erlaubt die (180°-) Inversion in Kombination
mit einer phasensensitiven Rekonstruktion gegenüber einer (90°-) Sättigung
maximal eine Verdoppelung des Kontrastes.
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Die
Präparation
der Flüssigkeit – durch
Sättigung
oder Inversion – kann
wie oben beschrieben im bildgebenden Volumen des MRT-Gerätes (d.h.
in einem bei ausgeschalteten Gradienten homogenen Magnetfeld) erfolgen
oder auch außerhalb
des Volumens stattfinden. Im ersten Fall erreicht man Sättigung
innerhalb des bildgebenden Volumens am einfachsten durch Einstrahlen
von Sättigungspulsen
auf das Reservoir wie bereits an Hand 4 dargestellt wurde.
Dabei ist auch mehrfaches Sättigen
(2) unproblematisch. Im zweiten Fall findet die
Präparation
in einem inhomogenen aber zeitlich konstanten externen Feld statt.
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Es
kann auch durch adiabatische Inversion ein Strom kontinuierlich
invertierter Spins erzeugt werden indem die fließenden Spins einer kontinuierlichen
HF-Einstrahlung, typischerweise kohärent und mit konstanter Frequenz
und Stärke,
in einem zeitlich konstanten statischen Feldgradienten ausgesetzt werden,
z.B. im Streufeld des Magneten oder in einem von B0-Feld paramagnetischen
Substanzen induzierten Feld. Um den adiabatischen Vorgang nicht zu
unterbrechen müssen
die B0-Verschiebungen durch
die zeitlich veränderlichen
Gradienten am Ort der Inversion klein gegen die HF-Feldstärke sein.
Bei Inversion im Streufeld des Magneten ist die zur Einstrahlung
benötigte
HF-Frequenz weit von der Arbeits-Frequenz (Resonanz-Frequenz) des MRT-Scanners
entfernt, wodurch eine Stö rung
durch das kontinuierliche HF-Signal und damit Bildartefakte vermieden
werden.
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Im
Gegensatz zur flussgetriebenen adiabatischen Inversion ist Sättigung
im Streufeld mit einem lokalen HF-Feld prinzipiell auch möglich, jedoch
werden wegen der hohen Gradienten hohe Leistungen benötigt, um
ein endliches Volumen zu sättigen.
Um robuste Sättigung
mit einer definierten Frequenzbandbreite zu erreichen, muss das
HF-Feld moduliert werden; verschiedenste Modulationsschemata zur Sättigung
sind in der MRT-Literatur beschrieben; ein robustes einfaches Schema
ist z.B. die Rauscheinstrahlung.
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Grundsätzlich ist
es auch möglich
das erfindungsgemäße Verfahren
umzukehren indem das stationäre
Gewebe gesättigt
oder invertiert wird und anschließend über den Katheter die unpräparierte Flüssigkeit
(NaCl-Lösung)
in das Blutgefäß gespritzt wird. Ähnlich wie
bei einer "time-of-flight-Angiographie" werden auf diese
Weise "frische Spins" in das Gefäßsystem
gebracht die als solche hell zur Darstellung kommen. Hierbei ist
es allerdings von Nachteil, dass aufgrund der Inhomogenität des stationären Gewebes
keine optimale totale Sättigung
erfolgt.
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Es
sei noch erwähnt,
dass vor und während der
Injektion der behandelten – oder
im Falle der Umkehrung der unbehandelten – Flüssigkeit vorteilhaft das DSA-Prinzip
(Digitale Subtraktions Angiographie) angewandt werden kann indem
bei serieller Aufnahme der gleichen Schicht durch Subtraktion einer
vorab erstellten Maske der Hintergrund (anatomisches Gewebe) herausgerechnet
wird.