DE102004009641A1 - Linearantrieb zum Straffen eines Sicherheitsgurts - Google Patents
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Abstract
Ein Linearantrieb zum Straffen eines Sicherheitsgurts umfaßt ein Gehäuse (10), einen pyrotechnischen Gasgenerator (16), einen im Gehäuse (10) verschiebaren Kolben (12) und einen im Inneren des Kolbens (12) gebildeten ersten Druckraum (40). Im Inneren des Kolbens (12) ist eine an den ersten Druckraum (40) angrenzende Dämpfungseinrichtung vorgesehen.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Linearantrieb zum Straffen eines Sicherheitsgurts, mit einem Gehäuse, einem pyrotechnischen Gasgenerator, einem im Gehäuse verschiebbaren Kolben und einem im Inneren des Kolbens gebildeten ersten Druckraum.
- Solche Linearantriebe sind oft als sogenannte "Rack-and-Pinion"-Linearantriebe ausgebildet. Am Kolben ist eine Zahnstange befestigt, die nach der Aktivierung des Gasgenerators schlagartig bewegt wird und mit einem an eine Gurtspule einer Gurtaufrollvorrichtung gekoppelten Zahnrad in Eingriff kommt, so daß Gurtband aufgezogen wird. Bei derartigen Linearantrieben besteht grundsätzlich das Problem, daß durch das Zünden der Treibladung des Gasgenerators der Kolben mit einem großen kinematischen Impuls auf das Zahnrad geschossen wird, so daß insbesondere beim Einsteuern der Zahnleiste in das Zahnrad hohe mechanische Belastungen auftreten, die durch entsprechende Auslegung der beteiligten Bauteile kompensiert werden müssen.
- In der
DE 198 46 227A1 wird ein Linearantrieb der eingangs genannten Art mit einem Stufenkolben vorgeschlagen, der ein sanftes Beschleunigen des Stufenkolbens ermöglichen soll. Das erzeugte Gas strömt zunächst in einen im Inneren des Kolbens gebildeten ersten Druckraum, wodurch der Stufenkolben anfänglich in Bewegung versetzt wird. Nach Zurücklegen einer bestimmten Wegstrecke wird ein zweiter Druckraum freigegeben, so daß das in den zweiten Druckraum strömende Gas den Stufenkolben zusätzlich antreibt. - Die Erfindung schafft einen Linearantrieb, bei dem der vom Gasgenerator erzeugte Gasdruck auf materialschonende Weise in eine Bewegung des Kolbens umgesetzt wird.
- Bei einem Linearantrieb der eingangs genannten Art wird dies erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß im Inneren des Kolbens eine an den ersten Druckraum angrenzende Dämpfungseinrichtung vorgesehen ist. Somit wirkt der sich im ersten Druckraum aufbauende Druck nicht unmittelbar auf den Kolben. Vielmehr erfährt der Kolben durch die erfindungsgemäß angeordnete Dämpfungseinrichtung eine sanfte Anfangsbeschleunigung, wodurch die Impulsspitzenlast deutlich verringert ist. Bei einem "Rack-and-Pinion"-Linearantrieb können daher geringere Anforderungen an die Kolbenverzahnung und an das Zahnrad gestellt werden, so daß die konstruktive Auslegung dieser Bauteile vereinfacht werden kann. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Linearantriebs besteht darin, daß keine Neuentwicklungen in bezug auf den Gasgenerator erforderlich sind.
- Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Kolben eine Ausnehmung auf, die sich von einer Stirnseite bis zu einem Boden des Kolbens erstreckt, und die Dämpfungseinrichtung ist zwischen dem ersten Druckraum und dem Boden angeordnet. Eine solche Ausgestaltung, bei der die Dämpfungseinrichtung im Kolbeninneren zwischen dem ersten Druckraum und dem Kolbenboden geschaltet ist, erweist sich als sehr kompakt.
- Die Dämpfungseinrichtung umfaßt vorzugsweise ein durch den sich im ersten Druckraum aufbauenden Druck elastisch oder plastisch verformbares Dämpfungselement. Somit kann die energieabsorbierende Charakteristik dieses Elements bei der Dämpfung der anfänglichen Kolbenbewegung ausgenutzt werden.
- Bei der Dämpfungseinrichtung der bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß sie ferner eine an den ersten Druckraum angrenzende, verschiebbare Druckplatte umfaßt, die über das Dämpfungselement an den Kolben gekoppelt ist. Eine solche Druckplatte gibt den im ersten Druckraum entstehenden Druck unter Zwischenschaltung des Dämpfungselements an den Kolben weiter.
- Die bevorzugte Ausführungsform sieht außerdem einen zwischen dem Boden des Kolbens und der Druckplatte gebildeten zweiten Druckraum vor, in dem das Druckniveau immer dem des Umgebungsdrucks entspricht.
- Eine einfache Abdichtung der Druckräume ergibt sich dadurch, daß sich die Druckplatte bis zur Wandung der Ausnehmung des Kolbens erstreckt.
- Zur Verbesserung der Führung der Druckplatte in der Ausnehmung des Kolbens kann eine Konstruktion vorgesehen werden, bei der sich von der Druckplatte ein Fußabschnitt weg erstreckt, der in einer Bohrung im Boden des Kolbens verschiebbar gelagert ist.
- Als Dämpfungselement kann insbesondere eine Schraubenfeder eingesetzt werden.
- Eine Verringerung der axialen Baulänge wird dadurch erreicht, daß eine Treibladungshülse des Gasgenerators in die Ausnehmung des Kolbens hineinragt.
- Bei einer Ausführung der Ausnehmung des Kolbens als Bohrung mit einem runden Querschnitt kann mit relativ hohen Drücken bei geringer Materialbeanspruchung gearbeitet werden.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform und aus der Zeichnung, auf die Bezug genommen wird. In der Zeichnung zeigt die einzige Figur einen Längsschnitt eines erfindungsgemäßen Linearantriebs.
- Der in der Figur dargestellte Linearantrieb umfaßt ein Gehäuse
10 , in dem ein Kolben12 verschiebbar aufgenommen ist. Sowohl das Gehäuse10 als auch der Kolben12 haben einen rechteckigen Querschnitt. An einem Ende14 des Gehäuses10 ist ein pyrotechnischer Gasgenerator16 mit einem elektrisch oder mechanisch zündbaren Treibsatz angeordnet, wobei der Treibsatz eine Treibladung umfaßt, die in einer Treibladungshülse18 untergebracht ist. - Der Kolben
12 weist eine zu einem Zahnrad20 passende Außenverzahnung22 auf. Das um eine feste Achse drehbare Zahnrad20 ist an eine Gurtspule einer Gurtaufrollvorrichtung gekoppelt. Der Kolben12 weist ferner eine Ausnehmung24 auf, die z. B. als Bohrung mit rundem Querschnitt ausgeführt sein kann. Die Ausnehmung24 erstreckt sich von einer Stirnseite26 bis zu einem Boden28 des Kolbens12 . In die Ausnehmung24 ragt die Treibladungshülse18 des Gasgenerators16 hinein. - In der Ausnehmung
24 ist ferner ein im Längsschnitt T-förmiger Stößel30 mit einem Fußabschnitt32 und einem als Druckplatte34 dienenden Querabschnitt verschiebbar geführt, wobei der Fußabschnitt32 durch eine entsprechende Bohrung36 im Boden28 des Kolbens12 hindurchragt, während sich die Druckplatte34 bis zur Wandung der Ausnehmung24 erstreckt. Zwischen dem Boden28 des Kolbens12 und der Druckplatte34 ist ein verformbares Element in Form einer um den Fußabschnitt32 des Stößels30 herum angeordneten Schraubenfeder38 vorgesehen, deren eines Ende sich am Boden28 des Kolbens und deren anderes Ende sich an der Druckplatte34 abstützt. Die Feder38 bildet zusammen mit dem gegen die Kraft der Feder38 in Richtung Boden28 verschiebbaren Stößel30 eine Dämpfungseinrichtung. - In der Ausnehmung
24 ist zwischen der Druckplatte34 und der Treibladungshülse18 ein erster Druckraum40 gebildet; ein zweiter Druckraum42 , in dem das Druckniveau immer dem Umgebungsdruck entspricht, erstreckt sich von der Druckplatte34 bis zum Boden28 des Kolbens12 . - Im Normalzustand des Linearantriebs, der in der Figur gezeigt ist, befindet sich der Kolben
12 außer Eingriff mit dem Zahnrad20 , so daß sich die Gurtspule frei drehen kann. Im Auslösefall entsteht durch das Zünden der Treibladung ein ansteigender Druck, der ein Aufbrechen der Treibladungshülse18 bewirkt. Daraufhin baut sich im ersten Druckraum40 ein Druck auf, der auf die Druckplatte34 wirkt und diese vom Gasgenerator16 wegdrückt. Aufgrund der Kopplung des Stößels30 mit dem Kolbenboden28 über die Feder38 wird der Kolben12 vom Gasgenerator16 wegbewegt. Die anfängliche Bewegung des Kolbens12 erfolgt aufgrund des Einfederns der Feder38 auf sanfte Weise. Die Dämpfung bewirkt somit eine Einsteuerung der Außenverzahnung22 des Kolbens12 in das Zahnrad20 auf einem verhältnismäßig niedrigen Kraftniveau. - Dem im ersten Druckraum
40 durch den Abbrand der Treibladung weiter ansteigenden Gasdruck wirkt mit fortschreitender Bewegung des Kolbens12 ein größer werdendes Widerstandsmoment des Zahnrads20 entgegen, das durch den Gurtbandeinzug hervorgerufen wird. Deshalb wird die Feder38 immer weiter gestaucht, so daß die Dämpfungswirkung abnimmt und die Kraftübertragung von der Druckplatte34 des Stößels30 auf den Kolben12 direkter wird. - Anstelle der Schraubenfeder
38 kann auch ein anderes elastisch oder plastisch verformbares Element mit geeigneter Energieumwandlungscharakteristik verwendet werden.
Claims (10)
- Linearantrieb zum Straffen eines Sicherheitsgurts, mit einem Gehäuse (
10 ), einem pyrotechnischen Gasgenerator (16 ), einem im Gehäuse (10 ) verschiebbaren Kolben (12 ) und einem im Inneren des Kolbens (12 ) gebildeten ersten Druckraum (40 ), dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren des Kolbens (12 ) eine an den ersten Druckraum (40 ) angrenzende Dämpfungseinrichtung vorgesehen ist. - Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (
12 ) eine Ausnehmung (24 ) aufweist, die sich von einer Stirnseite (26 ) bis zu einem Boden (28 ) des Kolbens (12 ) erstreckt, und daß die Dämpfungseinrichtung zwischen dem ersten Druckraum (40 ) und dem Boden (28 ) angeordnet ist. - Antrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfungseinrichtung ein durch den sich im ersten Druckraum (
40 ) aufbauenden Druck elastisch oder plastisch verformbares Dämpfungselement umfaßt. - Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfungseinrichtung ferner eine an den ersten Druckraum (
40 ) angegrenzende, verschiebbare Druckplatte (34 ) umfaßt, die über das Dämpfungselement an den Kolben (12 ) gekoppelt ist. - Antrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Boden (
28 ) des Kolbens (12 ) und der Druckplatte (34 ) ein zweiter Druckraum (42 ) gebildet ist, in dem das Druckniveau immer dem des Umgebungsdrucks entspricht. - Antrieb nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Druckplatte (
34 ) bis zur Wandung der Ausnehmung (24 ) des Kolbens (12 ) erstreckt. - Antrieb nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sich von der Druckplatte (
34 ) ein Fußabschnitt (32 ) weg erstreckt, der in einer Bohrung (36 ) im Boden (28 ) des Kolbens (12 ) verschiebbar gelagert ist. - Antrieb nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das verformbare Dämpfungselement eine Schraubenfeder (
38 ) ist. - Antrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Treibladungshülse (
18 ) des Gasgenerators (16 ) in die Ausnehmung (24 ) des Kolbens (12 ) hineinragt. - Antrieb nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (
24 ) des Kolbens (12 ) als Bohrung mit rundem Querschnitt ausgeführt ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE102004009641A DE102004009641A1 (de) | 2004-02-27 | 2004-02-27 | Linearantrieb zum Straffen eines Sicherheitsgurts |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE102004009641A DE102004009641A1 (de) | 2004-02-27 | 2004-02-27 | Linearantrieb zum Straffen eines Sicherheitsgurts |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102004009641A1 true DE102004009641A1 (de) | 2005-09-15 |
Family
ID=34853790
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE102004009641A Withdrawn DE102004009641A1 (de) | 2004-02-27 | 2004-02-27 | Linearantrieb zum Straffen eines Sicherheitsgurts |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE102004009641A1 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE9304152U1 (de) * | 1993-03-20 | 1993-05-13 | TRW Repa GmbH, 7077 Alfdorf | Gurtstraffer mit pyrotechnischem Gasgenerator |
| DE20113773U1 (de) * | 2001-08-20 | 2002-05-23 | TRW Occupant Restraint Systems GmbH & Co. KG, 73553 Alfdorf | Kolben für einen pyrotechnischen Gurtstraffer |
-
2004
- 2004-02-27 DE DE102004009641A patent/DE102004009641A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE9304152U1 (de) * | 1993-03-20 | 1993-05-13 | TRW Repa GmbH, 7077 Alfdorf | Gurtstraffer mit pyrotechnischem Gasgenerator |
| DE20113773U1 (de) * | 2001-08-20 | 2002-05-23 | TRW Occupant Restraint Systems GmbH & Co. KG, 73553 Alfdorf | Kolben für einen pyrotechnischen Gurtstraffer |
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