DE102008032371A1 - Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem - Google Patents
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Abstract
Ein Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem hat ein Straffergehäuse (12), eine Antriebseinheit (24) und ein durch die Antriebseinheit (24) bewegtes Kraftübertragungsmittel (20), wobei zwischen der Antriebseinheit (24) und dem Kraftübertragungsmittel (20) ein Multifunktionsteil (28) vorgesehen ist, das von der Antriebseinheit (24) weg gegen das Kraftübertragungsmittel (20) bewegbar ist, und wobei das Multifunktionsteil (28) einen Ventilabschnitt (52) und einen am Straffergehäuse (12) angreifenden Dichtabschnitt (36) aufweist.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem.
- Gurtstraffer für Sicherheitsgurtsysteme können z. B. als sogenannte Linearstraffer, Kugelstraffer oder dgl. ausgebildet sein.
- Bei Kugelstraffern beaufschlagt ein Gasgenerator ein in einem Rohr aufgenommenes Kraftübertragungsmittel in Form einer Reihe von Kugeln. Das Kraftübertragungsmittel wird mit einem hohen Druck nach vorne geschoben und treibt ein Antriebsrad an, welches mit einer Gurtspule gekoppelt ist.
- Die
DE 195 12 660 C2 beschreibt einen Rotationsstraffer mit Kraftübertragungsmitteln, die in einem Rohr aufgenommen sind. Die Kraftübertragungsmittel sind mit einer Ummantelung versehen, um gegen das Rohr abzudichten. - Aus der
DE 297 10 011 U1 ist ferner ein Linearstraffer mit einem in einem Zylinder verschiebbaren Kolben bekannt. Druckgas beaufschlagt den Kolben vom Gasgenerator weg. Zwischen dem Kolben und dem Zylinder ist ein Dichtring vorgesehen, so daß ein im wesentlichen gasdichter Raum gebildet ist. Ferner hat der Kolben an dem vom Gasgenerator abgewandten Ende eine Auslaßöffnung, die von einer Berstscheibe bedeckt ist. Die Berstscheibe bricht oberhalb eines bestimmten Gasdrucks im Innenraum des Kolbens, so daß Gas entweichen kann. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß auch bei einer Zündung der Treibladung im ungünstigsten Fall, beispielsweise bei blockiertem Kolben, kein übermäßig hoher Gasdruck im Inneren des Kolbens entsteht, der zu einer Gefahr des Berstens des Linearantriebs führen könnte. - Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem bereitzustellen, der sich durch eine einfache Bauweise sowie durch eine vereinfachte Abdichtung auszeichnet.
- Zu diesem Zweck sieht die Erfindung einen Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem vor mit einem Straffergehäuse, einer Antriebseinheit und einem durch die Antriebseinheit bewegten Kraftübertragungsmittel, wobei zwischen der Antriebseinheit und dem Kraftübertragungsmittel ein Multifunktionsteil vorgesehen ist, das von der Antriebseinheit weg gegen das Kraftübertragungsmittel bewegbar ist, und wobei das Multifunktionsteil einen Ventilabschnitt und einen am Straffergehäuse angreifenden Dichtabschnitt aufweist. Beim erfindungsgemäßen Gurtstraffer wird also eine Dichtung zwischen der Antriebseinheit und dem Kraftübertragungsmittel vorgesehen, weshalb der Raum zwischen der Antriebseinheit und dem Kraftübertragungsmittel abgedichtet ist. Der Dichtabschnitt ist Teil des Multifunktionsteils und ist im Straffergehäuse beweglich angeordnet. Das von der Antriebseinheit erzeugte Druckgas bewegt das Multifunktionsteil von der Antriebseinheit weg, und das Multifunktionsteil schiebt das Kraftübertragungsmittel von der Antriebseinheit weg. Der Dichtabschnitt ist dabei nicht in einem im Straffergehäuse aufgenommenen Kolben vorgesehen, sondern an einem direkt am Straffergehäuse angreifenden Multifunktionsteil.
- Vorzugsweise besitzt das Multifunktionsteil im nicht aktivierten Zustand eine Auslaßöffnung. Über die Auslaßöffnung kann Druckgas aus dem zwischen der Antriebseinheit und dem Multifunktionsteil gebildeten Druckraum ausströmen, so daß das Druckgas nach dem Straffen aus Sicherheitsgründen langsam abströmen kann.
- Insbesondere ist ein Berstmittel in Form einer Berstscheibe vorgesehen. Das Berstmittel verschließt einen Kanal, über den Gas aus dem Druckraum ausströmen kann, und kann ab einem bestimmten Gasdruck im Druckraum bersten. Damit ist gewährleistet, daß oberhalb eines vorbestimmten Gasdrucks im Druckraum Gas über die Auslaßöffnung abrupt aus dem Druckraum entweichen kann. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß auch bei einer Zündung der Treibladung im ungünstigsten Fall kein übermäßig hoher Gasdruck im Druckraum entstehen kann. Eventuell auftretende Berstflammen und/oder Heißgase bleiben deshalb innerhalb des Straffergehäuses, was die Brandgefahr minimiert.
- In einer besonders einfachen und kostengünstigen Ausführung ist die Auslaßöffnung in dem Berstmittel vorgesehen, so daß dieses eine Doppelfunktion innehat.
- Das Multifunktionsteil kann aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt sein, wobei der Dichtabschnitt an einem Dichtkörper und der Ventilabschnitt an einem Ventilkörper vorgesehen ist. Die einzelnen Teile (Dichtkörper und Ventilkörper) werden gesondert hergestellt und anschließend mittels eines geeigneten Verfahrens zu einem Multifunktionsteil zusammengesetzt. Sie können somit aus unterschiedlichen Materialien bestehen.
- Insbesondere ist das Berstmittel mit dem Ventilkörper verpreßt. Das Verpressen des Berstmittels und des Ventilkörpers ist einfach und kostengünstig. Auch kann das Berstmittel in den Ventilkörper einrolliert werden. Natürlich sind auch andere Befestigungsarten denkbar.
- Der Ventilkörper kann einen Kanal haben, der auf der von der Antriebseinheit abgewandten Seite in Schlitzen ausläuft. Über den Kanal und die Schlitze strömt das Gas nach vorne, also in Richtung des Kraftübertragungsmittels. Die Schlitze sind zum Beispiel kreuz- oder sternförmig.
- Vorzugsweise ist der Dichtabschnitt ein sich in Richtung Antriebseinheit seitlich zunehmend nach außen erstreckender Randabschnitt des Dichtkörpers. Der elastische Dichtabschnitt kann sich dem Verlauf des Straffergehäuses anpassen und Schwankungen des Innendurchmessers des Straffergehäuses ausgleichen, weshalb kaum noch Leckageströme auftreten.
- Insbesondere sind der Dichtkörper und der Ventilkörper über einen in eine Ausnehmung hineinragenden Vorsprung miteinander verbunden und zueinander zentriert. Der Ventilkörper wird so zum Dichtkörper ausgerichtet, daß er nicht am Straffergehäuse angreift, weshalb keine Reibung zwischen dem Ventilkörper und dem Straffergehäuse auftritt.
- Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen. Die Erfindung wird anhand einer Ausführungsform beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
-
1 eine teilweise im Schnitt gezeigte Ansicht eines erfindungsgemäßen Gurtstraffers, -
2 in einem vergrößerten Maßstab den mit X bezeichneten Bereich von1 mit einer Antriebseinheit, einem Multifunktionsteil und einem Kraftübertragungsmittel, -
3 eine vergrößerte Ansicht eines Bereichs des Multifunktionsteils, und -
4 eine perspektivische Ansicht des Multifunktionsteils. - In
1 ist ein erfindungsgemäßer Gurtstraffer10 in Form eines Kugelstraffers mit einem Straffergehäuse12 und einem darin drehbar aufgenommenen Ritzel14 gezeigt. Das Ritzel14 ist direkt oder indirekt (z. B. über einen Kraftbegrenzer, wie z. B. einen Torsionsstab) mit einer nicht gezeigten Gurtspule gekoppelt bzw. im Straffall an diese ankoppelbar. - Weiterhin verfügt der Gurtstraffer
10 über ein Hohlrad16 mit einem angeformten, radial nach außen gerichteten Flügelansatz18 . Eine Verzahnung des Hohlrades16 steht in direktem Eingriff mit einer Verzahnung des Ritzels14 . - Ferner ist eine Antriebseinheit
24 mit einem pyrotechnischen Antrieb vorgesehen. Die Antriebseinheit24 steht über eine rohrförmige Führung22 , die Teil des Straffergehäuses12 ist, mit einem das Hohlrad16 umgebenden, ringförmigen Raum26 in Strömungsverbindung. Im ringförmigen Raum26 ist der Flügelansatz18 angeordnet, an dem ein Kraftübertragungsmittel20 in Form mehrerer, aneinander angrenzender Kugeln angreift. Das Kraftübertragungsmittel20 ist im Inneren der Führung22 positioniert, wobei der Querschnitt der Führung22 in etwa dem Kugeldurchmesser entspricht. - Weiterhin ist zwischen der Antriebseinheit
24 und dem Kraftübertragungsmittel20 ein Multifunktionsteil28 in der Führung22 angeordnet. Das Multifunktionsteil28 besteht aus einem Dichtkörper30 , einem Ventilkörper32 und einem Berstmittel34 und ist so in die Führung22 eingebracht, daß der Dichtkörper30 der Antriebseinheit24 zugewandt und der Ventilkörper32 der Antriebseinheit24 abgewandt ist. Bereits im eingebauten, nicht-aktivierten Zustand greift der Dichtkörper30 direkt an dem Kraftübertragungsmittel20 an. - Insbesondere hat der Dichtkörper
30 einen Dichtabschnitt36 , der in Richtung der Antriebseinheit24 seitlich nach außen zunimmt, um gegen die Führung22 , also das Straffergehäuse12 , abzudichten. Der Dichtabschnitt36 ist also ein sich aufweitender Randabschnitt des Dichtkörpers30 . - An der der Antriebseinheit
24 zugewandten Seite hat der Dichtkörper30 eine Einbuchtung38 (siehe insbesondere2 und3 ), die in einen Kanal40 übergeht. Der Kanal40 ist von dem Berstmittel34 abgedeckt, das in einer zylindrischen Ausnehmung42 des Dichtkörpers30 sitzt und zwischen Dichtkörper30 und Ventilkörper32 angeordnet ist. Insbesondere ist das Berstmittel34 in den Ventilkörper32 eingepreßt. - Das Berstmittel
34 , das insbesondere eine Berstscheibe ist und eine mittige, kleine Auslaßöffnung44 hat, gewährleistet, daß oberhalb eines bestimmten Materialdrucks in dem Raum zwischen der Antriebseinheit24 und dem Multifunktionsteil28 die Auslaßöffnung44 vergrößert wird (siehe3 ) und Gas abrupt entweichen kann. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß auch bei einer Zündung der Treibladung im ungünstigsten Fall, beispielsweise bei einer Blockierung des Hohlrades16 , kein übermäßig hoher Gasdruck entstehen kann. Die Auslaßöffnung44 des Berstmittels34 gewährleistet ferner, daß Gas abströmen kann, weshalb das System nach einem Unfall drucklos ist. - In die zylindrische Ausnehmung
42 des Dichtkörpers30 ist ein zylindrischer Vorsprung46 des Ventilkörpers32 eingebracht und damit verbunden. Das Berstmittel34 ist an der Stirnseite des Vorsprungs46 angebracht, z. B. durch Verpressen, Rollieren, Löten oder Schweißen. - Der Ventilkörper
32 hat einen im Querschnitt gesehen kreisförmigen Kanal48 , der zur Auslaßöffnung44 und zum Kanal40 im Dichtkörper30 fluchtet und einen kleineren Durchmesser D2 als der Kanal40 im Dichtkörper30 hat (siehe Durchmesser D1 des Kanals40 ). Der Kanal48 im Ventilkörper32 läuft in vier kreuzförmig angeordneten Schlitzen (vgl.4 ) aus. Über den Kanal48 und die Schlitze50 kann das Gas kontrolliert ausströmen, so daß ein Ventilabschnitt52 gebildet ist. Die Abmessungen des Ventilkörpers32 sind so gewählt, daß er einen kleineren Durchmesser als der Durchmesser der rohrförmigen Führung22 hat, damit er nicht an der Führung22 angreift. Beim Beaufschlagen des Multifunktionsteils28 mit Druck tritt deshalb eine vergleichsweise geringe Reibung auf, und das Multifunktionsteil28 kann sich nicht in der Führung22 verklemmen. - Im normalen Fahrbetrieb ist der Gurtstraffer
10 nicht mit der (nicht gezeigten) Gurtspule gekoppelt. Im Rückhaltefall wird das Ritzel14 an die Gurtspule angekoppelt und gleichzeitig oder bereits zuvor die Antriebseinheit24 aktiviert. Diese erzeugt ein Druckgas, welches das Multifunktionsteil28 und damit das Kraftübertragungsmittel20 und den Flügelansatz18 beaufschlagt. Dadurch wird auf den Flügelansatz18 eine Antriebskraft ausgeübt, die das Hohlrad16 in Drehung versetzt, was wiederum das Ritzel14 antreibt. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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- Zitierte Patentliteratur
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- - DE 19512660 C2 [0004]
- - DE 29710011 U1 [0005]
Claims (12)
- Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem, mit einem Straffergehäuse (
12 ), einer Antriebseinheit (24 ) und einem durch die Antriebseinheit (24 ) bewegten Kraftübertragungsmittel (20 ), wobei zwischen der Antriebseinheit (24 ) und dem Kraftübertragungsmittel (20 ) ein Multifunktionsteil (28 ) vorgesehen ist, das von der Antriebseinheit (24 ) weg gegen das Kraftübertragungsmittel (20 ) bewegbar ist, und wobei das Multifunktionsteil (28 ) einen Ventilabschnitt (52 ) und einen am Straffergehäuse (12 ) angreifenden Dichtabschnitt (36 ) aufweist. - Gurtstraffer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Multifunktionsteil (
28 ) im nicht aktivierten Zustand eine Auslaßöffnung (44 ) besitzt. - Gurtstraffer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Berstmittel (
34 ) vorgesehen ist. - Gurtstraffer nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßöffnung (
44 ) in dem Berstmittel (34 ) vorgesehen ist. - Gurtstraffer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Multifunktionsteil (
28 ) aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt ist und der Dichtabschnitt (36 ) an einem Dichtkörper (30 ) und der Ventilabschnitt (52 ) an einem Ventilkörper (32 ) vorgesehen ist. - Gurtstraffer nach Anspruch 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Berstmittel (
34 ) zwischen dem Dichtkörper (30 ) und dem Ventilkörper (32 ) angeordnet ist. - Gurtstraffer nach Anspruch 3 und Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Berstmittel (
34 ) mit dem Ventilkörper (32 ) verpreßt ist. - Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilkörper (
32 ) an dem der Antriebseinheit (24 ) abgewandten Ende des Multifunktionsteils (28 ) vorgesehen ist. - Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilkörper (
32 ) einen Kanal (48 ) hat, der auf der von der Antriebseinheit (24 ) abgewandten Seite in Schlitzen (50 ) ausläuft. - Gurtstraffer nach Anspruch 5 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kanal (
40 ) in dem Dichtkörper (30 ) vorgesehen ist, der einen größeren Durchmesser hat als der Kanal (48 ) in dem Ventilkörper (32 ). - Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtabschnitt (
36 ) ein sich in Richtung Antriebseinheit (24 ) zunehmend seitlich nach außen erstreckender Randabschnitt des Dichtkörpers (30 ) ist. - Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtkörper (
30 ) und der Ventilkörper (32 ) über einen in eine Ausnehmung hineinragenden Vorsprung (46 ) miteinander verbunden und zueinander zentriert sind.
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