DE102006031359B4 - Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem - Google Patents
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Abstract
Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem, mit
einer Antriebseinheit (28), die einen pyrotechnischen Antrieb (30) umfasst, und mit
einem Kraftübertragungselement (24), das bei Aktivierung der Antriebseinheit (28) an einem drehbar gelagerten Antriebsrad (22) angreift, das an die Achse (A) eines Gurtaufrollers (10) gekoppelt oder ankoppelbar ist, und mit
einer gekrümmten Führung (26) für das Kraftübertragungselement (24), die zumindest abschnittsweise als Druckraum (32) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass
das eine Kraftübertragungselement (24) aus einem substantiell verformbaren Material besteht, wobei das Material elastisch ist, sodass es sich an den Verlauf der gekrümmten Führung anpasst,
und dass das Antriebsrad (22) bei Aktivierung der Antriebseinheit (28) in das Material des Kraftübertragungselements (24) eindringt.
einer Antriebseinheit (28), die einen pyrotechnischen Antrieb (30) umfasst, und mit
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und dass das Antriebsrad (22) bei Aktivierung der Antriebseinheit (28) in das Material des Kraftübertragungselements (24) eindringt.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Gurtstraffer für einen Sicherheitsgurtsystem.
- Bekannte Gurtstraffer weisen für gewöhnlich ein Kraftübertragungselement auf, beispielsweise mehrere in einer Reihe angeordnete Kugeln, die zunächst in einem Rohr gespeichert sind und bei Aktivierung eines Gasgenerators mit einem hohen Druck beaufschlagt werden. Dadurch werden die Kugeln nach vorne aus dem Rohr ausgeschoben und treiben ein Antriebsrad an, welches mit der Gurtspule gekoppelt ist. Weitere bei bekannten Gurtstraffern eingesetzte Kraftübertragungselemente sind Zahnstangen, Ketten, Formkörper oder auch das durch den Gasgenerator erzeugte Druckgas selbst.
- Aus der gattungsgemäßen
ist ein Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem bekannt, der einen pyrotechnischen Antrieb als Antriebseinheit und ein Kraftübertragungselement umfasst. Das Kraftübertragungselement greift nach einer Aktivierung der Antriebseinheit an einem drehbar gelagerten Antriebsrad an, das an die Achse eines Gurtaufrollers gekoppelt ist. Zudem kann der Gurtstraffer eine gekrümmte Führung für das Kraftübertragungselement umfassen, die zumindest abschnittsweise als Druckraum ausgebildet ist.JP H08-192 722 A - In der
US 44 44 010 A wird ein Gurtstraffer gezeigt, der eine Vielzahl von Kraftübertragungselementen umfasst. Der Antrieb des Antriebsrads durch die Kraftübertragungselemente erfolgt durch Reibschluss. - Die Erfindung schafft einen Gurtstraffer, der sich durch eine besonders einfache und kostengünstige Herstellungsweise sowie ein geringes Gewicht auszeichnet.
- Erfindungsgemäß wird dies bei einem gattungsgemäßen Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem dadurch erreicht, dass das eine Kraftübertragungselement aus einem substantiell verformbaren Material besteht, wobei das Material elastisch ist, so dass es sich an den Verlauf der gekrümmten Führung anpasst, und wobei das Antriebsrad bei Aktivierung der Antriebseinheit in das Material des Kraftübertragungselements eindringt.
- In diesem Zusammenhang ist unter einem substantiell verformbaren Material ein Material zu verstehen, das sich, etwa bei Kontakt mit dem Antriebsrad, makroskopisch verformt. Beispiele hierfür sind EPDM Werkstoffe verschiedener Shorehärten (
70 -95 Shore), Kautschuk, Naturkautschuk oder (weiche) Thermoplaste. Auch eine ideale plastische Masse wie Lehm oder Knete mit oder ohne schlauchartige Ummantelung kommt (theoretisch) in Frage. Verformungen oder Materialabtragungen im mikroskopischen Bereich, wie sie beim Kontakt einer gewöhnlichen Zahnstange mit einem Zahnrad auftreten, fallen natürlich nicht unter die erfindungsgemäße Ausgestaltung. Der erfindungsgemäße Gurtstraffer zeichnet sich durch eine weiche Einsteuerung des Kraftübertragungselements am Antriebsrad aus, wobei sich die bei einer Zahnstange als Kraftübertragungselement auftretende Zahn-auf-Zahn-Problematik vermeiden läßt. Befindet sich zudem das Kraftübertragungselement im Einbauzustand nicht in Eingriff mit dem Antriebsrad, kann auf eine Kupplung zwischen Antriebsrad und Gurtaufrollerachse verzichtet werden. - Wie bereits erwähnt, ist das Material des Kraftübertragungselements gemäß einer Ausführungsform der Erfindung plastisch verformbar und verformt sich bei Kontakt mit dem Antriebsrad.
- Ebenso kann das Material elastisch verformbar sein, wobei auch bei einem solchen Material in erster Linie dessen zähe bzw. duktile Eigenschaften zur Kraftübertragung auf das Antriebsrad genutzt werden. Die (zusätzlich vorhandenen) elastischen Eigenschaften bieten jedoch gegenüber einem ausschließlich plastisch verformbaren Material Vorteile bezüglich der Handhabbarkeit bei der Herstellung und Montage sowie der Langzeitstabilität.
- Vorzugsweise weist das Kraftübertragungselement ein elastomeres Material auf.
- Um eine reibschlüssige Verbindung zwischen dem Kraftübertragungselement und dem Antriebsrad zu erreichen, weist das Antriebsrad bevorzugt eine rauhe Umfangsfläche auf.
- Insbesondere ist das Antriebsrad ein Zahnrad oder ein Turbinenrad.
- Erfindungsgemäß dringt das Antriebsrad bei Aktivierung der Antriebseinheit in das Material des Kraftübertragungselements ein, wodurch sich eine formschlüssige Verbindung ergibt.
- Die Eindringtiefe kann dabei bis zu 100 % des Durchmessers des Kraftübertragungselements betragen. Natürlich ist die Eindringtiefe insbesondere vom Material des Kraftübertragungselements abhängig.
- Die Antriebseinheit umfaßt einen pyrotechnischen Antrieb, der ein besonders rasches Ansprechen des Gurtstraffers gewährleistet.
- Es ist eine Führung für das Kraftübertragungselement vorgesehen, die zumindest abschnittsweise als Druckraum ausgebildet ist. Insbesondere ist der pyrotechnische Antrieb an einem Ende der Führung angeordnet, wobei das bei der Aktivierung erzeugte Druckgas das Kraftübertragungselement beaufschlagt und innerhalb der Führung bewegt. Dabei kann die Führung einen nahezu beliebigen Verlauf aufweisen, da das Kraftübertragungselement ja verformbar ausgebildet ist. Dadurch läßt sich eine besonders kompakte bzw. optimal an das jeweilige Fahrzeug angepaßte Bauweise erzielen.
- Insbesondere bei Verwendung eines pyrotechnischen Antriebs, der ein Druckgas erzeugt, sollte wenigstens eine Dichtung vorgesehen sein, die zwischen dem Kraftübertragungselement und der Führung abdichtet.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung mehrer bevorzugter Ausführungsformen anhand der beigefügten Zeichnung. In dieser zeigt:
- -
1 eine schematische Perspektivansicht eines Gurtaufrollers mit einem erfindungsgemäßen Gurtstraffer; - -
2 eine Schnittansicht eines Gurtstraffers gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung im Einbauzustand; - -
3 eine Schnittansicht des Gurtstraffers aus2 nach Beendigung eines Straffvorgangs; und - -
4 eine Schnittansicht eines Gurtstraffers gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung während eines Straffvorgangs. -
1 zeigt schematisch einen Gurtaufroller10 mit einem Rahmen12 , in welchem eine Gurtspule14 drehbar gelagert ist. Auf der Gurtspule14 ist ein Sicherheitsgurt16 aufgerollt. Um in einen Rückhaltefall Gurtband einziehen zu können, ist ein Gurtstraffer18 vorgesehen, der am in der1 rechten Ende des Rahmens12 angeordnet ist. -
2 zeigt eine erste Ausführungsform des Gurtstraffers18 , der ein Gehäuse20 aufweist, das mit dem Rahmen12 verbunden ist. Im Gehäuse20 ist ein Antriebsrad22 drehbar gelagert, das drehfest mit der Achse A (insbesondere der Gurtspule14 ) des Gurtaufrollers10 verbunden ist. Alternativ zur gezeigten Ausgestaltung kann das Antriebsrad22 auch nur bei Bedarf, nämlich bei Auslösung des Gurtstraffers18 , an die Achse A angekoppelt werden. Bei der in der2 gezeigten Ausgestaltung ist das Antriebsrad22 als Turbinenrad ausgebildet. - Weiterhin ist ein Kraftübertragungselement
24 aus einem substantiell verformbaren, hier insbesondere einem elastomeren Material vorgesehen, das in einer Führung26 angeordnet ist und im Einbauzustand (2 ) nicht mit dem Antriebsrad22 in Eingriff steht. Dadurch ist im Normalbetrieb des Gurtaufrollers10 vor Aktivierung des Gurtstraffers18 eine ungehinderte Drehung der Gurtspule14 möglich. Anstelle der in der Figur gezeigten geradlinigen Führung26 kann natürlich auch eine gekrümmt verlaufende Führung vorgesehen sein. Theoretisch kann die Führung26 einen beliebigen Verlauf aufweisen, dem sich das elastische Kraftübertragungselement24 anpaßt. - Das in der Figur rechte Ende der Führung
26 steht mit einer Antriebseinheit28 , die einen pyrotechnischen Antrieb30 umfaßt, in Strömungsverbindung. Bei einer Aktivierung der Antriebseinheit28 wird ein Druckgas erzeugt, welches den sich zwischen der Antriebseinheit28 und dem Kraftübertragungselement24 befindenden Abschnitt der Führung26 füllt, der einen Druckraum32 darstellt. Weiterhin ist eine Dichtung34 vorgesehen, die an dem der Antriebseinheit28 zugewandten Ende des Kraftübertragungselements24 angeordnet ist und zwischen dem Kraftübertragungselement24 und der Führung26 abdichtet. - In einem Rückhaltefall wird der pyrotechnische Antrieb
30 aktiviert und erzeugt ein Druckgas, welches den Druckraum32 füllt und das Kraftübertragungselement24 beaufschlagt. Dadurch wird auf dieses eine Antriebskraft ausgeübt, die das Kraftübertragungselement24 auf das Antriebsrad22 zu bewegt. Das Antriebsrad22 (bzw. dessen Turbinenflügel) kann (können) in das Material des Kraftübertragungselements24 eindringen, wobei die Eindringtiefe je nach Material bis zu 80 % oder sogar 100 % des Durchmessers des Kraftübertragungselements24 betragen kann. Das Kraftübertragungselement24 bewegt sich am Antriebsrad22 vorbei, wodurch es dieses sowie die Achse A des Gurtaufrollers10 mitsamt der Gurtspule14 in Drehung versetzt. Der Sicherheitsgurt16 wird eingezogen.3 zeigt den Gurtstraffer18 nach Beendigung der Straffbewegung. - In
4 ist ein Gurtstraffer18 gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung dargestellt. Im folgenden tragen gleiche oder funktionsgleiche Bauteile gleiche Bezugszeichen, und es wird nur auf die Unterschiede zur bereits beschriebenen Ausführungsform eingegangen. - Beim Gurtstraffer der
4 ist das Antriebsrad22 als Zahnrad ausgebildet, dessen Zähne jedoch ebenso in das Material des Kraftübertragungselements24 eindringen können. Ein weiterer Unterschied zur ersten Ausführungsform besteht darin, daß der Druckraum32 einen deutlich größeren Querschnitt als das Kraftübertragungselement24 aufweist. In einem Austrittsbereich36 des Kraftübertragungselements24 aus dem Druckraum32 ist eine Dichtung34 vorgesehen, die ortsfest im Druckraum32 angeordnet ist. - Bei Aktivierung des pyrotechnischen Antriebs
30 wird der Druckraum32 mit Druckgas gefüllt, welches das Kraftübertragungselement24 beaufschlagt. Aufgrund der Druckdifferenz an den beiden Stirnseiten des Kraftübertragungselements24 wird auf dieses eine Antriebskraft ausgeübt, die das Kraftübertragungselement24 aus dem Druckraum32 herausbewegt.
Claims (8)
- Gurtstraffer für ein Sicherheitsgurtsystem, mit einer Antriebseinheit (28), die einen pyrotechnischen Antrieb (30) umfasst, und mit einem Kraftübertragungselement (24), das bei Aktivierung der Antriebseinheit (28) an einem drehbar gelagerten Antriebsrad (22) angreift, das an die Achse (A) eines Gurtaufrollers (10) gekoppelt oder ankoppelbar ist, und mit einer gekrümmten Führung (26) für das Kraftübertragungselement (24), die zumindest abschnittsweise als Druckraum (32) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Kraftübertragungselement (24) aus einem substantiell verformbaren Material besteht, wobei das Material elastisch ist, sodass es sich an den Verlauf der gekrümmten Führung anpasst, und dass das Antriebsrad (22) bei Aktivierung der Antriebseinheit (28) in das Material des Kraftübertragungselements (24) eindringt.
- Gurtstraffer nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Material plastisch verformbar ist. - Gurtstraffer nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftübertragungselement (24) ein elastomeres Material aufweist. - Gurtstraffer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (22) eine raue Umfangsfläche aufweist.
- Gurtstraffer nach
Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (22) ein Zahnrad ist. - Gurtstraffer nach
Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsrad (22) ein Turbinenrad ist. - Gurtstraffer nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Eindringtiefe des Antriebsrads (22) bis zu 100 % des Durchmessers des Kraftübertragungselements (24) beträgt. - Gurtstraffer nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Dichtung (34) vorgesehen ist, die zwischen dem Kraftübertragungselement (24) und der Führung (26) abdichtet.
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