DE102004006873B3 - Kraftfahrzeugsitz - Google Patents
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Abstract
Ein Kraftfahrzeugsitz besitzt eine Rückenlehne, die eine Lehnenstruktur aufweist, an der eine Halterung für eine Kopfstütze gelagert ist. Die Kopfstütze ist aus einer Ausgangslage in eine ausgefahrene Lage auf den Kopf eines Sitzinsassen zu bewegbar. Es ist eine Arretiervorrichtung vorgesehen, mit der die Halterung in einer ausgefahrenen Lage der Kopfstütze an der Lehnenstruktur arretierbar ist. Die Arretiervorrichtung weist ein durch eine Feder vorgespanntes Rastelement auf, das mit einer an der Halterung ausgebildeten Rastaufnahme verrastbar ist. Die Arretiervorrichtung weist ein durch eine Bedienperson betätigbares Entriegelungselement auf, das bei Betätigung im arretierten Zustand der Halterung das Rastelement entgegen der Wirkung der Feder außer Eingriff mit der Rastaufnahme bringt.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Kraftfahrzeugsitz nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Ein so her Kraftfahrzeugsitz, wie er aus dem Dokument
bekannt ist, weist eine sogenannte aktive Kopfstütze auf, mit der bei einem Heckaufprall auf ein Fahrzeug die Kopfstütze auf den Kopf eines Sitzinsassen zubewegt wird, um zu verhindern, daß der Kopf auf eine zu hohe Geschwindigkeit beschleunigt wird und dann auf die Kopfstütze prallt. Mit Hilfe der Arretiervorrichtung kann die Kopfstütze in ihrem ausgefahrenen Zustand verriegelt werden, um zu verhindern, daß durch den Aufprall des zurückschleudernden Kopfes die Kopfstütze wieder zurück in ihre eingefahrene Lage bewegt wird.FR 2 824 799 A1 - Bei dem Kraftfahrzeugsitz nach der
erfolgt ein Auslösen für ein Ausfahren der Kopfstütze mit Hilfe eines Vorspannelements, das mit einer Sperrvorrichtung zusammenwirkt, die bei Auftreten einer Grenzbeschleunigung ausgelöst werden kann, so daß das Vorspannelement die Halterung bzw. die Kopf stütze in die ausgefahrene Lage bringt. Die Arretiervorrichtung, mit der die Kopfstütze in der ausgefahrenen Lage arretiert wird, ist durch ein Rastelement gebildet, das mit Hilfe einer Vorspannfeder mit einer Rastaufnahme verrastbar ist.FR 2 824 799 A1 - Eine weitere aktive Kopfstütze ist bekannt aus der
DE 100 60 764 C1 . Bei dieser Konstruktion wird die Kopfstütze bzw. die Halterung nicht durch ein Vorspannelement, sondern durch ein im Lehnenbereich angeordnetes Druckelement aus der eingefahrenen in die ausgefahrene Lage gebracht. Das Druckelement wird betätigt durch den bei einem Heckaufprall zurückschleudernden Rücken eines Sitzinsassen. Die Arretierung der Halterung und der Kopfstütze in der ausgefahrenen Lage erfolgt über eine Kniehebelkonstruktion. - Es ist ferner aus der
DE 102 28 675 C1 ein druckbetätigtes, aktives Kopfstützsystem bekannt, bei dem die Kopfstütze entgegen der Kraft einer Rückholfeder ausfahrbar und im ausgefahrenen Zustand arretierbar ist. Die Arretierung erfolgt über einander zugewandte Rastelemente, wobei eines der Rastelemente elastisch gelagert ist. Wenn der Kopf nach einem Heckaufprall auf die Kopfstütze zu prallt, wird das elastische Element verformt, so daß die Rastelemente miteinander in Eingriff kommen. Liegt die durch den Kopf ausgeübte Kraft nicht mehr an, übt das elastische Element eine Rückstellkraft aus, so daß die Rastelemente außer Eingriff geraten. Infolge dessen zieht die Rückholfeder die Kopfstütze in die Ausgangslage zurück. Mit der in derDE 102 28 675 C1 beschriebenen Konstruktion erfolgt also ein automatisches Lösen der Arretierung. - Aus der
DE 199 24 236 C1 ist weiter ein Kraftfahrzeugsitz mit einer aktiven Kopfstütze bekannt, bei der in nach vorn verla gerter Position die Kopfstütze mittels in Eingriff kommender Rastglieder gegen ein Rückschwenken in die Ausgangslage verriegelt ist. Die Rastglieder bestehen aus einem mit der Kopfstütze mitschwenkenden Zahnsegment und aus einem Sperrstift, über den hinweg das Zahnsegment beim Vorschwenken der Kopfstütze ratscht. Diese Rastglieder lassen nach Art eines Gesperres nur das Vorschwenken der Kopfstütze zu. Soll die Kopfstütze in ihre Ausgangslage zurück geschwenkt werden, muß der Sperrstift aus seiner Sperrlage heraus verschoben werden. Dies erfordert einen aufwendigen Eingriff in das Innere der Lehnenstruktur. Außerdem kehrt die Kopfstütze nach Entriegelung über den Sperrstift nicht selbstätig in ihre Ausgangslage zurück, sie muß vielmehr entgegen der Kraft einer Feder zurückgeschwenkt werden. - Nachteilig bei den Kopfstützsystemen gemäß der
bzw. derFR 2 824 799 A1 DE 100 60 764 C1 ist, daß die Arretierung der Kopfstütze in der ausgefahrenen Lage nicht reversibel ist. Um die Arretierung zu lösen, d.h. um den Sitz für eine normale Nutzung gebrauchsfertig zu machen, ist eine aufwendige Demontage bzw. Reparatur des Sitzes erforderlich. - Nachteilig bei der Konstruktion gemäß der
DE 102 28 675 C1 ist, daß der Zeitraum, in dem die Kopfstütze arretiert ist, zu kurz sein kann. Außerdem hängt eine zuverlässige Arretierung auch davon ab, in welchem Winkel der Kopf auf die Kopfstütze prallt. - Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Kopfstützensystem der eingangs genannten Art dahingehend weiter zu entwickeln, daß die Kopfstütze in der ausgefahrenen Lage zuverlässig arretiert ist und aus dieser Lage in einfacher Weise in ihre Ausgangslage zurück geführt werden kann.
- Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
- Durch das Entriegelungselement kann das Rastelement entgegen der Wirkung der Feder außer Eingriff mit der Rastaufnahme gebracht werden. Dadurch, daß das Entriegelungselement durch eine Bedienperson betätigbar ist, ist nach Arretierung der Kopfstütze in einer ausgefahrenen Lage eine Demontage des Kraftfahrzeugsitzes nicht mehr notwendig. Vielmehr kann durch Betätigung des Entriegelungselements die Arretierung gelöst werden, so daß die Kopfstütze aus der ausgefahrenen Lage zurück in die Ausgangslage gebracht werden kann und somit der Kraftfahrzeugsitz wieder gebrauchsfertig ist.
- Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
- Nachstehend wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand der Zeichnungen im einzelnen beschrieben. Es zeigen:
-
1 – eine perspektivische Ansicht einer Rückenlehne eines Kraftfahrzeugsitzes, dessen Halterung sich in einer Ausgangslage befindet, -
2 – eine der1 entsprechende Ansicht, wobei sich die Halterung in einer ausgefahrenen Lage befindet, -
3 – eine perspektivische Ansicht der Rückenlehne gem.1 von schräg hinten, -
4 – eine der3 entsprechende Ansicht mit abschnittsweise geschnitten dargestellter Arretiervorrichtung, -
4a – eine Seitenansicht gem. der Schnittlinie IV-IV gem.4 , -
5 – eine der4 entsprechende Ansicht, wobei sich die Halterung in ihrer fast vollständig ausgefahrenen Lage befindet, -
6 – eine der5 entsprechende Ansicht, wobei sich die Arretiervorrichtung in ihrem arretierten Zustand befindet, -
7 – eine der6 entsprechende Ansicht, wobei sich die Arretiervorrichtung in einer Anschlagstellung befindet, -
7a – eine Seitenansicht gem. der Schnittlinie VII-VII gem.7 , -
8 – eine der7 entsprechende Ansicht, wobei das Entriegelungselement der Arretiervorrichtung in einem betätigten Zustand dargestellt ist, -
8a – eine Seitenansicht gem. der Schnittlinie VIII-VIII gem.8 . - In
1 ist die Lehnenstruktur1 einer Rückenlehne eines Kraftfahrzeugsitzes dargestellt. Im oberen Endbereich der Lehnenstruktur1 ist eine insgesamt mit2 bezeichnete Halterung für eine nicht dargestellte Kopfstütze vorgesehen. Die Halterung2 weist ein plattenförmiges Druckelement2a auf, das seitlich an Schwenkplatten2b gelagert ist, die um eine Schwenkachse1a verschwenkbar sind. An den Schwenkplatten2b ist eine Kurbel2c gelagert, an der wiederum zwei Kopfstützenrohre2d und2e zur Führung von Kopfstützenstangen der nicht dargestellten Kopfstütze angeordnet sind. Durch Druck auf das Druckelement2a können die Schwenkplatten2b um die Schwenkachse1a verschwenkt werden, so daß die Kopfstützenrohre2d und2e aus der in1 dargestellten Ausgangslage in die in2 dargestellte ausgefahrene Lage bewegt werden. - In
3 ist der obere Endbereich der Lehnenstruktur1 dargestellt. Die Kopfstützenrohre2d und2e sind, ausgehend von der Kurbel2c , im oberen Endbereich der Lehnenstruktur1 innerhalb von zwei Gehäusen2f und2g geführt. An den genannten Gehäusen sind Entriegelungselemente2h und2i für insgesamt mit3 bezeichnete Arretiervorrichtungen vorgesehen. - Mit Bezug auf
4 und4a wird folgenden die Arretiervorrichtung3 sowie die Lagerung der Kopfstützenrohre2d und2e am Beispiel des Kopfstützenrohrs2e detaillierter beschrieben. Das Kopfstützenrohr2e ist an seinem unteren Ende an der Kurbel2c gelagert. In einem oberen Bereich ist das Kopfstützenrohr2e verschieblich in einem Lagerkörper2j geführt, der um eine Schwenkachse2k verschwenkbar ist. Somit bildet der Lagerkörper2j ein Dreh-/Schubgelenk. - An dem Gehäuse
2g ist eine Feder3a gelagert, die über einen Bolzen3b , der fest mit einem Rastelement3c verbunden ist, das Rastelement3c in Richtung auf das Kopfstützenrohr2e drückt. Das Rastelement3c ist schwenkbar an einer Lagerstelle3d gelagert. - Das Entriegelungselement
2h ist als Wippe ausgebildet, am Gehäuse2g gelagert und dort um eine horizontal verlaufende Achse21 schwenkbar. Das Entriegelungselement2h weist einen Betätigungsabschnitt2m auf. Durch Druck auf den Betätigungsabschnitt2m kann das Entriegelungselement2h um die Achse21 verschwenkt werden. An dem dem Betätigungsabschnitt2m gegenüberliegenden Ende des Entriegelungselements2h ist ein Entriegelungsabschnitt2n vorgesehen, der den Bolzen3b hintergreift, so daß bei Druck auf den Betätigungsabschnitt2m mit Hilfe des Entriegelungsabschnitts2n der Bolzen3b und das fest damit verbundene Rastelement3c entgegen der Wirkung der Feder3a vom Kopfstützenrohr2e weg bewegt werden kann. - Mit Bezug auf
5 ist das Kopfstützenrohr2e in seiner fast vollständig ausgefahrenen Lage dargestellt. Das Rastelement3c befindet sich gerade noch außer Eingriff mit einer im Kopfstützenrohr2e als Langloch ausgebildeten Rastaufnahme2o . - In dem in
6 dargestellten Zustand befindet sich das Rastelement3c schließlich in Eingriff mit der Rastaufnahme2o des Kopfstützenrohrs2e . - Gemäß
7 und7a ist das Kopfstützenrohr2e gegenüber der in6 dargestellten Lage teilweise zurückgefahren, so daß sich das Rastelement3c mit einem oberen Anlagebereich3e in Anlage mit dem oberen Rand der Rastaufnahme2o des Kopfstützenrohrs2e befindet. Das Zurückfahren des Kopfstützenrohrs2e aus der in6 in die in7 dargestellte Lage erfolgt mit einer u.a. in1 dargestellten Rückholfeder4 , die an einem in4a dargestellter. Halteabschnitt4a der Schwenkplatte2b angelenkt ist. - Mit Bezug auf die
8 und8a ist dargestellt, wie das Rastelement3c durch Druck auf den Betätigungsabschnitt2m des Entriegelungselements2h außer Eingriff mit der Rastaufnahme2o des Kopfstützenrohrs2e kommt. Der Entriegelungsabschnitt2n hebt dabei den Bolzen3b und das damit verbundene Rastelement3c aus der Rastaufnahme2o , und zwar entgegen der Wirkung der Feder3a . - Die Entriegelungselemente
2h und2i sind bei einem fertig montierten Kraftfahrzeugsitz durch einen Bezugsstoff oder eine Verkleidung verdeckt. Durch den Bezugsstoff bzw. die Verkleidung hindurch kann eine Bedienperson Druck auf das Betätigungselement2m ausüben, so daß ohne Demontage des Kraftfahrzeugsitzes die Arretiervorrichtung3 aus einem arretierten Zustand in einen nicht arretierten Zustand gebracht werden kann. Somit kann die Halterung2 mit Hilfe der Rückholfeder4 aus einer ausgefahrenen Lage in die Ausgangslage zurückbewegt werden.
Claims (9)
- Kraftfahrzeugsitz mit einer Rückenlehne, die eine Lehnenstruktur (
1 ) aufweist, an der eine Halterung (2 ) für eine Kopfstütze gelagert ist, wobei die Kopfstütze aus einer Ausgangslage in eine ausgefahrene Lage auf den Kopf eines Sitzinsassens zu bewegbar ist, wobei eine Arretiervorrichtung (3 ) vorgesehen ist, mit der die Halterung (2 ) in der ausgefahrenen Lage der Kopfstütze an der Lehnenstruktur (1 ) arretierbar ist, wobei die Arretiervorrichtung (3 ) ein durch eine Feder (3a ) vorgespanntes Rastelement (3c ) aufweist, das mit einer an der Halterung (2 ) ausgebildeten Rastaufnahme (2o ) verrastbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine Rückholfeder (4 ) für eine Bewegung der Kopfstütze aus der ausgefahrenen Lage zurück in die Ausgangslage vorgesehen ist und die Arretiervorrichtung (3 ) ein von außen am Sitz durch eine Bedienungsperson betätigbares Entriegelungselement (2h ,2i ) aufweist, das bei Betätigung im arretierten Zustand der Halterung (2 ) das Rastelement (3c ) entgegen der Wirkung der Feder (3a ) außer Eingriff mit der Rastaufnahme (2o ) bringt. - Kraftfahrzeugsitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Entriegelungselement (
2h ,2i ) an der Lehnenstruktur (1 ) gelagert ist. - Kraftfahrzeugsitz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Entriegelungselement (
2h ,2i ) schwenkbar gelagert ist. - Kraftfahrzeugsitz nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Entriegelungselement (
2h ,2i ) einen von der Bedienperson mit Druck beaufschlagbaren Betätigungsabschnitt (2m ) aufweist. - Kraftfahrzeugsitz nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Entriegelungselement (
2h ,2i ) einen Entriegelungsabschnitt (2n ) aufweist, der mit dem Rastelement (3c ) oder damit verbundenen Bauteilen (3b ) zusammenwirkt. - Kraftfahrzeugsitz nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Entriegelungselement (
2h ,2i ) als Wippe ausgebildet ist. - Kraftfahrzeugsitz nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (
2 ) Kopfstützenrohre (2d ,2e ) zur Führung von Kopfstützenstangen der Kopfstütze aufweist, wobei in den Kopfstützenrohren (2d ,2e ) in Längsrichtung der Kopfstützenrohre (2d ,2e ) verlaufende, Rastaufnahmen (2o ) bildende Schlitze vorgesehen sind. - Kraftfahrzeugsitz nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (
2 ) schwenkbar in der Lehnenstruktur (1 ) gelagert ist und mit Druckelementen (2a ) in Verbindung steht, wobei durch Druck auf die Druckelemente (2a ) durch einen Sitzinsassen die Halterung (2 ) für eine Ausfahrbewegung der Kopfstütze verschwenkbar ist. - Kraftfahrzeugsitz nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (
2 ) durch eine Sperrvorrichtung entgegen der Wirkung eines Vorspannelements in ihrer Ausgangslage gehalten ist, wobei die Sperrvorrichtung durch Überschreiten einer Grenzbeschleunigung lösbar ist für eine Ausfahrbewegung der Kopfstütze mit Hilfe des Vorspannelements.
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