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Die
Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zum bidirektionalen Übertragen
von Signalen bei einem Kraftfahrzeug, wobei durch ein empfangenes
Anforderungssignal ein Antwortsignal mit einer Dateninformation
ausgelöst
wird.
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Eine
solche Anordnung ist beispielsweise aus der Patentschrift
US 6,581,449 B1 bekannt.
Dabei handelt es sich um ein Warnsystem, bei dem der Reifendruck
in jedem Reifen überwacht
wird und bei zu niedrigem Druck eine Anzeige erfolgt.
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Ein
solches System weist fahrzeugseitig ein Sender-Empfänger-Paar (im Folgenden
als Transceiver bezeichnet) auf, das jeweils einem Rad des Fahrzeugs
zugeordnet ist. In jedem Reifen ist ein Empfänger-Sender-Paar (im Folgenden
als Transponder bezeichnet) angeordnet. Der Sender des Transceivers sendet
bei Auslösung
zunächst
ein Energiesignal aus. Dieses Signal löst beim Transponder ein Zurücksenden
von aktuellen Reifenparametern vom jeweiligen Reifen zum Fahrzeug
aus.
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Der
Transceiver sendet dabei für
eine relativ große
Zeitdauer ein Feld mit hoher Feldstärke (hoher Energie) aus, damit
der Transponder mit ausreichend Energie versorgt wird (Ladephase).
Wenn dann genügend
Energie in dem Transponder gespeichert ist, so schaltet der Transceiver
sein Feld ab und geht auf Empfangsbetrieb (Empfangsphase). Der Transponder
erzeugt mit Hilfe der Energie Reifen- und Reifendruckdaten, die
moduliert als Datensignal zurück
zu dem Transceiver gesendet werden.
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Werden
solche Systeme zum Übertragen von
Energie und/oder Daten in demselben Übertragungskanal mehrfach bei
dem Fahrzeug verwendet, so können
Signale mit einer hohen Feldstärke
den Empfang der Datensignale stören,
wenn beide Signale etwa zeitgleich anstehen. Sind weitere Fahrzeuge
in der Umgebung, bei denen ebenfalls ein solches Übertragungssystem
gerade in Betrieb ist, das in demselben Frequenzbereich (Übertragungskanal) arbeitet,
so können
die hohen Feldstärken
den Empfang der Datensignale ebenfalls stören, wenn die starken Felder
ebenfalls zum Zeitpunkt des Empfangs von Daten am Ort des Empfängers immer
noch eine im Empfindlichkeitsbereich des Empfängers liegende Amplitude aufweisen.
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Um
die Wahrscheinlichkeit solcher Störungen zu verringern, könnte beispielsweise
das Abfragen des Reifendrucks seltener stattfinden. Allerdings ist
es wünschenswert,
dass relativ häufig
eine Druck- und eine Temperaturmessung vorgenommen wird, um eine
möglichst
baldige Rückmeldung
zu bekommen, dass sich der Zustand eines Reifen ändert.
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Aus
dem Stand der Technik sind verschiedene Verfahren bekannt, wie Kollisionen
zwischen mehreren Sendern, die zu einem Empfänger gehören, vermieden werden können. Viele
dieser Verfahren beabsichtigen, die vorhandenen Sender zu unterschiedlichen
Zeiten senden zu lassen, um Kollisionen (Störungen) zwischen den Sendern
von zwei Sendern und Empfängern
zu vermeiden. Dazu werden beispielsweise Zufallszahlen (JP 2002/135274) oder
deterministische Größen (
US 6,507,276 ) verwendet,
um jeweils unterschiedliche Sendezeiten für die einzelnen Energiesender
festzulegen. Eventuell doch auftretende Kollisionen führen trotzdem
nicht zum Datenverlust, wenn die Sendung mehrmals wiederholt wird
(
US 6,408,690 ). Grundsätzlich werden die Übertragungen
unterschiedlicher Sender durch Verwendung von globalen, nur einmal
zugewiesenen Identifikationssignalen unterschieden (
EP 1,043,179 ).
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Bei
diesen bekannten Verfahren können
jedoch die Störungen
kaum vermieden werden, da die Energieversorgung für passive
Transponder relativ viel Zeit in Anspruch nimmt und die Abfragehäufigkeit relativ
hoch ist. D.h. die Signale mit hoher Feldstärke müssen relativ lange anstehen;
die Wahrscheinlichkeit einer Störung
durch diese Signale ist daher hoch. Außerdem werden bei diesen Verfahren
die Störungen
durch andere Fahrzeuge mit identischen Systemen nicht berücksichtigt.
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Die
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung und ein Verfahren zum Übertragen
von Energie und Daten bei einem Kraftfahrzeug zu schaffen, bei denen
der Empfang von Datensignalen möglichst wenig
gestört
wird durch externe elektromagnetische Felder.
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Diese
Aufgabe wird durch eine Anordnung mit den Merkmalen von Anspruch
1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 7 gelöst. Dabei
wird die Wiederholrate des Aussendens eines ersten Signals durch
einen Sender eines Transceivers abhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit ausgelöst. Ein
passiver Transponder bereitet nach Empfang des Signals Daten auf
und sendet diese moduliert zu dem Transceiver zurück. Infolgedessen ist
das Zurücksenden
auch mit der Fahrzeuggeschwindigkeit korreliert. Die Geschwindigkeitsinformation
erhält
der Transceiver von einem Geschwindigkeitsgeber, der über eine
Datenleitung mit dem Transceiver unmittelbar oder mittelbar über eine Steuereinheit
verbunden ist. Folglich kann bei einer hohen Geschwindigkeit die Übertragung
von Signalen öfter
stattfinden und bei niedriger Geschwindigkeit seltener. Denn bei
hoher Geschwindigkeit beträgt
der Abstand zu anderen Fahrzeugen sehr viel mehr als bei niedriger
Geschwindigkeit oder im Stillstand. Somit ist die Wahrscheinlichkeit
geringer, dass fremde Energiesender überhaupt in der Nähe des Fahrzeugs
sind. Somit ist die Wahrscheinlichkeit einer Störung der Datenübertragung
auch geringer.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind durch die Unteransprüche gekennzeichnet.
Vorteilhaft ist es, eine solche Anordnung und ein solches Verfahren
bei einem Reifendruckmesssystem zu verwenden. Dann können die
Drucksensoren in den Reifen bei hohen Geschwindigkeiten öfter abgefragt werden.
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Denn
gerade bei hoher Geschwindigkeit besteht ein höheres Risiko für einen
Unfall bei unzureichendem Reifendruck. Denn der Fahrer sollte frühzeitig über einen
Druckverlust gewarnt werden. Das geschwindigkeitsabhängige Auslösen der
Abfrage nach dem Reifendruck hat weiterhin den Vorteil, dass insgesamt
gesehen weniger oft ein Energiespeicher (Akkumulator) geladen wird
und somit dieser von seiner Lebensdauer her geschont wird.
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Es
wird auch kein separater Geschwindigkeitsgeber benötigt. Denn
die Information über
die Geschwindigkeit liegt im Kraftfahrzeug ohnehin für ABS oder
die Motorsteuerung vor. Diese Information steht im Kraftfahrzeug
allen elektrischen Geräten
zur Verfügung,
wenn diese an den Fahrzeugdatenbus angeschlossen sind. Das geschwindigkeitsabhängige Auslösen eines
Abfragesignals kann auch mit anderen Verfahren wie den Reifendruckmesssystemen eingesetzt
werden, bei denen der Einfluss von Störsignalen, insbesondere bei
weiterer Verbreitung dieser Systeme bei vielen Fahrzeugen, möglichst
verringert werden soll.
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Die
Geschwindigkeitsinformationen müssen nicht
zu jedem einzelnen Transceiver gelangen. Es kann auch eine zentrale
Steuereinheit die Geschwindigkeitsinformation erhalten, und die
daran angeschlossenen Transceiver geschwindigkeitsabhängig anweisen,
ein Abfragesignal auszusenden. Die zentrale Steuereinheit sorgt
auch dafür,
dass die Transceiver des Fahrzeugs zum Aussenden der Abfragesignale
nicht gleichzeitig eingeschaltet werden.
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So
kann eine solche Anordnung für
ein Reifendruckmesssystem mit einem passiven Transponder verwendet
werden, bei dem ein Energiesender sowie ein Datenempfänger jeweils
einem Rad zugeordnet und in der Nähe von diesem fahrzeugseitig angeordnet
sind. Ein Datensender sowie ein Energieempfänger sind jeweils in einem
Reifen des Fahrzeugs angeordnet. Durch die nahe Anordnung zueinander
können
die Energiesignale relativ klein gehalten werden. Wenn zusätzlich noch
geschwindigkeitsabhängig
das Auslösen
der Energiesignale (d.h. die zeitlichen Abstände der Energiesignale) vorgenommen
wird, so stören
diese seltener bei funktionell identischen Systemen von anderen
Fahrzeugen und umgekehrt.
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Der
Datensender ist vorteilhaft mit einem Reifendrucksensor, einem Temperatursensor,
einem Reifenverschleißsensor
oder einem Belastungssensor verbunden. Somit können die aktuellen Reifenparameter
häufig
genug abgefragt werden und bei Abweichen von Referenzwerten kann
eine optische oder akustische Anzeige für den Fahrer ausgelöst werden.
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Der
Energieempfänger
weist einen Zwischenspeicher auf, in dem die übertragene Energie zwischengespeichert
wird. Sobald das Übertragen der
Energie beendet ist, wird die Energie diesem Zwischenspeicher entnommen
und zum Aufbereiten und Aussenden von Daten verwendet. Bei Verwendung einer
Belastungsmodulation steht das Energiesignal auch noch während des
Sendens des Datensignals an. Der Transceiver wird dabei vom Transponder
im Rhythmus der Daten "belastet", wodurch die Daten auf
den Transceiver übertragen
werden.
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Als
Geschwindigkeitsgeber kann ein ohnehin im Fahrzeug vorhandene Geschwindigkeitsgeber beispielsweise
des ABS-Systems verwendet werden. Die Geschwindigkeitssignale stehen
auf dem Fahrzeugdatenbus (Datenleitung) allen anderen an den Bus
angeschlossenen Geräten
zur Verfügung.
Somit kann das Steuergerät
oder der Transceiver mit dem Energiesender geschwindigkeitsabhängig zum
Auslösen
der Drucksignale angesteuert werden. Es wird daher kein zusätzlicher
Geschwindigkeitsgeber mehr benötigt.
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Der
Energiesender sowie der Datenempfänger können als Transceiver in einem
eigenen Gehäuse
und der Energieempfänger
sowie der Datensender als Transponder in einem eigenen Gehäuse oder als
jeweils eine bauliche Einheit mit jeweils einer gemeinsamen Sende-
und Empfangsantenne ausgebildet sein.
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Damit
der Energieempfänger
und der Datensender nicht zuviel Energie benötigen und nicht zu aufwändig aufgebaut
sein müssen,
arbeiten beide im selben Frequenzband, das heißt bei etwa gleicher Trägerfrequenz.
Somit werden keine unterschiedlichen Übertragungstechnologien benötigt, die
einen Mehraufwand darstellen würden.
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Die
Datenempfänger
werden weniger gestört,
wenn alle Energiesender in einem Kraftfahrzeug zu unterschiedlichen
Zeiten und zeitlich nicht überlappend
ihre Energiesignale aussenden.
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Eine
solche Anordnung und ein solches Verfahren können vorteilhafterweise bei
einem Reifendruckmesssystem verwendet werden, bei dem es ohnehin
vorteilhaft ist, wenn bei hohen Geschwindigkeiten öfters der
Reifendruck kontrolliert wird. Die Anordnung und das Verfahren können auch
bei anderen Verwendungsmöglichkeiten
eingesetzt werden, bei denen Signale drahtlos zu einem entfernt
gelegenen Empfänger übertragen
werden und dort das Zurücksenden
von Daten auslösen.
Eine solche Anordnung und ein solches Verfahren wäre auch
für ein
Airbagsystem (Rückhaltesystem)
möglich,
da auch bei diesen bei hohen Geschwindigkeiten öfter eine Übertragung von Positionsdaten
von Personen auf den Sitzen wünschenswert
ist.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden im Folgenden anhand der schematischen Zeichnungen
näher dargestellt.
Es zeigen:
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1 ein
Blockschaltbild einer Anordnung zum bidirektionalen Übertragen
von Signalen bei einem Kraftfahrzeug mit einem Reifendruckmesssystem,
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2 einen
Schnitt durch ein Rad mit einer Anordnung gemäß 1
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3 eine
Draufsicht auf ein Rad mit einer Anordnung nach 1,
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4 ein
Blockschaltbild eines Transceivers und eines passiven Transponders
einer Anordnung gemäß 1 und
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5A bis 5D zeitliche
Intensitätsverläufe der übertragenen
Signale.
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Im
Folgenden wird eine Anordnung und ein Verfahren zum bidirektionalen Übertragen
von Signalen zwischen zwei entfernt voneinander im Kraftfahrzeug
angeordneten Sende-Empfangs-Einheiten
am Ausführungsbeispiel
eines Reifendruckmesssystems beispielhaft erläutert. Dabei wird ein Transceiver
verwendet, um Energie zu einem passiven Transponder zu senden, wodurch
eine Rücksendung
von Reifendaten vom Transponder zum Transceiver veranlasst wird.
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Unter
einem "Transponder" ist dabei ein elektronisches
Gerät zu
verstehen, das sowohl Signale empfangen als auch senden kann. Dem
gesendeten Signal werden dabei verschiedene Informationen aufmoduliert.
Solche Informationen können
gemessene Werte sein oder auch sonstige physikalische Parameter,
wie Reifendruck, Temperatur, Umdrehungen, Beschleunigungen, Reifenabnutzung, Belastung
usw. Es können
auch feste Informationen dem Signal aufmoduliert werden, wie beispielsweise eine
individuelle Reifenkennung. Bei Transpondern wird unterschieden
zwischen passiven Transpondern und aktiven Transpondern. Passive
Transponder benötigen
Energie, die ihnen von einem Transceiver zugesendet wird. Ein solcher
Transceiver kann auch als Abfragegerät bezeichnet werden. Aktive
Transponder benötigen
keine externe Spannungsquelle, sondern haben eine eigene Spannungsquelle,
wie beispielsweise eine Batterie oder einen Akkumulator. Aktive
Transponder bleiben solange im Sleep- oder Stand-by-Modus, bis sie
durch ein Anforderungs- oder
Abfragesignal eines Transceivers geweckt werden. Passive Transponder
hingegen senden automatisch ihr Signal zurück, sobald genügend Energie
von dem Transceiver empfangen wurde (Energiesignale können noch
anstehen) oder sobald die Energieübertragung beendet wird (d.h.
die Energiesignale stehen nicht mehr an und der Übertragungskanal ist "frei").
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Bei
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel nach 1 ist
je ein passiver Transponder 1 in jedem Rad 2 angeordnet.
Er weist eine axial zur Radachse angeordnete Antenne 3 auf,
die vorteilhafterweise an der Seitenwand des Reifens 4 angeordnet
ist. Die Antenne 3 ist mit dem eigentlichen Transponder 1 induktiv
oder magnetisch gekoppelt (der Transponder 1 wird in der 4 näher erläutert).
Jeder Radposition (vorne links und rechts sowie hinten links und rechts)
ist zumindest ein Transceiver 5 zugeordnet. Die räumliche
Zuordnung kann dadurch vorgenommen werden, dass jeweils eine Antenne 6 des
Transeivers 5 in der Nähe
jeden Rades 2 angeordnet ist oder der komplette Transceiver 5.
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Der
Transceiver 5 ist mit einer Steuereinheit 7 verbunden,
die ihrerseits an eine Datenleitung 8 (beispielsweise den
Fahrzeugbus) angeschlossen ist. Mit dem Fahrzeugbus sind auch viele
andere Geräte,
wie ein Raddrehzahlgeber (vgl. 4) als Geschwindigkeitsgeber 9 für ein ABS
(Antiblockiersystem für
Bremsen), eine Motorsteuerung oder eine Anzeigeeinheit 10 (Display)
verbunden.
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Falls
die Transceiver 5 in unmittelbarer Nähe der Räder 2 angeordnet sind,
so können
sie über
den Fahrzeugbus mit einer gemeinsamen Steuereinheit 7 verbunden
sein. Bei der Erfindung ist es vorteilhaft, die Antennen 6 der
Transceiver 5 nahe bei den Antennen 3 der Transponder 1 anzuordnen,
damit die von den Transceivern 5 ausgesendeten Felder auch tatsächlich von
den Transpondern 1 empfangen werden. Je näher die
beiden zueinander angeordnet sind und je besser die elektromagnetische
Kopplung ist, desto kleiner kann die Feldstärke des Transceivers 5 und
auch die des Transponders 1 ausgelegt werden, um dennoch
sicher Energie und Daten zu empfangen. Dies hat den Vorteil, dass
andere, entferntere Empfänger
weniger gestört
werden.
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Bei
diesem Ausführungsbeispiel
handelt es sich um ein induktiv arbeitendes System zum Übertragen
von Energie und Daten, bei dem jeweils der Transceiver 5 und
der Transponder 1 je eine gemeinsame Sende- und Empfangsantenne 3, 6 verwenden,
die jeweils als Spule ausgebildet sind. Die Sende- und Empfangsantenne 6 des
Transceivers 5 ist jeweils einem Rad 2 und möglichst
nahe an der Antenne 3 des Transponder 1 angeordnet
(2). Die Antenne 6 des Transceivers 5 ist
derart ausgerichtet, dass ihr Magnetfeld B mit ausreichender Stärke im Bereich
der Antenne 3 des Transponders 1 im Reifen 4 wirksam
ist (gute magnetische Kopplung), wenn die Spule von einem Wechselstrom
durchflossen wird. Wenn das von einer Spule erzeugte Magnetfeld
die Windungsfläche(n)
der jeweils anderen Spule mit ausreichender Dichte schneidet, so
besteht eine gute Kopplung und damit eine gute Signalübertragung.
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In 2 ist
die Antenne 6 des Transceivers 5 als Spule mit
einem Ferritkern am Federbein 11 angeordnet. Die Antenne 3 des
Transponders 1 ist als Ringspule axial (mit der Radachse
als Mittelachse) am Umfang und an der inneren Seitenwand des Reifens 4 angeordnet
(2 und 3). Zwischen den beiden Antennen 3, 6 sollten
möglichst
keine metallenen Teile angeordnet sein, damit die Übertragung von
Signalen nicht abgeschirmt oder gedämpft wird. Daher sollte die
Antenne 3 nicht auf die Felge des Rades 2 montiert
werden, da die Felge üblicherweise aus
Metall hergestellt ist und die Signale verfälschen würde. Wenn die Antenne 6 des
Transceivers 5 auf Höhe
sowie in der Nähe
der Anntenne 3 des Transponders 1 und etwa senkrecht
dazu angeordnet ist, so sind die Magnetflüsse der beiden Spulen gut miteinander
gekoppelt, so dass Signale hin- und
her übertragen
werden können.
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Zum
Senden von Energie (und ggf. auch Daten) weist der Transceiver 5 zunächst ein
Treiberstufe 13 (4) auf,
die einen LC-Schwingkreis 14 mit der Spule L1 (Antennenspule)
und einem Kondensator C1 mit einer Schwingung
anregt. Zum Steuern des Sendens wird der Transceiver 5 über eine
Schnittstelle 15 von der Steuereinheit 7 gesteuert.
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Zum
Empfang von Daten wird ebenfalls der LC-Schwingkreis 14 ausgenutzt,
wobei die empfangene, induzierte Schwingung (magnetische Einkopplung
in die Spule L1) über einen Demodulator 16 abgegriffen
wird (demoduliert) und die darin enthaltenen Daten über die
Schnittstelle 15 an die Steuereinheit 7 zum Auswerten
geleitet werden.
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Der
Transponder 1 weist die Ringspule als Antenne 3 auf
(identisch mit der Spule L2 in 4), die
axial im Reifen 4 angeordnet ist. Ein durch den LC-Schwingkreis 14 des
Transceivers 5 erzeugtes, nieder- oder hochfrequentes Magnetfeld
induziert bei guter magnetischer Kopplung eine Schwingung in dem
Antennenkreis des Transponders 1. Diese Schwingung wird über einen
Anpassungstransformator 18 zu dem eigentlichen Transponder 1 mit
einem parallelen LC-Schwingkreis 19 mit einer Spule L3 (Teil des Anpassungstransformators 18)
und einem Kondensator C3 geleitet. Die Spule
L3 ist gemäß 3 in die
Antenne 3 eingefädelt
(gekoppelt). Somit ist – unabhängig von
der Radwinkelstellung (siehe gepunktete Linie und Pfeil in 3)
des Transponders 1 – der
Transponder 1 mit dem Transceiver 5 immer induktive
gekoppelt, da das Magnetfeld B mit der Antenne 3 immer
gekoppelt ist.
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Der
Transponder 1 weist einen Gleichrichter 20 auf,
durch den die empfangene Schwingung gleichgerichtet wird, um einen
Energiespeicher 21 (hier beispielsweise ein Ladekondensator
C4) aufzuladen. Dieser Energiespeicher 21 dient
dazu, die Elemente des Transponders 1 mit Energie zu versorgen, um
Daten zurück
zum Transceiver 5 zu senden. Sobald das Laden des Energiespeichers 21 beendet
ist (gleichbedeutend mit dem Ende des Energiesignals vom Transceiver 5),
beginnt das Aufbereiten von Daten und das Senden. Die Dauer des
Energiesignals ist derart bemessen, dass der Energiespeicher 21 sicher
so weit geladen ist, dass die Energie zum Versorgen der Bauteile
des Transponders 1 ausreicht.
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Die
zu sendenden Daten können
gemessene physikalische Größen sein
oder feste Daten, die im Transponder 1 gespeichert sind.
Daher kann der Transponder 1 mit einem oder mehreren Sensoren 22,
wie einem Drucksensor, Temperatursensor, Belastungssensor, Reifenabnutzungssensor,
Beschleunigungssensor usw. verbunden sein. Die gemessenen Werte
werden digital aufbereitet als Daten einem Modulator 23 zugeführt, der
dafür sorgt,
dass diese Daten einer Trägerschwingung
des LC-Schwingkreises 19 des Transponders 1 aufmoduliert
werden. Über
den Anpassungstransformator 18 wird die modulierte Schwingung
zu der Antenne 3 des Transponders 1 übertragen.
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Wenn
die Antenne 3 des Transponders 1 mit der Antenne 6 des
Transceivers 5 gut magnetisch gekoppelt ist, so wird die
modulierte Schwingung als niederfrequentes Magnetfeld B auf den
Transceiver 5 übertragen.
Der LC-Schwingkreis 14 des Transceivers 5 schwingt
dann mit der modulierten Schwingung. Die Daten können nun aus dieser Schwingung demoduliert
werden.
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Auf
diese Weise werden die Daten auf den Transceiver 5 übertragen.
Dort werden die Daten demoduliert und der Steuereinheit 7 zugeführt. Je
nach Anforderung können
die Daten dann zum Steuern einer optischen oder akustischen Anzeige
oder zum Steuern von sonstigen Funktionen im Kraftfahrzeug verwendet
werden.
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Die Übertragung
von Energie und Daten findet dabei innerhalb eines einzigen Übertragungskanals
statt, d.h. bei etwa gleicher Trägerfrequenz
sowohl vom Transceiver 5 zum Transponder 1 als
auch vom Transponder 1 zurück zum Transceiver 5.
Bei der induktiven Übertragung
wird vorteilhafterweise als Trägerfrequenz
125 kHz verwendet. Das Frequenzband von 119 bis 135 kHz darf in
Deutschland lizenzfrei mit größeren Signalstärken (hier
beispielsweise für
das Energiesignal) genutzt werden. Bei kleinen Signalstärken (hier
beispielsweise das Datensignal) darf ein breiterer Bereich als für große Signalstärken genutzt
werden, so dass je nach Bedarf der Frequenzbereich zum Zurücksenden
der Daten verlassen werden kann. Die Sender 1, 5 und
Empfänger 1, 5 mit
ihren LC-Schwingkreisen 14, 19 sind dabei auf
diesen Frequenzbereich abgestimmt.
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Bei
induktiver Übertragung
sind Sende- und Empfangskreise mit ihren Resonanzfrequenzen aufeinander
abgestimmt (bei ASK = Amplitude Shift Keying sind die Trägerfrequenzen
etwa gleich und bei FSK = Frequency Shift Keying liegt die Trägerfrequenz
und damit Resonanzfrequenz etwa in der Mitte zwischen den beiden
Modulationsfrequenzen). Aufgrund von Bauteiletoleranzen kann es
jedoch zu leichten Abweichungen kommen, so dass die Signale innerhalb
des gesamten Frequenzbandes des Übertragungskanals
mehr oder weniger gut empfangen werden können. Daher können auch
störende
Magnetfelder, die etwa die gleiche Trägerfrequenz aufweisen, innerhalb
des Übertragungskanals
und – je nach
Störstärke – auch außerhalb
des Frequenzbandes zu Verfälschungen
und Störungen
führen.
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Damit
genügend
Energie für
den Transponder 1 bereitgestellt wird, ist die Feldstärke der
Energiesignale ausreichend hoch. Bei solchen Signalen mit hoher
Energie ist es aus EMV- und sonstigen Störungsgründen wünschenswert, wenn diese Signale nur
so lange anstehen wie unbedingt nötig. Die Reichweite der induktiven
Signale nimmt stark mit wachsendem Abstand zum Sender ab. Am Ort
des Energieempfängers
muss noch eine ausreichend hohe Energie und Feldstärke vorhanden
sein, damit der Energiespeicher 21 auch effektiv geladen
werden kann. Aufgrund der hohen Energie, die zum Laden des Energiespeichers
notwendig ist, können
durch die Energiesignale andere, weiter entfernte Empfänger im
selben Übertragungskanal
gestört
werden, insbesondere dann, wenn diese Empfänger sehr empfangsempfindlich
sind, d.h. von Haus aus so ausgelegt sind, dass sie bereits kleinste
Feldstärken
detektieren können.
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Für die Datensignale
steht bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
nur relativ wenig Energie zur Verfügung. Daher haben diese Datensignale nur
eine geringe Feldstärke.
Dies hat zusätzlich
den Vorteil, dass die Datensignale andere, weiter entfernte Empfänger nicht
oder nur gering stören.
Damit diese Signale auch empfangen werden können, muss die Empfangsempfindlichkeit
der Datenempfänger recht
hoch sein. Aus diesem Grunde sind die Datenempfänger auch empfindlich für externe
Störsignale oder
weiter entfernte Energiesender, wenn die Signale von anderen Sendern
noch genügend
große
Amplituden haben und zeitgleich mit den Datensignalen am Ort des
Datenempfängers
anstehen.
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Daher
kann es vorkommen, dass die von einem Transceiver 5 ausgesendeten
Energiesignale die Empfänger
von anderen, weiter entfernten Transceivern störend beeinflussen, so dass
diese das ihnen zugeordnete Datensignal des entsprechenden Transponders
nicht oder nicht korrekt empfangen können.
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Damit
die an jedem Rad 2 ausgesendeten Energiesignale die anderen
Datenempfänger 5 innerhalb
desselben Kraftfahrzeugs nicht stören, ist es vorteilhaft, wenn
jeder einem Rad 2 zugeordnete Transceiver 5 das
Energiesignal während
eines eigenen Zeitfensters aussendet, so dass sich die Zeitfenster
der verschiedenen Energiesignale nicht überlappen.
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Wenn
andere Fahrzeuge funktionsgleiche Systeme verwenden, die im gleichen Übertragungskanal
arbeiten, so kann es, insbesondere bei viel Verkehr, zu Störungen kommen,
die durch nahe Fahrzeuge und deren Energiesignale verursacht werden, da
die Energiesignale immer noch eine Feldstärke in der Größenordnung
der Datensignale aufweisen können
und daher das gerade abgefragte Datensignal durch Signalüberlagerung
stören.
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Bei
Reifendruckmesssystemen ist es üblich, dass
der Reifendruck intermittierend mit regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen gemessen
wird (von der Steuereinheit 7 abgefragt wird). Herkömmlicherweise
wird während
der Fahrt mit einer festen Wiederholrate gemessen, während im
Stillstand nicht oder mit einer geringen Wiederholrate gemessen wird.
Damit das eigene Fahrzeug mit seinem Reifendruckmesssystem kaum
durch identische Systeme bei anderen Fahrzeugen im Empfang von Datensignalen
gestört
wird, ist es erfindungsgemäß vorgesehen,
die Energiesignale abhängig
von der Fahrzeuggeschwindigkeit häufiger oder seltener auszulösen.
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So
wird die Wiederholrate bei hohen Geschwindigkeiten – je nach
Geschwindigkeit – erhöht und bei
niedrigen Geschwindigkeiten erniedrigt. Da bei hoher Fahrzeuggeschwindigkeit
wahrscheinlich weniger andere Fahrzeuge in unmittelbarer Nachbarschaft
sind (wenn die Sicherheitsabstände
beachtet werden), so können
sich auch weniger elektromagnetische Störsignale von anderen Fahrzeugen
beim Empfang von Datensignalen auswirken. Falls in diesen Fahrzeugen
identische Systeme zum Übertragen
von Energie und Daten verwendet werden, die im selben Übertragungskanal
arbeiten, so ist dann die Wahrscheinlichkeit geringer, dass störende Signale
von den anderen Sendern die Datensignale überlagern.
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Bei
langsamer Fahrt, insbesondere bei Stau hingegen ist es viel wahrscheinlicher,
dass Fahrzeuge mit identischen Übertragungssystemen
in der Nähe
sind, die dann den Empfang von Daten stören könnten. Wenn daher bei niedriger
Geschwindigkeit relativ selten Daten abgefragt werden, so sind die Störungen ebenfalls
geringer, da die Zeitfenster, zu denen die Energiesignale gesendet
werden, statisch über
einen größeren Zeitraum
verteilt sind.
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Für Reifendruckmesssysteme
hat dies den Vorteil, dass die Sicherheit nicht eingeschränkt wird, da
bei hoher Geschwindigkeit der Reifendruck öfter abgefragt werden sollte
als bei langsamer Fahrt. Denn bei schneller Fahrt muss der Fahrer
schneller auf einen zu niedrigen Luftdruck hingewiesen wer den, da
die Gefahr eines Unfalls dann viel größer ist. Im Stillstand oder
bei langsamer Fahrt genügt
ohnehin eine relativ seltene Abfrage des Reifendrucks. Denn die
Gefahr eines Unfalls ist dort infolge ungenügenden Drucks recht gering.
Die Wiederholrate der Abfragen des Reifendrucks werden dann mit
zunehmender Geschwindigkeit immer mehr gesteigert, ohne mehr Störungen durch
Fremdstörer
zu erhalten, da sich zugleich die Wahrscheinlichkeit von Fremdstörern in
der Nähe
verringert.
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In
den 5A bis 5D sind
die übertragenen
Signale über
der Zeit sowohl bei niedriger Fahrzeuggeschwindigkeit (in 5A die
Energiesignale und in 5B die Datensignale) als auch
bei hoher Geschwindigkeit (in 5C die
Energiesignale und in 5D die Datensignale) dargestellt.
Die Dauer des Energiesignals (Energieschwingung) beträgt etwa
2,5 s (Zeitdauer zwischen den Zeitpunkten t0 und
t1) für
einen Aufladevorgang eines Energiespeichers 21 eines Transponders 1 im
Reifen 4. Die Dauer des Energiesignals ist dabei immer
gleich, unabhängig
von der Geschwindigkeit. Lediglich die Wiederholrate des Sendens
der Energiesignale wird geschwindigkeitsabhängig verändert.
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Hierzu
wird eine Sendepause ΔTi zwischen den Energiesignalen abhängig von
der Fahrzeuggeschwindigkeit gesteuert, wobei bei niedriger Geschwindigkeit
seltener Energiesignale ausgesendet werden als bei hoher Geschwindigkeit.
Die Sendepausen ΔTi zwischen den Energiesignalen können umgekehrt
proportional und linear/stetig zur Fahrzeuggeschwindigkeit oder
auch stufenförmig
oder schrittweise verändert
werden.
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In 5B ist
das Antwortsignal/Datensignal des Transponders 1 dargestellt,
das auf das Übertragen
der Energie hin von dem Transponder 1 automatisch ausgelöst und zum
Transceiver 5 zurückgesendet
wird. Die Datensignale sollten nur kurze Zeit und mit ausreichender
Intensität
anstehen, damit die Datenempfänger
nicht zu lange eingeschaltet bleiben müssen. Es genügt also
eine Zeitdauer, die notwendig ist, um die Information oder die Daten
vollständig und
sicher zu übertragen.
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Bei
einem Reifendruckmesssystem kann diese Zeitdauer beispielsweise
etwa 20 ms (Zeit zwischen den Zeitpunkten t2 und
t3) betragen, und zwar unabhängig von
der Fahrzeuggeschwindigkeit. Für die
Datensignale sind üblicherweise
keine hohen Feldstärken
realisierbar, da der Energiespeicher 21 in seiner Energieaufnahmekapazität begrenzt
ist.
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In
den 5A bis 5D sind
keine absoluten Werte für
die Feldstärken
IE (Feldstärke oder Intensität der Energiesignale)
und ID (Feldstärke oder Intensität der Datensignale)
der Signale angegeben, sondern nur schematisch die Größenverhältnisse.
So kann es sich bei den Feldstärken
IE, ID entweder
um die Feldstärken
IE, ID am Empfangsort
oder am Sendeort handeln. Da sich die Felder bzgl. ihrer Feldstärke IE, ID gleich mit
zunehmendem Abstand abschwächen,
bleibt die Verhältnisse
zueinander gleich.
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Bei
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel eines
Reifendruckmesssystems wird ein Energiesignal bei niedriger Fahrzeuggeschwindigkeit
zwischen den Zeitpunkten t0 und t1 ausgesendet (5A). Nach
Beendigen des Energiesignal wird automatisch das Datensignal erzeugt
und zwischen den Zeitpunkten t2 und t3 zurückgesendet
(5B).
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Bei
höheren
Geschwindigkeiten (5C und 5D) ist
die Sendepause ΔT2 zwischen den Energiesignalen kürzer als
die Sendepause ΔT1 bei langsamen Geschwindigkeiten, d.h. es
werden die Reifendrücke öfter abgefragt.
Die Zeitdauer des Anstehens der Signale bleibt jedoch gleich.
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Im
Folgenden sei eine stufenförmige
Veränderung
der Abfragewiederholrate angenommen. So kann bei niedriger Geschwindigkeit
(0 bis 30 km/h) die Sendepause ΔT1 zwischen zwei Energieschwingungen beispielsweise
etwa 120 Sekunden bei 2,5 s Dauer der Energieschwingung betragen.
Bei einer Geschwindigkeit von 30 bis 60 km/h kann die Sendepause ΔT2 etwa 60 Sekunden betragen, bei 60 bis 100
km/h etwa 20 Sekunden und über
100 km/h etwa 10 Sekunden.
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Das
Auslösen
der Energiesignale eines jeden Transceivers 5 wird erfindungsgemäß abhängig von
der Geschwindigkeit mit einer Wiederholrate proportional zur Geschwindigkeit
gesteuert.
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Vorteilhaft
ist es, wenn ein ohnehin vorhandener Geschwindigkeitsgeber 9,
beispielsweise vom einem ABS-System verwendet wird, dessen Geschwindigkeitssignal über den
Fahrzeugbus zum ABS-Steuergerät übertragen
wird. Da die Steuereinheit 7 für das Reifendruckmesssystem
ebenfalls mit dem Fahrzeugbus verbunden ist, hat es Zugriff auf das
Geschwindigkeitssignal. Abhängig
von der Fahrzeuggeschwindigkeit kann dann jeder Transceiver 5 entsprechend
angewiesen werden, Energiesignale auszusenden.
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Selbstverständlich können auch
eigene Geschwindigkeitsgeber 9 verwendet werden, die das Auslösen der
Energiesignale abhängig
von der Fahrzeuggeschwindigkeit steuern.
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Statt
die Transceiver 5 direkt den Rädern 2 zuzuordnen
und in der Nähe
dieser anzuordnen, reicht es aus, wenn lediglich die Antennen 6 in
der Nähe
der Räder 2 angeordnet
sind. Es kann dann ein zentraler Transceiver 5 vorhanden
sein, der die einzelnen Antennen 6 der Reihe nach und nicht überlappend
ansteuert. Im eigenen Fahrzeug sollten die Energiesignale nicht
zeitgleich mit Datensignalen ausgesendet werden. Die Zeitpunkte
und Zeitdauern des Aussendens der Datensignale ist bekannt, da sie
automatisch eine kurze Zeitdauer nach Beenden der Energiesignale
zurückgesendet
werden.
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Es
können
aber auch Antennen 6 und Transceiver 5 jeweils
in der Nähe
des Rades 2 angeordnet sein, wobei dann eine zentrale Steuereinheit 7 vorhanden
sein kann. Es kann auch in jedem Transceiver 5 eine Steuereinheit 7 enthalten
sein. Die Signale können
dabei im HF- oder auch im NF-Frequenzbereich in demselben Übertragungskanal
ausgesendet werden. Die verwendete Modulation ist für die Erfindung
unwesentlich, denn es können
je nach Bedarf und Möglichkeit
alle bekannten Modulationsarten verwendet werden.
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Unter
einem Übertragungskanal
ist dabei ein reservierter, zusammenhängender Frequenzbereich (Frequenzband)
zur Informationsübertragung
zwischen Sender und Empfänger
zu verstehen. Ein Übertragungskanal
ist durch seine Bandbreite und seine Frequenzlage gekennzeichnet,
d.h. durch die Lage einer mittleren Frequenz (z.B. einer Trägerfrequenz)
im verwendeten Wellenbereich. So kann für die induktive Übertragung
von Energie das Frequenzband von 119 bis 135 kHz (Bandbreite 16
kHz) bei der mittleren Frequenz von 125 kHz zugelassen sein. In
fast allen Ländern
der Welt sind verschiedene Frequenzbänder für die drahtlose Übertragung
von Signalen postalisch zugelassen. Wenn die Intensitäten recht
klein sind (wie dies bei den Datensignalen der Fall ist), so können die
Frequenzbandgrenzen insbesondere bei 125 kHz leicht überschritten
werden (z.B. bei einer FSK eine Modulationsfrequenz zwischen 108
und 119 kHz und die andere Modulationsfrequenz zwischen 124 bis
135 kHz liegen). Die tatsächlichen
Frequenzen hängen
ohnehin von den Umgebungsbedingungen, wie der Temperatur ab. Die
Empfänger
sind allerdings sicher in der Lage, zumindest innerhalb des Frequenzbandes
und auch knapp darüber
hinaus Signale zu empfangen.
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Das
Problem der gegenseitigen Störung
von Datenempfängern
durch leistungsstarke Energiesender entsteht nur, wenn die leistungsstarken
Signale im selben Frequenzband gesendet werden, wie Datensignale
mit niedriger Feldstärke
empfangen werden. Wenn das Senden der Energiesignale mit höherer Fahrzeugsgeschwindigkeit öfter vorgenommen wird,
so ist es wahrscheinlich, dass weniger Fahrzeuge innerhalb der Reichweite
der leistungsstarken Signale sind. Daher kann die Abfragerate der
Transponder 1 bei hoher Geschwindigkeit problemlos erhöht werden,
ohne dass die Störungen
zunehmen.
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Eine
erfindungsgemäße Anordnung
zum bidirektionalen Obertragen von Signalen bei einem Kraftfahrzeug
und ein solches Verfahren können auch
für andere
Anwendungen verwendet werden. Ein geschwindigkeitsabhängiges Senden
von energiestarken Signalen könnte
beispielsweise auch bei einem Airbagsystem verwendet werden. Denn
auch bei solchen Systemen sollten Fremdstörer nur wenig Auswirkungen
auf die Funktionalität
haben. Daher ist es auch da vorteilhaft, wenn eine Datenübertragung bei
hoher Geschwindigkeit öfter
und bei niedriger Geschwindigkeit seltener vorgenommen wird. Andererseits
sind diese Systeme sicherheitsrelevant. Daher sollten Fremdstörungen ohnehin
stark verringert werden. Auf jeden Fall ist es vorteilhaft, wenn
bei hoher Geschwindigkeit öfter
beispielsweise die Position der Person auf dem Sitz abgefragt wird,
ohne Gefahr zu laufen, dass das System durch Störsignale anderer Fahrzeuge
stark beeinträchtigt
wird. Somit würde auch
ein Airbagsystem sicherer und eine gegenseitige Beeinflussung durch
andere Fahrzeuge bliebe dennoch gering.
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Die
Datensignale enthalten auch Energie, diese ist jedoch viel kleiner
als die Energie, die in den Energiesignalen enthalten ist. Aus diesem
Grund werden die Signale mit hoher Feldstärke oder Energie als Energiesignale
und die Signale mit niedriger Energie als Datensignale bezeichnet,
unabhängig davon,
welche Information oder Daten in den jeweiligen Signalen enthalten
ist. Bei den Energiesignalen genügt
es, diese als sinusförmige
Signale ohne Information, d.h. ohne Modulation, zu übertragen.
Falls Zustandsinformationen von einem Teil (hier beispielsweise
der Reifen 4) benötigt
werden, ist es üblich,
Daten der Trägerschwingung
aufzumodulieren, die dann im Transceiver 5 durch Demodulation
zurückerhalten
werden. Hierzu genügt
es jedoch, wenn die Energie und damit die Feldstärke/Amplitude der Datensignale
verglichen mit derjenigen der Energiesignale wesentlich geringer
ist.
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Auf
die Modulationsarten und die Codierung der Signale kommt es dabei
nicht an. Vorteilhafterweise werden bei Reifendruckmesssystemen
binär codierte
Daten mit einer FSK-Modulation übertragen. Auch
die Übertragung
mit der so genannten Lastmodulation (eine Last, wie der Kondensator
C2, wird dem LC-Schwingkreis 19 parallelgeschaltet
und somit dessen Resonanzfrequenz verändert) ist sehr vorteilhaft.
Bei der Lastmodulation werden die Daten vom Transponder 1 her
induktiv dem LC-Schwingkreis 14 aufgeprägt. Daher
bleibt in diesem Fall die Energieschwingung auch noch während dem
Zurücksenden
der Daten erhalten. Der Demodulator 16 entnimmt die Daten
der Schwingung und leitet sie an die Steuereinheit 7 weiter.
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Die
erfindungsgemäße Anordnung
und das Verfahren kann überall
dort im Kraftfahrzeug verwendet werden, wo bidirektional Signale übertragen
werden und fremde Sendesignale zeitgleich zu erwünschten Empfangsignalen störend vorhanden
sein können.
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Da
energiestarke Signale eher stören,
ist es wichtig, dass bei denjenigen Situationen (langsamer Fahrt
oder Stillstand), bei denen wahrscheinlich mehr Störer in der
Nähe vorhanden
sind, weniger oft Energiesignale ausgesendet werden und bei Situationen (schneller
Fahrt), bei denen wahrscheinlich weniger Störer in unmittelbarer Nähe sind, öfter Energiesignale
ausgesendet werden, verglichen mit einem herkömmlichen System, bei dem die
Energiesignale mit einer konstanten Wiederholrate ausgesendet werden.