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DE10157689C1 - Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln einer Faserstoffbahn - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln einer Faserstoffbahn

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DE10157689C1
DE10157689C1 DE2001157689 DE10157689A DE10157689C1 DE 10157689 C1 DE10157689 C1 DE 10157689C1 DE 2001157689 DE2001157689 DE 2001157689 DE 10157689 A DE10157689 A DE 10157689A DE 10157689 C1 DE10157689 C1 DE 10157689C1
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Germany
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medium
nip
water
roller
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Ruediger Kurtz
Josef Schneid
Thomas Hermsen
Udo Gabbusch
Harald Hess
Rainer Fenske
Alexander Wassermann
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Voith Patent GmbH
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Voith Paper Patent GmbH
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Publication date
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    • D21GCALENDERS; ACCESSORIES FOR PAPER-MAKING MACHINES
    • D21G1/00Calenders; Smoothing apparatus
    • D21G1/006Calenders; Smoothing apparatus with extended nips
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21GCALENDERS; ACCESSORIES FOR PAPER-MAKING MACHINES
    • D21G1/00Calenders; Smoothing apparatus
    • D21G1/0073Accessories for calenders
    • D21G1/0093Web conditioning devices

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Abstract

Es wird ein Verfahren und eine Vorrichtung (1) zum Behandeln einer Faserstoffbahn (2), insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, angegeben, bei dem man die Bahn (2) in einem Breitnip (9) erwärmt, der durch eine Walze (3) und einen umlaufenden Mantel (5) oder durch zwei über Stützelemente laufende Mäntel gebildet ist, die über einen vorbestimmten Umfangsabschnitt in Kontakt stehen. DOLLAR A Man möchte die Glättergebnisse zur Behandlung verbessern und mit Feuchtigkeit in der Bahn behalten. DOLLAR A Hierzu beaufschlagt man die Bahn (2) vor dem Breitnip (9) mit einem Medium, das sich schneller als das sich beim Eintreten in den Breitnip in den Fasern und im Fasergerüst befindende Faserwasser verdampfen läßt.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln ei­ ner Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, bei dem man die Bahn in einem Breitnip er­ wärmt, der durch eine Walze und einen umlaufenden Man­ tel oder durch zwei über Stützelemente laufende Mäntel gebildet ist, die über einen vorbestimmten Umfangsab­ schnitt Kontakt miteinander haben, wobei man die Bahn vor dem Breitnip mit einem Medium beaufschlagt. Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Behandeln einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, mit einem Breitnip, der durch eine Walze und einen über einen vorbestimmten Umfangsabschnitt ge­ gen die Walze gedrückten Mantel oder durch zwei über Stützelemente laufende Mäntel gebildet ist, und mit ei­ ner Heizeinrichtung, die im Breitnip auf die Bahn wirkt, wobei vor dem Breitnip eine Medium-Auftragsein­ richtung angeordnet ist, die ein Medium auf die Bahn aufträgt.
Ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung sind aus WO 01/83883 A1 bekannt. Hier wird die Bahn kurz vor dem Nip dadurch befeuchtet, daß Wasser mit Hilfe einer Befeuchtungseinrichtung auf die Bahn aufge­ sprüht wird in einer Menge von 1 bis 20 g/m2. Das Was­ ser soll eine Einwirkzeit zwischen 0,1 und 2 s haben, bevor die Bahn den Breitnip durchläuft.
In EP 0 370 185 B2 wird eine Papier- oder Kartonbahn durch den Breitnip geleitet, um die Bahn volumenscho­ nend zu glätten. Der Breitnip hat den Vorteil, daß die Bahn hier über einen längeren Zeitraum verweilt, als dies in einem Nip zwischen zwei Walzen der Fall wäre. Die Druckspannung ist verglichen mit einem derartigen Nip vergleichsweise niedrig. Durch die höhere Tempera­ tur und entsprechend glatte Anlageflächen läßt sich da­ her die Bahn in einem Breitnip volumenschonend glätten.
Es hat sich allerdings gezeigt, daß in manchen Fällen die erzielte Glätte nicht den Erwartungen entspricht. Man führt dies darauf zurück, daß die Bahn im Breitnip so stark erwärmt wird, daß in ihr enthaltene Feuchtig­ keit verdampft. Wenn die Bahn dann aus dem Breitnip herausläuft, kann der Dampf sozusagen explosionsartig aus der Bahn entweichen. Diese Erscheinung wird auch als "Flashverdampfung" bezeichnet. Die Flashverdampfung hat mehrere Nachteile. Neben einem Aufreißen der Ober­ fläche der Bahn führt sie zu einem relativ hohen Feuch­ tigkeitsverlust der Bahn, was insbesondere bei Papier oder Karton unerwünscht ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Glätter­ gebnis in einem Breitnip zu verbessern und mehr Feuchte in der Bahn zu halten.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs ge­ nannten Art dadurch gelöst, daß man ein Medium verwen­ det, das sich schneller als das sich beim Eintreten in den Breitnip in den Fasern und im Fasergerüst befinden­ de Faserwasser verdampfen läßt.
Das Medium, das im folgenden auch kurz als "Inert­ medium" bezeichnet wird, wird zusammen mit der Bahn und der in der Bahn enthaltenen Feuchtigkeit beim Durchlau­ fen des Breitnips erwärmt. Wenn nun die Bahn den Breit­ nip verläßt, dann verdampft das Inertmedium und bildet somit eine Sperre gegenüber dem Dampf, der in der Bahn eingeschlossen ist. Man wird zwar einen Austritt des Dampfes aus der Bahn nicht vollständig verhindern kön­ nen. Um die glatte Oberfläche zu erhalten und Feuchtig­ keit in der Bahn zu behalten, reicht es aber aus, wenn der Dampf nur langsam, d. h. mit einer niedrigen Ge­ schwindigkeit und dementsprechend mit einer geringen kinetischen Energie aus der Bahn austreten kann. Das Inertmedium wird, da es sonst nicht weiter eingeschlos­ sen ist, nach dem Verlassen des Breitnips zwar relativ schnell soweit entfernt sein, daß es dem Dampf in der Bahn keine größere Sperrwirkung mehr entgegensetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Bahn aber soweit abgekühlt, daß der Dampf entweder in der Bahn wieder kondensiert ist oder er einen so geringen Dampfdruck aufweist, daß er keinen Schaden mehr anrichtet.
Es ist von Vorteil, wenn man ein Medium wählt, bei dem sich die molekulare Struktur der Komponenten des Medi­ ums beim Durchlauf durch den Breitnip nicht ändert. Das Medium kann zwar seine Zustandsform ändern, z. B. von flüssig zu gasförmig. Chemische Reaktionen, die mit ei­ ner Änderung der molekularen Struktur einhergehen, fin­ den jedoch nicht statt.
Vorzugsweise wählt man ein Medium, das beim Durchläufen des Breitnips verdampft. Das Inertmedium dringt also nicht tiefer in die Bahn ein, sondern benetzt allenfalls einen kleinen Teil der Bahn im Bereich der Ober­ fläche, so daß das Verdampfen des Inertmediums nicht die gleichen schädlichen Folgen hat wie das plötzliche Austreten des Dampfes aus der Bahn.
Vorzugsweise wählt man ein Medium, das eine niedrigere Verdampfungsenthalpie als das Faserwasser aufweist. Das Inertmedium verdampft also früher als das Faserwasser und bildet damit einen "Schutzschirm", durch den der Wasserdampf nicht entweichen kann. Durch die Verdamp­ fung des Inertmediums wird die Verdampfung des Faser­ wassers zurückgedrängt. Das Inertmedium verdampft schneller als das Faserwasser. Die kleinere Enthalpie des Inertmediums verhindert, daß Temperaturen entste­ hen, die auch zu einer starken Verdampfung des Faser­ wassers führen.
Vorzugsweise wählt man ein Medium, das einen höheren Dampfdruck als das Faserwasser aufweist. Wenn der Dampfdruck des Inertmediums höher ist als der Dampf­ druck des Faserwassers, wird der Dampf aufgrund dieser Druckdifferenz in der Bahn zurückgehalten, solange sich ausreichend Inertmedium an der Oberfläche der Bahn be­ findet.
Bevorzugterweise wählt man ein flüssiges Inertmedium. Ein flüssiges Inertmedium läßt sich leicht auftragen und haftet an der Oberfläche der Bahn.
Bevorzugterweise wählt man als Medium einen oder mehre­ re der folgenden Stoffe:
  • - flüssigen Stickstoff,
  • - Alkohol,
  • - Ester,
  • - Wasser mit reduzierter Oberflächenspannung,
  • - Wasser mit höherer Temperatur als die Faser­ stoffbahn vor dem Breitnip.
Die Oberflächenspannung des Wassers läßt sich auf un­ terschiedliche Weise herabsetzen. Beispielsweise kann man Salze zusetzen und damit aus dem Wasser eine Art Elektrolyt machen. Man kann dem Wasser Detergentien zu­ setzen oder Laugen oder Säuren. In vielen Fällen wird es aber ausreichen, Wasser mit einer höheren Temperatur als die Temperatur der Faserstoffbahn vor dem Breitnip zu verwenden. Wenn die Faserstoffbahn beispielsweise mit einer Temperatur von etwa 60°C ankommt, wird Was­ ser, das mit einer Temperatur von 95°C aufgegeben wird, schneller verdampfen als das in der Bahn enthaltene Fa­ serwasser.
Auch ist von Vorteil, wenn man das verdampfte Medium nach dem Breitnip wieder zurückgewinnt. Das Inertmedium kann abgesaugt, kondensiert und wieder zur Beaufschla­ gung der Bahn zurückgeführt werden.
Die Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs ge­ nannten Art dadurch gelöst, daß sich das Medium schnel­ ler als das sich beim Eintreten in den Breitnip in den Fasern und im Fasergerüst befindende Faserwasser ver­ dampfen läßt.
Wie oben im Zusammenhang mit dem Verfahren ausgeführt, ist das Inertmedium ein neutrales Medium, das sich von der in der Bahn eingeschlossenen Feuchtigkeit unter­ scheidet. Der Auftrag des Inertmediums auf die Bahn bewirkt, daß das Inertmedium mit der noch feuchten Bahn durch den Breitnip geführt wird. Dabei wird sowohl das Inertmedium als auch die Bahn mit der darin befindli­ chen Feuchtigkeit erwärmt. Nach dem Verlassen des Breitnips wird dann das Inertmedium verdampft und da­ durch der Austritt des Dampfes, der sich aus der in der Bahn befindlichen Feuchtigkeit bildet, verhindert. Da­ mit wird ein schlagartiger Austritt des Dampfes aus der Bahn durch die Oberfläche der Bahn hindurch vermieden, so daß die Glätte der Bahn, die im Breitnip erzeugt worden ist, erhalten bleibt. Darüber hinaus wird mehr Faserwasser in der Bahn gehalten, so daß die Feuchte besser aufrechterhalten werden kann.
Vorzugsweise weist das Medium eine niedrigere Verdamp­ fungsenthalpie als Wasser auf. Es verdampft also bei einer niedrigeren Temperatur als das Wasser und bildet damit frühzeitig einen guten Schutz.
Bevorzugterweise weist das Medium einen höheren Dampf­ druck als Wasser auf. Damit steht ein ausreichend hoher Druck zur Verfügung, um den Dampf in der Bahn zurückzu­ halten. Wenn durch die Verdampfung des Inertmediums die Bahn ausreichend abkühlt, kann der Dampf in der Bahn wieder kondensieren.
Auch ist von Vorteil, wenn die Auftragseinrichtung als Flüssigkeits-Auftragseinrichtung ausgebildet ist. Wenn das Inertmedium als Flüssigkeit aufgetragen wird, kann es beim Verlassen des Breitnips verdampfen. Beim Ver­ dampfen erfolgt eine Abkühlung der Bahn, so daß die Kondensation der Feuchtigkeit in der Bahn schneller er­ folgen kann.
Hierbei ist von Vorteil, wenn die Auftragseinrichtung als Sprüheinrichtung oder als Filmauftragseinrichtung ausgebildet ist. Das Aufsprühen von Inertmedium ist ein relativ einfaches Verfahren, um Inertmedium in einer relativ gleichmäßigen Beschichtung auf die Bahn zu bringen. Gleiches gilt für das Auftragen eines Filmes, etwa durch ein Rakel oder eine Walze.
Vorzugsweise wirkt die Auftragseinrichtung beidseitig auf die Bahn. Damit wird der Dampfaustritt auf beiden Seiten der Bahn zuverlässig vermieden.
Vorzugsweise sind der Mantel und die Oberfläche der Walze für das Medium undurchlässig. Mantel und Walze wirken dann im Breitnip als Sperre für das Inertmedium, so daß das Inertmedium bis zum Ende des Breitnips an der Bahn gehalten wird.
Besonders bevorzugt ist, wenn das Medium gebildet ist aus einem oder mehreren der folgenden Stoffe:
  • - flüssigem Stickstoff,
  • - Alkohol,
  • - Ester,
  • - Wasser mit reduzierter Oberflächenspannung,
  • - Wasser mit höherer Temperatur als die Faser­ stoffbahn vor dem Breitnip.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzug­ ten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeich­ nung näher beschrieben. Hierin zeigt die:
einzige Figur eine schematische Darstellung einer Vor­ richtung zum Behandeln einer Faserstoff­ bahn.
Eine Vorrichtung 1 zum Behandeln einer Faserstoffbahn 2 (im folgenden "Bahn" genannt), also einer Papier- oder Kartonbahn, weist eine Walze 3 auf, die mit einer sche­ matisch dargestellten Heizeinrichtung 4 versehen ist. Die Heizeinrichtung kann auf unterschiedliche Arten auf die Walze 3 wirken, beispielsweise von außen mit Dampf, heißer Luft, IR-Bestrahlung oder elektrischen oder ma­ gnetischen Feldern, oder sie kann ein Wärmeträgermedi­ um, beispielsweise Wasser, Öl, Dampf oder ähnliches, in die Walze hinein leiten. Die Heizeinrichtung 4 sorgt dafür, daß die Walze 3 zumindest an ihrer Oberfläche eine erhöhte Temperatur aufweist.
Mit der Walze 3 zusammen wirkt ein Mantel 5 aus einem nachgiebigen Material, der mit Hilfe eines Stützschuhs 6 gegen die Walze 3 gedrückt wird. Der Mantel 5 ist hierbei so nachgiebig, daß er sich im Bereich zwischen Stützschuh 6 und Walze 3 der Krümmung der Walze 3 an­ passen kann. Schematisch dargestellt sind Rollen 7, die den Mantel 5 nach Art einer Walze führen.
Der Stützschuh 6 weist eine Andruckfläche 8 auf, die an die Krümmung der Walze 3 angepaßt ist und in nicht nä­ her dargestellter Weise mit einer geeigneten Schmier­ einrichtung, beispielsweise einer hydrostatischen Ab­ stützung, versehen ist. Auf diese Weise ist es möglich, daß der Mantel 5 reibungsarm über den Stützschuh 6 ge­ führt wird.
Der Mantel 5 und die Walze 3 bilden zusammen einen Breitnip 9, d. h. einen Nip, der sich über einen vorbe­ stimmten Umfangsbereich der Walze 3 erstreckt. Aufgrund dieser Länge hat die Bahn 2 im Breitnip 9 eine wesent­ lich längere Verweilzeit als in einem Nip, der durch zwei einander gegenüberstehende Walzen gebildet ist. Bei ansonsten gleichen Anpreßkräften ist die Druckspan­ nung im Breitnip 9 natürlich wesentlich niedriger, weil hier eine größere Preßfläche zur Verfügung steht. Dem­ entsprechend ist es möglich, die Bahn 2 im Breitnip 9 mit einer relativ hohen Temperatur, aber mit einer ge­ ringen Flächenpressung zu glätten, wobei die Glättwir­ kung hauptsächlich durch die glatte Oberfläche der Wal­ ze 3 hervorgerufen wird.
Der Breitnip 9 hat aufgrund der längeren Verweilzeit der Bahn 2 aber auch die Auswirkung, daß die Bahn 2 nicht nur an ihrer Oberfläche erwärmt wird, sondern im Grunde genommen vollständig auf eine erhöhte Temperatur gebracht wird. Diese Temperaturerhöhung kann so groß sein, daß Feuchtigkeit, die sich möglicherweise noch in der Bahn befindet, verdampft. Die Feuchtigkeit ist vor allem gebildet durch Wasser, das sich in den Fasern oder im Fasergerüst befindet. Dies gilt vor allem bei Papier- oder Kartonbahnen. Dieses Wasser wird hier als "Faserwasser" bezeichnet. Die Feuchtigkeit sollte je­ denfalls bis zu einem gewissen Grad in der Bahn gehal­ ten werden, um die Bahn später weiterverarbeiten zu können, beispielsweise durch Bedrucken. Wenn die Bahn 2 dann am Ausgang 10 den Breitnip 9 verläßt, besteht die Gefahr, daß der Dampf, der im Breitnip 9 noch durch die Walze 3 und den Mantel 5 in der Bahn 2 festgehalten worden ist, aus der Bahn 2 austritt. Wenn dieser Austritt relativ plötzlich erfolgt, wird die Oberfläche der Bahn 2, die im Breitnip 9 beispielsweise an der glatten Walze 3 geglättet worden ist, wieder aufgeris­ sen. Das erzielte Glättergebnis wird also negativ be­ einflußt. Die Glätte wird wieder zerstört. Die Bahn er­ leidet einen Feuchtigkeitsverlust.
Um diesem Problem abzuhelfen, ist vor dem Eingang 11 des Breitnips 9 eine Auftragseinrichtung 12 für ein Me­ dium vorgesehen. Das Medium ist im vorliegenden Ausfüh­ rungsbeispiel durch flüssigen Stickstoff, Alkohole, Ester oder Wasser gebildet, wobei das Wasser eine höhe­ re Temperatur als die zulaufende Bahn aufweist oder ei­ ne reduzierte Oberflächenspannung. Die reduzierte Ober­ flächenspannung kann beispielsweise durch den Zusatz von Salzen, von Detergentien, von Laugen oder Säuren erreicht werden, so daß das Wasser leichter verdampfen kann. Das Medium wird im folgenden auch als "Inert­ medium" bezeichnet, weil es im Grunde genommen nur me­ chanisch dafür sorgen soll, daß die Feuchtigkeit in der Bahn erhalten bleibt oder jedenfalls langsamer austre­ ten kann. Das Inertmedium soll sich beim Durchlaufen durch den Breitnip chemisch nicht verändern, d. h. die molekulare Struktur seiner Komponenten soll sich nicht verändern. Das Inertmedium weist eine niedrigere Ver­ dampfungsenthalpie auf als das in der Bahn 2 enthaltene Faserwasser. Dies führt dazu, daß beim Durchlaufen des Breitnips zuerst das Inertmedium verdampft. Beim Ver­ dampfen des Inertmediums wird Wärmeenergie benötigt. Die Verdampfung kann daher unter Umständen sogar dazu führen, daß die Bahn 2 selbst wieder etwas abgekühlt wird, so daß der Dampf, der sich in der Bahn 2 gebildet hat, vereinzelt sogar wieder kondensieren kann.
Die Auftragseinrichtung 12 weist eine obere Auftragsdü­ se 13 und eine untere Auftragsdüse 14 auf, durch die das Inertmedium über die gesamte Breite der Bahn 2 gleichmäßig auf die obere und die untere Oberfläche der Bahn 2, d. h. die Oberfläche, die an der Walze 3 an­ liegt, bzw. die Oberfläche, die am Mantel 5 anliegt, aufgesprüht wird. Das Inertmedium wird dabei von einer Pumpe 15 zugeführt, die das Inertmedium aus einem Vor­ ratsbehälter 16, beispielsweise einem Tank, entnimmt.
Dabei entsteht kurz vor dem Eintritt der Bahn in den Breitnip 9 ein relativ dünner Flüssigkeitsfilm auf den beiden Oberflächen der Bahn 2. Das Inertmedium ist da­ bei so gewählt, daß die Flüssigkeit nicht nennenswert in die Bahn 2 eindringt. Ein gewisses Eindringen scha­ det nichts, solange Dampf, der durch das Verdampfen des Inertmediums gebildet ist, beim Austritt aus der Bahn die Oberfläche der Bahn nicht beschädigt.
Am Ausgang 10 des Breitnips 9 liegen dann sowohl das Inertmedium als auch die in der Bahn befindliche Feuch­ tigkeit als Dampf vor. Der Dampf des Inertmediums liegt dabei an der Bahn an und verhindert dadurch, daß der Dampf aus der Feuchtigkeit im Innern der Bahn nach au­ ßen austreten kann. Wenn das Inertmedium eine niedrige­ re Verdampfungsenthalpie und/oder einen höheren Dampf­ druck als Wasser aufweist, dann wird der Austritt von Dampf aus der Bahn 2 schnell und wirkungsvoll verhin­ dert. Das Inertmedium, bzw. der Dampf des Inertmediums, wird zwar bereits eine relativ kurze Strecke hinter dem Ausgang 10 des Breitnips 9 von der Oberfläche der Bahn verschwunden sein. In dieser Zeit ist aber die Bahn 2 soweit abgekühlt, daß die Feuchtigkeit bereits wieder in ihr kondensiert ist. Zumindest ist der Dampf aber soweit abgekühlt, daß seine Austrittsgeschwindigkeit durch die Oberflächen der Bahn 2 so gering geworden ist, daß eine Zerstörung dieser Oberflächen nicht mehr stattfinden kann.
Man kann die Auftragseinrichtung 12 so kurz oder dicht vor dem Breitnip anordnen, daß das Inertmedium prak­ tisch keine Zeit hat, in die Bahn einzudringen, bevor die Bahn in den Breitnip 9 eintritt. Hierzu kann, wie dargestellt, vorgesehen sein, daß die Auftragsdüsen 13, 14 eine abgeschrägte Form aufweisen, so daß sie in den Zwickel zwischen der Bahn 2 und der Walze 3 bzw. dem Mantel 5 eingesetzt werden können, ohne die Bewegung der Walze 3 und des Mantels 5 zu behindern. Diese Bewe­ gung ist durch Pfeile 17, 18 kenntlich gemacht. Die Bahn 2 läuft in Richtung eines Pfeils 19. Alternativ dazu kann das Inertmedium auch durch eine Auftragswalze oder durch ein Rakel aufgetragen werden, wodurch ein Film des Inertmediums auf der Bahn 2 gebildet wird.
In nicht näher dargestellter Weise kann am Ausgang des Breitnips eine Rückgewinnungseinrichtung vorgesehen sein, mit der das verdampfte Inertmedium in einen Kreislauf geführt werden kann. Die Rückgewinnungsein­ richtung saugt das verdampfte Inertmedium ab, konden­ siert es und führt es wieder der Auftragseinrichtung 12 zu. Dies ist insbesondere bei teureren Inertmedien von Vorteil.

Claims (17)

1. Verfahren zum Behandeln einer Faserstoffbahn, ins­ besondere einer Papier- oder Kartonbahn, bei dem man die Bahn in einem Breitnip erwärmt, der durch eine Walze und einen umlaufenden Mantel oder durch zwei über Stützelemente laufende Mäntel gebildet ist, die über einen vorbestimmten Umfangsabschnitt Kontakt miteinander haben, wobei man die Bahn vor dem Breitnip mit einem Medium beaufschlagt, da­ durch gekennzeichnet, daß man ein Medium verwen­ det, das sich schneller als das sich beim Eintre­ ten in den Breitnip in den Fasern und im Faserqe­ rüst befindende Faserwasser verdampfen läßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Medium wählt, bei dem sich die moleku­ lare Struktur der Komponenten des Mediums beim Durchlauf durch den Breitnip nicht ändert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß man ein Medium wählt, das beim Durchlaufen des Breitnips verdampft.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da­ durch gekennzeichnet, daß man ein Medium wählt, das eine niedrigere Verdampfungsenthalpie als das Faserwasser aufweist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da­ durch gekennzeichnet, daß man ein Medium wählt, das einen höheren Dampfdruck als das Faserwasser aufweist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da­ durch gekennzeichnet, daß man ein flüssiges Medium wählt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da­ durch gekennzeichnet, daß man als Medium einen oder mehrere der folgenden Stoffe wählt:
  • - flüssigen Stickstoff,
  • - Alkohol,
  • - Ester,
  • - Wasser mit reduzierter Oberflächenspannung,
  • - Wasser mit höherer Temperatur als die Faser­ stoffbahn vor dem Breitnip.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da­ durch gekennzeichnet, daß man das verdampfte Medi­ um nach dem Breitnip wieder zurückgewinnt.
9. Vorrichtung zum Behandeln einer Faserstoffbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn, mit einem Breitnip, der durch eine Walze und einen über einen vorbestimmten Umfangsabschnitt gegen die Walze gedrückten Mantel oder durch zwei über Stützelemente laufende Mäntel gebildet ist, und mit einer Heizeinrichtung, die im Breitnip auf die Bahn wirkt, wobei vor dem Breitnip eine Medium- Auftragseinrichtung angeordnet ist, die ein Medium auf die Bahn aufträgt, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Medium schneller als das sich beim Ein­ treten in den Breitnip in den Fasern und im Faser­ gerüst befindende Faserwasser verdampfen läßt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich­ net, daß die Auftragseinrichtung (12) kurz vor dem Breitnip (9) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das Medium eine niedrigere Ver­ dampfungsenthalpie als Wasser aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, da­ durch gekennzeichnet, daß das Medium einen höheren Dampfdruck als Wasser aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, da­ durch gekennzeichnet, daß die Auftragseinrichtung (12) als Flüssigkeits-Auftragseinrichtung ausge­ bildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeich­ net, daß die Auftragseinrichtung als Sprüheinrichtung (13, 14) oder als Filmauftragseinrichtung ausgebildet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, da­ durch gekennzeichnet, daß die Auftragseinrichtung (12) beidseitig auf die Bahn (2) wirkt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, da­ durch gekennzeichnet, daß der Mantel (5) und die Oberfläche der Walze (3) für das Medium undurch­ lässig sind.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 16, da­ durch gekennzeichnet, daß das Medium gebildet ist aus einem oder mehreren der folgenden Stoffe:
  • - flüssigem Stickstoff,
  • - Alkohol,
  • - Ester,
  • - Wasser mit reduzierter Oberflächenspannung,
  • - Wasser mit höherer Temperatur als die Faser­ stoffbahn vor dem Breitnip.
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