DE1012109B - Vorrichtung zum Schutz von Wein-, Obst- und anderen Freikulturen - Google Patents
Vorrichtung zum Schutz von Wein-, Obst- und anderen FreikulturenInfo
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- A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
- A01G—HORTICULTURE; CULTIVATION OF VEGETABLES, FLOWERS, RICE, FRUIT, VINES, HOPS OR SEAWEED; FORESTRY; WATERING
- A01G13/00—Protection of plants
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Description
Es ist bekannt, welche große Gefahr im Herbst und Frühjahr den meisten Freikulturen, insbesondere
Wein- und, Obstkulturen, infolge Nachtfrost droht. Obgleich jährlich durch den Frost an diesen Kulturen
sehr großer Schaden verursacht wird, sind bisher keine Einrichtungen bekanntgeworden, die geeignet
wären, diese Freikulturen wirksam vor Frostgefahren zu schützen.
Man hat bereits kleine Geländeöfen in den Kulturen aufgestellt. Diese öfen werden mit Briketts oder öl
beheizt und werden in Frostnächten angezündet. Die Wirkungsweise solcher öfen kann schon wegen des
thermischen Auftriebes, der die erwärmte Luft nach oben ins Freie entweichen läßt, nicht ausreichend sein,
da nur die Strahlungswärme auf die zu schützenden Pflanzen erwärmend einwirken kann. Der Strahlungsbereich
aber ist bei derartigen Kleinöfen naturgemäß sehr begrenzt, so daß zahlreiche derartige öfen aufgestellt
werden müssen, um einen ausreichenden Frostschutz zu erreichen.
Eine zweite, erst in den letzten Jahren vereinzelt angewandte Methode der Frostbekämpfung ist die
durch künstliche Beregnungen. Bei diesen bekannten Verfahren sind Wasserleitungsrohre netzartig in den
Weingärten in die Erde verlegt, die in bestimmten Abständen herausragende sogenannte Beregner aufweisen.
Bei Frost wird nun Wasser aus diesen, durch einen höher dafür erbauten Wasserbehälter, in den das
Wasser vorher hochgepumpt wird, oder durch ein entsprechendes Pumpenaggregat herausgedrückt. Die
Wirkung der künstlichen Beregnung beruht auf dem Freiwerden von etwa 80 kcal je Liter Wasser beim
Gefrieren.
Sieht man zunächst einmal von dem großen technischen Aufwand ab, der notwendig ist, um die
erforderliche Wassermenge und den Wasserdruck an den Gebrauchsort heranzuführen, so bleibt noch als
ein ganz wesentlicher Nachteil dieses Verfahrens, daß sich das am Tage auftauende Eis infolge von Schmelzwasser
infolge der Undurchlässigkeit der meisten Weinbergböden längere Zeit im Bereich der Wurzeln
hält und diese durch zu starke Unterkühlung schädigt.
Ferner sind bereits Vorrichtungen zum Schutz von Wein-, Obst- und anderen Kulturen bekannt, bei
denen die in Bodennähe befindliche Kaltluft von einem Gebläse angesaugt und nach Erwärmung in einem
elektrisch oder ölbeheizten Lufterhitzer durch eine Verteilervorrichtung auf die zu schützenden Kulturen
verteilt wird. Mit den bekannten Vorrichtungen läßt sich aber die erzeugte Warmluft nicht wirksam genug
verteilen, da die Wannluftströmung nicht stark genug ist, um die über den Freikulturen ruhenden Kaltluftmassen
zu zerstreuen.
Durch die Erfindung soll daher eine Vorrichtung Vorrichtung zum Schutz von Wein-,
Obst- und anderen Freikulturen
Obst- und anderen Freikulturen
Anmelder:
Gesellschaft für elektrische Anlagen A. G., Fellbach, Am Schmidener Weg 7
Hermann Sewzick, Nußdorf (Kr. Vaihingen),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
geschaffen werden, bei der auf möglichst einfache Weise ein unter Druck aus der Erhitzervorrichtung
austretender Warmluftstrom erzeugt wird, der kräftig genug ist, sich durch die über den Kulturen lagernden
Kaltluftfronten durchzuschieben. Zugleich soll die Vorrichtung gemäß der Erfindung konstruktiv einfach
ausgeführt und im Betrieb wirtschaftlich sein.
Erfindungsgemäß ist daher zur Verteilung der Warmluft auf das zylindrische Gehäuse der Vorrichtung
ein drehbarer Rohrkranz aufgesetzt, dessen voneinander getrennte symmetrisch angeordnete Verteilerarme
in ihrer Mitte zur Erzeugung einer Antriebskomponente für eine Drehbewegung des Rohrkranzes
entgegen der Umlaufrichtung leicht abgewinkelt sind, wobei noch in die düsenförmigen Enden der Verteilerarme
Drallbleche eingesetzt sind, die der austretenden Luft eine zusätzliche Drallbewegung erteilen.
Zwecks günstiger Einführung der erwärmten Luft
in den über der Heizeinrichtung liegenden Verteiler ist das Führungsgehäuse für die Luft in dem oberen
Teil zweckmäßig mit einer die Luft in den Verteiler leitenden konischen Erweiterung versehen. Der Verteiler
soll also bewirken, daß die erwärmte Luft unter starkem Druck gleichmäßig über eine große Fläche
verteilt wird, so daß sie die ruhenden Schichten der Kaltluft durchstößt und die Bildung solcher Kaltluft
verhindert.
An Stelle eines Heizofens mit Heizung durch feste, flüssige oder gasförmige Brennstoffe kann die Vorrichtung
in bekannter Weise mit einem elektrischen. Lufterhitzer ausgerüstet sein, der in Verbindung mit
einem Temperaturregler, welcher sich außerhalb des Wirkungsbereiches der Frostschutzvorrichtung befindet,
bei absinkender Tages- oder Nachttemperatur, beispielsweise +10C, automatisch eingeschaltet und
bei steigender Temperatur wieder außer Betrieb gesetzt wird.
709 587/47
Da es in vielen Lagen nicht möglich ist, den Strom für einen elektrischen Antrieb des Ventilators heranzuführen,
kann erfindungsgemäß auch der Ventilator durch einen Motor angetrieben werden, der mit Gas,
Flüssigkeit oder einem anderen Treibstoff betrieben wird. Dieser Motor ist dann zweckmäßig mit einem
Thermostaten derart gekuppelt, daß er temperaturabhängig ein- und ausgeschaltet wird.
Auch ein mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen
in bekannter Weise betriebener Lufterhitzer kann mit thermostatischer Regelung versehen sein, so
daß der Erhitzer .nur in bestimmten Temperaturgrenzen in Betrieb ist.
■- Bei größeren Anlagen kann erfindungsgemäß der
Ventilator räumlich getrennt angeordnet sein und durch feste oder bewegliche Rohrleitungen mit einem
oder mehreren Lufterhitzern mit Luftverteilern verbunden sein.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt.
Fig. 1 zeigt die Vorrichtung im Schnitt;
Fig. 2 ist eine Ansicht der Vorrichtung von oben;
Fig. 3 zeigt eine Ausführung der Vorrichtung' mit
elektrischem Lufterhitzer,;
Fig. 4 stellt schematisch eine größere Anlage mit räumlich getrenntem Ventilator dar.
In einem dreibeinigen, der Höhe nach verstellbaren Gestell 1, in dessen mittlerem Teil ein zylindrischer
Mantel 2 befestigt ist, ist ein Heizofen 3 eingehängt. Der Ofen kann mit festen, flüssigen oder gasförmigen
Brennstoffen betrieben seih, und ist zweckmäßig nach
oben offen ausgebildet. Die obere öffnung 4 des Heizofens reicht in eine konische Erweiterung 5 des Zylinders
2 hinein, so daß seitlich des Ofens 3 noch genügend Raum für den Zutritt der angesaugten Kaltluft
ist. Der zylindrische Teil 2 geht oben in einen erweiterten Kanal 6 über, der die Luft zu den symmetrisch
angeordneten Verteilerarmen 7 führt. Der Wandteil 8 des Verteilefkanals 6 ist gegenüber dem
Wandteil 9 drehbar an der zentralen Rohrsäule 10 im Lager 11 gelagert. An diesen Wandteil 8 ist der Verteiler
als Ganzes angeschlossen, so daß sich dieser gegenüber dem zylindrischen Gehäuseteil 2 verdrehen
kann.
Im zylindrischen Gehäuseteil 2 befindet sich ein Ventilator oder Gebläse 12, das von einem über dem
Ventilator angeordneten.Motor 13 über Welle 14 angetrieben wird. Die Verteilerarme 7 sind, wie aus
Fig. 2 deutlich zu ersehen ist, entgegen der Umlaufrichtung abgebogen und am Ende mit düsenförmigem
Querschnitt versehen, so daß eine Drehbewegung des Verteilers bewirkt wird. Zur besseren Verteilung der
Warmluft sind in den J Enden der Verteilerarme 7
Drallbleche eingesetzt, durch welche die durchgedrückte Warmluft verwirbelt und dadurch gleichmäßig
über dem Boden verteilt werden soll. Die vom Ventilator 12 angesaugte Kaltluft umströmt den Heizofen,
der hier zur Vergrößerung der Wärmeübertragung mit Rippen in Richtung des Luftstromes
versehen sein kann. Zweckmäßig können die Eintrittsöffnungen, für die angesaugte .Luft an einem verkleideten
Gestellteil so angeordnet sein, daß die Luft zum Umstreichen des Ofens gezwungen wird. Es
können hierfür aber auch besondere Luftführungsmittel, Bleche od. dgl. vorgesehen sein.
Die am Ofen erwärmte Luft wird vom Ventilator 12 zusammen mit den Heizgasen in das zylindrische Gehäuse
2 gesaugt, wo. sie aufwärts über den konisch erweiterten Teil 6 in die'Verteilerkanäle des Verteilers
eintritt, diesen in Rotation versetzt und an den düsenförmigen Enden austritt. Die Verteilerkanäle sind
leicht schräg nach unten gerichtet, so daß die austretende und durch die Drallbleche an den Enden der
Kanäle in sich rotierende Warmluft auf möglichst weiter Fläche verteilt wird.
Der Aufbau der Vorrichtung kann im Rahmen des Erfindungsgedankens auch anders gewählt werden,
beispielsweise kann der Elektromotor an anderer Stelle angeordnet sein, ebenso der Ventilator oder ein
anderes geeignetes Gebläse. Statt des dargestellten Heizofens mit festen Brenstoffen kann ein Ofen mit
flüssigen Brennstoffen oder mit Gas vorgesehen sein oder auch ein Wärmeaustauscher, der mittelbar oder
durch chemische Heizpatronen geheizt wird.
In Fig. 3 ist eine Vorrichtung dargestellt, bei der das Luftgebläse 14 mit Antriebsmotor 14' in dem
zylindrischen Teil der Vorrichtung angeordnet ist. Als Wärmeaustauscher ist hier ein elektrisches
aggregat 15 vorgesehen, durch das die vom Geb,
angesaugte Luft in Richtung von unten nach
tritt. Der Verteiler ist um die Achse 17 drehbar im zylindrischen Teil der Vorrichtung gelagert und wird, wie beschrieben, durch die Rückstoßwirkung der strömenden Warmluft angetrieben. An den Warmluftaustritten der Verteilerarme sind ebenfalls Luftwirbeldüsen 16 mit Drallblechen angeordnet. '·
aggregat 15 vorgesehen, durch das die vom Geb,
angesaugte Luft in Richtung von unten nach
tritt. Der Verteiler ist um die Achse 17 drehbar im zylindrischen Teil der Vorrichtung gelagert und wird, wie beschrieben, durch die Rückstoßwirkung der strömenden Warmluft angetrieben. An den Warmluftaustritten der Verteilerarme sind ebenfalls Luftwirbeldüsen 16 mit Drallblechen angeordnet. '·
Erfindungsgemäß ist das elektrische Heizaggregat mit einem Temperaturregler gekuppelt, der außer-i
halb des Wirkungsbereiches des Frostschutzger&ies im
Freien liegt und bei vorgegebener Temperatur die Heizvorrichtung mit Ventilator ein- oder abschaltet.
Die Anschluß einrichtung des Temperaturreglers und der elektrischen Stromzuführung ist in Fig. 3 mit 18
bezeichnet.
Wenn ein weiträumiges Gelände mit Warmluft zu versorgen ist, kann gemäß der Erfindung auch eine
hierfür besonders ausgebildete Einrichtung des Erfindungsgegenstandes verwendet werden. Eine für
solche Zwecke bestimmte Vorrichtung ist in Fig. 4 schematisch dargestellt. Damit eine solche Anlage
wirtschaftlich gestaltet werden kann, ist erfindungsgemäß der Ventilator oder das Gebläse von der eigentlichen Vorrichtung getrennt und durch Leitungen mit
den einzelnen Vorrichtungen verbunden. In Fig. 4;..,ist
der Ventilator mit 19, die Verteilerleitungen mit 20 und die Frostschutzvorrichtung mit 21 bezeichnet.
Das Gebläse kann als getrennter Bauteil seiner Leistung entsprechend besonders stark gestaltet werden.
Die Frostschutzvorrichtungen 21 bestellen in diesem Falle nur aus einer Heizvorrichtung mit zugehöriger*
Verteilereinrichtung für die erwärmte Luft, wie sje im Rahmen der Erfindung beschrieben worden sind.
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Schutz von Wein-, Obst- und anderen Freikulturen vor Einwirkung schädigender tiefer Temperaturen, bei welcher die kalte
Luft unten in ein zylindrisches Gehäuse mittels Ventilator eingesaugt und nach Vorbeiströmen an
einer Heizvorrichtung von einer im Oberteil des zylindrischen Körpers befindlichen Verteilervorrichtung verteilt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Verteilung der Warmluft auf das zylindrische Gehäuse ein drehbarer Rohrkranz aufgesetzt ist, dessen voneinander getrennte symmetrisch
angeordnete Verteilerarme (7) in ihrer Mitte zur Erzeugung einer Antriebskomponente für eine
Drehbewegung des Rohrkranzes entgegen der Um-· laufrichtung leicht abgewinkelt sind, und daß iifi
die düsenförmigen Enden der Verteilerarme (7) Drallbleche eingesetzt sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsgehäuse (2) für
die Luft im oberen Teil eine die Luft in den Verteiler leitende konische Erweiterung (9) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verteiler an dem zentralen,
die Antriebsachse (14) für den Windflügel (12) aufnehmenden Rohr (10) mittels des kegelförmigen
Gehäuseteiles (8) drehbar gelagert ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein oben offener Ofen
(4) unterhalb des zylindrischen Gehäuses (2) in einem in der Höhe verstellbaren, vorzugsweise
dreibeinigen Gestell (1) aufgehängt ist und mit seinem oberen Teil in das konisch erweiterte Luftführungsgehäuse
(2) hineinragt, in dem ein von einem Motor (13) angetriebener Windflügel (12) gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Antrieb des Ventilators ein
mit Gas, flüssigen oder anderen Treibstoffen angetriebener Motor vorgesehen ist, dessen Ingangsetzung
und Stillsetzung ebenfalls durch einen Thermostaten gesteuert wird.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilator räumlich
getrennt, vorzugsweise als stationäres Aggregat angeordnet ist und durch feste oder bewegliche
Rohrleitungen mit einem oder mehreren Lufterhitzern mit Luftverteiler verbunden ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Britische Patentschrift Nr. 598 708;
USA.-Patentschrift Nr. 2 655 764.
Britische Patentschrift Nr. 598 708;
USA.-Patentschrift Nr. 2 655 764.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 709 587/47 7.
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| DEG18185A DE1012109B (de) | 1955-10-18 | 1955-10-18 | Vorrichtung zum Schutz von Wein-, Obst- und anderen Freikulturen |
Applications Claiming Priority (1)
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| DEG18185A DE1012109B (de) | 1955-10-18 | 1955-10-18 | Vorrichtung zum Schutz von Wein-, Obst- und anderen Freikulturen |
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| DE1012109B true DE1012109B (de) | 1957-07-11 |
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ID=7120983
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| DEG18185A Pending DE1012109B (de) | 1955-10-18 | 1955-10-18 | Vorrichtung zum Schutz von Wein-, Obst- und anderen Freikulturen |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1012109B (de) |
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