Einrichtung zur Frostbekämpfung, insbesondere für Wein-, Obst-und Gemüsebau
Einrichtungen zur Frostbekämpfung in gärtneri- schen und landwirtschaftlichen Anlagen, insbeson- dere für Weinberge, sind in verschiedenen Ausfüh- rungsformen bekannt. Neben einfachen, transportablen Ofen, deren Betrieb mittels Briketts oder auch durch 01 erfdlgt, deren Handhabung jedoch umständlich und deren Wirkung nicht befriedigend ist, kennt man Einrichtungen, die über die zu schützende Anlage verteilte Olbrenner aufweisen, welche über Leitungen an eine zentrale blversorgungsstelle angeschlossen sind.
So ist es bekanntgeworden, Ol in einem, auf einem erhöhten Gestell angeordneten Fass f3 zu lagern und in ein davon ausgehendes Rohrsystem zu leiten sowie in den Brennern zu verbrennen. Diese Ausführungsform ist nichtfrei.vonNachteilen, zumal die Montage und Demontage der Rohrleitungen ausserordentlich aufwendig und zeitraubend ist. Tatschlich muss die Rohrleitung vor allem in Weinber- gen zur Bearbeitung der Kulturen wieder entfernt werden, und es ist praktisch ausgeschlossen, bei pl#tz- lich einfallenden Frösten in kurzen Zeiten die Rohrleitung zu montieren.
Die Brenner selbst sind bei bekannten Einrichtungen zumeist Verdampfungsbrenner mit einem offenen Ölbehälter, in dem das 51 an der Oberfläche verdampft und verbrennt. Doch erfolgt an offenen, als Verdampfungsbrenner ausgerüsteten Brennstellen nur eine verhältnismässig geringe Wärmeentwicklung, so dass eine zu grosse Zahl von Brennern erforderlich und trotzdem der Frostschutz nicht befriedigend ist. Nur geringe Wärmeentwicklung und follglich unvollständiger Schutz entsteht auch bei Verwendung offener Rinnen mit Dochten, an denen das in die Rinnen eingeleitete O1 verbrennt.
Es ist allerdings bekannt, Ölbrenner über die zu schützende Anlage zu verteilen, die über Leitungen an eine zentrale Druckölversorgungsstelle angeschlossen sind und denen ausserdem in getrennten Leitungen als Verbrennungsmittel Druckluft zugeführt wird.
Diese Einrichtung ist wegen ihres besonders grossen Aufwandes nachteilig, da einerseits eine Drucköl speicher-bzw.-versorgungseinrichtung, anderseits ein besonderer Kompressor samt Speichereinrichtung für die Verbrennungsluft erforderlich sind und folglich ein doppeltes Rohrleitungssystem zu jedem Brenner zu führen ist. Im übrigen sind bei dieser bekannten Ausführungsform die Brenner von Mänteln umgeben, die praktisch waagrecht angeordnete Rohre darstel- len, in denen die Verbrennung stattfindet. Die Mäntel dienen als Wärmestrahler und man versucht durch ihre horizontale Anordnung, die waagrecht aus den rohrförmigen Mänteln austretenden Rauchgase in die Kulturen einzudrücken.
Auch hier ist jedoch trotz des grossen Aufwandes, der eine Montage und Demontage in kurzen Zeitr#umen praktisch unmöglich macht, die Wirkung nicht befriedigend.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eine Einrichtung zur Frostbekämpfung, insbesondere für den Wein-, Obst-und Gemüsebau schaffen zu k#n- nen, die im Bedarfsfalle schnellstens aufgestellt und wieder abgeräumt werden kann, und die bei geringem Aufwand, einfachster Bedienung und Wartung voll wirksamsten, sicheren Schutz für die Kulturen liefert.
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Frostbekämpfung, insbesondere für Wein-, Obst-und Gemüsebau, mit über die zu schützende Anlage verteil- ten Olbrennem, die über Leitungen an eine zentrale Olversorgungsstelle angeschlossen sind. Die Erfindung besteht darin, dass mehrere mit Drucköl gespeiste, über die Anlage beweglich verteilte Zerstäu bungs- ; Ölbrenner mit Ansaugung der Verbrennungsluft in Bodennähe über eine oder mehrere Schlauch leitungen an eine Druckölversorgungsstelle angeschlossen sind und die Ölzuführungsleitung bei den einzelnen Brennern, als durch deren Brennerflamme beheizte Brennstoffvorwärmeinrichtung wirkt.
Infolge der erfindungsgemässen vorgeschlagenen Anordnung von unter Druck gespeisten Olbrennern mit Brennstoff-Vorwärmung lässt sich an jeder Brennstelle eine sehr grosse Wärmeentwicklung erreichen, wie sie bei Verdampfungsbrennern in offenen Brenngefässen nicht möglich ist. Infolge dieser grossen Wärmeentwicklung entsteht ein thermischer Auftrieb, der ein kräftiges selbsttätiges Ansaugen der erforder- lichen Verbrennungsluft gestattet. Es kann daher auf eine besondere Druckluftversorgungsleitung zur Heranführung der Verbrennungsluft an die Olbrenner verzichtet werden.
Darüber hinaus bedingt die Ansaugung der Verbrennungsluft in Bodennähe gleichsam ein Absaugen der über dem Boden einschlei- chenden oder von Bergen dicht über den Boden in die Kulturen einfallenden Kaltluft sowie, bei ent sprechender Ausbildung, eine Umwälzung der bei den Brennern strahlförmig aufsteigenden und sich über den Kulturen ausbreitenden, aus der angesaugten Luft erzeugten Warmluft in Mischung mit Rauchgasen. Infolge dieser Kaltluftabsaugung und der Um wälzung werden in den zu schützenden Kulturen bei geeigneter Aufstellung der Brenner, selbst wenn diese nur in verhältnismässig geringer Zahl angeord'net sind, hinreichend hohe Temperaturen erzielt, um jeden Frostschaden zu vermeiden.
Dabei lässt sich die er findungsgemässe Einrichtung, bei entsprechender Ausbildung, z. B. durch Einstellung des Oldruckes, den jeweiligen, z. B. plötzlich, schwankenden, Kältegraden anpassen, wobei diurch Druckerhöhung eine Temperaturerhöhung und durch Druckminderung eine Temperaturminderung je nach der auftretenden Frostgefahr erreicht werden kann. Die erfindungs- gemässen Brenner wirken als Druckölzerstäubungs- brenner dabei gleichsam als Warmluftgebläse ; sie können so ausgebildet sein, dass sie nicht nur die für die Verbrennung erforderliche Luft ansaugen, sondern injektorartig noch grössere Luftmengen mitrei ssen und so angesaugte Kaltluft mit Warmluft mischen.
Infolge des besonderen Vorschlages der Erfindung, mit einer oder mehreren Schlauchleitungen zu arbeiten, ist die gesamte Einrichtung in kürzesten Zeiten auszulegen und abzuräumen, so dass sie kurz zeitig bei drohenden Frösten aufgestellt und auch spä- ter wieder entfernt werden kann.
Im einzelnen lässt sich die Erfindung auf verschiedene Weise verwirklichen, wobei sich als besonders vorteilhaft herausgestellt hat, als Druckölversorgungsstelle eine an sich für Zwecke der Schädlingsbekämpfung oder Bewässerung bekannte Spritzpumpe einzusetzen. Auf diese Weise kann ein für die Kulturen üblicherweise benötigtes Gerät zusätzlich eingesetzt und dadurch mehrfach ausgenutzt werden. Insbesondere da in der Regel derartige Spritzpumpen Kolben- pumpen sind, empfiehlt es sich, die Schlauchleitung oder Schlauchleitungen aus elastisch dehnbaren Schl#uchen zu bilden. Von der Spritzpumpe ausgehende Druckstösse werden dann von der oder den Schlauchleitungen ausgeglichen, so dass den Brennern der Brennstoff rel'ativ kontinuierlich zugeführt wird.
Derartige elastisch dehnbare Schlauchleitungen empfehlen sich aber auch deshalb, weil nach Verbrauchen des Inhaltes, z. B. eines Versorgungsfasses, und Einsetzen eines gefüllten Versorgungsfasses, die Schlauchleitungen gleichsam als Druckreservoire wirken und während dieser Austauscharbeiten das zu verbrennende 01 selbsttätig den Brennern zuführen, ohne dass diese verlöschen.
Im ganzen ist der durch die Erfindung erreichte Vorteil vor allem darin zu sehen, dass es möglich ist, bei einfachstem gerätemässigem Aufwand, bei schnel- ler Montage-und Demontagemöglichkeit und bis auf die Brenner unter Verzicht auf zusätzlich anzuschaf- fende Aggregate auf einfachste Weise Anlagen, insbesondere die Kulturen von Wein, Obst und Gemüse, gegen Frost zu schützen. Es bereitet dabei keine Schwierigkeiten, die einzelnen Brenner nach den jeweiligen klimatischen Verhältnissen umzusetzen bzw. umzustellen, sie dichter oder weiter entfernt voneinander anzuordnen, um so jeder Frostgefahr individuell begegnen zu können.
Durch die Tatsache, dass in der Zusammenwirkung aller aufgestellten Aggregate über die Gebläsewirkung der Brenner und die Ansaugung der Verbrennungsluft in Bodennähe ein Umlaufstrom erzeugt wird, wird der Wirkungsgrad gegenüber bekannten Anlagen wesentlich verbessert.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeich nung, die auch Einzelheiten bezuglich einzelner mög- licher Brennertypen enthält, ausführlicher erläutert ; es zeigen :
Fig. 1 schematisch eine Einrichtung zur Frostbekämpfung in Weinbergen, Gartenbaubetrieben od'er dergleichen, in ihrer Gesamtheit,
Fig. 2 einen Schnitt durch einen Brenner, wie er in der Einrichtung nach Fig. 1 eingebaut ist,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch einen Brenner anderer Ausführung und
Fig. 4 einen Schnitt durch eine weitere Ausfüh- rungsform eines Brenners.
Gemäss Fig. 1 ist eine in jedem Wein-oder Gartenbaubetrieb befindliche Spritzpumpe 1 für Pflan zenschutzmittel, Wasser oder dergleichen ohne Anderu, ng zum Betrieb einer Frostschutzheizanlage eingesetzt. Mittels ölbeständigem Schlauch wird Heizöl von einem Fass aus über ein Filter 2 angesaugt und d über das tSberströmventil 3 zum Verteiler 4 gedrückt.
Nicht gefördertes 01 strömt durch die Umlaufleitung 5 wieder zum Fass zurück. Der Verteiler 4 hat An schl) ussmöglichke, iten mit Absperrung für mehrere Stränge 6, 6a, 6b usw., so dass an die Stränge angeschlossene Brenner 7 wahlweise parallel geschaltet in Betrieb genommen werden können. Jeder Strang kann nach Wahl entsprechend den örtlichen Verhält- nissen mit zwanzig und mehr Brennern ausgerüstet sein. Die Brenner 7 sind ihrerseits einzeln durch Absperrorgane 8 absperrbar und mit einer Düse 9 sowie einem diaboloförmigen Mantel 10 ausgerüstet (vergleiche Fig. 2). Die Ansaugung der Verbrennungsluft erfolgt so, wie die Pfeile 14 andeuten, in Bodennähe.
Untereinander sind die Brenner der einzelnen Stränge mittels ölbeständiger, elastischer Kunststoff-Schläuche 11 verbunden. Das durch Flammenstrahlung erwärmte Rohrstück lla (Fig. 2) dient zur Brennstoff-Vorwärmung. Nach Auslegung der Gesamtanlage wird bei Erreichung der Frosttemperatur die Spritzpumpe angelassen und auf einen #ldruck von z. B. 2 bis 8 atü je nach Länge der Schlauchleitungen und Anzahl der Brenner eingestellt. Beispielsweise mittels Lunte oder auch durch eine an den Brennern angebrachte, zentral steuerbare Zündvorrichtung wird dann jeder Brenner, bei geringerem Frost auch nur jeder zweite oder dritte Brenner einzelner Stränge oder jedes Stranges, gezündet.
Ein Bedienungsmann hat nur den Oldruck zu überwachen, was jedoch auch automatisch erfolgen kann ; betrieben wird die Anlage vom Fass oder einem Tank aus. Beim Fasswechsel brennen die Brenner weiter, da die elastischen Schl#uche 11 einen Druck gespeichert haben, der zur flberbriickung der Zeit des Fasswechsels für den Betrieb der Brenner ausreicht. Von der Pumpe aus kann die Heizleistung durch Anderung des Öldruckes geregelt werden.
Die auf die Kultur einströmende Luft, in Fig. 1 durch Pfeile 12 angedeutet und erkennbar, gelangt, wenn die Brenner so aufgestellt sind, dass sie vor den Kulturen eine von der strömenden Kaltluft in die Kultu- ren eingedrückte Warmluftwand erzeugen, als Warmluft weitgehend im Kreislauf über die Ansaugluft zu den Brennern zurück und wird so umgewälzt. Die Aufstellung der Brenner kann mehrseitig die Kultur umschliessen, und es können einzelne Brenner innerhalb der Kulturen verteilt werden.
Fig. 2 zeigt Einzelheiten eines Brenners, so in der Brennkammerwand 19 die #ffnungen 13 für die Einströmung der primären Verbrennungsluft in Richtung der Pfeile 14 und die Offnungen 15 und 16 zur On- strömung der Sekundärluft in Richtung der Pfeile 17.
In strichpunktierter Linie ist ein kaminartiger, zylin- drischer Aufsatz 18 zur Erhöhung der Brenner angedeutet.
Bei den Brenner-Ausf#hrungsformen nach den Fig. 3 und 4, bei denen der mit Öffnungen 19,20 für den Eintritt der Verbrennungsluft und Öffnun- gen 21 für den Austritt der Rauchgase versehene Mantel mit 22 bezeichnet ist, ist zur Brennmittel Vorwärmung die Rohrleitung 23 durch die Flamme selbst gef#hrt. Der Brenner nach Fig. 3 brennt von unten nach oben, der nach Fig. 4 von oben nach unten.
Zur Inbetriebsetzung wird nach Fig. 4 in die #lauffangschale 24, in die der konische Flamme- trichter 22 eingesetzt ist, ein entzündeter Brennstoff gegossen, dessen Verbrennung eine Aufheizung des Flammenrohres vornimmt und bewirkt, dass das zu sätzl, ich aus der Brenndüse austretende 01 in Flüssig- keitsform verbrannt wird'. Nach kurzer Zeit von un gefähr 30-60 Sekunden ist das System so weit aufgeheizt, dass die Vergasung eintritt und die Flamme, die von Anfang an von unten nach oben brannte, nunmehr von oben nach unten gerichtet wird.
Die Schale 24 verhindert weiterhin den Eintritt von un- verbranntem O1 in den Erdboden, eventuell herunter- tropfendes O1 wirdi aufgefangen und mitverbrannt.
Der eigentlichen Brennerdüse, aus der das #l austritt, ist eine Drossel vorgeschaltet, die in der Fig. 3 in der Rohrleitung 23 bei 25 erkennbar ist und der Öldrosselung dient. Zwischen Drossel und Brenner- düse baut sich durch die Verdampfung ein Druck auf, der ungefähr 1-2 atü niedriger ist als der Druck im Schlauchsystem, welches die Zuführung #ber- nimmt.