DE819749C - Verfahren zur Frostabwehr und Anordnung zur Ausuebung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Frostabwehr und Anordnung zur Ausuebung dieses VerfahrensInfo
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Description
Der Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Frostabwehr unter Anwendung eines mit festem oder
flüssigem Brennstoff zu beheizenden Ofen. Der Erfindungsgegenstand ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet,
daß als auf die Gewächse Wärme anstrahlender Körper ein mit der eigenen Öffnung des Ofens
z. B. mittels eigenes kurzen Rohrstutzens verbundenes Expansionsgefäß mit weiter Fläche vorgesehen ist, in
welchem für die Rauchgase eine Gelegenheit, sich abzukühlen, gegeben ist, bevor sie sich durch die in diesem
Gefäß angeordneten, in die Außenluft führenden Öffnungen entfernen.
Gemäß der Erfindung soll erreicht werden, den bei bisher bekannten Frostschutzöfen vorhandenen Nachteil
zu beseitigen, daß der größte Teil von der von ihnen entwickelten Wärme verlorengeht, da hierbei die
Temperatur der aus dem Kamin austretenden Verbrennungsgase und diejenige der Wärme ausstrahlenden
Fläche des Kamins so hoch ist, daß dieselbe einen starken, emporgerichteten Luftstrom hervorruft, welcher
die entwickelte Wärme in den Raum abführt, ohne dieser Gelegenheit zu geben, sich auf das vor
Frost zu schützende Gebiet zu verbreiten.
In der Anordnung gemäß der Erfindung haben die Rauchgase dagegen Gelegenheit, sich in dem Expansionsgefäß
abzukühlen, und zumal das Expansionsgefäß im Vergleich zu der Leistung des Ofens ziemlich
groß ist, kann auch die Temperatur der Wände des Expansionsgefäßes nicht so hoch ansteigen, daß sie
imstande wäre, den obenerwähnten, nach aufwärts gerichteten Luftstrom zu verursachen.
Die effektive Abkühlung der Rauchgase im Expansionsgefäß wird vorteilhaft auch unter dem Gesichtspunkt
vorgesehen, daß der in den ausströmenden
Rauchgasen enthaltene Wasserdampf bis nahe an seinen Taupunkt gebracht wird, so daß die aus der
Anordnung ausströmenden Gase sogleich nach ihrem Austritt aus dem Kamin eine Rauch- und Nebelwolke
bilden, die über dem zu schützenden Gebiete unter Verhinderung der effektiven Wärmeausstrahlung der
Gewächse schwebend verbleibt und gleichzeitig eine Diffusreflexion von Wärmeausstrahlung seitens des
Expansionsgefäßes sowie auch des Ofens bewirkt.
ίο Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung, die zwei
Ausführungsformen der Anordnung darstellt, näher erläutert.
In der Zeichnung veranschaulicht
Abb. ι eine hauptsächlich zum Schutz von Obstbäumen
bestimmte Anordnung von vorn gesehen, teilweise im Schnitt, und
Abb. 2, auch teilweise im Schnitt und von vorn gesehen, eine für die Anwendung in Weingärten, auf Getreidefeldern
und ähnlichen Stellen bestimmte An-Ordnung zur Frostabwehr für niedrigere Gewächse.
Das Bezugszeichen 1 in der Abb. 1 bedeutet irgendeinen
Ofen von an sich bekannter Bauart, in welchem als Brennstoff z. B. Holz, Reis, Torf, Briketts, Steinkohle
oder öl verfeuert wird. Auf den Ofen 1, quer zu demselben, ist ein durch das ziemlich kurze Rohrstück 2
des Kamins verbundenes, zylindrisches Expansionsgefäß 3 angeordnet, in dessen beiden Stirnflächen zur
Abführung der Rauchgase in die Außenluft die Ableitungsöffnungen 4 liegen. Oberhalb des Rohres 2 ist
in gewissem Abstand der Deckel 5 angebracht, der dazu dient, die aus dem Kamin ausströmenden Rauchgase
derart auszubreiten, daß die Oberfläche des Expansionsgefäßes möglichst gleichmäßig anzuwärmen
wäre. Damit ein so großer Teil der Wärme des Expansionsgefäßes, wie möglich, gegen die vor Frost zu
schützenden Obstbäume nach oben gerichtet, und ein möglichst geringer Teil nach unten in Richtung zur
Erdoberfläche gelenkt wird, ist der Unterteil 6 des Expansionsgefäßes, z. B. mit Kalkmörtel oder ähnlichem
Farbstoff, hell, vorzugsweise und zweckentsprechender sogar weiß angestrichen, dagegen derOberteil 7 schwarz
gestrichen bzw. unter der Voraussetzung, daß das Expansionsgefäß aus schwarzem Eisenblech hergestellt,
schwarz gelassen, denn, wie bekannt, strahlen dunkle Flächen die Wärme effektiver aus als helle Flächen.
Der Ofen 1 ist mit einer Anzündungs- und Zugklappe in einer an und für sich bekannten Weise
versehen.
In der in der Abb. 2 dargestellten Ausführungsform ist der Kamin 1 auf hohen Füßen 8 in liegender Anordnung
angebracht. So weit wie die Füße aus Holz sind, kann man auf ihren Oberenden Nägel einschlagen,
zum Schutz gegen die Hitze aus dem Kamin. Das Expansionsgefäß 3 der Rauchgase ist auch in diesem Falle
quer gegen den Ofen angebracht und mit demselben mittels eines Rohrstückes 2, welches mit dem Rauchdeckel
5 ausgestattet ist, verbunden. Die Austrittsöffnungen 4 der Rauchgase liegen in den beiden Stirnflächen
des zylindrischen Expansionsgefäßes. Da die Wärme, die in der in dieser Abbildung dargestellten
Anordnung entwickelt wird, hauptsächlich schräg nach
, unten gerichtet werden muß, ist hier der Unterteil des Ofens und des Expansionsgefäßes schwarz, angestrichen
oder gelassen und der Oberteil hell, vorzugsweise weiß
gestrichen.
Für die in den Abb. 1 und 2 dargestellten Ausführungsformen
kann man als Expansionsgefäße irgendwelche gebrauchte Blechgefäße verwenden, nachdem
darin die öffnungen 4 und eine größere öffnung zum
Anbringen des Kamins angebracht sind. Auch der Ofen kann aus einem solchen Blechgefäß verfertigt
werden. Auch für die Herstellung des Kamins können Blechgefäße von dieser Art angewendet werden.
Damit das Expansionsgefäß 3 leicht an seine Arbeitsstellung gebracht und auch leicht aus derselben entfernt
werden kann, z. B. zwecks Reinigung, wird es zweckmäßig ohne besondere Befestigung auf den Kamin
gesetzt. Hierbei kann z. B. das Rohrstück 2 dem Expansionsgefäß eine genügende Stütze geben. Um
eine so gleichmäßige Wärmeausstrahlung wie möglich hervorzurufen, ist es vorteilhaft, das Expansionsgefäß
auf den Kamin in einer solchen Weise aufzustellen, daß die Längsachsen ungefähr rechtwinkelig gegeneinander
liegen, wie es sich in den in der Zeichnung veranschaulichten Fällen verhält.
Die Zeichnung und die anschließende Beschreibung sind natürlich nur zur Veranschaulichung des erfinderischen
Gedankens bestimmt; die eigentlichen, für die Praxis passenden Ausführungsformen der Anordnung
können im Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutend abweichen. Dieses gilt besonders für die Form
des Expansionsgefäßes der Rauchgase und das Anbringen der Löcher darin.
Damit die Anordnung während ihres Aufbewahrens und Transportes einen so geringen Raum wie möglich
in Anspruch nimmt, wird eine solche Größe für das Expansionsgefäß erwählt, daß der Kamin innerhalb
des Expansionsgefäßes Raum findet; zu diesem Zweck kann beispielsweise eine der beiden Stirnseiten des
Expansionsgefäßes durch einen lösbar angebrachten Deckel gebildet sein.
Im Rahmen der Erfindung ist auch eine solche Ausführungsform der Anordnung möglich, bei welcher
anstatt eines Expansionsgefäßes daran zwei oder auch noch mehrere solcher miteinander in Serie verbundene
Gefäße vorgesehen sind, von welchen das in Serie letzte mit in die Außenluft führenden öffnungen versehen
wird.
Claims (8)
1. Verfahren zur Frostabwehr unter Verwendung eines mit festem oder flüssigem Brennstoff zu heizenden
Ofens, gekennzeichnet dadurch, daß die dem Kamin des Ofens entströmenden Rauchgase
in einemRaume erweiterten Querschnittes zunächst zur Abkühlung, vorzugsweise bis nahe an den Kondensationspunkt
des Wasserdampfes gebracht und aus dem Expansionsgefäß in die Außenluft abgeführt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß in einem die Wärme auf die Gewächse ausstrahlenden Körper, in Form eines mit dem
Kamin (1) eines Ofens mittels einer engen öffnung,
z. B. mittels eines Rohrstutzens (2) verbundenen Expansionsgefäßes (3) mit großer Oberfläche dem
Rauchgase Gelegenheit gegeben wird, sich vor
ihrem Ausfluß durch die in diesem Gefäß (3) vorgesehenen, in die Außenluft führendenöffnungen (4)
abzukühlen.
3. Anordnung zur Ausübung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet dadurch,
daß es aus einem an bekanntem Ofen (1) und aus einem damit durch eine enge öffnung, z. B. ein
Rohrstück (2) verbundenen und als ein Wärme ausstrahlender Körper angewandten Expansionsgefäß
(3) für Rauchgase besteht, in welchem die Öffnungen (4) für Ableitung der Rauchgase in die Außenluft
liegen, nachdem sie den größten Teil ihrer Wärme den Wänden des Expansionsgefäßes abgegeben
haben.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb der zwischen Expansionsgefäß und Ofen (1) vorgesehenen öffnung bzw.
oberhalb des beide verbindenden Rohrstutzens (2) ein die Rauchgase zerstreuender Deckel (5) ange-
ao bracht ist.
5. Anordnung nach den Ansprüchen 3 und 4, gekennzeichnet dadurch, daß das Expansionsgefäß
(3) zylindrisch ausgebildet und quer zum Ofenkamin angeordnet ist, und daß die die Rauchgase in die
Außenluft ableitenden öffnungen (4) an den beiden Enden, z. B. in den Stirnflächen des zylindrischen
Gefäßes (3) vorgesehen sind.
6. Anordnung nach den Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Expansionsgefäß
(3) an seinem, von den zu schützenden Pflanzen weggerichteten Teil (6) der Außenfläche hell, z.B.
weiß gestrichen ist und an dem Teil (7), welcher die Aufgabe hat, Wärme auf die vor Frost zu schützenden
Gewächse auszustrahlen, schwarz angestrichen oder gelassen ist.
7. Anordnung nach irgendeinem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekenrzeichnet, daß das Expansionsgefäß
(3) abhebbar an dem Kamin angeordnet ist.
8. Anordnung nach den Ansprüchen 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere in Serie
verbundene Expansionsgefäße angeordnet sind, von welchen das in Serie letzte mit in die Außenluft
führenden öffnungen versehen ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
I 2073 10. 51
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