DE10111583A1 - Betätigungshilfe für Rollstuhlfahrer - Google Patents
Betätigungshilfe für RollstuhlfahrerInfo
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Abstract
Vorgeschlagen wird als Betätigungshilfe für Rollstuhlfahrer ein das dem Laufrad (11) zugeordnete Treibrad (21) eingrenzender, von Hand gegen Federdruck gegen das Treibrad anstellbarer, zweiteiliger Betätigungsgriff (34, 34'), der auf einem Gestänge (31, 31') aufsitzt, das einen an der Laufradnabe (113) drehbeweglich gelagerten, über das Treibrad (21) vorspringenden Ansatz (32) durchsetzt, wobei dem vom Betätigungsgriff (34, 34') abgekehrten Überstand (31') des Gestänges (31, 31') über die Laufradnabe (113) ein Kontergewicht (33) bodenfrei zugeordnet ist.
Description
Die Erfindung hat eine Betätigungshilfe für Rollstuhlfahrer zum Gegenstand.
Von Hand des Rollstuhlfahrers angetriebene Rollstühle verfügen über den Laufrädern
zugeordnete Treibräder, die mit den Felgen der Laufräder über sich zwischen den Treib
rädern und den Felgen der Laufräder erstreckende Streben zusammengefasst sind. Der
Rollstuhlfahrer verfährt den Rollstuhl mit Hilfe seiner an den Treibrädern angesetzten
Hände. Als vom Rollstuhlfahrer nachteilig empfunden wird hierbei in erster Linie der
vergleichsweise geringe Querschnitt der Treibräder, dann auch die von den Laufrädern
ausgehende Verschmutzung seiner Hände, mit denen er auf die Treibräder einwirkt.
Ausgehend vom Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, insoweit
Abhilfe zu schaffen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Betätigungshilfe für Rollstuhlfahrer in
gestalt eines das dem Laufrad zugeordnete Treibrad eingrenzenden, von Hand gegen
Federdruck gegen das Treibrad anstellbaren zweiteiligen Betätigungsgriffs gelöst, der
auf einem Gestänge aufsitzt, das einen an der Laufradnabe drehbeweglich gelagerten,
über das Treibrad vorspringenden Ansatz durchsetzend, an seinem vom Betätigungsgriff
abgekehrten Überstand über die Laufradnabe mit einem bodenfreien Kontergewicht ver
sehen ist.
Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Betätigungshilfe ergeben sich aus den Unter
ansprüchen 2 bis 9.
Der für die Betätigung des Treibrades vorgesehene Griff ist voluminöser und liegt auf
grund dessen besser in der an ihn angelegten Hand des Rollstuhlfahrers. Zumal wenn an
den das Treibrad in der Vertikalen eingrenzenden Griffschalen des Betätigungsgriffs auf
der dem Laufrad zugewandten Seite eine Schulter ausgebildet ist, wirkt das einer Ver
schmutzung der vom Rollstuhlfahrer am Betätigungsgriff angesetzten Hand durch Be
rührungskontakt mit dem Laufrad entgegen.
Zum Verfahren des Rollstuhls setzt der Rollstuhlfahrer seine Hände an den Betäti
gungsgriffen beidseits des Rollstuhls an, überführt die obere Griffschale gegen die Wir
kung der sich zwischen der unteren Griffschale und der oberen Griffschale erstrecken
den, die obere Griffschale von der unteren Griffschale abspreizenden Federn in Klemm
lage, in der bei entsprechender Beugung der Arme des Rollstuhlfahrers den Treibrädern
und damit dann auch den Laufrädern die das gewünschte Verfahren des Rollstuhls be
wirkende Drehung vermittelt wird. Nach Durchlaufen des durch die Armstreckung be
stimmten Hubs löst der Rollstuhlfahrer seine Hände wieder von den Betätigungsgriffen.
Bei entspannten, also außer Eingriff der Treibräder gelangten Betätigungsgriffen ver
schwenken diese unter der Einwirkung der Kontergewichte zurück in ihre Ausgangsla
ge, in der der Rollstuhlfahrer seine Hände an den Betätigungsgriffen im gewünschten
Umfang zum wiederholten Malen das fortschreitende Verfahren des Rollstuhles bewir
kend ansetzt.
Was die untere Griffschale des Betätigungsgriffs betrifft, bedarf es einer Wechselwir
kung zwischen ihr und dem Treibrad nicht, sie hat vielmehr in erster Linie die Funktion
eines Gegenlagers für die Feder, unter deren Einwirkung die obere Griffschale von der
unteren Griffschale abgespreizt wird. Zur Griffigkeit trägt bei, wenn das Treibrad aus
dauerfestem, begrenzt nachgiebigem Material besteht. Zur Erzielung eines entsprechen
den Effektes kann ein massives Treibrad dann auch mit einem aus dauerfestem, begrenzt
nachgiebigem Material bestehenden Überzug versehen sein. Zwischen der gegen das
Treibrad zur Anlage kommenden Griffschale und dem Treibrad kann bei gegen das
Treibrad verlagerter Griffschale auch Formschluss über eine wechselseitige Verzahnung
vorgesehen sein. In der Regel wird man sich jedoch Reibschlusses zwischen der oberen
Griffschale und dem Treibrad bedienen. Ist ein wechselseitiger Formschluss zwischen
Treibrad und Betätigungsgriff vorgesehen, erweist es sich als zweckmäßig, den Form
schluss über die innere, von unten gegen das Treibrad anstellbare Griffschale herbeizu
führen.
Zur eindeutigen Lageorientierung der Hände am Betätigungsgriff tragen beidends aus
den Griffschalen vorspringende, nach außen orientierte Überstände bei. Eine an der au
ßenliegenden Griffschale auf der dem Laufrad zugewandten Seite, mit einer Schulter
versehene Griffschale trägt zur Unterbindung der Verschmutzung der am Betätigungs
griff angesetzten Hand des Rollstuhlfahrers bei.
Mit aus dem Treibrad vorspringenden Nocken als Betätigungshilfe wird noch nicht ein
mal der Verschmutzung der vom Rollstuhlfahrer an das Treibrad angelegten Hände
vermieden. Soweit Betätigungshilfen ingestalt von vom Rollstuhlfahrer anzulegenden
Handschuhen angeboten werden, erbringen diese die gewünschten Effekte nicht, allen
falls eine Verringerung der Verschmutzung der Hände des Rollstuhlfahrers, vielfach
stehen Sie im Bedarfsfall dann auch nicht zur Verfügung.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand von in ganz schematischer Weise dargestell
ten Ausführungsbeispielen weitergehend erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die erfindungsgemäße Laufrad-Treibrad-
Kombination mit Betätigungshilfe in
schaubildlicher Darstellung,
Fig. 2 eine geringfügig abgewandelte Version des
Anmeldungsgegenstandes in Ansicht,
Fig. 3 Schnitte nach Linie III-III in Fig. 2,
einmal der Betätigungsgriff in gelösten Zustand,
einmal der Betätigungsgriff in Eingriff mit dem
Treibrad,
Fig. 4 entsprechende Schnitte nach Linie IV-IV
in Fig. 3.
Die aus den Fig. 1 und 2 entnehmbare Laufrad-Treibrad-Kombination besteht zum
einen aus dem Laufrad 11, dessen mit der Bereifung 112 versehenen Felge 111 über
Speichen 114 mit der auf die entsprechende Achse des Rollstuhlkorpus aufsteckbaren
Nabe 113 zusammengefasst sind. Vorgelagert ist dem Laufrad 11 in koaxialer Anord
nung das einen geringeren Durchmesser als das Laufrad 11 aufweisende Treibrad 21.
Das Treibrad 21 ist mit dem Laufrad 11 über sich zwischen dem Treibrad 11 und der
Felge 111 des Laufrads 11 erstreckende Stege 211 zusammengefasst. Das Treibrad 21
läuft somit synchron mit dem Laufrad 11. Über das Treibrad 21 ist das Laufrad 11 unter
Einwirkung auf das Treibrad 21 antreibbar, und zwar sowohl im Sinne des Pfeiles A als
auch im Sinne des Pfeiles A' in Fig. 1.
Die erfindungsgemäße Betätigungshilfe für das Treibrad 21 besteht aus einem Gestänge
31, 31', das ein der Laufradnabe 113 drehbeweglich zugeordnetes Lager 32 durchset
zend, einen Ends mit dem zweiteiligen, mit dem Treibrad 21 in Wechselwirkung treten
den Betätigungsgriff 34, 34' versehen ist und anderen Ends mit einem bodenfreien Kon
tergewicht 33. Die obere bzw. außen liegende Griffschale 34' des Betätigungsgriffs 34,
34' befindet sich im Ausgangszustand unter der Einwirkung von sich zwischen ihr und
der unteren auf dem Gestänge 31 aufsitzenden Griffschale 34 des Betätigungsgriffs 34,
34' außer Eingriff des Treibrades 21 (Fig. 3 und 4, jeweils die untere Darstellung).
Unter der Einwirkung der am Betätigungsgriff 34, 34' angesetzten Hand des Rollstuhl
fahrers ist die obere Griffschale 34' unter Überwindung der den die obere Griffschale
34' von der unteren Griffschale 34 abspreizenden Federn 36, 36' innewohnenden Kraft
gegen das Treibrad 21 absenkbar (Pfeil B in Fig. 1) und das Treibrad 21 bei entspre
chender Streckung des Armes des Rollstuhlfahrers unter Mitnahme des Laufrades 11 in
das Verfahren des Rollstuhls bewirkende Drehung versetzbar. Löst der Rollstuhlfahrer
nach Durchlaufen des Armhubs die Hand vom Betätigungsgriff 34, 34' hebt die obere
Griffschale 34' wiederum vom Treibrad 21 ab, womit der Rücklauf des Betätigungs
griffs 34, 34' unter der Einwirkung des Kontergewichts 33 in seine Ausgangslage, also
die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Scheitellage, möglich wird, aus der der Betäti
gungsgriff 34, 34' nach erneuter Überführung der oberen Griffschale 34' des Betäti
gungsgriffs 34, 34' in Eingriffsstellung wiederum in Fahrtrichtung unter einhergehender
fortgesetzter Drehung des Treibrades 21 und damit dann auch des Laufrades 11 dem
Armhub des Rollstuhlfahrers entsprechend verlagert wird, bis das Fahrziel erreicht ist.
Der Betätigungsgriff 34, 34' ist erkennbar voluminöser als das Treibrad 11, er lässt sich
allein schon deshalb vom Rollstuhlfahrer leichter handhaben, als das beim unmittelba
ren Ansetzen der Hand des Rollstuhlfahrers am Treibrad 21 der Fall ist. Überstände 37,
37' in den Endbereichen der Griffschale 34 und 34' des Betätigungsgriffs 34, 34' er
leichtern die Orientierung der Hand des Rollstuhlfahrers auf den Betätigungsgriff. An
den Griffschalen 34 und 34' auf der dem Laufrad 11 zugewandten Seite ausgebildete
Schultern 38 blockieren den Durchgriff der am Betätigungsgriff 34, 34' angesetzten
Hand des Rollstuhlfahrers zum Laufrad 11 hin, sie tragen somit zur Unterbindung der
Verschmutzung der am Betätigungsgriff 34, 34' angesetzten Hand des Rollstuhlfahrers
bei.
Claims (9)
1. Betätigungshilfe für Rollstuhlfahrer, gekennzeichnet durch einen das dem Laufrad
zugeordnete Treibrad eingrenzenden, von Hand gegen Federdruck gegen das Treib
rad anstellbaren, zweiteiligen Betätigungsgriff, der auf einem Gestänge aufsitzt, das
einen an der Laufradnabe drehbeweglich gelagerten, über das Treibrad vorspringen
den Ansatz durchsetzt und ein dem vom Betätigungsgriff abgekehrten Überstand ü
ber die Laufradnabe bodenfrei zugeordnetes Kontergewicht.
2. Betätigungshilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Griffschalen
des Betätigungsgriffs das Treibrad in der Vertikalen eingrenzen.
3. Betätigungshilfe nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, gekennzeichnet durch Reib
schluss zwischen Treibrad und Betätigungsgriff herbeiführende Griffschalen.
4. Betätigungshilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
das Treibrad aus dauerfestem, begrenzt nachgiebigem Material besteht.
5. Betätigungshilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
das Treibrad mit einem aus dauerfestem, begrenzt nachgiebigem Material bestehen
den Überzug versehen ist.
6. Betätigungshilfe nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
eine der Anlageflächen der Griffschalen als im angestellten Zustand in Eingriff mit
einem am Treibrad ausgebildeten Zahnkranz bringbare Zahnstange ausgebildet ist.
7. Betätigungshilfe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagefläche
der innen liegenden Griffschale als Zahnstange ausgebildet ist und das Treibrad
dementsprechend einen Innenzahnkranz aufweist.
8. Betätigungshilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die Griffschalen beidends mit nach außen orientierten Überständen versehen ist.
9. Betätigungshilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die außen liegende Griffschale auf der dem Laufrad zugewandten Seite eine Schulter
aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10111583A DE10111583C2 (de) | 2001-01-31 | 2001-03-10 | Betätigungshilfe für Rollstuhlfahrer |
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|---|---|---|---|
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Family Applications (2)
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- 2001-01-31 DE DE20101673U patent/DE20101673U1/de not_active Expired - Lifetime
- 2001-03-10 DE DE10111583A patent/DE10111583C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE20101673U1 (de) | 2001-08-02 |
| DE10111583C2 (de) | 2003-11-06 |
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Legal Events
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