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DE1010972B - Verfahren zur Trennung von Gemischen fester kristallisierbarer und fluessiger, in Teeren vorkommender Substanzen - Google Patents

Verfahren zur Trennung von Gemischen fester kristallisierbarer und fluessiger, in Teeren vorkommender Substanzen

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Publication number
DE1010972B
DE1010972B DEH22664A DEH0022664A DE1010972B DE 1010972 B DE1010972 B DE 1010972B DE H22664 A DEH22664 A DE H22664A DE H0022664 A DEH0022664 A DE H0022664A DE 1010972 B DE1010972 B DE 1010972B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
solid
mixture
separation
aqueous phase
liquid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEH22664A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Helmut Hartmann
Dr Werner Stein
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Henkel AG and Co KGaA
Original Assignee
Henkel AG and Co KGaA
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Henkel AG and Co KGaA filed Critical Henkel AG and Co KGaA
Priority to DEH22664A priority Critical patent/DE1010972B/de
Publication of DE1010972B publication Critical patent/DE1010972B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10CWORKING-UP PITCH, ASPHALT, BITUMEN, TAR; PYROLIGNEOUS ACID
    • C10C1/00Working-up tar

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Trennung von Gemischen fester kristallisierbarer und flüssiger, in Teeren vorkommender Substanzen Aus Braun- oder Steinkohlen gewonnene Teere enthalten feste kristallisierbare Substanzen, die wertvolle Ausgangsmaterialien für verschiedene Zweige der chemischen Industrie darstellen, z. B. Paraffine, Naphthalin, Phenanthren, Anthracen und andere. Man gewinnt diese Substanzen aus entsprechend geschnittenen Destillatfraktionen durch Auskristallisieren und Abtrennen von ölig gebliebenen Anteilen.
  • Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Trennung von Gemischen fester und flüssiger, in Teeren, vorzugsweise im Steinkohlenteer, vorkommender Substanzen, das sich dadurch auszeichnet, besonders leicht in kontinuierlich arbeitenden Apparaturen durchführbar zu sein. Die Erfindung beschränkt sich aber auf die Ab- trennung solcher fester kristallisierbarer Verbindungen, die spezifisch schwerer sind als Wasser. Das Verfahren besteht darin, unter Verwendung von Netz-, Emulgier-oder Dispergiermitteln eine Dispersion des zu trennenden Gemisches in einer wäßrigen Phase herzustellen, wobei das spezifische Gewicht der wäßrigen Phase mindestens dem der im Gemisch vorhandenen festen Bestandteile gleich ist, und die so erhaltene Dispersion in Vollmantelzentrifugen in zwei Phasen verschiedener spezifischer Gewichte zu trennen. Das erfindungsgemäße Verfahren beruht darauf, daß die wäßrige Phase durch die Anwesenheit der Netz-, Emulgier- oder Dispergiermittel die flüssigen Gemischbestandteile von der Oberfläche der festen verdrängt, wodurch sich eine Dispersion bildet, in der, durch wäßrige Phase voneinander getrennt, Partikel flüssiger und fester Gernischbestandteile vorliegen. Die Dispersion wird unter der Einwirkung der Zentrifugalkraft in zwei Phasen getrennt, in eine leichtere Phase, die aus den flüssigen Gemischbestandteilen besteht, und in eine schwerere wäßrige Phase, die die festen Gemischbestandteile suspendiert enthält.
  • Es sind nun schon verschiedene Versuche bekanntgeworden, die Trennung derartiger fester und flüssiger Substanzen durch Behandlung mit wäßrigen Netzmittellösungen zu unterstützen. So hat man im Falle der Abtrennung von Paraffinen aus ihren Gemischen mit Ölen vorgeschlagen, das 01 mit Hilfe einer Netzmittellösung vom Paraffin zu trennen und dann zu filtrieren. Nun sind aber Paraffine spezifisch leichter als Wasser, und außerdem ergeben in Öl suspendierte Paraffine bei Zusatz von wäßrigen Netzmittellösungen leicht Systeme, in denen die Paraffinkristalle von Wasserfilmen umgeben in der öligen Phase dispergiert sind. Diese Systeme lassen sich aber durch Zentrifugieren, wenn überhaupt, dann nur unvollständig trennen, so daß irgendwelche Rückschlüsse auf das erfindungsgemäße Verfahren nicht gezogen werden können. Nach einem anderen Vorschlag sollte die Trennung kristallisierter Teerkohlenwasserstoffe von öligen Begleitstoffen durch Verwendung einer wäßrigen Lösung eines spaltend auf Wasser-in-Öl-Emulsionen einwirkenden Stoffes unterstützt werden. Die Trennung von Emulsion und Kristallen sollte unter anderem durch Schleudern erfolgen. Da aber die Kristalle spezifisch schwerer sind als Wasser, würden sich diese im Zentrilugenkörper außen ansammeln und, da sie nicht oder unvollständig ausgetragen werden, alsbald den Zentrifugenkörper ganz ausfüllen, so daß eine kontinuierliche Arbeitsweise, wie sie erfindungsgernäß erfolgt, nicht möglich wäre.
  • . Als Ausgangsmaterialien dienen in beliebiger Weise erhaltene Gemische von flüssigen und festen Substanzen, die in Teeren vorkommen, bevorzugt aber Destillatfraktionen des Steinkohlenteers oder deren Weiterverarbeitungsprodukte. Die Siedegrenzen dieser Fraktionen können zwischen 150 und 350, vorzugsweise zwischen 170 und 300'C bei Normaldruck liegen. Derartige Destillate sind beispielsweise das sogenannte Mittelöl mit einem Siedebereich von etwa 170 bis etwa 235'C, das sogenannte Schweröl mit einem Siedebereich von etwa 235 bis etwa 275'C und das oberhalb von etwa 275' übergehende Anthracenöl. Diese Öle enthalten je nach ihrem Siedebereich und nach der Wirksamkeit der bei ihrer Gewinnung eingesetzten Destillationsapparatur verschiedene Kohlenwasserstoffe oder Heterocyclen. Eventuell in Teerölen oder ihren Destillaten enthaltene wasserlösliche Verbindungen, wie z. B, Phenol oder Pyridin, werden zweckmäßigerweise vor der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens in an sich bekannter Weise abgetrennt. Die Trennung der erfindungsgemäß zu verarbeitenden Ausgangsgemische, bei denen es sich sowohl um Rohprodukte als auch um Produkte höherer Reinheitsgrade handeln kann, vollzieht sich bei Temperaturen, bei denen der eine der zu trennenden Bestandteile flüssig und der andere fest ist. Allerdings wird der Temperaturbereich, in dem die Durchführung des Verfahrens möglich ist, nach oben durch die Siedetemperatur der in der Dispersion vorhandenen Flüssigkeiten, flüssiger Gemischbestandteil und Wasser, begrenzt und nach unten durch diejenige Temperatur, bei der Eis, Salze oder Gemische von Eis und Salzen ausgeschieden werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist im allgemeinen im Bereich von - 30 bis + 120'C, vorzugsweise von - 10 bis + 100'C, durchführbar, vorausgesetzt, daß in dem zu trennenden Gemisch bei diesen Temperaturen noch flüssige und feste Substanzen nebeneinander vorliegen. Bei der Reinigung von Rohnaphthalin arbeitet man z. B. bevorzugt zwischen + 10 und + 80'C.
  • Liegt das zu trennende Ausgangsmaterial als Gemisch flüssiger und fester Substanzen vor, so kann es direkt verarbeitet werden. Falls erforderlich, überführt man es durch mechanische Behandlung, wie z. B. Rühren, Kneten, Schlagen, Mahlen oder ähnliche Maßnahmen in einen Brei, in dem voneinander getrennte, kleine Partikel des festen Gemischbestandteils in dem flüssigen suspendiert sind.
  • , Man kann das Ausgangsmaterial aber auch thermisch vorbehandeln, was insbesondere dann notwendig ist, wenn die Temperatur des Gemisches im Anlieferungszustand unter oder über der Verarbeitungstemperatur liegt. In diesen Fällen empfiehlt es sich, das Gemisch zunächst vollständig aufzuschmelzen und auf die Verarbeitungstemperatur abzukühlen. Das Abkühlen kann kontinuierlich oder diskontinuierlich in Ruhe oder Bewegung des Gemisches durchgeführt werden. Für die kontinuierliche Durchführung eignen sich Kratzkühler, bestehend aus einem Rohr, das außen mit einer Kühlung und innen mit rotierenden Schabern versehen ist. Beim Durchleiten der abzukühlenden Substanz wird die Innenwand des Rohres durch die rotierenden Schaber von Ansätzen fester Bestandteile freigehalten.
  • Es kann vorteilhaft sein, den zu trennenden Gemischen an einem beliebigen Punkt des erfindungsgemäßen Verfahrens organische Lösungsmittel, wie z. B. Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Äther, Ester, Ketone usw. zuzusetzen, vorzugsweise solche, die sich entweder durch Waschen mit Wasser oder durch Abdestillieren leicht und vollständig von den Bestandteilen des Ausgangsgemisches abtrennen lassen. Im allgemeinen verwendet man Lösungsmittel mit 1 bis 10, vorzugsweise 1 bis 6 Kohlenstoffatomen im Molekül. Außer diesen sind die bei dem Verfahren gewonnenen flüssigen Gemischbestandteile als Zusatzstoffe geeignet.
  • Das Ziel aller dieser Maßnahmen ist die Herstellung eines Breies, in dem sich möglichst reine Kristalle der festen Substanz in der flüssigen Substanz suspendiert befinden. Dieser Brei wird nun zur Herstellung einer Dispersion mit der wäßrigen Phase in Berührung gebracht. Die zur Bildung der Dispersion erforderlichen Netz-, Emulgier- oder Dispergiermittel können in der wäßrigen Phase oder in dem zu trennenden Geniisch vorhanden sein; sie können aber auch beim Vermischen der Phasen oder danach zugesetzt werden. Die Bildung der Dispersion kann durch Rühren, Schütteln, mechanische Bearbeitung in Emulgierinaschinen usw. unterstützt werden. Es ist aber auch möglich, das zu trennende _A-usgangsmaterial bei Temperaturen, die unterhalb oder oberhalb der Trenntemperatur liegen, mit der wäßrigen Phase zu vermischen und beide Phasen gemeinsam auf die Trenntemperatur zu bringen. Vorzugsweise geschieht das unter gemeinsamem Abkühlen des völlig aufgeschmolzenen Ausgangsgemisches und der wäßrigen Phase, wobei man durch Rühren oder ähnliche Maßnahmen für eine innige Berührung der Phasen sorgt. In diesem Falle findet die Bildung der Dispersion und die Einstellung der Temperatur im Ausgangsgemisch gleichzeitig statt. Zum Mischen kann man die beiden miteinander vereinigten Phasen in derselben Weise mechanisch behandeln, wie das bereits für das Abkühlen des Ausgangsmaterials vorgeschlagen wurde.
  • Für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Anwesenheit von Netz-, Emulgier- oder Dispergiermittehi in der Dispersion notwendig, außerdem .die Anwesenheit von Stoffen, die das spezifische Gewicht der wäßrigen Phase erhöhen. Es hat sich in manchen Fällen als zweckmäßig erwiesen, der wäßrigen Phase Schutzkolloide zuzusetzen.
  • Unter Netz-, Emulgier- und Dispergiermitteln, von denen eine große Zahl verschiedenartigster Typen bekannt ist, sind organische Verbindungen zu verstehen, die im Molekül hydrophobe und hydrophile Gruppen enthalten und, dem System zugesetzt, die Grenzflächenspannung zwischen zu trennendem Gemisch und wäßriger Phase erniedrigen. Derartige Verbindungen enthalten vorzugsweise nicht aromatische Kohlenwasserstoffreste mit' 8 bis 20, insbesondere 12 bis 18 Kohlenstoffatomen und salzbildende oder nicht salzbildende wasserlöslichmachende Gruppen. Als Beispiele für Netz-, Emulgier-und Dispergiermittel mit sauren, wasserlöslichmachenden Gruppen seien Alkylbenzolsulfonate, Allzoholsulfate, AlkylsuHonate, sulfatierte Fettsäuremonoglyceride sowie Seifen genannt, unter diesen vor allem die Seifen organischer Basen, wie z. B. des Mono-, Di- oder Triäthaiiolamins. Netz-, Emulgier- und Dispergiermittel mit basischen wasserlöslichmachenden Gruppen sind als kationaktive Verbindungen bekannt. Zu diesen gehören unter anderem auch solche mit quaternärem Stickstoffatom, z. B. die Alkylpyridiniumsalze. Als Beispiele für Netz-, Emulgier- und Dispergiermittel mit nicht salzbildender wasserlöslichmachender Gruppe seien Alkylenoxydanlager-ungsprodukte an höhermolekulare Verbindungen mit beweglichem Wasserstoffatom, beispielsweise die Polyglykoläther von Fettalkoholen oder Alkylphenolen sowie die Polyglykolester von Fettsäuren genannt. Hierzu gehören auch Verbindungen mit mehreren löslichmachenden Hydroxylgruppen im Molekül, wie z. B. Teiläther höherer Alkohole oder Teilester von Fettsäuren mit mehrwertigen Alkoholen oder deren inneren oder äußeren Verätherungsprodukten. Bekannte Emulgiermittel dieser Art sind die Fettsäuremonoglyceride sowie die Fettsäureester von Sorbit oder seinen inneren Äthern. Außer den nur wasserlöslicben Netz-, Emulgier- und Dispergiern-iittein sind auch öllösliche Substanzen brauchbar.
  • Die Konzentration des Netz-, Emulgier- und Dispergiermittels, bezogen auf das anwesende Wasser, kann innerhalb weiter Grenzen, etwa von 0,05 bis5 0/, schwanken.
  • Das spezifische Gewicht der wäßrigen Phase soll mindestens dem der festen Gemischbestandteile gleich sein, vorzugsweise aber über dem der festen Gemischbestandteile liegen. Da die festen Gemischbestandteile schwerer sind als Wasser, ist das spezifische Gewicht der wäßrigen Phase durch Zusatz wasserlöslicher Substanzen, die aber gegenüber dem zu trennenden Gemisch inert sein müssen, zu erhöhen. Derartige Substanzen sind z. B. Elektrolyte, insbesondere Salze. Brauchbar sind die wasserlöslichen Chloride, Sulfate oder Nitrate der Alkalien, Erdalkalien oder Erdmetalle, wie z. B. des Natriums, Kaliums, Magnesiums, Calciums, Aluminiums, usw. Es können auch zwei oder mehrere Salze gleichzeitig in der Lösung vorhanden sein.
  • An Stelle oder zusammen mit Elektrolyten können auch wasserlösliche organische Substanzen anwesend sein, wie z. B. Glykol, Polyglykole, Glycerin oder andere mehrwertige Alkohole sowie deren wasserlösliche Derivate, z. B. Äther. Durch die Anwesenheit aller dieser Stoffe wird der Gefrierpunkt der wäßrigen Phase herabgesetzt, so daß die Trennung auch bei Temperaturen unterhalb O'C, z. B. bei -5 bis -30'C, möglich ist.
  • Die wäßrige Phase kann außerdem Schutzkolloide enthalten. Unter Schutzkolloiden, wie sie im Sinne dieser Erfindung der wäßrigen Phase zugesetzt werden, sind anorganische oder organische, in Wasser lösliche, quellbare oder unlösliche Substanzen zu verstehen, die in der Lage sind, den Emulsionszustand zu beeinflussen. Anorganische Schutzkolloide sind eine große Zahl von schleimigen oder flockigen Niederschlägen, die in Wasser vielfach in kolloidaler Form in der Schwebe bleiben oder sich nur langsam absetzen. AuchvölligwasserlöslicheVerbindungen, beispielsweise Salze von polymeren Phosphorsäuren, eignen sich zu dem erfindungsgemäßen Zweck. Organische Schutzkolloide können natürlicher oder synthetischer Herkunft sein. Natürlicher Herkunft sind z. B. Leirne, Gelatine oder andere Eiweißstoffe, Tragant, Pektine, Alginate usw. Zu den Schutzkolloiden synthetischer Herkunft gehören hochmolekulare flüssige oder wachsartige Polyglykoläther, Polyacrylate, wasserlösliche Cellulosederivate, insbesondere solche, die Glykolätherreste enthalten. Die Konzentration der Schutzkolloide im wäßrigen Medium kann zwischen 0 und 7 0/" vorzugsweise zwischen 0, 1 und 3 0,/, schwanken.
  • Wegen der Anwesenheit größerer Mengen von Elektrolyten in der Lösung empfiehlt es sich, die Elektrolytbeständigkeit der verwandten Netz-, Emulgier- und Dispergiermittel bzw. der Schutzkolloide von Fall zu Fall zu prüfen.
  • Bei der Herstellung der Dispersion ist das Gewichtsverhältnis von Ausgangsgemisch zu wäßriger Phase so einzustellen, daß das zu trennende Gemisch die dispergierte und die wäßrige Lösung die zusammenhängende Phase darstellt. Dieses Gewichtsverhältnis liegt im Bereich von z. B. 1 : 0,5 bis 1 : 3, vorzugsweise von 1 : 0,75 bis 1 : 2.
  • Die Trennung der Dispersion in flüssige Gemischbestandteile einerseits und in wäßriger Phase suspendierte feste Gemischbestandteile andererseits wird durch Zentrifugieren in Vollmantelzentrifugen vorgenommen. Die Funktion der Vollmantelzentrifugen unterscheidet sich von der der Siebzentrifugen dadurch, daß keine Festflüssig-Trennung stattfindet, bei der die feste Phase durch ein Sieb oder Filter zurückgehalten wird; vielmehr werden die Phasen nur auf Grund ihres spezifischen Gewichtes voneinander getrennt. Da die festen Gemischbestandteile in der wäßrigen Phase schwimmen und von dieser benetzt sind, werden sie zusammen mit der wäßrigen Phase ausgetragen. Beim Trennen der Dispersion in Vollmantelzentrifugen wird daher die Verwendung von Filtern irgendwelcher Art vermieden, und Filtrationsschwierigkeiten werden umgangen.
  • Die in dem wäßrigen Medium vorhandenen festen Bestandteile lassen sich in an sich bekannter Weise, z. B. durch Aufschmelzen, abscheiden. Die anfallende wäßrige Phase kann in den Prozeß zurückgeführt werden. Sofern öllösliche Netz-, Emulgier- oder Dispergiermittel verwandt worden sind, können diese ebenfalls von den gewonnenen festen und flüssigen Gemischbestandteilen in geeigneter Weise abgetrennt werden.
  • Die Schmelz- bzw. Erstarrungspunkte und damit die Reinheit der festen und flüssigen Gemischbestandteile ist von der Temperatur, bei der die Trennung durchgeführt wurde, abhängig und lassen sich durch deren Veränderung beeinflussen.
  • Zur weiteren Auftrennung kann man die festen oder flüssigen Gemischbestandteile nochmals in erfindungsgemäßer Weise behandeln. Die Vorbereitung des zu trennenden Gemisches kann nach allen eingangs beschriebenen Verfahren vorgenommen werden; z. B. kann man die flüssigen Gemischbestandteile nach Zusatz von wäßriger Phase zusammen mit dieser auf die Trenntemperatur abkühlen oder die festen Bestandteile zusammen mit wäßriger Phase auf die Trenntemperatur erwärmen. Dabei ist eine Veränderung des spezifischen Gewichtes der wäßrigen Phase unter Umständen zweckmäßig.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich nicht nur zur Verarbeitung der bei der Destillation von Steinkohlenteer anfallenden Fraktionen oder zur Reinigung der in diesen Fraktionen vorkommenden Hauptbestandteile, sondern auch zur Weiterverarbeitung von Destillat-oder Kristallfraktionen auf Bestandteile, die im Steinkohlenteer in geringerer Menge vorkommen, sich bei der Ausscheidung der Hauptbestandteile aber anreichern, sofern sich diese Substanzen durch Kristallisation isolieren lassen.
  • Die angegebenen Prozente sind Gewichtsprozente. Beispiel 1 130 kg Rohnaphthalin wurden mit 130 kg einer wäßrigen Lösung (d" = 1,19), die 17 % MgS 0, 10/, Natriumcelluloseglykolat und 0,30/, einer technischen 300/,igen Lösung eines aus Cl, bis C"-Kohlenwasserstoffen durch Umsetzung mit S 0, und Cl, und Verseifen der entstandenen Sulfochloride mit Natronlauge hergestellten Alkylsulfonates enthielt, bei 18 bis 25'C unter kräftigem Rühren innig gemischt und das Gemisch in einer kontinuierlich arbeitenden Vollmantelschälzentrifuge (Durchsatz 20 kg/Std.) zentrifugiert. Es wurden 15 % (bezogen auf das eingesetzte Rohnaphthalin) einer braunen Flüssigkeit und eine Suspension der gereinigten Naphthalinkristalle in der wäßrigen Phase erhalten. Der Schmelzpunkt des durch Aufschmelzen abgetrennten Naphthalins lag bei 78'C. Beispiel 2 Ein Gemisch von 50 g geschmolzenem Rohnaphthalin und 100 kg einer wäßrigen Lösung (d" = 1,22), die 20 % Mg S 04, 0,5 % Natriumcelluloseglykolat und 0,3 % einer technischen 30 0/,igen Lösung eines Alkylsulfonates (wie im Beispiel 1) enthielt, wurde unter kräftigem Rühren innerhalb 1 Stunde von 80' auf 70'C abgekühlt. Diese Mischung ließ sich in einer vorgeheizten Vollmantelschälzentrifuge in 210,1, (bezogen auf das eingesetzte Rohnaphthalin) eines braunen Öles und in die Suspension der gereinigten Naphthalinkristalle in der wäßrigen Phase trennen. Aus dem Öl schieden sich beim Erkalten noch Naphthalinkristalle aus. Das aus der Suspension isolierte Naphthalin schmolz bei 79,7'C. Beispiel 3 Eine Dispersion von 500 g Rohnaphthalin und 500 g einer 25"/,igen Aluminiumsulfatlösung, die noch 0,20/, des Natriumsalzes eines Fettalkoholsulfates der Kettenlänge C" bis Cl. enthielt (d" # 1,29), wurde bei Zimmertemperatur durch einen Emulgator (Stiftmühle) gegeben und nach dem Einmischen von 50 g Toluol in Gläsern zentrifugiert. In den Zentrifugengläsern hatten sich zwei Schichten gebildet. Die obere bestand aus dem Gemisch von Toluol und den flüssigen Verunreinigungen des Naphthahns (etwa 9 % der Gesamtmenge), die untere aus der wäßrigen Phase, in der die gereinigten Naphthalinkristalle suspendiert waren. Der Schmelzpunkt des gereinigten Naphthalins war 79'C. Ähnliche Ergebnisse wurden bei Anwendung von 5 bis 20 % Essigester bzw. Methylisobutylketon statt Toluol oder beim Arbeiten mit einer wäßrigen Phase erhalten, die 23 0/, Ca Cl. an Stelle von 25 11/0 A12 (S Oj, enthielt.
  • Beispiel 4 Eine Teeröldestillatfraktion (Gemisch aus Mittel- und Schweröl) wurde innerhalb 2 Stunden unter intensivem Rühren von 40 auf 20'C zu einer breiartigen Masse, die aus Kristallen und organischer Flüssigkeit bestand, abgekühlt. 500 g dieser Masse ergaben nach Verrühren mit der gleichen Menge einer gleichtemperierten wäßrigen Lösung (d" = 1,17), die 2 0/', einer 70 0/#gen technischen Alk-ylbenzolsulfonatpaste (Alkylkette C" bis Cl,) und 160/,MgS0, enthielt, eine Dispersion, die in Gläsern zentrifugiert wurde. Es hatten sich im Zentrifugenglas zwei Schichten gebildet. Die obere bestand aus den bei 20'C flüssigen Destillatbestandteilen, die untere aus der wäßrigen Lösung, in der die Kristalle suspendiert vorlagen. Der Schmelzpunkt der festen Anteile lag bei 57'C. Das Mengenverhältnis der flüssigen zu den festen Bestandteilen betrug 56 zu 44. der Substanzen, wobei die festen Gernischbestandteile spezifisch schwerer sind als Wasser, dadurch gekennzeichnet, daß man unter Verwendung von Netz-, Emulgier- oder Dispergiermitteln eine Dispersion des zu trennenden Gemisches in einer wäßrigen Phase herstellt, deren spezifisches Gewicht oberhalb desjenigen der im Gemisch vorhandenen festen Bestandteile liegt und die so erhaltene Dispersion in Vollmantelzentrifugen in zwei Phasen verschiedenen spezifischen Gewichts trennt.
  • 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man wäßrige Phasen verarbeitet, die Schutzkolloide enthalten, 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man dem System, vorzugsweise dem zu trennenden Gemisch, flüssige organische Verbindungen zusetzt.
  • 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die wäßrige Phase wieder verwendet.

Claims (1)

  1. FATENTANSPRÜeHE: 1. Verfahren zur Trennung von Gemischen fester kristallisierbarer und flüssiger, in Teeren vorkommen. In Betracht gezogend Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 360 687, 523 500, 550 157; Deutsche Patentanmeldung C 1405 IVc/12r.
DEH22664A 1955-01-12 1955-01-12 Verfahren zur Trennung von Gemischen fester kristallisierbarer und fluessiger, in Teeren vorkommender Substanzen Pending DE1010972B (de)

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