DE10102187A1 - Aufpralldämpfender Kotflügel für ein Fahrzeug - Google Patents
Aufpralldämpfender Kotflügel für ein FahrzeugInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen aufpralldämpfenden Kotflügel für ein Fahrzeug, mit einer der Motorhaube zugewandten oberen Begrenzungskante, entlang der fahrzeuginnenseitig wenigstens über eine Teillänge des Kotflügels ein Aufprallenergie aufnehmendes Stützelement angeordnet und mit dem steifen Fahrzeugaufbau fest verbunden ist. Sie löst die Aufgabe, einen derartigen Kotflügel so zu gestalten, daß dieser bei einem Aufprall eines Fußgängerkopfes, simuliert durch einen Impaktor, eine hohe Anfangssteifigkeit, verbunden mit einer hohen Verzögerung desselben, aufweist, die jedoch rasch sinkt. Dazu besteht das Stützelement (4) aus einem harten, unbiegsamen Material, ist stegförmig ausgebildet und im Profil mit einer im wesentlichen parallel zur Begrenzungskante (3) ausgebildeten Abwinklung (Kehle K) versehen, wobei die beiden durch die Abwinklung (Kehle K) gebildeten Stützelementbereiche (4.1, 4.2) auf der der Motorhaube (2) abgewandten Seiten einen stumpfen Winkel (alpha) einschließen, und daß das Stützelement (4) mit einer im Abstand zur Begrenzungskante (3) ausgebildeten Sollbruchlinie (S) versehen ist.
Description
Die Erfindung betrifft einen aufpralldämpfenden Kotflügel für ein Fahrzeug, bei dem
dieser zur Erhöhung des Energieaufnahmevermögens bei einem Unfall, insbesondere
mit einem Fußgänger oder einem anderen Unfallbeteiligten, im Bereich seiner der
Motorhaube zugewandten Begrenzungskante mit Stützelementen am festen
Fahrzeugaufbau abgestützt ist.
Aufpralldämpfende Kotflügel, die besonders wirksam Aufprallenergie aufnehmen und
abbauen können, wodurch die Schwere von Verletzungen bei aufprallenden Fußgängern
oder anderen Aufprallbeteiligten im Falle einer Kollision mit diesen reduziert wird, sind
bekannt. Bei diesen wird die beim Zusammenstoß mit einem Fußgängerkopf die in den
Kotflügel eingebrachte Aufprallenergie, in bekannter Weise simuliert durch einen
Impaktoraufschlag, weitgehend einer idealen Kurve der Beschleunigung über der Zeit (a
- t-Kurve) entsprechend, abgebaut und so zur Verringerung des sog.
Kopfverletzungskriteriums HIC (Head Injury Criterion) beigetragen, wobei die Kurve auf
einer Berechnung auf der Grundlage des Betrages an Aufprallenergie, die beim
Zusammenstoß aufgenommen werden muß, beruht. Die Bereiche und Konstruktionen,
die besonders wirksam Aufprallenergie aufnehmen können, werden mit
Aufprallvorrichtungen und den genannten Impaktoren durch Aufprallversuche ermittelt.
Dabei werden die Impaktoren mit bestimmter Geschwindigkeit auf die vorbestimmten
Bereiche geschossen und die relevanten geometrischen und Materialparameter anhand
eines optimalen Verzögerungsverlaufs bewertet.
In der DE 29 34 060 A1, der DE 30 47 969 A1 und in der DE 44 01 023 C1 sind Kotflügel
beschrieben, bei denen im Bereich zwischen deren der Motorhaube zugewandten oberen
Begrenzungskante und dem unter dieser angeordneten steifen Fahrzeugaufbau, also
beispielsweise einem Radhaus oder einem Längsträger, Aufprallenergie aufnehmende
Stützelemente angeordnet und mit den beiden Komponenten fest verbunden sind.
Beim Aufprall eines Fußgängers auf das Frontend des Fahrzeugs werden zunächst die
Beine des Fußgängers vom Stoßfänger erfaßt, und der Fußgänger schlägt mit seinem
Oberkörper und dem Kopf von oben her auf die Fronthaube bzw. den seitlich von dieser
verlaufenden Längsbereich des Kotflügels auf. Durch die Stützelemente wird
sichergestellt, daß ein Teil der Aufprallenergie in Verformungsarbeit umgesetzt und damit
das Verletzungsrisiko (Kopfverletzungskriterium HIC) des Fußgängers verringert wird.
Die in den genannten Dokumenten beschriebenen Stützelemente sind bleibend
verformbare Deformationsglieder, die auch durch einen eingebogenen Randbereich des
Kotflügels selbst gebildet sein können. Dabei kann durch eine entsprechende
Formgebung und durch eine entsprechende Wahl der Härte des Materials des jeweiligen
Deformationsgliedes eine verhältnismäßig genau definierte Steifigkeit des Kotflügels im
Bereich der Begrenzungskante erreicht werden.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden (siehe DE 199 48 732.4), das jeweils im
wesentlichen vertikal verformbare Deformationsglied als Scherelement auszubilden, das
beispielsweise schräg verlaufende offene Rinnen aufweist, die bei einer vertikalen
Belastung durch einen aufprallenden Fußgänger zusammenbrechen, oder dasselbe mit
Sollbruchstellen zu versehen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen aufpralldämpfenden Kotflügel für ein Fahrzeug nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 so zu gestalten, daß dieser bei einem Aufprall eines
Fußgängerkopfes, insbesondere simuliert durch einen Impaktor, eine hohe
Anfangssteifigkeit, verbunden mit einer hohen Verzögerung desselben, aufweist, die
jedoch rasch sinkt.
Diese Aufgabe wird bei einem Kotflügel nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch
dessen kennzeichnende Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den
nachfolgenden Unteransprüchen aufgeführt.
Die Erfindung besteht darin, daß bei einem aufpralldämpfenden Kotflügel für ein
Fahrzeug mit einer der Motorhaube zugewandten oberen Begrenzungskante, entlang der
innenseitig wenigstens über eine Teillänge des Kotflügels ein Aufprallenergie
aufnehmendes Stützelement angeordnet und am steifen Fahrzeugaufbau abgestützt ist,
dieses Stützelement aus einem harten, unbiegsamen Material besteht, stegförmig
ausgebildet und im Profil mit einer Abwinklung versehen ist. Die Abwinklung verläuft
dabei entlang einer im wesentlichen parallel zur Begrenzungskante ausgebildeten Linie,
und die durch die Abwinklung gebildeten Stützelementbereiche schließen auf der der
Motorhaube abgewandten Seite einen stumpfen Winkel ein. Zudem ist das Stützelement
mit einer ebenfalls im wesentlichen zur Begrenzungskante parallel verlaufenden
Sollbruchlinie versehen.
Der abgestützte Kotflügel ist einerseits ausreichend steif, um die
Betriebsbeanspruchungen und auch normale Stoß- oder Druckbeanspruchungen ohne
Verformung und Schwingungen aushalten zu können, und andererseits ausreichend
weich, um den Aufprall eines Fußgängers in dem der Motorhaube zugekehrten Bereich,
insbesondere im Bereich der Begrenzungskante, dämpfend aufnehmen zu können. Bei
dem Aufprall eines Fußgängers bzw. des Kopfes eines Fußgängers auf den Kotflügel in
im wesentlichen vertikaler Richtung wird eine hohe Aufprallenergie im Bereich des
Stützelementes in den Kotflügel eingeleitet, verbunden mit einer hohen Belastungsspitze
am Stützelement und mit einer hohen Verzögerung des Kopfes, die dieser jedoch
aushält. Die Ausbildung des Stützelementes mit einem von der Begrenzungskante
schräg nach unten zur Sollbruchstelle angeordneten Stützelementbereich führt dabei zu
einer Schiebe- und Knickbelastung an der Sollbruchlinie, die in der Folge nachgibt und
bricht, verbunden mit einer nur noch geringen Verzögerung des Kopfes. Damit wird das
Kopfverletzungskriterium (HIC) gesenkt.
Die Sollbruchlinie ist zweckmäßigerweise in den Bereich der Abwinklung gelegt und
durch eine durchgängige Materialschwächung gebildet.
Das Stützelement besteht vorzugsweise aus Kunststoff, insbesondere aus Polypropylen
oder einem Acrylnitril-Butadien-Styrol-Polymer, einem thermoplastischen Kunststoff von
hoher Schlagfestigkeit und weist eine Dicke von 1,5 mm bis 2,5 mm, insbesondere
jedoch 2 mm auf. Die Materialschwächung kann vorteilhaft durch eine Nut oder
Einkerbung gebildet sein, die über die gesamte Länge des Stützelementes ausgebildet
ist und die den gewünschten Bruch gezielt in einem eng begrenzten Bereich herbeiführt.
Die Dicke des Restmaterials am Nut- bzw. Kerbgrund beträgt bevorzugt zwischen 30%
und 50% der vollen Stützmaterialdicke.
Das Stützelement ist am festen Fahrzeugaufbau im wesentlichen vertikal angeordnet und
durch im Abstand voneinander angeordnete Rippen quer zur Fahrzeuglängsrichtung
stabilisiert. Hingegen ist der im Bereich der Begrenzungskante des Kotflügels befestigte
Stützelementbereich schräg nach unten und nach dem Fahrzeuginneren zu ausgebildet
und stützt sich entlang der Sollbruchlinie an dem vertikalen Stützelementbereich ab.
Zur Befestigung an der Begrenzungskante ist das Stützelement dabei vorteilhaft über
eine Rastverbindung mit dem freien Rand des Kotflügels verbunden. Die Rastverbindung
kann derart gestaltet sein, daß begrenzungskantenseitig im Stützelement parallel zu
dessen Außenflächen ein durchgängiger Längsschlitz angeordnet ist, in dem Rastnasen
angeformt sind und in dem der freie Rand des Kotflügels mit diesen korrespondierenden
Rastausnehmungen zur Anordnung gelangt. In Verbindung mit einer festen Verbindung
des Stützelementes am Fahrzeugaufbau ist damit eine montagetechnisch wenig
aufwendige Befestigungsanordnung gegeben.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert. In den
zugehörigen Zeichnungen zeigen schematisch:
Fig. 1 einen Schnitt durch einen Kotflügel quer zur Fahrzeuglängsrichtung mit
einem Stützelement,
Fig. 2a die Einzelheit X, vergrößert,
Fig. 2b diese in der Draufsicht,
Fig. 2c die Einzelheit Y, vergrößert, und
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht einer Teillänge des Stützelementes.
Fig. 1 zeigt einen Kotflügel 1 an einem Fahrzeug mit einer der Motorhaube 2
zugewandten Begrenzungskante 3, entlang der fahrzeuginnenseitig über die Länge des
Kotflügels 1 hier ein Aufprallenergie aufnehmendes Stützelement 4 aus Polypropylen in
einer Dicke von 2 mm angeordnet ist. Das Stützelement 4 ist stegförmig ausgebildet und
weist zwei im stumpfen Winkel α von 135° auf der der Motorraumhaube abgewandten
Seite zueinander angeordnete Stützelementbereiche 4.1 und 4.2 auf, die eine Kehle K
ausbilden, die parallel zur Begrenzungskante 3 und im Abstand der Breite des
Stützelementbereiches 4.1 von der Begrenzungskante 3 verläuft. Der
Stützelementbereich 4. 2 ist auf einem Abdeckblech 5 für einen oberen Längsträger 6
eines festen Fahrzeugaufbaus abgestützt und vertikal angeordnet, wohingegen der
zwischen der Kehle K und der Begrenzungskante 3 ausgebildete Stützelementbereich
4.1 im Winkel von 45° zum Stützelementbereich 4.2 angeordnet ist. Das Stützelement 4
dient in dieser Ausbildung zugleich als Verblendung für den durch den Kotflügel 4
gebildeten Hohlraum 7. In der Kehle K ist über die gesamte Länge des Stützelementes 4
eine U-förmige Nut 8 angeordnet, die eine Sollbruchlinie S ausbildet. Die am Nutgrund
verbliebene Restmaterialdicke des Stützelementes 4 beträgt 0,8 mm. Das
Stützelelement 4 ist längsträgerseitig T-förmig gestaltet, liegt auf dem Abdeckblech 5 auf
und ist über angeformte Gewindebolzen 9 mit diesem verschraubt und somit mit dem
Fahrzeugaufbau fest verbunden. Der vertikale Stützelementbereich 4.2 ist durch Rippen
10 stabilisiert.
Begrenzungskantenseitig ist das Stützelement 4 bzw. der Stützelementbereich 4.1
entlang der Begrenzungskante 3 mit dem freien Rand des Kotflügels 1 verrastet, wie in
der Einzelheit X in Fig. 2a gezeigt und durch Fig. 2b verdeutlicht ist. Dazu ist das
Stützelement 4 an seinem freien Rand mit einem Längsschlitz 11 versehen, in dem an
der oberen Schlitzwand 11.1 im Abstand Rastnasen 12 angeformt sind, die mit im Rand
des Kotflügels 1 im Abstand angeordneten Rastausnehmungen 13 korrespondieren und
mit diesen in Eingriff stehen. In der Einzelheit Y in Fig. 2c ist die Sollbruchstelle S
vergrößert dargestellt. Insbesondere ist die Ausbildung der Nut 8 verdeutlicht.
Fig. 3 zeigt einen Abschnitt des Stützelementes 4 in perspektivischer Darstellung mit
zwei gegenüberliegend angeordneten Rippen 10, die mit weiteren, im Abstand von 150 m
entlang des Längsträgers 6 angeordneten, jedoch nicht dargestellten Rippen 10 die
Stabilität des Stützelementes erhöhen. Deutlich sind der Längsschlitz 11 und ein
Gewindebolzen 9 zu erkennen.
Bei einem Vertikalaufschlag eines einen Kopf eines Fußgängers simulierenden
Impaktors auf die Begrenzungskante 3 wird in den Kotflügel 1 und in das Stützelement 4
Aufprallenergie eingeleitet, durch die das Stützelement 4 im Bereich der Sollbruchlinie S
durch einen Kraftvektor auf Schub und Biegung beaufschlagt und infolge der gegebenen
Materialdickenverdünnung besonders hoch belastet wird und bricht, wodurch der
anfangssteife Kotflügel nachgibt und deformiert wird. Durch die damit verbundene
Verringerung der Verzögerung des Impaktors wird das Kopfverletzungskriterium (HIC)
gesenkt.
Für die Auslegung des Stützelements 4 als nahezu unbiegsam wird hier bevorzugt eine
Werkstoffauswahl und Geometriegestaltung derart gewählt, daß bei bei normaler
statischer Belastung des Stützelementes 4 an diesem selbst praktisch keine
Verformungen erkennbar sind, also keinesfalls lastbedingte Maßabweichungen von mehr
als 5% zur Sollkontur auftreten. Erst bei dynamischen Belastungen, die beispielsweise
aus einem Fußgängeraufprall resultieren, kommt es ohnen nennenswerte plastische
Verformung zum gezielt gewünschten Bruch wie vorstehend beschrieben.
1
Kotflügel
2
Motorhaube
3
Begrenzungskante
4
Stützelement
5
Abdeckblech
6
Längsträger
7
Hohlraum
8
Nut
9
Gewindebolzen
10
Rippe
11
Längsschlitz
11.1
Schlitzwand
12
Rastnase
13
Rastausnehmung
K Kehle
S Sollbruchstelle
α Winkel
K Kehle
S Sollbruchstelle
α Winkel
Claims (7)
1. Aufpralldämpfender Kotflügel für ein Fahrzeug, mit einer der Motorhaube
zugewandten oberen Begrenzungskante, entlang der fahrzeuginnenseitig
wenigstens über eine Teillänge des Kotflügels ein Aufprallenergie aufnehmendes
Stützelement angeordnet und mit dem steifen Fahrzeugaufbau fest verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stützelement (4) aus einem harten, nahezu
unbiegsamen Material gebildet, stegförmig ausgebildet und im Profil mit einer im
wesentlichen parallel zur Begrenzungskante (3) ausgebildeten Abwinklung (Kehle
K) versehen ist, wobei die beiden durch die Abwinklung (Kehle K) gebildeten
Stützelementbereiche (4.1, 4.2) auf der der Motorhaube (2) abgewandten Seite
einen stumpfen Winkel (α) einschließen, und daß das Stützelement (4) mit einer im
Abstand zur Begrenzungskante (3) ausgebildeten Sollbruchlinie (S) versehen ist.
2. Kotflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sollbruchlinie (S)
im Bereich der Abwinklung (Kehle K) ausgebildet ist.
3. Kotflügel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sollbruchlinie (S) durch eine durchgängige Materialschwächung gebildet ist.
4. Kotflügel nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sollbruchlinie (S) eine über die gesamte Länge des Stützelementes (4)
ausgebildete Nut (8) ist, und daß die Dicke des Stützelementes (4) am Nutgrund
zwischen 30% und 50% der vollen Stützelementdicke beträgt.
5. Kotflügel nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Stützelement (4) aus Polypropylen besteht und eine Dicke von 1,5 mm bis 2,5 mm,
insbesondere jedoch 2 mm, aufweist.
6. Kotflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der am
Fahrzeugaufbau (Längsträger 6) befestigte Stützelementbereich (4.2) im
wesentlichen vertikal angeordnet und fahrzeugaufbauseitig durch im Abstand
angeordnete Rippen (10) stabilisiert ist.
7. Kotflügel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der an der
Begrenzungskante (3) des Kotflügels (1) angeordnete Stützelementbereich (4.1)
mit dem Kotflügel (1) verrastet und schräg nach unten ausgebildet ist (Winkel 90°
minus α).
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