DE10100097C1 - Roboter-Gelenk - Google Patents
Roboter-GelenkInfo
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Abstract
Ein Roboter-Gelenk in Form eines kombinierten Rotations-Translations-Gelenks, das insbesondere für den Einsatz im Weltraum geeignet ist, besteht aus zwei konzentrisch angeordneten, gegeneinander bewegbaren Rohren, einem aus wenigstens einer Rollenkette gebildeten Reibradantrieb sowie einem dem Reibradantrieb und der Einstellung eines vorgebbaren Rotations-Translations-Verhältnisses zugeordneten Elektromotor.
Description
Die Erfindung betrifft ein Roboter-Gelenk in Form eines
kombinierten Rotations-Translations-Gelenkes,
insbesondere für den Einsatz im Weltraum, mit
wenigstens zwei konzentrisch ineinander angeordneten,
gegeneinander bewegbaren Rohren sowie wenigstens einer
zugeordneten Antriebseinheit.
Bei Weltraum-Missionen, beispielsweise im Zusammenhang
mit der internationalen Weltraumstation ISS, müssen
unter anderem Satelliten eingefangen und zu ihrer
Stauposition bewegt werden. Zwar entfallen bei
derartigen Einsätzen im Orbit die Gewichtskräfte, es
verbleiben jedoch die - weit geringeren -
beschleunigenden oder verzögernden Kräfte, die als
Trägheitskräfte auf einen diese Aufgabe verrichtenden
Roboterarm einwirken. Wegen der relativ geringen
Satellitenmassen sind diese Kräfte allerdings
vergleichsweise niedrig.
Roboter-Gelenke sind prinzipiell bereits für eine
Vielzahl von Anwendungen im Einsatz. Bei diesen
bekannten Roboter-Gelenken sind häufig Linear- und
Drehgelenkarme durch eine Hintereinanderschaltung
miteinander kombiniert. Es handelt sich dabei dann
jeweils um zwei separate Gelenke mit entsprechend hohem
baulichen Aufwand, beispielsweise mit einem doppelten
Antrieb. So sind auch bei einem in der DD 289 006 A5
beschriebenen Roboter-Gelenk der eingangs genannten Art
das in Form eines kombinierten Rotations-Translations-
Gelenkes aufgebaut ist, für die Translations- und für
die Rotationsbewegung jeweils separate Antriebsmotoren
vorgesehen. Bei einem anderen bekannten
Zugmittelgetriebe mit profiliertem Synchronriemen,
einer Zahnstange und einem Zahnrad ist eine solche
Kombination von Translations- und Rotationsbewegung
praktisch nicht möglich. Bei einem weiteren bekannten
Roboter-Gelenk, das die Form eines Schraubgelenkes
aufweist, wird eine Kombination von Translations- und
Rotationsbewegung in einem Gelenk dadurch ermöglicht,
daß eine quasi als Unterarm ausgebildete Schraubspindel
eine Drehbewegung vollführt, mit der jedoch wegen des
Gewindes eine Längsbewegung in dem Sinne starr
gekoppelt ist, daß das Verhältnis zwischen beiden stets
konstant bleibt, da die Gewindesteigung naturgemäß
nicht variiert werden kann. Schließlich sind Roboter-
Gelenke in Form von Dreh-Schubgelenken bekannt
geworden, die infolge der voneinander unabhängigen
Translations- und Rotationsbewegung zwei
Getriebefreiheitsgrade besitzen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Roboter-Gelenk der
eingangs genannten Art so auszubilden, daß es bei einem
möglichst einfachen und leichten Aufbau ein Höchstmaß
an Zuverlässigkeit und Variabilität bietet, wie dies
insbesondere bei Einsätzen im Weltraum eine
unabdingbare Voraussetzung darstellt.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Vorrichtung
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs
1. Eine vorteilhafte Weiterbildung, die einer optimalen
Anpassung des erfindungsgemäßen Roboter-Gelenkes an den
vorgesehenen Einsatzzweck bei Weltraummissionen dient,
ist im weiteren Anspruch angegeben.
Bei dem Roboter-Gelenk nach der Erfindung handelt es
sich um ein kombiniertes Rotations-Translations-Gelenk,
bei dem sich zwei konzentrische Rohre gegeneinander
bewegen. Der Antrieb erfolgt über einen aus einer
Rollenkette gebildeten Reibradantrieb, wobei sowohl
dieser Antrieb als auch die Stellbewegungen zur
Einstellung eines vorgegebenen Verhältnisses von
Translations- und. Rotationsbewegung von nur einem
Elektromotor vorgenommen werden können.
Zwar sind bei dem Roboter-Gelenk nach der Erfindung die
Aktionskräfte, die letztlich aus der Rollreibung
resultieren, vergleichsweise gering, wegen der im Orbit
ebenfalls nur geringen zu bewegenden Satellitenmassen
ist das erfindungsgemäß vorgesehene Antriebskonzept für
dieses Anwendungsgebiet jedoch hervorragend geeignet.
Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Roboter-
Gelenkes besteht darin, daß für den
Translationsfreiheitsgrad beliebige Hublängen möglich
sind. Anders als beispielsweise bei einem Antrieb über
eine Zahnstange oder einen Hydraulikzylinder sind bei
dem erfindungsgemäß vorgesehenen Kombinationsgelenk der
Hublänge durch konstruktive Gegebenheiten, wie
Zahnstangen- oder Hubzylinderlänge, keine Grenzen
gesetzt.
Um bei terrestrischen Anwendungen des Roboter-Gelenkes
nach der Erfindung, beispielsweise als Service-Roboter,
auch größere Kräfte aufbringen zu können, ist es ferner
möglich, zu diesem Zweck Befestigungs- oder
Bewegungsgewinde zu lösen/spannen oder zu verstellen.
Sofern durch das erfindungsgemäße Roboter-Gelenk
Reinigungsarbeiten auszuführen sind, können
beispielsweise Schabekräfte aufgebracht werden, um
Schmutz zu entfernen. Durch die antriebsseitig zu
beeinflussende Ungleichförmigkeit der Geschwindigkeit
der Bewegung ergeben sich zudem stoßartige
Beschleunigungskräfte für das verwendete Greifwerkzeug,
die ähnlich wie bei einer Schlagbohrmaschine
vorteilhaft eingesetzt werden können.
Die erfindungsgemäß vorgesehene Kombination eines
rotatorischen und eines translatorischen Gelenkes macht
etwa nur die Hälfte des ansonsten bei derartigen
Vorrichtungen üblichen konstruktiven Aufwandes
erforderlich, der häufig dadurch bedingt ist, daß für
den gleichen Einsatzzweck zwei separate Gelenke mit
entsprechendem Aufwand an Antrieb und Steuerung
vorzusehen sind. Durch die bei dem erfindungsgemäßen
Roboter-Gelenk mögliche schnelle und einfache Variation
des Einstellverhältnisses des Kettenantriebes bei
konstanter Antriebsdrehzahl ist zudem eine schnelle
Bewegung des Unterarms möglich.
Wird an Stelle nur einer Antriebseinheit zusätzlich
eine zweite, diametral zur ersten angeordnete
Antriebseinheit verwendet, so kann zusätzlich eine
Geschwindigkeitsvariation unter Last vorgenommen
werden. In einer solchen Steuerungsphase wird jeweils
eine Antriebseinheit konstant weiterbetrieben und der
Antriebskraftfluß aufrechterhalten, während die andere
Antriebseinheit stufenweise verändert und anschließend
weiterbetrieben wird. Auf diese Weise werden beide
Antriebseinheiten alternierend verändert, bis für beide
die endgültige Einstellung erreicht worden ist.
Durch Fehlsteuerungen kann es bei Roboter-Gelenk-
Anordnungen zu einem Überschuß entweder an
Antriebskraft oder Gegenkaft kommen. Üblicherweise muß
deshalb eine Überlastkupplung, z. B. in Form einer
Rutschkupplung, vorgesehen werden. Bei dem Roboter-
Gelenk nach der Erfindung stellen jedoch bereits die
Antriebsrollen eine spezielle Art der Rutschkupplung
dar, so daß auf eine gesonderte Überlastkupplung
verzichtet werden kann.
Nachfolgend soll die Erfindung anhand der Zeichnung
näher erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1 ein Roboter-Gelenk in Form eines
kombinierten Rotations-Translations-
Gelenkes,
Fig. 2 einen waagerechten Schnitt durch die
Antriebseinheit der Anordnung gemäß Fig. 1,
Fig. 3 und 4 Detaildarstellungen eines Reibradantriebes
der Anordnung gemäß Fig. 1,
Fig. 5 bis 8 weitere Details des Reibradantriebes der
Anordnung gemäß Fig. 1,
Fig. 9 einen vertikalen Schnitt durch eine
Antriebseinheit der Anordnung gemäß Fig. 1,
Fig. 10 bis 12 Details der Lagerblöcke zur Aufnahme des
Unterarmes im Oberarm und
Fig. 13 bis 15 weitere Ausführungsformen eines Roboter-
Gelenkes in Form eines kombinierten
Rotations-Translations-Gelenkes
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Roboter-Gelenk handelt
es sich um ein kombiniertes Rotations-Translations-
Gelenk, bei dem sich zwei konzentrische Rohre 10, 11
gegeneinander bewegen. Der Antrieb erfolgt über einen
von einer Rollenkette gebildeten Reibradantrieb.
Hierbei können sowohl dieser Antrieb als auch die
Stellbewegungen zur Einstellung eines gewünschten
Rotations-Translations-Verhältnisses von einer in einem
Gehäuse 35 angeordneten elektrischen Antriebseinheit 1
mit Untersetzungsgetriebe vorgenommen werden. Wie die
Figur zeigt, ist dabei der aus Motor-Getriebe-Einheit
und Antriebseinheit bestehende Antriebsblock in der
Mitte der Vorrichtung plaziert. Symmetrisch zu diesem
Antriebsblock sind jeweils oben und unten zwei
Lagerblöcke 202, 203 angeordnet. An den oberen
Lagerblock 202 ist weiterhin eine Bremse 204
angeflanscht. Vervollständigt wird die Anordnung durch
einen Ständer 200 sowie einen Greifer 201.
Die Kraftübertragung vom äußeren Rohr 10, dem
sogenannten Oberarm, auf das innere Rohr 11, dem
sogenannten Unterarm erfolgt, wie nachfolgend näher
erläutert wird, über eine antreibende Rollenkette 15.
Der gesamte Kettentrieb befindet sich in einem
erweiterten Ringraum 34, der an den Oberarm 10
angeflanscht ist. Im Bereich einer Aussparung 101 des
Oberarms 10 ist, wie in Fig. 2 zu erkennen, die
Rollenkette 15 in Auf- und Abwärtsfaltung zur Bildung
einer Art von Zickzackprofil angeordnet. Jedes Glied
der Rollenkette 15 besitzt dabei drei Rollen 16, 16'
und 17, wobei die jeweils mittlere Rolle 17 einen etwas
geringeren Durchmesser als die beiden äußeren Rollen
16, 16' aufweist, um auf diese Weise eine Krümmung des
antreibenden Kettentrums zu ermöglichen, und wobei die
beiden äußeren Rollen. 16, 16' jeweils zwei
Kettengliedern gemeinsam zugeordnet sind. Die Rollen
16, 16' sowie 17 der Rollenkette 15 befinden sind in
Kontakt mit dem Unterarm 11, einer Biegefeder 18 sowie
mit zwei Kettenrädern 14 und 22.
Die Kette 15 wird vom Antriebskettenrad 14 angetrieben,
während das Abtriebskettenrad 22 ein Gegenmoment
erzeugt, das das Lasttrum im gefalteten Zustand unter
Druck hält. Dieses Gegenmoment wird, wie in Fig. 4 im
Detail zu erkennen, durch einen an die Achse des
Abtriebskettenrades 22 angekoppelten
elektromagnetischen Retarder 26 in Form einer
Wirbelstrombremse erzeugt. Die vom Antriebskettenrad 14
bewegten Kettenglieder pressen die Rollen 16, 16' und
17 derartig zusammen, daß die jeweils innere Rolle 16
die Rotationsgeschwindigkeit der äußeren Rolle 16'
annimmt. Somit wird der Unterarm 11 gegenüber dem
Oberarm 10 bewegt. Als antreibende Kraft wirkt die von
der anpressenden Normalkraft abhängige
Rollreibungskraft jeder der mit dem Unterarm 11 in
Kontakt stehenden Rollen 16, 16'. Die Reaktionskräfte
stützen sich über einige der Rollen auf der Biegefeder
18 ab. Die resultierende Antriebskraft ist in der Y-Z-
Ebene dadurch richtungsmäßig einstellbar, daß eine
Drehung des gesamten Kettentriebes um 360 Grad um die
X-Achse (Fig. 2) möglich ist. Daraus resultiert, daß neben
reinen Rotationsbewegungen der Anordnung um die Z-Achse
auch reine Translationsbewegungen in Richtung der Z-
Achse sowie beliebige Mischformen in Form von
Spiralbewegungen realisierbar sind.
Eine einmal eingestellte Lage des Kettentriebes hat
dabei einen festen Antriebsquotienten zur Folge, der
das Verhältnis von Translations- zu
Rotationsgeschwindigkeit festlegt. Konstruktiv
ermöglicht wird dies durch einen Anschluß zweier
Aufnahmeböcke 23, 23' für die Kettenräder 14, 22 an die
Biegefeder 18. Der Antriebsquotient kann auch variiert
werden: Ist der Antriebsstrang, wie nachfolgend noch
näher erläutert wird, über eine Schaltkupplung
entkoppelt, so kann der Kettentrieb im Leerlauf, also
lastfrei, in die gewünschte Position gedreht werden.
Konstruktionsbedingt haben, abhängig vom Drehwinkel,
zwei bis drei Kettenrollen 16, 16 Kontakt mit dem
Unterarm 11. Die wechselnden winkelgeschwindigkeiten
der An- und Abtriebskettenrräder 14 und 22 bedingen
eine wechselnde Länge und Spannung des Kettenleertrums.
Um Schwierigkeiten beim Bewegen dieses Leertrums zu
vermeiden, ist ferner vorgesehen, daß dieses von einem
elastischen Hüllrohr 102 umgeben ist, das von
wenigstens einer Feder 20 fixiert wird.
Insgesamt vier Speichen 103 bis 106 des
Antriebskettenrades 14 sind an ihren Enden, den
Kontaktstellen mit den Rollen 16, 16' der
Kettenbolzenrolle 37, unterschiedlich ausgebildet. In
der Phase der Aufwärtsfaltung, dargestellt in den
Fig. 5a und b, wird ein Kontakt mit dem Unterarm 11
eingeleitet. Die Speichenenden sind gabelförmig
ausgebildet, so daß sie in der Anfangsphase der
Aufwärtsfaltung die Rolle 37 nach oben drücken und aus
einer Gabelführung hinausgleiten lassen. Dieser Vorgang
wiederholt sich nach einer halben Umdrehung des
Kettenrades 14. Daher ist jedes zweite Speichenende
104, 106 in Form eines symmetrischen U ausgebildet.
In der Phase der Abwärtsfaltung wird gemäß der
Darstellung in den Fig. 6a und b eine
Aufwärtsfaltung dadurch vermieden, daß die U-förmige
Bolzenführung entgegen Drehrichtung leicht verdreht
ist. Somit wird die Rolle 37 von dem Kettenrad 14
mitgenommen, bis die Rolle 16' mit der Biegefeder 18 in
Kontakt kommt. Danach wird die Rolle 37 aus ihrer
Führung gedrückt und zu einer Translation parallel zur
Biegefeder 18 gezwungen. Da sich diese Abwärtsfaltung
nach einer halben Umdrehung wiederholt, sind auch hier
zwei gegenüberliegende Speichenenden 103, 105
gleichartig ausgebildet.
Am Ende der Abwärtsfaltung ergibt sich ein Stoß in der
translatorischen Geschwindigkeit im Lasttrum der Kette.
Um diesen Stoß abzumildern, sind die Speichen 103 und
105 gegen Speichen 104 und 106 einzeln abgefedert. Vier
Federn 107 dienen zur Abmilderung des Antriebsmomentes
und können entweder, wie in der Figur dargestellt als
Zug-Druck-Federn, aber auch als Schenkelfedern oder
Flachspiralfedern ausgebildet sein.
Das in den Fig. 7 und 8 im Detail dargestellte
Abtriebskettenrad 22 wird von dem auf der gleichen
Welle angeordneten Retarder 26 durch ein einstellbares
Gegenmoment konstant abgebremst. Dadurch kann auf die
Kettenglieder eine der Antriebskraft angepaßte
Gegenkraft aufgebracht werden, um über das gefaltete
Kettentrum Rollreibungskräfte auf den Unterarm 11 zu
übertragen. Pro Umlauf sind jeweils zwei bis drei
Kettenglieder mit den Speichen in Kontakt. Zwischen
diesen Kontaktstellen ist jeweils ein Gliederpaar
aufgefaltet. An den Speichenenden angeordnete
Flachformfedern 39 umfassen die Kettenbolzen 37 und
halten diese fest. Vom ablaufendem Trum werden die
Kettenbolzen 37 aus diesen Federhalterungen
herausgezogen.
Während eines Umlaufes ergeben sich für das Leertrum
der Kette relativ starke Längenänderungen. Um dieses
unbelastete Leertrum zu stabilisieren, laufen die
betreffenden Kettenglieder in dem elastischen
metallischen Hüllrohr 102. Auf diese Weise werden
Stauungen, Schwingungen und ein Abspringen vom
Antriebskettenrad vermieden.
Die in Fig. 9 dargestellte Motor-Getriebe-Einheit
besteht aus einem Elektromotor 1, der über eine
durchgehende Antriebswelle zwei Funktionen erfüllt: Die
erste Funktion ist der Antrieb des Kettentriebes.
Voraussetzung dafür ist, daß eine Schaltkupplung 2 ein-
und eine zweite Schaltkupplung 4 ausgeschaltet ist. Der
Elektromotor 1 treibt zunächst über ein
Stirnradgetriebe 3 ein im Innengehäuse 35 angeordnetes
Kegelradgetriebe 12 an, und zwar immer im gleichen
Drehsinn. Über dieses Kegelradgetriebe 12 erfolgt dann
ein Antrieb des Antriebskettenrades 14.
Die zweite Funktion der Motor-Getriebe-Einheit besteht
im Antrieb des Stellmechanismus. Hierzu muß die
Schaltkupplung 4 ein- und die Schaltkupplung 2
ausgeschaltet sein. Weiterhin muß eine Scheibenbremse 7
gelöst sein. Die Welle des Elektromotors 1 treibt dann
zunächst das Getriebe 5 an, ein sogenanntes Harmonic-
Drive-Getriebe, das sehr stark ins Langsame übersetzt.
Anschließend verläuft der Kraftfluß über ein nicht
schaltbares Kegelradgetriebe 6, das seinerseits ein
schaltbares Doppel-Kegelradgetriebe 8 antreibt. Diese
Schaltbarkeit ist erforderlich, um eine Veränderung
einer Stellwelle 9 in zwei Richtungen zu ermöglichen.
Das Abtriebsdrehmoment wird über ein Keilwellenprofil
auf die Stellwelle 9 übertragen. Dadurch ist eine
Verstellmöglichkeit des Kettentriebes um 360 Grad
gegeben.
Der Antrieb ist während der Verstellung entkoppelt, das
Lasttrum der Kette somit entlastet, so daß die
Stellkräfte gering sind. Ist der Stellvorgang beendet,
wird über die Scheibenbremse 7 die Lage der Kettenbahn
fixiert. Der Unterarm 11 wird nun mit einem neuen
Verhältnis zwischen Translation und Rotation
angetrieben.
Um eine translatorische und rotatorische Bewegung des
Unterarms 11 gegenüber dem Oberarm 10 zu ermöglichen,
werden, wie in den Fig. 10 bis 12 zu erkennen, zwei
verschiedene Führungselemente verwendet. Der Unterarm
11 führt gegenüber einer Zwischenhülse 27 eine
Translationsbewegung aus. Hierfür sind drei
Rollenumlaufschuhe 28 entsprechend der Darstellung in
Fig. 12 vorgesehen, die im Abstand von jeweils 120 Grad
auf dem Umfang verteilt angeordnet sind. Das Längsspiel
ist über eine Schraube 29 einstellbar. Die gegenüber
dem Unterarm 11 axial bewegbare Zwischenhülse 27 wird
bei einer Rotation vom Unterarm 11 mitgenommen. Über
ein Nadellager 30 wird dann eine Rotation der inneren
Teile gegenüber dem Oberarm 10 ermöglicht. Geschmierte
Axial- und Radialführungen werden mittels
Radialdichtringen 31 abgedichtet. Ein Deckel 32 ist in
ein Basisgehäuse 33 eingeschraubt. Die als Wälzlager
ausgebildeten Axial- und Radialführungen nehmen dabei
gleichzeitig Kräfte auf. Dabei sind im wesentlichen
radial wirkende Normalkräfte von den beiden
Führungselementen aufzunehmen, und zwar nur dann, wenn
der Unterarm 11 bewegt wird.
Der Kraftfluß wird über die folgenden Bauteile
geschlossen: Oberarm 10, Zwischengehäuse 34,
Außengehäuse 35, Elektromotor 1, Getriebe 3, 12, und
13, Antriebskettenrad 14, Rollen des Lasttrums 16, 17,
16', Unterarm 11, Rollenumlaufschuhe 28, Zwischenhülse
27, Nadellager 30, Basisgehäuse 33 und Oberarm 10. Ist
der Unterarm 11 in Ruhe, so werden die Kräfte von der
aktivierten Bremse 7 auf das Basisgehäuse 33
übertragen, so daß die Führungen entlastet werden.
Der Unterarm 11 ist gegen den Oberarm 10 dadurch
fixiert, daß die Bremse 204 ständig wirksam ist. Nur
bei Bewegungen des Unterarms 11 wird diese Bremse 204
ausgeschaltet. Bei dieser Bremse 204 handelt es sich um
eine Doppelbackenbremse mit beweglichen Backen, bei der
die Bremskraft durch eine in einen Bremslüfter, d. h.
den Motordrücker, eingebaute Feder erzeugt wird. Ist
der Motor des Motordrückers eingeschaltet, werden die
Backen gelüftet und Unterarmbewegungen ermöglicht. Bei
ausgeschaltetem Motor drückt eine innere Feder die
Backen gegen den Unterarm 11 und hält diesen fest. Die
Bremse ist dabei auf dem Deckel 32 des oberen
Lagerblockes 202 angebracht.
Eine gewisse Ungleichförmigkeit der Unterarmbewegungen
kann bei Transferbewegungen auf Teiltrajektorien in der
Regel toleriert werden. In den Anfangs- und Endphasen
von Bewegungen im Weltraum können hingegen strengere
Anforderungen an die Geschwindigkeitskonstanz gestellt
werden. In diesen Fällen kann über eine
Bewegungsplanung das Kombinationsgelenk stillgesetzt
und es können stattdessen andere Gelenke aktiviert
werden. Nur für die längere Mittelphase der Bewegung
ist dann das Kombinationsgelenk einzusetzen. Es kann
für das Kombinationsgelenk aber auch ein Schrittmotor
verwendet werden, bei dem diese Ungleichförmigkeit
ausgeregelt werden kann.
Anstelle nur eines Antriebesaggregates kann auch ein
Zwei-Aggregate-Antrieb vorgesehen werden. In diesem
Fall werden diese beiden Aggregate in X-Richtung
diametral gegenüberliegend angeordnet. Hierbei kann der
Antriebsquotient auch unter Last verändert werden.
Wechselweise muß dann einer der beiden Antriebe die
Last abstützen, während im gleichen Rhythmus die
Richtung der Antriebskraf durch Drehung des
Kettentriebes um die X-Achse (Fig. 2) verändert wird. Dieser
Einstellbarkeit ist nur dadurch eine Grenze gesetzt,
daß die Einstellgeschwindigkeit nicht zu groß werden
darf. Würde sie zu groß, so ergäben sich zu starke
Beschleunigungen, die im Extremfall zu einem Abreißen
des Kraftflusses, also zu einem Durchdrehen der Rollen
des Antriebstrums, führen würden. Eine ständige
diesbezügliche Kontrolle ist daher von Vorteil.
Bei der in Fig. 13 dargestellten Ausführungsform
handelt es sich um einen zweiarmigen Säulenroboter, der
bei zwei Antriebsaggregaten 301, 302 insgesamt vier
Freiheitsgrade besitzt. Der durch die maximale und
minimale radiale Greiferposition sowie die Säulenhöhe
definierte Arbeitsraum 303 ergibt einen Hohlzylinder.
Geeignet ist dieser Roboter zur Beschickung von
zylindrisch angeordneten Lagerregalen. Durch Rotation
des Greifers um seine Achse kann jede gewünschte
Ausrichtung des Greiferobjektes vor einer Ablage ins
Regalfach erfolgen. Das Kombinationsgelenk ermöglicht
in diesem Fall sehr direkte, einfach zu steuernde
Spiralbewegungen um die senkrechte oder waagerechte
Achse.
Die in Fig. 14 gezeigte Anwendung stellt eine
Abwandlung in Form einer 90-Grad-Drehung der ersten
Achse des vorangehend beschriebenen Säulenroboters dar.
Während die waagerechte Verfahrachse beliebig lang
gestaltet werden kann, hängt die Länge der beweglichen
Achse von der Höhe der ersteren ab. Die bewegliche
Achse kann bei diesem Portalroboter um die feste
geschwenkt werden, wobei die Betätigungskräfte durch
ein Gegengewicht 401 klein gehalten werden können.
Fig. 15 schließlich zeigt einen Teleskoparm. Hier wird
der Arbeitsraum durch eine senkrechte, d. h. in Z-
Richtung verlaufende Gerade definiert. Die höhenmäßige
Reichweite dieser Anordnung ist von der Anzahl und
Länge der Unterarme abhängig. Vorteilhaft ist eine
Anwendung dieser Anordnung beim Lösen und Spannen von
Schraubverbindungen. Die hierbei erforderliche
Spiralbewegung kann durch das Parallelschalten zweier
Antriebsaggregate 501, 502, d. h. unter Addition der
Antriebskräfte, realisiert werden. Dieses ist
steuerungstechnisch ohne großen Aufwand zu lösen.
Da als Antriebskräfte Rollreibungskräfte zur Anwendung
kommen, sind diese naturgemäß gering. Für beträchtliche
statische Lasten oder Trägheitskräfte, d. h. große
Massen und Beschleunigungen, kann jedoch im Rahmen der
Erfindung durch eine Variation der verwendeten
Werkstoffpaarung für die Rollen und den Unterarm eine
vergrößerte Rollreibung erzeugt und es können damit
größere Antriebskräfte erreicht werden.
Claims (2)
1. Roboter-Gelenk in Form eines kombinierten
Rotations-Translations-Gelenkes, insbesondere für
den Einsatz im Weltraum, mit wenigstens zwei
konzentrisch ineinander angeordneten, gegeneinander
bewegbaren Rohren sowie wenigstens einer
zugeordneten Antriebseinheit, dadurch
gekennzeichnet, daß über die aus einem
Antriebsmotor mit nachgeschaltetem
Untersetzungsgetriebe bestehende Antriebseinheit
(1) ein aus wenigstens einer Rollenkette (15)
bestehender Kettentrieb beaufschlagbar ist, der an
einem äußeren Rohr (10) derart angeordnet ist, daß
sich zumindest ein Teil der Rollen (16, 16', 17)
der Rollenkette (15) in reibschlüssigem Kontakt mit
einem inneren Rohr (11) befindet, wobei die
Rollenkette (15) zugleich in Eingriff mit einem
Antriebskettenrad (14) und einem Abtriebskettenrad
(22) steht und wobei der Kettentrieb um 360 Grad um
eine zur Längsachse der Rohre (10, 11) senkrechte
Achse schwenkbar gehaltert ist.
2. Roboter-Gelenk nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß zusätzlich zwei
Schaltkupplungen (2, 4), zwei Stirnradgetriebe (3,
13), drei Kegelradgetriebe (6, 8, 12), eine
Scheibenbremse (7), ein Harmonic-Drive-Getriebe
(5), eine elektromagnetische Wirbelstrombremse (26)
sowie eine Biegefeder (18) vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001100097 DE10100097C1 (de) | 2001-01-03 | 2001-01-03 | Roboter-Gelenk |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001100097 DE10100097C1 (de) | 2001-01-03 | 2001-01-03 | Roboter-Gelenk |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10100097C1 true DE10100097C1 (de) | 2002-09-05 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2001100097 Expired - Fee Related DE10100097C1 (de) | 2001-01-03 | 2001-01-03 | Roboter-Gelenk |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10100097C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN118081826A (zh) * | 2024-04-22 | 2024-05-28 | 哈尔滨工业大学 | 一种基于外附关节变形的空间自生长软体机器人 |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2545406A1 (fr) * | 1983-05-02 | 1984-11-09 | Alsthom Atlantique | Colonne support telescopique pour bras de manipulateur |
| DD289006A5 (de) * | 1989-11-13 | 1991-04-18 | Veb Robotron-Rationalisierung Weimar,De | Dreh- hubeinheit fuer industrieroboter mit variablem hub |
-
2001
- 2001-01-03 DE DE2001100097 patent/DE10100097C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2545406A1 (fr) * | 1983-05-02 | 1984-11-09 | Alsthom Atlantique | Colonne support telescopique pour bras de manipulateur |
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| CN118081826A (zh) * | 2024-04-22 | 2024-05-28 | 哈尔滨工业大学 | 一种基于外附关节变形的空间自生长软体机器人 |
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