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DE1008286B - Verfahren zur Herstellung von in 8(9)-Stellung gesaettigten 11-Oxy- und bzw. oder 11-Ketosteroiden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von in 8(9)-Stellung gesaettigten 11-Oxy- und bzw. oder 11-Ketosteroiden

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Publication number
DE1008286B
DE1008286B DEM16590A DEM0016590A DE1008286B DE 1008286 B DE1008286 B DE 1008286B DE M16590 A DEM16590 A DE M16590A DE M0016590 A DEM0016590 A DE M0016590A DE 1008286 B DE1008286 B DE 1008286B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
ether
mixture
reduction
solution
ergosten
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEM16590A
Other languages
English (en)
Inventor
John M Chemerda
Erwin F Schoenewaldt
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Merck and Co Inc
Original Assignee
Merck and Co Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Merck and Co Inc filed Critical Merck and Co Inc
Publication of DE1008286B publication Critical patent/DE1008286B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J9/00Normal steroids containing carbon, hydrogen, halogen or oxygen substituted in position 17 beta by a chain of more than two carbon atoms, e.g. cholane, cholestane, coprostane

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Steroid Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von in 8(9)-Stellung gesättigten 11-Oxy- und bzw. oder 11-Ketosteroiden Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von bisher unbekannten, in 8(9)-Stellung gesättigten 11-Ketonen der Sterin- und der Sapogeninreihe sowie von deren Abbauprodukten. Die verfahrensgemäß herstellbaren Verbindungen sind als Zwischenprodukte für die Synthese von Steroiden, die ein Sauerstoffatom am llständigen Kohlenstoffatom enthalten, wie Corticosteron, Cortison und Kendalls Verbindung F, wertvoll.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelt man ein entsprechendes, in 8-Stellung ungesättigtes 11-Ketosteroid (nachfolgend: Verbindung 1) mit einem Reduktionsmittel unter Bildung des entsprechenden 11-Oxysteroids (Verbindung 2) und bzw. oder des entsprechenden gewünschten 11-Ketosteroids (Verbindung 3). Das 11-Oxysteroid kann, wenn es gebildet wird, durch Umsetzung mit einem Oxydationsmittel in das gewünschte 11-Ketosteroid (Verbindung 3) umgewandelt werden. Bei Verwendung eines Alkalimetalls als Reduktionsmittel und Durchführung der Reaktion in einem niedermolekularen Alkanol oder in im wesentlichen alkoholfreiem flüssigem Ammoniak, wird das in 8-Stellung ungesättigte Ausgangsprodukt im wesentlichen in das gewünschte 11-Ketosteroid umgewandelt, welches nahezu frei von dem entsprechenden 11-Oxysteroid ist.
  • Die sich hierbei abspielenden Reaktionen können hinsichtlich der Ringe B und C durch die nachstehenden Formelbilder wiedergegeben werden
    HO
    Reduktions- Oxydations-
    mittel mittel
    Verbindung 1 Verbindung 2
    Y
    Alkalimetall
    (a) niedriges Alkanol allein
    (b) flüssiges Ammoniak
    Verbindung 3
    Die gewöhnlich als Ausgangsstoffe zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendeten in 8-Stellung ungesättigten il-Ketosteroide enthalten am 17ständigen Kohlenstoffatom eine Sterinseitenkette, wie 8, 22-Ergostadien-11-on, 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acylate, wie 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat, ferner 8-Cholesten-3-ol-11-on-3-acylate, wie 8-Cholesten-3-ol-11-on-3-acetat, 8-Cholesten-3-ol-11-on, 8, 22-Stigmastadien-3-ol-11-on-3-acylate, wie 8, 22-Stigmastadien-3-ol-11-on-3-acetat, 8, 22-Stigmastadien-3-ol-11-on, 11-Keto-8-dehydrotigogeninacylate, wie 11-Keto-8-dehydrotigogeninacetat oder 11-Keto-8-dehydrotigogenin.
  • Zur Herstellung dieser als Ausgangsstoffe verwendeten, in 8-Stellung ungesättigten 11-Ketosteroide geht man gewöhnlich von den entsprechenden, in 7(9)11-Stellung ungesättigten Steroiden aus, von denen einige, wie Ergosteroin D und dessen 3-Acyloxyderivate, bereits beschrieben sind. Andere in 7(9)11-Stellung ungesättigte Steroide können durch Bromierung der leicht verfügbaren, in 5-Stellung ungesättigten entsprechenden Steroide (nachfolgend: Verbindung 4), wie Cholesten, mit N-Bromsuccinimid und Halogenwasserstoffabspaltung aus dem erhaltenen, in 5-Stellung ungesättigten 7-Bromsteroid (Verbindung 5) mit einem tertiären Amin hergestellt werden (Verbindung 6). Durch selektive Reduktion der 5ständigen Doppelbindung mit Wasserstoff in Gegenwart eines Raney-Nickel-Katalysators erhält man das entsprechende, in 7-Stellung ungesättigte Steroid (Verbindung 7), das durch Behandlung mit Quecksilberacetat in Essigsäure zum entsprechenden, in 7, 9(11)-Stellung ungesättigten Steroid (Verbindung 8) dehydriert wird. Die hierbei erfolgenden Reaktionen lassen sich hinsichtlich der Ringe B und C wie folgt darstellen:
    - N-Brom- -
    succinimid
    t
    'Br
    Verbindung 4 Verbindung 5
    tertiäres Amin
    i
    Wasserstoff `\I ,--
    (Raney-Nickel)
    i
    Verbindung 6 Verbindung 7
    Quecksilberacetat
    Verbindung 8
    Das so erhaltene in 7(9)11-Stellung ungesättigte Steroid wird mit Perbenzoesäure in das Epoxyd des in 7, 9(11)-Stellung ungesättigten Steroids übergeführt; dieses wird nun in einem wasserfreien Lösungsmittel mit Bortrifluorid (vorteilhaft durch Zusatz des Bortrifluorids als Ätherkomplexverbindung in wasserfreiem Diäthyläther) zum entsprechenden in 8-Stellung ungesättigten 11-Ketosteroid (Verbindung 1) umgelagert. Bei diesen Reaktionen erfolgen in den Ringen B und C folgende Veränderungen: Es ist bekannt, in 8(9)-Stellung ungesättigte Steroide welche durch zwei Ketosubstituenten in 7- und 11-Stellung aktiviert sind, durch Reduktion in die entsprechenden in 8(9)-Stellung gesättigten Verbindungen überzuführen. Demgegenüber betrifft die Erfindung die Reduktion von in 8(9)-Stellung ungesättigten Steroiden, die nur in 11-Stellung eine Ketogruppe aufweisen. Die Reaktionsfähigkeit ist an verschiedenen Stellen des Steroidmoleküls häufig sehr verschieden, so daß aus dem Verhalten der erwähnten bekannten Verbindungen bei der Reduktion nicht auf die Umsetzung gemäß der Erfindung geschlossen werden kann.
  • Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendet man zweckmäßig Metalle als Reduktionsmittel, z.B. Alkalimetalle, wie Natrium, Kalium oderLithium oder ein Amalgam eines Alkalimetalis, oder Erdalkalimetalle, wie Calcium oder Zink. Bei Verwendung eines Alkali-oder Erdalkalimetalls als Reduktionsmittel wird die Reaktion gewöhnlich in einem niedrigmolekularen Alkanol, wie Methanol, Äthanol, Propanol, Isopropanol, Butanol oder Amylalkohol oder in flüssigem Ammoniak durchgeführt. Wenn man ein Alkalimetall als Reduktionsmittel verwendet, kann man das niedrigmolekulare Alkanol .als die einzige flüssige Komponente des flüssigen Mittels verwenden, man kann es aber auch im Gemisch mit flüssigem Ammoniakund bzw. oder einem inerten neutralen Lösungsmittel, z. B. Kohlenwasserstoffen, wie Benzol, Toluol oder Petroläther, oder einem ätherischen Lösungsmittel, wie Diäthyläther, verwenden. Wenn man ein Erdalkalimetall als Reduktionsmittel verwendet, wird die Reaktion ebenfalls in einem flüssigen Mittel durchgeführt, welches lediglich einen niedermolekularen Alkohol enthält; dieser kann aber nach Wunsch auch flüssiges Ammoniak und bzw. oder einen Kohlenwasserstoff als Lösungsmittel und bzw. oder ein ätherisches Lösungsmittel beigemischt enthalten. Man kann auch flüssiges Ammoniak als einzige flüssige Komponente oder im Gemisch mit einem ätherischen Lösungsmittel verwenden, wenn man als Reduktionsmittel ein Alkali- oder Erdalkalimetall benutzt. Wenn metallisches Zink als Reduktionsmittel verwendet wird, empfiehlt es sich gewöhnlich, ein flüssiges Mittel zu verwenden, welches einen niedrigmolekularen Alkohol zusammen mit der konzentrierten wäßrigen Lösung einer Mineralsäure, wie konzentrierte Salzsäure, enthält. Wenn man als Reduktionsmittel das Amalgam eines Alkalimetalls verwendet, wird die Reaktion in einem flüssigen Medium durchgeführt, welches aus einem niedrigmolekularen Alkohol allein oder im Gemisch mit einem Kohlenwasserstoff als Lösungsmittel und bzw. oder Äther besteht.
  • Gewöhnlich empfiehlt es sich, als Reduktionsmittel Natrium oder Lithium zu verwenden und die Reduktion in einem flüssigen Mittel durchzuführen, welches entweder Äthanol allein oder flüssiges Ammoniak allein oder ein Gemisch von Äthanol und flüssigem Ammoniak enthält. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn man das reduzierend wirkende Metall im Überschuß verwendet. Hierbei wird das in 8-Stellung ungesättigte 11-Ketosteroid zu dem entsprechenden 11-Ketosteroid oder 11-Oxysteroid reduziert. Das Ausmaß der Reduktion hängt von dem verwendeten flüssigen Mittel ab. Wenn man als Reduk-
    ,' / 0
    ;-- Perbenzoe- . f B F3 -Y ,-
    säure 0 Äther
    / Z
    @. i
    Verbindung 8 Verbindung 9 Verbindung 1
    tionsmittel ein Alkalimetall in einem niedrigmolekularen Alkohol allein oder im wesentlichen alkoholfreies flüssiges Ammoniak verwendet, wird, wie vorstehend ausgeführt, das in 8-Stellung ungesättigte 11-Ketosteroid im wesentlichen zu dem entsprechenden 11-Ketosteroid reduziert.
  • Wenn man die Reduktion unter Verwendung eines Alkali- oder Erdalkalimetalls, wie Natrium, in Äthanol als einzigem Lösungsmittel oder in Äthanol im Gemisch mit einem inerten Lösungsmittel der vorstehend beschriebenen Art vornimmt, arbeitet man vorteilhaft bei erhöhten Temperaturen von etwa 40 bis 70°, während die Reaktion etwa 2 bis 3 Stunden oder gegebenenfalls eine längere Zeit erfordert. Wenn das Amalgam eines Alkalimetalls, z. B. Natriumamalgam, in Verbindung mit einem niedrigmolekularen Alkohol oder einem niedrigmolekularen Alkohol im Gemisch mit einem inerten neutralen Lösungsmittel verwendet wird, führt man die Reaktion ebenfalls bei einer Temperatur von etwa 25 bis 50° und einer Reaktionszeit von mehr als etwa 2 Stunden durch. Wenn metallisches Zink in Verbindung mit einer Mineralsäure als Reduktionsmittel verwendet wird, hält man die Reaktionstemperatur in einem Bereich von etwa 40 bis 70°. Unter diesen Bedingungen ist die Reaktion gewöhnlich in etwa 2 bis 3 Stunden beendet. Man kann das erfindungsgemäße Verfahren auch zweckmäßig bei etwas höheren Temperaturen als den angegebenen durchführen.
  • Wenn als flüssiges Mittel das Gemisch eines niedrigmolekularen Alkohols mit flüssigem Ammoniak verwendet wird, führt man die Reduktion bei einer Temperatur von etwa -40° durch, wobei man als Reduktionsmittel vorteilhaft Natrium oder Lithium in Äthanol verwendet. Wenn man flüssiges Ammoniak allein oder im Gemisch mit einem ätherischen Lösungsmittel verwendet, wird die Reduktion ebenfalls bei einer Temperatur von etwa -40 bis -50° durchgeführt, vorteilhaft unter Verwendung von Lithium als Reduktionsmittel. Bei diesem Verfahren wird ein niedrigmolekularer Alkohol, wie Äthanol, oder ein leicht reduzierbarer, nicht saurer Stoff, wie ein Ester, z. B. Äthylacetat, nach Beendigung der Reaktion zugesetzt, um noch vorhandenes Alkalimetall zu zerstören. Unter diesen bevorzugten Bedingungen scheint die Reaktionsdauer nicht entscheidend zu sein, aber die Reduktion wird gewöhnlich innerhalb von etwa 1/2 bis zu 3 Stunden durchgeführt, um sicher zu sein, daß sie vollständig verlaufen ist. Wenn Lithium als Reduktionsmittel in Verbindung mit alkoholfreiem flüssigem Ammoniak verwendet wird, empfiehlt es sich, die Reaktionszeit auf bis zu 20 bis 24 Stunden auszudehnen.
  • Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können z. B. hergestellt werden: 22-Ergosten-11-ol, 22-Ergosten-11-on, 22-Ergosten-3, 11-diol, 22-Ergosten-3-ol-11-on, Cholestan-3, 11-diol, Cholestan-3-ol-11-on, 22-Stigmasten-3, 11-diol, 22-Stigmasten-3-ol-11-on, 11-Oxytigogenin oder 11-Ketotigogenin.
  • Zweckmäßig oxydiert man die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen 11-Oxysteroide z. B. mit Chromsäure zu den entsprechenden 11-Ketosteroiden. Andere im Molekül enthaltene Hydroxylgruppen, z. B. eine 3ständige Hydroxylgruppe, können bei Anwendung von überschüssigem Oxydationsmittel ebenfalls zu Ketogruppen oxydiert werden. Die Oxydation wird zweckmäßig in einem flüssigen Mittel aus nicht oxydierbarem organischem Lösungsmittel durchgeführt, bei Verwendung von Chromsäure als Oxydationsmittel zweckmäßig in Aceton oder Eisessig.
  • Auf diese `''eise können z. B. hergestellt werden: 22-Ergosten-11-on, 22-Ergosten-3, 11-dion, Cholestan-3, 11-dion, 22-Stigmasten-3, 11-dion, 3, 11-Diketocholansäure oder 3,11-Diketotigogenin. Die nachstehenden Beispiele erläutern das erfindungsgemäße Verfahren. Für die Herstellung der Ausgangsprodukte wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung Schutz nicht begehrt.
  • Beispiel 1 500 mg 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat wurden in 25 ccm siedendem absolutem Äthylalkohol gelöst und mit 1,5 g Natrium versetzt. Das Gemisch wurde etwa 2 Stunden am Rückflußkühler erhitzt und nun mit Wasser verdünnt. Das harzartige Produkt, welches ausfiel, wurde abgetrennt und die Kristallisation durch Verreiben mit Methanol herbeigeführt. Die Kristallmasse wurde dann getrocknet. Aus @""X bei 2590 A. (E.0/, = 85) ist zu erkennen, daß die Reduktion zu etwa 50 bis 60 °/o der Theorie eingetreten war. Das Rohgut wurde über Aluminiumoxyd chromatographiert und das methylalkoholische Eluat zur Trockne eingedampft. Man erhielt im wesentlichen reines 22-Ergosten-3-ol-11-on; Schmelzpunkt 165 bis 170°. Beispiel 2 1 g 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat wurde in einem Gemisch aus 17 ccm wasserfreiem Äther und 75 ccm flüssigem Ammoniak gelöst, während man die Temperatur der Lösung auf etwa -40° hielt. Nun wurden 0,2 g Lithium unter Rühren zugesetzt. Man ließ das erhaltene Gemisch etwa 5 Minuten stehen. Dann wurden 2 ccm Äthanol und anschließend 0,1g Lithium zugesetzt, worauf man das Gemisch weitere 30 Minuten stehenließ. Das erhaltene Gemisch erwärmte sich auf Raumtemperatur, und Ammoniak und Äther wurden abgedampft. Der Rückstand wurde mit 10 ccm Äthanol erwärmt, um nicht umgesetztes Lithium zu lösen. Das entstandene Gemisch wurde nun mit Äther verdünnt und die ätherische Lösung filtriert, mit Wasser, darauf mit wäßriger Essigsäure und schließlich mit einer wäßrigen Natriumbicarbonatlösung gewaschen. Der ätherische Extrakt wurde nun getrocknet und der Äther abgedampft. Man erhielt etwa 400 mg rohes 22-Ergosten-3, 11-diol.
  • Dieses wurde in 10 ccm Aceton gelöst. Diese Lösung wurde mit einer Lösung, die 100 mg Chromtrioxyd in 1 ccm 10°%oiger wäßriger Schwefelsäure gelöst enthielt, versetzt. Man ließ das so gewonnene Gemisch etwa 1 Stunde bei annähernd Raumtemperatur stehen, verdünnte es dann mit Wasser und trennte die sich ausscheidende Kristallmasse durch Filtration ab, wodurch man rohes 22-Ergosten-3, 11-dion erhielt. Diese Masse wurde aus Methanol umkristallisiert, wodurch man im wesentlichen reines 22-Ergosten-3, 11-dion erhielt; Schmelzpunkt 162 bis 163,5°; [a]D° = -f- 38° (in Chloroform). Beispiel 3 Eine Lösung aus 5 g 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat in 35 ccm Äther wurde mit einer Lösung aus 20 ccm Äthanol in 250 ccm flüssigem Ammoniak versetzt; hierbei wurde die Temperatur auf etwa -40° gehalten. Dann wurden unter Rühren 1,5 g Lithium zu der Lösung des flüssigen Ammoniaks gegeben, dessen Temperatur man bei etwa -40° hielt. Man ließ das Gemisch etwa 1 Stunde bei dieser Temperatur von -40° stehen. Das Reaktionsgemisch wurde nun auf etwa Raumtemperatur erwärmt, wodurch das Ammoniak aus der Lösung verdampfte. Der Rückstand wurde mit Äther extrahiert und der ätherische Auszug filtriert. Die filtrierte ätherische Lösung wurde zuerst mit Wasser, darauf mit einer gesättigten wäßrigen Lösung von Natriumchlorid gewaschen und dann getrocknet. Der Äther wurde aus der trocknen ätherischen Lösung abgedampft, wobei man einen kristallinen Rückstand von 4 g erhielt, der in der Hauptsache aus 22-Ergosten-3, 11-diol im Gemisch mit einer geringen Menge 22-Ergosten-3, 11-diol-3-acetat bestand.
  • Das vorstehend erhaltene Gemisch aus 22-Ergosten-3, 11-diol und seinem 3-Acetat wurde in 125 ccm Aceton gelöst. Hierzu setzte man eine Lösung aus 1 g Chromtrioxyd in 6 ccm Wasser. Man ließ das Gemisch etwa 1 Stunde bei etwa 25° stehen. Die Lösung wurde nun mit Wasser verdünnt, worauf sich eine kristalline Masse ausschied. Diese wurde durch Filtration abgetrennt und getrocknet. Das so gewonnene Rohprodukt hatte einen Schmelzpunkt von 138 bis 142°. Die Masse wurde chromatographisch über Aluminiumoxyd gereinigt und das Adsorbat an Aluminiumoxyd zuerst mit einem Lösungsmittel aus gleichen Teilen Diäthyläther und Petroläther und darauf mit Diäthyläther eluiert. Durch Verdampfen des Diäthyläther-Petroläther-Eluates erhielt man im wesentlichen reines 22-Ergosten-3, 11-dion, [a]'-" _ -I-38° (in Chloroform). Die Verdampfung des Diäthyläther-Eluates ergab im wesentlichen reines 22-Ergosten-3-ol-11-on; Schmelzpunkt 167,5 bis 168,5°.
  • Beispiel 4 5 g Natrium in kleinen Stückchen wurden unter Rühren einer Lösung zugesetzt, die 5 g 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat in 300 ccm flüssigem Ammoniak und 35 ccm Äther gelöst enthielt. Hierbei hielt man die Temperatur des Gemisches auf etwa -40°. Nun wurden dem Gemisch im Verlauf von 20 Minuten tropfenweise 20 ccm Äthanol und anschließend weitere 20 ccm Äthanol schneller zugesetzt. 5 Minuten nach dem Zusatz des letzten Äthanols war das Reaktionsgemisch im wesentlichen farblos. Es wurde nun mit Wasser verdünnt und das wäßrige Gemisch mit Äther ausgezogen. Der ätherische Extrakt wurde mit Wasser gewaschen, getrocknet, und dann wurde der Äther verdampft. Man erhielt 5,02 g Rohprodukt, welches durch Umkristallisieren aus Methanol gereinigt wurde. Man erhielt im wesentlichen reines 22-Ergosten-3, 11-diol in Form weißer Kristalle; Schmelzpunkt 155 bis 1580, a@,dX = 2570 Ä (E c,, =19,8). Beispiel 5 5 g Quecksilber wurden unter Stickstoff zu 5 g geschmolzenem Natrium gegeben. Das so gewonnene flüssige Amalgam wurde gekühlt und darauf mit 50 ccm Petroläther versetzt. Zu dieser Lösung wurde eine Lösung aus 1 g 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat in 200 ccm Petroläther gegeben, dann wurden unter kräftigem Rühren 12,5 ccm Äthanol zugegeben. Das Gemisch wurde etwa 3 Stunden gerührt, worauf man es etwa 60 Stunden stehenließ. Darauf wurden 30 ccm Äthanol zugesetzt, um überschüssiges Natrium zu zersetzen. Das Reaktionsgemisch wurde nun durch eine Glasfritte filtriert und die klare ätherische Lösung gründlich mit Wasser gewaschen. Die Lösungsmittel wurden dann im Vakuum verdampft, wodurch man ein weißes, festes Produkt erhielt. Dieses Produkt wurde aus wäßrigem Methanol umkristallisiert und das so erhaltene weiße Produkt (Schmelzpunkt 152,5 bis 155°) in heißem Methanol gelöst. Bei schnellem Abkühlen dieser Methanollösung kristallisierte eine kleine Menge aus und wurde abfiltriert. Hieraus erhielt man nach dem Trocknen ein unreines Produkt vom Schmelzpunkt 149 bis 150,5°. Nach Verdampfen der methylalkoholischen Mutterlaugen und Umkristallisieren des Rückstandes aus Äthylalkohol erhielt man 0,6 g eines anderen Isomeren des 22-Ergosten-3, 11-diols; Schmelzpunkt 202 bis 205'.
  • Analyse Berechnet für C"H"02: C 80,71, H 11,57; gefunden: C 80,63, H 11,32. Beispiel 6 Eine Lösung aus 3 g 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat in 125 ccm absolutem Äthanol wurde mit 12 g Zinkstaub versetzt. Das Gemisch wurde am Rückflußkühler erhitzt und eine Lösung aus 30 ccm konzentrierter wäßriger Salzsäure in 30 ccm absolutem Äthanol im Verlauf von etwa 1 Stunde zugesetzt. Die Temperatur dieses Gemisches wurde für weitere 2 Stunden auf etwa 60° gehalten. Danach ließ man das Reaktionsgemisch etwa 62 Stunden bei Raumtemperatur stehen. Die ausgefallenen Kristalle wurden durch Zusatz einer geringen Menge Methanol und Erwärmen wieder gelöst. Das verbliebene Zink wurde abfiltriert, das Filtrat mit Wasser versetzt und das Ausgefallene abfiltriert. Dieses Produkt wurde aus Methanol umkristallisiert, wodurch man im wesentlichen reines 22-Ergosten-3, 11-diol in Form weißer Kristalle erhielt; Schmelzpunkt 153 bis 154,5`.
  • Analyse Berechnet für C"H"0,: C 80,71, H 11,57; gefunden: C 81,00, H 11,68.
  • Es ist anzunehmen, daß diese beiden Isomeren infolge des stereochemischen Verlaufes der Reduktion an der llständigen Ketogruppe voneinander abweichen. Wahrscheinlich ist das vorstehend genannte niedrigerschmelzende Isomere das 3, llß-Dioxyderivat und das höherschmelzende Isomere das 3, 11 a-Dioxyderivat. Wahrscheinlich weichen beide Isomere auch von der Dioxyverbindung ab, die bei Reduktionen mit Alkalimetallen in flüssigem Ammoniak und bzw. oder Äthanol als Folge des stereochemischen Verlaufs der Reduktion der 8ständigen Doppelbindung erhalten wird. Bei Reduktionen unter Verwendung von Natrium und Ätbanol oder von Natrium oder Lithium in Äthanol und bzw. oder flüssigem Ammoniak erhält man Produkte, welche wahrscheinlich an der Verbindungsstelle zwischen den Ringen B und C an den Kohlenstoffatomen 8 und 9 die Konfiguration 8ß und 9a besitzen, während die Reduktion unter Verwendung von Zink wahrscheinlich in der Hauptsache zur entsprechenden isomeren Konfiguration 8a, 9N führt.
  • Die Oxydation dieser Verbindung mit Chromsäure in Eisessig führt zur Bildung des entsprechenden Isomeren des 22-Ergosten-3, 11-dions in einer Menge von 1,8 g; Schmelzpunkt 163 bis 164°.
  • Analyse Berechnet für C"H"02: C 81,50, H 10,73; gefunden: C 81,41, H 10,69.
  • [a]ö° = ±0° (in Chloroform). Dieses Isomere war nicht mit demjenigen identisch, welches durch die Reduktion von 8, 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat mit Lithium in einem Gemisch aus flüssigem Ammoniak und Alkohol und anschließende Oxydation des Zwischenproduktes 22-Ergosten-3, 11-diol mit Chromsäure erhalten wurde, wie es im Beispiel 3 beschrieben ist.
  • Beispiel 7 20 g 8 (9), 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat in 150 ccm trocknem Äthyläther wurden unter Rühren zu 21 flüssigem Ammoniak gegeben. Dann wurden 12 g frisch geschnittenes Lithium zugesetzt und das Reaktiomgemisch etwa 6 Stunden am Rückflußkühler gerührt. Dieses Reaktionsgemisch wurde im Verlauf von 35 Minuten mit 150 ccm absolutem Äthanol versetzt. Nachdem das gesamte Äthanol zugesetzt war, war die auf der Gegenwart von gelöstem Lithium beruhende blaue Farbe verschwunden. Das Gemisch wurde mit 40 ccm Wasser versetzt, worauf man das Ammoniak über Nacht durch eine Quecksilberfalle verdampfen ließ. Die verbleibende ätherische Schicht wurde abgetrennt, mit Wasser gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Der Äther wurde im Vakuum abgedampft, während eine weiße Rohmasse zurückblieb.
  • Diese Masse wurde in Äther gelöst und über Aluminiumoxyd chromatographiert. Das Aluminiumoxydadsorbat wurde zuerst mit Äther und dann mit einer Lösung aus 10/0 Methanol in Äther eluiert. Aus dem Äthereluat erhielt man 9,97 g kristallines 22-Ergosten-3-ol-11-on; Schmelzpunkt 166 bis 168°; [a] ° D = -i- 31° (CHCl3). Analyse Berechnet für Ca$H"0,: C 81,2, H 11,20; gefunden: C 81,10, H 10,91.
  • Aus dem Eluat der Lösung von 1 % Methanol in Äther wurde eine geringe Menge 22-Ergosten-3, 11-diol gewonnen; Schmelzpunkt 164 bis 165°.
  • Beispiel 8 20,0g8(9), 22-Ergostadien-3-ol-11-on-3-acetat in 170 ccm trockenem Äthyläther wurden tropfenweise unter Rühren zu 1,81 flüssigem Ammoniak gegeben. Dann wurden 12 g frisch geschnittenes Lithium zugesetzt und das Reaktionsgemisch 24 Stunden bei einer Temperatur von - 34 bis - 60° gerührt. Überschüssiges Lithium wurde nun durch tropfenweisen Zusatz von 100 ccm Äthylacetat zersetzt. Dann wurden 40 ccm Wasser zugesetzt und das Ammoniak durch Erwärmen auf Raumtemperatur verdampft. Die Ätherschicht wurde abgetrennt, mit Wasser gut gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Nach dem Abdampfen des Äthers im Vakuum hinterblieb eine weiße Rohmasse.
  • Dieses weiße Rohprodukt wurde in Äther gelöst und über Aluminiumoxyd chromatographiert. Das Aluminiumoxydadsorbat wurde zuerst mit Äther und dann mit einer Lösung aus 1 % Methanol in Äther eluiert. Aus diesem Äthereluat erhielt man 22-Ergosten-3-ol-11-on-3-acetat. Das Eluat der Lösung aus 10/, Methanol in Äther ergab 22-Ergosten-3-ol-11-on; Schmelzpunkt 166 bis 167°.
  • Die beiden Verbindungen wurden vereinigt und das Gemisch durch Lösen in 2°/oiger alkoholischer Natronlauge und 30minütiges Erhitzen am Rückflußkühler hydrolisiert. Diese Lösung wurde mit Wasser verdünnt und das wäßrige Gemisch mit Äther ausgezogen. Die Ätherschicht wurde mit Wasser gewaschen, getrocknet und ergab nach dem Abdampfen des Äthers im Vakuum als einziges Produkt 7,07 g 22-Ergosten-3-ol-11-on; Schmelzpunkt 167 bis 168°; [a]ö' _ -28° (CHC13).
  • Beispiel 9 20,0g 11- Keto -8(9) - dehydrotigogenin in trockenem Äthyläther wurden tropfenweise unter Rühren zu 1,81 flüssigem Ammoniak gegeben. Dann wurden 12 g frisch geschnittenes Lithium zugesetzt. Man rührte das Gemisch 24 Stunden bei einer Temperatur von - 34 bis - 60°. Dann wurde überschüssiges Lithium durch tropfenweisen Zusatz von 100 ccm Äthylacetat zersetzt. Hierauf wurden dem Reaktionsgemisch 40 ccm Wasser zugesetzt und das Ammoniak durch Erwärmen auf Raumtemperatur verdampft. Die Ätherschicht wurde abgetrennt, mit Wasser gut gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet und der Äther im Vakuum abgedampft; es hinterblieb eine weiße Masse als Rohprodukt.
  • Der Rückstand wurde zur Überführung des Reduktionsproduktes in 11-Keto-tigogenin mit 21 1-molarer methylalkoholischer Natronlauge am Rückflußkühler erhitzt. Dieses wurde in einem im wesentlichen reinen Zustand durch Umkristallisieren aus Methanol gewonnen; Schmelzpunkt 226 bis 228'; [a1'0 ° = -27' (C H C13) .
  • Beispiel 10 Eine Lösung aus 2,5 g 11-Keto-8(9)-dehydrotigogenin in 100 ccm trockenem Äthyläther wurde zu 500 ccm flüssigem Ammoniak gegeben. Nach dem Zusatz von 5 g frisch geschnittenem Lithium wurden 80 ccm absoluter Äthylalkohol im Verlauf 1 Stunde tropfenweise zugesetzt.
  • Nachdem die blaue Farbe der Lösung verschwunden war, ließ man das Reaktionsgemisch sich auf Raumtemperatur erwärmen, wodurch das Ammoniak verdampfte. Das entstandene Gemisch wurde mit Wasser verdünnt, mit Äthyläther ausgezogen und der Ätherextrakt zur Trockne verdampft. Der Rückstand von rohem 11-Oxytigogenin wurde chromatographisch über Aluminiumoxyd gereinigt und ergab im wesentlichen reines 11-Oxytigogenin.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von in 8(9)-Stellung gesättigten 11-Oxy- und bzw. oder 11-Ketosteroiden der Sterin- und der Sapogeninreihe, welche in den Ringen B und C der allgemeinen Formel entsprechen, in der R eine Hydroxyl- oder eine Ketogruppe bedeutet, dadurch gekennzeichnet, daß man in 8(9)-Stellung ungesättigte 11-Ketosteroide, welche in den Ringen B und C die Struktur haben, mit Reduktionsmitteln, insbesondere mit einem reduzierend wirkenden Metall, behandelt und hierbei etwa gebildete 11-Oxyverbindungen gegebenenfalls mit einem Oxydationsmittel in bekannter Weise weiterbehandelt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Alkalimetall, insbesondere Lithium, in einem flüssigen Mittel, insbesondere einem niedrigmolekularen Alkohol, als Reduktionsmittel verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reduktion in flüssigem Ammoniak durchführt, das im wesentlichen frei von alkoholischen Lösungsmitteln ist.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reduktion mit einem Alkalimetall in einem Gemisch aus einem niedrigmolekularen Alkohol und flüssigem Ammoniak durchführt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reduktion mit einem Erdalkalimetall in einem niedrigmolekularen Alkohol durchführt.
DEM16590A 1951-12-26 1952-12-09 Verfahren zur Herstellung von in 8(9)-Stellung gesaettigten 11-Oxy- und bzw. oder 11-Ketosteroiden Pending DE1008286B (de)

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