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Beleuchtungs- und Blinkanlage für Kraftfahrzeuge Die Erfindung bezieht
sich auf eine Beleuchtungs-und Blinkanlage für Kraftfahrzeuge mit Scheinwerfern
für Fern- und Abblendlicht und mit Schlußleuchten sowie mit mindestens drei Schaltern,
nämlich einem Lichtschalter zum Schalten der Scheinwerfer und Schlußleuchten, einem
Abblendschalter zum wechselweisen Umschalten von Fern- auf Abblendlicht und einem
willkürlich betätigbaren Blinkschalter zum unmittelbaren Einschalten des Fernlichts
auch bei offenem Lichtschalter. Da nach gesetzlichen Vorschriften nur solche Anlagen
zulässig sind, bei denen die Schluß- und Kennzeichenleuchten eingeschaltet sind,
solange eine die Fahrbahn vor dem Fahrzeug beleuchtende Lichtquelle brennt, werden
bei den bekannten Beleuchtungsanlagen dieser Art auch bei Tagfahrt, also bei offenem
Lichtschalter, auch die Schluß- und Kennzeichenleuchten eingeschaltet, sobald und
solange der Fahrer mit dem Fernlicht Zeichen gibt, z. B. um seine Absicht zum Überholen
anzuzeigen. Gewöhnlich werden diese Zeichen in kurzen Zeitabständen mittels eines
besonderen Schalters als Blinkzeichen gegeben. Die Schluß- und Kennzeichenleuchten
blinken somit im gleichen Rhythmus wie das Fernlicht. Dieses Blinken der Schlußleuchten
kann Fahrern nachfolgender Fahrzeuge irrtümlich als Anzeige einer beabsichtigten
Fahrtrichtungsänderung aufgefaßt werden und deshalb dazu führen, daß sich diese
Fahrer dementsprechend verhalten. Unglücksfälle können die Folge sein.
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Dieser Nachteil wird gemäß der Erfindung dadurch vermieden, daß parallel
zu der Schaltstelle des Lichtschalters für die Schlußleuchten ein Verzögerungsschalter
liegt, der durch den Blinkschalter gesteuert wird und so ausgebildet ist, daß er
zwar einerseits die Schluß- und Nummernbeleuchtung beim Blinkzeichengeben mit unwesentlicher
Verzögerung einschaltet, jedoch andererseits im Abschalten so träge ist, daß er
in den kurzen Abschaltpausen zwischen zwei Blinkzeichen seine Einschaltstellung
beibehält.
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In der Zeichnung sind drei Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der
Erfindung dargestellt. Es zeigt Fig. 1 das Schaltschema einer Beleuchtungsanlage
für einen Kraftwagen mit einem Blinkschalter für das Fernlicht, dessen Schaltglied
der Fahrer selbst willkürlich betätigen kann, Fig. 2 das Schaltschema einer gleichartigen
Anlage mit einem elektromagnetisch betätigten Blinkschalter und Fig.3 eine weitere
Ausbildung der in Fig.2 dargestellten Anlage.
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Bei allen drei Beispielen sind die Scheinwerfer mit 10, die Standleuchten
mit 11, die Schlußleuchten mit 12, die Kennzeichenleuchten mit 13 und der Lichtschalter
mit 14 bezeichnet. Die beiden Scheinwerfer haben je einen Fernlichtglühfaden 15
und einen Abblendlichtglühfaden 16. Die beiden Fernlichtglühfäden 15 sind an einen
Kontakt 17 eines Abblendschalters 18 und die beiden Abblendlichtglühfäden 16 an
einen Kontakt 19 desselben Schalters angeschlossen.
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Der Lichtschalter hat ein bewegliches Schaltglied 20, das mit dem
einen Pol einer Batterie 21 verbunden ist, deren anderer Pol an Masse liegt und
das in drei Schaltstellungen 0, I und 1I gebracht werden kann. In der Stellung 0
des Schaltgliedes 20 sind alle Leuchten ausgeschaltet. In Stellung I sind feststehende
Kontakte 22 und 22a mit dem Schaltglied verbunden. Vom Kontakt 22 führt eine sich
verzweigende Leitung zu den Glühlampen der beiden Standleuchten 11 und vom Kontakt
22a eine ebenfalls sich verzweigende Leitung zu den Glühlampen der Schlußleuchten
12 und der Kennzeichenleuchte 13. In der Stellung II berührt das Schaltglied den
Kontakt 22a und einen Kontakt 23, der mit dem wechselweise auf die Kontakte 17 und
19 umschaltbaren Schaltglied 24 des Abblendschalter verbunden ist.
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Mit 25 ist der übliche Zündschalter bezeichnet, mit dem eine aus einer
Zündspule und einem Unterbrecher bestehende Zündeinrichtung Z an die Batterie angeschaltet
werden kann. An die Leitung zwischen dem Zündschalter und der Zündeinrichtung Z
ist ein bewegliches Schaltglied 26 eines als Druckknopfschalter ausgebildeten Blinkschalters
27 angeschlossen, das in
seiner Einschaltstellung mit einem Kontakt
28 zusammenwirkt, mit dem die Fernlichtglühfäden 15 der beiden Scheinwerfer verbunden
sind. Mit dem Schaltglied 26 ist ein zweites Schaltglied 29 gekuppelt, das in der
Schließstellung einen an Masse liegenden Kontakt 30 berührt und zur Steuerung eines
Verzögerungsschalters 31 dient.
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Der Verzögerungsschalter 31 ist als Bimetallschalter ausgebildet und
enthält einen an seinem einen Ende fest eingespannten Bimetallstreifen 32, an dessen
anderem Ende ein zwischen zwei Kontakten 33 und 34 beweglicher Kontakt 35 sitzt.
Den Bimetallstreifen umgibt eine Heizwicklung 36, deren eines Ende mit dem Schaltglied
29 verbunden ist, während ihr anderes Ende am Kontakt 33 liegt. Der Bimetallstreifen
ist an den Schaltarm 26 und der Kontakt 34 an den Kontakt 2211 des Lichtschalters
angeschlossen, jeder der Kontakte 33 und 34 sitzt am einen Ende einer Blattfeder
37 bzw. 38. Das andere Ende dieser Federn ist fest eingespannt. Die Blattfeder 37
ist so eingestellt, daß sie den Kontakt 33 bei kaltem Bimetallstreifen mit Vorspannung
gegen den Kontakt 35 drückt, so daß der Kontakt 33 dem Kontakt 35 nachfolgt, wenn
sich dieser bei Erwärmung des ihn tragenden Bimetallstreifens 32 in Richtung des
Pfeiles A bewegt. Sobald die dieses Nachfolgen des Kontaktes 33 hervorrufende Vorspannung
seiner Tragfeder aufgebraucht ist, bleibt er b,'i weiterem Ausschlagen des Kontaktes
35 in Richtung des Pfeiles A stehen. Dieses Stehenbleiben des Kontaktes 33 tritt
aber erst ein, nachdem der Kontakt 35 bereits in Berührung mit dem Kontakt 34 gelangt
ist. Diese Berührung der Kontakte 35 und 34 kann nur durch Einschalten des Blinkschalters
27 hervorgerufen werden, weil nur bei eingeschaltetem Blinkschalter die Heizwicklung
36 des Bimetallstreifens bei geschlossenem Zündschalter Strom über den Zündschalter,
den daran angeschlossenen Bimetallstreifen 32 und die Kontakte 35, 33 erhält. Die
Ansprechzeit des Bimetallschalters bis zu der das Einschalten der Schlußleuchten
und der Kennzeichenleuchte herbeiführenden Berührung seiner Kontakte 35 und 34 soll
kurz sein und nur etwa 1/4 Sekunde betragen.
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Bei Tagfahrt ist nur der Zündschalter 25 eingeschaltet, während der
Lichtschalter auf Stellung 0 steht; die Beleuchtung ist also ausgeschaltet. Wenn
nun der Fahrer mit den Fernlichtfäden der Scheinwerfer Blinkzeichen geben will,
betätigt er in kurzen Zeitabständen mehrmals den Schalter 27. Dabei werden die Fernlichtfäden
15 über das Schaltglied 26 und den geschlossenen Zündungsschalter mit der Batterie
verbunden und leuchten jeweils so lange auf, als der Fahrer den Schalter 27 geschlossen
hält.
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Beim jeweiligen Schließen des Schalters 27 wird mit dem Schaltglied
26 auch das Schaltglied 29 bewegt. Wenn dieses den Kontakt 30 berührt, fließt von
der Batterie über den Zündschalter 25, den Bimetallstreifen 32 und die Kontakte
35, 33 Strom zur Heizwicklung 36 und über das Schaltglied 29 zur Masse.
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Der durch die Heizwicklung erwärmte Bimetallstreifen bewegt sich rasch
in Richtung des Pfeiles A und berührt den Kontakt 34. Von diesem Augenblick an fließt
Strom über den Zündschalter, den Bimetallstreifen und die Kontakte 35, 34 den Schlußleuchten
zu. Auch nach der Berührung der Kontakte 35, 34 liegt der Kontakt 33 noch am Kontakt
35 an, so daß die Heizwicklung zunächst noch eingeschaltet bleibt, der Bimetallstreifen
also weiterhin erwärmt wird und sich in Richtung des Pfeiles A weiter verbiegt.
Nach etwa 3/4 Sekunden hat der Bimetallstreifen sich so weit bewegt, daß sein Kontakt
35 sich vom Kontakt 33 trennt, weil die vorgespannte Feder 37 in ihre entspannte
Lage gelangt ist und dem Bimetallstreifen daher nicht weiter folgen kann. Mit dieser
Trennung wird die Heizwicklung abgeschaltet, der Bimetallstreifen kühlt sich ab
und bewegt sich wieder zurück. Dabei folgt ihm der Kontakt 34, und ehe dieser vom
Kontakt 35 getrennt wird, berührt der Kontakt 35 wieder den Kontakt 33 und schaltet
die Heizwicklung wieder ein. Wenn man annimmt, daß der Fahrer die Blinkzeichen in
einem Zeitabstand von mindestens 1/z Stunde gibt, so wird bei diesem Rhythmus der
Stromkreis der Schlußleuchten infolge der Abschaltträgheit des Verzögerungsschalters
nicht unterbrochen. Wenn aber die Blinkzeichen in wesentlich größeren Zeitabständen
und mit zeitlicher Unterbrechung nach jeder Zeichengabe abgegeben werden, besteht
die Gefahr nicht mehr, daß diese Zeichen irrtümlicherweise mit den üblichen Blinkzeichen
für eine beabsichtigte Fahrtrichtungsänderung verwechselt werden.
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Bei der Beleuchtungsanlage nach der Fig. 2 dient als Blinkschalter
ein elektromagnetischer Schalter 40, dessen Schaltkontakte 41, 42 in einem hinter
dem Zündungsschalter 25 abgezweigten, zu den Fernlichtfäden 15 führenden Leitungszug
liegen. Der Schalter 40 hat eine Erregerwicklung 43, die mit dem einen Ende an dem
Kontakt 42 und mit dem anderen an dem beweglichen Schaltglied 44 eines willkürlich
betätigbaren Druckknopfschalters 45 angeschlossen ist, der in seiner Schließlage
eine Masseverbindung herstellt. An das Schaltglied 44 ist auch die Heizwicklung
36 des Verzögerungsschalters angeschlossen. Beim Niederdrücken des Druckknopfschalters
werden, sofern der Zündschalter 25 geschlossen ist, die Erregerwicklung 43 des elektromagnetischen
Schalters 40 und die Heizwicklung 36 des Verzögerungsschalters 31 gemeinsam eingeschaltet.
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Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 unterscheidet sich von dem nach
Fig. 2 lediglich dadurch, daß der Druckknopfschalter mit dem Abblendschalter vereinigt
ist. Am beweglichen Schaltglied 24 des Abblendschalters 18 ist eine Schaltstange
46 befestigt, die über einen auf ihr sitzenden Bund 47 und eine sich an diesem Bund
abstützende Feder 48 auf das hier mit 49 bezeichnete Schaltglied des Druckknopfschalters
einwirken kann. Für das Schaltglied 49 ist ein Anschlag 50 vorgesehen, der dessen
Schaltweg begrenzt. Um Blinkzeichen zu geben, wird das Schaltglied 49 bis zum Anschlag
50 in der gewünschten Zeitfolge geschwenkt. Die Feder 48 läßt das Umlegen des Schaltgliedes
24 von Kontakt 19 auf Kontakt 17 zu, wenn der Fahrer mit dem Abblendschalter Fernlicht
einschalten will.