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Verfahren und Vorrichtung zum Formen von feuchtem, mineralischem Feinmaterial
Die Erfindung bezieht sich auf das Agglomerieren von feinzerkleinerten mineralischen
Stoffen, insbesondere von Erzkonzentraten und Feinerz, wobei ein anfänglich gleichmäßiges
feuchtes, feinzerkleinertes mineralisches Gut durch den Durchgang durch eine umlaufende
Trommel in Kügelchenform gebracht oder zusammengeballt wird und die Kügelchen daraufhin
unter solchen Bedingungen gebrannt werden, daß mechanisch widerstandsfähige, steinartige
Körper erzeugt werden.
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Es wurde gefunden, daß man genügend widerstandsfähige Kügelchen mit
geringer Neigung, während des Brennens zu zerfallen, industriell erzeugen kann,
wenn wie folgt verfahren wird. Für die Zusatnmenballung oder Formgebung dient eine
besondere umlaufende Trommel, bei der die nachstehend im einzelnen beschriebenen
Bedingungen berücksichtigt werden, nämlich die Beschaffenheit der Oberfläche, über
die die Kügelchen rollen, die Art und "'eise des Rollens der Beschickung, die Tiefe
des »Bettes«, die Länge des Weges, die Umfangsgeschwindigkeit der Trommel und andere
Faktoren, die für die Bildung von widerstandsfähigen Kügelchen der gewünschten Größe
als am besten geeignet befunden wurden.
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Der Formungsvorgang soll hierbei möglichst in einem »geschlossenen
Kreislauf« vor sich gehen, d. h. die Beschickung, die aus frischem feuchtete Feinerz
und rückgeführten, zu kleinen Kügelchen oder Teilchen besteht, die aus einem vorangegangenen
Durchgang durch die Trommel stammen, wird zweckmäßig mehrere :Male durch die Formtrommel
unter solchen Bedingungen geführt, daß die Kügelchen verhältnismäßig langsam zu
ihrer gewünschten vollen Größe anwachsen, So wurde gefunden, daß man vorteilhaft
derart arbeitet, daß die Beschickung bei jedem »Durchgang.< durch die Trommel
zu et\va einem Drittel aus frischem feuchtem Feinerz. und zu etwa zwei Drittel aus
»Saat«-Kügelchen besteht, die aus einem vorangegangenen Durchgang stammen. Außerdem
soll der Rollweg möglichst lang sein (entweder dadurch, daß man die "Trommel nur
leicht neigt, oder dadurch, daß man die Länge der Trommel vergrößert, oder durch
beide Maßnahmen zugleich), und die Trommel ist so zu beschicken., daß das Volumen
des darin befindlichen Gutes im Verhältnis zu dem der Trommel klein ist (wodurch
immer nur ein verhältnismäßig flaches Bett von Beschickungsgut in der Trommel bewegt
wird). Man soll auch die Trommel so schnell wie möglich drehen, jedoch nicht so
schnell, daß das Beschickungsgut durch die Luft geschleudert wird. Außerdem ist
es notwendig, daß bei der Formung der Kügelchen und dem langsamen Wachsen der »Saat«-Kügelchen
das Beschickungsgut immer auf einer »rollenden Fläche« abrollt, die aus einer verhältnismäßig
dichten Schicht feuchten Feinerzes besteht, die den inneren Umfang der Zusammenballtrommel
»auskleidet«, und deren Oberfläche immer raub gehalten wird. Diese »Auskleidung«
soll aber verhältnismäßig dünn sein, da sie gegen ein zufälliges, großflächiges
Loslösen von der Trommelfläche nicht gesichert ist.
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Von besonderer Wichtigkeit für den Erfolg des Verfahrens ist es, daß
eine Rollfläche von gesteuerter Dicke und Rauheit auf der Innenfläche der Trommel
aufrechterhalten wird. So wurde gefunden, daß, wenn die das Beschickungsmaterial
tragende Oberfläche glatt ist, z. B. wenn das Beschickungsgut auf einer glatten
Gummiauskleidung der Trommel liegt, oder wenn eine kompakte Schicht des Feinerzes
durch eine Schabvorrichtung kontinuierlich glatt gehalten wird, die Saatkügelchen
sowie das gesamte Beschickungsmaterial auf der glatten Fläche dazu neigen, eher
zu gleiten als zu rollen, wodurch das gewünschte Ergebnis verhindert wird. Außerdem
wird der Kuchen, wenn ein breites Rackelmesser zur Bearbeitung des
Feinerzkuchens
verwendet wird, immer härter und macht so das Schaben immer schwieriger. Auch zeigt
die Trommel das Bestreben zu schlagen und der Energieverbrauch erhöht sich stark.
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Erfindungsgemäß formt man aus feuchtem feinzerkleinertem, lockerem
mineralischem Gut, z. B. Feinerz, Kügelchen durch Rollen des Gutes auf der Oberfläche
einer dichten Schicht desselben Gutes, die das Innere einer geneigten umlaufenden
Rolltrommel bedeckt und durch fortlaufendes Abschaben dieser Schicht über die gesamte
Trommellänge hinweg bis auf eine bestimmte Stärke, in der Weise, daß diese Schicht
gleichzeitig an mehreren, verhältnismäßig schmalen, in axialer Richtung voneinander
getrennten Zonen abgeschabt wird, und daß diese Schabezonen längs der Trommel fortschreitend
derart verschoben werden, daß nach bestimmter Zeit die gesamte Innenfläche der Trommel
auf die gewünschte Stärke abgeschabt ist. Die bei einem Durchgang durch die Trommel
erhaltenen Kügelchen des zu verformenden Gutes werden dann auf die gewünschte Größe
abgesiebt, und die zu kleinen Kügelchen gelangen wieder als »Saatkügelchen« auf
die Aufgabeseite der Trommel zum erneuten Durchgang. Praktisch sieht dies so aus.
daß etwa ein Drittel der Beschickung der Trommel aus frischem Behandlungsgut und
zwei Drittel aus nochmals durcbgeleiteten »Saatkügelchen« bestehen.
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Zur Durchführung dieses Verfahrens dient zweckmäßig eine um ihre Längsachse
drehbare, schwach geneigte, langgestre.ckte Rolltrommel, deren Innenfläche während
des Betriebes mit einer dichten Schicht des Behandlungsgutes bedeckt ist und die
mit einer Beschickungsvorrichtung am oberen Ende und einer Schabevorrichtung im
Innern versehen ist. Die Schabevorrichtung hat eine große Zahl von verhältnismäßig
eng nebeneinanderliegenden schmalen Zähnen, die sich über die innere Trommelwand
hinweg erstreckenund in die dichteGutsschi-cht imTrommelinnern eingreifen. Die Zähne
wirken gegen diese Rollfläche in Abständen und werden mitsamt der Schabevorrichtung
so geführt, daß in der Oberfläche der dichten Schicht eine Reihe voneinander nichtdeckenden
allochiralen (d. h. nach rechts und nach links drehenden schraubenförmigen) spiraligen
Kerben erzeugt wird, deren benachbarte Windungen voneinander getrennt sind. Die
Zähne sitzen auf der Schabevorrichtung etwa wie die Zinken eins Kammes und sind
vorwiegend mit mehreren getrennten meißelartigen Kanten, mit Breiten von weniger
als 25 mm, gegen die Rollfläche gerichtet. Die Schabevorrichtung wird zweckmäßig
als Ganzes hin- und herbewegt, derart, daß der Hin- und Herbewegungshub wenigstens
der die Haupterstreckung der Trommel bestreichenden Zähne etwa gleich dem Abstand
dieser Zähne voneinander ist. An dem Beschickungsende der Trommel hingegen liegen
die Zähne vorzugsweise enger zusammen als die übrigen Zähne. Die Schabevorrichtung
mit den Zähnen wird dann gleichzeitig mit der Drehung der Trommel längs deren Achse
hin- und herbewegt. Die Zähne können auch in Richtung quer zur Längsachse der Schabvorrichtung
nach der Trommelinnenwand hin verstellbar sein, um so die Tiefe ihres Eindringens
in die dichte Schicht des Behandlungsgutes zu regeln.
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Es ist erwünscht, daß die gezähnte Schabvorrichtung an der emporsteigenden
Seite der Trommel angeordnet ist, so daß der Schababfall auf die rollenden Kügelchen
fällt und leicht erneut geformt werden kann. Wäre die Schabvorrichtung so angeordnet,
z. B. auf der sich abwärts bewegenden Seite, daß der Schababfall auf den Mantel
fiele, so würde der Schababfall unter die Kügelchen gelangen und Unregelmäßigkeiten
hervorrufen; außerdem formt sich der Schababfall, auf dem schon einmal Kügelchen
gerollt sind, nicht wieder ohne weiteres zu Kügelchen. Die Zähne werden einige Zentimeter
auseinander entlang einer starren nicht rotierenden Schabvorrichtung angeordnet,
die sich durch die umlaufende Trommel erstreckt. Es ist darauf.zu achten, daß die
Geschwindigkeit der Hin- und Herbewegung der Schabvorrichtung und die Drehgeschwindigkeit
der umlaufenden Trommel so aufeinander abgestimmt werden, daß die Kerben, die von
einem beliebigen Zahn erzeugt werden, bei einem der nachfolgenden Arbeitsakte der
Schabvorrichtung nicht ineinander verlaufen, um zu erreichen, daß die Zahnkanten
im Verlauf einer geeigneten Zeitspanne praktisch die gesamte Rollfläche berührt
haben.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist in den Zeichnungen
gezeigt.
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Fig. 1 der Zeichnungen ist die Ansicht eines Seitenaufrisses der Zusammenballtrommel,
der Schabvorrichtung und wesentlicher Zubehörteile; Fig.2 ist eine ebene Draufsicht,
in der gewisse Teile weggelassen sind, um die Schabvorrichtung besser zu erläutern;
Fig.3 ist ein senkrechter Querschnitt durch die Trommel; Fig. 4 ist ein Seitenaufriß,
in dem einige Teile der Haltevorrichtung für das eine Ende der Schabvorrichtung
und des Antriebs für die Hin- und Herbewegung dieser Vorrichtung im Schnitt dargestellt
sind; die Ansicht ist in vergrößertem Maßstab gezeichnet, Fig. 5 ist ein senkrechter
Querschnitt auf Linie 5-5 von Fig. 4; Fig.6 ist eine vergrößerte Teilansicht, die
konstruktive Einzelheiten der an dem Abgabeende der Zusammenballtrommel befindlichen
Siebtrommel zeigt, wo zu kleine Kügelchen ausgesiebt werden; Fig. 7 ist ein Querschnitt
auf Linie 7-7 von Fig. 6; Fig. 8 ist eine Ansicht der Siebtrommel an deren Abgabeseite;
Fig. 9 ist eine vergrößerte Teilansicht des Inneren der Zusammenballtrommel; Fig.
10 ist ein Querschnitt auf Linie 10-10 von Fig. 9.
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Wie besonders in Fig. 1 bis 3 gezeigt, umfaßt die Zusammenballvorrichtung
eine zylindrische Stahltrommel 10 mit offenen Enden, die etwa 5,5 m lang ist, und
einen Durchmesser von 2,44 m besitzt. Die Trommel wird zur Durchführung einer Drehbewegung
in zwei Wiegen 12 und 13 gehalten, die glatte Rollen 14 bzw. 15 besitzen, die in
periphere Stahlreifen 16 und 17 auf der Trommel 10 eingreifen. Die Wiegen
12 und 13 werden von einem Rahmen von Stahlträgern 18 getragen, um die Trommel hoch
genug über den Boden zu erheben, damit die zu der Trommel gehörende Zubringeranlage
sowie die Antriebsmotoren und andere Teile untergebracht werden können. Die Trommel
10 wird an ihrem Platz auf den Rollen 14 und 15 mittels eines Drucklagers gehalten,
das von einer Rolle 8 dargestellt wird, die auf dem spindelförmigen oberen Ende
eines aufrechtstehenden und von dem Rahmen 18 getragenen Ständers 9 verzapft ist
und das auf einen Stahlring 19 drückt, der die Trommel 10 umgibt und auf
ihr befestigt ist. Um eine Bewegung des in Bearbeitung befindlichen Materials axial
durch die Trommel 10 während deren Drehuiig
zu bewirken, liegt
die vordere Wiege 12 nahe dem Beladeende 10, der Trommel höher als die hintere
Wiege 13 an dein Abgabeende. wodurch die Trommel in Richtung ihres Abgabeendes 10b
geneigt wird. Die Neigung liegt vorzugsweise im Bereich von 2,08 bis 8,32 cm auf
1 m Länge. Sie ist in der Zeichnung jedoch etwas übertrieben worden, um sie mehr
zu betonen.
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Um die Trommel 10 kontinuierlich nur in einer Richtung zu drehen,
ist ein Kettenradantrieb vorgesehen, zti dein ein angetriebenes Kettenrad 20, welches
die Trommel umgibt, ein Antriebskettenrad 21. das vorzugsweise auf der Welle eines
Motors 22 1M-festigt ist, der vorzugsweise eine veränderliche Drehzahl hat, und
eine Kette 23 gehört, die über die beiden Kettenräder läuft. Es wurde gefunden,
daß die optimale Drehzahl für eine Trommel mit den angegebenen Ausmaßen 10.8 Umdrehangen
pro Minute ist, was eine Umfangsgeschwindigkeit von etwa. 83,88 m pro Minute ergibt.
Wie vorstehend erläutert, ist die Drehzali.1 der Trommel nicht zu kritisch, sie
ist jedoch wichtig, da die obere Grenze der Drehzahl etwas unterhalb derjenigen
liegen muß, bei der die Kügelchen die Neigung zeigen, eher von der Innenfläche der
Trommel abgeworfen zu werden, als auf ihr eilt langzurollen.
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Zum Aussieben zu kleiner Kügelchen wird eine kreisförmige Siebtrommel
25 an dein Abgabeende 10b der Zusammenballtrommel angeordnet. Die Siebtronimel besitzt
vorzugsweise die in den Zeichnungen gezeigte Form und besteht im allgemeinen aus
einem kegelstumpfförmigen Gerippe, das aus einer Reihe von Winkeleisen 26, die durch
mehrere axial getrennte Bandeisen 27 voneinander getrennt gehalten werden, und aus
einer Spirale aus Rundeisen 28 besteht, die an den Platten 29 befestigt ist, die,
wie am besten in Fig. 6 und 7 gezeigt ist, auf den Winkeleisen 26 stehen. Der Durchmesser
der Rundeisen 28 und der Abstand zwischen ihren Windungen ist durch die gewünschte
Größe der Kügelchen bedingt, die für einen weiteren Durchgang durch die Zusaminenballtrommel
zwecks weiteren »Wachstums« rückgeführt werden sollen. In der tatsächlich gebauten
Ausführungsform gemäß der Erfindung war der Durchmesser des Rundeisens, das zur
Herstellung des spiralförmigen Siebes verwendet wurde, 7,9 mm, und der Abstand zwischen
den Mittelpunkten von benachbarten Windungen des spiralförmigen Siebes betrug 23,7
mm, was eine lichte Weite von 15.8 min ergibt.
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Die Drähte oder Stäbe, die die Siebfläche der Siebtrommel bilden,
können entweder konzentrisch, oder, wie gezeigt, spiralenförinig in einer Richtung
angeordnet sein, die die Abgabe der fertigen Kügelchen erleichtert.
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Der Innendurchmesser der Siebtrommel 25 ist an ihrem Einlaß.ende
25" etwas größer als der Außendurchmesser der "Trommel 10, so daß sich die Siebtrommel
25 auf die Trommel 10 aufschieben kann; ihr Abgabeende 25b besitzt einen Innendurchmesser,
der größer ist, als der des Einlaßendes 25ü, wodurch eine schräg verlaufende Fläche
geschaffen wird, die sich in der Richtung abwärts neigt, in der die Beschickung
der Kügelchen durch die Trommel 10 sattfindet. Die Siebtrommel ist mit ihrer Hauptachse
waagerecht angeordnet. Bei der ausgeführten Konstruktion waren die Innendurchmesser
der Siebtrommel an deren Ein-und Auslaßenden etwa 2,60 bzw. 2,80 m. Die Neigung
der Siebtrommelinnenfäche betrug etwa 3,2 bis 22,2 min pro Meter Länge. Die Länge
der Trommel betrug etwa i,37 m. Wie die Trommel 10 ist die Siebtroinme125 auf zwei
Wiegen 31 und 32 gelagert, die mit mehreren gerillten Rollen 33 und 34 versehen
sind, die in Stahl -laufringen 35 und 36 eingreifen. Die Siebtrommel 25 dreht sich
ebenfalls, und ihre Antriebsvorrichtung ist ebenfalls ein Kettenradantrieb mit einem
angetrieb°c -neu Kettenradritzel 37, das auf der Welle 38 (Fig. 1) verkeilt ist,
auf der auch die Rolle 34 verkeilt ist, einem antreibenden Kettenrad 39 auf der
Antriebswelle von -Motor 40 sowie einer Kette 41. Vorzugsweise dreht sich die Siebtrommel
25 mit etwa 7 Umdrehungen pro -Minute, cl. h., etwas langsamer als die Trommel 10.
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In Fällen, wo die Durchmesser der Trommel und der Siebtrommel von
den obenerwähnten spezifischen 'Werten abwichen, müssen die Trommel und die Siebtrommel
mit Geschwindigkeiten betrieben werden, die etwa das gleiche Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeiten
in Meter pro Minute ergeben, An dem Abgabeende 25b der Siebtrommel ist, wie aus
Fig. 8 ersichtlich, ein quergestellter Abweiser 42 angebracht, tim die Kügelchen
abzulenken, die sich eventuell in der Trommelöffnung verfangen haben und bis fast
zum oberen Punkt der Siebtrommel getragen worden sind, so daß derartige Kügelchen
eher auf die Siebfläche herabfallen, als in die Abgabe hinein. Wie in Fig. 1 gezeigt,
werden die Kügelchen aus der Siebtrommel 25 auf ein Förderband 81 abgegeben, um
von diesem zu einer Verbrauchsstelle oder einer Stelle für eine Weiterbehandlung
getragen zu werden. Der Fördergurt 81 ist vorteilhaft so angeordnet, daß seine lange
Achse zur waagerechten Achse der Siebtrommel 25 senkrecht steht.
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Bezüglich der Trommel 10 ist unter Bezugnahme auf die Fig.
2, 9 und 10 festzustellen, daß die Innenfläche der Stahltrommel 10 mit einer Betonschicht
47, die vorzugsweise 2,5 bis 7.5 cm dick ist, oder einem anderen -Material ausgefüttert
ist, das eine mäßig rauhe Oberfläche, z. B. aus Metalleisten besitzt, auf der man
eine zweite dichte Schicht 48 aus Feinerz entstehen läßt. Die Schicht 48 wird auf
einer Dicke von etwa 2,5 cm gehalten, und zwar durch eine Schabvorrichtung. Sie
ist die Schicht, auf der man die »Saatkügelchen« rollen und deren Durchmesser durch
Zuwachsen langsam zunehmen läßt.
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Wie in der Einleitung erläutert, ist es von größter Wichtigkeit, daß
die »Saatkügelchen« auf der Innenfläche der Trommel 10 eher rollen als gleiten.
Zu diesem Zweck wird durch die vorliegende Erfindung für die Aufrechterhaltung eines
optimalen Rauheitsgrades auf der Oberfläche der Schicht 48 Sorge getragen und zwar
insbesondere durch eine Vorrichtung, die die Oberfläche an °iner Mehrzahl von kleinen
und axial getrennten Flächen gleichzeitig kontinuierlich abschabt, wobei die abgeschabten
Flächen fortschreitend axial verschoben werden, so daß schließlich eine ini wesentlichen
vollständige Bearbeitung der Rollfläche bewirkt wird.
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Das Abschalten der Oberflächenschicht 48 geschieht durch eine Vorrichtung,
die sich längs durch die Trommel 10 und die Siebtrommel 25 erstreckt und bei 50
gezeigt ist. Die Vorrichtung 50 befindet sich in der »2-Uhr«-Stellung, so daß die
durch ihre Zähne erzeugten Schababfälle während der im entgegengesetzten Sinn des
Uhrzeigers erfolgenden Drehung der Trommel, wie in Fig. 3 gezeigt, auf die rollenden
Kügelchen fallen können. Die Vorrichtung 50 wird vorzugsweise aus einem überschweren
Rohr mit 25.4 cm Durchmesser hergestellt, um ihre axiale Festigkeit zti gewährleisten;
eine große Zahl von
Zähnen 51 ist auf ihr befzstigt. Diese Zähne
erstrecken sich seitwärts von ihr weg und vermögen in die Oberfläche der Schicht
48 einzugreifen und in sie einzuschneiden. Die Schneidkante jedes Zahnes ist vorzugsweise
ein erneuerbares Einsatzstück 52, das aus einem Metallkarbid hergestellt ist und
eine Schneidkante von etwa 0,6 mm Breite besitzt. An dem Einlaßende der Trommel
10 liegen die Zähne 51 verhältnismäßig eng zusammen, d. h. etwa 10 cm auseinander
auf einer axialen Strecke von etwa 1,36 m, damit sie den starken Zuwachs von Beschickungsmaterial
bewältigen können, der sich gern bei einer größeren Geschwindigkeit an diesem Ende
der Trommel absetzt. Der Abstand zwischen den Zähnen 51 beträgt für den Rest der
axialen Länge der Trommel etwa 20 cm.
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Es ist vorgesehen, daß die Schabvorrichtung 50 mit einer Geschwindigkeit
von vier Takten pro Minute hin- und herbewegt wird; die Länge des Hin- bzw. Herganges
beträgt etwa 20,6 cm (d. h. gerade so viel, um zu gewährleisten, daß sich von mit
einem Abstand von 20 cm nebeneinanderliegenden Zähnen bearbeitete Flächen decken).
Die Hin- und Herbewegung der Schabvorrichtung 50 ergibt zusammen mit der Drehbewegung
der Trommel 10 ein Schabmuster, das aus einer Reihe von 0,6 cm breiten netzförmigen
allochiralen, spiralen Nuten besteht. Die nach der einen Seite hin verlaufenden
Nuten, die durch aufeinanderfolgende Bewegungen der Schabzähne in einer Richtung
erzeugt wurden, werden mit dem Bezugszeichen 49 und die nach der anderen Seite hin
verlaufenden Nuten, die durch aufeinanderfolgende Bewegungen der Schabzähne in der
entgegengesetzten Richtung erzeugt wurden, werden mit dem Bezugszeichen 49' gezeichnet.
Bei den gegebenen Ausmaßen und der gegebenen Bewegungsgeschwindigkeit laufen die
in die Schicht 48 durch irgendeinen der Zähne 51 während aufeinanderfolgender Takte
der Schabvorrichtung eingeschnittenen Nuten nicht ineinander und gewährleisten so
zwangläufig die Bearbeitung der gesamten Oberfläche der kompakten Schicht 48 von
feuchtem Feinerz. Während die Basis jeder so geschnittenen Nut eine glatte Fläche
aufweist, die das Bestreben zeigen würde, eine Gleitbewegung der Kügelchen zu bewirken,
so ist die Nut doch schmal genug, um auch das kleinste Saatkügelchen daran zu hindern,
in sie hinein zu gelangen. Somit wird die Oberfläche der Schicht 48 in einem konstanten
Zustand der Rauheit gehalten und weist niemals irgendwelche glatte Stücke auf, die
ein Gleiten der Kügelchen bewirken würde.
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Jede der netzförmigen Rechts- und Linksnuten 49 und 49' und insbesondere
diejenigen nahe dem Beladeende der Trommel beginnen in Wirklichkeit, kurz nachdem
sie von den Zähnen 51 geschnitten wurden, sich mit dem in der Trommel vorhandenen
feuchten Feinerz wieder zu füllen. Daher würde das Nutenschabmuster in Wirklichkeit
nicht den Grad von Deutlichkeit erreichen, wie dies in Fig. 9 dargestellt ist, die
absichtlich übertrieben ist, um dieses wichtige Kennzeichen der vorliegenden Erfindung
klarer zu erläutern.
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Die aufgerauhte Oberfläche der Schicht 48 bewirkt, daß die Kügelchen
auf der Wand der Trommel 10
empor getragen werden, wenn diese sich dreht,
und zwar so lange, bis die haltende Reibung überwunden ist, woraufhin die Kügelchen
dann die Trommelwand hinunterrollen, und weitere Mengen des losen Feinerzes aufnehmen.
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Die Schabvorrichtung 50 wird an j -dem ihrer Enden von einer an ein
Rad angeschlossenen Achse getragen, die auf einer dazugehörigen Fahrbahn rollt.
Die vergrößerten Darstellungen in Fig.4 und 5 zeigen die Einzelheiten der Konstruktion,
die an dem mit dem Motor verbundenen Ende verwendet wird, wobei dieser Motor die
Energie zum Hin- und Herbewegen der Schabvorrichtung liefert. Diese Einzelheiten
umfassen hier ein rechteckiges Gehäuse 54 mit offenen Enden, dessen Seitenwände
mit einen der gegenüberliegenden U-Eisen 55 versehen sind, die als Fahrbahn für
die auf der Achse 58 verzapften Räder 57 dienen. Ein Verschlußstück 59 ist auf dem
Ende der Vorrichtung 50 angebracht, und die Winkeleisen 60 verbinden das Verschlußstück
59 und somit auch. die Schabvorrichtung mit der Achse 58.
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Ein Kurbelarm 61 der an seinem einen Ende drehachsig durch eine Zugstange
62 mit der Achse 58 verbunden ist, erstreckt sich zu einer Exzenterscheibe 63, die
auf der abtreibenden Welle 64 einer Untersetzungseinheit 65 befestigt ist, die von
dem Motor 66 betrieben wird. Die Scheibe 63 ist vorzugsweise mit einer Mehrzahl
von Exzenterzapfen 63" versehen, die in verschiedener Entfernung von dem Mittelpunkt
entfernt angeordnet sind; mit irgendeinem dieser Exzenterzapfen ist der Kurbelarm
61 verbunden, wodurch die Einstellung des Arbeitstaktes der Schabvorrichtung 50
ermöglicht wird.
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Die Haltevorrichtung für das entgegengesetzte Ende der Schabvorrichtung
ist ähnlich und umfaßt ein rechteckiges Gehäuse 67 mit offenen Enden, das U-Eisen
68 besitzt, die die Fahrbahn für die Räder 69 bilden, die auf der Achse 70 verzapft
sind, an der das mit dem Verschlußstück versehene Ende der Schabvorrichtung befestigt
ist. Wie in Fig. 1 gezeigt sind die Fahrbahn-U-Eisen 55 und 68 vorzugsweise in demselben
Winkel geneigt wie die Zusaininenballtrommel 10.
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Auf der Unterseite der Fahrbahngehäuse 54 und 67 und ebenfalls der
Lagerplatte 71 für den Motor 66 sind U-Eisen-Teile 72 befestigt, die auf den Trägern
73 sitzen. Die Schabvorrichtung 50 ist vorzugsweise so angeordnet, daß die Zähne
51 so weit einschneiden, daß sie etwa bis zu 2,5 cm von der Innenfläche der Zementausfütterung
47 entfernt bleiben, d. h. daß die von den Zähnen unberührt gelassene kompakte Schicht
48 feuchten Feinerzes etwa 2.5 cm dick ist.
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Zum Ausgleich für die Abnutzung der Zähne und anderer veränderlicher
Faktoren ist vorgesehen, daß die Schabvorrichtung 50 quer zu ihrer Achse verstellt
werden kann. Zu diesem Zweck und unter Bezugnahme auf Fig. 5 ist festzustellen,
daß die U-Eisen 72 und somit die Gehäuse 54 und 67 längs den Trägern 73 gleitbar
angeordnet sind, und in einer beliebigen Stellung mittels Paaren von getrennten
Verstellschrauben 74 befestigt sind, deren Enden auf die Außenfläche der Gehäuse
54 und 67 drücken. Die Schrauben 74 sind durch Arme 75, die auf Trägern 73 befestigt
sind, hindurchgeschraubt, und dadurch kann die Einstellung des Gehäuses durch Vorwärtsdrehen
der Schrauben 74 an der einen Seite der Gehäuse und Zurückdrehen der Schrauben um
den entsprechenden Betrag auf der anderen Seite der Gehäuse bewirkt werden. Motor
66 muß also in der Richtung verstellbar sein, um die Ausrichtung und die Verbindungen
zwischen dem Motor und der Schabvorrichtung aufrecht zu erhalten. Es ist auch zu
sehen, daß gleiche Verstellschrauben 76 für den Eingriff in die steilgestellten
Führungen 71" der Lagerplatte 71 für den Motor vorgesehen sind.
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Wie aus der Einleitung hervorgeht, sieht der Zusammenballungsvorgang
den durchschnittlich dreimaligen
Durchgang von anfänglich kleinen
»Saatkügelchen« durch die Zusammenballtromme110 vor, um ein Wachstum der Kügelchen
bis zu dem gewünschten Mindestdurchmesser zu erreichen. Die gleiche Wirkung wird
nicht erzielt, wenn man die Länge der Zusammenballtrommel verdreifacht; zur Erzielung
des gewünschten Wachstums sollten halbfertige Kügelchen der Trommel wieder zugeführt
und mit frischer neuer Beschickung in Berührung gebracht werden.
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Es wird eine Zubringeranlage verwendet, die am besten in Fig. 1, 2
und 3 gezeigt ist. Ein unterhalb und quer zu der Siebtrommel 25 verlaufender geneigter,
endloser Gurtförderer 77 nimmt alle zu kleinen Kügelchen und alles Feinerz auf,
das durch die Zwischenräume des spiralförmig gewundenen Siebes hindurchfällt. Der
Förderer 77 trägt die Kügelchen und das Feinerz von der Siebtrommel aus seitlich
nach außen und gibt sie auf einen anderen, geneigten, endlosen Förderer 78, der
parallel zur Trommel 10 läuft und dazu verwendet wird, das :Material zurück zu dem
Beladeende der Trommel zu transportieren. Hier wird es auf einen weiteren Gurtförderer
79 für den seitwärts nach innen erfolgenden Transport und die schließliche Abgabe
auf den Förderer 80 übertragen, auf dem das frische Feinerz und die »Saatkügelchen«
zu dem Beladeende der Trommel 10 gebracht werden, das wie gezeigt konusartig ausgestaltet
ist, um ein Überfließen zu verhindern. Wenn das zusammengeballte Feinerz bis zu
einem Durchmesser angewachsen ist, daß es nicht mehr durch das Trommelsieb durchfällt,
wird es auf einen Förderer 81 abgegeben, um zu einem Brennofen gebracht zu werden.
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Aus vorstehender Beschreibung dürfte es ersichtlich sein, daß das
erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtung zum Abschaben der Oberfläche einer
kompakten Schicht von Feinerz dazu dient, nicht nur zu verhindern, daß die Schicht
eine solche Dicke und ein solches Gewicht annimmt, bei der große Teile losbrechen
würden, sondern auch die Oberfläche der Schicht in einem Zustand der Rauheit zu
erhalten, der die gewünschte Rollwirkung der Kügelchen entlang dem Innern der Trommel
verbessert und irgendwelches Bestreben der Kügelchen mehr zu gleiten als zu rollen
verringert.
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Obwohl die erläuterte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besonders
bevorzugt wird, können doch verschiedene Abwandlungen in der Konstruktion und der
Anordnung der Bestandteile vorgenommen werden, ohne den Bereich der Erfindung zu
verlassen.