DE1004711B - Anordnung zur Regelung in Abhaengigkeit von der Groesse der von einem durchlaufendendraht- oder bandfoermigen Gut gebildeten Schlinge - Google Patents
Anordnung zur Regelung in Abhaengigkeit von der Groesse der von einem durchlaufendendraht- oder bandfoermigen Gut gebildeten SchlingeInfo
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Description
DEUTSCHES
Bei kontinuierlichen Walzenstraßen zur Herstellung von Drähten, Bändern oder Profilen und analogen
industriellen Prozessen, insbesondere in der Papier-, Kunststoff- und Gummiindustrie, besteht die Aufgabe,
die Auslenkung bzw. die Größe der zwischen zwei Walzgerüsten od. dgl. sich bildenden Schlingen
des durchlaufenden Gutes in vorbestimmten Grenzen zu halten. Im Hinblick auf die hohe Geschwindigkeit,
mit der das Gut sich bewegt, kommt es dabei auf eine möglichst trägheitsfreie Regelung bzw. rasche Beeinflussung
an. Um insbesondere bei metallenen Profilen die Herstellungstoleranzen des Gutes klein zu halten,
soll seine mechanische Beanspruchung durch die Regelorgane möglichst vermieden werden. Außerdem
wird eine kontinuierliche Regelung angestrebt, um einen ruhigen Lauf der Schlinge zu gewährleisten
und so die ganze Anlage nach Möglichkeit von stoßartigen Beanspruchungen zu entlasten.
Zu diesem Zweck hat man bei elektrisch leitendem Gut eine sogenannte kapazitive Schiingenregelung angewendet,
bei der der Schlinge eine Elektrode gegenübersteht. Die Größe der Kapazität zwischen dieser
Elektrode und der Schlinge, die sich mit der Größe der Schlinge ändert, dient zur Beeinflussung der
Geschwindigkeit des das durchlaufende Gut antreibenden Motors.
In Fig. 1 ist ein schematisches Beispiel für eine solche bekannte kapazitive Schlingenregelung bei
einem Bandwalzwerk veranschaulicht. Das bandförmige Walzgut 30 läuft zwischen zwei Walzgerüsten
10, 20 hindurch und bildet eine nach unten durchhängende Schlinge. Unter der Schlinge ist eine Meßelektrode
15 angeordnet, die zusammen mit dem durchlaufenden Walzgut 30, das als Gegenelektrode
dient, einen Kondensator bildet. Dieser liegt in einem mittel- oder hochfrequenten Meßstromkreis, der von
einem bei 16 untergebrachten Frequenzgenerator gespeist wird. Die Kapazität des Kondensators ändert
sich mit der Größe des Durchhanges der Schlinge. In dem Gerät 16 ist außerdem eine Meß- und Steuereinrichtung
untergebracht, welche die Kapazitätsänderung in eine Spannungsänderung umformt und
das Erregerfeld des Antriebsmotors 21 für das Walzgerüst 20 entsprechend der Größe der Meßkapazität
so einstellt, daß der Abstand der Schlinge von der Meßelektrode 15 konstant bleibt. Es ist
auch bekannt, in den Meßkreis einen Kondensator einzuschalten, der aus zwei nebeneinanderliegenden
Elektrodenplatten besteht, welche durch das vorbeilaufende Gut miteinander kapazitiv gekoppelt
sind. Bei einer Änderung der Schiingengröße ändert sich der Kopplungsgrad zwischen den beiden
Elektroden und damit die Kapazität des Meßkreises.
Anordnung zur Regelung in Abhängigkeit von der Größe der von einem durchlaufenden
draht- oder bandförmigen Gut
gebildeten Schlinge
gebildeten Schlinge
Anmelder:
Siemens-Schuckertwerke
Aktienges ells chaf t,
Berlin und Erlangen,
Erlangen, Werner-von-Siemens-Str. 50
Dipl.-Iiig. Hans Poschner
und Dipl.-Ing. Hans-Günter Vogelsang, Erlangen,
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
Derartige Meßanordnungen haben den Nachteil, daß sie sehr empfindlich sind gegen Querschnittsänderungen des durchlaufenden Gutes und auch gegen
seitliche Auswanderungen desselben aus der Normallage, denn in beiden Fällen ändert sich die Meßkapazität
und täuscht eine Änderung der Schlingengröße vor, so daß eine Fehlregelung zustande kommt.
Aus diesem Grunde schlägt die Erfindung eine Anordnung vor, bei welcher diese Fehlermöglichkeiten
ausgeschaltet sind. Dieser Vorteil wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß zwei Meßelektroden
oder Meßelektrodenpaare nach Art eines Differentialkondensators — in Richtung der Schlingenauslenkung
gesehen — hintereinander angeordnet und dem durchlaufenden Gut seitlich so zugeordnet sind, daß sich
bei einer Änderung der Schiingengröße die Kapazitäten der beiden Meßelektrodenanordnungen im umgekehrten
Sinne ändern.
An Hand der Fig. 2 bis 5, welche in schematischer Darstellung einige mögliche Ausführungsbeispiele
zeigen, wird die Erfindung noch näher erklärt.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch eine Meßanordnung bei einem Drahtwalzwerk. Mit 30 ist das
drahtförmige Walzgut bezeichnet; seine Normallage ist mit 0, eine Lage bei zu flacher Schlinge mit 1
und eine Lage bei zu großer Schlinge mit 2 bezeichnet. In Richtung der Schlingenauslenkung sind
zwei Meßelektrodenanordnungen vorhanden, von denen jede aus zwei galvanisch verbundenen Elektroden
31, 32 und 33, 34 besteht. Diese Elektroden-
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paare sind so übereinander angeordnet, daß sich die Abweiser vorsehen. Für solche Fälle wird ferner
Schiingenebene des laufenden Gutes zwischen den vorgeschlagen, die Elektroden selbst als massive
Elektrodenpaaren befindet. Die Anordnung wirkt also Stahlplatten auszuführen, die allen möglicherweise
wie ein Differentialkondensator, d. h. bei einer vorkommenden mechanischen Beanspruchungen ge-Schlingenauslenkung
nach oben nimmt die Kapazität 5 wachsen sind und nach Störungsfällen, bei denen der
des durchlaufenden Gutes 30 gegen das Elektroden- Zwischenraum zwischen den Elektroden von dem hinpaar
31, 32 zu und die Kapazität gegen das Elek- eingeschossenen Walzgut völlig ausgefüllt sein kann,
trodenpaar 33, 34 ab, während bei einer Schlingen- zurückgeklappt oder nach oben herausgezogen werden
auslenkung nach unten die Kapazitätsänderungen im können.
umgekehrten Sinne erfolgen. Die Kapazitäten des io In Fig. 2 ist mit 39 eine Wanne (z. B. ein geoberen
und des unteren Elektrodenpaares gegen das mauerter Schacht oder Drahtgitterwände) bezeichnet,
Walzgut bilden Teile von Schwingkreisen, die in in der sich die Elektrodenanordnung und die Schlinge
den Geräten 35j 36 mit oder ohne Leistungsver- befinden und die diese Teile nach außen abgrenzt,
stärkerstufe angeordnet sind. Die Kapazitätsände- Eine solche mechanische bzw. elektrische Abschirrungen
werden in den Geräten 35, 36 durch bekannte 15 mung ist zweckmäßig, um zu verhüten, daß Fremd-Mittel
in Spannungen umgeformt. Die Ausgangs- körper von außen her die Steuerung beeinflussen
spannungen der Geräte 35, 36 werden einem Leistungs- können. Die Elektroden können in die Seitenwanverstärker
37 zugeführt und steuern diesen in Gegen- düngen des Schachtes eingebettet oder an diesen betaktschaltung.
Der Leistungsverstärker kann bei- festigt sein.
spielsweise ein Magnetverstärker oder ein Röhren- 20 Fig. 3 zeigt eine etwas abgeänderte Anordnung, bei
verstärker sein. Die Anordnung wirkt in der Weise, der die beiden Elektrodenpaare 41, 42 und 43, 44
daß bei der Normallage 0 des Walzgutes 30 an den unter sich je einen Kondensator bilden. Die Schlingen-Ausgangsklemmen
des Leistungsverstärkers 37 die ebene des durchlaufenden Gutes, das in diesem Falle
Spannung 0 herrscht. Bei einer Auslenkung nach bandförmig dargestellt und mit 40 bezeichnet ist, beoben
(1) tritt eine Gleichspannung im einen und bei 35 fiindet sich wieder wie in Fig. 2 zwischen den Elekeiner
Auslenkung des Walzgutes nach unten (2) eine trodenplatten. Eine solche Anordnung läßt sich so-Gleichspannung
im entgegengesetzten Sinne auf. Die wohl bei einem elektrisch leitenden Gut, das geerdet
Ausgangsgleichspannung des Leistungsverstärkers ist, als auch bei isolierendem Gut, wie Papier,
ist nach Größe und Richtung ein Maß für die Aus- Gummi, Kunststoff, verwenden. Im ersteren Falle
lenkung des Walzgutes. Sie läßt sich daher in an 30 wirkt das durchlaufende Gut als Steuerelektrode
sich bekannter Weise zur Beeinflussung der Ge- im elektrischen Feld der Kondensatoren 41, 42 bzw.
schwindigkeit des einen der beiden Walzgerüst- 43, 44; im letzteren Falle wird eine örtliche Vermotoren
verwenden oder dazu benutzen, den änderung des Dielektrikums verursacht, die ebenfalls
Geschwindigkeitsunterschied oder das Geschwindig- eine Kapazitätsänderung bewirkt und eine Regelung
keitsverhältnis beider zu steuern. Darüber hinaus 35 der Lage des laufenden Gutes nach dem oben gekann
man natürlich auch, wie es an sich bekannt ist, schilderten Prinzip ermöglicht. Auch diese Anordselbsttätig
die übrigen Motoren der Walzenstraße nung hat die \rorteile einer Unabhängigkeit der
entsprechend steuern, damit nicht unerwünschte Regelung vom Querschnitt des laufenden Gutes und
Schiingenänderungen an einer anderen Stelle der einer Unabhängigkeit von seitlichen Verschiebungen
Walzenstraße entstehen. 40 der Schiingenebene.
Dadurch, daß in Richtung der Schlingenauslenkung Fig. 4 und 5 zeigen in Aufriß und Grundriß
zwei Meßelektroden angeordnet werden, deren Kapazi- eine Anordnung mit annähernd horizontaler Schlingentäten
gegen Erde bzw. das geerdete Gut miteinander ebene, wie man sie beispielsweise bei hochkant
nach der Differentialmethode über eine nachfolgende liegenden Walzprofilen mit ungleichen Biegungs-Gegentaktstufe
verglichen werden, wird der Vorteil 45 momenten benutzt. 50 ist das Walzgut; 10, 20 sind
erzielt, daß die Nullage der Schlinge unabhängig wiederum die beiden Walzgerüste; mit 51, 52 sind
vom Walzgutquerschnitt ist. Die Unterteilung der zwei Plattenelektroden bezeichnet, die in einer Aus-Meßelektroden
in galvanisch verbundene Elektroden- sparung 53 des waagerecht oder schwach geneigt
paare, zwischen denen sich das durchlaufende Gut neben der Walzstrecke angeordneten Schleifentisches
befindet, hat den Vorteil, daß seitliche Wanderungen 50 54 untergebracht sind. Sie können in eine Isolierdes
Gutes praktisch ohne Einfluß auf das Meß- stoffüllung aus beispielsweise keramischem Stoff der
ergebnis bleiben. Dies ist von Wichtigkeit bei Aussparung 53 eingebettet sein. Die Isolierstoffüllung
hängenden Anordnungen, bei denen Abweichungen kann natürlich auch weggelassen werden, wenn man
nach oben und unten gemessen werden sollen, wäh- durch geeignete konstruktive Mittel dafür sorgt, daß
rend seitliche Abweichungen ohne Einfluß auf das 55 eine galvanische Verbindung zwischen dem Walzgut
Meßergebnis bleiben sollen. Die Sollage der Schlinge und den Platten unterbleibt. Der übrige elektrische
läßt sich sowohl durch Verändern der Elektroden- Teil der Anordnung ist derselbe wie bei den Anordlage,
d. h. durch gemeinsames Verschieben der Elek- nungen nach Fig. 2. Eine Unterteilung der Elektroden
nach oben oder unten, als auch auf rein elek- troden erübrigt sich in diesem Falle, da die Schlingentrischem
Wege durch Einstellorgane an den Geräten 60 ebene durch die Tischfläche eindeutig definiert ist.
35 bis 37 einstellen. Bei allen beschriebenen Ausführungsbeispielen
Um eine galvanische Berührung des Walzgutes, wie kann es vorteilhaft sein, zur Beeinflussung der
sie z. B. bei Störungsfällen eintreten kann, mit den Charakteristik des von der Elektrodenanordnung ge-
Meßelektroden zu vermeiden, kann man, wie es in Fig. 2 steuerten Reglers den Elektroden in Richtung der
bei den Elektroden 31 bis 34 angedeutet ist, die 65 Schlingenauslenkung eine unterschiedliche Breite zu
letzteren mit einer isolierenden, beispielsweise kera- geben, wie es beispielsweise in Fig. 6 angedeutet ist.
mischen Umhüllung versehen. In Fällen, in denen Statt dessen oder außerdem kann auch der Abstand
damit gerechnet werden muß, daß die mechanischen der Elektroden von der Schiingenebene in Richtung
Beanspruchungen solcher Umhüllungen zu groß sein der Schlingenauslenkung unterschiedlich sein, wie es
würden, kann man statt dessen geeignete stabile 70 in Fig. 7 angedeutet ist.
Claims (8)
1. Anordnung zur Regelung in Abhängigkeit von der Größe der von einem durchlaufenden
draht- oder bandförmigen Gut gebildeten Schlinge, welche eine im Meßkreis einer Regeleinrichtung
liegende Kapazität beeinflußt, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Meßelektroden oder Meßelektrodenpaare
nach Art eines Differentialkondensators — in Richtung der Schlingenauslenkung
gesehen — hintereinander angeordnet und dem durchlaufenden Gut seitlich so zugeordnet sind,
daß sich bei einer Änderung der Schiingengröße die Kapazitäten der beiden Meßelektrodenanordnungen
in umgekehrtem Sinne ändern.
2. Anordnung nach Anspruch 1 mit zwei Elektrodenpaaren,
dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden jedes Elektrodenpaares unter sich parallel geschaltet sind und zusammen mit dem
zwischen ihnen durchlaufenden Gut einen im Meßkreis der Regeleinrichtung liegenden Kondensator
bilden.
3. Anordnung nach Anspruch 1 mit zwei Elektrodenpaaren, dadurch gekennzeichnet, daß die
Elektroden jedes Elektrodenpaares einen im Meßkreis der Regeleinrichtung liegenden Kondensator
bilden, dessen Kapazität durch die Lage des zwischen ihnen durchlaufenden Gutes bestimmt ist.
4. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Elektroden in einer vorteilhaft
mit keramischem Isoliermaterial ausgefüllten Aussparung eines in an sich bekannter
Weise waagerecht oder schwach geneigt neben der Walzstrecke vorhandenen und die seitlich ausgelenkte
Schleife führenden Schleifentisches hintereinander angeordnet sind.
5. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden mindestens auf
der dem durchlaufenden Gut zugekehrten Seite mit einer sie gegen galvanische Berührung mit
dem durchlaufenden Gut schützenden und zweckmäßig aus keramischem Material bestehenden Isolierung
bedeckt sind.
6. Anordnung nach Anspruch 1 bis 3 für Walzenstraßen, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden
in auf beiden Seiten der Schlinge "des Walzgutes angeordnete Schutzwände eingebettet sind.
7. Anordnung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden aus kräftigen
Stahlplatten bestehen, die auswechselbar, seitlich zurückklappbar oder nach oben herausziehbar angeordnet
sind.
8. Anordnung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden zur Beeinflussung
der Regelcharakteristik in Richtung der Schlingenauslenkung eine unterschiedliche Breite
und/oder einen unterschiedlichen Abstand von der Schiingenebene haben.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 690 617;
britische Patentschrift Nr. 642 490;
USA.-Patentschriften Nr. 2 512 372, 2 613 338.
Deutsche Patentschrift Nr. 690 617;
britische Patentschrift Nr. 642 490;
USA.-Patentschriften Nr. 2 512 372, 2 613 338.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| DES36208A DE1004711B (de) | 1953-11-07 | 1953-11-07 | Anordnung zur Regelung in Abhaengigkeit von der Groesse der von einem durchlaufendendraht- oder bandfoermigen Gut gebildeten Schlinge |
| US467136A US2877397A (en) | 1953-11-07 | 1954-11-05 | Loop regulating systems for the speed control of roll drives |
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Applications Claiming Priority (2)
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| DES51977A DE1146960B (de) | 1953-11-07 | 1957-01-18 | Anordnung zur Regelung in Abhaengigkeit von der Groesse der von einem durchlaufenden draht- oder bandfoermigen Gut gebildeten Schlinge |
Publications (1)
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