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Kanister Die bekannten Kanister weisen innerhalb der im Querschnitt
runden Ausgieß,tülle ein in eine Lufitkammer führendes, rundes Beliüftungsrohr zur
Einleitung von Luft in das beim Ausgießen von Flüssigkeit im Behälter entstehende
Vakuum auf, um zu verhindern, daß die ausgegossene Flüssigkeit unruhig, schwappend
ausfließt. Trotzdem erfolgt das Ausgießen bei den bekannten Kanistern langsam und
beträgt bei Kanistern mit 201 Inhalt zumeist 30 Sekunden und mehr, weil der Ausgießstrahl
infolge der durch das eingesetzte Belüftungsrohr geschaffenen ungünstigen Querschnittaushildung
der Ausguß Öffnung dazu neigt, sich zu zerteilen oder zu zerfiattern. Es ist auch
ein Kanister mit rundem Füllstutzen, bekannt, bei edlem aus dem Rand der Behälterwand
durch Abbiegen von Wand teilen eilne im Querschnitt trapezförmige Rille gebildet
ist, die als Belüftungskanal vom Füllstutzen bis zur Luftkammer führt. Durch die
kantige Ausbildung der Rille im Stutzen zerflattert ebenfalls der Ausgießstrahl.
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Um ein Zerflattern des Ausgießstrahls zu vermeiden und ein Spritzen
der Auslaufflüssigkeit zu verhindern, sind Kanister mit im Querschnitt regelmäßig
trapezform eigen Au sgi eß tüllen ausgebildet worden, wobei über der breiteren Grundseite
des Trapezes das Ausgießen erfolgt und unter der dieser Grundseite gegenüberliegenden,
schmaleren Seite ein im Querschnitt rundes Belüftungsrohr mittig angeordnet ist.
Hierdurch wird ein ruhiges und spritzfreies, allerdings verhältnismäßig langsames
Auslaufen der Kanisterflüssigkeit erreicht. Diese Kanister haben sich bewährt und
sind als Benzinkanister in Gebrauch. Bei einem Inhalt von 20 1 beträgt ihre Auslaufzeit
aber zumindest 30 Sekunden Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, unter Beibehaltung
des ruhigen und spritzfreien Auslaufens die Auslaufzeit wesentlich zu verkürzen.
Eine Vergrößerung des Tüllenquerschnittes ist zu vermeiden, weil eine Vergrößerung
der Tülle unförmig wirken würde und der Ausgießstrahl zum Eingießen in die einheitlich
großen Benzineinfüllöffnungen zu breit werden würde.
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Die Erfindung betrifft Kanister mit einer Ausgießen tülle, die mittels
einer Wand in einen Belüftungskanal und einen Ausflußkanal unterteilt ist und besteht
darin, die Wand bogenförmig, zum Ausflußkanal hin konkav gewölbt auszubilden und
ohne pLötzliche Querschnittsänderung von der Ausgießtulle bis in den Behälter zu
führen.
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Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind darin zu sehen,
daß infolge der bogenförmigen Wölbung der Wand der Ausfluß strahl eine Querschnittsform
erhält, die dessen Zerfiattern beim Ausgießen verhindert, wodurch die Auslaufzeit
überraschend verringert wird.
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Ein in der Ausgießtülle durch Einlegen eines bogenförmigen Bleches
gebildeter Au'sflußkanalquerschnitt, der nach einer bevorzugten Ausführungsform
der Erwindung dem in den trapezförmigen Querschnitt der Ausgießtülle eingeschriebenen,
größtmöglichen Kreis entsprechen kann, läßt überraschenderweise zugleich auch einen
für den Anschluß eines Belüftungskanals hinreichend großen Querschnitt frei und
bringt kürzeste Ausfluß zeit bei sp ritzlosem AuLsfluß,s,trahl.
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Hierdurch wird so viel Luft in den Behälter eindringen, daß die Ausgießgeschwindigkeit
allein von dem Strömungswiderstand in der Auslgießtülle abhängt, der durch den Erfindungsvorschlag
erheblich vermindert ist. Das Verhältnis der Querschnittsfläche von Ausflußkanal
und durch das Einlegen des bogenförmigen Bleches gebildetem Belüftungskanal beträgt
vorzugsweise 10: 1, wonach der Auslaufkanalquerschnitt zehnmal so groß ist wie der
Belriftungskanalquerschnitt.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform kann die Auslaufgeschwindigkeit
noch dadurch erhöht werden, daß die Ausgießtülle trichterförmig an den Behälter
angeschlossen wird. Zweckmäßig wird dazu die trichterförmig ausgebildete Behältertülle
mit ihrem Trichterrand auf dem umgebördelten Rand einer entsprechenden t)ffnung
des Behälters von außen aufgesetzt. Ein Abreißen der Strömung an diesen Umbördelungskanten
wird vermieden, da diese gleichsam in dem Totwasser der Strömung liegen.
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Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung ist von der Ausgießtülle
aus ein Belüftungskanal mit glatten Innenwänden und möglichst stetigem Querschnittsübergang
in den Luftraum des Kanisters geführt. Der Belüftungskanal, der durch das gewölbte
Blech im Innern der Ausgießtülle gebildet wird, kann sich an einen in das Behältertinnere
führenden Kanal
mit vierkantigem Querschnitt anschließen. Beispielsweise
kann im Kanisterinnern dieser Kanal aus einer abgedeckten Rinne mit hutfdrmigem
Querschnitt gebildet sein.
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Di.e durch die Erfindung erreichten Vorteile werten am besten dadurch
erläutert, daß die Auslaufzeit von über 30 Sekunden bei den bekannten Kanistern
durch die Erfindung auf etwa 10 Sekunden verringert wird, obwohl Tüllenquerschnitt
und Tüllenform praktisch unverändert bleiben.
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Durch die Erfindung wird ferner der Vorteil erreicht. daß die Flüssigkeitsmenge
aus einer Kanisterauslauftülle nahezu milt der Geschwindigkeit in ruhigem Strahl
austritt, als ob die Auslauftülle sich an einem offenen Trichter befinden würde.
Es wird ferner erreicht daß der Ausgießvorgang von dem Vorgang des Einströmens der
Luft in den Kanister so entkoppelt ist, daß der Auslaufvorgang nicht durch lSnterdruckbildung
im Kanister behindert wird. Die Ausgießz.eit wird durch die Erfindung somit auf
die kürzeste Zeit herabgedrückt, die nach der geometrischen Gestalt der Ausgießtüllen
und der Höhe dler Fiüssigkei,tssäule über der Ausgießtülle möglich ist.
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Wirbel- und Grenzschichtbildungen werden somit vermilden. Durch die
Erfindung wird selbst unter Bei behaltung der Größe und des Verschlusses der Ausgießtüllen
bzw. des Ausgießtüllenquerschnittes bekannter Kanister eine beachtliche Verbesserung
der Auslaufflüssigkeit erzielt, wobei der fertigungsmäß ig für die Erreichung dieser
Verbesserung erforderliche Aufwand: nicht größer ist als bei der Anordnung der bekannten
Belüftungsrohre.
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Im folgenden wird die Erfindung an Hand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung erläutert. Es zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch das Oberteil
eines bekannten Kanisters, Fig. 2 einen Querschnitt durch das Oberteil eines Kanisters
nach der Erfindung, Fig. 3 eine Aufsicht auf den Gegenstand nach Fig. 2 in vergrößerter
Darstellung und Fig. 4 eine Ansicht auf den Gegenstand; nach Fig. 3 in Richtung
des in Fig. 3 eingezeichneten Pfeiles.
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Der in der Fig. 1 dargestellte Kanister ist ein üblicher Benzinkanister,
wie er zum Transport von flüsigen Brennstoffen Verwendung findet. Der Kanister weist
eine Ausgießtülle 2 in seinem Oberteil 3 auf, die mittels eines Verschlusses 4 verschließbar
ist.
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Innerhalb der Ausgießtülle 2 befindet sich das bisher übliche Belüftungsrohr
5. Beim Ausgießen von Flüssigkeit aus dem Kanister wird durch das Belüftungsrohr
5 eine der Ausgießmenge entsprechende Luftmenge in den Kanister eingeführt.
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Die Fig. 2 bis 4 zeigen einen Kanister nach der Erfindung. An Stelle
des Belüftungsrohres 5 der Fig. 1 ist ein Bfelüftungskanal 7 durch Einlegen eines
bogenförmigen Blechstreifens 8 in die trapezförmige Ausgießtiille 2 gebildet. So
entstehen zwei Kanäle7 bzw. 9, deren in Ausgielßstellung unterer, 9, im Querschnitt
dem größten in den Trapezquerschnitt einschreibbaren Kreis angepaßt ist und zum
Ausfluß der Flüssigkeit dient, deren in Ausgießstellung oberer, 7, als Belüftungskanal
dient. Der Belüftungskanal ist so der Rundung 10 der Ausgießtülle angepaßt und aus
der Ausgießtülle 2 mit stetigem Querschnittsübergang (vgl. die mit 10 bezeichneten
Kanalteile) an einen Belüftungskan al 7 angeschlossen, daß Wirbelbildungen
im Belüftungskanal
7 vermieden werden. Zugleich wird d.urch die Anpassung des Auslaufkanalquerschnitts
9 an eine Kreisform ein möglichst geringer Strömungswiderstand für das ausfließende
Benzin in der Ausgießtülle 2 erreicht. Das dem Behälter zugekehrt Ende 11 der Ausgießtülle2
ist trichterförmig erweitert. Die öffnung 12 des Kanisters, auf die die Ausgießtülle
2 aufgesetzt ist, weist einen nach außen umgebördelten, in die trichterförmige Ausbildung
11 der Ausgießt,iille eingesetzten Rand 13 auf. Das Kanalstück, welches von dem
Ende des Belüftungskanals 7 bis in den Luftsack 6 führt, hat, wie inshesondere aus
der Fig. 4 hervorgeht, einen viereckigen Querschnitt mit abgerundeten Kanten 14
und ist aus einer Rinne 15 hutförmigen Querschnitts, welche gegen das Behälteroberteil
angesetzt ist, gebildet.