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DE1001260B - Verfahren zur Herstellung von reinen Tetracyclinen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von reinen Tetracyclinen

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Publication number
DE1001260B
DE1001260B DE1955P0013644 DEP0013644A DE1001260B DE 1001260 B DE1001260 B DE 1001260B DE 1955P0013644 DE1955P0013644 DE 1955P0013644 DE P0013644 A DEP0013644 A DE P0013644A DE 1001260 B DE1001260 B DE 1001260B
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DE
Germany
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tetracycline
solution
chlorotetracycline
tetracyclines
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Pending
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DE1955P0013644
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English (en)
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Pfizer Inc
Original Assignee
Pfizer Inc
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Publication date
Application filed by Pfizer Inc filed Critical Pfizer Inc
Publication of DE1001260B publication Critical patent/DE1001260B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C233/00Carboxylic acid amides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Tetracyclin und Chlortetracyclin, welche einen breiten Wirkungsbereich besitzende Antibiotika darstellen, über bestimmte Komplexverbindungen mit mehrwertigen Metallen und Aminen.
Chlortetracyclin (»Aureomycinec) und Tetracyclin (»Tetracyn«) sind zwei einen breiten Wirkungsbereich besitzende Antibiotika, die strukturell eng miteinander verwandt sind. Sie werden im folgenden als Tetracycline bezeichnet. Dieser Ausdruck bezieht sich nicht nur auf die amphoteren Verbindungen, sondern auch auf deren Metallsalze, wie die Alkali- oder die Erdalkalisalze, und deren Salze mit Säuren, z. B. Mineralsäuren. Diese Verbindungen besitzen die Formel
Verfahren zur Herstellung
von reinen Tetracyclinen
Zusatz zur Patentanmeldung P 10395 IVb/12 ο
Anmelder:
Chas. Pfizer & Co., Inc., Brooklyn, N. Y.
(V. St. A.)
Vertreter: Dr. W. Beil, Rechtsanwalt,
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 24. Februar 1954
— CONH,
OH
In der R2 = Cl oder H bedeutet.
Diese Tetracycline werden oft durch Gärung hergestellt. In diesem Fall liegen die Antibiotika in Form verdünnter wäßriger Lösungen vor, die mit verschiedenen organischen und anorganischen Stoffen stark verunreinigt sind, von denen sie vor ihrer Anwendung als Arzneimittel befreit werden müssen. Auch wenn Tetracycline für bestimmte Zwecke, z. B. als Kraftfutter für Tiere, verwendet werden sollen, ist es oft erwünscht, wenigstens eine teilweise Reinigung vorzunehmen.
In der Patentanmeldung P 10 395 IVb/12o wurde gezeigt, daß Oxytetracyclin durch Fällung mittels organischer Basen in Gegenwart mehrwertiger Metallionen aus unreinen verdünnten wäßrigen Lösungen abgetrennt und gereinigt werden kann. Es wurde nun gefunden, daß dieses Verfahren nicht nur auf Oxytetracyclin, sondern auch auf Chlortetracyclin und Tetracyclin in gleicher Weise anwendbar ist.
Die Fällung der in Wasser schwer löslichen Tetracyclinkomplexverbindungen wird dadurch erreicht, daß die wäßrige Antibiotikalösung mit verhältnismäßig wasserlöslichen organischen Aminen und quaternären Ammoniumsalzen mit mindestens 8 Kohlenstoffatomen im Molekül in Gegenwart von mehrwertigen Metallionen behandelt wird.
Die ausgefällte Komplexverbindung aus Tetracyclin bzw. Chlortetracyclin, organischen Basen und mehrwertigen Metallionen kann als solche für verschiedene Zwecke, z. B. als Zusatz zu Tierfutter, als therapeutisches Mittel, z. B. als Bakterizid, oder auch als Pflanzenbakterizid verwendet werden. Einige der Reaktions-
produkte, welche mit Hilfe von höhermolekularen quaternären Ammoniumsalzen gewonnen wurden, sind ungewöhnlich wirksam gegenüber einer großen Anzahl verschiedener Organismen, und zwar in viel stärkerem Maße, als es auf Grund der bekannten Wirksamkeit der einzelnen Bestandteile zu erwarten gewesen wäre.
Die reinen Tetracycline lassen sich aus den Komplexverbindungen auf verschiedene Weise als freie amphotere Verbindung oder Salz, ζ. B. als Hydrochlorid, abtrennen.
Dabei wird die ausgefällte Komplexverbindung z. B. in einem Lösungsmittel mit einer starken löslichen Säure, vorzugsweise einer Mineralsäure, behandelt. Bei richtiger Wahl des Lösungsmittels können auch amphotere Tetracycline aus der erhaltenen Lösung ausgefällt werden. Niedermolekulare aliphatische Alkohole, z. B. Methanol und Äthanol und niedermolekulare Ketone (ζ. B. Aceton), sind für diesen Zweck besonders brauchbar. Die Komplexverbindung kann aber auch in einem niedermolekularen aliphatischen Alkohol mit Salzsäure oder Calciumchlorid behandelt, anschließend gegebenenfalls mittels eines entfärbend wirkenden Absorptionsmittels geklärt und durch Zugabe von weiterer Salzsäure in reines kristallines Tetracyclin- bzw. Chlortetracyclinhydrochlorid übergeführt werden.
Das Verfahren läßt sich auf verschiedene Arten verunreinigter Tetracyclinlösungen anwenden. Zum Beispiel können unreine Tetracyclinlösungen, die durch katalytische Reduktion von Chlortetracyclin erhalten wurden, als Ausgangslösung verwendet werden. Es können aber
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auch tetracyclinhaltige Gärlösungen verwendet werden. stigsten Mengenverhältnisse kann der Fachmann leicht Diese besitzen gewöhnlich eine Wirksamkeit von 50Oy ermitteln. Ein Zusatz von mehr als 11 Säure je kg je ml und enthalten bereits mehrwertige Metallionen als Antibiotikum empfiehlt sich jedoch meistens nicht. Verunreinigungen aus der ursprünglichen Nährlösung. Die Kristallisation wird am zweckmäßigsten bei Zimmer-Solchen Lösungen wird dann lediglich ein organisches 5 temperatur durchgeführt, eine niedrigere Temperatur Amin oder ein quaternäres Ammoniumsalz, das sich kann jedoch etwas bessere Ausbeuten bewirken. Bei wenigstens teilweise in einer solchen Nährlösung löst, höheren Temperaturen sinkt die Ausbeute etwas, hinzugefügt und die Lösung anschließend vorzugsweise Die Wiedergewinnung der Tetracycline kann nicht alkalisch gemacht oder auf einen neutralen bis basischen nur durch direkte Kristallisation seiner sauren Salze pH-Wert eingestellt. Die gebildete Fällung wird dann io aus den metallorganischen Komplexverbindungen erabgetrennt. Das Tetracyclinkomplexsalz enthält sowohl folgen, sondern diese können auch mit Hilfe einer Säure Metallionen als auch die zugesetzte organische Base und in einem organischen Lösungsmittel, z. B. Methanol, besitzt eine Wirksamkeit von etwa 300 bis 500 γ je mg. gelöst werden, wobei die Gegenwart kleinerer Mengen Es ist aber möglich, in einem Einstufenverfahren gleich- Wasser nicht schädlich ist. Für diesen Zweck wird meist zeitig eine weitgehende Abtrennung und Reinigung der 15 Schwefelsäure verwendet. Ausgefällte Verunreinigungen, Tetracycline zu erzielen. z. B. Calciumsulfat, werden durch Filtrieren entfernt, Wie zuvor erwähnt, können aus den Komplexsalzen und der pH-Wert der Lösung wird auf einen Wert von der Tetracycline z. B. Salze hergestellt werden. Zu etwa 5 bis 7 erhöht. Auf diese Weise wird eine Fällung diesem Zweck werden sie vorzugsweise nach der Ent- erhalten, die eine große Menge des freien amphoteren fernung von überschüssiger Feuchtigkeit in nieder- 20 Tetracyclins enthält. Ein Teil der Fällung kann in molekularen Alkoholen oder Ketonen gelöst. Methanol Verbindung mit mehrwertigen Metallen vorliegen. Die ist besonders gut geeignet, weil es wohlfeil und leicht Gegenwart eines Trennmittels, z. B. Äthylendiamintetrawiederzugewinnen ist und dazu beiträgt, daß ein Produkt essigsäure, begünstigt die Herstellung von amphoterem von hoher Reinheit erhalten wird. Im allgemeinen wird Antibiotikum in größerer Reinheit. Dieses kann dann eine methanolische Lösung, die etwa 4 bis 81 Lösungs- 25 gewünschtenfalls in üblicher Weise in ein kristallines mittel je kg Tetracyclin enthält, hergestellt, und dann Säuresalz umgewandelt werden. Das organische Lösungsmit konzentrierter Salzsäure behandelt. In diesem Fall mittel kann durch Destillation entfernt und vor dem kann das freie amphotere Tetracyclin die Neigung Filtrieren durch Wasser ersetzt werden. Hierdurch haben, auszufallen, bevor das Antibiotikum in sein wird die Ausbeute etwas erhöht. Das Produkt kann aber Hydrochlorid umgewandelt ist. Durch weiteren Zusatz 30 auch zuerst filtriert und dann das Lösungsmittel zur Ervon Säure wird der größte Teil des Niederschlags jedoch zielung einer zweiten Fällung etwas geringerer Wirksamwieder gelöst, ein kleiner Rückstand kann jedoch zurück- keit verwendet werden, die dann weiter behandelt wird, bleiben. Um solche Verluste zu vermeiden, wird die Eine Vielzahl von organischen Aminen und quater-Komplexverbindung vorzugsweise dem Methanol züge- nären Ammoniumverbindungen kann im vorliegenden setzt, während der pH-Wert der Lösung durch Zusatz von 35 Verfahren zur Herstellung der neuen Tetracyclinkonzentrierter Salzsäure ständig bei etwa 2 bis 2,5 ge- komplexverbindungen verwendet werden. Es werden halten wird. Auf diese Weise wird eine klare Lösung jedoch lediglich solche organischen Basen verwendet, die erhalten. Calciumchlorid kann auch zur Erhöhung mindestens 8 Kohlenstoffatome im Molekül besitzen der Löslichkeit der Tetracyclinkomplexverbindung in und zu schwerlöslichen Komplexverbindungen führen, Methanol und zur Verhinderung seiner vorzeitigen 40 die praktisch die Gesamtmenge des Tetracyclins ent-Ausfällung verwendet werden. Aus den auf diese Weise halten. Gärlösungen haben im allgemeinen eine Wirksamgewonnenen klaren Lösungen kann dann durch Zugabe keit von mindestens 500y je Liter. Die organische Base einer konzentrierten Säure, z. B. Salzsäure, das gewünschte oder ihre Salze sollten in Wasser verhältnismäßig löslich einfache saure Salz der Tetracycline ausgefällt werden. sein, damit die Reaktion zur Bildung der unlöslichen Wenn vorher Salzsäure zur leichteren Lösung des Korn- 45 Tetracyclinkomplexverbindungen innerhalb einer angeplexsalzes verwendet wird, sind etwa 0,4 bis 0,7 ecm messenen Zeit durchgeführt werden kann. Beispiele für konzentrierte Säure (36%) erforderlich, die eine 1 g bevorzugte organische Basen sind primäre, sekundäre Tetracyclin entsprechende Menge der Komplexver- und tertiäre Amine und quaternäre Ammoniumsalze, bindung lösen. Die erhaltenen Lösungen besitzen eine Besonders geeignet sind langkettige Alkyltrimethyl-Wirksamkeit von etwa 60 000 bis 150 000 y Tetracyclin 50 ammoniumchloride, deren Alkylgruppe 8 Kohlenstoffjß ml. Die klare Lösung kann dann mit einem Ad- atome oder mehr enthält. An Stelle der einzelnen Versorptionsmittel, z. B. Entfärbungskohle, zur Entfernung bindungen können auch technische, im Handel befindverschiedener färbender Verunreinigungen behandelt liehe Gemische dieser Verbindungen verwendet werden, werden. Etwa 0,5 bis 1,5 g Kohle werden im allgemeinen Hierzu gehören Alkyl- und Alkenyltrimethylammoniumje g antibiotisch wirksamen Tetracyclins verwendet, 55 chloride, deren Kohlenstoffketten 8 bis 18 Kohlenstoffwobei eine größere Menge ein Produkt größerer Reinheit atome enthalten. Längere Alkylketten oder Arylalkylohne große Verluste infolge Adsorption des Antibiotikums reste können an Stelle eines oder mehrerer Alkylreste liefert. Das Adsorptionsmittel kann mittels Filtrierhilfe stehen. Unter den Aminen sind die langkettigen alientfernt und zur Entfernung von anhaftendem Material phatischen Amine, z. B. Octylamin, Nonylamin oder mit einem angesäuerten Lösungsmittel gewaschen werden. 60 Decylamin oder technische Gemische dieser Substanzen, Kristallines Tetracyclinhydrochlorid wird aus der besonders wertvoll. Andere organische Basen, z. B. erhaltenen geklärten Lösung dann durch Zusatz von heterocyclische Verbindungen und Cycloalkylamine, oder konzentrierter Salzsäure hergestellt. Gewünschtenfalls quaternäre Basen dieser Verbindungen können ebenfalls kann die Lösung vor dem Kristallisieren eingeengt verwendet werden.
werden. Im allgemeinen ist ein Verhältnis von mindestens 65 Ein besonders brauchbares basisches organisches
etwa 200 ecm konzentrierter Salzsäure je kg des in der Fällungsmittel für Tetracyclingärlösungen ist das unter
Lösung anwesenden Antibiotikums erforderlich; etwas der Bezeichnung »Arquad Cx bekannte Handelsprodukt,
größere Mengen an Säure können die Ausbeute an das als 50gewichtsprozentige Lösung in Isopropanol oder
Kristallen erhöhen. Besonders günstig ist ein Verhältnis als 33°/oige wäßrige Lösung erhältlich ist. Es besteht
von 0,95 1 Säure je kg Tetracyclin. Die jeweils gün- 70 aus einem technischen Gemisch, das etwa 50% Dodecyl-
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trimethylammoniumchlorid mit kleineren Mengen Octyl-, bei der Herstellung von Tetracyclinantibiotika durch Decyl-, Tetradecyl-, Hexadecyl-, Octadecyl- und Octa- Gärung verwendeten Lösungen in der Zusammendecenyltrimethylammoniumchloride enthält. Die kleine, setzung der Metallionen etwas voneinander abweichen, mit dieser Lösung eingeführte Menge Isopropanol be- ändert sich die Zusammensetzung der mit einem beeinträchtigt die Wirksamkeit der Fällung des Tetracyclin- 5 stimmten Amin oder quaternären Ammoniumsalz ersalzes nicht ernstlich. Bereits 0,5 Volumprozent der haltenen Fällung ebenfalls. Die normalen Tetracyclin-33°/oigen wäßrigen Lösung können im vorliegenden gärlösungen enthalten mindestens so viel mehrwertige Verfahren erfolgreich angewendet werden, wobei die Metallionen, daß eine vollständige Fällung erzielbar ist, Wirksamkeit der Gärlösungen im allgemeinen auf wenn eine geeignete organische Base der filtrierten weniger als 100 γ verringert wird. Eine Verringerung io Gärlösung zugesetzt und diese anschließend alkalisch der Menge der angewandten Base bewirkt, daß mehr gemacht wird. Oft enthält die Gärlösung mehr metallische Tetracyclin in Lösung bleibt. Es ist gewöhnlich un- Bestandteile, als zur Fällung der Tetracycline notwendig praktisch, die Menge unnötig zu erhöhen, denn eine sind. In diesem Fall kann der Überschuß zuerst durch derartige Erhöhung vergrößert die Menge des ausge- irgendeine geeignete Maßnahme, z. B. nach dem in der fällten Tetracyclinkomplexsalzes nicht wesentlich. Diese 15 USA.-Patentschrift 2 658 078 beschriebenen Trennver-Tatsache zeigt, daß die Löslichkeitsgrenze erreicht fahren, entfernt werden. Nach diesem Verfahren wird worden ist. Tatsächlich kann die Verwendung über- die angesäuerte geklärte Tetracyclingärlösung mit Trennmäßiger Mengen des »Arquad.i-Fallungsmittels auch mitteln für mehrwertige Metallionen behandelt. Beiunzweckmäßig sein, da sie bisweilen die teilweise Auf- spiele für solche Mittel sind schwach ionisierte hydroxyllösung der Fällung zur Folge hat. Im allgemeinen 20 gruppenhaltige saure Verbindungen, wie Citronensäure, werden etwa 1 bis etwa 2,5 g Trockengewicht dieses Glukonsäure oder Natriumtetraphosphat, und Amino-Reaktionsmittels je Liter einer Standardgirlösung bevor- säuren, wie Äthylendiamintetraessigsäure und PoIyzugt. Andere gleichartige Fällungsmittel sind ebenfalls aminocarbonsäuresalze. Wenn die Tetracyclinlösung etwa in diesen Mengen wirksam. Es kann sich jedoch eine unzureichende Menge an Metallionen enthält, kann ergeben, daß Verbindungen mit niedrigerem Molekular- 25 z. B. Eisen, Zink oder Magnesium zugesetzt werden, um gewicht, ζ. B. solche mit 8 bis 12 Kohlenstoffatomen, in die Fällung weiter zu unterstützen. Solche Zusätze etwas kleineren Mengen und Stoffe mit höherem Mole- sind natürlich immer erforderlich, wenn es sich um eine kulargewicht in etwas größeren Mengen erforderlich sind. wäßrige Tetracyclinlösung handelt, die keine Gärlösung Die Vollständigkeit der Fällung des Tetracyclin- darstellt oder bereits Metalle enthält. Wie zu erwarten komplexsalzes aus wäßrigen Lösungen, insbesondere aus 30 ist, unterscheiden sich die verschiedenen organischen Gärlösungen, mittels organischer Basen in Gegenwart Basen in ihrem Verhalten bei der Fällung. Das bedeutet, von mehrwertigen Metallionen ändert sich je nach dem daß die Menge des in den ausgefällten KomplexverpH-Wert, auf den die Lösung eingestellt ist. Die Ver- bindungen enthaltenen Antibiotikums bei den verwendung von pH-Werten unterhalb etwa 5,5 ist un- schiedenen Fällungsmitteln nicht gleichbleibt. Die Zuzweckmäßig, während pH-Werte zwischen etwa 6 und 10 35 sammensetzung der Niederschläge ändert sich offenausgezeichnete Ergebnisse liefern. Da die Beständigkeit sichtlich auch etwas in Abhängigkeit von dem angedes Tetracyclins mit höheren pH-Werten abnimmt, wird wendeten pH-Wert.
ein pH-Wert zwischen 8 und 9,5 bevorzugt. Das im Es ist zwar möglich, einfache Lösungen oder Gärallgemeinen bei der Gewinnung von Tetracyclin aus lösungen mit einer Tetracyclinwirksamkeit von 500 y/ccm einer Mikroorganismen enthaltenden Gärlösung ange- 40 oder darunter zu verwenden, jedoch werden jene mit einer wendete Verfahren besteht darin, daß man das Mycel etwas höheren Wirksamkeit bevorzugt, um die Komplexaus der sauren Lösung abfiltriert, das gewünschte verbindung in guter Ausbeute und von hohem Reinheitsorganische basische Fällungsmittel zusetzt und dann grad zu erhalten. Im allgemeinen wird nur ein Teil des den pH-Wert der Lösung mit einem löslichen Alkali- quaternären Ammoniumsalzes oder der organischen Base hydroxyd, z. B. Ätznatron oder Ätzkali, einstellt. Es 45 in der erhaltenen Fällung gefunden. Zur vollständigen wurde gefunden, daß die rasche Zugabe einer alkalischen Ausfällung des Antibiotikums sollte ein Überschuß Lösung die Ausfällung eines sehr feinen Produktes be- verwendet werden. Etwas mehr als ein dreifach molarer wirken kann, das schwierig zu nitrieren ist, während die Überschuß des Fällungsmittels ist am günstigsten, langsame Zugabe ein leichtes filtrierbares Produkt Bei der Gewinnung von reinem Tetracyclin oder seinen
ergibt. 50 einfachen Salzen, wie dem Tetracyclinhydrochlorid,
Die Fällungen, die durch die Behandlung von Tetra- aus den Lösungen der metallorganischen Komplexcyclinlösungen mit verschiedenen organischen Basen verbindungen bleiben die als Fällungsmittel verwendete in Gegenwart von mehrwertigen Metallionen erhalten organische Base und ein Teil des Antibiotikums selbst werden, bestehen nicht aus einfachen Salzen des Anti- in der Mutterlauge und den Rückständen zurück. Es biotikums und der verwendeten Base, sondern es handelt 55 kann erwünscht sein, diese Stoffe wiederzugewinnen sich um Komplexverbindungen, die verschiedene während und wiederzuverwenden. Wenn z. B. die Mutterlauge der Behandlung anwesende Metallionen enthalten. zurückgeführt und dem nächsten Ansatz der Tetracyclin-Dies ergibt sich aus der Tatsache, daß keine Fällung lösung, die erfindungsgemäß zu behandeln ist, zugesetzt entsteht, wenn eine in ihrer Konzentration einer üblichen wird, kann die dann erforderliche Menge an organischer Tetracyclingärlösung entsprechende verdünnte wäßrige 60 Base wesentlich verringert werden, ohne daß die Ausreine Tetracyclinlösung mit einem Amin behandelt wird, beute an der Tetracyclinkomplexverbindung wesentlich von dem bekannt ist, daß es Tetracyclin aus Gärlösungen schlechter wird. Das Lösungsmittel kann vor der Zugabe ausfällt. Der Zusatz von kleinen Mengen zwei- oder zu dem nächsten Ansatz zunächst aus der Mutterlauge dreiwertiger Metallionen zu einer derartigen reinen ganz oder teilweise entfernt werden, was jedoch nicht Tetracyclinlösung verursacht jedoch eine Ausfällung 65 wesentlich ist. Gewisse färbende Verunreinigungen der Komplexsalze. Die Fällungen bestehen anscheinend kehren dabei in die Mutterlauge zurück und sind die aus Komplexverbindungen des Tetracyclins, der orga- Ursache für ein etwas dunkleres Tetracyclinsalz. Wird nischen Base und einem oder mehreren mehrwertigen die Rückführung zu oft wiederholt, kann dieses Dunkler-Metallionen. Wie bereits erwähnt, sind die letzteren werden des Produktes störend wirken, und die Ausbeute normalerweise stets in Gärlösungen anwesend. Da die 70 kann sinken. Wird die Rückführung der Mutterlauge
nur wenige Male vorgenommen, so ist die unter Umständen auftretende Färbung jedoch tragbar und schadet der Qualität des Produktes nicht.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat viele Vorteile. Es verwendet wohlfeile, leicht zugängliche Fällungsmittel mit geringer Giftigkeit; ein kristallines Salz hoher Qualität wird aus stark verdünnten und bzw. oder rohen Tetracyclinlösungen in nur wenig Verfahrensstufen erhalten; das Verfahren liefert gute Ausbeuten.
Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung.
Beispiel 1
11 Gärlösung mit folgender Zusammensetzung: l°/0 Dextrose, 20 bis 40% Sojamehl, 0,5% lösliche Destillationsrückstände, 0,1 bis 0,2% sekundäres Kaliumphosphat, 0,0003% Kupfersulfat, 0,0005% Zinksulfat, 0,0010% Ferrosulfat, 0,0003% Mangansulfat, 0,1% Magnesiumsulfat in vorzugsweise destilliertem Wasser, hergestellt bei einem pH-Wert von 7,4 bis 8 durch Züchtung des Streptomyces aureofaciens unter aeroben Bedingungen und Rühren, der einen hohen Anteil Tetracyclin und kleinere Mengen anderer Antibiotika mit breitem Wirksamkeitsspektrum erzeugt, wurde mit Schwefelsäure auf einen pH-Wert von 2,9 eingestellt. Das Gemisch wurde mittels einer kleinen Menge Filtrierhilfe filtriert. 11 des Filtrats, das 220 γ Tetracyclin je ecm enthielt, wurde mit 23 ecm einer Lösung von »Arquad O behandelt, die durch Verdünnen von 24 g der 331/3%igen Lösung mit Wasser auf 200 ecm erhalten worden war. Gleichzeitig mit der »Arquad C«r-Lösung wurden 6 ecm einer 3%igen wäßrigen Calciumchloridlösung zugegeben. Das Gemisch wurde gerührt und mit 10%igem Natriumhydroxyd auf einen pH-Wert von 9 eingestellt. Das ausgefallene feste Produkt wurde mittels einer kleinen Menge Filtrierhilfe abfiltriert, und der Filterkuchen wurde nach dem Trockensaugen in Wasser aufgeschlämmt. Das Gemisch wurde mit Schwefelsäure auf einen pH-Wert von 2,5 eingestellt, und der feste Rückstand wurde abfiltriert. Das wäßrige Filtrat besaß eine Tetracyclinwirksamkeit von 2800 y/ccm. Die Lösung wurde dann mit Natronlauge auf einen pH-Wert von 7 eingestellt. Reines Tetracyclin fiel als gelber Stoff aus. F. = 170 bis 175° (Zersetzung), Ausbeute etwa 25%. Dieses Produkt wurde abfiltriert, mit einem kleinen Volumen Wasser gewaschen und getrocknet. Es erwies sich als sehr aktiv gegen verschiedene Mikroorganismen und förderte wirksam das Wachstum von Tieren, wenn es in kleinen Mengen dem Futter zugesetzt wurde.
Beispiel 2
Eine Chlortetracyclingärlösung mit folgender Zusammensetzung: 1 bis 2% Maisquellwasser, 1 bis 3% Saccharose, 0,5% sekundäres Ammoniumphosphat, 1,5% primäres Kaliumphosphat, 0,2% Magnesiumsulfat -7H20,0,00033% Mangan(II)-chlorid, 0,00033% Kupfersulfat · 5H20,0,005% Zinksulfat · 7H2O in vorzugsweise destilliertem Wasser, wurde hergestellt, indem man den Chlortetracyclin erzeugenden Stamm Streptomyces aureofaciens in einer Nährlösung unter Rühren und aeroben Bedingungen züchtete. Die Lösung wurde filtriert, und das im Beispiel 1 beschriebene Verfahren wurde in gleicher Weise zur Fällung des Chlortetracyclins angewendet. Festes reines Chlortetracyclin wurde abgetrennt und durch seine charakteristischen Eigenschaften identifiziert. F. = 172 bis 174° unter Zersetzung, Ausbeute etwa 25%.

Claims (2)

PatentANSPKOCHE:
1. Verfahren zur Herstellung von reinen Tetracyclinen nach Patentanmeldung P 10 395 IVb/12o, dadurch gekennzeichnet, daß man eine wäßrige Tetracyclin- oder Chlortetracyclinlösung mit verhältnismäßig wasserlöslichen organischen Aminen oder quaternären Ammoniumsalzen, die mindestens 8 Kohlenstoffatome im Molekül enthalten, bei einem pH-Wert von mindestens etwa 5,5 bis etwa 10 in Gegenwart von mehrwertigen Metallionen behandelt, die ausgefällte metall- und ammoniumionenhaltige Komplexverbindung des Tetracyclins bzw. Chlortetracyclins abtrennt, sie bei einem pH-Wert unterhalb etwa 5 mit verdünnter Säure behandelt, die erhaltene Lösung filtriert, ihren pH-Wert auf etwa 5 bis 7 einstellt und das ausgefällte Tetracyclin bzw. Chlortetracyclin abtrennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Tetracyclin- oder Chlortetracyclinlösung eine Tetracyclin- bzw. Chlortetracyclingärlösung verwendet.
In Betracht gezogene Druckschriften: Französische Patentschriften Nr. 1 032 567, 1 028 786; Nature, Bd. 172, 1953, S. 201 und 395; USA.-Patentschrift Nr. 2 649 480.
© 609 767/431 1.57
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DE1196191B (de) * 1961-05-05 1965-07-08 Pliva Pharm & Chem Works Verfahren zur Gewinnung von reinem Chlortetracyclinhydrochlorid

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