DE1288601B - Verfahren zur Gewinnung von pharmazeutisch reinem Tetracyclin - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von pharmazeutisch reinem TetracyclinInfo
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Description
1 2
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung organischen Lösungsmittel, z. B. Chloroform, extravon
pharmazeutisch reinem Tetracyclin aus einer vom hiert, dann Tetracyclin in eine saure wäßrige Lösung
Mycel befreiten Gärmaische, welche mehr als 3 g/l, zurück extrahiert und dadurch konzentriert. Das Tetraaber
höchstens 10 g/l Tetracyclin enthält und frei von cyclin in der Chloroformlösung wird mit einer wäßrigen
einem organischen Lösungsmittel ist, durch An- 5 Säurelösung aus HCl oder H2SO4 bei einem pH-Wert
säuern auf einen pH-Wert von 1,5 bis 2, Zugabe eines von 1 bis 2,5 extrahiert, und dabei wird ein saures
Alkalisalzes eines organischen Sulfonate als Netz- Tetracyclinsalz gebildet. Dieses Salz geht in die wäßrige
mittel, Filtration der ausgeschiedenen Ballaststoffe, Lösung. Aus ihr wird das Tetracyclin als kristallines
Zugabe von Alkali zum Fitrat bis zu einem pH-Wert Produkt nach Erhöhung des pH-Wertes durch Alkalivon
3 bis 6 und Kristallisation des amophteren Tetra- io sieren mit NH3 oder NaOH auf einen Wert von 3 bis 8
cyclins, dadurch gekennzeichnet, daß man als Netz- ausgefällt (USA.-Patentschrift 2 734 018).
mittel Alkalisalze von Dibutylnaphthalinsulfonat in Adsorptionsmethoden, welche sich der Ionenaus-Gegenwart
von Aktivkohle verwendet und die Kristalli- tauscherharze bedienen, wurden bei Tetracyclin nur
sation des amphoteren Tetracyclins in an sich bekannter selten verwendet. Verhältnismäßig oft werden aber
Weise bei einer Temperatur unterhalb 10° C durch- 15 solche Verfahren erwähnt, bei welchen der Wirkstoff
führt. aus der filtrierten Fermentationsbrühe in Form von Das bekannte Antibiotikum Tetracyclin wurde zu- unlöslichen Komplexverbindungen ausgefällt wird,
nächst ausschließlich durch katalytische Hydrierung Es seien hierzu Tetracyclinkomplexverbindungen mit
von Chlortetracyclin hergestellt (J. Am. Chem. Soc. Erdalkalimetallen (USA.-Patentschrift 2 831 878), qua-Bd.
75, 1953, S. 4621 und 4622). 20 ternären Ammoniumbasen (USA.-Patentschiift
Später wurden in der Fachliteratur mehrere Ver- 2 871 264), Farbstoffen (britische Patentschrift787 895),
fahren zur Isolierung dieses Antibiotikums aus gegebenenfalls mit anionenaktiven Netzmitteln (bri-Fermentationsbrühen
beschrieben. Es handelt sich tische Patentschrift 779 290) genannt. In der Patentdabei
vorwiegend um Methoden, welche zur Isolierung literatur ist auch eine Kombination von Fäll- und
der bekannten Antibiotika Chlortetracyclin und Oxy- as Extraktionsverfahren beschrieben, z. B. das Fällen
tetracyclin entwickelt waren und auf Tetracyclin über- einer Tetracyclinkomplexverbindung mit Magnesium,
tragen wurden. Meistens sind in der Literatur Ex- Calcium und einer quaternären Pyridiniumbase mit
traktionsverfahren, z. B. die direkte Extraktion der nachfolgendem Lösen dieser Mischkomplexverbindung
Fermentationsbrühe einschließlich des Mycels (z. B. in einer Alkohol-Butylacetat-Mischung (tschechoslogemäß
USA-Patentschrift 2 875 247) oder die Extrak- 30 wakische Patentschrift 85 339).
tion mit Butanol, beschrieben. Die schweizerische Diese Verfahren gehen davon aus, daß die _drei
Patentschrift 317 698 beschreibt die Extraktion der wichtigsten Tetracyclinantibiotika eine gewisse Ähnfiltrierten
Lösung nach der Fermentation mit Butanol lichkeit aufweisen. Sie lassen sich aus diesem Grund
bei einem pH-Wert von 7,5. Die USA.-Patentschriften zur Isolierung irgendeines der erwähnten Antibiotika
2 804 476, 2 847 471 und die britische Patentschrift 35 mit befriedigenden Ausbeuten und Betriebskosten ver-769
239 beschreiben die Extraktion von Tetracyclin wenden.
aus der sauren filtrierten Lösung in das Butanol. Neben diesen Verfahren zur Gewinnung der Tetra-So
wird zur Extraktion und Reinigung von Chlor- cyclinantibioticis aus der filtrierten Fermentationstetracyclin,
das in einer Gärmaische enthalten ist, die brühe ist auch ein Verfahren zur Nachreinigung von
Maische angesäuert, um das Chlortetracyclin zu lösen; 40 Tetracyclinantibioticis, und zwar zur Verbesserung der
darauf werden die Mycelfeststoffe durch Filtrieren ab- Stabilität und des Geschmacks derselben, durch Umgetrennt,
und das Chlortetracyclin wird aus dem kristallisation bekanntgeworden. Dieses Verfahren
Filtrat mittels eines organischen Lösungsmittels unter läßt sich bei Tetracyclin-, Oxytetracyclin- und Chlor-Zusatz
eines oberflächenaktiven Mittels extrahiert. tetracyclinantibioticis anwenden und besteht in der
Als oberflächenaktives Mittel wird ein quaternäres 45 Behandlung der wäßrigen Lösung von Tetracyclin-Ammoniumsalz
benutzt, das mit dem Chlortetracyclin antibioticis bei einem pH-Wert von etwa 0,5 bis 2
eine chemische Verbindung bildet (USA.-Patentschrift mit Alkalisalzen von Natrium, Kalium und Lithium
2 734 018, deutsche Auslegeschrift 1 049 057). mit Anionen, welche aus einer Gruppe von höheren
Nach einem anderen Verfahren wird eine Gär- gesättigten Carbonsäuren, nämlich Alkansäuren mit
maische, die Chlortetracyclin und bzw. oder Tetra- 50 10 bis 24 Kohlenstoffatomen, von Schwefelsäurecyclin
enthält, zur Extraktion dieser Antibiotika ohne monoestern der Alkanole mit 10 bis 24 Kohlenstoff-Filtrieren
auf einen pH-Wert zwischen etwa 0,5 bis 2,5 atomen und von N-Alkanolamiden der erwähnten
angesäuert und der Ca- und Mg-Ionengehalt der Alkansäuren ausgewählt sind, worin die Alkanol-Maische
auf einen Wert zwischen etwa 10 bis 45 mg/g gruppe 2 bis 4 Kohlenstoffatome enthält. Der Gehalt
Antibiotikum in der Maische eingestellt. Der Maische 55 der erwähnten Alkalisalze macht etwa 4 bis 7 %>
bewird darauf eine quaternäre Ammoniumverbindung rechnet auf das Gewicht des Antibiotikums, aus.
mit einem langkettigen Alkylrest zugesetzt, dann der Der entstandene Niederschlag der Verunreinigungen
pH-Wert der Maische auf einen Wert zwischen etwa wird abgetrennt, das Filtrat auf einen pH-Wert von
3,5 bis 11 eingestellt und schließlich ein mit Wasser 3 bis 5 eingestellt und durch Umkristallisation das
nicht mischbares polares organisches Lösungsmittel, 60 gewünschte von den geschmacklich unerwünschten
z. B. Methylisobutylketon, zur Extraktion der Anti- Verunreinigungen gereinigte Antibiotikum gewonnen,
biotika aus der Maische zugesetzt (USA.-Patent- Als Anionkomponenten der erwähnten Alkalisalze
schrift 2 875 247). werden insbesondere Monolaurylsulfat und Palmitin-Bei einem weiteren Verfahren wird zur Gewinnung säure verwendet. Dieses Verfahren läßt sich jedoch
von Tetracyclin und Chlortetracyclin aus einer Maische 65 nicht zur Isolierung von Tetracyclin aus Fermentationszuerst
eine Verbindung des Tetracyclins mit einem brühen anwenden; es dient lediglich zur Reinigung
quaternären Ammoniumsalz mit einem pH-Wert von von bereits aus Fermentationsbrühen isoliertem Tetrabis
11 gebildet. Diese Verbindung wird in einem cyclin (USA.-Patentschrift 2 988 569).
3 4
Bekannt ist es auch, ein Komplexsalz des Chlor- Rohlösung zugesetzt. Dadurch können die Gesamttetracyclins
mit Hilfe einer oberflächenaktiven orga- ausbeuten an kristallinem Tetracyclin erhöht werden,
nischen Verbindung der allgemeinen Formel RSO3H Die Kristallisation des Tetracyclins wird durch
und ROSO2OH, worin die Substituenten R einen Herabsetzung der Temperatur unterhalb von 100C
inerten hydrophoben organischen Rest bedeuten, 5 unterstützt. Es wurde festgestellt, daß sich unter den
welcher mit Chlortetracyclin nicht reagiert, zu fällen angegebenen Bedingungen sehr reines Tetracyclin aus-
und das Chlortetracyclin anschließend durch Extra- scheidet, und zwar gerade dann, wenn vor der Behieren
oder Lösen der Komplexverbindung in einem handlung der Fermentationsbrühe störende Ballastorganischen
Lösungsmittel und durch Zersetzen der stoffe, welche gegebenenfalls infolge des nicht immer
Komplexverbindung mit Salzsäure zu isolieren. Dieses io gleichen Verlaufes der Fermentation in der filtrierten
Verfahren ist umständlich. Da es mehrstufig ist, geht Fermentationsbrühe vorkommen können und sich aus
in jeder Stufe unerwünschterweise Antibiotikum ver- der Lösung bei pH-Werten, die in der Nähe der
loren (USA.-Patentschrift 2 899 422). Kristallisationsbedingungen des Tetracyclins liegen,
Bisher wurden Fermentationsbrühen mit einem ausscheiden können, mit Hilfe von Alkalisalzen von
Gehalt von weniger als 1 g des Wirkstoffes je 11 auf- 15 Dibutylnaphthalinsulfaten, welche im sauren pH-Be-
gearbeitet. Nun stehen jetzt aber Fermentationsbrühen reich die Ballaststoffe ausfällen, entfernt werden. Bei
mit einer zehnfachen Konzentration des Wirkstoffes den Ballaststoffen handelt es sich um Eiweißstoffe,
zur Verfügung. Es wurde gefunden, daß es bei den welche sich am besten durch Kogulation bei pH-Werten
höheren Konzentrationen des Tetracyclins in filtrierten um 3,4 entfernen lassen.
Fermentationsbrühen sehr ökonomisch ist, die ver- 20 Eine Fermentationsbrühe mit einem niedrigeren
hältnismäßig niedrige Löslichkeit und gute Kristalli- Tetracyclingehalt als 3 g/l, z. B. nach weniger gelun-
sationsfähigkeit der amphoteren Form des Tetracyc- genen Fermentationen, wird vor dem Reinigungsver-
lins zu seiner Isolierung in reiner Form auszu- fahren teilweise konzentriert. Zum Beispiel kann die
nutzen. filtrierte Gärlösung auf etwa die Hälfte des ursprüng-
Die Löslichkeit der amphoteren Form des Tetra- 25 liehen Volumens eingeengt werden,
cyclins in Wasser beträgt weniger als 1 g/l; in Gegen- Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Verwart von löslichen Komponenten der Fermentations- fahrens besteht darin: das Tetracyclin kristallisiert brühe (nach der Filtration) beträgt sie 1 bis 1,5 g/l bei unter definierten Bedingungen in einem hohen Reinnormaler Temperatur. Während der Fermentation ist heitsgrad, welcher den Arzneibuchanforderungen ent-Tetracyclin in dem Nährmedium überwiegend in 30 spricht. Diese spezifische Kristallausscheidung an Form eines Niederschlages seines wenig löslichen Tetracyclin ist so groß, daß sich kein Chlortetracyclin, Calciumsalzes zugegen. Aus dieser Form wird es bei welches in kleiner Menge während der Fermentation der Aufarbeitung der Gärlösung durch Ansäuern frei- stets entsteht und in der filtrierten Fermentationsbrühe gesetzt. Es geht dabei in Lösung, und zwar als Oxalat, zugegen ist, kristallin abscheidet. Die Vorteile, welche Sulfat oder Hydrochlorid, je nach der zum Ansäuern 35 in der Anwendung der Alkalisalze von Dibutylnaphangewandten Säure. Die Löslichkeit der Tetracyclin- thalinsulfonaten gegenüber den aus der USA.-Patentsalze mit starken Säuren ist ziemlich groß, theoretisch schrift 2 988 569 bekannten Alkalialkylsulfaten liegen, bis etwa 100 g/l. Das Filtrat der angesäuerten Fermen- gehen aus den nachstehenden Vergleichsversuchen tationsbrühe enthält nach dem Abtrennen des Mycels hervor:
cyclins in Wasser beträgt weniger als 1 g/l; in Gegen- Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Verwart von löslichen Komponenten der Fermentations- fahrens besteht darin: das Tetracyclin kristallisiert brühe (nach der Filtration) beträgt sie 1 bis 1,5 g/l bei unter definierten Bedingungen in einem hohen Reinnormaler Temperatur. Während der Fermentation ist heitsgrad, welcher den Arzneibuchanforderungen ent-Tetracyclin in dem Nährmedium überwiegend in 30 spricht. Diese spezifische Kristallausscheidung an Form eines Niederschlages seines wenig löslichen Tetracyclin ist so groß, daß sich kein Chlortetracyclin, Calciumsalzes zugegen. Aus dieser Form wird es bei welches in kleiner Menge während der Fermentation der Aufarbeitung der Gärlösung durch Ansäuern frei- stets entsteht und in der filtrierten Fermentationsbrühe gesetzt. Es geht dabei in Lösung, und zwar als Oxalat, zugegen ist, kristallin abscheidet. Die Vorteile, welche Sulfat oder Hydrochlorid, je nach der zum Ansäuern 35 in der Anwendung der Alkalisalze von Dibutylnaphangewandten Säure. Die Löslichkeit der Tetracyclin- thalinsulfonaten gegenüber den aus der USA.-Patentsalze mit starken Säuren ist ziemlich groß, theoretisch schrift 2 988 569 bekannten Alkalialkylsulfaten liegen, bis etwa 100 g/l. Das Filtrat der angesäuerten Fermen- gehen aus den nachstehenden Vergleichsversuchen tationsbrühe enthält nach dem Abtrennen des Mycels hervor:
5 bis 10 g des entsprechenden Tetracyclines je 40 Vergleichsversuche
11 Losung und weist einen pH-Wert von etwa 1,5 bis
11 Losung und weist einen pH-Wert von etwa 1,5 bis
2,0 auf. Bei einer Neutralisierung dieser sauren Lösung Die Isolierung der amphoteren Form der Tetramit
Alkalien bildet das Tetracyclin im Bereich seines cyclinbase wurde durch direkte Kristallisation aus der
isoelektrischen Punktes, bei einem pH-Wert von 5 bis 6, angereicherten filtrierten Fermentationsbrühe unter
als amphotere Verbindung eine übersättigte Lösung, 45 Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens durchwobei
seine theoretische Löslichkeit in diesem Augen- geführt. Die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte
blick bis zehnmal niedriger als seine Konzentration wurden auch für die Vergleichsversuche mit den Netzin
der übersättigten Lösung ist. Wenn auch die Lös- mitteln der USA.-Patentschrift 2 988 569 benutzt, es
lichkeit in Gegenwart anderer Ballaststoffe etwas wurde lediglich das eingesetzte Netzmittel variiert,
größer ist, besteht doch die Möglichkeit zur Aus- 50 Die USA.-Patentschrift 2 988 569 führt im wesentscheidung des Tetracyclins aus der Lösung, die noch liehen als Netzmittel drei Arten von anionenaktiven durch die gute Kristallisationsfähigkeit der amphoteren Substanzen auf. Es wurden für die Vergleichsversuche Form, welche mit Wasser gut definierte kristallisierte herangezogen:
Hydrate bildet, gefördert wird. a) Alkalisalze der Fettsäuren mit 10 bis 24 Kohlen-
größer ist, besteht doch die Möglichkeit zur Aus- 50 Die USA.-Patentschrift 2 988 569 führt im wesentscheidung des Tetracyclins aus der Lösung, die noch liehen als Netzmittel drei Arten von anionenaktiven durch die gute Kristallisationsfähigkeit der amphoteren Substanzen auf. Es wurden für die Vergleichsversuche Form, welche mit Wasser gut definierte kristallisierte herangezogen:
Hydrate bildet, gefördert wird. a) Alkalisalze der Fettsäuren mit 10 bis 24 Kohlen-
Arbeitet man erfindungsgemäß, so sind nach dem Ab- 55 stoffatomen; es wurde das Natriumpalmitat
filtrieren der Tetracyclinkristalle in der Mutterlauge QrH31 000Na benutzt.
noch etwa 20 bis 30 »/0 Tetracyclin, dem Ursprung- fe) Monoester der Aikanoie mit 10 bis 24 Kohlenlicheni
Wtfkstoffgehalt entsprechend, zurückgeblieben. stoffatomen mit Schwefelsäure; es wurde das
Dies laßt sich auch noch gewinnen indem man die Natriumlaurylsulfat C12H25OSO2ONa benutzt.
Mutterlauge in bekannter Weise auf einen pH-Wert 60 „ ^ . Λ,, ... ,.„,..„■,■· a· von 8 bis 9, vorzugsweise mit Ammoniak, einstellt. c> N-2-Alkanolamide (mit 2 bis 4 Koh enstoff-Der dabei ausgeschiedene tetracyclinhaltige Nieder- atomen) der Fettsauren mit 10 bis 24 Kohlenstoffschlag, bei dem es sich um eine Magnesium-Tetracyc- ^tOSen^exTTiV^t?^ihanOlStearinamld
lin-Komplexverbindung handelt, welche sich auf C17H35CONHCH2CH2OH benutzt.
Grund der immer in Gärlösungen vorhandenen 65 Als erfindungsgemäß brauchbares Netzmittel wurde Magnesiumverbindungen bilden kann, und dem Dia- zum Vergleich herangezogen
tomeenerde als Filtriermaterial zugegeben wird, wird d) das Natriumsalz der Dibutylnaphthalinsulfondann einem neuen Ansatz von tetracyclinhaltiger säure C10H5(C4H J2SO3Na.
Mutterlauge in bekannter Weise auf einen pH-Wert 60 „ ^ . Λ,, ... ,.„,..„■,■· a· von 8 bis 9, vorzugsweise mit Ammoniak, einstellt. c> N-2-Alkanolamide (mit 2 bis 4 Koh enstoff-Der dabei ausgeschiedene tetracyclinhaltige Nieder- atomen) der Fettsauren mit 10 bis 24 Kohlenstoffschlag, bei dem es sich um eine Magnesium-Tetracyc- ^tOSen^exTTiV^t?^ihanOlStearinamld
lin-Komplexverbindung handelt, welche sich auf C17H35CONHCH2CH2OH benutzt.
Grund der immer in Gärlösungen vorhandenen 65 Als erfindungsgemäß brauchbares Netzmittel wurde Magnesiumverbindungen bilden kann, und dem Dia- zum Vergleich herangezogen
tomeenerde als Filtriermaterial zugegeben wird, wird d) das Natriumsalz der Dibutylnaphthalinsulfondann einem neuen Ansatz von tetracyclinhaltiger säure C10H5(C4H J2SO3Na.
Die Menge der verwendeten Netzmittel betrug jeweils 6%, berechnet auf das anwesende Tetracyclin.
Bei jedem Versuch wurde 11 der filtrierten Fermentationsbrühe mit einem Gehalt von 5694 mcg/ml Tetracyclinbase,
das ist 5,69 g Tetracyclin in 11 Lösung, benutzt. Diese Lösung wurde mit 6% des Netzmittels in
einer 2°lo\gsn Lösung, das ist 0,35 g Netzmittel, gelöst
in 17,2 ml Wasser, unter Rühren der Fermentationslösung versetzt.
mäßig langsamer als im Fall d)3 was dadurch verursacht
wurde, daß beim Kristallisieren ein feiner Niederschlag der Ballaststoffe mit ausgefallen war, weiche
früher nicht vollständig entfernt wurden. Die Ballaststoffe sedimentierten in den Fällen a) und c) sogar als
eine dunkelbraune Schicht
Die Ausbeuten an Kristallen der Tetracyclinbase sind im Endeffekt bei allen vier Substanzen gleich hoch,
da die Mutterlaugen wieder aufgearbeitet wurden und
dergewonnen wurde.
Die Ausbeuten der Kristalle von Tetracyclinbase in g und in Prozent der Anfangsmenge, der Gehalt an
Durch Zugabe des Netzmittels entstand ein Nieder- io dadurch in der Mutterlauge verbleibendes Tetracyclin
schlag von Ballaststoffen bei den Substanzen a), b), d), nach dem ersten Aufarbeitungsschritt im zweiten wiewobei
die Farbe des Niederschlages (bräunlichgrau)
bei dem erfindungsgemäß verwendeten Netzmittel d)
am intensivsten war. Nach Zusatz von 5 % Aktivkohle
bei dem erfindungsgemäß verwendeten Netzmittel d)
am intensivsten war. Nach Zusatz von 5 % Aktivkohle
(auf Tetracyclin berechnet) und Kieselgur wurde der 15 Tetracyclinbase in den Mutterlaugen in mcg/ml und in
entstandene Niederschlag abfiltriert. Die Menge des Prozent der Anfangsmenge des Tetracyclins nach dem
Filtrats war in allen Fällen praktisch gleich und machte
etwa 1000 ml aus.
etwa 1000 ml aus.
Die gewonnenen Filtrate enthielten folgende Gehalte an Tetracyclinbase. Gleichzeitig wurden die Verluste
an Tetracyclin in % seiner ursprünglich vorhandenen Menge (Anfangsmenge) ermittelt:
ersten Aufarbeitungsschritt
Tabelle enthalten.
Tabelle enthalten.
sind in der folgenden
| Sub stanz |
Gehalte an Tetracyclinbase im Filtrat in mcg/ml |
Verluste an Tetracyclinbase in % der Anfangsmenge |
Qualität des Filtrats |
| a) b) c) d) |
5471 5287 5471 5508 |
3,9 7,1 3,9 3,2 |
klar getrübt opaleszent klar |
| Kristalle der | % von der | Gehalte an Tetracyclin | % von der | |
| Sub | Tetracyclinbase | Anfangs | base in den Mutterlaugen | Anfangs |
| stanz | Gewicht in g | menge | menge | |
| mit 9% | 73,7 | mcg/ml | 22,4 | |
| Feuchtigkeit | 68,5 | 24,4 | ||
| a) | 4,61 | 75,0 | 1275 | 21,1 |
| b) | 4,29 | 71,5 | 1386 | 25,3 |
| c) | 4,70 | 1202 | ||
| d) | 4,48 | 1442 |
30
Der Fall d) mit erfindungsgemäß verwendetem Dibutylnaphthalinsulfonat
als Netzmittel weist zwar einen etwas höheren Gehalt an Tetracyclin in der Mutterlauge
auf als die übrigen Fälle, da aber nach dem er-
Nach diesen Ergebnissen zeigt sich als das vorteil- 35 findungsgemäßen Verfahren in den folgenden Arbeitshafteste
Netzmittel mit den kleinsten Verlusten das er- gangen diese Mutterlaugen wiederverwendet werden,
findungsgemäß eingesetzte Dibutylnaphthalinsulfonat. ist dieser scheinbar ungünstige Faktor nicht ent-
Die gewonnen Filtrate sind nicht in allen Fällen scheidend.
gleich klar, d. h. gleich rein, wie es eigentlich erforder- In den Endabfallaugen der filtrierten Fermenta-
lich wäre; eine besonders starke Trübung ist im FiI- 40 tionslösungen waren etwa 185 mcg/ml Tetracyclinbase
trat b) mit Natriumlaurylsulfat aufgetreten. enthalten. Die Mengen der gewonnen Rohprodukte
Das Filtrat wurde dann mit einem Zusatz von 0,05 % waren bei allen vier Versuchen praktisch annähernd
Zitronensäure (berechnet auf die Menge des Fikrats) gleich und machten etwa 5,75 g Tetracyclinbase aus,
weiterverarbeitet und der pH-Wert mit Ammoniak- das ist etwa 90 % der angewendeten Anfangsmenge des
lösung auf 4,7 eingestellt; aus dieser so vorbereiteten 45 Tetracyclins in der filtrierten Fermentationslösung.
Lösung ließ man die Tetracyclinbase nach Zugabe von Die Qualität der einzelnen gewonnenen Produkte ist
Tetracyclin-Kriställchen bei einer Temperatur von 2° C jedoch verschieden; in der folgenden Tabelle ist für die
nach 8stündigerr Stehen kristallisieren. feuchten Produkte ihr Feuchtigkeitsgehalt in Prozent
Die ausgeschiedenen und abfiltrierten Kristalle der des Gewichtes und Gehalt an Tetracyclinbase in meg/
Tetracyclinbase wurden mit Wasser und dann mit 50 mg, für die trockenen Produkte wieder der Gehalt an
Aceton gewaschen, wobei Waschwasser und Aceton
separat aufgefangen wurden. Die Filtration der Kristalle in den Fällen a), b) und c) war unverhältnis-
separat aufgefangen wurden. Die Filtration der Kristalle in den Fällen a), b) und c) war unverhältnis-
Tetracyclinbase und die Unreinheiten in Prozent des Gewichtes, schließlich die Ausbeute an Tetracyclinbase
in Prozent angegeben.
| Feuchte Produkte | Gehalt an Tetracyclinbase in mcg/mg |
Gehalt an Tetracyclinbase in Vo |
Trockene Produkte | Endausbeute an Tetracyclinbase |
|
| Sub stanz |
Feuchtigkeit in°/o |
898 | 96,9 | Unreinheiten in°/o |
90,0 |
| a) | 7,3 | 904 | 97,9 | 3,1 | 90,6 |
| b) | 7,5 | 896 | 96,2 | 2,3 | 89,8 |
| c) | 6,9 | 909 | 99,2 | 3,8 | 91,0 |
| d) | 8,4 | 0,8 | |||
Aus der Tabelle ergibt sich, daß das reinste Produkt und die höchste Endausbeute aus dem Versuch d)
nach der Erfindung stammt.
7 8
Farbe der festen Produkte und Farbe deren Lösungen:
| Substanz | Feste Produkte | Lösung in Äthanol | l°/oige Lösung in 0,1 N HCl |
0,027„ige Lösung in Wasser |
| a) | Gelblichbeige, teilweise Dunkelbraun |
Braun, Trübung | Braun, Opaleszenz | Opaleszenz |
| b) | Gelblichbeige Farbton Gräulich |
Gelbbraun, Trübung | Gelb, Trübung | Opaleszenz |
| Gelblichbeige, teilweise Dunkelbraun |
Braun, Trübung | Braun, Opaleszenz | klar | |
| d) | Gelblichbeige | Gelbbraun, Trübung | Gelb, klar | klar |
Die Farbigkeit der Produkte in Lösungen von den hellsten bis zu den .dunkelsten wächst in der Reihe d),
b), c), a).
Aus dem Vergleich der Verluste, der Endergebnisse und der Qualität der Endprodukte ergibt sich, daß in
allen entscheidenden Punkten die Anwendung des Dibutylnaphthalinsulfonats als Netzmittel vorteilhafter
ist als die Anwendung der in der USA.-Patentschrift 2 988 569 beschriebenen Netzmittel.
Die nachfolgenden Beispiele sollen das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutern. In den Beispielen
bedeutet die Einheit »E« = 1 meg = 0,001 mg reines, wasserfreies Tetracyclinhydrochlorid.
1000 ml filtrierte und mit 1 % Oxalsäure angesäuerte Fermentationsbrühe (Tetracyclingehalt 6800 E/ml)
wurde mit 0,2 °/o Dibutylnaphthalinsulfonsäurenatriumsalz und 0,05 % Aktivkohle behandelt. Nach dem
Filtrieren wurde die erhaltene Lösung mit Ammoniakwasser auf einen pH-Wert von 3,8 eingestellt und mit
einigen Kristallen der Tetracyclinbase beimpft. Nach Beginn der Tetracyclinkristallisation wurde der pH-Wert
nach und nach innerhalb von 4 Stunden auf 5,1 eingestellt. Gleichzeitig wurde die Lösung auf 7°C abgekühlt.
Die Kristallisation wurde durch 3stündiges Stehenlassen bei dieser Temperatur vollendet. Die ausgeschiedenen
Kristalle wurden abgesaugt, mit Wasser und Aceton gewaschen und getrocknet. Es wurden
4,85 g eines hellgelben Produktes mit einer biologischen Wirksamkeit von 995 E/mg und einem Feuchtigkeitsgehalt
von 15,5 °/o erhalten. Die gesättigte wässerige Lösung zeigte einen pH-Wert von 5,25, die Extinktion
betrug 351. Das Produkt entsprach in allen Kriterien den Anforderungen der US-Pharmokopoe, Bd. XV.
Die Mutterlaugen, ohne Waschwasser und -aceton, enthielten 1550 E/ml des Wirkstoffes. Sie wurden mit
Ammoniak auf einen pH-Wert von 8,3 gebracht und unter Zugabe von Diatomeenerde filtriert. Der Filterkuchen
wurde nach dem im Beispiel 2 angegebenen Verfahren aufgearbeitet. Die Restaktivität der anfallenden
Brühe betrug 210 E/ml.
„ . . ,
1000 ml filtrierte und mit 1 % Oxalsäure auf einen pH-Wert von 2,0 angesäuerte Fermentationsbrühe
(Tetracyclingehalt 3400 E/ml) wurde mit Ammoniakwasser auf einen pH-Wert von 3,4 eingestellt und im
Vakuum bei einer Temperatur von 340C auf ein Volumen
von 705 ml eingeengt. Dazu wurde der den regenerierten Wirkstoff enthaltende Filterkuchen aus
Beispiel 1 gegeben. Der pH-Wert dieser Lösung wurde wiederum auf 3,4 gebracht. Nach Zugabe von 0,10 %
Dibutylnaphthalinsulfonsäurenatriumsalz und 0,02 °/o Aktivkohle wurde die Lösung filtriert. Das Filtrat
(710 ml, Aktivität 6050 E/ml) wurde von 32 auf 60C
abgekühlt und mit Tetracyclinkristallen beimpft. Weiter wurde wie im Beispiel 1 verfahren. Es wurden
3,02 g Tetracyclin mit einer Aktivität von 947 E/mg erhalten. Das Tetracyclinhydrochlorid wurde durch
Lösen der Base in 10 ml Äthanol unter Zugabe von konzentrierter Salzsäure bis zu einem Überschuß von
1,2 Äquivalenten hergestellt. Durch Erwärmen der Lösung auf 420C wurde die Kristallisation des Hydrochloride
beschleunigt. Nach dem Filtrieren und Trocknen betrug die Ausbeute 2,12 g und die Aktivität
960 E/mg.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung von pharmazeutisch reinem Tetracyclin aus einer vom Mycel befreiten
Gärmaische, welche mehr als 3 g/l, aber höchstens 10 g/l Tetracyclin enthält und frei von einem
organischen Lösungsmittel ist, durch Ansäuern auf einen pH-Wert von 1,5 bis 2, Zugabe eines Alkalisalzes
eines organischen Sulfonats als Netzmittel, Filtration der ausgeschiedenen Ballaststoffe, Zugabe
von Alkali zum Filtrat bis zu einem pH-Wert von 3 bis 6 und Kristallisation des amphoteren
Tetracyclins, dadurch gekennzeichnet, daß man als Netzmittel Alkalisalze von Dibutylnaphthalinsulfonat
in Gegenwart von Aktivkohle verwendet und die Kristallisation des amphoteren Tetracyclins in an sich bekannter Weise bei einer
Temperatur unterhalb 100C durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den aus der Mutterlauge nach
dem Abfiltrieren des kristallisierten Tetracyclins bei einem pH-Wert von 8 bis 9 ausgeschiedenen
Niederschlag bei der Reinigung neuer Rohlösung mitverwendet.
909 500/1507
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