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Vorrichtung zur Belichtungszeitsteuerung für photographische Verschlüsse,
insbesondere Schlitzverschlüsse Zusatz zum Patent 852 806 Die Erfindung bezieht
sich auf eine Vorrichtung zur Belichtungszeitsteuerung für photographische Verschlüsse,
insbesondere Schlitzverschlüsse, mit einem ein- und ausschaltbaren Hemmwerk für
die sogenannten Hemmwerkszeiten. Wie bereits im Patent 852 806 dargestellt und beschrieben,
ist bei einer derartigen Vorrichtung zur Belichtungszeitsteuerung das-Hemmwerk mit
einem ein- und ausschaltbaren Hemmwerk versehen, um dadurch eine zusätzliche Hemmwirkung
für die Steuerung gewisser langer Verschlußzeiten zu erreichen. Derartige Hemmwerke
bewirken eine Verzögerung des Schließens der Verschlußöffnung dadurch, daß ein in
den Ablaufweg eines Verschlußgliedes oder eines mit diesem verbundenen Getriebeteiles
ragendes Hemmglied erst verdrängt werden muß, ehe das selbsttätige Schließen des
Verschlusses erfolgt. Die Verdrängung dieses Hemmgliedes erfolgt unter gleichzeitigem
Spannen einer Feder, die nach erfolgter Verdrängung die Rückführung der Hemmwerksglieder
in ihre Bereitschaftsstellung bewirkt. Ist nun bei einem derartigen Hemmwerk ein
in an sich bekannter Weise mit einem Steigrad zusammenwirkender Hemmanker vorgesehen,
dann erfolgt auch die Rückkehr der Hemmwerksglieder unter Mitwirkung des Hemmankers,
wodurch eine Verlangsamung in der Rückkehr der Hemmwerksglieder sowie ein störendes
Geräusch, verursacht durch den Hemmwerksanker, entsteht. Da hierbei außerdem die
Gefahr besteht, daß die Rückstellkraft nicht ausreicht, die Hemmwerksgliederin ihre
richtigeAusgangslage zurückzubringen, ist der Hemmwerksanker in Abhängigkeit vom
Verschlußaufzug vorübergehend ausschaltbar.
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Zur Sicherstellung einer schnellen und praktisch geräuschlosen Rückführung
der Hemmwerksglieder in ihre Ausgangslage wird nun gemäß der Erfindung vorgeschlagen,
daß der Hemmwerksanker mit mindestens einem Ausbruch versehen ist, in welchen bei
rückläufiger Bewegung des Steigrades ein Steigradzahn eindringt und dadurch das
Steigrad gegenweitere Rückdrehung so lange sperrt, bis der Hemmwerksanker vom Steigrad
abgehoben ist. Diese Abhebung des Steigrades erfolgt in an sich bekannter Weise
in Abhängigkeit von der erneuten Spannbewegung des Verschlusses.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sei an Hand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigt Fig. 1 in schematischer Darstellung das Zeitsteuergetriebe eines
Schlitzverschlusses mit ein- und ausschaltbarem Hemmwerk und Hemmanker gemäß Patent
852 806 in Draufsicht, Fig.2 den Hemmwerksanker und das Steigrad in Ablaufstellung
in vergrößerter Darstellung, Fig.3 und 4 den Hemmanker und das Steigrad in gesperrter
Rücklaufstellung. Gemäß Fig. 1 ist das Hemmwerk 22 um eine Achse 23 schwenkbar gelagert
und mittels einer Fühlnase 24 und einer Einstellkurve 12 b gegenüber den koaxial
zu einem nicht dargestellten Zeitstellknopf angeordneten Steuermitteln eines Schlitzverschlusses
einstellbar. Eine Feder 22 a hält die Fühlnase 24 des Hemmwerkes 22 in Wirkverbindung
mit der Einstellkurve 12 b.
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Das Hemmwerk weist ein Hemmglied 41, 41 a, 41 b auf, dessen Nase 41a
j e nach der Stellung der Stellkurve 12 b mehr oder weniger tief in den Ablaufweg
einer mit dem Schließvorhang getrieblich verbundenen Sperrscheibe 11 b ragt. Das
Hemmglied 41 ist um eine Achse 40 schwenkbar und überträgt seine Schwenkbewegung
mittels des Zahnsegmentes 42 auf die Hemmwerksräder 32 und das Steigrad 33. Das
Hemmglied 41 bzw. das Zahnsegment 42 stehen unter der Wirkung einer Feder 43, die
beim Verdrängen der Hemmnase 41 a gespannt wird und dazu dient, die Hemmwerksglieder
41, 42, 32 und 33 wieder in ihre Ausgangsstellung zurückzuführen.
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Im Bereich des Steigrades 33 ist der Hemmanker 28 um eineAchse 28
a schwenkbar auf einem Schwenkhebel 34 gelagert. Dieser Schwenkhebel 34 ist seinerseits
um eine Achse34a schwenkbar. Der Schwenkhebel 34 steht unter der Wirkung einer Feder
35, die das Bestreben hat, den Hemmanker 28 in Eingriff mit seinem Steigrad 33 zu
bringen.
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Auf einen Nocken 27 des Schwenkhebels 34 wirkt außerdem der Arm 25
b eines dreiarmigen Hebels 25 ein, der um eine ortsfeste Achse 26 schwenkbar gelagert
ist. Der dreiarmige Hebel 25 besitzt außerdem einen Hebelarm 25 a, der in
den Bereich einer koaxial zu dem nicht dargestellten Zeitstellknopf angeordneten
und
mit diesem verbundenen Stellkurve 12c ragt. Mit seinem dritten Hebelarm 25 c ragt
der Hebel 25 in den Bereich einer mit dem Verschlußspanngetriebe Betrieblich verbundene
Nockenscheibe 29. Die Feder 35 hält über den Nocken 27 und Hebelarm 25 b
den Hebelarm 25a in Wirkverbindung mit der Stellkurve 12 c. Durch Betätigen der
Stellkurve 12 c beim Einstellen der entsprechenden Verschlußzeiten wird der Hemmanker
28 mittels der Hebelarme 25 a und 25 b in Eingriff oder außer Eingriff mit dem Steigrad
33 gebracht. Sind Hemmanker 28 und Steigrad 33 miteinander in Eingriff, dann versetzt
das ablaufende Steigrad 33 (Fig. 2) in bekannter Weise den Hemmanker 28 in Schwingungen
um seine Achse 28a. _ .
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Befindet sich der Hemmanker 28 in seinerEingriffsstellung mit dem
Steigrad 33 - das ist bei den langen Verschlußzeiten der Fall -, dann befindet sich
gleichzeitig der Hebelarm 25c im Wirkungsbereich der Nockenscheibe 29. Beim Spannen
des Verschlusses bewirkt dann die Nockenscheibe 29 ein vorübergehendes Außereingriffbringen
des Hemmankers mit dem Steigrad 33.
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Gemäß Fig. 2 bis 4 ist nun der Hemmanker 28 mit einem Ausbruch 28
b oder 28 c versehen, die nach Lage und Form so angeordnet sind, daß bei rückläufiger
Bewegung des Steigrades 33 ein Steigradzahn 33 a in diesen Ausbruch 28 b eindringt
und dadurch eine weitere Rückdrehung des Steigrades 33 sperrt (Fig.3 und 4)_ Eine
Rückdrehung des Steigrades 33 und der mit ihm Betrieblich verbundenen Hemmwerksglieder
kann erst erfolgen, wenn der Hemmanker 28 außer Eingriff mit der Steigradverzahnung
gebracht ist. Es genügt an sich, nur einen Sperrausbruch 28 b oder 28 c anzuordnen.
Es können aber auch beide Ausbrüche 28 b, 28 c gleichzeitig vorgesehen sein, wie
in Fig. 2 und 3 durch strichpunktierte Darstellung des Ausbruches 28 c angedeutet
ist.
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Die Erfindung ist im Zusammenhang mit der Zeitsteuervorrichtung eines
Schlitzverschlusses beschrieben worden. Sie ist jedoch in entsprechender Weise bei
anderen photographischen Verschlüssen mit Hemmwerken und ein- und ausschaltbarem
Hemmanker anwendbar.