DE1092401B - Verfahren zur Aufbereitung von Carnallit enthaltenden Kalisalzen durch elektrostatische Abtrennung des Carnallits - Google Patents
Verfahren zur Aufbereitung von Carnallit enthaltenden Kalisalzen durch elektrostatische Abtrennung des CarnallitsInfo
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- B03C—MAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
- B03C7/00—Separating solids from solids by electrostatic effect
- B03C7/003—Pretreatment of the solids prior to electrostatic separation
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Description
Wo in den Kalibergwerken Carnallit (KCl-MgCl2-OH2O)
gemeinsam mit Sylvinit (KCl + NaCl) oder mit Hartsalz
(KCl + NaCl + MgSO4-H2O) ansteht, werden aus wirtschaftlichen
und technischen Gründen beide Salzgesteine im allgemeinen auch gemeinsam abgebaut und gefördert.
Die Gegenwart von Carnallit in diesen sogenannten »carnallitischen Mischsalzen« erfordert besondere Aufbereitungsverfahren,
in deren Verlauf der Carnallit zersetzt und das darin enthaltene KCl von dem MgCl2
getrennt wird. Eine ganze Anzahl derartiger Methoden, die alle auf nassem Wege arbeiten, sind bekannt.
Nach den in jüngster Zeit gefundenen Methoden der elektrostatischen Aufbereitung von Kalisalzen durch
chemische Konditionierung des Aufbereitungsgutes mit anionischen Substanzen ist es zwar möglich, den Carnallit
vom Steinsalz zu trennen (vgl. Patentanmeldung K 31075/ Ib). Unterwirft man carnallitische Mischsalze, also neben
Carnallit auch Sylvin enthaltende Salze, diesem Verfahren, dann findet sich der Carnallit nach der elektrostatischen
Scheidung im Sylvinkonzentrat. Dies bewirkt zunächst,
daß die Höhe des Sylvinkonzentrates infolge des sehr niedrigen K2O-Gehaltes des Carnallits (17°/0K2O) spürbar
herabgedrückt. wird. Noch unangenehmer ist das Hereinbringen von MgCl2 (als konstituierenden Bestandteil
des Carnallits) an das Sylvinitkonzentrat aus einem anderen Grunde: Als ausgesprochen pflanzenschädigendes
Mittel macht MgCl2, sobald es in erheblichen Mengen in dem gewonnenen Chlorkalium auftritt, dieses als Düngemittel
unbrauchbar. Da andererseits eine Zersetzung des Carnallits und die damit beabsichtigte Trennung von
KCl und MgCl2 nur auf nassem Wege möglich ist, ist es unbedingt erforderlich, den Carnallit von den übrigen
Bestandteilen, insbesondere von Sylvin, abzutrennen, um ihn gesondert verarbeiten zu können.
Es wurde nun gefunden, daß eine Abtrennung des Carnallits auf elektrostatischem Wege aus den geförderten
Mischsalzen ohne chemische Konditionierung möglich ist, wenn nur bestimmte klimatische Bedingungen eingehalten
werden, die sich in erster Linie auf die relative Feuchtigkeit der Atmosphäre beziehen. Es wurde gefunden,
daß die elektrostatische Abtrennung des Carnallits aus dem carnallitischen Mischsalz bei Wasserdampfpartialdrücken
von 5,6 bis 13 mm, vorzugsweise von 7,4 bis 13 mm Quecksilbersäule am besten gelingt. Diese
Wasserdampfpartialdrücke entsprechen bei 210C einer relativen Feuchtigkeit von 30 bzw. 40 bis 70%. Die
Trenntemperatur des Salzes soll zwischen 30 und 8O0C, vorzugsweise 35 und 700C, betragen.
Es ist zwar ein Vorschlag bekannt, bei Gemischen von hygroskopischen und nichthygroskopischen Bestandteilen
die Hygroskopizität dahingehend für die elektrostatische Trennung auszunutzen, daß man das Gemisch
in einer derart klimatisierten Atmosphäre vorbehandelt, daß die hygroskopischen Bestandteile aus der Atmosphäre
Verfahren zur Aufbereitung von Carnallit
enthaltenden Kalisalzen
durch elektrostatische Abtrennung
des Carnallits
Anmelder:
Kali-Forschungs -Anstalt G. m. b. H.,
Hannover, Georgs tr. 29
Hannover, Georgs tr. 29
Dr.-Ing. Hans Autenrieth, Hannover,
und Dr. rer. nat. Gerd Peuschel, Benthe (Hann.),
sind als Erfinder genannt worden
Wasser aufnehmen und dadurch ihre Leitfähigkeit verändern, während die nichthygroskopischen Bestandteile
unverändert bleiben. Von diesen bekannten Verfahren unterscheidet sich das erfindungsgemäße Verfahren grundlegend
dadurch, daß hier eine Wasseraufnahme durch den Carnallit absolut vermieden wird. Bei den erfindungsgemäß
anzuwendenden Wasserdampfpartialdrücken kann sich bei den Trenntemperaturen keine Feuchtigkeit auf
dem Carnallit niederschlagen, weil die Wasserdampfpartialdrücke einer gesättigten Carnallitlösung größer
sind als die der angewandten Atmosphäre.
Es hat sich gezeigt, daß es günstig ist, das beispielsweise auf —4 mm aufgemahlene rohe Mischsalz in Kornfraktionen,
beispielsweise in je eine Fraktion von 0 bis 1 mm, von 1 bis 2 mm und von 2 bis 4 mm aufzuteilen,
und diese Fraktionen getrennt und unter den für die jeweilige Fraktion günstigsten Temperaturen und Wasserdampfdrücken
elektrostatisch aufzubereiten.
Die Erkenntnis, daß hygroskopische Salze nach dem hier beschriebenen Verfahren elektrostatisch aufbereitet
werden können, ist neu und durchaus überraschend. Man hat zwar in der elektrostatischen Aufbereitung von
Steinen und Erzen schon lange die Einflüsse der Feuchtigkeit auf den Erfolg der Aufbereitung gekannt und hat
entsprechende Maßnahmen ergriffen, um den schädlichen Einfluß der Feuchtigkeit auszuschalten. Diese Maßnahmen
bestehen darin, daß man durch Erwärmung des Aufbereitungsgutes die dem Gut anhaftende Feuchtigkeit
entfernt und durch eine möglichst trockene Atmosphäre dafür sorgt, daß sich während der elektrostatischen
Trennung das Gut nicht erneut mit Feuchtigkeit überzieht. Hier handelt es sich also lediglich darum, die die
vorhandenen natürlichen Unterschiede im elektrischen Verhalten der Komponenten überdeckende und unwirk-
009 647/81
sam machende Flüssigkeitsschicht zu eliminieren, so daß die genannten vorhandenen Unterschiede bei der elektrostatischen
Trennung sich voll auswirken können.
Man hat auch schon tonige Verunreinigungen auf elektrostatischem Wege aus Rohsalzen dadurch abgetrennt,
daß man das Aufbereitungsgut nur »partiell« trocknete, d. h. die Trocknung nur so weit trieb, daß die
ihrem Kristallbau nach kompakten Salzbestandteile völlig trocken wurden, die ein Schichtengitter aufweisenden
tonigen Begleitmineralien dagegen noch eine gewisse Restfeuchtigkeit behielten, wodurch diese Bestandteile
leitfähig blieben und dadurch von den nicht leitenden Salzbestandteilen getrennt werden konnten. Im Gegensatz
zu diesen bekannten Verfahren werden in dem erfindungsgemäßen Verfahren Salze voneinander elektrostatisch
getrennt, und es wird dabei so verfahren, daß das gesamte Aufbereitungsgut zunächst vollkommen getrocknet
und dann bei derartigen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten elektrostatisch geschieden wird, die
es nur dem hygroskopischen Carnallit ermöglichen, sich mit einem Feuchtigkeitsnlm zu überziehen und dadurch
im Gegensatz zu den übrigen Salzen leitfähig zu werden.
Ein weiteres bekanntes Verfahren, durch welches Kalisalze durch eine thermische Behandlung für die
elektrostatische Trennung zugänglich gemacht werden, besteht darin, daß sylvinitisches Rohsalz auf Temperaturen
zwischen 300 und 7000C erhitzt, dann auf etwa 40 bis 2000C abgekühlt und bei dieser Temperatur elektrostatisch
getrennt wird. Es ist bekannt, daß dieses Verfahren bei Gegenwart von Carnallit vollständig versagt.
Hierdurch hat sich in der Fachwelt die Ansicht festgesetzt, daß carnallitische Mischsalze durch thermische und
klimatische Konditionierung elektrostatisch nicht aufbereitet werden könnten. Dieses fachliche Vorurteil
räumt nun die vorliegende Erfindung aus. Praktisch gestaltet sich das erfindungsgemäße Verfahren so:
Das aufgemahlene und getrocknete rohe Mischsalz wird in zwei oder drei Korngrößenfraktionen aufgeteilt
und diese Fraktionen bei den für sie als die günstigsten ermittelten Wasserdampfpartialdrücken auf die Trenntemperatur
gebracht und dann dem Elektroscheider aufgegeben und durch eventuell mehrmalige Wiederholung
des Trennvorganges der Carnallit in hochprozentiger Form abgeschieden. Nach Abtrennung des Carnallits
können nun die Rückstände nach den verschiedenen bekannten Verfahren weiteraufbereitet werden, wobei
sich durch die Abwesenheit des Carnallits in allen Verfahren sehr wesentliche Vorteile ergeben.
Beim Löseprozeß bringt die Anwesenheit von Carnallit Magnesiumchlorid in die Löselauge hinein, was die
folgenden Nachteile mit sich bringt. Das in den Prozeß eingeführte Magnesiumchlorid muß wieder aus dem
Prozeß ausgeführt werden. Geschieht dies in Form von sehr verdünnter Magnesiumchloridlauge, dann werden
die Verluste an K3O beträchtlich. Will man diese K2O-Verluste
so niedrig wie möglich halten, dann muß man die umlaufenden Laugen auf einen möglichst hohen
Chlormagnesiumgehalt bringen, wodurch aber andererseits die Lösekapazität der Lauge sehr stark herabgesetzt
wird, weil die Anwesenheit von Chlormagnesium in der Lösung die Löslichkeit des Chlorkaliums sehr stark
ίο herabsetzt. Weiterhin wird durch die Gegenwart des
Chlormagnesiums der Löslichkeitstemperaturkoeffizient des Steinsalzes, der in der magnesiumchloridfreien Lösung
negativ ist, positiv, so daß beim Kristallisationsprozeß während des Abkühlens Steinsalz mit auskristalli-
siert und die Produkte erheblich verschlechtert. Insgesamt hat man also durch die Gegenwart von Carnallit
im Rohsalz bzw. Chlormagnesium in der Lauge folgende Nachteile: geringere Ausbeute, geringerer Durchsatz,
schlechtere Produkte und höhere K Cl-Verluste. Alle
ao diese Nachteile werden durch die Vorabtrennung des Carnallits schlagartig beseitigt.
Bei der Flotation carnallitischer Mischsalze liegen die Verhältnisse ähnlich. Zunächst wird in einer Vorstufe
der Carnallit kalt zersetzt. Das hierdurch entstehende Zersetzungschlorkalium ist ohne Flotation als Produkt
mit höchstens 40% K2O zu gewinnen, weshalb man an die Zersetzung eine Flotation anschließt, bei welcher das
Chlorkalium aus der Zersetzunglauge ausflotiert wird. Da aber die Flotation aus magnesiumchloridhaltigen
Laugen schwieriger ist als die Flotation aus magnesiumchloridfreien Laugen, erhält man bei diesem Verfahren
durch die Flotation lediglich ein Produkt mit etwa 50% K2O und hat außerdem, da man ja das eingeführte
Chlormagnesium wieder aus dem Prozeß ausführen muß, K Cl-Verluste in der Abstoßlauge. Eine Vorabtrennung
des Carnallits ermöglicht ohne Schwierigkeit die Erzielung eines KCl-Konzentrates mit 60% K2O bei entschieden
verbesserter Ausbeute.
Bei der elektrostatischen Aufbereitung carnallitischer Mischsalze nach dem Verfahren der chemischen Konditionierung
mittels anionischer Substanzen treten die obenerwähnten Nachteile der verschlechterten Konzentrate
und das Unbrauchbarwerden des so gewonnenen Chlorkaliums für Düngezwecke ein. Nach Vorabtrennung
des Carnallits gemäß dem neuen Verfahren läßt sich der Rückstand nach chemischer Konditionierung mittels
anionischer Substanzen gemäß den Patentanmeldungen K 30921, K 31075, K 31784, alle Klasse Ib) elektrostatisch
mit über 90%iger Ausbeute auf Konzentrate von 60% K2O aufbereiten.
Die folgenden Beispiele illustrieren die Wirkungsweise des neuen Verfahrens.
| Trenn temperatur |
Relative Feuchte bei 21°C Raum temperatur |
Ca Carnallit |
rnallitkonzent KCl |
rat Carnallit- ausbeute |
Carnallit | Rückstand KCl |
K CI-Ausbeute |
| 0C | % | % | V. | V. | % | Ve | V· |
| 80 | 40 | 18,9 | 19,6 | 72,9 | 2,8 | 9,2 | 54,3 |
| 60 | 40 | 31,8 | 9,0 | 94,6 | 0,4 | 13,2 | 87,1 |
| 40 | 40 | 36,2 | 9,2 | 96,9 | 0,2 | 12,9 | 88,9 |
| 35 | 40 | 33,5 | 10,4 | 95,1 | 0,3 | 13,2 | 87,9 |
| 60 | 60 | 26,0 | 11,9 | 90,6 | 0,6 | 12,5 | 82,6 |
| 40 | 62 | 27,6 | 11,8 | 96,9 | 0,3 | 12,3 | 81,5 |
| 60 | 70 | 17,3 | 10,5 | 93,0 | 0,6 | 13,8 | 73,9 |
Ein carnallitisches Mischsalz mit 9,6 % K2O-Gehalt,
6,4% Carnallit und 13,4% KCl (Rest Steinsalz und Kieserit) wurde in die Fraktionen 0 bis 1 mm, 1 bis 2 mm
und 2 bis 4 mm aufgeteilt. Mengenmäßig betrug die 1. Fraktion 49,7, die 2. Fraktion 31,2, die 3. Fraktion
19,1 °/0. Die 1. Fraktion hatte einen K2O-Gehalt von
9,0% und enthielt 5,8% Carnallit und 12,6% KCl. Bei verschiedenen Trenntemperaturen und verschiedenen
relativen Luftfeuchtigkeiten der umgebenden Atmosphäre bei 210C wurden die Ergebnisse der folgenden
Tabelle 1 a erhalten.
Wie aus dieser Tabelle hervorgeht, liegen die günstigsten Ergebnisse für diese Fraktion bei Trenntemperaturen
von 30 bis 60° C und Wasserdampfpartialdrücken von 7,4 mm Hg =40% relative Feuchte bei 21° C. Hier
werden Carnallitausbeuten von 90 % und darüber erzielt, und die Carnallitgehalte des Rückstandes sind außerordentlich
klein.
Die 2. Fraktion (1 bis 2 mm) hatte einen K2O-Gehalt
von 9,9% und enthielt 6,4% Carnallit und 13,9% KCl.
ίο Die Variation der Trenntemperatur und der relativen
Feuchte der Raumatmosphäre ergeben die Ergebnisse der Tabelle 1 b.
| Trenn temperatur |
Relative Feuchte bei 21° C Raum temperatur |
Ca Carnallit |
rnallitkonzent KCl |
rat Carnallit- ausbeute |
Carnallit | Rückstand KCl |
KCl-Ausbeute |
| 0C | % | 7o | 7o | % | 7o | Vo | |
| 40 | 42 | 50,2 | 11,2 | 62,7 | 2,3 | 14,9 | 94,5 |
| 60 | 42 | 47,0 | 13,6 | 44,0 | 3,6 | 14,7 | 94,7 |
| 40 | 61 | 67,8 | 5,0 | 88,4 | 0,8 | 15,8 | 97,2 |
| 60 | 60 | 66,2 | 7,8 | 68,0 | 2,1 | 15,5 | 96,7 |
| 40 | 70 | 28,2 | 6,2 | 88,8 | 0,9 | 15,6 | 90,9 |
| 60 | 69 | 44,9 | 5,7 | 76,8 | 1,6 | 15,0 | 95,7 |
Während bei der 1. Fraktion das beste Ergebnis bei einer Trenntemperatur von 400C und einem Wasserdampfpartialdruck
von 7,4 mm Quecksilbersäule (40% relative Feuchte bei 21 ° C Raumtemperatur) erzielt wurde,
liefert die 2. Fraktion das Optimum bei einer Trenntemperatur von 4O0C und einem Wasserdampfpartialdruck
von 11,4 mm Quecksilbersäule = 61 % relative Feuchte bei 21° C. Besonders beachtenswert ist dabei die
Höhe der erzielten Carnallitkonzentrate.
Die 3. Fraktion (2 bis 4 mm) mit einem K2O-Gehalt
von 10,5%, 7,7% Carnallit und 14,7% KCl lieferte die Ergebnisse der folgenden Tabelle 1 c.
Wie die Tabelle Ic zeigt, ist für diese grobe Fraktion
ein noch höherer Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre, nämlich ein Wasserdampf partialdruck von 12,9 mm Quecksilbersäule
= 69% relative Feuchte bei 210C am günstigsten.
| Trenn temperatur |
Relative Feuchte bei 21°C Raum temperatur |
Ca Carnallit |
rnallitkonzent KCl |
rat Carnallit- ausbeute |
Carnallit | Rückstand KCl |
KCl-Ausbeute |
| 0C | Vo | % | 7o | % | Vo | 7o | V0 |
| 35 | 61 | 52,5 | 5,4 | 75,4 | 2,4 | 18,0 | 96,0 |
| 40 | 60 | 37,9 | 6,2 | 51,1 | 3,9 | 17,1 | 96,2 |
| 60 | 60 | 68,1 | 4,7 | 47,1 | 4,7 | 16,9 | 97,7 |
| 35 | 69 | 22,9 | 11,2 | 85,2 | 1,7 | 18,5 | 79,0 |
| 40 | 70 | 31,1 | 6,8 | 61,1 | 3,6 | 18,5 | 93,6 |
| 60 | 69 | 42,4 | 6,1 | 42,1 | 4,7 | 17,4 | 97,2 |
Mit den im Beispiel 1 ermittelten günstigsten Bedingungen für die Trenntemperatur und Luftfeuchtigkeit
wurde das gleiche Rohsalz auf hochprozentigem Carnallit aufbereitet. Es wurden wieder drei Korngrößenfraktionen
hergestellt mit den gleichen Kornspannen wie im Beispiel 1. In einer 1. Trennstufe wurden die Ergebnisse der
folgenden Tabelle 2 a erzielt.
| Menge | Tabelle 2 a | gehalt | verteilung | Gehalt | KCl- | Verteilung | |
| Rohsalz | eff. | Vo | Vo | Vo | |||
| Fraktion | Vo | Carnallit- | Vo | 47,2 | 12,6 | 45,2 | |
| 49,7 | 6,3 | 30,6 | 13,9 | 31,2 | |||
| mm | 31,2 | 6,4 | 22,4 | 14,7 | 23,6 | ||
| Obis I | 19,1 | 7,7 | |||||
| 1 bis 2 | |||||||
| 2 bis 4 | |||||||
Vorkonzentrierung
Fraktion
Trenntemperatur
Relative
Feuchte
bei 21° C
Raumtemperatur
Carnallitkonzentrat
Carnallit-
gehalt
Vo
Vo
ausbeute Vo KCl-
Gehalt
o/
o/
/0
Ausbeute
o/
/o
Rückstand
Carnallit-
gehalt
ausbeute
KCl-
Gehalt
Vo
Vo
Ausbeute
10
Obis 1
1 bis 2
2 bis 4
40
40
35
40
61
69
34,2
59,1
41,0
59,1
41,0
90,7 88,6 74,1 6,6
5,4
8,2
5,4
8,2
8,7
3,6
7,8
3,6
7,8
0,7
0,8
2,3
9,3
11,4
25,9
11,4
25,9
13,8
14,8
15,7
14,8
15,7
91,3
96,4
92,2
96,4
92,2
Die Carnallitkonzentrate der drei Fraktionen wurden erneut einer Scheidung unter den gleichen Bedingungen
wie bei der Vorkonzentrierung unterworfen, und nach mehrmaliger Wiederholung dieser Operation erhielt man
die Ergebnisse der folgenden Tabelle 2 b.
TabeUe 2 b
Nachkonzentrierung
| Fraktion | Carnallitkonzentrat | Ausbeute Vo |
Ge halt Vo |
KCl- | Mittelgut | Carnallit- | Ausbeute Vo |
Ge halt Vo |
KCl- | Rückstand | Ausbeute % |
Ge halt o/ /o |
KCl- |
| Trenn | Carnallit- | 5 | 6 | Ausbeute Vo |
Ge- halt Vo |
9 | 10 | Ausbeute Vo |
Carnallit- | 13 | 14 | Ausbeute °/o |
|
| temperatur relative Feuchte |
Ge- halt Vo |
65,1 78,6 47,5 |
1,4 2,0 3,7 |
7 | 8 | 23,8 10,0 26,6 |
5,3 11,1 9,8 |
11 | Ge- hait Vo |
11,6 11,4 25,9 |
13,5 14,8 15,7 |
15 | |
| 1 bis 3 | 4 | 1,1 0,9 1,2 |
39,2 17,8 22,6 |
1,6 2,7 6,0 |
12 | 96,7 96,4 92,8 |
|||||||
| wie bei Tabelle 2a |
86,4 84,1 76,8 |
0,9 0,8 2,3 |
|||||||||||
Die Carnallitkonzentrate der drei Fraktionen werden zum Gebrauch oder zur weiteren Verarbeitung (Zersetzung)
aus dem Prozeß ausgeführt. Die Mittelgüter gehen an den Anfang der Carnallitabtrennung zurück,
und die Rückstände, die praktisch das gesamte Chlorkalium enthalten, werden nach bekannten Verfahren
weiteraufgearbeitet.
Besonders wichtig ist, daß die Rückstände nun auch nach der Methode der chemischen Konditionierung mittels
anionischer Substanzen gemäß den obengenannten Patenten elektrostatisch aufbereitet werden können, so daß die
Vorteile des trockenen Verfahrens gegenüber den nassen nun auch in der Verarbeitung carnallitischer Mischsalze
erstmalig ausgenutzt werden können. Denn ohne Vorabtrennung des Carnallits kommt man um eine nasse
Behandlung des gesamten Aufbereitungsguts mit allen damit verbundenen Nachteilen gegenüber den trockenen
Verfahren nicht herum. In verarbeitungstechnischer Hinsicht war es bisher besonders mißlich, wenn die Carnallitgehalte
so niedrig sind (<10°/0), daß sich eine Vorzersetzung
des Carnallits nicht lohnt, aber doch so hoch (>l°/o), daß sie besondere Verarbeitungsmethoden erfordern,
da sie sonst die Brauchbarkeit der Produkte beeinflussen würden.
45 In der folgenden Tabelle 3 werden Versuche mit anderen Rohsalzen und sehr unterschiedlichen Carnallitgehalten
zusammengestellt. Wie die Tabelle zeigt, arbeitet das neue Verfahren auch bei höheren Carnallitgehalten
einwandfrei.
| Rohsalz Carnallit K2O |
ί | 48,0 . 17,6 | Trenn temperatur |
Relative Feuchte bei 210C Raum temperatur |
Carr Carnallit |
lallitkonzer KCl |
itrat Carnalüt- ausbeute |
Carnallit- gehalt |
Rückstand KCI- Gehalt |
KCl- Ausbeute |
| Vo | 28,0 19,5 \ | 68,5 j 18,6 | 0C | Vo | Vo | Vo | Vo | % | Vo | Vo |
| 8,2 ' 17,2 | 1 | 40 | 38 | 38,9 | 19,9 | 77,7 | 2,2 | 26,1 | 87,0 | |
| i ί | 60 | 36 | 68,9 | 15,4 | 96,2 | 1,8 | 29,3 | 74,5 | ||
| 28,0 : 19,0 \ | 40 | 38 | 62,3 | 18,4 | 96,8 | 2,1 | 29,8 | 67,6 | ||
| \ | 60 | 59 | 65,2 | 9,8 | 96,4 | 1,7 | 35,0 | 83,7 | ||
| 40 | 38 | 82,6 | 3,1 | 98,4 | 0,7 | 31,2 | 95,1 | |||
| 40 | 60 | 71,2 | 4,7 | 98,2 | 0,9 | 33,6 | 91,0 | |||
| 60 | 58 | 74,5 | 3,8 | 96,5 | 1,8 | 31,2 | 92,5 | |||
| 40 | 39 | 78,9 | 4,5 | 99,4 | 0,7 | 31,2 | 81,7 | |||
| 40 | 38 | 84,3 | 7,7 | 99,8 | 0,6 | 25,6 | 43,9 |
Die nach dem neuen Verfahren ermöglichte und durch Beispiel 2 demonstrierte Gewinnung des Carnallits in
hochprozentiger Form verbessert auch die weitere Verarbeitung des Carnallits selbst, d. h. seine Zersetzung
zu Chlorkalium, in entscheidender Weise. Ein Carnallit läßt sich mit um so weniger Lauge bzw. Wasser und mit
um so größerer Ausbeute zersetzen, je hochprozentiger er ist, weil die K Cl-Verluste in der Zersetzungslauge
um so geringer werden, je höher die Konzentration der Lauge an Magnesiumchlorid getrieben werden kann.
Außerdem fällt das Zersetzungschlorkalium wegen des verminderten Gehaltes an NaCl sofort in hochprozentiger
Form (etwa 60% K2O) an, ohne daß es nötig ist, einen besonderen Verfahrensschritt zur Anreicherung (Decken,
Flotieren) anzuschließen.
Insgesamt bringt also das neue Verfahren der Vorabtrennung des Carnallits aus dem Aufbereitungsgut auf
elektrostatischem Wege eine ganze Reihe erheblicher technischer Fortschritte bei der Verarbeitung von carnallitischen
Mischsalzen, deren wichtigste noch einmal kurz zusammengestellt seien:
Vollkommen trockene Aufbereitung carnallitischer Mischsalze auf elektrostatischem Wege.
Beim Löseprozeß: höherer Durchsatz, höhere Ausbeute, verbesserte Produkte, geringerer Energieaufwand,
geringere K2O-Verluste.
Bei der Flotation: höhere Konzentrate, verminderte K2O-Verluste.
Bei der Zersetzung des Carnallits: verbesserte Produkte, geringere K2 O-Verluste, verminderte Energiekosten.
Damit ist durch dieses neue Verfahren auf technisch fortschrittliche Weise ein Problem gelöst, das seit geraumer
Zeit täglich dringlicher wurde, da aus den vorhandenen Lagerstätten in zunehmendem Maße carnallitische
Mischsalze gefördert werden.
Claims (4)
1. Verfahren zur elektrostatischen Abtrennung von Carnallit aus solchen enthaltenden Kalisalzen, dadurch
gekennzeichnet, daß das Aufbereitungsgut auf eine Temperatur zwischen 30 und 8O0C, vorzugsweise
zwischen 35 und 700C, erwärmt und bei Wasserdampf partialdrücken von 5,6 bis 13, vorzugsweise
7,4 bis 13 Torr, der Carnallit in hochprozentiger Form elektrostatisch abgetrennt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufbereitungsgut in Korngrößenfraktionen
aufgeteilt, die einzelnen Fraktionen getrennt der elektrostatischen Carnallitabscheidung unterworfen
und dabei die gröberen Fraktionen bei höherer Luftfeuchtigkeit und gegebenenfalls tieferen Temperaturen
als die leichteren Fraktionen elektrostatisch aufbereitet werden.
3. Verfahren zur elektrostatischen Aufbereitung von Carnallit enthaltenden Kalisalzen, dadurch gekennzeichnet,
daß nach der elektrostatischen Vorabtrennung von Carnallit gemäß den Ansprüchen 1
und 2 der Rückstand einer chemischen Konditionierung mit anionischen Substanzen unterworfen und
weiter elektrostatisch aufbereitet wird.
4. Verfahren zur Aufbereitung von Carnallit enthaltenden Kalisalzen, dadurch gekennzeichnet, daß
nach der elektrostatischen Vorabtrennung von Carnallit gemäß den Ansprüchen 1 und 2 der Rückstand
nach den bekannten Methoden des Löse- oder Flotationsverfahrens weiter aufbereitet wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 755 155.
Deutsche Patentschrift Nr. 755 155.
© 009 647/81 11.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK35399A DE1092401B (de) | 1958-07-26 | 1958-07-26 | Verfahren zur Aufbereitung von Carnallit enthaltenden Kalisalzen durch elektrostatische Abtrennung des Carnallits |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK35399A DE1092401B (de) | 1958-07-26 | 1958-07-26 | Verfahren zur Aufbereitung von Carnallit enthaltenden Kalisalzen durch elektrostatische Abtrennung des Carnallits |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1092401B true DE1092401B (de) | 1960-11-10 |
Family
ID=7220334
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK35399A Pending DE1092401B (de) | 1958-07-26 | 1958-07-26 | Verfahren zur Aufbereitung von Carnallit enthaltenden Kalisalzen durch elektrostatische Abtrennung des Carnallits |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1092401B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3225924A (en) * | 1961-08-26 | 1965-12-28 | Kali Forschungs Anstalt | Process for the electrostatic separation of carnallite-containing crude salts |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE755155C (de) * | 1939-05-26 | 1951-11-29 | Zschimmer & Schwarz Chem Fab D | Verfahren zur Herstellung von Mueckenschutz gewaehrenden Struempfen |
-
1958
- 1958-07-26 DE DEK35399A patent/DE1092401B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE755155C (de) * | 1939-05-26 | 1951-11-29 | Zschimmer & Schwarz Chem Fab D | Verfahren zur Herstellung von Mueckenschutz gewaehrenden Struempfen |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3225924A (en) * | 1961-08-26 | 1965-12-28 | Kali Forschungs Anstalt | Process for the electrostatic separation of carnallite-containing crude salts |
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