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Schaltungsanordnung zur Fahrstraßensteuerung in Gleisbildstellwerken
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zur Fahrstraßensteuerung in Gleisbildstellwerken,
in denen beim Betätigen je einer Start- und Zieltaste für jede Fahrstraße über der
Gleisanlage nachgebildete Stromnetze in zwei einander entgegenlaufenden Auswahlvorgängen
Relais angeschaltet werden, die den zu der Fahrstraße gehörigen Weichen zugeordnet
sind.
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In Gleisbi.ldstellwerken sind in bekannter Weise zur Fahrstraßensteuerung,
d. h. zum Stellen, Verschließen und/oder Festlegen bzw. Auflösen der Fahrstraßen,
Start- und Zieltasten oder von diesen gesteuerte Relais vorgesehen, die Anfang und
Ende einer Fahrstraße über einen in einem Stelltisch schematisch nachgebildeten
Fahrweg kennzeichnen. Jeder Weiche sind die für den Verschluß b@zw. die Festlegung
und die Auflösung erforderlichen Schaltmittel zugeordnet. Man hat hierbei die Stromkreise,
die zur Überprüfung und Auswahl von Relais der zu den verschiedenen Fahrstraßen
gehörigen Weichen erforderlich sind, dem Gleisplan der entsprechenden Gleis-bzw.
Bahnhofsanlage nachgebildet. In diesen Stromnetzen wird von Kontakten je einer Start-
und Zieltaste unmittelbar oder mittelbar je ein Auswahlstromkreis für alle von dem
Start- bzw. Zielpunkt aus möglichen Fahrwege von Weiche zu Weiche weitergeschaltet
und die Steuerung derjenigen . Fahrstraße vorgenommen, für die sich zwei Stromkreise
decken, die in einander entgegenlaufenden Auswahlvorgängen -zustande kommen. Die
beiden einander entgegenlaufenden Auswahlvorgänge sind erforderlich, da in jedem
Auswahlvorgang jeweils nur die Relais derjenigen Weichen eindeutig ausgewählt werden
können, deren zugehörige Schaltungsstränge am Anfang der Stromkreise liegen und
von der stumpfen Seite her, d. h. von den dem Plus- bzw. Minusstrang der Weiche
entsprechenden Schaltungssträngen her, angeschaltet werden.
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Bei den bekannten Schaltungsanordnungen dieser Art ist bisher für
jeden der einander entgegenlaufenden Auswahlvorgänge ein eigenes Stromnetz erforderlich.
Das zweite Stromnetz wird dabei entweder gleichzeitig mit dem ersten Stromnetz oder
erst dann angeschaltet, wenn die Durchschaltung des -Auswahlstromkreises in dem
ersten Stromnetz beendet ist. Durch diese beiden Stromnetze ergibt sich ein verhältnismäßig
großer Aufwand von Schaltmitteln, Leitungsverbindungen und damit auch eine hohe
Anzahl von Lötverbindungen u. dgl., durch die der Sicherheitsgrad der Anlage herabgesetzt
wird. Hinzu kommt, daß bei solchen Schaltungsanordnungen in dem einen Stromnetz
so viele Prüfrelais angeordnet sind, wie z. B. Streckengleise vor4anden sind, während
in dem anderen Stromnetz so viele Prüfrelais angeordnet sind, wie z. B. Bahnhofsgleise
vorhanden sind. Gemäß der Erfindung werden diese Nachteile dadurch beseitigt, daß
dasselbe Stromnetz für beide einander entgegenlaufenden Auswahlvorgänge in der Weise
verwendet wird, daß ein am Ende des ersten Auswahlvorganges ansprechendes Prüfrelais
durch unmittelbar oder mittelbar gesteuerte Kontakte die für den ersten Auswahlvorgang
vorgesehene Speisestroinquelle des Stromnetzes abschaltet und die Speisestromquelle
sowie das Prüfrelais für den zweiten Auswahlvorgang an das Stromnetz anschaltet,
wobei das erste Prüfrelais und die im ersten Auswahlvorgang betätigten Weichenlagerelais
mindestens bis zum Ansprechen des zweiten Prüfrelais erregt bleiben. Das Abfallen
dieser im ersten Auswahlvorgang ansprechenden Relais kann durch eine ausreichende
Abfallverzögerung oder eine Haltewicklung verhindert werden, die von dem Prüfrelais
für den zweiten Auswahlvorgang wieder abgeschaltet wird. An Stelle von zwei Stromquellen
kann auch für beide Auswahlvorgänge dieselbe Stromquelle verwendet werden, wenn
am Ende des ersten Auswahlvorganges die Speiseanschlüsse vertauscht werden.
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Um beim ersten Auswahlvorgang das Ansprechen der Relais zu verhindern,
die erst beim zweiten Auswahlvorgang eindeutig ausgewählt werden können, z. B. der
Weichenlagerelais der beim ersten Auswahlvorgang von dem der Weichenspitze entsprechenden
Schaltungsstrang her angesteuerten Weichen, können in den Stromkreisen dieser Relais
weitere von dem ersten Prüfrelais unmittelbar oder mittelbar gesteuerte Arbeitskontakte
angeordnet sein. Es ist aber auch möglich, für die beiden Auswahlvorgänge verschiedene
Stromrichtungen oder Stromarten zu verwenden, z. B. Gleichstrom und Wechselstrom,
und durch den Relais vorgeschaltete Gleichrichter die im ersten Auswahlvorgang bedarfsweise
auswahlbaren Relais für beide Stromarten, dagegen die im zweiten Auswahlvorgang
auswählbaren
_ Relais nur für die zweite Stromart ansprechfähig zu machen.
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Sollen die den einzelnen Weichen zugeordneten Schaltungsteile vollkommen
gleichartig aufgebaut sein, unabhängig davon, ob die Weiche im ersten oder im zweiten
Auswahlvorgang von der stumpfen Seite der Weichenspitze her ausgewählt wird, so
kann dies durch Zuordnung eines Hilfsrelais zu jeder Weiche erreicht werden, -das
an den der Weichenspitze entsprechenden Schaltungsstrang angeschlossen ist und bei
seinem Ansprechen den Stromkreis der zugehÖrigen Weichenlagerelais vorübergehend,
d. h. bis zum zweiten Auswahlvorgang, unterbricht, Für jeden der beiden Auswahlvorgänge
genügt unabhängig von der Zahl der jeweils: zu berücksichtigenden Strecken- bzw.
Bahnhofsgleise nur je ein Prüfrelais an jedem Ende des Stromnetzes. Es ist jedoch
auch möglich, für jedes Strecken- bzw. Bahnhofsgleis je ein Prüfrelais anzuordnen.
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An Hand der Fig. 1 bis 3 seien zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
sowie weitere Erfindungsmerkmale näher erläutert.
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Fig. 1 zeigt die auf einem Stelltisch schematisch nachgebildete Gleisanlage
eines Bahnhofskopfes mit den Streckengleisen X und Y und den Bahnhofsgleisen 1 bis
4, die durch die Weichen W 1 bis W 6
miteinander verbunden sind. Zur
Fahrstraßeneinstellung sind den Streckengleisen X und Y die Tasten TX und
TY und den Bahnhofsgleisen 1 bis 4 die Tasten T 1 bis T 4 zugeordnet.
Dabei sei beispielsweise angenommen, daß die Tasten TX und TY nur als Starttasten
und die Tasten T1 bis T4 nur als Zieltasten für die Einfahrten aus den Streckengleisen
X bzw. Y
in die Bahnhofsgleise 1 bis 4 dienen.
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Fig.2 zeigt eine zum Einstellen von Fahrstraßen vorgesehene Schaltungsanordnung,
deren oberer Teil der in Fig. 1 dargestellten Gleisanlage nachgebildet ist. In diesem
Stromnetz ist jeder Weiche W 1 bis W 6
je ein die gewünschte Pluslage
kennzeichnendes Weichenlagerelais 1+ bis 6+ und je ein die Minuslage kennzeichnendes
Weichenlagerelais 1- bis 6-zugeordnet. Jedes Weichenlagerelais 1+, 1-, 2+, 2-usw.
hat zwei Kontakte 11+ und 12-f-, 11- und 12 -, 21-i- und 22+ usw. sowie zwei Wicklungen
A und H, von denen die an das Stromnetz angeschlossenen Wicklungen A die Ansprech-
und die Wicklungen H die Haltewicklungen sind. Die Haltewicklungen H sind in einem
gesonderten Ortsstromkreis angeordnet und werden in diesem nach dem Schließen des
vom Prüfrelais P1 gesteuerten Kontaktes P13 über Selbsthaltekontakte 12-, 12-I-
bis 62-, 62+ der Weichenlagerelais 1-, 1+ bis 6-, 6+ erregt. Zur Einspeisung des
Stromnetzes bei dem jeweiligen Auswahlvorgang sind am Anfang und Ende des Stromnetzes
die wechselweise anschaltbaren Speisestromquellen S1 und S2 vorgesehen. Im dargestellten
Beispiel ist angenommen, daß bei dem ersten Auswahlvorgang die SpeisestromquelleSl
angeschaltet ist; es soll also eine Fahrt von einem der Bahnhofsgleise 1 bis 4 nach
dem Streckengleis X oder Y ausgewählt werden. Bei dem zweiten Auswahlvorgang
ist die Speisestromquelle S2 angeschaltet, was einer Fahrt von dem Streckengleis
X oder Y nach einem Bahnhofsgleis -1 bis 4 entspricht. Bei Jedem Auswahlvorgang
werden nur die Weichenlagerelais derjenigen Weichen erregt, deren Schaltungsstränge
mit der stumpfen Seite, d. h. mit dem Plus- und bzw. oder Minusstrang, nach der
jeweiligen Speisestromquelle zeigen. So können also im ersten Auswahlvorgang nur
die Weichenlagerelais 1+ oder 1-, 3+ oder 3-, 4+ oder 4-, 6+ oder 6- erregt werden.
Erst im zweiten Auswahlvorgang können die Weichenlagerelais 2+ oder 2- bzw. 5+ oder
5- erregt werden.
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Die Anschaltung von Anfang und Ende des in den beiden Auswahlvorgängen
auszuwählenden Stromkreises erfolgt durch die von den Fahrstraßentas.ten TX oder
TY und TI, T2, T3 oder T4 gesteuerten Kontakte TX1, TYl, T11, T21,
T31 oder T41 bzw. über Kontakte von den Fahrstraßentasten zugeordneten Relais. Der
zweite Auswahlvorgang beginnt beim Ansprechen des Prüfrelais P1, das am Ende des
im ersten Auswahlvorgang durchgeschalteten Stromkreises angeordnet ist. Dabei wird
von dem Prüfrelais P1 mittelbar oder unmittelbar die Speisestromquelle S1 abgeschaltet
und die Speisestromquelle S2 angeschaltet. Bei dem dargestellten Beispiel ist ein
zusätzliches Relais U1 angeordnet, welches durch das nach dem ersten Auswahlvorgang
ansprechende Prüfrelais P1 über den von diesem gesteuerten Kontakt P12 angeschaltet
wird. Beim Ansprechen des Relais U1 wird durch den Kontakt U12 die Speisestromquelle
S1 abgeschaltet und dafür an diesem Ende des Stromnetzes durch den Kontakt U11 das
Prüfrelais P2 für den zweiten Auswahlvorgang angeschaltet. An das andere Ende des
Stromnetzes ist jetzt über den Kontakt P 11 des Priifrelais P 1 und den Kontakt
F 11 die Speisestromque11eS2 angeschaltet. Der Kontakt F11 wird von einem nicht
dargestellten Relais gesteuert, das z. B. den Fahrs.traßentasten TX, TY, T1 bis
T4 zugeordnet ist und nur bei Betätigung einer Strecken- und einer Bahnhofsgleistaste
anspricht. Von dem Relais U 1 werden weiterhin die Kontakte U 13 und U 14 gesteuert,
durch welche das Ansprechen der Weichenlagerelais 2+, 2-, 5+ und 5- im ersten Auswahlvorgang
gesperrt und erst im zweiten Auswahlvorgang freigegeben wird. In den Stromkreisen
der Weichenlagerelais l+, 1-, 2+, 2- usw. sind noch weitere nicht näher bezeichnete
Kontakte angeordnet, die von Ausschlußschaltmitteln, beispielsweise den Weichen
zugeordneten Fahrstraßenstellrelais, Schutzweichenstellrelais od, dgl., gesteuert
werden, deren Wirkungserläuterung sich jedoch erübrigt, da sie mit dem Wesen der
Erfindung nichts zu tun haben. Aus dem gleichen Grund ist auch auf die Darstellung
der Stromkreise verzichtet worden, die vom Ansprechen der Prüfrelais P1 und P2 abhängig
sind.
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Zur Erläuterung der Wirkungsweise der in Fig. 2 -
dargestellten
Schaltung sei beispielsweise angenommen, daß eine Fahrstraße für die Einfahrt vom
Streckengleis X in das -Bahnhofsgleis 2 eingestellt werden soll. Bei Betätigung
der Fahrstraßentasten TX und T 2 werden in Fig. 2 die Tastenkontakte TX1
und T21 geschlossen: Aus der Speisestromquelle S1 und über die Kontakte
U12 und T21 erhält das Weichenlagerelais 3+ Ansprechstrom. Gleichzeitigerhalten
über die Kontakte U12, T21, 31- und 21-das Weichenlagerelais 1- und weiter über
die Kontakte 11+ und TX 1 das Prüfrelais P 1 Ansprechstrom. Außerdem kann
über die Kontakte U12, T21, 31- und 21-I- das Weichenlagerelais 4- ansprechen. Von
den Weichenlagerelais 3+, 1- und 4- werden die Kontakte 31-I-, 11- bzw. 41- geöffnet
und die Kontakte 32+, 12- bzw. 42- geschlossen. Da durch Ansprechen des Relais P
1 der Kontakt P13 geschlossen ist, werden die Haltewicklungen H der Weichenlagerelais
3+, 1- und 4- je über die zugehörigen Selbsthaltekontakte 32+, 12- und 42-erregt.
Durch den Kontakt 31+, 11- bzw. 41- ist das Ansprechen des dem anderen Weichenstrang
der
betreffenden Weiche W 3, W 1 bzw. W4 zugeordneten Weichenlagerelais
3-, 1-1- und 4-I- angeschlossen.
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Von dem Prüfrelais P 1 sind außerdem die Kontakte P 11 und P 12 geschlossen
worden, so daß über die Kontakte F 11 und P 11 die Speisestromquelle S2 für
den zweiten Auswahlvorgang an das Stromnetz angeschaltet ist. Die Spannungen und
bzw. oder die Stromarten bzw. Stromrichtungen der Stromquellen S1 und S2 sind so
gewählt, daß alle an das Stromnetz angeschlossenen Relais darauf ansprechen können.
Es ist aber auch möglich, dieselbe Stromquelle zu verwenden. In diesem Falle werden
lediglich die gleichartigen Speiseanschlüsse S 1 und S2 wechselweise angeschaltet.
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Durch das über den Kontakt P 12 ansprechende Relais U1, welches den
Kontakt U11 schließt und den Kontakt U12 öffnet, wird die Speisestromquelle S1 für
den ersten Auswahlvorgang abgeschaltet. Dabei bleibt jedoch das Prüfrelais P1 weiterhin
über die Kontakte P 11 und F 11 erregt. Über die Kontakte F 11, P 11,
T X 1, 11-I- und U13 erhält jetzt das Weichenlagerelais 2-I- und über
die weiteren Kontakte 21-, 31-, T21 und U 11 das Prüfrelais P 2 Ansprechstrom. Durch
den Kontakt P21 des ansprechenden Prüfrelais P2 werden die im ersten Auswahlvorgang
angeschalteten Haltewicklungen H der Weichenlagerelais 3-f-, 1- und 4- abgeschaltet.
Dabei bleiben lediglich die Weichenlagerelais 3-I- und 1- durch die auch im zweiten
Auswahlvorgang erregten Ansprechwicklungen A weiterhin in Wirkstellung, und zwar
so lange, bis die Tasten TX und T2 losgelassen werden. Dagegen fällt das Weichenlagerelais
4- ab, da jetzt der Kontakt 21-I-- geöffnet ist.
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Es bleiben also nach dem zweiten Auswahlvorgang jeweils nur diejenigen
Weichenlagerelais erregt, die an denselben im ersten und zweiten Auswahlvorgang
durchgeschalteten Stromkreis angeschlossen sind. Diese Relais bewirken dann zusammen
mit den Prüfrelais P 1 und P 2, daß die zu der ausgewählten Fahrstraße gehörigen
Weichen in die entsprechende Lage gestellt werden.
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In Fig. 3 ist eine Schaltungsanordnung für die Steuerung von Fahrstraßen
dargestellt, bei welcher zur Vereinfachung der Fertigung und des Zusammenbaues sowie
auch zur Erleichterung des Umbaues von in Betrieb befindlichen Stellwerken, z. B.
bei Bahnhofserweiterungen, alle Schaltungszusätze, welche individuelle Verdrahtungsmaßnahmen
erfordern, wie z. B. die Kontakte U 13, U 14 in Fig. 2, vermieden
sind. Daher können für jeden Betriebsfall, d. h. unabhängig von der Lage der Weichenspitze,
einheitlich verdrahtete Weichenrela.isgruppen gefertigt und verwendet werden.
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Für die ebenfalls in einem der Gleisanlage (Fig. 1) nachgebildeten
Stromnetz angeordneten Schaltmittel sind, soweit sie die gleiche Ausführung und
Aufgabe haben wie die bereits in Fig. 2 dargestellten Schaltmittel, die gleichen
Bezeichnungen verwendet worden. Die Schaltungsanordnung ist jedoch derart gestaltet,
daß die beim ersten und zweiten Auswahlvorgang ansprechenden Weichenlagerelais 1-I-,
1-, 2+, 2- usw. nicht gleichzeitig, sondern jeweils kettenförmig nacheinander überFortschaltkontakte
angeschaltetwerden, die von vorher ansprechenden Relais gesteuert werden und in
den den Weichensträngen entsprechenden Schaltungssträngen angeordnet sind. Dies
trifft auch für die den Enden der Prüfstromkreise zugeordneten Prüfrelais P 1 und
P 2 zu, von denen jedes im entsprechenden Auswahlvorgang durch das jeweils zuletzt
ansprechende Weichenlagerelais angeschaltet wird. Wenn das Stromnetz an die Speisestromquelle
S 1 angeschlossen ist, dienen als Fortschaltkontakte die von den Weichenlagerelais
1-;-; 1-,3+,3-,4+, 4-, 6-I-- und 6- gesteuerten Kontakte 13-f-, 13-, 33-I-, 33-,
43-f-, 43-, 63+ bzw. 63-. Als Fortschaltkontakte für die Weichen W 2 und W 5, die
beim ersten Auswahlvorgang im Prüfstromnetz nach Fig. 3 von dem der Weichenspitze
entsprechenden Schaltungsstrang her ausgewählt werden, dienen dagegen während des
ersten Auswahlvorganges die Kontakte WA21, WA22, WA51 oder WA52, die von
einem jeder Weiche zugeordneten Hilfsrelais WA 2 bzw. WA 5 gesteuert
werden. Diese Hilfsrelais WA2, WA 5
werden vor dem zweiten Auswahlvorgang
durch vorübergehendes Unterbrechen der Speisung des Stromnetzes wieder abgeschaltet.
Dabei werden die Fortschaltkontakte wieder geöffnet und die Kontakte WA
23, WA 24 bzw. WA 53, WA 54 geschlossen, die beim ersten
Auswahlvorgang den Stromkreis der Weichenlagerelais 2+ und 2- bzw. 5-I- und 5-unterbrechen.
In entsprechender Weise ist den Weichen W 1, W 3, W 4 und W 6 je ein
Hilfsrelais WA 1, WA 3,
97A 4 bzw. WA 6 zugeordnet, das die
Kontakte WA 11 bis WA14, WA31 bis WA34, WA41 bis
WA44
bzw. WA 61 bis WA 64 steuert. Die Fortschaltkontakte
WA 11, WA 12, WA 61 und WA 62 der den Weichen zugeordneten
Hilfsrelais WA1 bis WA6 sind den Fortschaltkontakten 13-, 13-I- bis 63-, 63-I- der
Weichenlagerelais 1-, 1-i- usw. bis 6-, 6+ parallel geschaltet und überbrücken diese
bedarfsweise. Jedem Hilfsrelais WA1 bis WA6 sind Kontakte 14-I-, 14-- bis 64-I-,
64- der zugehörigen Weichenlagerelais 1-I-, 1- bis 6-I-, 6- vorgeschaltet, welche
das- Ansprechen des Hilfsrelais WA 1 bis WA 6 verhindern, solange ein Weichenlagerelais
erregt ist.
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Das vorübergehende Unterbrechen der Speisung des Stromnetzes wird
durch das Prüfrelais P 1 und die dem Prüfrelais P 1 zugeordneten Relais
U 1 und U2
bewirkt, die zwischen dem ersten und zweiten Auswahlvorgang
eine Stromversorgungslücke im Stromnetz sicherstellen, durch welche das Abfallen
der im ersten Auswahlvorgang erregten Hilfsrelais WA2 oder WA5 sichergestellt ist.
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Wird beispielsweise die Fahrstraße vom Streckengleis X zum Bahnhofsgleis
2 eingestellt, so schließen bei Betätigung der Tasten TX und T 2 die Kontakte
TX 1 und T21 sowie außer dem Kontakt F 11 die entsprechenden Kontakte F 12
bis F 14. Aus der Speisestromquelle S 1 erhält über die Kontakte F 13, U 12, T21
und WA 34 das Weichenlagerelais 3-I- Ansprechstrom, das seine Kontakte 31+
bis 43-1- betätigt. Durch die geöffneten Kontakte 31-I- und 34-I- wird das Ansprechen
des Hilfsrelais WA 3 und des Weichenlagerelais 3- beim ersten und zweiten
Auswahlvorgang verhindert. Über den Kontakt 32-I- erhält die Haltewicklung H des
Weichenlagerelais 3-I- Strom. Über den Fortschaltkontakt 33-I- und die Kontakte
24- und 24-f- ist jetzt das. der Weiche W2 zugeordnete Hilfsrelais WA 2 angeschaltet,
welches seine Kontakte WA21, W422, WA23 und WA24 umstellt. Durch die Kontakte
WA23 und WA24 werden die Weichenlagerelais 2-f- und 2- gesperrt. Über den
Fortschaltkontakt WA21 wird das Weichenlagerelais 4- und über den Kontakt
WA 22 das Weichenlagerelais 1- angeschaltet. Durch diese Relais werden die
Kontakte 11- bis 14- und 41- bis 44- betätigt. Über den Kontakt 42- bzw. 12- wird
die Haltewicklung H des Weichenlagerelais 4- bzw. 1-erregt.
Obwohl
jetzt die Fortschaltkontakte 13- und 43- geschlossen sind, können die Hilfsrelais
WA I
und WA4 nicht ansprechen, da der Stromkreis des Relais WA 1 durch
den Kontakt 14- bzw. 14-h, der Stromkreis des Relais WA 4 durch den Kontakt
44-bzw. 44-I- unterbrochen ist. Durch Schließen des Fortschaltkontaktes 13- spricht
dagegen über den Kontakt TX 1 das Prüfrelais P 1 für den ersten Auswahlvorgang
an.
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Das Prüfrelais P 1 ist mit einer Ansprechwicklung A und einer Haltewicklung
H versehen. Die Haltewicklung H wird - solange der Kontakt F 12 geschlossen ist,
d. h. solange die Tasten TX und T 2 gedrückt sind - über den Selbsthaltekontakt
P 13 erregt. Über den Kontakt P 13 wird außerdem das Relais U 1 angeschaltet, welches
seine Kontakte U 11, U12 und U15 umstellt. Der Kontakt U12
schaltet die Speisestromquelle S 1 für den ersten Auswahlvorgang ab. Der Kontakt
U 11 schaltet das Prüfrelais P 2 für den zweiten Auswahlvorgang an das Stromnetz.
Der Kontakt U15 schaltet das Relais U2 an, das bei seinem Ansprechen durch Schließen
seines Kontaktes U21 die Speisestromquelle S2 mit dem Stromnetz verbindet. Hat das
Relais U2 noch eine Anzugsverzögerung, so entsteht durch die beschriebene Arbeitsfolge
der Kontakte U11, U12 und U21 eine Stromversorgungslücke für das Stromnetz. Während
dieser Zeit fällt das Hilfsrelais WA 2 wieder ab, so daß die Fortschaltkontakte
YYA21, WA 22 wieder geöffnet und die Kontakte WA 23, WA 24
geschlossen werden. Die Weichenlagerelais 3-h, 1- und 4- verbleiben dagegen zunächst
durch die erregten Haltewicklungen Hin Wirkstellung. Über die Kontakte F11,
U21, TX1, 13-, 11-I- und WA24 spricht jetzt das Weichenlagerelais 2-I- an,
das seine Kontakte 21-h bis 24-I- betätigt. Über den Fortschaltkontakt 23-I- und
die noch geschlossenen Kontakte 33-h, 31-, T21 und U 11 spricht dann das
Prüfrelais P2 an. Der von dem Prüfrelais P 2 gesteuerte Kontakt P 21 unterbricht
den Stromkreis für die Haltewicklungen. H aller Weichenlagerelais. Hierdurch fällt
das Weichenlagerelais 4-ab, da auch seine Ansprechwicklung A bereits durch den Kontakt
21-i- abgeschaltet ist. Die Weichenlagerelais 1-, 2-h und 3-I-, deren Ansprechwicklungen
A an den im ersten und zweiten Auswahlvorgang durchgeschalteten Stromkreis angeschlossen
sind, bleiben dagegen zumindest bis zum Loslassen der Tasten TX, T 2 in Wirkstellung.
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Bei der praktischen Anwendung der Erfindung kann man die Haltewicklungen
H der Weichenlagerelais ; 1-h, 1-, 2-I-, 2- usw. auch noch für andere Aufgaben verwenden.
Beispielsweise kann man über diese Wicklungen die Einzelumstellung der Weichen bewirken
oder bei mehreren.Fahrmöglichkeiten zwischen zwei Gleispunkten, z. B. bei Umwegfahrstraßen,
die ; Einstellung der jeweils nicht gewünschten Fahrstraße sperren.
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Auch die den Weichen zugeordneten Hilfsrelais WA1, WA2 us-,v. können
noch für andere Zwecke, z. B. für die Einzelauflösung des Weichenverschlusses, s
benutzt werden.