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Wählervorrichtung für elektrische Schaltvorgänge Zusatz zum Patent
903 112 In der deutschen Patentschrift 692 482 ist das Wesentliche eines Vielfachschalters
im Beispiel einer Diagrammschaltuhr ausführlich erläutert, die eine Wählervorrichtung
für elektrische Schaltvorgänge darstellt, durch welche Stromverbraucherkreise nach
Maßgabe der in einem Zeitdiagramm dafür vorgesehenen Schaltzeiten unter Verwendung
einfachster, übersichtlich angeordneter Hilfsmittel beliebig oft, beliebig lange
und in beliebigen leicht änderbaren Kombinationen ein- oder ausgeschaltet werden.
Man unterscheidet hierbei Einstellmittel, z. B. Vorbereitungstasten, die zur Auswahl
der Stromverbraucherkreise und Schaltzeiten bzw. zur Einstellung der Kombinationen
dienen, und Auslösemittel, durch welche im richtigen Augenblick die Stromverbraucherkreise
den eingestellten Kombinationen entsprechend geschaltet werden. Je ein Einstell-
und ein Ausläsemittel sind hierbei in Reihe geschaltet. Die Zahl der Reihenschaltungen
ist groß und ergibt sich für gewöhnlich aus dem Produkt der zu schaltenden Stromverbraucherkreise
und der zu bildenden Kombinationen bzw. Schaltzeiten.
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Zur besseren Anpassung an die verschiedensten Betriebsfälle sieht
das Hauptpatent 903 ria die Zusammenfassung solcher in Reihe angeordneter
bzw.
in Reihe arbeitender Mittel zu Aufbauelementen oder Aufbaugruppen vor, mit denen
je nach Bedarf große oder kleine Vielfachschalter baukastenmäßig zusammengesetzt
werden können (vgl. Anspruch 6).
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Die neue Erfindung knüpft nun hieran an und erreicht eine noch bessere
Anpassung und damit weiter gesteigerte Anwendungsmöglichkeiten der Vielfachschalter
durch deren Aufteilung entweder in nur parallel angeordnete bzw. parallel arbeitende
Mittel als Aufbaueinheiten (Baukastenteile) oder in solche, die parallel und in
Reihe angeordnet sind.
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Während die deutsche Patentschrift 692 ¢8a einen Vielfachschalter
in Form einer Diagrammschaltuhr offenbart, dessen Schaltungen demnach von einem
Zeitnormal gesteuert "werden, kennt das Hauptpatent 903 112 bereits auch
die Verwendung des Vielfachschalters zu Schaltungen, die nicht von einem Zeitnormal
gesteuert werden, sondern beispielsweise von einem gewöhnlichen Impulsgeber od.
dgl. Durch die erfindungsgemäße Aufteilung in parallel angeordnete bzw. parallel
arbeitende Mittel als Aufbaueinheiten wird -nun der außerordentlich große Vorteil
erzielt, daß bezügliche Vielfachschalter nun ganz beliebig zu allen, insbesondere
von einem Steuervorgang abhängigen oder unabhängigen Schaltzwecken verwendet werden
können, bei denen es nur darauf ankommt, Schaltkombinationen irgendwann vorzubereiten
und sie irgendwann später zur Wirksamkeit kommen zu lassen, wobei die ursprüngliche
Aufgabe hestehenbleibt, daß nämlich die einzelnen Kombinationen leicht geändert
werden können und über die jeweiligen Einstellungen und Schaltungen beste Übersicht
besteht.
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Die Erfindung sieht etwa folgende Aufbaueinheiten vor: i. Schaltdiagramm
mit Mitteln für Zeiteinstellung, vorzugsweise Vorbereitungstasten; 2. Auslösemittel
für ausgewählte Stromkreisschalter, in Reihe zu den Mitteln für Zeiteinstellung;
3. Korrekturmittel, z. B. Löschtasten, Tasten für Dauerein- oder -ausschaltung der
einzelnen Stromverbraucherkreise usw.; 4. Prüfmittel, z. B. zur Kombinationsprüfung
bei Umschaltung; 5: Schaltmittel zur Schaltung der Stromverbraucherkreise; 6. Anzeigemittel
zur Anzeige der Schaltzustände usw.; 7. Steuermittel zur Betätigung der Auslösemittel.
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Die Grundeinheit ist die Aufbaueinheit i, das Schaltdiagramm mit Einstellmitteln.
Dieses kann erfindungsgemäß als selbständige Einheit eingebaut werden, z. B. in
einen Apparat, eine Maschine, ein Fahrzeug u@sw., wenn hierbei Stromverbraucherkreise
in beliebigen, wählbaren Kombinationen geschaltet werden sollen. Für die Auslösung
der jeweils gewünschten Kombination kommt die Aufbaueinheit 2 hinzu, die vereinigten
Auslösemittel. Diese Einheit wird mechanisch dem Schaltdiagramm angeschlossen oder
elektrisch, wobei auf die Reihenschaltungen von Kontaktschlußmitteln nach der deutschen
Patentschrift 692 482 zurückgegriffen wird. Liegen die Verhältnisse so, daß mechanischer
Anschluß möglich oder notwendig ist, so können beide Einheiten auch zu einer größeren
Einheit zusammengeschlossen werden. Sie bilden dann einen Block von Einstell- und
Auslösemitteln. Derartige Blocks können auch aus Anpassungsgründen bequem aus Aufbauelementen
öderAufbaugruppen nach dem Hauptpatent 903 112, Anspruch 6, zusammengestellt
werden. Wenn man will, bringt man .solche Aufbaueinheiten in passenden Gehäusen
unter, wie das als Beispiel in der Zeichnung dargestellt ist. Die mit gleichen Ziffern
bezeichneten Tasten gehören zu dem gleichen Stromverbraucherkreis. Dargestellt sind
die Kombinationen a, b ... f. L1, L." L3 ,sind Stromschienen
mit Verbrauchern i, 2, 3, wie das im Hauptpatent beschrieben ist. Wird nun
durch ein Steuermittel, z. B. von Hand, die Auslösung der Kombination d (durch Pfeil
angedeutet) bewirkt, so wird der Stromverbraucher 2 eingeschaltet, da die Taste
2 in der Kombination d (senkrechte Tastenreihe) in \7orbereitun.gsstellung gedrückt
ist. Geht man über auf die Kombination e, so wird der Stromverbraucher 3 noch hinzugeschaltet,
da sich hier außer der Taste 2 auch die Taste 3 in Vorbereitungsstellung befindet.
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Die getrennten wie auch die so vereinigten Aufbaueinheiten i und 2
können mit anderen Aufbaueinheiten 3 bis 6 je nach Bedarf beliebig kombiniert werden.
Und auch diese Kombinationen können im Bedarfsfall ebenfalls wieder als Aufbaueinheiten
angesehen werden. Sie sind dann eben entsprechend größer.
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Die Aufbaueinheiten 7, Steuermittel, nehmen eine ganz besondere Stellung
ein. Diese sind es, welche die Auslösung der Schaltkombinationen je nach ihrem Verwendungszweck
durchführen. Man unterscheidet solche für Kurzzeit- oder Dauerauslösung durch Moment-
oder Dauerbetätigung, und zwar solche, die mechanisch; magnetisch, elektrisch, pneumatisch
usw. oder kombiniert, mit Nah- oder Fernsteuerung arbeiten und unabhängig oder abhängig
von einem besonderen Steuer- oder Rückmeldevorgang sind, der zeitlich ungebunden
ist oder von einer beliebigen Zeiteinstelleinrichtung oder von einem Zeitnormal
beherrscht wird. Die Steuerung bewirkt die gruppenweise Umschaltung gemäß den wählbaren
Gruppierungen bzw. Kombinationen entweder in wählbarer Reihenfolge oder in der festen
Reihenfolge der Anordnung der Gruppen a, b . . . f von Einstellmitteln im
Schaltdiagramm.
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Unter Ausnutzung der hier aufgeführten Möglichkeiten, die keinen Anspruch
auf Vollständigkeit erheben, können nun die Vielfachschalter der vorliegenden Art
für alle nur denkbaren Zwecke zusammengebaut werden. An Hand der Zeichnung sei folgendes
Beispiel gegeben: Der gezeichnete Block eignet sich zur Einstellung von Kombinationen.
Durch Handauslösung, wie oben beschrieben, kann die jeweils gewünschte Kombination
zur Wirksamkeit gebracht werden. Solange diese Wirksamkeit dauern soll, muß z. B.
ein Druck in Pfeilrichtung ausgeübt werden. Durch eine Aufbaueinheit
mit
sich gegenseitig verriegelnden Tastenstellungen braucht man nur kurzzeitig einen
solchen Druck auszuüben, und die gewählte Kombination bleibt wirksam, bis man eine
neue Kombination wählt. Hierfür zwei Anwendungsbeispiele: Zur Beleuchtung von Bühnenbildern
braucht man abwechselnd verschiedene Beleuchtungseffekte, die sich am Block einstellen
lassen und beim Szenenwechsel dann von Hand ausgelöst werden. Bei der Eisenbahn
kann man durch die einzelnen Stromverbraucherkreise elektrische Weichensteuerungen
bewirken. Beim Rangieren von Eisenbahnwagen kann man so sehr schnell die einzelnen
Züge für die verschiedenen Bestimmungsorte zusammenstellen.
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Durch eine andere Aufbaueinheit, beispielsweise eine Nockenwelle mit
Motorantrieb, kann man den gleichen Block zu Lichtreklamezwecken verwenden, wobei
man durch die Einstellmöglichkeit der Kombinationen immer neue Lichteffekte einstellen
und programmäßig zum Ablauf bringen kann.
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Durch wieder andere Aufbaueinheiten mit Zeitnormalen läßt sich der
Block in eine Signal- oder Schaltuhr verwandeln. Als Aufbaueinheiten eignen sich
ferner die Zeitschalteinrichtungen nach den deutschen Patentschriften 684811 und
7o6141. In den vorstehenden Beispielen wurde als Grundeinheit das Schaltdiagramm
mit seinen Einstellmitteln als Block angegeben. Es sei betont, daß die Einstellmittel
keineswegs etwa alle in derselben Ebene angeordnet sein müssen. Mit Vorteil läßt
sich als Grundeinheit auch ein Schalter zur wechselnden Betätigung von Kontaktschlußmitteln
nach Art eines Walzenschalters verwenden, bei dem sich die Einstellmittel auf einem
Hohlzylinder befinden und so gewissermaßen ein aufgerolltes Schaltdiagramm bilden.