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Anordnung zum Drehzahlvergleich von Elektrizitätszählern Durch das
Patent 888 475 ist eine Anordnung zum Drehzahlvergleich von Elektrizitätszählern
durch Abtastung geschützt. Diese Prüfanordnung besteht im wesentlichen aus einem
Differentialgetriebe, dessen eines Sonnenrad mittelbar vom Normal, während das andere
mittelbar vom Prüfling verstellt wird. Diese Verstellung findet während einer oder
mehrerer ganzer Umdrehungen des betreffenden Zählers statt. Da die Verstellung in
entgegengesetzten Drehrichtungen erfolgt, bewegt sich die Planetenradachse nur dann,
wenn ein Unterschied im Verstellwinkel der beiden Sonnenräder vorhanden ist, d.
h. also, wenn Prüfling und Normal im Zählergebnis voneinander abweichen. Diese Abweichung
wird nun durch einen mit der Planetenradachse verbundenen Zeiger über einer in Fehlerprozenten
geeichten Skala angegeben. Eine günstige Ausführungsform des Gegenstandes des Hauptpatents
besteht darin, daß die von dem impulsgesteuerten Zähler gesendeten Impulse Kupplungen
betätigen, welche das betreffende Sonnenrad an einen durchlaufenden Motor anschließen.
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Bei der Prüfung von mehr als einem Zähler wird bei dieser Anordnung
jedem Prüfling ein Normal zugeordnet bzw., wenn nur ein Normal zur Verfügung ist,
die zu prüfenden Zähler an dasselbe zeitlich hintereinander angeschlossen. Die Aufgabe
der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, das Prüfverfahren mit der im Hauptpatent
beschriebenen Anordnung zu verbilligen, denn beiZählerprüfanordnungenmittelsDrehzahlvergleich
ist der Normalzähler der bei weitem kostspieligste Teil der Ausrüstung. Wenn man
daher eine größere Zahl von Prüflingen gleichzeitig mittels eines einzigen Normalzählers
eicht, kann man die Kosten der Anordnung im Verhältnis zur Zahl der an einem Tage
geeichten Zähler erheblich. herabsetzen.
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Der Gedanke, mehrere Zähler durch ein einziges Normal zu überprüfen,
ist an sich nicht neu. Es ist eine Anordnung bekanntgeworden, bei welcher die Eichung
mehrerer Prüflinge durch mechanischen Drehzahlvergleich mit einem einzigen Normal
bewerkstelligt wurde. Der Normalzähler ist an das Sonnenrad einesDifferentialgetriebes
angeschlossen, andessen anderem Sonnenrad ein eine Transmissionswelle treibender
Motor liegt. Das Planetenrad des Differentialgetriebes steuert die Geschwindigkeit
des Motors in Abhängigkeit von einer Abweichung zwischen der Geschwindigkeit des
Normals und der Motorgeschwindigkeit, so daß die Transmissionswelle die gleiche
Geschwindigkeit hat wie die Welle des Normalzählers. Von der Transmissionswelle
werden nun die Sonnenräder mehrerer Differentialgetriebe bewegt, wobei die freien
Sonnenräder der betreffenden Differentialgetriebe mit den Prüflingen in Verbindung
stehen. Die Planetenräder zeigen die Abweichung der Drehzahl zwischen jedem Prüfling
und der in Abhängigkeit vom Normal angetriebenen Transmissionswellean.
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Die geschilderte Mehrfachprüfeinrichtung konnte in derPraxis keineBedeutung
erlangen. Die mechanische Beanspruchung des Normalzählers durch das Zusammenwirken
seiner Welle mit dem Differentialgetriebe und dem Transmissionswellenmotor sowie
durch die vom Planetenrad zu leistende Regeltätigkeit ist so erheblich, daß die
Genauigkeit des Normalzählers nicht mehr gewährleistet ist. Damit ist aber auch
der ganze Eichvorgang in Frage gestellt. Die bekannte Anordnung hat daher der Technik
keinen gangbaren Weg gezeigt, wie die Aufgabe der Vielfacheichung bei Drehzahlvergleich
gelöst werden kann.
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Bei der Anordnung nach dem Hauptpatent 888 475 wird der zum Vergleich
verwendete Normalzähler mechanisch nicht beansprucht. Der Antrieb der zum Vergleich
dienenden Differentialgetriebe erfolgt durch einen mechanischen, vom Normalzähler
(und auch vom Prüfling unabhängigen Hilfsmotor. Aber auch für dieses neue System
kann die vorstehend erwähnte bekannte Vielfacheichänordnung nicht als Vorbild dienen.
Wollte man die durch diese gegebene Lehre auf die Eicheinrichtung nach dem Hauptpatent
anwenden, dann müßte man zwei Tränsmissionswelienmit dem
Hilfsmotor
kombinieren. Eine dieser Wellen müßte dann durch die vom Normal gesteuerte Kupplung
an den Hilfsmotor angeschlossen bzw. von diesem abgeschaltet werden. Auf dieser
Welle müßte eine der Zahl der Prüflinge entsprechende Zahl von Zahnrädern sitzen,
welche die einen Sonnenräder der vergleichenden Differentialgetriebe antreiben.
Die zweite Transmissionswelle müßte dauernd mit dem Hilfsmotor verbunden sein und
müßte eine der Zahl der Prüflinge entsprechende Zahl von Kupplungen besitzen, welche
von den Prüflingen gesteuert werden und jeweils das betreffende Sonnenrad am zugehörigen
vergleichenden Differentialgetriebe mit der Transmissionswelle verbinden.
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Die bekannte Anordnung auf den Gegenstand des Hauptpatentes übertragen
würde also eine schwer übersehbare mechanische Zusammenstellung von Wellen, Rädern,
Differentialgetrieben erfordern, bei welcher jeweils nur eine beschränkte Zahl von
Prüflingen geeicht werden könnte; abgesehen davon wäre eine derartige Anlage störanfällig,
da Störungen in nur einem Teil oftmals zu vollständiger Stillsetzung der Eichanordnung
führen würden.
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Die vorliegende Erfindung zeigt einen neuen Weg, wie eine Vielfachzählerprüfung
mittels vergleichender Differentialgetriebe durchgeführt werden kann. Die Anordnung
zum Drehzahlvergleich von Elektrizitätszählern durch elektrische, mechanische oder
akustische Abtastung, bei der vom Normal und vom Prüfling während einer oder mehrerer
Umdrehungen je ein Sonnenrad eines Differentialgetriebes in entgegengesetzten Richtungen
mittelbar sich verstellt, dessen Planetenradachse mit einem über einer in Fehlerprozenten
geeichten Skala angeordneten Zeiger verbunden ist, und bei der die bei der Abtastung
abgeleiteten Impulse einen mit konstanter Drehzahl laufenden Hilfsmotor an das zugehörige
Sonnenrad mittels impulsbetätigter elektrischer Kupplungen anschließen bzw. von
dem Sonnenrad entkuppeln, nach Patent 888 475 ist gemäß der Erfindung dadurch gekennzeichnet,
daß in bekannter Weise ein Normal eine Mehrzahl von Prüflingen dadurch in der Drehzahl
vergleicht, daß diese mit je einem Differentialgetriebe versehen sind, deren eines
Sonnenrad mit dem Normal in Wirkverbindung steht, und daß dabei jedem Differentialgetriebe
ein Hilfsmotor mit Kupplung zugeordnet ist und die vom Normal abgeleiteten Impulse
die einen Kupplungen sämtlicher Differentialgetriebe beeinflussen.
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Es wird also eine beliebige Anzahl von Prüflingen mit den zugehörigen
Differentialgetrieben, deren Antriebsmotoren und Kupplungen mit einem Normal an
die zu messende Leistung angeschlossen, und hierauf werden die Eichergebnisse von
den betreffenden Skalen abgelesen.
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Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel ist die
Läuferscheibe des Normals mit 1
bezeichnet, während die Läuferscheiben dreier
Prüflinge mit 2, 3 und 4 bezeichnet sind. Jede Läuferscheibe besitzt eine Abtastmarke
11 bzw. 21, 31, 41. Die von den Lichtquellen 12 bzw. 22, 32, 42 ausgesendeten
Lichtstrahlen werden von den Abtastköpfen 13 bzw. 23, 33, 43 abgetastet und als
Stromimpulse den Verstärkern 14 bzw. 24, 34, 44 zugeführt.
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Den Prüflingen sind nun Anordnungen zugeordnet, welche im wesentlichen
aus den Differentialgetrieben 25 bzw. 35, 45 bestehen. Das Differentialgetriebe
25 besteht aus den Sonnenrädern 26 und 27, welche über elektrisch gesteuerte Kupplungen
28 bzw. 29 an einen durchlaufenden Synchronmotor-5 angeschlossen sind. Die erforderlichen
Getriebe sind der Einfachheit halber nicht dargestellt, und die mechanischen Verbindungen
zwischen Sonnenrädern, Kupplungen und dem Motor werden durch gestrichelte Linien
angedeutet. Das Planetenrad mit dem Zeiger ist mit 6 bezeichnet. Die den übrigen
.zwei Prüflingen zugeordneten Eichvorrichtungen sind, wie in der Zeichnung angedeutet,
in genau der gleichen Weise ausgeführt. Die Kupplungen 39 und 49,
welche zur Verbindung des einen Sonnenrades mit dem jeweiligen Synchronmotor dienen,
sind mit ihren einen Kupplungen der Wicklung der Kupplung 29 parallel geschaltet,
so daß alle drei Kupplungswicklungen am Verstärker 14 liegen.
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Nachdem die Verbindungen der Zählerspulen, des Normals und der Prüflinge
hergestellt sind, wird ein Hauptschalter geschlossen, und die Zählerscheiben
1,
2, 3 und 4 beginnen sich zu drehen. Beim ersten Vorbeigang der Abtastmarke
11 an dem von der Lichtquelle 12 aus gesendeten Lichtstrahl wird vom Abtastkopf
13 über den Verstärker 14 ein Impuls an die Spulen der Kupplungen 29, 39, 49 weitergegeben.
Die drei Kupplungen schalten nun die betreffenden Sonnenräder an die zugehörigen
Synchronmotoren, so daß sich die Sonnenräder so lange drehen, bis die Kupplungen
wieder ausgeschaltet werden. Dies geschieht dann, wenn die Marke 11 beispielsweise
nach einer Umdrehung an der Lichtquelle vorbeiläuft und damit ein Ausschaltimpuls
an die drei Kupplungen 29, 39, 49 weitergegeben wird.
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Durch die Drehung der Scheiben 2, 3 und 4 sind in ähnlicher Weise
wie beim Normal mit Hilfe der Lichtquellen, Abtastköpfe und Verstärker an die Kupplungen
28 bzw. 38, 48 Einschaltimpulse weitergegeben worden, so daß die betreffenden Sonnenräder
sich so lange drehten, bis nach einer Umdrehung jeweils die Abtastmarken 21 bzw.
31, 41 wieder am Abtastkopf vorbeiliefen. Jedes der Sonnenräder 26 bzw. 36, 46 hat
also eine Drehbewegung ausgeführt, welche jeweils der Umlaufzeit der zugehörigen
Läuferscheibe 2 bzw. 3, 4 entsprach, und zwar waren diese Drehbewegungen entgegengesetzt
den Bewegungen der entsprechenden Sonnenräder 27 bzw. 37, 47. Es wurden also die
Zählungen verschiedener Zähler mit einem einzigen Normal verglichen, und in entsprechender
Weise zeigt nun jedes der drei Planetenräder auf der zugehörigen Skala den dem betreffenden
Zähler entsprechenden Abweichungswinkel in Fehlerprozenten an.