DE1072358B - Brustprothese - Google Patents
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Classifications
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Description
DEUTSCHES
Brustprothesen für brustamputierte Frauen werden bislang üblicherweise aus Schaumgummi gefertigt
und als einteilige Stücke mit einer unter die Achsel reichenden seitlichen Verlängerung in Metallformen
hergestellt. Die hohen Kosten der Metallformen und der außerordentlich hohe Lohnkostenanteil an den
Gesamtkosten des Fabrikationsvorganges zwingen dazu, die Fertigung der Brustprothesen auf eine möglichst
geringe Anzahl von Standardgrößen einzuschränken, wie es aus den gleichen wirtschaftlichen
Gründen auch bei der Fertigung von Brustformstücken aus Schaumgummi der Fall ist. Beide Artikel
werden von der einschlägigen Industrie heute höchstens in zehn Standardgrößen gefertigt, und selbst
bei dieser geringen Anzahl unterschiedlich großer und J5 unterschiedlich geformter Brustprothesen ist eine
Rentabilität in der Produktion von Brustprothesen kaum gegeben, wobei allerdings auch noch der Umstand
sich ungünstig auswirkt, daß für jede Standardgröße zwei Formen, nämlich je eine zur Herstellung
von rechtsseitig und linksseitig zu tragenden Brustprothesen, benötigt werden.
Mit den verfügbaren zehn Standardgrößen ist es in den seltensten Fällen möglich, der brustamputierten
Frau eine Brustprothese zu liefern, die den von Natur a5 aus gegebenen anatomischen Verhältnissen genau entspricht
und keine Abweichungen gegenüber der nicht amputierten Brust erkennen läßt oder bei Amputation
beider Brüste in doppelter Anordnung die frühere natürliche Körperform bzw. eine erwünschte Idealform
genau wiederherstellt. Die unter die Achsel reichende seitliche Verlängerung der Brustprothese
bringt eine weitere Erschwernis in der Verwendbarkeit- der Standardgrößen.
Zu dem schweren psychologischen Belastungsmoment für brustamputierte Frauen, keinen passenden
Brustersatz erhalten zu können, kommt die Unannehmlichkeit hinzu, daß die operierten Stellen und
die zurückbleibenden Operationsnarben in besonderem Maße reiz- und druckempfindlich sind. Schaumgummi
hat, was durch das Herstellungsverfahren dieses Materials in Metallformen bedingt ist, eine nur geringe
Oberflächenluftdurchlässigkeit. Demzufolge kann es beim Tragen einer Schaumgummiprothese zu unerwünschten
Wärmestauungen auf der Haut kommen. Das führt leicht zu bösartigen Entzündungen der besonders
empfindlichen neugebildeten Hautpartien an der Operationsstelle.
Da es bei der Fertigung von Schaumgummi-Formartikeln nicht immer mit Sicherheit gelingt, einen bestimmten
erwünschten VVeichheitsgrad zu erreichen, ist es unausbleiblich, daß einzelne Schaumgummi-Brustprothesen
härter ausfallen als andere. Die weniger weichen Brustprothesen werden beim Tragen
Brustprothese
Anmelder:
Fa. Otto Thämert,
Hannover, Hainhölzer Str. 13
Hannover, Hainhölzer Str. 13
als lästig, mitunter sogar als unangenehm druckerzeugend empfunden.
Es ist bekannt, Brustprothesen aus Einzelteilen eines weichen, elastischen, porösen Materials, wie z.B.
Wattelin, Schwammgummi, filzartigem Stoff od. dgl,, in der Weise zusammenzusetzen, daß einzelne flache
oder leicht gewölbte ringförmige Lagen dieses Materials in zunehmend kleinerer Gestalt übereinandergeschichtet
und durch Nähen oder Kleben zu einem festen Ganzen vereinigt werden. Hierbei ist es
schwierig, eine Brustprothese zu bilden, welche der Form einer natürlichen weiblichen Brust so ähnlich
ist, daß sie namentlich unter leichter Oberbekleidung nicht sofort als künstliches Ersatzstück erkannt wird.
Die Fertigung solcher Brustprothesen erfordert großen Zeit- und Müheaufwand; die Prothesen sind nicht
formbeständig und federn bei äußerer Druckeinwirkung nicht zurück. Der Vorschlag, den Brustprothesen
durch Einbau einer metallischen Spiralfeder Federungseigenschaft zu verleihen, scheitert daran,
daß Stahlfederdraht körperfremd ist und äußerlich hart wirkt.
Mit der Erfindung wird bezweckt, die vorgeschilderten Fertigungsschwierigkeiten und Anwendungsunannehmlichkeiten
von Brustprothesen zu beseitigen und die Möglichkeit zu schaffen, eine nach den anatomischen
Gegebenheiten jedes Einzelfalles genau hergerichtete Brustprothese aus Kunststoffschaum auf
wirtschaftliche Weise herzustellen.
S09 707/11
Kunstschaummaterial, wie es z. B, unter der Handelsbezeichnung »Moltopren« bekannt ist, zeichnet
sich aus durch weichelastische Zusammendrückbarkeit, ..Porösität, Abwaschbarkeit, Nähbarkeit, niedriges
spezifisches Gewicht, Dauerhaftigkeit und bleibt auch bei längerem Gebrauch völlig geruchfrei. Wegen dieser
bekannten vorteilhaften Eigenschaften wird Kunstschaummaterial insbesondere auch zur Herstellung
von orthopädischen und Körperpflegeartikeln in zunehmendem Maße verwendet. Die serienmäßige Fertigung
von Brustprothesen aus Kunstschaummaterial jedoch war bislang aus dem Grunde nicht durchführbar,
weil sich dabei für die Fertigung der Brustprothese im Gießverfahren die gleichen Schwierigkeiten
einer wirtschaftlichen Durchführbarkeit, einer individuell genauen Anpassung und einer Beeinträchtigung
der Oberflächenporosität ergeben würden, wie sie für die Herstellung von Brustprothesen aus Schaumgummi
bestehen. Hinzu kommt die weitere Erschwernis, daß Formteile aus Kunstschaum nicht in Gipsformen,
sondern nur in Metallformen gegossen werden können. Sie kommen demzufolge mit einer durch eine
porenverschließende Haut gebildeten, völlig glatten Oberfläche aus der Gießform und lassen somit die
Luftdurchlässigkeit vermissen, auf die bei Brustprothesen aus medizinischen und hygienischen Gründen
keinesfalls verzichtet werden kann.
Das bisher ungelöste Problem, Brustprothesen aus Kunstschaummaterial unter voller Ausnutzung der
vorteilhaften Eigenschaften dieses Materials zu erzeugen, ist erfindungsgemäß dadurch gelöst worden,
daß bei der aus Einzelteilen zusammengesetzten Brustprothese die Einzelteile aus den Hauptbestandteilen
der weiblichen Brust nachgebildeten, in rotationssymmetrischer Gestalt vorgefertigten Körpern aus Kunststoffschaum
oder Abschnitten solcher Körper gebildet sind, die unter individueller Anpassung an die jeweilige
Brustform zusammengesetzt und vorzugsweise durch Zusammenkleben zu einem festen Ganzen
vereinigt sind. Da schon einige wenige aus dem vollen Material herausgearbeitete, fabrikmäßig erzeugte
rotationssymmetrische Einzelkörper von unterschiedlichen Größen nahezu unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten ergeben, gelingt es, jede natürliche
Brustform hinreichend genau nachzubilden. Das Anpassen durch Zusammensetzen der richtigen Einzelteile
und das feste Verbinden der Einzelteile kann jeder Bandagist auf Grund seiner im Beruf erlernten
handwerklichen Fertigkeiten in verhältnismäßig kurzer Zeit ohne besondere Schwierigkeiten bewerkstelligen.
Die Herstellung der Brustprothesen aus Kunststoffschaum bietet vor allem den großen Vorteil, daß an
den Anlagestellen der Brustprothese die Hautatmung nicht beeinträchtigt wird, was nach heutiger Erkenntnis
der medizinischen Wissenschaft eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, Hautschäden und Hautentzündungen
zu vermeiden. Kunstschaummaterial ist zudem, namentlich für den in Rede stehenden Zweck,
hygienischer als Schäumgummi, das insbesondere bei unmittelbarer Anlage gegen den menschlichen Körper
nicht widerstandsfähig genug ist gegen Körperwärmetranspirationen sowie gegen sonstige chemische und
physikalische Einwirkungen, z. B. Lichteinwirkungen. Es wird brüchig oder klebrig und neigt dazu, sich zu
verfärben, hat also eine nur geringe Alterungsbeständigkeit. Die Reinigung einer Schaumgummiprothese
ist schwierig und erfordert eine lange Trockenzeit. Kunstschaummaterial dagegen ist gegen
chemische und physikalische Einflüsse nahezu unempfindlich, läßt sich leicht reinigen, schnell trocknen
und zeichnet sich durch lange Lebensdauer aus. Als vorgefertigte Einzelteile können vier rotationssymmetrische
Kunstschaumkörper vorgesehen werden, von denen der der Mittelbrust nachgebildete Teil die
Form einer dickwandigen Halbkugelschale und der der Brustspitze nachgebildete Teil die Form eines
kegligen oder hohlkegligen Körpers aufweist, während die seitliche Verlängerung als Teilabschnitt eines
massiven Spitzkegels und die Nachbildung des oberen Brustansatzes als Teilabschnitt eines Hohlkegelmantels
gefertigt ist. Die Fertigung unterschiedlicher Einzelteile für rechts- und linksseitig zu verwendende
Brustprothesen ist nicht erforderlich, da die rechtsseitigen Brustprothesen aus den gleichen Einzelteilen
zusammengesetzt werden können wie die linksseitigen Brustprothesen.
Zur Erzielung einer guten Anschmiegsamkeit des die seitliche Verlängerung bildenden Spitzkegelabschnittes
an den Körper der Prothesenträgerin kann der Spitzkegelabschnitt unter elastischer Dehnung
seiner Oberfläche am Hauptteil der Brustprothese so angebracht werden, daß seine dem Körper der Prothesenträgerin
zugekehrte Anlagefläche konkav gekrümmt verläuft. Die erfindungsgemäß aus mehreren
Einzelstücken zusammengesetzten Brustprothesen können in an sich bekannter Weise mit einem sie an
der gesamten Außenfläche oder an Teilen der Außenfläche bedeckenden Stoffüberzug oder einem dünnen
Kunstschaumüberzug versehen oder in einen Büstenhalter eingearbeitet werden. Die Fertigstellung der
Brustprothese erfolgt am besten in handwerklicher Einzelanfertigung unter individueller Zusammenstellung
der Einzelteile unmittelbar auf dem Körper der Prothesenträgerin in einer Bandagenwerkstatt. Es
ist jedoch auch möglich, Brustprothesen in den üblichen Größen und Formen serienmäßig in größerer
Auflage in einem fabrikmäßigen Herstellungsbetrieb zu erzeugen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 und 2 die Vorderansicht bzw. Draufsicht einer rechtsseitig zu tragenden Brustprothese,
Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Draufsicht mit gekrümmt verlaufender seitlicher Verlängerung der
Prothese,
Fig. 4 einen horizontalen Längsmittelschnitt durch die Prothese nach Fig. 3,
Fig. S bis 12 Einzelteile, aus denen die Brustprothese zusammengesetzt ist, und zwar
Fig. 5 und 6 den aus einer starkwandigen Halbkugelschale bestehenden Hauptteil in Vorderansicht
bzw. im Querschnitt nach der Linie VI-VI der Fig. 5,
Fig. 7 und 8 den die Erhöhung zur Brustspitze bildenden Hohlkegel in Vorderansicht bzw. im Querschnitt
nach der Linie VIII-VIII der Fig. 7,
Fig. 9 und 10 den die seitliche Prothesenverlängerung bildenden Teil in Vorderansicht bzw. in Draufsicht,
Fig. 11 und 12 den den oberen Brustansatz der Prothese darstellenden Hohlkegelmantelabschnitt in
Innenansicht bzw. im Querschnitt nach der Linie XII-XII der Fig. 11.
AlleTeile eier Brustprothese sind aus Kunstschaummaterial gefertigt und stellen rotationssymmetrische
Körper oder Abschnitte solcher Körper dar. Der Hauptteil a ist im gezeichneten Ausführungsbeispiel
etwa in der Form einer dickwandigen Halbkugelschale ausgeführt, wobei die Dickwandigkeit aus dem Grunde
vorgesehen ist, um beim Tragen der Brustprothese das Eindrücken derselben auszuschließen. Es ist durchaus
Claims (4)
1. Brustprothese, welche aus Einzelteilen eines weichen, elastischen, porösen Materials zusammengesetzt
ist, vorzugsweise mit einer zur Achselhöhle der Prothesenträgerin weisenden seitlichen Verlängerung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelteile aus den Hauptbestandteilen der weiblichen
Brust nachgebildeten, in rotationssymmetrischer Gestalt vorgefertigten Körpern aus Kunststoffschaum
oder Abschnitten solcher Körper bestehen, die unter individueller Anpassung an die jeweilige
Brustform zusammengesetzt und vorzugsweise durch Zusammenkleben zu einem festen Ganzen
vereinigt sind.
2. Brustprothese nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als vorgefertigte Einzelteile beispielsweise
vier rotationssymmetrische Kunstschaumkörper vorgesehen sind, von denen der der Mittelbrust nachgebildete Teil (a) die Form einer
dickwandigen Halbkugelschale und der der Brustspitze nachgebildete Teil (c) die Form eines
kegligen oder hohlkegligen Körpers aufweist, während die seitliche Verlängerung (b) als Teilabschnitt
eines massiven Spitzkegels und die Nachbildung (d) des oberen Brustansatzes als
Teilabschnitt eines Hohlkegelmantels gefertigt ist.
3. Brustprothese nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der die seitliche Verlängerung
(b) bildende Spitzkegelabschnitt unter elastischer Dehnung seiner Oberfläche am Hauptteil
(a) so angebracht ist, daß seine dem Körper der Prothesenträgerin zugekehrte Anlagefläche
konkav gekrümmt verläuft.
4. Brustprothese nach Anspruch 1 und einem oder mehreren der Ansprüche 2 und 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzte Brustprothesen-Formstück in
an sich bekannter Weise mit einem es an der gesamten Außenfläche oder an Teilen der Außenfläche
bedeckenden Überzug (i) aus Stoff oder einer dünnen Lage von Kunstschaummaterial
versehen oder in einen Büstenhalter fest eingearbeitet ist.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1072358B true DE1072358B (de) | 1959-12-31 |
Family
ID=596843
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1072358D Pending DE1072358B (de) | Brustprothese |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1072358B (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4199825A (en) * | 1976-10-12 | 1980-04-29 | Bodo Knoche | Breast prosthesis |
| DE2953683C1 (de) * | 1979-09-20 | 1985-02-14 | Beiersdorf Ag, 2000 Hamburg | Brustprothese |
| EP0384951A1 (de) * | 1989-02-27 | 1990-09-05 | Tertulin Eberl | Brustprothese |
| US5458635A (en) * | 1993-12-16 | 1995-10-17 | Berman; Miriam B. | Breast form |
-
0
- DE DENDAT1072358D patent/DE1072358B/de active Pending
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|---|---|---|---|---|
| US4199825A (en) * | 1976-10-12 | 1980-04-29 | Bodo Knoche | Breast prosthesis |
| DE2953683C1 (de) * | 1979-09-20 | 1985-02-14 | Beiersdorf Ag, 2000 Hamburg | Brustprothese |
| EP0384951A1 (de) * | 1989-02-27 | 1990-09-05 | Tertulin Eberl | Brustprothese |
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