DE1063172B - Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3-aethyl-1, 2, 4-thiodiazol - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3-aethyl-1, 2, 4-thiodiazolInfo
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Description
DEUTSCHES
4-Aminobenzolsulfonylderivate des 5-Amino-l,2,4-thiodiazols,
die in 3-Stellung durch eine Methyl- oder Phenylgruppe
substituiert sein können, sind bekannt. Sie werden aus den entsprechenden 5-Ainino-l,2,4-thiodiazolen durch
Umsetzung mit solchen Benzolsulfonsäurehalogeniden hergestellt, die in 4-Stellung einen in eine Aminogruppe
umwandelbaren Substituenten tragen. Hierbei sind die Ausbeuten sehr gering und betragen beispielsweise für
das 5-p-Acetylaminobenzolsulfonamido-1,2,4-thiodiazol
14% der Theorie (Chem. Ber., 87 [1954], S. 57 bis 67). Dieses Verfahren ist daher technisch nicht brauchbar.
Die bakteriostatischen Eigenschaften der nach diesem Verfahren hergestellten Verbindungen sind aus der
schwedischen Patentschrift 115 999 bekannt. Aus der USA-Patentschrift 2 358 031 ist außerdem die Umsetzung
von p-Acetylamino- bzw. p-Nitrobenzolsulfonylchlorid
mit 5-Amino-l,2,4-thiodiazolen, die in 3-Steilung unter anderem alkyl- oder aralkylsubstituiert sein können,
bekannt, bei der 3-Alkyl- bzw. 3-Aralkyl-S-sulfanilamido-1,2,4-thiodiazole
entstehen.
Es wurde nun gefunden, daß man 5-Sulfanilamido-3-äthyl-l,2,4-thiodiazol
in guter Ausbeute dadurch herstellen kann, daß man 5-Halogen-3-äthyl-l,2,4-thiodiazole
mit Benzolsulfonamiden, die in 4-Stellung eine Aminogruppe oder eine in die Aminogruppe umwandelbare
Gruppe tragen, in Gegenwart säurebindender Mittel oder mit Metallsalzen der genannten Sulfonamide, zweckmäßig
in inerten Verdünnungsmitteln, wie z. B. Diphenyläther, Diphenylmethan, Diphenyl, Paraffinöl usw., erhitzt.
Die günstigsten Reaktionstemperaturen liegen zwischen 100 und 200° C. Die Ausbeuten betragen bei
dieser Arbeitsweise etwa 70 % der Theorie.
Das Verfahren, Sulfonamide mit halogensubstituierten Heterocyclen umzusetzen, ist an sich bekannt. Es wird
jedoch für keines der Produkte technisch angewandt, weil es erfahrungsgemäß der üblichen Arbeitsweise aus
Sulfochloriden und heterocyclisch substituierten Aminen weit überlegen ist (siehe z. B. F. Mietzsch und R. Bahnisch,
Therapeutisch verwendbare Sulfonamid- und Sulfonverbindungen, Verlag Chemie, 1955, S. 6, 3. Abschnitt).
Es ist bisher kein Fall bekanntgeworden, in dem das geschilderte Verfahren dort erfolgreich ist, wo das
übliche Herstellungsverfahren versagt. Der Erfolg der beschriebenen Arbeitsweise war daher nicht vorauszusehen
und stellt für die Herstellung dieser bei bakteriellen Infektionen wirksamen Therapeutika einen wichtigen
technischen Fortschritt dar.
Das 5-Sulfanilamido-3-äthyl-l ,2,4-thiodiazol ist zudem
hinsichtlich seiner bakteriostatischen Wirksamkeit den obengenannten 3-Methyl- bzw. 3-Phenyl-sulfa-l,2,4-thiodiazolen
überlegen.
So verhindert es z. B. das Wachstum von hämolytischen Streptokokken noch bei einer Verdünnung von
1:160 000 völlig und bei einer Verdünnung von 1: 320 000
Verfahren zur Herstellung
von 5-Sulfanilamido-3-äthyl-
1,2,4-thiodiazol
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft, Leverkusen-Bayerwerk
Dr. Udo Wörffel, Wuppertal-Elberfeld, Dr. Robert Behnisch, Wuppertal-Vohwinkel,
und Dr. Fritz Mietzsch Ϊ, Wuppertal-Elberfeld,
sind als Erfinder genannt worden
teilweise, während 5-Sulfanilamido-3-methyl-l ,2,4-thiodiazol
schon bei einer Verdünnung von 1 : 5000 und 5-SuKanüamido-3-phenyl-l,2,4-thiodiazol bei einer Verdünnung
von 1: 40 000 unwirksam sind.
Das Verfahrenserzeugnis ist außerdem stärker bakteriostatisch wirksam als das bekannte 5-Sulfanilamido-2-äthyl-l,3,4-thiodiazol,
wie durch Versuche mit der durch Bronchopneumonie infizierter Maus nachgewiesen werden konnte.
Zudem ist es mit dem Verfahrenserzeugnis möglich, höhere und länger anhaltende Blutspiegel zu erzielen,
als das mit dem bekannten 5-Sulfanilamido-2-äthyl-1,3,4-thiodiazol
möglich ist. Dieser Effekt wurde durch Versuche am Kaninchen nachgewiesen; er konnte durch
klinische Versuche am Menschen bestätigt werden.
Man suspendiert 82,5 g (0,39 Mol) p-Acetylaminobenzolsulfonsäureamid,
54 g (0,39 Mol) wasserfreies Kaliumcarbonat und 4 g Kupferpulver in 500 ecm Diphenyläther.
Unter kräftigem Rühren läßt man bei 200° C Badtemperatur langsam im Laufe von ΐγ2 Stunden
58 g (0,39 Mol) S-Chlor-3-äthyl-l,2,4-thiodiazol zutropfen.
Man rührt weitere 4 Stunden, dekantiert nach dem Abkühlen Diphenyläther ab, löst den Rückstand in 1,21
Wasser von 60° C, filtriert über Kohle und säuert an (pa:4bis 5). Die kristalline Fällung wird abgesaugt, mit
Wasser gewaschen und aus 57%iger Essigsäure umkristallisiert. Das 5-(4'-Acetylaminobenzolsulfonamido)-3-äthyl-l,2,4-thiodiazol
fällt in farblosen Kristallen, die bei 246 bis 248° C unter Zersetzung schmelzen, in einer
Ausbeute von 89 g (== 70 % der Theorie) aus.
■ -- ■ - 909 607/392
An Stelle von Diphenyläther lassen sich, mit demselben
Erfolg auch andere hochsiedende, inerte Verdünnungsmittel verwenden, z. B. Diphenyl, Diphenylmethan,
Paraffinöl, Dekalin, Tetralin sowie Methyl- und Chlornaphthalin.
An Stelle von p-Acetylaminobenzolsulfonsäureamid und
Kaliumcarbonat kann auch das fertig gebildete Kaliumoder Natriumsalz des p-Acetylaminobenzolsulfonsäureamids
verwendet werden.
Die Reaktionsteilnehmer lassen sich auch ohne Zugabe eines Suspensionsmittels umsetzen, doch sinkt dabei die
Ausbeute.
Durch Verseifen vorstehender Verbindung mit 2 n-Lauge (1 Stunde bei 50 bis 100° C) erhält man 5-(p-Aminobenzolsulfonamido-3-äthyl-l,2,4-thiodiazol
vom Schmelzpunkt 198 bis 199° C.
Diese Verbindung entsteht auch direkt durch analogen Umsatz von 5-Chlor-3-äthyl-l,2,4-thiodiazol mit dem
Natrium- oder Kaliumsalz von p-Aminobenzolsulfonsäureamid.
In entsprechender Weise erhält man bei Einsatz von 4-Nitrobenzolsulfonamid das 5-(4'-Nitrobenzolsulfonamido)-3-äthyl-l,2,4-thiodiazol
in hellgelben Kristallen vom Schmelzpunkt 230° C. Durch Reduktion mit Eisen nach Be champ s wird die Verbindung in die obengenannte
4-Aminoverbindung vom Schmelzpunkt 198 bis 199° C übergeführt.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3-äthyl-l,2,4-thiodiazol, dadurch gekennzeichnet, daß S-Halogen-3-äthyl-l,2,4-thiodiazole mit Benzolsulfonsäureamiden, die in 4-Stellung eine Aminogruppe oder eine in die Aminogruppe umwandelbare Gruppe tragen, in Form ihrer Salze oder in freier Form in Gegenwart säurebindender Mittel bei Temperaturen zwischen 100 und 200° C umgesetzt werden und die in die Aminogruppe umwandelbare Gruppe gegebenenfalls in an sich bekannter Weise in die Aminogruppe übergeführt wird.
20In Betracht gezogene Druckschriften:
Chem. Ber., 87, S. 61 ff. (1954).Bei der Bekanntmachung der Anmeldung ist ein Versuchsbericht ausgelegt worden.© 909 607/392 8.59
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF22865A DE1063172B (de) | 1957-04-18 | 1957-04-18 | Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3-aethyl-1, 2, 4-thiodiazol |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEF22865A DE1063172B (de) | 1957-04-18 | 1957-04-18 | Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3-aethyl-1, 2, 4-thiodiazol |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1063172B true DE1063172B (de) | 1959-08-13 |
Family
ID=7090622
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEF22865A Pending DE1063172B (de) | 1957-04-18 | 1957-04-18 | Verfahren zur Herstellung von 5-Sulfanilamido-3-aethyl-1, 2, 4-thiodiazol |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1063172B (de) |
-
1957
- 1957-04-18 DE DEF22865A patent/DE1063172B/de active Pending
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| None * |
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