-
Verfahren zur katalytischen Polymerisation von Olefinen über Gemischen
einer Phosphorsäure mit Phosphorsäureestern Die Erfindung betrifft ein verbessertes
Verfahren zur katalytischen Polymerisation von Olefinen, wobei olefinhaltige Gase
mit einem besonderen flüssigen, eine Phosphorsäure - enthaltenden Katalysator in
Berührung gebracht werden. Erfindungsgemäß handelt es sich um ein Verfahren, das
unter dem Einfluß eines Katalysatorgemisches aus Phosphorsäure und 20 bis 70 Gewichtsprozent
eines phenolischen Phosphorsäureesters mit mindestens einem phenolischen Rest durchgeführt
wird.
-
Hierdurch werden eine ausgezeichnete Durchmischung und hohe Umwandlungsgrade
erzielt.
-
Die Verwendung von verschiedenen Phosphorsäurekatalysatoren auf geeigneten
festen Trägern zur Durchführung von Polymerisationen ist bekannt. Zum Beispiel ist
es bekannt, Olefine und olefinhaltige Stoffe mit verschiedenen Katalysatoren, wie
z. B. Phosphorsäuren, zu behandeln und die Olefine zu höhersiedenden Kohlenwasserstoffen
zu polymerisieren, die als Motorbenzin oder chemische Rohstoffe verwendet werden
können. Im allgemeinen enthält das Ausgangsprodukt normalerweise gasförmige Olefine,
wie z. B. Propylen, Butylene und Mischungen dieser Stoffe, die zu Kohlenwasserstoffen
mit einem unter etwa 220"C liegenden Siedepunkt polymerisiert werden. Obgleich reines
Olefin als Einsatzmaterial verwendet werden kann, wird es allgemein bevorzugt, Paraffine
als Verdünnungsmittel in einer Konzentration von etwa 20 bis 80 Gewichtsprozent
zu verwenden, um die Bildung von kohlenstoffhaltigen Ablagerungen auf dem Katalysator
zu vermindern und eine bessere Steuerung der Temperatur in der Katalysatorschicht
zu ermöglichen.
-
Der Phosphorsäurekatalysator wird gewöhnlich auf einen festen Träger,
wie z. B. Kieselgur, Diatomeenerde, gefällter Kieselsäure, Kieselsäuregel, aufgebracht.
Der Verwendung dieser Katalysatoren haften insofern gewisse Nachteile an, als ihre
strukturelle Festigkeit verhältnismäßig gering ist, was einen Zerfall der Katalysatorteilchen
und das Entstehen übermäßig hoher Drücke zur Folge hat, wodurch eine Unterbrechung
des Verfahrens erforderlich wird. Der Zerfall der Katalysatorteilchen ist besonders
schädlich, wenn dieser in Ruheschüttung verwendet wird, insbesondere dann, wenn
dieser sich in verhältnismäßig langen, rohrförmigen Reaktoren mit relativ kleinem
.Durchmesser-befindet. Außerdem wird die Polymerisation bei Verwendung solcher fester
Katalysatoren normalerweise unter hohen Drücken von etwa 35 bis 70 kglcm2 durchgeführt,
um einen guten Kontakt zwischen der Beschickung und dem Katalysator zu sichern,
der erforderlich ist, wenn eine weitgehende Umwandlung der Olefine zu flüssigen
Polymeren stattfinden soll. Erfindungsgemäß ist es möglich, eine hohe Olefinumwandlung
und hohe Ausbeuten an flüssigem Polymerem bei niedrigen Drücken, z. B. bei atmosphärischem
Druck, zu erzielen.
-
Eine Zersetzung des Katalysators tritt nicht ein. Das erfindungsgemäße
Katalysatorgemisch sichert einen wirkungsvollen Kontakt der Phosphorsäure mit den
olefinhaltigen Gasen.
-
Nicht nur das Arbeiten mit Phosphorsäure allein bzw.
-
Phosphorsäure auf einem Trägermaterial ist bekannt sondern man hat
auch bereits Phosphorsäure bzw. ihr Anhydrid oder einen Ester der Phosphorsäure
als-Katalysatorkomponente -(z. B. -in flüssigem Fluorwasserstoff) verwendet. Katalysatoren
die aus einem Phosphorsäureester allein oder aus einem Gemisch aus einem-aliphatischen
Phosphorsäureester und Phosphorsäure bestehen, wurden ebenfalls bereits zur Polymerisation
verwendet.
-
Allen diesen bekannten Maßnahmen gegenüber erwies sich das Arbeiten
mit einem Gemisch aus einem phenolischen Phosphorsäureester undlPhosphorsäure nach
der vorliegenden Erfindung als überlegen, was an späterer Stelle noch an Hand von
Versuchsergebnissen näher erläutert werden wird.
-
Wie in der Zeichnung dargestellt, wird das olefinhaltige Ausgangsmaterial
durch die Leitung 1 in einen Erhitzer 2 -geleitet, in dem die Temperatur auf die
gewünschte Höhe gebracht wird. Der erhitzte Stoff wird aus dem Erhitzer 2 durch
die Leitung 3 in eine Reaktionskammer4 eingeführt. Die Kammer 4 enthält die Mischung
aus Phosphorsäure und dem phenolischen Phosphorsäureester, die auf die gewünschte
Polymerisationstemperatur gebracht wird.
-
Um die Durchmischung der Beschickung mit dem Katalysator in der Kammer
4 zu verbessern, kann dort ein inertes Material, wie z. B. Porzellan, Kohlenstoff,
eingefüllt sein, oder der Katalysator kann durch eine geeignete Mischvorrichtung,
z. B. durch ein Rührwerk, bewegt werden. Die Katalysatormischung in der Kammer 4
wird auf einer ausreichend hohen Temperatur gehalten, um die Polymerisation des
eingesetzten Olefins zu bewirken, die jedoch unter dem normalen Siedepunkt des verwendeten
Phosphorsäureesters in der Katalysatormischung liegt. Nicht umgesetztes Gas und
Polymeres werden gewöhnlich durch Destillation durch die Leitung 5 aus der Kammer
4 entfernt und in einen Kühler 6 geführt, von wo sie durch die Leitung 7 in einen
Abscheider 8 gelangen. Aus dem Abscheider 8 wird das Gas durch die Leitung 9 entfernt,
während das flüssige Polymere durch die Leitung 10 entfernt und dem Erhitzer 11
zugeführt wird. In dem Erhitzer 11 wird die Temperatur des Produktes erhöht und
dieses über die Leitung 12 in die Fraktionierkolonne 13 geführt. Kohlenwasserstoffe
mit 4 Kohlenstoffatomen im Molekül und niedrigersiedende Kohlenwasserstoffe werden
durch die Leitung 14 am oberen Ende der Fraktionierkolonne 13 abgezogen.
-
Kohlenwasserstoffe mit 5 Kohlenstoffatomen im Molekül und höhersiedende
Polymere werden durch die Leitung 15 entfernt. Dieses Polymere mit 5 und mehr Kohlenstoffatomen
im Molekül kann weiter fraktioniert werden, um über etwa 220°C siedendes Material
davon zu trennen.
-
Dieses hochsiedende Material kann, wenn gewünscht, der Kammer 4 wieder
zugeführt werden. Unter gewissen Arbeitsbedingungen kann es erwünscht sein, den
Kühler 6, den Abscheider 8 und den Erhitzer 11 zu umgehen und das nicht umgesetzte
Gas und das erzeugte Polymere, das die Kammer 4 über die Leitung 5 verläßt, durch
die Leitung 16 unmittelbar in die Fraktionierkolonne 13 einzuführen.
-
Eine weitere Abwandlung des Verfahrens besteht darin, den erhitzten
Ausgangsstoff mit dem Katalysator in Berührung zu bringen, während beide im Gleichstrom
durch eine geheizte Reaktionskammer fließen. Das Polymere und das nicht umgesetzte
Gas können dann von dem Katalysator getrennt und letzterer zurückgeführt werden.
-
Die Katalysatormischung der vorliegenden Erfindung wird hergestellt
durch Mischen von Phosphorsäure mit einer Konzentration von 95 bis 105 Gewichtsprozent,
d. h. einer etwa 100%igen Phosphorsäure, die entweder geringe Mengen Wasser oder
geringe Mengen P2 O5 enthalten kann, mit einem phenolischen Phosphorsäureester,
der sich unter den Polymerisationsbedingungen nicht zersetzt. Das Mischen erfolgt
in recht wirkungsvoller Weise unter Verwendung eines hochtourigen Rührwerks, obgleich
auch andere Mittel, z. B. Umlaufpumpen, verwendet werden können Die erfindungsgemäß
verwendeten phenolischen Phosphorsäureester besitzen die folgende allgemeine Formel:
in der R1, R2 und R2 Kohlenwasserstoffreste mit je 1 bis 18 Kohlenstoffatomen oder
Wasserstoff darstellen, wobei wenigstens eine dieser Gruppen ein Arylrest ist. Bevorzugte
Verbindungen sind solche, in denen die Arylgruppen R1, R2 und R3 etwa 6 bis 9 Kohlenstoffatome
enthalten.
-
Diese organischen Phosphate können nach irgendeinem geeigneten Verfahren
durch Umsetzung von Phenol oder alkylierten Phenolen mit Phosphorpentoxyd
oder mit
Phosphoroxychlorid und anschließende Hydrolyse hergestellt werden. Eine besonders
brauchbare Katalysatormischung wird durch Umsetzen von Phenol oder aus Erdöl stammenden
Phenolen mit Phosphoroxychlorid und anschließende Hydrolyse zwecks Bildung der Mono-,
Di- und Triphenylphosphate oder ihrer Mischungen erhalten. Der als Nebenprodukt
entstehende Chlorwasserstoff wird von dem Umsetzungsprodukt abgetrennt und die 95-
bis 1050/0ige Phosphorsäure zugesetzt.
-
Dann wird die Olefinbeschickung zugegeben, um den aromatischen Ring
zu alkylieren, worauf man bei Polymerisationstemperatur das Reaktionsgleichgewicht
sich einstellen läßt.
-
Weitere Beispiele für die Esterkomponente in der Katalysatormischung
sind z. B. die Mono-, Di- oder Triester des Kresols, Xylenols, Trimethylphenols,
Tri-(tertiär) -Butylphenols, Tripropylphenols oder anderer alkylierter Phenole;
sie können, wie oben beschrieben, hergestellt oder aus anderen Quellen erhalten
werden.
-
Das Polymerisationsverfahren der vorliegenden Erfindung mit dem verbesserten
Katalysator läßt sich besonders auf Kohlenwasserstoffe anwenden, die C3- und C4-Olefine
selbst oder Mischungen von diesen enthalten, oder auf solche, die mit C3- und C-Paraffin-Kohlenwasserstoffen
verdünnt sind. Diese Kohlenwasserstofnnischungen können bei der thermischen oder
katalytischen Krackung von Petroleumölen erzeugt werden. Die unter Verwendung des
erfindungsgemäßen Katalysators hergestellten Polymeren besitzen hohe Oktanzahlen
und können mit anderen Raffinierungsprodukten zwecks Erzeugung von Motoren-oder
Flugzeugbenzinen gemischt werden. Diese Polymeren sind auch wertvolle chemische
Rohstoffe, da sie z. B. mit Kohlenmonoxyd und Wasserstoff zwecks Erzeugung von Alkoholen
oder mit aromatischen Kohlenwasserstoffen zwecks Erzeugung von Alkylat-Reinigungsmitteln
umgesetzt werden können.
-
Die Polymerisation wird vorzugsweise so ausgeführt, daß man einen
olefinhaltigen Kohlenwasserstoff mit dem Phosphorsäure und den erfindungsgemäßen
Phosphorsäureester enthaltenden Katalysator auf eine geeignete Weise bei einer Temperatur
zwischen 115 und 182°C und einem Druck zwischen atmosphärischem Druck und 70 kg/cm2,
insbesondere zwischen 1 und 35 kg/cm2, in Berührung bringt. Der olefinhaltige Ausgangsstoff
wird mit dem Katalysator in solchem Verhältnis in Berührung gebracht, daß eine starke
Umwandlung des Olefins gewährleistet ist. Diese Verhältnisse liegen gewöhnlich bei
etwa 0,1 bis 2,5 Volumina flüssigem Olefin pro Volumen Katalysatormischung pro Stunde
Um eine innige Durchmischung zwischen dem Ausgangsstoff und der Katalysatormischung
zu sichern, können geeignete Emulgier- oder Dispergiermittel in einer Konzentration
von 0,5 bis 5 Gewichtsprozent, bezogen auf die Katalysatormischung, dem Katalysator
zugesetzt werde Die nachstehenden Beispiele- denen der Erläuterung.
-
Beispiel 1 Ein olefinhaltiges Kohlenwasserstoffgemisch mit den nachstehenden
Bestandteilen wurde, wie in der Folge beschrieben, in verschiedenen Versuchen polymerisiert.
-
Mol- Gewichtsprozent prozent Äthylen ......................... 0,2
0,11 Propylen ........... ,.....,. 26,2 22,14 Propan ......................... 27,5
24,36 Isobutan ....................... 15,5 18,10 n-Butan ........................
9,3 10,86 Isobutylen ..................... 6,5 7,33 Buten-(1) ......................
4,7 5,30 trans-Buten-(2) . 5,0 5,64
Mol- Gewichtsprozent prozent
cis-Buten-(2) ..................... 3,7 4,17 Butadien ..........................
0,1 0,10 Iso- und n-Pentane ................ 0,6 0,87 Ungesättigte C5-Kohlenwasserstoffe
..................... 0,6 0,84 Kohlenwasserstoffe mit 6 und mehr Kohlenstoffatomen
. 0,1 0,17 Olefingehalt = 47 Volumprozent.
-
Dieses Material wurde bei atmosphärischem Druck im Verhältnis von
0,281 (Gas) pro Minute durch 502g 97- bis 98gewichtsprozentiger Phosphorsäure in
eine mit einer Rührvorrichtung versehene Reaktionskammer geleitet.
-
Die Versuche wurden bei 115 und 1459C durchgeführt.
-
Die prozentmäßige Olefinumwandlung wurde durch eine Analyse der Produktgase
nach Orsat bestimmt. Es wurden folgende Ergebnisse erhalten:
| Polymerisations- % Olefin- |
| umwandlung |
| temperatur nach |
| Orsat-Analyse |
| Versuch 1 ...... 115°C 23 bis 28 |
| Versuch 2 ...... 145°C 28 bis 32 |
Weitere Versuche wurden unter denselben Bedingungen wie oben durchgeführt, jedoch
bestand der Katalysator aus 506 g 97- bis 98 %iger H3PO4 und 326 g Trikresylphosphat.
Diese Versuche zeigten folgende Ergebnisse:
| % Olefin- |
| Polymerisations- |
| umwandlung |
| temperatur nach |
| Orsat-Analyse |
| Versuch 3 ...... 115°C 50 bis 52 |
| Versuch 4 ...... 145°C 63 bis 66 |
Es zeigt sich, daß mit Trikresylphosphat kombinierte Phosphorsäure gegenüber der
Verwendung des Kataly sators aus Phosphorsäure allein eine etwa 100%ige Erhöhung
der Olefinumwandlung ergab.
-
Beispiel 2 Eine Kohlenwasserstoffmischung von gleicher Zusammensetzung,
wie die im Beispiel 1 verwendete, die Kohlenwaserstoffe mit 3 und 4 Kohlenstoffatomen
im Molekül und 48 Volumprozent Olefine enthielt, wurde in einem Versuch durch 100
%ige H3 P 04 geleitet. Bei anderen Versuchen bestand der Katalysator aus Phosphorsäure
und Trixylenylphosphat, Die Polymerisation wurde 2 3/4 Stunden lang in einem Gefäß
unter Rühren bei einer Temperatur von 1150 C durchgeführt, Die Temperatur wurde
dann 2 Stunden lang auf 1450C gehalten, Ein Teil des Polymeren destillierte oben
ab, und der Rest wurde aus dem in der Kammer befindlichen Katalysator gewonnen.
Während der Versuche wurden Analysen nach O r s a t vorgenommen, um die Olefinumwandlung
zu bestimmen, und die Menge des abströmenden Gases wurde mittels eines nassen Versuchsgasmessers
festgestellt. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt, Allgemeine
Bedingungen: C3- und C4-Beschickung mit 48,3 Volumprozent Olefinen, Gaszufuhr =
0,35 bis 0,37 1/Minute Atmosphärischer Druck, Laufzeit = 23/4Stunden bei 115°C,
danach 1 Stunde 55 Minuten bei 145°C.
| Volumen Olefinische Gewichte des Insge- |
| des Tempe- Gas Umwand- Polymeren samt |
| Versuch ab- |
| Katalysator Kata- lung |
| Nr. ratur abfluß Rück- |
| fließendes |
| Destillat |
| lysators (nach O r s a t) |
| stand |
| ccm C l/ln. |
| 115 0,344 29 bis 29 |
| 1 506 g 100% H3PO4 .................. 272 # # 12,8 11,0 94,85 |
| 145 0,338 35 bis 36 |
| (Summe: 23,8g) |
| 2 379,0 g Mischung aus 54,3 Gewichts- |
| prozent 100%iger H3PO4+35,7 Ge- |
| wichtsprozent einer hochsieden- |
| den Erdölfraktion (enthält 244 g |
| 115 0,335 25,5 bis 26 |
| H3PO4)............................... 284 # # 18,2 0 92,02 |
| 145 0,331 32 bis 34,5 |
| (Summe: 18,2g) |
| 3 413 g Mischung aus 58 Gewichtsprozent |
| 100%iger H8 P O4 + 42 Gewichts- |
| prozent Trixylenylphosphat (ent- |
| 115 0,267 57 bis 59 |
| hält 240 g H3PO4) .............. 280 # # 42,5 19,1 74,0 |
| 145 0,262 60 bis 61 |
| (Summe: 61,6g) |
| 4 829,4 g Mischung aus 58 Gewichts- |
| prozent 100%iger H3P O4 + 42 Ge- |
| wichtsprozent Trixylenylphosphat |
| 115 0,256 70 bis 73 |
| (enthält 480 g H3PO4)........... 562 # # 27,2 42,4 70,6 |
| 145 0,246 69,5 bis 72 |
| (Summe: 69,6g) |
Wie ersichtlich, hat die Verwendung von 100% H5 P O4 als Katalysator bei atmosphärischem
Druck und Temperaturen von 115 und 145°C niedrige Olefinumwandlungsgrade (28 bis
36%) und niedrige Polymerenausbeuten zur Folge. Im Versuch 2 hat die Verwendung
eines äquivalenten Gesamtkatalysatorvolumens, wobei der Katalysator jedoch in Form
einer Mischung mit einem inerten Ö1 vorliegt, noch niedrigere Umwandlungsgrade und
Polymerenausbeuten
zur Folge Andererseits tritt im Versuch 3, wenn Trixylenylphosphat verwendet wird,
mindestens eine Verdoppelung der Olefinumwandlung (57 bis 61 %) und der Ausbeute
an flüssigem PoLymerem gegenüber den Ergebnissen ein, die unter vergleichbaren Arbeitsbedingungen
mit H3PO4 allein als Katalysator erzielt werden. Im Versuch 4 hat die Verdoppelung
.des Volumens des Katalysators aus H3PO4 und Trixylenylphosphat
eine
weitere Erhöhung der Olefinumwandlung (70 bis 730/o) und der Ausbeute an flüssigen
Polymeren zur Folge.
-
Beispiel 3 Es wurden eine Reihe verschiedener Katalysatorgemische
hergestellt, und zwar aus Emulsionen von 100 °/Oiger Orthophosphorsäure und Trikresylphosphat
in verschiedenen Mengenverhältnissen, die durch Zusammenmischen der Säure mit dem
Ester unter Rühren erzeugt wurden. Diese Gemische wie auch eine Probe der reinen
flüssigen Orthophosphorsäure und eine des reinen Trikresylphosphates wurden als
Polymerisationskatalysatoren benutzt. Die Polymerisationsversuche wurden alle
unter
den gleichen Bedingungen in folgender Weise durchgeführt: Eine Beschickung aus gasförmigen
C5- und C4-Kohlenwasserstoffen mit einem Gehalt an 47,7 Gewichtsprozent Olefinen
wurde kontinuierlich unter Rühren mit einer Geschwindigkeit von 0,25 Volumen/Volumen/Stunde
in in eine Polymerisationszone geleitet, die den jeweiligen Katalysator enthielt.
Die Temperatur betrug 145"C, der Druck 1 at und die Versuchsdauer 4 3/4 Stunden.
Die gebildeten Produkte wurden kontinuierlich aus der Reaktionszone entfernt und
auf ihren Gehalt an nicht umgesetzten Olefinen und die Polymerenausbeute untersucht.
-
Die Versuchsergebnisse sind in nachstehender Tabelle zusammengestellt:
| Volumenverhältnis von 100%iger H3PO4 zu Trikresylphosphat |
| im Katalysator |
| 100:0 80:20 65:35 50:50 35:65 20:80 0:100 |
| Olefinumwandlung, Volumprozent .............. 34 40 44 63 65
38 0 |
| Ausbeute an Polymeren, Gewichtsprozent ....... 22 25 30 59
47 26 0 |
Aus der Tabelle geht hervor, daß das Trikresylphosphat allein als Katalysator völlig
unwirksam war und daß auch die Säure allein nur schlechte Olefinumwandlungen ergab.
-
Die Katalysatorgemische aus Säure und Trikresylphosphat dagegen ergaben
unerwartet hohe Umsetzungsgrade und Polymerenausbeuten; optimale Ausbeuten erhält
man mit dem Mischungsverhältnis von etwa 50: 50. In keinem Falle wurde hierbei eine
Zersetzung des Trikresylphosphats festgestellt.
-
Beispiel 4 Eine weitere ähnliche Versuchsreihe wurde durchgeführt
unter Verwendung von Katalysatoren, die je zur Hälfte aus 100 0/0iger Orthophosphorsäure
und verschiedenen anderen Phosphorsäureestern bestanden; die Kohlenwasserstoffbeschickung
bestand hierbei vieder aus C5- und C4-Kohlenwasserstoffen, jedoch betrug der Olefingehalt
56,5 0/o. Bei dieser Beschickung erhielt man mit reiner Orthophosphorsäure allein
eine 28 0/0ige Umsetzung unter denselben Reaktionsbedingungen wie oben.
-
Bei Zumischung von Mono- und Dinonylphenylphosphaten zur Säure stieg
der Umsetzungsgrad bis auf 590/o an, ohne daß sich der Katalysator zersetzte. Wurde
jedoch statt dieser teilaromatischen Ester ein rein aliphatischer verwendet, nämlich
das Di-n-butylphosphat, und zwar auch im Gemisch mit Orthophosphorsäure, so zersetzte
sich der Katalysator während des Versuchs stark und lieferte schlechte Olefinumwandlungsgrade
von nur 0 bis 400/o.
-
Die durchschnittliche Umwandlung war sogar noch schlechter als bei
Verwendung von Orthosäure allein.
-
Aus diesen Versuchsergebnissen geht hervor, daß die Gemische aus
Phosphorsäure und ganz oder teilweise romatischen Phosphorsäureestern synergistische
Kata-Lysatormischungen darstellen, die bessere Polymerisationsergebnisse hervorrufen
als die reine Säure, die reinen Ester wider auch Gemische reiner Säure mit nichtaromatischen
Estern. Besonders bemerkenswert ist, daß diese günstigen Ergebnisse bei niedrigeren
Reaktionsdrucken erzielt werden.
-
Ohne Festlegung auf eine Theorie wird angenommen, laß die @ Überlegenheit
der Mischungen aus Phosphorsäure md phenolischen Phosphorsäureestern gegenüber der
?hosphorsäure allein als Polymerisationskatalysator auf nehreren Faktoren beruht.
Die Phosphorsäure bildet in lem Phosphorsäureester eine gute Dispersion oder emulsion,
die der Olefinbeschickung eine.größere Kataysatorfläche bietet, wodurch der Kontakt
verbessert
wird. Die Triarylphosphate reagieren mit der 100 °/Oigen Phosphorsäure
unter Bildung einer Mischung von Mono-und Diarylphosphaten, wobei die Mischung mit
Phosphorsäure ein kräftigerer Polymerisationskatalysator ist als Phosphorsäure allein.
Der Phosphatteil des Mono-, Di-oder Triarylphosphatmoleküls ist in der Phosphorsäure
löslich, und der Arylteil des Moleküls verträgt sich mit der Kohlenwasserstoffbeschickung,.
wodurch eine bessere Durchmischung von Beschickung und Säurekatalysator erreicht
wird. Dies trifft offenbar zu, da Löslichkeitsbestimmungen gezeigt haben, daß sowohl
100 0/0ige H3 P O4 als auch Kohlenwasserstoffe in dem Trixylenylphosphat eine nennenswerte
Löslichkeit besitzen. Aus diesem Grund kann Phosphorsäure in einem gegenseitigen
Lösungsmittel, wie z. B. einem Arylphosphat, gelöst und die eingesetzten Kohlenwasserstoffe
bei erhöhter Temperatur durch die homogene Lösung geführt werden, wobei das Polymere
in dem Maße abzieht, wie es gebiLdet wird.
-
Die Konzentration des organischen Phosphats in der Katalysatormischung
kann je nach den Arbeitsbedingungen, dem besonderen verwendeten phenolischen Phosphorsäureester
und anderen Veränderlichen merklich variieren. Innerhalb der angegebenen Grenzen
von 20 bis 70 Gewichtsprozenten liegt ein bevorzugter Konzentrationsbereich bei
40 bis 60 Gewichtsprozent.