DE1055595B - Magnetische Kippschaltung - Google Patents
Magnetische KippschaltungInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf eine magnetische Kippschaltung, insbesondere auf eine dynamische
Speicherschaltung.
Solche Schaltungen können z. B. in elektronischen Rechenmaschinen oder Selbstanschluß-Fernsprechschaltungen
zur zeitlichen Speicherung von Nachrichten in binärem Kode zur Verwendung kommen.
Es ist bereits eine magnetische Kippschaltung bekannt, bei der Mittel vorgesehen sind, um Spannungsimpulse entgegengesetzter Polarität abwechselnd zu
erzeugen, und bei der die Impulse von einer Polarität an eine Reihenschaltung zweier Wicklungen geführt
werden, die mit einem ersten bzw. mit einem zweiten Kern aus magnetischem Material mit rechteckförmiger
Hystereseschleife gekoppelt sind. Die Impedanz dieser Reihenschaltung wird dabei im wesentlichen durch die
Wicklung auf dem ersten Kern bestimmt, derart, daß, wenn der Reihenschaltung ein Impuls zugeführt wird,
der die AVicklung durchsetzende Strom auf dem zweiten Kern unterhalb des kritischen Wertes bleibt, der
nötig ist, um diesen Kern seinen magnetischen Remanenzzustand wechseln zu lassen, wenn sich der
erste Kern in einem magnetischen Remanenzzustand befindet, in dem dieser Kern unter dem Einfluß des
Impulses selbst seinen Remanenzzustand wechselt, aber der die Wicklung auf dem zweiten Kern durchsetzende
Strom den genannten kritischen Wert übersteigt, wenn sich der erste Kern im entgegengesetzten
Remanenzzustand befindet, in dem dieser Kern vom Impuls weiter in die Sättigung gesteuert wird.
Bei dieser bekannten Schaltungsanordnung werden die Impulse der anderen Polarität ausschließlich einer
Wicklung auf dem zweiten Kern zugeführt, und weiter ist ein Kopplungskreis zwischen den beiden
Kernen vorgesehen, derart, daß die Schaltung nach zwei Impulsen gleicher Polarität in den gleichen Zustand
zurückkehrt. Diese Schaltung kann deshalb als Frequenzteilungsschaltung benutzt werden und bei
Impulszählschaltungen zur Verwendung kommen. Die Schaltung hat aber keine Speicherwirkung, weil
immer der gleiche Zyklus von Zustandsänderungen durchlaufen wird.
Die vorliegende Erfindung betrifft — wie bereits bemerkt — eine Kippschaltung, die als Speicherelement
verwendet werden kann. Bei der Schaltung nach der Erfindung werden die Impulse der anderen
Polarität ebenfalls einer Reihenschaltung zweier Wicklungen auf den Kernen zugeführt, wobei die
Impedanz in diesem Kreis in bezug auf die Impulse der anderen Polarität auf entsprechende Weise im
wesentlichen durch die Wicklung auf dem zweiten Kern bestimmt wird; anders gesagt kann der die
Wicklung auf dem zweiten Kern durchsetzende Strom den kritischen Wert nur übersteigen, wenn der zweite
Magnetische Kippschaltung
Anmelder:
N. V. Philips' Gloeilampenfabriekenr
Eindhoven (Niederlande)
Eindhoven (Niederlande)
Vertreter: Dipl.-Ing. Η. Zoepke1 Patentanwalt,
München 5, Erhardtstr. 11
München 5, Erhardtstr. 11
Beanspruchte Priorität:
Niederlande vom 21. Juni 1957
Niederlande vom 21. Juni 1957
Jean Franpois Marchand, Eindhoven (Niederlande),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Kern durch die Impulse weiter in die Sättigung gesteuert wird. Ferner sind Mittel vorgesehen, um die
Kerne in einen gleichgerichteten' magnetischen Anfangszustand entweder in einer oder in der anderen
Richtung zu führen. Entsprechend der Richtung des Anfangszustandes wird unter Steuerung der Impulse
entgegengesetzter Polarität ein Zyklus durchlaufen, bei dem der erste Kern fortwährend seinen Zustand
wechselt und der zweite Kern im gleichen Zustand verbleibt, oder ein Zyklus, bei dem der erste Kern
im gleichen Zustand verbleibt und der zweite Kern fortwährend seinen Zustand ändert.
Grundsätzlich kann die Richtung der positiven Magnetisierung beliebig gewählt werden, da die
Hystereseschleife symmetrisch ist. Unter dem gleichgerichteten magnetischen Zustand der Kerne ist im
vorliegenden Fall aber insbesondere der Zustand zu verstehen, in den die Kerne gelangen, wenn einer
Reihenschaltung der Wicklungen ein hinreichend starker Impuls zugeführt wird. Ein solcher gleichgeriöhteter
magnetischer Zustand kann also immerhin . entweder positiv oder negativ sein. Für den obwaltenden
Zustandsänderungszyklus charakteristische Ausgangsimpulse können einem mit mindestens einem der
Kerne gekoppelten Kreis entnommen werden.
Die Erfindung wird an Hand einiger in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Fig. 1 zeigt die Reihenschaltung zweier Wicklungen;
909 507/393
Fig. 2 zeigt ein idealisiertes Beispiel einer rechteckigen Hystereseschleife;
Fig. 3, 5 und 6 zeigen dynamische Speiaherschaltungen;
Fig. 4a und 4b beziehen sich auf Tabellen, an-Hand deren die Wirkungsweise dieser Schaltungen
näher erläutert wird.
Fig. 1 zeigt eine Reihenschaltung zweier Wicklungen WA und WB auf Kernen A und B aus magnetischem
Material mit rechteckförmiger Hystereseschleife, wie in Fig. 2 idealisiert dargestellt. Die
Kerne können sich je in zwei verschiedenen Remanenzzuständen befinden, die als die Zustände 1 und 0 bezeichnet
sind. Die Windungszahl der Wicklung WA ist größer als die der Wicklung WB. Der Reihenschaltung
können durch nicht näher dargestellte Mittel Spannungsimpulse zugeführt werden, wie
durch den Pfeil P angedeutet. Befindet sich der Kern A im Zustand 1, so wird das Material dieses
Kernes unter Steuerung eines Impulses weiter in den Zustand magnetischer Sättigung gesteuert, wobei der
Zweig a-b-a der Hystereseschleife durchlaufen wird. Da die Sättigungsinduktion Bs nur wenig von dem
Remanenzwert im Zustand 1 verschieden ist, beträgt die wirksame Permeabilität während des Impulses im
wesentlichen 1, so daß die Impedanz der Wicklung WA einen verhältnismäßig niedrigen Wert hat und
dem Gleichstromwiderstand im wesentlichen entspricht. Der die Reihenschaltung durchsetzende Strom
kann dann bis zu einem solchen Wert ansteigen, daß die kritische Feldstärke Hc im Kern B überstiegen
wird. Sollte sich der Kern B im Zustand 0 befinden, so wird dieser also in den Zustand 1 übergeführt, wobei
der Zweig der Hystereseschleife c-d-e-f-g-b-g-a durchlaufen wird. Würde sich der Kern B im Zustand
1 befinden, so verbleibt er natürlich in diesem Zustand. Befindet sich der Kern A im Zustand 0, so
wird dieser durch den Impuls in den Zustand 1 übergeführt, wobei der Zweig c-d-e-f-g-b-g-a der Hystereseschleife
durchlaufen wird. Weil hierbei eine verhältnismäßig große Änderung der magnetischen
Induktion B auftritt, ist die effektive Permeabilität des Kernes A verhältnismäßig groß, so daß die Wicklung
auf dem Kern eine verhältnismäßig große Impedanz hat, derart, daß der die Wicklung WB durchsetzende
Strom nur einen Wert anzunehmen vermag, der kleiner als der der kritischen Feldstärke Hc entsprechende
ist. Der Impuls P verteilt sich über die Wicklungen WA und WB, wobei der größte Teil P 1
über der Wicklung WA, der kleinste Teil P 2 über der Wicklung WB auftritt. Die Magnetisierung im Kern B
durchläuft den Zweig c-d-c der Hystereseschleife, falls sich der Kern B im Zustand 1 befindet. Der
Kern B verbleibt dann also im Zustand 0. Befindet sich der Kern B im Zustand 1, so verbleibt er natür-Hch
in diesem.
Die dynamische Kippschaltung nach Fig. 3 wird über die Tordurahlaßschaltung PS, die normalerweise
leitend ist, mit der Wechselspannung eines Generators GR gespeist, dessen Frequenz z. B. 1 MHz ist. Der
Generator führt während der positiven Perioden über die Tordurchlaßschaltung PS Impulse an die Reihenschaltung
GleichrichterGlj Wicklungen WAl und WB 1 auf den Kernen A und B und Widerstand R1,
wie durch den Pfeil p angedeutet. Während der negativen Perioden führt der Generator GR über die Tordurchlaßschaltung
PS einen negativen Impuls an die Reihenschaltung Gleichrichter G2, Wicklungen WA2
und WB2 auf den Kernend und B und Widerstand R2, wie durch den Pfeilw angedeutet. Die Wicklung
WA 1 besitzt mehr Windungen als die Wicklung WB1, die Wicklung WB 2 mehr Windungen als die
Wicklung WA 2. Die bei der Wicklung angedeuteten Punkte bezeichnen auf übliche Weise die Enden der
Wicklungen, an welche der positive Strom geführt werden muß, um die entsprechenden Kerne in den
Zustand 1 zu bringen. Die Wirkungsweise der Schaltung ist folgende:
Wie aus folgendem näher hervorgeht, kann die Kippschaltung mittels der Generatorschaltung GR in
zwei verschiedene Reihen von Zustandsänderungen gesteuert werden. Bei der einen Reihe von Zustandsänderungen,
die als »Zyklus A« bezeichnet und in Fig. 4 a dargestellt ist, wechselt der Kernyi fortwährend
seinen Zustand, und der Kern B verbleibt immer im Zustand 1. Bei der anderen Reihe von Zustandsänderungen,
die als »Zyklus B« bezeichnet und in Fig. 4 b dargestellt ist, wechselt der Kern B fortwährend
seinen Zustand, und der Kern A verbleibt im Zustand 1. Die Kerne A und B können dadurch in den
Zustand 0 geführt werden, daß der Steuerklemme SET ein starker negativer Impuls zugeführt wird. Wenn
der folgende Impuls des Generators GR zufällig ein negativer Impuls-» ist, verbleibt die Schaltung in
diesem Zustand, weil der Impuls die Kernet und B gerade in den Zustand 0 zu steuern bestrebt ist. Beim
darauffolgenden positiven Impuls p geht der Kern A in den Zustand 1 über, wodurch der Zustand 1-0 entsteht,
wie in Fig. 4 a dargestellt. Obwohl der Impuls eine solche Polarität 'hat, daß er den Kern B in den
Zustand 1 zu bringen sucht, verbleibt trotzdem der Kern B im Zustand 0, weil die Wicklung WA1 beim
Urnkippvoargang des Kernes A eine verhältnismäßig hohe Impedanz hat, wodurch der die Reihenschaltung
der Wicklungen WAl und WBl durchsetzende Strom auf einen niedrigen Wert begrenzt wird. Beim darauffolgenden
negativen Impuls n, der den Kern B weiter in die Sättigung steuert, ist die Impedanz der
Wicklung WB 2 verhältnismäßig niedrig, so daß der die Wicklung WA2 durchsetzende Strom einen solchen
Wert annimmt, daß der Kern A in den Zustand 0 zurückkehrt, wenn der Anfangszustand wieder erreicht
worden ist. Der nächste positive Impuls p bringt die Schaltung wieder in den Zustand 1-0 usw.
Da im Zyklus A der Kern A fortwährend seinen Zustand wechselt und die Wicklung WA1 also eine hohe
Impedanz hat, kann der den Widerstand R1 durchsetzende Strom nur einen geringen Wert annehmen,
und an der Ausgangsklemme UB werden nur kleine Impulse auftreten. Dagegen treten in der Reihenschaltung
WA 2 und WB2 und am Widerstand R2 verhältnismäßig starke Stromimpulse auf, wodurch an
der Ausgangsklemme UA verhältnismäßig starke Spannungsimpulse erscheinen, was für den Zyklus A
charakteristisch ist. Die Kippschaltung kann zum Befolgen des Zyklus B dadurch in den Zustand 1-1 geführt
werden, daß der SteuerMemme SET ein starker positiver Impuls zugeführt wird. Ist der nächste Impuls
des Generators GR zufällig ein positiver, so verbleibt die Schaltung in diesem Zustand, weil der
Impuls die Kerne t und B in Richtung positiver Sättigung treibt. Infolge des nächsten negativen Impulses
η geht der Kern B in den Zustand 0 über, wobei die WicklungfFS2 eine verhältnismäßig hohe Impedanz
hat und der die Wicklung WA 2 durchsetzende Strom derart begrenzt wird, daß der Kern A seinen
Zustand nicht ändern kann. Beim nächsten positiven Impuls ρ verbleibt der Kern A im Zustand 1, und die
Wicklung WA1 hat eine so niedrige Impedanz, daß der die Wicklung WB1 durchsetzende Strom den
Claims (6)
1. Magnetische Kippschaltung, bei der Mittel vorgesehen sind, um Spannungsimpulse entgegengesetzter
Polarität abwechselnd zu erzeugen, wobei die Impulse einer Polarität an eine Reihenschaltung
zweier Wicklungen geführt werden, die mit einem ersten bzw. einem zweiten Kern aus
magnetischem Material mit rechteekförmiger Hystereseschleife gekoppelt sind, und die Impedanz der Reihenschaltung im wesentlichen durch
die Wicklung des ersten Kernes bestimmt ist, derart, daß bei der Zufuhr eines Impulses an die
Reihenschaltung der die Wicklung des zweiten Kernes durchsetzende Strom unterhalb des
kritischen Wertes bleibt, der nötig ist, um den zweiten Kern seinen magnetischen Remanenzzustand
wechseln zu lassen, wenn der erste Kern in einem magnetischen Remanenzzustand ist, in dem
dieser Kern unter dem Einfluß des Impulses seinen Remanenzzustand wechselt, aber der die Wicklung
des zweiten Kernes durchsetzende Strom den genannten kritischen Wert übersteigt, wenn sich der
erste Kern im entgegengesetzten Remanenzzustand befindet, in dem dieser Kern vom Impuls weiter
in die Sättigung gesteuert wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Impulse der anderen Polarität
ebenfalls an eine Reihenschaltung zweier Wieklungen auf den Kernen geführt werden und die
Impedanz in diesem Kreis in bezug auf die Impulse der anderen Polarität auf entsprechende
Weise im wesentlichen durch die Wicklung des zweiten Kernes bestimmt ist und daß Mittel vorgesehen
sind, um die Kerne in einen gleichgerichteten magnetischen Anfangszustand entweder in
einer oder in der anderen Richtung zu führen, derart, daß entsprechend der Richtung des Anfangszustandes
unter Steuerung der Impulse entgegengesetzter Polarität ein Zyklus durchlaufen wird,
in dem der erste Kern fortwährend seinen Zustand wechselt und der zweite Kern im gleichen Zustand
verbleibt, oder aber ein Zyldus befolgt wird, in dem der erste Kern im gleichen Zustand verbleibt
und der zweite Kern fortwährend seinen Zustand wechselt.
2. Kippschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im ersten Kreis die Wicklung
des ersten Kernes eine größere Windungszahl als die Wicklung des zweiten Kernes und im zweiten
Kreis die Wicklung des zweiten Kernes eine größere Windungszahl als die Wicklung des ersten
Kernes hat.
3. Kippschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß den Reihenschaltungen eine
Wicklung auf einem der Kerne gemeinsam ist, deren Windungszahl größer als die der Wicklung
auf dem anderen Kern im einen Kreis, aber kleiner als die der Wicklung auf dem anderen
Kern im anderen Kreis ist.
4. Kippschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Impulse entgegengesetzter
Polarität an die gleiche Reihenschaltung zweier Wicldungen auf den Kernen geführt werden, deren
Windungszaihl wenigstens nahezu gleich ist, und daß die Kerne unterschiedlich mit einer Feldstärke
kleiner als die kritische Feldstärke vorpolarisiert sind.
5. Schaltungsanordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
Mittel vorgesehen sind, um der Schaltung entsprechend dem befolgten Zyklus von Zustandsänderungen
Ausgangsimpulse zu entnehmen.
6. Schaltungsanordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
Mittel vorgesehen sind, um die Impulszufuhr in einem Zeitpunkt zu unterbrechen, in dem die Kerne
in einen gleichgerichteten magnetischen Zustand gelangen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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