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DE1055283B - Insektenabwehrmittel - Google Patents

Insektenabwehrmittel

Info

Publication number
DE1055283B
DE1055283B DEM35262A DEM0035262A DE1055283B DE 1055283 B DE1055283 B DE 1055283B DE M35262 A DEM35262 A DE M35262A DE M0035262 A DEM0035262 A DE M0035262A DE 1055283 B DE1055283 B DE 1055283B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
caprylic acid
weight
parts
acid diethylamide
repellent effect
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEM35262A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Ernst Jacobi
Dr Siegmund Lust
Dr Albert Van Schoor
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Merck KGaA
Original Assignee
E Merck AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by E Merck AG filed Critical E Merck AG
Priority to DEM35262A priority Critical patent/DE1055283B/de
Priority to CH6118058A priority patent/CH375558A/de
Priority to GB2654358A priority patent/GB899289A/en
Publication of DE1055283B publication Critical patent/DE1055283B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61QSPECIFIC USE OF COSMETICS OR SIMILAR TOILETRY PREPARATIONS
    • A61Q17/00Barrier preparations; Preparations brought into direct contact with the skin for affording protection against external influences, e.g. sunlight, X-rays or other harmful rays, corrosive materials, bacteria or insect stings
    • A61Q17/02Barrier preparations; Preparations brought into direct contact with the skin for affording protection against external influences, e.g. sunlight, X-rays or other harmful rays, corrosive materials, bacteria or insect stings containing insect repellants
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K8/00Cosmetics or similar toiletry preparations
    • A61K8/18Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition
    • A61K8/30Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing organic compounds
    • A61K8/40Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing organic compounds containing nitrogen
    • A61K8/42Amides

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Birds (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Pest Control & Pesticides (AREA)
  • Plant Pathology (AREA)
  • Dermatology (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

  • Insektenabwehrmittel Im Gegensatz zu den Insektiziden, welche die Insekten weder am Niederlassen noch am Stich und der eventuell damit verbundenen Infektion zu behindern vermögen, da ihre Wirkung erst nach einer gewissen Latenzperiode eintritt, halten die Insektenabwehrmittel (Repellents) durch ihre abschreckenden Eigenschaften die Insekten schon vom Anfliegen und damit vom Stechen und Saugen ab. Die Repellents erfüllen somit eine bedeutende hygienische Funktion, und man ist ständig bemüht, ihre Wirkung zu verbessern.
  • Die erste größere Anwendung von Repellents wurde während des zweiten Weltkrieges bei den in tropischen Gebieten kämpfenden Armeen durchgeführt. Von der Vielzahl der Substanzen, die auf Repellentwirkung in dieser Zeit getestet wurden, haben die folgenden vier wirklich Verwendung gefunden: Phthalsäuredimethylester, 2-Äthyl-hexan-1,3-diol, 3,4-Dihydro-2,2-dimethyl-4-oxo-a-pyran-6-carbonsäure-n-butylester und der Dimethylester der cis-Bicyclo-(2,2,1)-5-hepten-2,3-dicarbonsäure.
  • Im weiteren Verlauf der Forschung über Insektenabwehrmittel wurde Repellentwirkung bei Amiden von Acylessigsäuren, Crotonsäure, Undecylensäure, Alkoxyessigsäure und Cyclohexensäure festgestellt.
  • Heute sind diese Verbindungen überholt, und die zur Zeit bestwirksamen Repellents sind Bernsteinsäuredi-n-butylester und m-Toluylsäure-diäthylamid (vgl. The Chemist and Druggist, Bd. 169, S. 582 [1958] ; J. agric. and food chemistry, Bd. 5, S. 665 [1957], United States Department of Agriculture, Agricultural Research Service, April 1958, S. 1).
  • Wie die Aufzählung der bisher bekannten, gut wirksamen Repellents zeigt, liegt ihnen kein gemeinsames Konstitutionsprinzip zugrunde. Man kennt vielmehr bisher keine gesetzmäßigen Zusammenhänge zwischen chemischer Konstitution und Repellentwirkung. Um so überraschender war die Feststellung, daß das Caprylsäurediäthylamid CH, - (CH,), - CO - N (C,HS)2 eine sehr gute Repellentwirkung entfaltet. Dieses Ergebnis war auch insofern nicht voraussehbar, als nahe Verwandte dieser Substanz, wie z. B. aromatisch substituierte Caprylsäureamide, wie Caprylsäure-diphenylamid, oder kohlenstoffärmere Derivate, wie Capronsäure-diäthylamid, keine Repellentwirkung zeigen.
  • Der Erfindung liegen Vergleichsversuche zugrunde, wonach Caprylsäure-diäthylamid eine wesentlich bessere Repellentwirkung besitzt als m-Toluylsäure-diäthylamid und Bemsteinsäure-di-n-butylester. Die Dosis, die erforderlich ist, um 800/, aller Fliegen abzuhalten, ist bei m-Toluylsäure-diäthylamid etwa 3mal so hoch wie bei Caprylsäure-diäthylamid. Auch gegenüber Bernsteinsäure-di-n-butylester besitzt Caprylsäure-diäthylamid eine bessere Repellentwirkung, da Caprvlsäure-diäthvlamid im Gegensatz zu Bemsteinsäure-di-n butylester auch gegen stechende Insekten wirkt.
  • Dementsprechend besteht die Erfindung aus einem Insektenabwehrmittel bzw. einer Zubereitung für ' kosmetische oder technische Zwecke mit insektenabwehrender Wirkung, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Caprylsäure-diäthylamid.
  • Caprylsäure-diäthylamid kann nach den üblichen Methoden zur Herstellung von Säureamiden synthetisiert werden, z. B. durch Umsatz von Caprylsäure-chlorid oder Caprylsäureester mit Diäthylamin oder durch Äthylierung von Caprylsäureamid bzw. Caprylsäure-äthylamid. Caprylsäure-diäthylamid wurde bereits von Rice und Mitarbeitern (vgl. Journal of the American Chemical Society, Bd. 76, S. 3730 [1954]) beschrieben. Die Substanz siedet bei 140°C unter 12 Torr.
  • Folgende biologischen Teste wurden durchgeführt, um die Repellentwirkung von Caprylsäure-diäthylamid zu ermitteln I. Prüfung auf Repellentwirkung an Stubenfliegen (Musca domestica) Methode: Das Präparat wurde in verschiedenen Konzentrationen auf Filterscheiben appliziert und ein Insektizid zugegeben. Durch Anfeuchten mit Wasser wird eine Lockwirkung auf die eingesetzten Fliegen ausgeübt. Die angeflogenen und mit dem Insektizid in Berührung gekommenen und dadurch abgetöteten Fliegen werden ausgezählt. Aus der Differenz zwischen der Anzahl der eingesetzten und der abgetöteten Fliegen resultieren die durch eine Repellentwirkung abgehaltenen Fliegen. Zur Auswertung und zum Vergleich wird die Dosis des Präparates festgestellt, bei der ein bestimmter Prozentteil aller Fliegen vom Filter abgehalten wird. Diese Dosis wird mit der eines Standardpräparates verglichen. . Ergebnis: Dosis repellent 80 (D. rep. 80)_ = diejenige Dosis des Wirkstoffes, bei welcher 80"/, der angelockte Fliegen abgehalten werden. Die Beobachtungszeit betrug jeweils 80 Minuten.
    Geprüfte Substanz D. rep. 80
    innerhalb der ersten 80 Minuten I Kontrolle nach 30 Stunden
    Caprylsäure-diäthylamid 2,0 mg/100 cm' Filter 2,1 mg/100 cm2 Filter
    m-Toluylsäure-diäthylamid 5,75 mg/100 cm2 Filter 5,75 mg/100 Cm2 Filter
    II. Prüfung auf Repellentwirkung an Stechmücken Methode: Die Repellentwirkung gegenüber Stechmücken wird an einem stark mit Aedes- und Culexarten verseuchten Standort unter natürlichen Bedingungen untersucht. Dabei werden die Hände von vier Versuchspersonen dem Anflug und Stich der Mücken über 1 Stunde lang ausgesetzt. Jeweils eine Hand wird mit etwa 400 mg verschieden prozentiger Salben eingerieben und eine Hand zur Kontrolle unbehandelt gelassen.
  • Ergebnis: Mit 10°/@ger Salbe von Caprylsäure-diäthylamid behandelte Hände wurden von den Mücken nicht angeflogen, während die unbehandelten Hände ständigem starkem Anflug und Stichen ausgesetzt waren.
  • Mit 10°/jger Salbe von Bemsteinsäure-di-n-butylester behandelte Hände wurden von Stechmücken genau so angeflogen und gestochen wie unbehandelte Hände.
  • Um die Dauerwirkung festzustellen, wurde 50°/oiges Caprylsäure-diäthylamid 4 Stunden vor dem Versuch auf die Haut aufgetragen. Es zeigte sich nach dieser Zeit noch kein Nachlassen der Repellentwirkung.
  • III. Prüfung auf Repellentwirkung an Schaben (Blatta orientalis) Methode: Um die Repellentwirkung an Schaben festzustellen, wurde das Bestreben der Schaben, die Dunkelheit aufzusuchen, für die Versuchsanordnung ausgenutzt-Einer bestimmten Anzahl von Schaben wird die Möglichkeit gegeben, in zwei Kästchen unterzuschlüpfen, von denen eines mit Caprylsäure-diäthylamid versehen war. Aus der Verteilung der Schaben auf beide Kästchen kann eine Repellentwirkung festgestellt werden.
  • Ergebnis: Das mit Caprylsäure-diäthylamid beschickte Kästchen wurde von Schaben nicht aufgesucht.
  • Man kann Caprylsäure-diäthylamid in den für Repellents üblichen Gebrauchsformen zur Anwendung bringen. So kann man z. B. eine Lösung zum Versprühen herstellen, indem man die Verbindung in einem Alkohol, z. B. Isopropanol, löst. Derartige Lösungen sind besonders geeignet für die Verwendung in Sprühdosen, die nach dem Aerosolverfahren arbeiten und tiefsiedende Substanzen, wie z. B. Difluardichlormethan, als Treibmittel enthalten. Unter Verwendung üblicher Salbengrundlagen läßt sich Caprylsäure-diäthylamid zu Repellentsalben verarbeiten. Man kann die Verbindung auch in Anstrichfarben emulgieren oder auf Wandoberflächen aufbringen, z. B. in Tapeten einarbeiten. Auch als Zusatz zu Fußbodenpflegemitteln wie Bohnerwachs od. dgl. oder als Imprägniermittel für Textilfasern, Folien oder Verpackungsmaterialien sowie als Zusatz zu Polier-, Putz- oder Fensterreinigungsmitteln eignet sich Caprylsäure-diäthylamid. Gegebenenfalls kann man den Präparaten noch einen geeigneten Emulgator zusetzen. Beispiel 1 100 g Caprylsäure-diäthylamid werden mit 100 g Isopropanol vermischt. Die entstehende Lösung ist zum Versprühen als Repellent geeignet. Beispiel 2 Repellentsalbe der folgenden Zusammensetzung: 50 Gewichtsprozent Caprylsäure-diäthylamid, 40 Gewichtsprozent einer 3°/oigen wäßrigen Lösung von Methylcellulose, 10 Gewichtsprozent eines oberflächenaktiven Alkylcarbonsäurepolyäthylenglykolesters.
  • Beispiel 3 10,0 Gewichtsteile Caprylsäure-diäthylamid, 0,5 Gewichtsteile Collodiumwolle, hochviskos, esterlöslich, spritfeucht, und. 0,5 Gewichtsteile Duftstoff werden vermischt und mit 89,0 Gewichtsteilen Methylenchlorid verdünnt. Diese Lösung wird mit 50 Gewichtsteilen Difluordichlormethan, 25 Gewichtsteilen Monofluortrichlormethan und 25 Gewichtsteilen techn. Präpan-Butan-Gemisch in eine Flüssiggas-Aerosol-Sprühdose gefüllt und auf- die zu schützenden Stellen versprüht.
  • Beispiel 4 35 Gewichtsteile Alkylphenolformaldehydharz, 12 Gewichtsteile Leinölstandöl, 12 Gewichtsteile Holzölstandöl werden, gegebenenfalls zusammen mit etwas Lackbenzin, in der Wärme homogen vermischt. Dann werden 1,2 Gewichtsteile Sikkativ und 11 Gewichtsteile Caprylsäurediäthylamid eingemischt und das Ganze mit Lackbenzin auf eine streichfähige Konsistenz eingestellt, wobei das fertige Anstrichmittel z. B. 28,8 Teile Lackbenzin enthalten kann. Dieser Klarlack wird auf die betreffenden Flächen, insbesondere Holzflächen, gestrichen.
  • Beispiel 5 In eine Mischung aus 20 Gewichtsteilen Polyvinylacetatdispersion (50°/oig), weichmacherfrei, 6 Gewichtsteilen Polyvinylacetatdispersion, weichmacherhaltig, und 2 Gewichtsteilen Wässer wird eine Mischung aus 4 Gewichtsteilen Caprylsäure-diäthylamid und 2 Gewichtsteilen Äthanol eingerührt. Dann wird eine Paste aus 35 Gewichtsteilen -Kreide, 5 Gewichtsteilen. Titandioxyd, 14 Gewichtsteilen Wasser und 2 Gewichtsteilen 4°/oiger wäßriger Methylcelluloselösung eingearbeitet und finit 6 Teilen Wasser weiterverdünnt. In diese Mischung werden 4 Gewichtsteile Caprylsäure-diäthylamid eingerührt. Dieses Anstrichmittel kann bei Bedarf noch mit wenig Wasser weiterverdünnt werden. Es trocknet matt und wischfest auf.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Insektenabwehrmittel bzw. Zubereitung für kosmetische oder technische Zwecke mit insektenabwehrender Wirkung, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Caprylsäure-diäthylamid. In Betracht gezogene Druckschriften Deutsche Patentschriften Nr. 957 781, 954 597, 954 596, 933 804; schweizerische Patentschriften Nr. 268 784, 268 783; USA.-Patentschrift Nr. 2166119; Chemisches Centralblatt, 1954, S.404; 1955, S. 8713.
DEM35262A 1957-09-07 1957-09-07 Insektenabwehrmittel Pending DE1055283B (de)

Priority Applications (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEM35262A DE1055283B (de) 1957-09-07 1957-09-07 Insektenabwehrmittel
CH6118058A CH375558A (de) 1957-09-07 1958-06-28 Insektenabwehrmittel
GB2654358A GB899289A (en) 1957-09-07 1958-08-18 New insect repellent compositions

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