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DE1049230B - Herstellung von direktpositiven photographischen Bildern - Google Patents

Herstellung von direktpositiven photographischen Bildern

Info

Publication number
DE1049230B
DE1049230B DEG22248A DEG0022248A DE1049230B DE 1049230 B DE1049230 B DE 1049230B DE G22248 A DEG22248 A DE G22248A DE G0022248 A DEG0022248 A DE G0022248A DE 1049230 B DE1049230 B DE 1049230B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
emulsion
direct positive
production
photographic images
emulsions
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEG22248A
Other languages
English (en)
Inventor
Willem Karel Koerber
Paul Desire Van Pee
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Gevaert Photo Producten NV
Original Assignee
Gevaert Photo Producten NV
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Gevaert Photo Producten NV filed Critical Gevaert Photo Producten NV
Publication of DE1049230B publication Critical patent/DE1049230B/de
Pending legal-status Critical Current

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Description

  • Bierstellung von direktpositiven photographischen Bildern Man kann durch Anwendung bekannter photographischer Effekte, wie beispielsweise des Solarisations- und des Herscheleffektes, direktpositive photographische Bilder erzeugen, d. h. Positive, deren Herstellung ohne Vermittlung eines vorher aufgenommenen Negativs erfolgen kann.
  • Der Solarisationseffekt ist eine Umkehrerscheinung, die bei starker überbelichtung des photographischen Materials auftritt. Um auf diese Weise direktpositive Bilder herzustellen, ist eine starke Überbelichtung erforderlich, und reinweiße Bildteile sind trotzdem nur selten oder praktisch nicht erzielbar.
  • Der Herscheleffekt beruht auf der Zerstörung eines latenten Bildes oder eines latenten Schleiers durch Belichtung mit Licht längerer Wellenlänge als bei der Erstbelichtung, meistens mit infraroten oder roten Strahlen. Auch zum Erzielen dieses Effektes ist eine starke Belichtung erforderlich.
  • Wenn das photographische Material mit einem Desensibilisator behandelt wird, kann der Herscheleffekt mit Licht kürzerer Wellenlänge, z. B. gelbem Licht, hervorgerufen werden.
  • Bekanntlich läßt sich die Schleierbildung entweder durch Belichtung oder auf chemischem Wege hervorrufen.
  • Es ist ferner bekannt, zur Direktpositivherstellung Emulsionen zu verwenden, die durch ein Reduktionsmittel vorgeschleiert sind, wie z. B. durch Hydrazin, Hydroxylamin, Formaldehyd und Zinnchlorür, durch Salze von Gold, Platin, Palladium, Iridium, Ruthenium und Strontium oder durch Schwefelverbindungen, wie Natriumthiosulfat und Thiosinamin.
  • Bei Verwendung von Emulsionen mit einer verschleiernd wirkenden Menge Reduktionsmittel können die schleierbildenden Keime jedoch nicht mehr leicht zerstört werden, so daß eine sehr starke Belichtung erforderlich wird und trotzdem keine voll reinweißen Teile erzielhar sind.
  • Wenn Emulsionen verwendet werden, die eine Goldverbindung enthalten, ist eine für den Herscheleffekt genügende Vorschleierung kaum: möglich, so daß keine kontrastreichen direktpositiven Bilder erzeugt werden können. Zudem lassen sich die so erhaltenen schleierbildenden Keime ebenfalls nur schwer zerstören.
  • Schleierbildende Keime, welche bei Verwendung einer schwefelhaltigen Verbindung entstehen, sind zur Herstellung von Bildern nach dem Herscheleffekt meistens nicht geeignet.
  • Es ist ferner bekannt, Emulsionen zu verwenden, bei denen das Schleiern durch ein Reduktionsmittel und eine Metallverbindung erzielt worden ist, die elektropositiver als Silber ist. Dieses Verfahren ist vorzugsweise bei hochempfindlichen photographischen Emulsionen mit weicher Gradation, weniger aber bei gering empfindlichen Emulsionen mit harter Gradation anwendbar.
  • Es wurde nun gefunden, daß man sehr gute, direktpositive Bilder erhält, wenn man den Emulsionen verschleiernd wirkende Mengen Silanverbindungen zusetzt, die wenigstens eine Si-H-Gruppe enthalten.
  • Bekanntlich bewirken diese Silanverbindungen eine Empfindlichkeitserhöhung der photographischen Emulsionen, wenn sie in bestimmten Mengen zugesetzt werden. Es war aber nicht zu erwarten, daß durch die Verwendung von Silanverhindungen in verschleiernd wirkenden Mengen einerseits eine fair die Direktpositivherstellung ausreichende Schleierbildung hervorgerufen werden kann, andererseits aber die schleierbildenden Keime bei der Belichtung so leicht zerstört werden können, daß im Gegensatz zu den bisher bekannten chemischen Schleierverfahren auch ohne starke Belichtung durchaus reine weiße Teile erzielbar sind.
  • Die schleierbildenden Mittel können der erfindungsgemäß zu verwendenden- Emulsion entweder in Form einer alkoholischen Lösung oder adsorbiert an feinverteilte inerte Teilchen, wie Siliciumdioxyd, Magnesiumsilikat und Bariumsulfat, zugesetzt werden. In einer alkoholischen Lösung verhält sich das schleierbildende Mittel aktiver, so daß zum Hervorrufen einer ausreichenden Schleierbildung eine viel geringere Menge der Silanverbindung benötigt wird. Geeignete Mengen sind z. B. 20 mg auf 400 mg alkoholische Lösung pro Mol Halogensilber oder etwa 75 mg auf 1200 mg des adsorbierten Produktes pro Mol Halogensilber. Die schleierbildenden Mittel werden vorzugsweise m Laufe der Emulsionsherstellung zugesetzt. Bei-,pielsweise wird die Emulsion gewaschen und deren ?H-Wert gesteigert. Dann fügt man zu der Emulsion las schleierbildende Mittel zu, wonach die Emulsion für eine kurze Zeit gereift und deren PH-Wert herab-;esetzt wird.
  • Die für eine kontrastreiche Bilderzeugung bei der Belichtung erforderliche Anwesenheit von in der üblichen Photographie als Desensibilisatoren bekannten Verbindungen in der Emulsion kann dadurch erreicht werden, daß diese Desensibilisatoren der Emulsion entweder im Laufe einer der Belichtung vorangehenden Badbehandlung oder im Laufe der Emulsionsherstellung einverleibt werden. Besonders zur Verwendung in Direktpositivemulsionen geeignete Desensibilisatoren sind z. B. die eine Nitrogruppe enthaltenden Dihydropyrimidinderivate nach der deutschen Patentschrift 1019 171.
  • Die erfindungsgemäß geschleierten photographischen Emulsionen weisen die Nachteile nicht auf, welche allgemein mit der Verwendung von Formaldehyd verbunden sind. Durch diesen Zusatz wird die Viskosität der Emulsion bereits vor dem Vergießen erhöht, so daß man nach Zusatz die Emulsion nicht erstarren lassen und wieder aufschmelzen kann, sondern unverzüglich vergießen muß. Auch im Laufe des Gießvorganges entstehen oft nachteilige Effekte. Dagegen ist es nach dem erfindungsgemäßen Schleiern möglich, die Emulsion erstarren zu lassen, zu lagern und wieder aufzuschmelzen, so daß sie in jedem beliebigen Augenblick vergossen werden kann.
  • Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Beschreibung, ohne sie in irgendwelcher Weise zu beschränken. Beispiel 1 Beim Herstellen einer Silberchloridemulsion, die 30 g Silbernitrat pro kg Emulsion enthält, wird nach dem Waschen die Emulsion auf 45°C erwärmt. Bei dieser Temperatur werden pro kg Emulsion 10 cm3 Natriumhydroxyd (1%) und 7 cm3 Methyldichlorsilanlösung (0,5% in Äthanol) zugesetzt. Infolge dieses Zusatzes steigt der pH-Wert der Emulsion bis auf ungefähr B. Die Emulsion wird eine weitere Stunde auf 45°C gehalten, worauf sie durch Ansäuern mit einer wäßrigen H Cl-Lösung (1%) auf pH = 6 gebracht wird.
  • Nach dem Abkühlen werden 200 cm3 einer 0,5%igen äthylalkoholischen Lösung der folgenden desensibilisierenden Verbindung pro Äquivalent von 30g Silbernitrat zugesetzt. Die Emulsion wird auf eine Papierunterlage aufgetragen und mit Minusblaulicht, z. B. durch ein Gevalor Gelbfilter L 500 (Gevalor ist ein registriertes Warenzeichen) belichtet. Nach dem Entwickeln, Fixieren, Waschen und Trocknen erhält man ein direktpositives Bild mit reinen Weißen.
  • Beispiel 2 Eine eben gewaschene Silberchloridemulsion, die 40g Silbernitrat pro kg Emulsion enthält, wird auf 45° C erwärmt. Auf diese Temperatur werden pro kg Emulsion 12 cm3 Natriumhydroxyd (1%) und 3 cm3 Trichlorsilanlösung (0,5°/o in Äthanol) zugesetzt. Infolge dieses Zusatzes steigt der pH-Wert der Emulsion bis auf 8,1. Die Emulsion wird 10 Minuten auf 45°C gehalten, worauf sie durch Ansäuern mit einer wäßrigen H Cl-Lösung (1%) auf pH = 6 gebracht wird.
  • Nach dem Abkühlen werden 120 cm3 einer 0,5%igen Dioxanlösung der folgenden desensibilisierenden Verbindung pro Äquivalent von 100 g Silbernitrat zugesetzt.
  • Die Emulsion wird auf eine Filmunterlage vergossen und durch ein Gevalor Gelbfilter L 500 belichtet. Nach dem Entwickeln, Fixieren, Waschen und Trocknen erhält man ein direktpositives Bild mit reinen Weißen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verwendung einer einen Desensibilisator enthaltenden Emulsion, die durch Einwirkung einer mindestens eine Si-H-Gruppe enthaltenden Silanverbindung geschleiert ist, zur Herstellung von direktpositiven Bildern durch Belichtung mit minusblauem Licht. In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschriften Nr. 2694637, 2500110.
DEG22248A 1956-06-07 1957-06-05 Herstellung von direktpositiven photographischen Bildern Pending DE1049230B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
GB1049230X 1956-06-07

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1049230B true DE1049230B (de) 1959-01-22

Family

ID=10870467

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEG22248A Pending DE1049230B (de) 1956-06-07 1957-06-05 Herstellung von direktpositiven photographischen Bildern

Country Status (1)

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DE (1) DE1049230B (de)

Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2500110A (en) * 1948-06-12 1950-03-07 Eastman Kodak Co Bispyridyl compounds containing a silicon atom and process of preparation
US2694637A (en) * 1951-07-19 1954-11-16 Du Pont Photographic emulsions containing a silanic sensitizer

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2500110A (en) * 1948-06-12 1950-03-07 Eastman Kodak Co Bispyridyl compounds containing a silicon atom and process of preparation
US2694637A (en) * 1951-07-19 1954-11-16 Du Pont Photographic emulsions containing a silanic sensitizer

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