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DE1045416B - Verfahren zur Gewinnung von Kresolen mit niedrigem Schwefelgehalt - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Kresolen mit niedrigem Schwefelgehalt

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Publication number
DE1045416B
DE1045416B DEA24495A DEA0024495A DE1045416B DE 1045416 B DE1045416 B DE 1045416B DE A24495 A DEA24495 A DE A24495A DE A0024495 A DEA0024495 A DE A0024495A DE 1045416 B DE1045416 B DE 1045416B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
solution
cresols
aqueous
ether
sulfur content
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEA24495A
Other languages
English (en)
Inventor
Simon Miron
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
American Oil Co
Original Assignee
American Oil Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by American Oil Co filed Critical American Oil Co
Publication of DE1045416B publication Critical patent/DE1045416B/de
Pending legal-status Critical Current

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Kresolen mit niedrigem Schwefelgehalt Die Erfindung betrifft die Gewinnung von Kresolen mit geringem Schwefelgehalt aus wäßrigen ätzalkalischen Lösungen, die bei der Behandlung von Erdöldestillaten erhalten werden.
  • Destillate von Erdölspaltprodukten und höhersiedende Rohdestillate enthalten erhebliche Mengen an Phenolen und Phenolderivaten, die allgemein als Kresole bezeichnet werden. Bei der Behandlung von Erdöldestillaten, die Phenolverbindungen enthalten, mit wäßriger ätzalkalischer Lösung zwecks Entfernung von Mercaptanen aus dem Destillat gehen auch die Phenole in Form ihrer Alkalisalze in die wäßrige ätzalkalische Phase über. Natriumhydroxyd ist das meist benutzte Alkalihydroxyd bei dieser Behandlung. Die Kresole werden gewöhnlich aus der wäßrigen ätzalkalischen Kresolatlösung durch Ansäuern mit Schwefelsäure oder kohlensäurehaltigen Abgasen gewonnen. Jedoch enthalten die öligen Stoffe, die sich aus der wäßrigen Lösung nach dem Ansäuern abscheiden, auch sehr große Mengen der organischen Schwefelverbindungen, die in der wäßrigen ätzalkalischen Kresolatlösung vorliegen.
  • Die organischen Schwefelverbindungen bestehen nicht nur aus Mercaptanen, sondern auch aus verschiedenen anderen organischen Schwefelverbindun-g r n.
  • e In der chemischen Industrie müssen Phenole höchster Qualität praktisch frei von Mercaptanen und anderen organischen Schwefelverbindungen sein. Es besteht jedoch ein erheblicher Bedarf an Phenolen mit niedrigem Schwefelgehalt in der Größenordnung von 0,5 Gewichtsprozent oder weniger zur Herstellung von Phenolaldehydharzen.
  • Die Reinigung der Kresolöle, die durch Ansäuern aus wäßrigen ätzalkalischen Kresolatlösungen gewonnen worden sind, ist ein äußerst teures und schwieriges Verfahren.
  • Das Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Kresolen mit geringem Schwefelgehalt aus wäßrigen ätzalkalischen Kresolatlösungen, die beim Behandeln von Erdöldestillaten mit wäßriger ätzalkalischer Lösung erhalten worden sind. Ein besonderes Ziel ist ein Verfahren zur Gewinnung von Kresolen mit niedrigem Schwefelgehalt in hoher Ausbeute aus wäßrigen Lösungen, die beim Behandeln saurer, gespaltener Erdöldestillate mit wäßriger ätzalkalischer Lösung erhalten werden.
  • Nach dem Verfahren der Erfindung wird eine wäßrige ätzalkalische Kresolatlösung, die bei der Behandlung von Erdöldestillaten mit wäßriger ätzalkalischer Lösung anfällt, auf einen zwischen 10,5 und 12 liegenden pH-Wert eingestellt und dann mit einem flüssigenDialkyläther extrahiert. Die ätherischePhase wird von der wäßrigen Phase abgetrennt, worauf die Kresole durch Destillation aus der ätherischen Phase gewonnen werden. Die benutzten Dialkyläther besitzen 2 bis 6 Kohlenstoff atome in jeder Alkylgruppe.
  • Wie bereits erwähnt, werden die Phenolverbindungen aus einer wäßrigen Lösung gewonnen, die bei der Behandlung eines Erdöldestillats mit wäßriger ätzalkalischer Lösung, z. B. wäßriger Natriumhydroxydlösung, erhalten wird. Diese Erdöldestillate enthalten Phenolverbindungen und Schwefelverbindungen, die in wäßriger ätzalkalischer Lösung löslich sind. Eine besonders geeignete Quelle für die Phenolverbindungen ist ein saures Erdöldestillat, das im Leichtbenzinbereich siedet, z. B. ein saures katalytisch gespaltenes Benzin. Jedoch enthalten auch Destillate, die oberhalb des Leichtbenzinbereichs, d. b. zwischen etwa 175 und 315° C sieden, und die bei Destillation aus stark schwefelhaltigen Rohölen entstehen, erhebliche Mengen an höhersiedenden Phenolen, die als Xylenole bekannt sind.
  • Nach dem Verfahren dieser Erfindung wird die wäßrige ätzalkalische Lösung, die Phenolate, Mercaptide und andere organische Schwefelverbindungen enthält, auf einen pH-Wert zwischen etwa 10,5 und 12, vorzugsweise etwa 11, eingestellt. Die Einstellung des PH-Wertes kann durch Zusatz irgendeiner Säure oder eines sauer reagierenden Stoffes, z. B. von Schwefelsäure oder Kohlendioxyd, erfolgen.
  • Die wäßrige Lösung mit dem zwischen etwa 10,5 und 12 liegenden pH-Wert wird dann mit einer genügenden Menge eines flüssigen Dialkyläthers behandelt, um eine von der wäßrigen Phase getrennte Ätherphase zu bilden. Der hier benutzte Dialkyläther enthält 2 bis 6 Kohlenstoffatome in jeder Alkylgruppe. Man verwendet z. B. Diäthyläther, Diisopropyläther, Äthylisopropyläther oder Dibutyläther. Es werden vorzugsweise tiefersiedende Äther, wie Diäthyläther und Diisopropyläther, benutzt, um die Gewinnung der Kresole aus der ätherischen Phase durch Destillation zu vereinfachen. Im allgemeinen beträgt die Äthermenge, die bei der Behandlung benutzt wird, 1 bis 5 Volumteile je Volumteil wäßriger Lösung. Vorzugsweise werden zwischen 2 und 3 Volumteile angewandt.
  • Die Behandlung kann nach jedem bekannten Verfahren erfolgen, das eine innige Vermischung zweier miteinander nicht mischbarer Phasen bewirkt, z. B. durch ununterbrochene Gegenstrombehandlung in einer mit Füllkörpern versehenen Säule oder einer Säule mit durchlöcherten Böden.
  • Die Behandlung wird in flüssiger Phase bei einer zwischen 15,5 und 38' C liegenden Temperatur durchgeführt. Es können etwas tiefere oder höhere Temperaturen als diese benutzt werden, je nach Art der wäßrigenLösung und des jeweils angewandtenÄthers. Im allgemeinen wird vorgezogen, bei Raumtemperatur zu arbeiten, um ein Erhitzen der wäßrigen Lösung oder des Äthers zu vermeiden.
  • Die Kresole werden bei der Extraktion aus der wäßrigen Lösung in die ätherische Phase übergeführt und vom Äther durch Destillation getrennt. Wenn ein niedrigsiedender Äther benutzt wird, wird der Äther von den Kresolen abdestilliert; letztere gehen zuerst über, wenn ein hochsiedender Äther als Lösungsmittel benutzt wird. Die mit dem Verfahren dieser Erfindung erreichbaren Ergebnisse werden durch die folgenden Beispiele erläutert. Die dort genannte wäßrige ätzalkalische Kresolatlösung, die Phenolverbindungen, Mercaptide und andere organische Schwefelverbindungen enthält, wurde durch Behandeln eines sauren, katalytisch gespaltenen Schwerbenzins mit wäßriger NTatriumhydroxydlösung erhalten.
  • Die Versuche wurden unter starkem Schütteln in einem Scheidetrichter unter Verwendung von 2 Volumteilen Diäthyläther oder eines entsprechenden Lösungsmittels durchgeführt. Nach dem Absitzen der zwei Phasen wurde dann die wäßrige Phase von der ätherischen Phase getrennt. Wenn kein Lösungsmittel angewandt wurde, wurde die untere wäßrige Schicht von der Kresolschicht abgezogen. Beispiel 1 In diesem Beispiel wurden drei Versuche durchgeführt, bei denen die Kresole aus der wäßrigen ätzalkalischenKresolatlösung durchAnsäuern derLösung auf verschiedene pH-Werte freigesetzt werden. Bei pg 3 waren alle Kresole aus der wäßrigen Lösung freigesetzt; die Ausbeute an Kresol bei diesem p$ wird als 100% der in der Lösung vorhandenen Kresole bezeichnet. Zu Vergleichszwecken wurden die Lösungen, die auf etwa PH 11 eingestellt worden waren, mit Diäthyläther, Benzol und Isooctan extrahiert. Bei einem dieser Versuche wurde die wäßrige ätzalkalische Kresolatlösung als solche mit Diäthyläther behandelt. Die Ergebnisse dieser Versuche sind in Tabelle I aufgeführt. Bei jedem Versuch wurde der Gesamtschwefelgehalt der gewonnenen Kresole bestimmt. Tabelle I
    PH Kresolausbeute Schwefelgehalt
    Versuch Kresolgewinnungsverfahren der wäßrigen in der Kresole in
    Lösung Gewichtsprozent Gewiditsprozent
    9 Durch Ansäuern der Kresolatlösung in
    Freiheit gesetzt und anschließend nicht
    extrahiert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . : . . . . 3,0 100-1- 4,31
    2 Durch Ansäuern der Kresolatlösung in
    Freiheit gesetzt und anschließend nicht
    extrahiert............................ 10,5 91 2,26
    3 Durch Ansäuern der Kresolatlösung in
    Freiheit gesetzt und anschließend nicht
    extrahiert............................ 11,2 45-@-- 1,68
    .1 Ätherextraktion ........................ 11,4 67 0,29
    5 Benzolextraktion .:..................... 11,3 63 1,57
    6 Isooctanextraktion ..................... 11;4 16 3,61
    7 Ätherextraktion ........................ 14,0 1 -
    ' Der Kresolgehalt der wäßrigen ätzalkalischen Lösung betrug 30 Volumprozent.
    Die Ausbeute an Kresolen war niedrig, da die überschüssige Menge an gelöstem Wasser schwer abzutrennen war.
    Die Versuche 1 und 2 zeigen, däß der p11-Wert, auf den die wäßrige ätzalkalische Kresolatlösung eingestellt worden war, einen starken Einfluß auf die Ausbeute an Kresol und auch auf den Gesamtschwefelgehalt der gewonnenen Kresole ausübt. Versuch 7 zeigt, daß eine Ätherextraktion der wäßrigen ätzalkalischen Kresolatlösung ohne Einstellung des p$ praktisch negativ verläuft.
  • Die Versuche 3 und 4 ergeben, daß bei der Ätherextraktion Kresole mit weit geringerem Schwefelgehalt als bei dem ohne anschließende Extraktion durchgeführten Verfahren bei praktisch gleichem pH gewonnen werden, d. h. 0,29 Gewichtsprozent Schwefel bei Versuch 4 im Vergleich zu 1,68 Gewichtsprozent Schwefel bei Versuch 3.
  • Der Versuch 5 zeigt, daß bei einer Benzolextraktion etwa die gleiche Ausbeute an Kresolen erhalten wird, daß aber ihr Schwefelgehalt ziemlich hoch ist. Der Schwefelgehalt ist fast so hoch wie der der nach dem Verfahren bei Versuch 3 gewonnenen Kresole.
  • Versuch 6 lehrt, daß bei der Isooctanextraktion eine sehr geringe Ausbeute an Kresolen mit einem Schwefelgehalt erhalten wird, der dem der bei vollständiger Ansäuerung derLösung erhaltenenKresole entspricht. Beispiel 2 In diesem Beispiel wurde eine wäßrige ätzalkalische Kresolatlösung benutzt, die bei Behandlung eines katalytisch gespaltenen Schwerbenzins angefallen war und die erheblich mehr Kresole als die Lösung des Beispiels 1 enthielt. Die Ergebnisse bei Verarbeitung dieser wäßrigen ätzalkalischen Kresolatlösung sind in. Tabelle II aufgeführt.
    Tabelle II
    pg Kresolausbeute Schwefelgehalt
    Versuch Kresolgewinnungsverfahren der wäßrigen in der Kresole in
    Lösung Volumprozent Gewichtsprozent
    8 Durch Ansäuern der Kresolatlösung in
    Freiheit gesetzt und anschließend nicht
    extrahiert............................ 3,0 100` 1,65
    9 Durch Ansäuern der Kresolatlösung in
    Freiheit gesetzt und anschließend nicht
    extrahiert............................ 10,5 86 0,73
    10 Ätherextraktion ........................ 11,0 70 0,11
    11 Benzolextraktion ....................... 11,0 59 0,37
    12 Isooctanextraktion ..................... 11,0 6 1,84
    13 Cyclohexanextraktion .................. 11,0 15 1,39
    "' Der Kresolgehalt der wäßrigen ätzalkalisdien Lösung betrug 48 Volumprozent.
    Versuch9 zeigt, daß bei Einstellung des p$ auf 10,5 86% der gewinnbaren Kresole mit einem Schwefelgehalt von 0,73% gewonnen werden. Versuch 10 ergibt, daß bei der Ätherextraktion eine 70%ige Ausbeute an Kresolen mit einem Schwefelgehalt von nur 0.11% erhalten wird.
  • Bei diesen Versuchen ergibt die Benzolextraktion in erheblich geringerer Ausbeute ein Material mit viel höherem Schwefelgehalt. Die Isooctan- und Cyclohexanextraktionen ergeben sehr geringe Ausbeuten an Kresolen mit sehr hohem Schwefelgehalt.
  • Die obigen Angaben zeigen, daß es nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung möglich ist, eine gute Ausbeute an Phenolverbindungen zu erhalten, und daß gleichzeitig die Kresole einen weit geringeren Schwefelgehalt aufweisen als die bei dem Verfahren mittels Säure ohne anschließende Extraktion gewonnenen Kresole.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Gewinnung von Kresolen mit niedrigem Schwefelgehalt aus einer wäßrigen Lösung, die bei der Behandlung von Erdöldestillaten mit wäßriger ätzalkalischer Lösung anfällt, dadurch gekennzeichnet, daß man den pH-Wert der wäßrigen Lösung auf einen zwischen etwa 10,5 und 12 liegenden Wert einstellt, die eingestellte Lösung mit einem flüssigen Dialkyläther mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen in jeder Alkylgruppe extrahiert, die flüssige ätherische Phase von der wäßrigen Phase abtrennt und die Kresole aus der ätherischen Phase durch Destillation gewinnt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Äther in einer Menge von 1 bis 5 Volumteilen je Volumteil der eingestellten Lösung angewandt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur bei dieser Behandlung 15,5 bis 38° C beträgt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Äther Diäthyläther verwendet wird. In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschrift Nr. 2 635 120.
DEA24495A 1955-03-18 1956-03-15 Verfahren zur Gewinnung von Kresolen mit niedrigem Schwefelgehalt Pending DE1045416B (de)

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Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2635120A (en) * 1950-03-29 1953-04-14 Standard Oil Co Obtaining purified phenols and cresols of petroleum origin

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2635120A (en) * 1950-03-29 1953-04-14 Standard Oil Co Obtaining purified phenols and cresols of petroleum origin

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