DE1042714B - Aus keramischem Material bestehende Lichtbogenkammer fuer elektrische Schaltgeraete mit Mehrfachunterbrechung, insbesondere fuer groessere Luftschuetze - Google Patents
Aus keramischem Material bestehende Lichtbogenkammer fuer elektrische Schaltgeraete mit Mehrfachunterbrechung, insbesondere fuer groessere LuftschuetzeInfo
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Description
DEUTSCHES
Es ist üblich, elektrischen Schaltgeräten aus Isoliermaterial bestehende Lichtbogenkammern zuzuordnen,
die die Schaltstellen umgeben und die Aufgabe haben, das Austreten von Schaltfeuer zu verhindern und gegebenenfalls
die Löschung des auftretenden Schaltlichtbogens zu unterstützen. Es ist dabei bekannt, derartige
Lichtbogenkammern durch Zwischenwände in eine der Anzahl der Schaltstellen entsprechende Anzahl
von Einzelkammern zu unterteilen. Bei größeren Schaltgeräten mit Mehrfachunterbrechung, d. h. also
mit mehreren in Reihe geschalteten Schaltstellen je Pol, ist es üblich, getrennte Schaltkammern für die
einzelnen Pole vorzusehen, die jeweils allen Schaltstellen des betreffenden Pols gemeinsam sind.
Es ist nun auch bereits bekannt, derartige Lichtbogenkammern aus keramischen Massen aufzubauen.
Derartige Massen bringen zwar den Vorteil besonderer Isolationsfestigkeit, weisen jedoch andererseits
verschiedene Nachteile auf. Diese bestehen in erster Linie darin, daß keramische Massen vorwiegend auf
Druck beansprucht werden können, dagegen gegen jede andere Art der Beanspruchung empfindlich sind,
so daß die Lichtbogenkammern zu den mechanisch empfindlichsten Bauteilen elektrischer Schaltgeräte
gehören. Die Empfindlichkeit wächst mit zunehmender Größe der Schütze, da hiermit auch die Größe der
Schaltmagnete und damit die Stärke der Schaltstöße zunimmt, so daß die mechanische Beanspruchung der
Lichtbogenkammer mit wachsender Gerätegröße ansteigt. Da moderne Schütze für immer weiter steigende
Zahlen von Schaltspielen gebaut werden, kann diese Beanspruchung gegebenenfalls mehrere millionenmal
auftreten.
Bei Mehrfach-, insbesondere Zweifachunterbrechung werden an die keramischen Körper der Lichtbogenkammern
besondere Anforderungen bezüglich der Maßhaltigkeit gestellt, die bei großen Bauteilen mit
wirtschaftlich tragbarem Aufwand nicht erfüllt werden können.
Eine weitere Schwierigkeit, die sich ebenfalls aus der Empfindlichkeit keramischer Massen gegen mechanische
Beanspruchungen ergibt, besteht in der festen und dauerhaften Verbindung von Metall- und Keramikteilen.
Durch die Erfindung wird nun eine aus keramischem Material bestehende Lichtbogenkammer für jeweils
einen Pol elektrischer Schaltgeräte, insbesondere größere Luftschütze, mit mehreren in Reihe geschalteten
Schaltstellen und einer allen Schaltstellen gemeinsamen Lichtbogenkammer je Pol geschaffen, die bei
großer Einfachheit der verwendeten Bauteile trotz der Nachteile der keramischen Massen auf Grund einer
besonderen Konstruktion den auftretenden Beanspruchungen gewachsen ist. Die Erfindung besteht
Lichtbogenkammer für elektrische
Schaltgeräte mit Mehrfachunterbrechung, insbesondere für größere Luftschütze
Anmelder:
Siemens-Schuckertwerke
Aktiengesellschaft,
Berlin und Erlangen,
Erlangen, Werner-von-Siemens-Str. 50
Beanspruchte Priorität:
Schaustellung vom 29. April 1956 auf der am 29. April 1956
eröffneten Deutschen Industrie-Messe Hannover 1956
(Technische. Messe ■— Mustermesse) in Hannover
Dipl.-Ing. Gustav Wilhelm Pristsak, Berlin-Spandau,
ist als Erfinder genannt worden
darin, daß die Lichtbogenkammer in eine der Zahl der Schaltstellen entsprechende Zahl von Keramikkörpern
unterteilt ist, welche untereinander durch Teile aus einem wenig stoß- und schlagempfindlichen Werkstoff
verbunden sind.
Diese besondere Gestaltung der Lichtbogenkammer ergibt den Vorteil, daß durch die Unterteilung in einzelne
keramische Körper für jede Unterbrechungsstelle kleine gedrungene Teile erhalten werden, die sich
leicht werkstoffgerecht gestalten lassen. Diese Teile sind ihrer geringen Masse und gedrungenen Form
wegen gegen mechanische Beanspruchungen wesentlieh unempfindlicher als große sperrige Körper.
Metallische Teile, wie z. B. Löschbleche, können an den Keramikkörpern dadurch fest und dauerhaft befestigt
werden, daß jedes Metallteil mit mindestens einem streifenförmigen Ansatz versehen wird, der
durch einen Längsschlitz in zwei Hälften geteilt ist. Dieser Ansatz wird so weit in den Keramikteil hineingeschoben,
daß er auf der anderen Seite ein kurzes Stück herausragt. Über dieses Stück wird eine mit
einer Aussparung versehene Platte gelegt, und die beiden Hälften des Ansatzes werden an der Außenseite
der Platte auseinandergebogen, so daß die Platte nicht mehr abgleiten kann. Die Platte verhindert, daß die an
dieser Stelle befindlichen Teile des keramischen Körpers anders als auf Druck beansprucht werden. Ein
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Hindurchrutschen des Metallteiles durch den Keramikkörper wird durch entsprechende Absätze an dem
Afetallteil vermieden.
Ein Ausführungsbeispiel, das eine Lichtbogenkammer gemäß der Erfindung für ein Schaltgerät mit
Doppelunterbrechung zeigt, wird im folgenden an Hand der Figuren erläutert.
Fig. 1 bis 3 zeigen einen Grundriß, einen Seitenriß und einen Schnitt durch eine Mittelachse einer Lichtbogenkammer
gemäß der Erfindung; Fig. 4 zeigt eine Seitenwand der Lichtbogenkammer;
Fig. 5 zeigt die Befestigung der Löschbleche in den Keramikkörpern der Lichtbogenkammer;
Fig. 6 zeigt ein einzelnes Löschblech.
Die Lichtbogenkammer besteht gemäß der Erfindung aus zwei besonderen keramischen Körpern 1 und 2,
die durch zwei in Fig. 4 dargestellte Seitenwände 3 zusammengehalten werden. Diese bestehen aus einem
wenig stoß- und schlagempfindlichen Werkstoff, insbesondere aus einem Schichtpreßstoff. Jede Seitenwand
stützt sich mit der Fläche 4 gegen die Grundplatte des Schaltgerätes ab. Vorsprünge 5 an den Seitenwänden 3
sorgen dafür, daß die Kammer ihre richtige Lage einnimmt. Die Seitenwände enthalten Aussparungen 6,
während die keramischen Körper Erhöhungen 7 besitzen, die in Aussparungen 6 passen. Aussparungen
und Vorsprünge sind dabei so angeordnet, daß die beiden keramischen Körper ihre gegenseitige Lage mit
einer wesentlich geringeren Maßabweichung einnehmen, als dies bei Vereinigung der beiden keramischen
Körper zu einem einzigen Bauteil möglich wäre.
Es ist zweckmäßig, die Keramikkörper selbst nochmals in mehrere, insbesondere in zwei Teile zu teilen.
Diese sind in dem dargestellten Ausführungsbeispiel mit 1 und 1' bzw. 2 und 2' bezeichnet und werden jeweils
durch Nieten oder Schrauben 18 bzw. 19 zusammengehalten.
Die Lichtbogenkammer wird insgesamt mit Hilfe zweier Blattfedern 8 federnd gegen die Grundplatte
des Schaltgerätes gedruckt und damit in ihrer Arbeitslage festgehalten. Durch diesen besonderen Aufbau der
Lichtbogenkammer stehen die stoßempfindlichen keramischen Körper nirgendwo in unmittelbarer Berührung
mit Teilen des Schaltgerätes, die die starken Schaltstöße des Magneten übertragen.
Ein Ausführungsbeispiel für die Befestigung metallischer Teile, wie z. B. Löschbleche, in den Keramikkörpern
ist in Fig. 5 dargestellt. Der keramische Körper 1 enthält einen Durchbruch 9, durch den das zu
befestigende Löschblech 10, das in Fig. 6 dargestellt ist, mit dem Ansatz 11 hindurchgesteckt wird. Dieser
besitzt einen Schlitz 12. Über den Ansatz 11 wird die mit einem Schlitz 14 versehene Platte 13 geschoben,
die sich an die Schultern 15 in dem Keramikkörper 1 anlegt. Mit Hilfe eines geeigneten Werkzeuges werden
die beiden Hälften 16 und 17 des Ansatzes 11 umgebogen und fest gegen die Platte 13 gepreßt.
Man kann die Platte 13 auch aus dünnem FederbandstahMierstellen,
quer zu der Richtung des Schlitzes 14 leicht wölben und die so erzeugte Druckvorspannung
zusätzlich zur Festhaltung des Löschbleches 10 verwenden. Ebenso ist es möglich, mehrere Platten 13
zu verwenden.
Claims (6)
1. Aus keramischem Material bestehende Lichtbogenkammer für jeweils einen Pol elektrischer
Schaltgeräte, insbesondere größere Luftschütze, mit mehreren in Reihe geschalteten Schaltstellen
und einer allen Schaltstellen gemeinsamen Lichtbogenkammer je Pol, dadurch gekennzeichnet, daß
die Lichtbogenkammer in eine der Zahl der Schaltstellen entsprechende Zahl von Keramikkörpern
unterteilt ist, welche untereinander durch Teile aus einem wenig stoß- und schlagempfindlichen Werkstoff
verbunden sind.
2. Lichtbogenkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Keramikkörper aus
mehreren, insbesondere zwei Teilen besteht.
3. Lichtbogenkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Keramikkörper mit Erhöhungen
versehen sind, die in entsprechende Aussparungen in den Verbindungsmitteln eingreifen.
4. Lichtbogenkammer nach Anspruch 1, daduixh gekennzeichnet, daß die Verbindungsteile Ansätze
zur räumlichen Festlegung der Lichtbogenkammer in dem Gehäuse des Schaltgerätes besitzen.
5. Lichtbogenkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtbogenkammer mit
einer oder mehreren Blattfedern an dem Gehäuse des Schaltgerätes anliegt.
6. Lichtbogenkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Löschbleche jeweils an
einem Teil jedes Keramikkörpers mittels eines geschlitzten Ansatzes in der Weise befestigt sind,
daß nach Hindurchstecken des Ansatzes durch eine Öffnung in dem Keramikteil über den auf der entgegengesetzten
Seite herausragenden Teil des Ansatzes eine mit einer Aussparung versehene Platte
gelegt ist tind die über die Platte herausragenden Enden des Ansatzes auseinandergebogen sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 694 440, 885 109, 826, 898 019.
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Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| DES48916A DE1042714B (de) | 1956-05-31 | 1956-05-31 | Aus keramischem Material bestehende Lichtbogenkammer fuer elektrische Schaltgeraete mit Mehrfachunterbrechung, insbesondere fuer groessere Luftschuetze |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1042714B true DE1042714B (de) | 1958-11-06 |
Family
ID=7487053
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES48916A Pending DE1042714B (de) | 1956-05-31 | 1956-05-31 | Aus keramischem Material bestehende Lichtbogenkammer fuer elektrische Schaltgeraete mit Mehrfachunterbrechung, insbesondere fuer groessere Luftschuetze |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1042714B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3229299A1 (de) * | 1981-08-13 | 1983-03-17 | Mitsubishi Denki K.K., Tokyo | Elektromagnetische kontaktvorrichtung |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE694440C (de) * | 1938-01-18 | 1940-08-01 | Siemens Schuckertwerke Akt Ges | Elektrischer Schalter, insbesondere Kleinselbstsch |
| DE885109C (de) * | 1951-04-08 | 1953-09-07 | Siemens Ag | Loeschblechpaketanordnung fuer Schalter |
| DE893826C (de) * | 1943-07-06 | 1953-10-19 | Siemens Ag | Funkenschutzkappe fuer elektrische Schalter grosser Leistung |
| DE898019C (de) * | 1931-10-27 | 1953-11-26 | Siemens Ag | Loeschblechpaketanordnung fuer Schalter |
-
1956
- 1956-05-31 DE DES48916A patent/DE1042714B/de active Pending
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE898019C (de) * | 1931-10-27 | 1953-11-26 | Siemens Ag | Loeschblechpaketanordnung fuer Schalter |
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