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Verfahren zur Herstellung von Disulfidabkömmlingen des Vitamin B,
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der allgemeinen
Formel
in der R, einen Methyl- oder Äthylrest, R, einen Alkyl-, Alkenyl-, Aryl- oder Aralkylrest
und R, ein Wasserstoffatom, einen Acetyl- oder Benzoylrest bedeutet.
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Beim Studium des Wirkungsmechanismus von Vitamin B, wurde schon früher
gefunden, daß Vitamin B, vom Organismus vollkommener absorbiert wird, wenn es mit
Knoblauch angewendet wird. Vitamin B, bildet mit den aktiven Bestandteilen der Alliumarten,
wie Knoblauch, Lauch, Winterzwiebel u. dgl., oder ihren Abbauprodukten zwei Verbindungen,
die in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften von denen des Vitainins
B, völlig abweichen, aber die gleichen physiologischen Wirk.ungen vrie das Vitamin
B, zeigen.
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Es wurde nun gefunden, daß Vitamin B, und seine Abkömmlinge mit Verbindungen
der allgemeinen Formel
(R, ist ein Alkyl-, Alkenyl-, Aralkyl- oder Arylrest, M ist ein Kalium oder Natriumatom)
Verbindungen ergeben, die den oben angegebenen Verbindungen ähneln und daß von diesen
Verbindungen die beiden, in denen R, der Allylrest und R, der CH,-rest ist, identisch
mit den Verbindungen sind, wie sie bei der Umsetzung zwischen Vitamin B, und Pflanzenextrakten
der Alliumarten entstehen.
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Auf Grund von weiter unten beschriebenen Strukturuntersuchungen wurde
festgestellt, daß diese Verbindungen die allgemeine Formel
Die Struktur dieser Verbindungen gemäß der Erfindung wurde wie folgt festgestellt:
Wird beispielsweise das Reaktionsprodukt des weiter unten angeführten Beispiels
1 analytisch untersucht (T. Matsukawa und
S. Yurugi, Proceedings of
Japan Academy, Bd.
28 [1952], Nr.
3, S. 146 bis 149), so sprechen
das Molekulargewicht und die analytischen Daten dieser Verbindung für die Formel
C,5H"0,N4S,. Bei einem PH-Wert von 3,4 liegt das Maximum des Absorptionsspektrums
bei 240 m#t, und bei einem pl,-Wert von
10,9
zeigen sich Maxima bei
235 und
275 m#L, entsprechend denen von Aneurindisulfid, so daß die
Annahme naheliegt, daß diese Verbindung in ihrer Struktur dem Aneurindisulfid ähnelt.
Durch Hydrolyse dieser Verbindung mit verdünnter Salzsäure bildet sich Ameisensäure
(I), 2-Methyl-4-amino-5-aminomethylpyrimidin (II) und ein nicht flüchtiges
Öl. Die Reduktion dieses nicht flüchtigen Öles mit Zinkstaub in Essigsäure
ergibt Allylmercaptan (III) und y-Aceto-y-mercapto-propylalkohol (IV). Folglich
ist das
Öl a-Aceto-y-oxy-propyl-allyldisulfid (V).
| Aus diesen Tatsachen ist ersichtlich, daß die Hydrolyse |
| die Verbindungen I, II und V ergibt, und es liegt der |
| Schluß nahe, daß die #,aneuiindisulfid#(-ähnliche Verbin- |
| dung 2--2'-Methyl4-an-iino-pyrimidyl-(5')l-methyl-form- |
| amino-5-0.Xy-A'-'-pentenyl-(3)-allyldisulfid (VI) ist. |
| Diese Verbindungen sind neu und zum erstenmal durch |
| die vorliegende Erfindung synthetisiert worden. Sie haben |
| folgende allgemeine Eigenschaften: |
| 1. Sie geben eine negative Thiochrom- und Diazoreak- |
| tion; |
2. sie reagieren mit Cystein, reduzieren Glutathion, werden in der Leber in Vitamin
B, übergeführt und liefern dann positive- Thiochrom- und -Diazoreaktion;
3. sie werden durch Thiaminase nicht zersetzt; 4. sie werden durch die Vitamin-B,-Zersetzungsfaktoren
in der Pflanze nicht zersetzt;
5. sie sind' in organischen L6sungsmitteln,
wie Alkohol, Äther, Äthylacetat
u. dgl-.; löslich'.
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Einige ihrer -physiköchemischen Eigenschaftswerte sind nachstehend
aufgeführt-
| Verbindung entsprechend der einleitend F in ' C
u -Lösun-gsmittei Kristallform |
| angeführten allgemeinen Formel (unter Zersetz ng) zur
Kristallisatio |
| R, Rz, R# |
| C H# H CH, 135 bis 136 Äthylacetat farblose
Prismen |
| C Hz, H C ri, 150 Wasser desgl. |
| C H, H C,H, 126 bis 127 Benzol
desgl. |
| CH, H C, H5 167 Wasser dergl. |
| CHS 11 n - C,X, 127 bis 128 Benzol desgl. |
| CH# H n - C,H, 145 Wasser desgl. |
| C H.. H i - C,H, 163 bis 164 Benzol desgl. |
| 136 bis 137 Benzöl desgl. |
| CH, H n - C4H, |
| CH# H n - C4H, 150 Wasser desgl. |
| CH, H C4H, 154 Äthylacetat desgl. |
| CH, H i - C,H, 174 Wasser desgl. |
| CH, H i -- C5 Hil 135 Benzol desgl. |
| Wasser desgl. |
| CH, H i -- C5H1, 154 |
| CH, H C8H17 132 bis 133 verdünnterAlkohol
farbloseNadeln |
| CH, H C12 H25 133 bis 134 verdün:ät6rAlköh01
farblose Nadeln |
| CH, H C,H5 - CH, 154 Benzbi farblose Prismen |
| C H, H CH2=CH-CH, 132 bis 133 Benzol'
desgl. |
| CH, H CH-=CH-CH, 141 Wasser' desgl. |
| CH, C,H,CO-- C,H, 77 bis 78 desgl. desgl. |
| CH C,Häco C,H, 60 bis -61 desgl. desgl. |
| CH, C,H5C0m-- i C,H, 88 bis 89 desgl.
decgl. |
| CH C,H CO i C5H11 91 bis 92' Benzol-B
in |
| 3 5 enzin- |
| Gemiscli desgl. |
| CH, C,H,CO- 1 CH,=CH-CH, 114 bis 115 desgl. desgl. |
| CH3 H,CO- i ' n-C,H,- 89 lAs 90 desgl.
desgl. |
| CH# C' H5C0 - CH3 78 bis 80 desgl. desgl. |
| C d. H CH3 122 bis 123 Benzol desgl. |
| C,H 5. H 1 C.H5 132 bis 133 desgl.
desgl. |
| C2 Hä H C,'H, 130 bis 131 desgl. desgl. |
| C2 H, H CIIH9 1192s 120 desgl. desgl. |
| CH, H CH,-CH -OH 149 bis 149 Alkohol-Benzol- |
| 3 1 - 2 Äthylacetat-Gemisch desgl. |
Aus der Tatsache, daß beim Rattenwachstumstest die Verbindungen
gemäß der Erfindung ebenso wie Vitamin B, eine Erhöhung des Körpergewichts der Ratten
verursachen, ist ersichtlich, daß die Verbindungen etwa die gleichen physiologischen-
Wirkungen wie Vitamiii B, haben. Gelegentlich scheinen diese Verbindungen, nachdem
sie vom Körper aufgenommen worden sind, in Vitamin B, umgewandelt zu werden.
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Werden beispielsweise
je 10 y 'der verfahrensgemäß erhältlichen
Verbindung, bei welcher in der allgemeinen Formel R, ein
CH,-, R, ein
- CH,
- CH = CH,-Rest und R3 ein Wasserstoffatom ist, den Ratten,
die an Körpergewicht verloren haben, unregelmäßigen Puls aufweisen und infolge Vitarnin-B,-Mangel
an Krämpfen leiden, per os gegeben, so zeigt sich die Wirkung der Verbindung äußerst
rasch, wie aus- Tabelle
1 zu ersehen ist. Diese Erscheinung ist niemals bei
Vitamin B., beobachtet worden.
| Tabelle 1 |
| Unregel- |
| Puls mäßiger K-rämpfe |
| Puls |
| Vor der Verabreichung ...... 120 |
| Nach der Verabreichung |
| 15 Minuten ............. 225 |
| 30 Minuten ............. 260 |
| 45 Minuten ............. 230 |
| 60 Minuten ............. 240 |
| 120 Minuten .............. 340 |
Wird diese gleiche Verbindung dem menschlichen Körper per os zugeführt, so erhöht
sie den Vitamin-B,-Spiegel im Blut (s. Tabelle III) beträchtlich und wird mit dem
Urin schneller und in größeren Mengen ausgeschieden als Vitamin Bl.
| Tabelle II |
| Im Urin ausgeschiedene Vitamin-B,7Menge |
| Erfindungs- |
| Probezeit gemäße Vitamin B, |
| nach der Verabreichung Verbindung (10 mg) |
| (10 mg) |
| 1 Stunde ............ 410,y 60,y |
| 1 bis 2 Stunden ........... 440 y 1407 |
| 2 bis 3 Stunden ....... . ... 320 y 907 |
| 3 bis 24 Stunden ........... 11lOy
4507 |
| Gesamt ....... ........... 2280 y 740
y |
Dieses Gleichgewicht wird unter alkalischen Bedingungen nach rechts und unter sauren
Bed n en nach i"Vbg un links verschoben. Aus der Struktur der - V nd gen.
| Tabelie III |
| Vitamin-B,-Konzentration im Blut |
| Erfindungs- |
| gemäße Vitamin B, |
| Verbindung (10 mg) |
| (10 mg) |
| Vor der Verabreichung ...... 6,30/, 6,30/, |
| 1 Stunde nach der Ver- |
| abreichung .............. 11,20/, 6,30/, |
Aus diesen Tatsachen ist ersichtlich, daß die Verbindung wirkungsvoll und stark
vom, Darm resorbiert wird.
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Die Verbindungen gemäß der Erfindung zeigen also bei der- Verabreichung
per os a-tigenfällige und schnelle Vitamin-B#-ähnlic'he Wirkungen und wirken, da
sie von Thiami'nase -nicht zersetzt werden, auch dann_ beim Menschen, wenn die Wirkung
von Vitamin B" welches durch den Mund verabreicht wird, nicht abgewartet werden
kann.
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Eine Variation in den Gruppen R, R., und R, hat fast keinen
Einfluß auf die therapeutische Wirksamkeit der Verbindungen. '
Die Herstellung
der Verbindungen gemäß der Erfindung erfolgt- so, daß Vitamin B, oder verwandte
Verbindungen oder ihre Acylabkönimlinge mit einer aktiven Verbindung, die die
- S H-Gruppe in die R, - S - S-Gruppe umwandelt, umgesetzt werden.
Beispielsweise wird Vitamin B" ein Vitamin-B,7Abkümmling, in dem die Methylgruppe
im Pyrimidinkern durch eine Äthylgruppe ersetzt ist oder deren Acylderivate mit
Verbindungen der allgemeinen Formel
beispielsweise Alkyhuerkaptanen, Alkenylinerkaptanen, wie Allylraerkaptan, Arylmerkaptanen,
Aralky1nierkaptanen, Aralkyl-aralkvlthiosulfinaten, Alkyl-alkylthiosulfinaten, Alkenyl-alkenylthiosulfinaten,
wie Allyl-allylthiosulfinat, Aryl-arylthiosulfinaten, Alkyl-(oder Aralkyl-oder Alkenyl-,
wie Allyl- oder Aryl-)thiorhodaniden, Salzen von Alkyl-(oder Aralkyl- oder Alkenyl,
wie Allyl-oder Aryl-)thiosulfonsäuren, umgesetzt.
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Zu den obengenannten Alkyl-, Alkenyl- oder Aralkylverbindungen gehören
auch deren Substitutionsprodukte und wenn in der Beschreibung oder den Ansprüchen
von gesättigten oder ungesättigten Alkyl- oder Aralkylresten gesprochen wird, so
sind darunter auch immer deren Substitutionsprodukte zu verstehen.
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Nachstehend wird das Verfahren erläutert: Es wird im allgemeinen angenommen,
daß sich das Vitamin B, und seine Acylderivate in einem Gleichgewichtszustand zwischen
der Ammoniumform und der Thiolform befinden. gemäß der Erfindung kann vermutet werden,
daß. das Vitamin B, und seine Abklönunlinge in der Thiolform reagieren. Tatsächlich
verläuft die Reaktion meist glatt
bei einem pH-Wert von über
7, durch eine zu starke Alkalität wird aber nicht nur das VitaminB, zersetzt,
sondern auch die - S - S-Gruppe der Reaktionsprodukte aufgespalten und damit
die Ausbeute an den Verfahrensprodukten herabgesetzt. Bei der technischen Herstellung
ist also die Einhaltung eines pl,-Bereiches von 7 bis 9 am zweckmäßigsten.
Die Reaktion verläuft am besten in Gegenwart von Wasser, Alkohol, Aceton, Methanol,
Propylalkohol, Äthylacetat oder deren Mischungen oder von anderen indifferenten
Lösungsmitteln.
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Werden die Acylderivate des Vitamin B, verwendet, so können die Acylgruppen
aus den Reaktionsprodukten abgespalten weiden, es lassen sich aber auch Acylgruppen
in die Reaktionsprodulzte einführen. Alk:yl, Alkenyl- oder Aralkyl- oder Arylmerkaptane
werden im allgemeinen zusammen mit einem oxydierenden Mittel verwendet, das in neutralem
oder alkalischem, Medium wirksam ist, z. B. Brom, Wasserstoffsuperoxyd, Kaliumpermanganat,
Alkalibichromat u. dgl. Es kann aber zum gleichen Zwecke auch eine elektrolytische
Oxydation durchgeführt werden.
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Die Ausbeuten beim Verfahren gemäß der Erfindung sind im allgemeinen
ausgezeichnet.
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Die Umwandlung der S H-Gruppe in der Thiolform des Vitamins
B, oder seiner Derivate in die - S - S R,-(R2 gleich Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-
oder Aralkylrest) Gruppe verläuft immer nur dann glatt, wenn das Medium bei einem
geeigneten pl,-VVert gehalten wird. Beispiel 1
li, Teil Allvl-allylthiosulfinat
und 1 Teil Vitanün-B1-hvdrochlorid werden in 50 Teilen 50 0/,igem
Alkohol aufgelöst , und die Lösung wird mit 10 "/,iger Natriumhydroxyd
lösung auf einen p11-Wert von 8 eingestellt. Danach wird 30 Minuten
aui 60'C erhitzt. Während der Reaktion wird der pH-Wert bei 8 gehalten.
Die Reaktionsmischung v, ird unter vermindertem Druck zur Entfernung des Alkohols
konzentriert und der Rückstand mehrmals mit Äther extrahiert. Nach dem Trocknen
wird der Ätherextrakt zur Trockne verdampft, bis Kristalle zurückbleiben, die aus
Benzol umkristallisiert farblose Prismen vom F. = 132 bis 133'C (unter Zersetzung)
ergeben. Das Hydrochlorid hat einen Schmelzpunkt von 151 bis 152'C (unter
Zersetzung). Diese Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen Formel,
in der R, ein Methyl-, R. ein Allylrest und R, ein Wasserstoffatom ist. Beispie12
1,7 Teile -#litamin-B,-hydrochlorid werden in 50 Teilen Wasser gelöst
und dann 0,7 Teile Äthyl-äthylthiosulfinat zugegeben. Die Mischung -wird
mit 101)/,iger Natriumhydroxydlösung auf einen plj-'Wert von 8 eingestellt
und weiter gemäß Beispiel 3 behandelt.
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Das Reaktionsprodukt kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen
mit einem Schmelzpunkt von 126 bis 127'C (unter Zersetzung) und aus Wasser
in der gleichen Kristallforin mit einem Schmelzpunkt von 167'C (unter Zersetzung).
Die Ausbeute beträgt 1,3 Teile. Das Hydrochlorid hat einen Schmelzpunkt von
174 bis 175'C (unter Zersetzung). Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend
der allgemeinen Formel, in der R, ein Methyl-, R. ein Äthylrest und R, ein
Wasserstoffatom ist.
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Beispiel 3
1,7 Teile Vitamin-B,-hydrochlorid werden in
100 Teilen 500j.igem Alkohol gelöst und 0,75 Teile Isopropyl-isopropylthiosulfinat
zugesetzt. Die Mischung wird m it einer 10 II/Oigen Natriumhydroxydlösung
auf einen pl,-Wert von 8 eingestellt, und die Reaktionsmischung wird auf
50 bis 60'C erhitzt, bis die Thiochromreaktion negativ geworden ist.
Während der Reaktion wird der pl,-Wert auf 8 gehalten. Die Reaktionsmischung
wird unter vermindertem Druck auf die Hälfte ihres Volumens eingeengt und dann nÜt
Äthylacetat extrahiert. Nach dem Trocknen wird der Extrakt unter vermindertem Druck
zur Trockne eingedampft, und das Reaktionsprodukt verbleibt in kristallinischer
Form. Es kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen aus mit einem Schmelzpunkt
von 163
bis 164'C (unter Zersetzung). Die Ausbeute beträgt 1,5 Teile,
die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen Formel, in der R,
ein Methyl-, R, ein Isopropylrest und R, ein Wasserstoffatom ist.
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Beispiel 4 5 Teile 3-[2'-äthyl-4'-aniinopyrinüdyl(5)j---rnethyl-4-methyl-5-p-ox37äthyl-thiazolchlorid-hydrochlorid,
das nachstehend als Homovitamin-B,-hydrochlorid bezeichnet wird, werden in
250 Teilen 50 0/,igem Alkohol gelöst und zu der Lösung 1,5
Teile Methyl-methylthiosulfinat gegeben. Die Mischung wird mit 100/,iger Natriumhydroxydlösung
auf einen pn-Wert von 8 eingestellt, auf 40 bis 50'C erhitzt und gemäß
Beispiel 3 behandelt.
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Das Reaktionsprodukt kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen
mit einem Schmelzpunkt von 122 bis 123'C (unter Zersetzung). Die Ausbeute beträgt
4 Teile. Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen Formel, in
der R, ein Äthyl-, R, ein Methylrest und R, ein Wasserstoffatom ist. Beispiel
5
1,3 Teile Benzoyl-Vitamin-B,7hydrobromid werden in 10 Teilen
Wasser aufgelöst und 0,25 Teile Methyl-methylthiosulfinat zugegeben. Die
Mischung wird mit 100,1.1ger Natriumhydroxydlösung auf einen pl,-Wert von
8 eingestellt und so lange auf 50 bis 60'C erhitzt, bis die
Reak# tionsmischung keine Thiochromreaktion mehr zeigt. Beim Konzentrieren der Reaktionsmischung
scheidet sich eine ölige Substanz aus, die sofort kristallisiert.
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Die Reaktionsmischung wird in verdünnter Salzsäure gelöst und die
Lösung nach Entfärbung mit Natriumbicarbonat neutralisiert, wobei sich farblose
Prismen von einem Schmelzpunkt von 78 bis 80'C ausscheiden. Die Ausbeute
beträgt 1 Teil. Das Hydrochlorid hat einen Schmelzpunkt von 182 bis
183'C (unter Zersetzung). Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen
Formel, in der R, und R, ein Methyl- und R, ein Benzoylrest ist. Beispiel
6
2,5 Teile Benzoyl-Vitamin-B,7hydrobrornid werden mit 0,75
Teilen Propyl-propylthiosulfinat in 100 Teilen 50 0/,igem Alkohol
wie im Beispiel 5 umgesetzt. Das rohe ölige Reaktionsprodukt wird mit Äthylacetat
extrahiert, und der Extrakt wird nach dem Trocknen unter vermindertem Druck eingedampft.
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Der ölige Rückstand wird in verdünnter Salzsäure aufgelöst, die Lösung
entfärbt und mit Natriumbicarbonat neutralisiert, wobei sich farblose Prismen mit
einem Schmelzpunkt vou 89 bis 90'C ausscheiden. Die Ausbeute beträgt
1,5 Teile. Das Hydrochlorid hat einen Schmelzpunkt von 155 bis 156'C
(unter Zersetzung). Diese Verbindung hat die Struktur der allgemeinen Formel, in
der R, ein Methyl-, R, ein Propyl- und R, ein Benzoylrest ist. Beispie17 Zu einer
Lösung von 1 Teil Vitamin-BI-hydrochlorid in 10 Teilen Wasser werden
zunächst 3,3 Teile einer 10 0/,igen Natriumhydroxydlösung und dann
eine Lösung von 0,7 Teilen Natrium-butylthiosulfat in 20 Teilen Wasser gegeben,
wobei sich sogleich Kristalle ausscheiden.
Das Reaktionsprodukt
kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen mit einem Schmelzpunkt von
136 bis 137'C (unter Zersetzung). Die Ausbeute beträgt 0,8 Teile.
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Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen Formel,
in der R, ein Methyl-, R, ein Butylrest und R, ein Wasserstoffatom ist.
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Beispie18 Eine Lösung von 1 Teil Vitamin-B,-hydrochlorid in
10 Teilen Wasser wird mit 3,3 Teilen einer 10 0/,igen Natriumhydroxydlösung
gemischt, die Mischung mit Natriumchlorid gesättigt und dann mit einem Teil Natriumallylthiosulfat
versetzt, wobei sich eine ölige Substanz ausscheidet, die alsbald kristallisiert.
Das Reaktionsprodukt kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen mit einem Schmelzpunkt
von 132 bis 133'C (unter Zersetzung). Die Ausbeute beträgt 1 Teil.
Die Verbindung hat die Struktur entsprechend der allgemeinen Formel, in der R, ein
Methyl-, R, ein Allylrest und R, ein Wasserstoffatom ist. Beispiel 9
1
Teil Vitamin-B,7hydrochlorid wird mit 1,5 Teilen Natrium-ß-oxyäthylthiosulfat
wie im Beispie18 umgesetzt. Das erhaltene Produkt kristallisiert aus einer Mischung
aus Alkohol, Äthylacetat und Benzol in farblosen Prismen mit einem Schmelzpunkt
von 148 bis 149'C (unter Zersetzung). Ausbeute 1 Teil. Die Verbindung hat
die Struktur der entsprechenden allgemeinen Formel, in der R, ein Methyl-, R, ein
ß-Oxyäthylrest und R, ein Wasserstoffatom ist. Beispiel 10
Eine Lösung aus
1 Teil Vitanün-B,7hydrochlorid in 3,3 Teilen einer 100/,igen Natriumhydroxydlösung
wird mit Natriumchlorid gesättigt und dann mit einem Teil Natriumäthylthiosulfat
versetzt, wobei Trübung und Kristallisation erfolgt. Das erhaltene Reaktionsprodukt
kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen mit einem Schmelzpunkt von
126 bis 127'C. Die Ausbeute beträgt 0,8 Teile.
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Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen Formel,
in der R, ein Methyl-, R, ein Äthylrest und R, ein Wasserstoffatom ist. Beispiel
11
Eine Lösung von 1,5 Teilen Benzoyl-Vitamin-B,-hydrobromid in
15 Teilen Wasser wird mit 3,5 Teilen einer 100/,igen Natriumhydroxydlösung
und anschließend mit einer Lösung von 2 Teilen Natrium-propylthiosulfat in
5 Teilen Wasser versetzt, wobei sich augenblicklich Kristalle abscheiden.
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Das Reaktionsprodukt kristallisiert aus einer Mischung aus Benzol
und Benzin in farblosen Prismen mit einem Schmelzpunkt von 89 bis
90'C. Die Ausbeute beträgt 1,1 Teile. Das Hydrochlorid hat einen Schmelzpunkt
von 155 bis 156'C (unter Zersetzung).
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Die Verbindung hat die Struktur entsprechend der allgemeinen Formel,
in der R, ein Methyl-, R, ein Propyl-und R, ein Benzoylrest ist. Beispiel 12 Eine
Lösung von 0,5 Teilen Homovitanün-Brhydrochlorid in 3 Teilen Wasser
wird mit 1,7 Teilen einer 10"/,igen Natriumhydroxydlösung und anschließend
mit 0,5 Teilen Natrium-propylthiosulfat versetzt wobei sich sofort Kristalle
ausscheiden. Das Reak#ionsprodukt kristaRisiert aus Benzol in farblosen Prismen
mit einem Schmelzpunkt von 130 bis 131'C (unter Zersetzung). Die Ausbeute
beträgt 0,5 Teile. Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen
Formel, in der R, ein Äthyl-, R., ein Propylrest und Rs ein Wasserstoffatom ist.
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Beispiel 13
Eine Lösung von 1 Teil Homovitamin-B,-hydrocWorid
in 5 Teilen Wasser wird rrtit 3,4 Teilen 100/,iger Natriumhydroxydlösung
und danach mit einem Teil Natriumbutylthiosulfat versetzt, wobei sich sofort Kristalle
abscheiden. Das Reaktionsprodukt kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen
mit einem Schmelzpunkt von 119
bis 120'C (unter Zersetzung). Die Ausbeute
beträgt 1 Teil. Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen
Formel, in der R, ein Äthyl-, R, ein Butylrest und R, ein Wasserstoffatom ist. Beispiel
14 9Teile einer 1011/,igen Natriumhydroxydlösung und 0,5 Teile Allylmerkaptan
werden zu einer Lösung von 2 Teilen Vitamin-BI-hydrochlorid in 100 Teilen
600/#gem Alkohol unter Kühlung mit Eiswasser gegeben, und dann wird eine Lösung
von 1,6 Teilen Jod und 3,6 Teilen Kaliumjodid in 30 Teilen
Wasser unter Kühlung mit Eiswasser eingetropft. Die Reaktionsmischung wird zur Entfernung
des Alkohols unter vermindertem Druck konzentriert und mehrmals mit Äthylacetat
extrahiert. Der Extrakt wird getrocknet und unter vermindertem Druck zur Trockne
eingedampft. Es bleibt eine ölige Substanz zurück, die sofort kristallisiert. Das
Reaktionsprodukt kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen mit einem Schmelzpunkt
von 132 bis 133'C. Die Ausbeute beträgt 1 Teil. Die Verbindung hat
die Struktur der allgemeinen Formel, in der R, ein Methyl-, R, ein Allylrest und
R, ein Wasserstoffatom ist. Beispiel 15
32Teile einer 10"/,igen Natriumhydroxydlösung
und 21 Teile der Natriumverbindung des Methyhnercaptans werden zu einer Lösung von
10 Teilen Vitan-iin-B,7hydrochlorid in 500 Teilen Wasser unter Kühlung
mit Eiswasser gegeben. Dann wird unter fortgesetzter Kühlung eine Lösung von
8 Teilen Jod und 15 Teilen Kalluinjodid in 150 Teilen Wasser
eingetropft. Die Reaktionsmischung wird auf die Hälfte ihres Volumens unter vermindertem
Druck eingedampft und mehrmals mit Methylacetat extrahiert. Der Extrakt wird entfärbt,
getrocknet und unter vermindertem Druck zur Trockne eingedampft. Es verbleibt eine
ölige Substanz, die sofort kristallisiert. Das Reaktionsprodukt kristalEsiert aus
Äthylacetat in farblosen Prismen mit einem Schmelzpunkt von 132'C (unter Zersetzung).
Die Ausbeute beträgt 5 Teile.
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Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen Formel,
in der R, und R, ein Methylrest und R, ein Wasserstoffatom ist. Beispiel
16
Zu einer Lösung von 1,5 Teilen Vitanün-Bl-hydrochlorid in 20 Teilen
Wasser werden 4,85 Teile einer 100/,igen Natriumhydroxydlösung und anschließend
eine Lösung von 0,8 Teilen Butylthiorhodanid (hergestellt aus Butylmercaptan
und Dirhodan) in 30 Teilen Äther gegeben, wobei sich langsam Kristalle ausscheiden.
Das Reaktionsprodukt kristallisiert aus Benzol in farblosen Prismen mit einem Schmelzpunkt
von 136 bis 137'C (unter Zersetzung). Die Ausbeute beträgt 0,7 Teile.
Die Verbindung hat eine Struktur entsprechend der allgemeinen Formel, in der R,.
ein Methyl-, R2 ein Butylrest und R, ein Wasserstoffatom ist.