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Magnetischer Tonabnehmer für Saiteninstrumente Magnetische Tonabnehmer
für Saiteninstrumente bestehen im allgemeinen aus einem Magnetsystem, in dessen
Feld eine Induktionsspule so angeordnet ist, daß die im Feld schwingende Saite eine
Flußänderung und damit eine EMK in der Spule erzeugt. Das Magnetfeld wird bei bekannten
Ausführungen solcher Tonabnehmer sowohl mit Einzelmagneten, die den einzelnen Saiten
zugeordnet sind, erzeugt, wie auch mit Stabmagneten, die allen Saiten gemeinsam
sind. Ebenso wurden auch Tonabnehmer vorgeschlagen, welche für jede Saite einen
Einzeltonabnehmer vorsehen, der aus Spule und Magnet besteht.
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Es sind verschiedene Ausführungen derartiger Tonabnehmer bekannt,
die einen Abgleich der Wiedergabelautstärke für die Einzelsaiten ermöglichen sowie
eine Regelung der Gesamtwiedergabelautstärke gestatten.
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Eine dieser bekannten Ausführungen bewirkt den Lautstärkeausgleich
dadurch, daß in einem den Saiten zugewandten Polschuh den Saiten zugeordnete Schrauben
angebracht sind. Werden diese herausgedreht, so nähert sich der Schraubenkopf der
zugehörigen Saite, wodurch an dieser das Magnetfeld vergrößert und damit die Wiedergabelautstärke
erhöht wird. Ein grundsätzlicher Nachteil einer solchen Anordnung liegt darin, daß
merkliche Änderungen nur bei starker Annäherung des Schraubenkopfes an die Saiten
erzielt werden. Dies ist aber insofern von Nachteil, als die Saiten bei großen Schwingungsamplituden
gegen die Schraubenköpfe schlagen oder sich gar hinter diesen verfangen können.
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Eine andere bekannte Anordnung vermeidet zwar diese Nachteile, indem
hierbei die für die betreffende Saite gewünschte Feldänderung durch Verschieben
einer Blende, die einen mehr oder weniger großen magnetischen Nebenschluß darstellt,
erzeugt wird. Die dadurch erreichte Feldänderung ist aber gering, da bei dem großen
Abstand der Saiten von den Magnetpolen die Kraftlinienstreuung beträchtlich ist.
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Es ist auch vorgeschlagen worden, das Magnetfeld des Tonabnehmers,
welches in dem Falle durch einen U-Magnet erregt wird, durch einen quer zu den Saiten
liegenden, drehbaren Stabmagnet zu beeinflussen, indem der Stabmagnet je nach Lage
seiner Pole das Feld verstärkt oder abschwächt. Ein Tonabnehmer dieser Art würde
aber lediglich eine Änderung der Gesamtlautstärke zulassen und würde zudem eine
solche Bauhöhe erreichen, daß er in den meisten Fällen nicht mehr zwischen Saiten
und Instrumentendecke unterzubringen wäre.
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Die Erfindung will eine Einrichtung schaffen, die diese Nachteile
beseitigt und eine Verstelleinrichtung schafft, die raumsparend ist. Sie erreicht
dies dadurch, daß innerhalb der Spule für die einzelnen Saiten drehbar gelagerte
Magnete angeordnet sind, die in verschiedenen Abstand zur Saite gebracht werden
können.
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Abb. 1 zeigt den Querschnitt und Abb. 2 den Grundriß einer beispielsweisen
Ausführung des erfindungsgemäßen Tonabnehmers.
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Das Magnetfeld wird in diesem Falle durch mehrere, hier sechs, Einzelmagnete
1 erregt. Diese Magnete sind in ein Rohr 2 so eingebaut, daß sie durch Drehen der
Rohre gegeneinander verdrehbar sind. Die Magnete liegen dabei im Innern einer Flachspule
3, so daß die Kraftlinien die Spule durchsetzen. Solange also alle Magnete in der
gezeichneten Lage, beispielsweise der Nordpol oben, liegen, entsteht ein längs der
Einzelmagnete relativ homogenes Magnetfeld. Unterschiede im Saitenquerschnitt und
den magnetischen Eigenschaften des Saitenmaterials machen sich bei dieser Magnetlage
somit auch in der elektroakustischen Wiedergabe als Lautstärkeunterschiede bemerkbar.
Dies wirkt sich besonders stark aus bei der H,-Saite, da diese meist aus einem massiven,
unbesponnenen Stahldraht großen Querschnittes besteht. Hinzu kommt, daß die Frequenz
dieser Saite in einem Bereich besonders hoher Ohrenempfindlichkeit liegt. Aus diesen
Gründen hebt sich die Lautstärke gerade dieser Saite gegenüber der der übrigen Saiten
erheblich hervor, und es entsteht ein dem Ohr unausgeglichen erscheinendes Klangbild.
Dies wirkt sich um so mehr aus, als die beiden äußeren Saiten des Saitenfeldes,
die Saiten E und El, in der Lautstärke meist abfallen, da E1 aus einem sehr viel
dünneren Draht besteht, E aber aus einem- dünnen und zudem umsponnenen Draht.
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Mit dem erfindungsgemäßen Tonabnehmer können aber diese Laütstärkeunterschiede
in bequemer und sehr wirksamer Weise dadurch ausgeglichen werden, daß die unter
den Saiten, deren Lautstärke zu groß erscheint, liegenden Magnete verdreht werden.
Bei
einer Verdrehung um 90°, die also die Pole des betrefienden
Magneten in eine horizontale Lage bringt, weist das Magnetfeld an dieser Stelle
ein Minimum auf, womit natürlich auch die über dieser Magnetfeldlücke liegende Saite
mit der minimalen Lautstärke wiedergegeben wird. Durch mehr oder weniger große Verdrehung
können alle Zwischenstufen eingestellt wer-'Jen. Ordnet man also jeder Saite einen
eigenen Magnet zu, so können die Wiedergabeverhältnisse aller Saiten in weiten Grenzen
zueinander eingestellt werden. Da durch diese Einstellung das äußere Profil des
Tonabnehmers nicht verändert wird, kann somit auch keine Spielbehinderung durch
aus dem Profil herausiagende Bauelemente eintreten.
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Wie sich aus Abb. 1 weiterhin ergibt, kann die Konstruktion eines
Tonabnehmers gemäß der vorliegenden Erfindung in einer sehr robusten und betriebssicheren
Ausführung gehalten werden. Das das Magnetsy-stem umgebende Gehäuse 4 ist in diesem
Falle aus einem Kunststoff hergestellt, und zwar ist das Gehäuse für die Aufnahme
der Magnete durchbrochen und heruntergezogen. Um den dadurch entstandenen rechteckigen
Hohlkörper herum ist die Spule 3 gelegt. Um den magnetischen Widerstand des Kreises
zu verringern, kann längs einer oder beider Längsseiten der Spule ein Hilfspol 5
aus weichem Eisen liegen.
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In dem gezeichneten Beispiel ist in das Kunststoffgeliäuse 4 des Tonabnehmers
eine Schraubkupplung 6 eingebaut, die die Stromabnahme mittels des Schraubstecker-s
7 gestattet. Der mittlere Pol der Schraubkupplun- ist dabei als Gewindeschraube
ausgebildet, «-elche in das vom Außenpol isolierte Muttergewinde deSteckers eingeschraubt
-`werden kann. Das eine Spulenende ist dabei mit der Gewindeschraube, das andere
mit der Buchse verbunden. Gemäß der weiteren Erfindung wird das Tonabnehmergehäuse,
nachdem die Spule eingelegt und die Verbindung zum An-#,chlußorgan hergestellt ist,
mit Gießharz ausgefüllt, so daße alle Windungen gegeneinander absolut festgelegt
sind. Dies ist von großer Wichtigkeit, da sich gezeigt hat, daß jede Bewegung von
Spulenwindungen unter dem Einfluß von mechanischen Erschütterungen oder dler Schwingungen
des Lautsprechers als Störgeräusch hörbar ist.
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Als untere Abdeckung wird schließlich die Bodenplatte 10 aus weichem,
magnetisch gut leitendem Material aufgebracht. Der oder die Hilfspole 5 können mit
der Eisenplatte 10 leitend verbunden sein. In dem Falle wird die Bodenplatte auf
den umgedreht liegenden Tonabnehmer aufgelegt, solange das Gießharz noch flüssig
ist. Nach dem Erstarren des Gießharzes ist alsdann die Bodenplatte ebenfalls absolut
starr mit dem ganzen Tonabnehmer verbunden.
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Schließlich werden die Magnete 1, welche in den Rohrstücken 2 ebenfalls
mittels Gießharz festgelegt sein können. in die Aussparung eingelegt und durch eine
weitere Platte 11, welche ebenfalls aus Kunststoff bestehen kann und welche einen
Ausschnitt von geringerer Breite als dem Magnetdurchmesser aufweist, festgelegt,
und zwar so, daß sie drehbar bleiben. Die Platte 11 kann entsprechend der Magnetteilung
längs des Ausschnittes senkrecht zur Drehachse der Magnete eingeschnitten sein,
um eine gewisse Federwirkung der Platte 11 auf die Magnete zu erzielen.
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Seitlich des Tonabnehmers sind Befestigungswinkel 9 angebracht, welche
die Befestigung des Tonabnehmers am Griffbrett von Gitarren gestatten. Um die Befestigungsschrauben
dieser Winkel abzudecken und einen guten Übergang zwischen Tonabnehmer und Griffbrett
zu erreichen, kann die Abdeckplatte 11 seitlich über den eigentlichen Tonabnehmer
so weit herausragen, daß sie nach der Befestigung des Tonabnehmers am Griffbrett
auf diesem aufliegt.
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Es können natürlich auch alle Gehäuseteile, die hier aus Kunststoffen
bestehen, aus metallischen Werkstoffen hergestellt sein. Günstiger aber ist die
Ausführung in Kunststoffen, da hierbei jede unerwünschte Wirbelstrombildung in Gehäuseteilen
unterbleibt. Aus dem gleichen Grunde werden die Magnete 1 auch vorzugsweise in Kunststoffrohre
2 eingebaut.
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Die gleiche Wirkung wie die des beschriebenen Beispiels wird auch
erreicht, wenn die drehbar gelagerten Magnete außerhalb der Spule, beispielsweise
an Stelle des gezeichneten Hilfspols 5, angeordnet werden. In dem Falle wird der
Hilfspol an Stelle der Magnete in die Spule gelegt.- Hierbei ist es zweckmäßig,
den Hilfspol als Polschuh auch über die Spulenbreite hinausragen zu lassen, was
zu einer Verringerung der Baubreite des Tonabnehmers beiträgt.