Gegenstand des Hauptpatentes ist eine von einer Panzer deckung aus bedienbare Richt- und Nachführeinrichtung für fernlenkbare, rückstossgetriebene Flugkörper mit einem in einem Drehkranz gelagerten Periskop, das zusammen mit der die Flugkörper tragenden Richteinrichtung in einer gemein samen Öffnung die Panzerdeckung durchdringt und mit der Richteinrichtung zwangsläufig zusammen oder aber von die ser getrennt nach Seite und Höhe richtbar ist.
Aufgabe derartiger Richt- und Nachführeinrichtungen ist es, von der Panzerdeckung aus mit Hilfe des Periskops ein Ziel aufzufassen und gleichzeitig mit Hilfe der Richteinrich- tung die an dieser über Lafetten befestigten Flugkörper so auf das Ziel auszurichten, dass sie nach ihrem Start nur möglichst wenige, ihre Flugbahn korrigierende Lenksignale benötigen. Die gestarteten Flugkörper werden vorzugsweise nach dem Zieldeckungsverfahren gelenkt, wobei in diesem Fall das als Visier ausgebildete Periskop dauernd auf das Ziel auszurichten ist, d. h. bei einer Relativbewegung zwi schen Ziel und Visier dieses der Bewegung des Zieles nach geführt werden muss.
Als Panzerdeckung dienen sowohl ortsfeste Unterstände als auch die Panzerungen von Fahrzeugen. Während bei grösseren ortsfesten Unterständen in der Regel kaum Be schränkungen hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Rau mes und des zulässigen Gewichtes bestehen, sind solche bei kleinen, meist als Einmannunterstände ausgebildeten gepan zerten Bauten und auch Fahrzeugen in hohem Masse ge geben. Die nach modernen taktischen Gesichtspunkten kon zipierten Einmannunterstände sollen eine Dezentralisierung befestigter Stellungen und die Schaffung von sehr viel schwerer zu treffenden Punktzielen ermöglichen. Diese Ein mannunterstände sind dabei meist als komplette Baueinheit entweder in vorbereiteten Erdstellungen oder aber z. B. auch auf sonst ungepanzerten Fahrzeugen, z. B. Schnellbooten, einsetzbar.
Diese Einsatzmöglichkeiten derartiger Unterstän de machen ein niedriges Gewicht und Volumen bei mög lichst starker Panzerung erforderlich, so dass der Innenraum zur Aufnahme eines Schützen möglichst klein gehalten wer den muss.
Entsprechend den unterschiedlichen Bedingungen bei klei nen oder grösseren ortsfesten und beweglichen Panzerdek- kungen sind daher bisher unterschiedliche Richt- und Nach führeinrichtungen für Unterstände und Fahrzeuge gebaut worden. Zudem hat die Ausbildung der Richt- und Nach führeinrichtungen für Fahrzeuge bisher kaum auf die be reits bestehenden Fahrzeugbewaffnungen Rücksicht ge nommen, die z. B. in einem seitenrichtbaren Turm un tergebracht sind. Für die Aufnahme solcher Türme sind in den Fahrzeugen Öffnungen vorgesehen, deren Durchmesser in aller Regel genormt sind.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine im Hauptpatent näher beschriebene Richt- und Nachführeinrichtung unter Berücksichtigung der genannten unterschiedlichen Anforde rungen und Gegebenheiten derart auszubilden, dass sie als komplette Baueinheit wahlweise sowohl in kleinere statio näre, eine Panzerdeckung aufweisende Unterstände, die auch in Verbindung mit nichtgepanzerten Fahrzeugen Verwendung finden, als auch in gepanzerte Fahrzeuge einbaubar ist, ohne an diesen Änderungsarbeiten vornehmen zu müssen.
Ausgehend von einer Richt- und Nachführeinrichtung für fernlenkbare, rückstossgetriebene Flugkörper mit einem in einem Drehkranz gelagerten Periskop, das zusammen mit der die Flugkörper tragenden Richteinrichtung in einer gemein samen Öffnung die Panzerdeckung durchdringt und in an sich bekannter Weise mit der Richteinrichtung zwangsläufig zusammen oder aber von dieser getrennt nach Seite und Höhe richtbar ist, ist diese Aufgabe dadurch gelöst, dass das Periskop, eine auf dem Drehkranz aufgesetzte gepan- zerte Deckplatte, ein diese Deckplatte exzentrisch zu ihrer Drehachse durchdringender rohrförmiger Träger,
mit dem rohrförmigen Träger ausserhalb der Panzerdeckung starr ver bundene Lafetten und mit dem rohrförmigen Träger und der Deckplatte jeweils starr verbundene Handgriffe für die Höhen- und Seitenrichtbewegungen zu einer Einbaueinheit zusammengefasst sind, und dass das Periskop, die Lafetten und auch die beiden Handgriffe wahlweise in zwei gegen seitig um jeweils 180 Grad um die Drehachse der Deckplatte vesetzten Halterungen anbringbar sind.
Durch eine derartig raumsparend ausgebildete und spie gelbildlich verwendbare kompakte Einbaueinheit ist es mög lich, die Richt- und Nachführeinrichtung in unterschiedliche gepanzerte Fahrzeugtypen oder auch in Panzerungen von stationären Unterständen ohne besondere Vorbereitungs arbeiten in ein bereits bei der Herstellung der Panzerung aus gespartes Standardloch einzupassen. Die taktischen Forde rungen nach kleinen, als Einmannunterstände ausgeführten stationären oder nichtstationären Panzerdeckungen mit Richt- und Nachführeinrichtungen für Flugkörper können nun mehr erfüllt werden, und zwar mit den gleichen Richt- und Nachführeinrichtungen, wie sie auch für Fahrzeuge geeignet sind.
Durch die exzentrische Durchdringung des Periskops zur Drehachse der auf der Panzerdeckung aufsetzbaren Deck platte ist eine sehr günstige Raumausnutzung zu erreichen. Ein in einem derartigen, in einfachster Weise z. B. zylindrisch ausgeführten Einmannunterstand untergebrachter Lenk schütze führt dabei das exzentrisch zur Mittenachse des Unterstandes angeordnete Periskop vor seiner Brust, ohne dass er bei der Richt- bzw. Nachführbewegung durch das innerhalb des Unterstandes zu bewegende Periskop behindert wird.
Beim Einbau der Richt- und Nachführeinrichtung in ein gepanzertes Fahrzeug ist dagegen in erster Linie wichtig, die mit den Lafetten starr verbundene Richteinrichtung so weit um die horizontale Drehachse in eine Nachladestellung schwenken zu können, dass für den Nachladevorgang er forderliche, die Panzerdeckung durchdringende Nachlade öffnungen so klein wie möglich gehalten werden, um die Wirksamkeit der Panzerdeckung nicht mehr als unbedingt notwendig zu beeinträchtigen.
Beim Einbau der Richt- und Nachführeinrichtung in gepanzerte Fahrzeuge wird da her die gesamte Einbaueinheit um 180 Grad um die Seiten- richtachse gedreht in das Fahrzeug eingebaut, wobei dann jedoch das Periskop, die Lafetten und die für die Höhen- und Seitenrichtbewegung erforderlichen Handgriffe in eben falls um 180 Grad gegenüber der Deckplatte versetzten Halterungen angebracht werden.
Diese gegenseitig um 180 Grad versetzten Halterungen für das Periskop, die Lafetten und die der Richtbewegung dienenden Handgriffe sind bei jeder Einbaueinheit vorgesehen, so dass durch ein einfaches und schnelles Umsetzen der einzelnen Bauteile die Einbau einheiten sowohl für einen den Erfordernissen eines statio nären Unterstandes als auch den Erfordernissen eines gepanzerten Fahrzeuges angepassten Einbau geeignet sind.
Da nunmehr sowohl für Fahrzeuge als auch für Unter stände gleiche Richt- und Nachführeinrichtungen verwend bar sind, werden nicht nur erhebliche Kosten eingespart, sondern auch die taktische Brauchbarkeit der Richt- und Nachführeinrichtung in günstigem Sinne beeinflusst.
Alles Nähere der Erfindung wird anhand in der Zeich nung dargestellter Ausführungsbeispiele erläutert. Im einzel nen zeigen: Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel der Richt- und Nachführ- einrichtung in perspektivischer Darstellung; Fig. 2 die schematische Darstellung einer in einem sta tionären Unterstand eingebauten Richt- und Nachführein- richtung, und Fig. 3 die schematische Darstellung einer in ein gepan zertes Fahrzeug eingebauten Richt- und Nachführeinrich tung.
Die in Fig. 1 vereinfacht dargestellte Richt- und Nach führeinrichtung besteht aus einem rohrförmigen Träger 1, der starr mit walzenförmigen Lagerkörpern 2 verbunden ist. Diese walzenförmigen Lagerkörper 2 ruhen in Lagerböcken 3, so dass der gesamte rohrförmige Träger 1 um eine horizontale Achse drehbar ist. Die die Lagerböcke 3 nach aussen durchdringenden walzenförmigen Lagerkörper 2 sind starr mit Lafetten 37 verbunden, die zur Aufnahme hier nicht dargestellter fernlenkbarer Flugkörper geeignet sind.
Die Lagerböcke 3 sind aus einer hier nicht näher darge stellten, vorzugsweise kreisförmigen Deckplatte 60, gegen über ihrer Mitte versetzt herausgebildet, so dass damit der rohrförmige Träger 1 exzentrisch zur Drehachse der Deck platte 60 angeordnet ist, von der der Einfachheit halber hier nur ein als Träger ausgebildeter Rahmen 4 dargestellt ist. Dieser Rahmen 4 und damit auch die kreisförmige Deck platte 60 sind auf einem Drehkranz 5 um 360 Grad um die vertikale Achse drehbar, wobei der rohrförmige Träger 1 über seine in den starr mit dem Rahmen 4 verbundenen Lagerböcken 3 ruhenden Lagerkörper 2 diese Bewegung zwangsläufig mitmachen muss.
Mit dem Rahmen 4 ist ein Handgriff 6 über eine Halterung 82 starr verbunden, durch den diese Drehbewegung um die vertikale Achse ausgeführt wird.
Über einen am Handgriff 6 angebrachten Hebel 19 ist zur Ausführung der Drehbewegung des Rahmens 4 eine mit dem Drehkranz 5 korrespondierende Bremsbacke 13 zu lö sen, die nach Loslassen des Hebels 19 selbsttätig in ihre Ruhestellung zurückkehrt und damit den Rahmen 4 in seiner jeweiligen Drehstellung arretiert. Mit dem rohrförmigen Träger 1 ist über eine Halterung 83 ein weiterer Handgriff 9 verbunden, über den eine durch die in den Lagerböcken 3 drehbar gelagerten walzenförmigen Lagerkörper 2 mögliche horizontale Drehbewegung des rohr- förmigen Trägers 1 ausführbar ist.
In der mit dem Rahmen 4 verbundenen Deckplatte 60 ist zwischen den Lagerböcken 3 eine solche Öffnung 10 vor gesehen, dass der diese Öffnung 10 durchdringende rohr- förmige Träger 1 eine sich über einen gewissen Winkelbe reich erstreckende ungehinderte Drehbewegung um die ho rizontale Achse ausführen kann. Auch der zur Ausführung dieser Drehbewegung vorgesehene Handgriff 9 ist mit einer über einen weiteren Hebel 19 verbundenen weiteren Brems backe 13 ausgestattet, die mit einem über eine Halterung 80 starr mit dem Rahmen 4 verbundenen Teildrehkranz 8 kor respondiert.
Auch diese Bremsbacke 13 ist zur Durchführung der horizontalen Drehbewegung des rohrförmigen Trägers 1 über den Handhebel 19 zu lösen und bei Erreichen der jeweils gewünschten Drehstellung des rohrförmigen Trägers 1 durch Loslassen des Handhebels 19 in ihre Arretierungs stellung rückführbar. In dem rohrförmigen Träger 1 ist ein als Nachführein richtung dienendes Periskop 18 so eingehängt, dass es zwangs läufig alle Dreh- und Schwenkbewegungen des rohrförmi- gen Trägers 1 mitmacht.
Wie aus Fig. 1 ohne weiteres zu ersehen ist, führt der rohrförmige Träger 1 und damit die mit ihm starr verbundenen und hier nicht gezeigte fern lenkbare Flugkörper tragende Lafetten 37 und das Periskop 18 bei einer Betätigung des Handgriffs 9 die Höhenricht- bewegung durch Drehen der Lagerkörper 2 in den Lager böcken 3 um eine horizontale Achse aus. Die Seitenrichtbe- wegung der gesamten Anordnung wird dagegen über den Handgriff 6 durch Drehen des Rahmens 4 auf dem Dreh kranz 5 vorgenommen.
Da die Höhenrichtbewegung in aller Regel nicht gleichzeitig mit der Seitenrichtbewegung vor genommen wird, ist der Rahmen 4 über beide Handgriffe 6 und 9, die vorzugsweise symmetrisch zur vertikalen Dreh achse - also der Seitenrichtachse - angeordnet sind, zur Ausführung der Seitenrichtbewegung bewegbar. Im Rahmen 4 der Deckplatte 60 ist in der Nähe der Halterung 83, an der bei dem hier gezeigten Ausführungs beispiel der Handgriff 9 für die Höhenrichtbewegung am rohrförmigen Träger 1 angebracht ist, eine Halterung 81 vorgesehen, an welcher der der Seitenrichtbewegung die nende Handgriff 6 ebenfalls befestigt werden kann.
Analog dazu ist am Rahmen 4, in der Nähe der Halterung 82 an der in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel der der Sei tenrichtbewegung dienende Handgriff 6 befestigt ist, eine Halterung 85 vorgesehen, um den der Höhenrichtbewegung des rohrförmigen Trägers 1 dienenden Teildrehkranz 8 auf nehmen zu können, der bei dem hier gezeigten Ausführungs beispiel mittels der Halterung 80 mit dem Rahmen 4 starr verbunden ist. Gleichzeitig ist auch am rohrförmigen Trä ger 1 eine weitere Halterung 84, die hier dem Handgriff 6 benachbart ist, für den der Höhenrichtbewegung dienenden Handgriff 9 vorgesehen.
In der Fig. 2 ist schematisch ein kleiner, zylindrisch aus gebildeter Unterstand 71 dargestellt, auf dem die Einbau einheit mit ihrer gepanzerten Deckplatte 60 aufgesetzt ist. Die exzentrisch in der Deckplatte 60 angeordnete Öffnung 10 liegt dabei in Abschussrichtung vor der Drehachse der Deck platte 60, so dass ein das Periskop 18 und die Handgriffe 6 und 9 für die Höhen-Seitenrichtbewegung bedienender Lenkschütze 63 durch das nach vorn aus der Mitte des Unterstandes versetzte Periskop 18 bei der Richt- und Nach führbewegung nicht behindert wird. Der Schütze sitzt dabei auf einem um die Drehachse der Deckplatte 60 drehbarem Schemel 73, um mühelos auch in einer gedrehten Stel lung des Periskops 18 in dieses einblicken zu können.
Dieser zylindrische Unterstand 71 bildet dabei für sich ebenfalls eine komplette Baueinheit, die z. B. in vorbereitete Dek- kungslöcher oder aber auch z. B. auf bzw. unter Deck eines Schnellbootes angeordnet werden kann. Im Gegensatz dazu ist bei dem in Fig. 3 schematisch dargestellten Einbau der Einbaueinheit in einem gepanzerten Fahrzeug 70 die exzentrisch zur Drehachse der Deckplatte 60 vorgesehene Öffnung 10 in Fahr- und Abschussrichtung des Panzers hinter der Drehachse der Deckplatte 60 ange ordnet.
Dadurch können in Fahrtrichtung hinter der Deck platte 60 in der Panzerung vorgesehene Nachladeöffnungen 61 durch ein Schwenken der Richteinrichtung um die hori zontale Achse von den Lafetten 37 erreicht werden, ohne dass diese Nachladeöffnungen 61 infolge einer zu schwachen geneigten Nachladestellung der Lafetten 37 einen grossen Querschnitt aufweisen müssen.
Beim Einbau der Richt- und Nachführeinrichtung in einem solchen gepanzerten Fahrzeug 70 ist daher das Peri skop 18 gegenüber der in Fig. 2 gezeigten Stellung um 180 Grad zu drehen. Die Lafetten 37 sind ebenfalls an den je weils gegenüberliegenden Lagerkörpern 2 anzubringen, das gleiche gilt für die der Höhen- und Seitenrichtbewegung dienenden Handgriffe 6 und 9.
Die beiden unterschiedlichen Ausführungsformen der Ein baueinheit sind am einfachsten vorstellbar, wenn die in Fig.
2 dargestellte erste Ausführungsform der Einbaueinheit ins gesamt um 180 Grad gedreht wird, so als ob ein Lenk schütze einen Flugkörper nach hinten abschiessen will. Alle tragenden Elemente der Einbaueinheit werden in dieser er reichten Stellung belassen, jedoch alle zum Abschuss, Rich ten und Nachführen erforderlichen Bauteile in um 180 Grad gegenüber der Deckplatte 60 gedrehten Positionen befestigt, so dass in der grundsätzlich beibehaltenen Stellung der Ein baueinheit wiederum ein Abschuss der Flugkörper nach vorn möglich ist. Die Handgriffe 6 und 9 sind dabei ebenfalls zu vertauschen, damit der Schütze unabhängig von der Art der Panzerdeckung jeweils den der Höhenrichtbewegung dienen den Handgriff 9 links und den der Seitenrichtbewegung dienenden Handgriff 6 rechts vorfindet.
Durch diese Ausbildung der zu einer kompletten Bauein heit zusammengefassten Richt- und Nachführeinrichtung, insbesondere durch die exzentrische Anordnung des Peri skops zur Seitenrichtachse der Richteinrichtung, also der gepanzerten Deckplatte, ist wahlweise eine Verbindung der gleichen Einbaueinheit mit einer stationären Panzerdeckung eines Unterstandes oder aber mit der Panzerdeckung eines Fahrzeuges trotz der bei diesen beiden Einbaumöglich keiten an die Einbaueinheit gestellten unterschiedlichen An forderungen möglich, wobei lediglich geringfügige und schnell vorzunehmende Montierarbeiten auszuführen sind.