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Einrichtung zur Fernübertragung von Signalen über ein Versorgungsnetz für elektrische Energie Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ausgestaltung der Fernwirkeinrichtung nach dem Hauptpatent Nr. 404774 im Sinne einer weiteren Verbesserung der Übertragungssicherheit.
Die Einrichtung gemäss dem Hauptpatent ermöglicht eine Fernübertragung von im Schaltzustand eines elektrischen Kontaktes enthaltenen Informatio- nen, bei der ein Versorgungsnetz für elektrische Energie einen Teil des übertragungsweges darstellt.
Eine Einrichtung dieser Art eignet sich für Fernsteuer- und Fernzählanlagen mit mehreren, örtlich versteuert angeordneten Signalgebern.
In der Rundsteuertechnik werden in der Regel Signale in Form von in besonderen Tronfrequenz- generatoren erzeugten Tonfrequenzspannungen einem Verteilungsnetz für elektrische Energie überlagert. Diese Tonfrequenzspannungen können zur Erzielung von Rückmeldesignalen vom Empfänger moduliert sein, wobei die Tonfrequenzspannung dem Verteilungsnetz für die gesamte Dauer der Rückmeldung überlagert sein muss.
Bekanntlich ist es aber auch möglich, Rundsteuersignale ohne Zuhilfenahme eines besonderen Tonfrequenzgenerators allein durch Anschalten eines elektrischen Schwingkreises oder auch nur eines Kondensators, der mit der Induktivi- tät des Verteilungsnetzes einen Schwingkreis bildet, an ein Wechselspannung führendes Verteilungsnetz zu erzeugen, wobei der Lade- und Entladevorgang des im Takt der Netzfrequenz angeschalteten Schwingkreises mittel- oder hochfrequente Ausgleichschwin- gungen hervorruft,
die sich als Wechselstromsignale in dem betreffenden Netzkomplex ausbreiten und die durch elektrische Filterkreise vom Netzwechselstrom getrennt und in Empfangseinrichtungen ausgewertet werden können.
Wegen der vielfältigen, in Energieverteilungsnet- zen auftretenden Störspannungen benötigt man in Rundsteueranlagen grosse Sendeleistungen, um eine hinreichende L7bertragungssicherheit zu erzielen. Aus diesem Grunde können bekannte Rundsteuereinrichtungen für Aufgaben der Fernwirktechnik praktisch nicht verwendet werden, wenn eine Anlage mehrere Signalgeber für unterschiedliche Signale enthält, denn jeder Signalgeber müsste dann als sehr lei- stungsfähiger Sender ausgebildet sein.
Eine geeignete Einrichtung zur Fernübertragung von Signalen über ein Wechselspannung führendes Versorgungsnetz für elektrische Energie, bei der die Signale der Netzwechselspannung überlagert sind, mit mindestens einem Signalgeber und einem Signalempfänger sowie mit einem bei jedem Signalgeber angeordneten, in Reihe mit einem Impulskontakt an das Versorgungsnetz angeschlossenen elektrischen Rei- henschwingkreis, der für die Zeitdauer der Signalübertragung impulsweise an das Versorgungsnetz angeschaltet ist, besitzt gemäss dem Hauptpatent das Kennzeichen,
dass der zeitliche Abstand der einzelnen aufeinanderfolgenden Anschaltimpulse einer Impulsserie ungleich dem einfachen oder ganzzahli- gen mehrfachen Wert der halben Periodendauer der mit den Signalen überlagerten Netzwechselspannung ist.
Durch Befolgung dieser Bemessungsregel wird es möglich, selbst sehr schwache Signale im Empfänger einwandfrei und eindeutig von allen in Energieversorgungsnetzen gewöhnlich auftretenden Störgrös- sen zu trennen, so dass eine zuverlässige Signalübertragung in galvanisch verbundenen Bezirken eines Energieverteilungsnetzes bereits mit Sendeleistungen von nur einigen Watt, also mit sehr niedrigem Sendepegel und daher mit äusserst einfachen Sendern, möglich ist.
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Es wurde nun gefunden, dass die übertragungs- sicherheit solcher Einrichtungen oder die mit diesen übertragbare Informationsmenge ohne Anwendung von nennenswert ins Gewicht fallenden Mitteln weiter wesentlich erhöht und der Sendepegel allenfalls weiter gesenkt werden kann, wenn die im Patentanspruch des Hauptpatentes definierte Einrichtung zusätzlich noch die für die vorliegende Erfindung kennzeichnenden Merkmale besitzt, dass der elektrische Schwingkreis mindestens zwei wählbare Eigenschwingungszahlen aufweist,
deren erste einer ersten und deren zweite einer zweiten von mindestens zwei unterschiedlich modulierten Impulsreihen als Trägerfre- quenz zugeordnet ist, und dass ferner im Signalempfänger für jede der Trägerfrequenzen selektive Aus- werteglieder für die jeweilige Trägerfrequenz und deren Modulationsfrequenz angeordnet sind.
Einzelheiten gehen aus dem im folgenden an Hand der Zeichnungsfiguren beschriebenen Ausführungsbeispiel hervor.
Es zeigen: Fig. 1 ein Spannungsdiagramm und Fig. 2 ein Schema einer Fernwirkeinrichtung.
In einem Versorgungsnetz für elektrische Energie, im weiteren meistens kurz Netz genannt, beträgt die Frequenz der Netzwechselspannung z. B. 50 Hz, ihre Periodendauer damit 20 Millisekunden (abgekürzt: ms). Beim Anschalten eines aus einem induktiven und einem kapazitiven Glied bestehenden elektrischen Schwingkreises an das Netz bildet sich ein Wechselstrom mit einer durch die Eigenfrequenz des Schwingkreises vorgeschriebenen Frequenz aus, dessen Erstamplitude dem zum Zeitpunkt der Anschaltung anliegenden Momentanwert der netz- spannung proportional und dessen logarithmisches Dekrement von der Dämpfung des Schwingkreises abhängig ist.
Beim Abschalten des Schwingkreises besitzt das kapazitive Glied dieses Schwingkreises eine Ladung, deren Polarität und Grösse dem zum Zeitpunkt der Abschaltung anliegenden Momentanwert der Netzspannung entspricht.
Um nun einen möglichst grossen Einschaltstromstoss zu erzielen, erfolgt die nächste Anschaltung des Schwingkreises vorteilhaft in einer Halbwelle der Netzspannung mit entgegengesetzter Polarität, erfindungsgemäss jedoch bei einem anderen Betrag des Momentanwertes der Netzspannung als die vorausgehende Anschaltung. In der Fig. 1 ist dies veranschaulicht.
Beispielsweise fällt der Zeitpunkt t1 der ersten Anschaltung mit dem Scheitelwert einer positiven Halbwelle (+) der Netzspannung U, der Zeitpunkt der Abschaltung t2 mit dem Scheitelwert der nächstfolgenden positiven Halbwelle zusammen; die Anschaltdauer A des Schwingkreises beträgt dann eine Periodendauer der Netzspannung, also 20 ms. Die zweite, nach einer Impulspause P folgende Anschal- tung setzt nun erst einen kleinen Zeitbetrag Z, z.
B. 2 ms, nach dem Auftreten des Scheitelwertes der auf die positive Halbwelle (+), bei der abgeschaltet wurde, folgenden negativen Halbwelle (-) der Netzspannung ein; die Periodendauer T einer Anschal- tung, das ist der zeitliche Abstand der einzelnen Anschaltimpulse, ist beim gewählten Bespiel demnach 32 ms; Anschaltdauer A und Impulspause P sind also unterschiedlich bemessen.
Im vorgetragenen Beispiel fällt der Zeitpunkt der Anschaltung nach jeweils fünf Anschaltperio- den, entsprechend einem Zeitraum von 160 ms, mit homologen Momentanwerten der Netzspannung zusammen. In diesem Zeitraum ändert sich der Betrag der Erstamplitude des Einschaltstromstosses zwischen einem Höchstwert und einem Wert gleich oder nahe bei Null, je nach dem Betrag des Momentanwertes der Netzspannung zum Zeitpunkt der ersten Anschaltung innerhalb einer Serie von Anschaltimpulsen Der Einschaltstrom des Schwingkreises ist also im besprochenen Beispiel mit (160 ms)-1 = 6,
25 Hz praktisch zu 100% moduliert. Durch Wahl beliebiger Anschaltperioden T im Rahmen dieser Bemessungsregel lassen sich ebenso andere Modulationsfrequen- zen des Einschaltstromes erzielen, z. B. 4 Hz.
Ein Beispiel für die praktische Ausführung und Anwendung der Erfindung zeigt die Fig. 2.
Als Fernwirkkanal dient ein Niederspannungsnetz 1, beispielsweise ein Bezirksnetz der öffentlichen Stromversorgung, das von einem Verteiltransforma- tor 2 gespeist wird. Die Fernwirkaufgabe besteht in der Übertragung des elektrischen Zustandes von Signalkontakten einer grossen Anzahl von Signalgebern an eine zentrale Empfangsstelle. Als Signalgeber dienen Mengenmesser zur Messung des Verbrauches von öffentlichen Verbrauchsgütern, wie Gas, Wasser, Elektrizität.
In der Fig. 2 ist als Signalgeber 3 ein Elektrizitätszähler angedeutet, der jeweils nach Messung einer bestimmten Verbrauchsmenge, einen Signalkontakt 4 von einem Kontaktelement 5 auf ein Kontaktelement 6 umschaltet und umgekehrt. Der Elektrizitätszähler misst die in einem Verbraucher 7 umgesetzte elektrische Arbeit.
Dem Signalgeber 3 ist als Sendeeinrichtung ein aus einem Kondensator 8 und aus einer eine An- zapfung 9 aufweisenden Spule 10 bestehender elektrischer Reihenschwingkreis sowie ein Impulsgeber 11 zugeordnet. Der Impulsgeber 11 besitzt z. B. drei über Zahnradpaare 12, 13, 14 gekuppelte Wellen 15, 16, 17 mit unterschiedlichen Drehzahlen, die in einem festen Verhältnis zur Drehzahl einer von einem Uhrwerk oder, wie gezeichnet, von einem Synchronmotor 18 bewegten Antriebswelle 19 stehen.
Auf der Welle 15 ist eine Nockenscheibe 20 befestigt, die auf einen ersten Impulskontakt 21 wirkt, während die Welle 16 eine Nockenscheibe 22 zur Betätigung eines zweiten Impulskontaktes 23 trägt. Auf der Welle 17 schliesslich sind zwei Nockenscheiben 24 und 25 angeordnet, deren erste einen Motorkontakt 26 und deren zweite einen Hauptkontakt 27 steuert. Die Nockenscheibe 25 kann mittels einer
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Rutschkupplung 28 oder mittels einer Stellschraube gegenüber der Nockenscheibe 24 von Hand verdreht werden.
Die soeben beschriebenen Teile sind wie folgt in eine elektrische Schaltung einbegzogen: Eine Abzweigleitung 29 ist einphasig an das Niederspannungsnetz 1 angeschlossen. Von einem Phasenleiter der Abzweigleitung 29 führt eine Verbindungsleitung 30 über den Hauptkontakt 27 zum Kondensator 8 des Reihenschwingkreises 8, 10, und von einem Spulenende 31 der Spule 10 über den ersten Impulskontakt 21 zum Kontaktelement 5 des Signalkontaktes 4, während die Anzapfung 9 der Spule 10 über den zweiten Impulskontakt 23 mit dem Kontaktelement 6 des Signalkontaktes 4 verbunden ist,
dessen Schaltarm über eine Leitung 32 am Nulleiter 0 der Abzweigleitung 29 liegt.
Der Signalgeber 3 ist ebenfalls an die Abzweigleitung 29 angeschlossen, welche auch die Betriebsspannung für den Synchronmotor 18 einerseits über die Verbindungsleitung 30, einen Steuerkontakt 33, eine Leitung 34 und andererseits über eine Anschlussleitung 35 liefert. Der Motorkontakt 26 liegt elektrisch parallel zum Steuerkontakt 33, welcher von einer Schaltuhr oder von einem mit dem Niederspannungsnetz 1 verbundenen Rundsteuerempfänger 36 betätigt wird. Falls eine Schaltuhr angeordnet ist, kann diese auch als Antrieb für den Impulsgeber 11 dienen, Schaltuhr oder Fernsteuerempfänger 36 werden durch die beschriebene Fernwirkeinrichtung in der Regel nur mitbenützt, erfüllen also auch noch andere Aufgaben, z. B.
Tarifumschaltung, Ein- und Abschaltung von Verbrauchern usw., was jedoch in der Zeichnung nicht näher dargestellt ist.
Die vorstehend beschriebenen Teile der Figur sind am Ort eines jeden Signalgebers 3 angeordnet; eine Schaltuhr oder ein Rundsteuerempfänger 36 kann allerdings mehrere Signalgeber 3 mit Impulsgebern 11 bedienen und weist dann enstprechend viele Steuerkontakte 33 auf.
Der bisher beschriebene Teil der Fernwirkeinrich- tung arbeitet wie folgt: Die zu übertragende Information ist im elektrischen Zustand des Signalkontaktes 4 enthalten, sie kann die Form a oder b haben, dann ist der Signalkontakt 4 ein Umschalter mit zwei Kontaktelementen 5, 6. Allenfalls besitzt der Signalkontakt 4 mehr als zwei Kontaktelemente; die Information kann dann mindestens so viele unterschiedliche Formen aufweisen, wie Kontaktelemente angeordnet sind. Im einfachsten Fall hat die Information einen Inhalt a oder Null, der Signalkontakt 4 würde dann nur ein Kontaktelement sowie eine Aus -Stellung aufweisen und damit einen einfachen Ein-Aus-Kontakt entsprechen.
Jedes Kontaktelement, z. B. 5, 6, des Signalkontaktes 4 ist mit einem diesem zugeordneten Impulskontakt 21 bzw. 23 verbunden, belegt ; der Impulsgeber 11 weist also so viele Impulskontakte und diese steuernde Nockenscheiben auf, -wie belegte Kontaktelemente am Signalkontakt 4 vorhanden sind. Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, liegt der Schwingkreis 8, 10 mit dem Signalkontakt 4 und jeweils einem der Impulskontakte 21 und 23 elektrisch in Reihe und wird bei jedem Schliessen des betreffenden Impulskontaktes an die Netzspannung an geschaltet, vorausgesetzt, dass der Hauptkontakt 27 geschlossen ist.
Dabei entstehen, wie erwähnt, elektrische Ausgleichschwingungen S (Fig. 1), die sich dem Netz als Signalströme überlagern und die somit über das Netz fortgeleitet werden. Die Frequenz dieser als Träger dienenden Ausgleichschwingungen hängt davon ab, welcher der beiden Impulskontakte 21 und 23 für die Signalgabe gerade wirksam ist, da der Schwingkreis 8, 10 für jeden der Impulskontakte eine andere Abstimmung hat.
Der zeitliche Abstand T der einzelnen Anschalt- impulse und damit die Dauer eines Schaltzyklus eines Impulskontaktes ist gleich dem reziproken Produkt aus der Anzahl der Nocken der den Impulskontakt steuernden Nockenscheibe und der Drehzahl dieser Nockenscheibe. Für jede einen Impulskontakt steuernde Nockenscheibe ist der Kehrwert des Produktes aus Drehzahl und Nockenzahl, also die Dauer einer Anschaltperiode T, unterschiedlich und ungleich dem einfachen oder ganzzahligen mehrfachen Wert der halben Periodendauer der Netzwechselspannung gewählt.
Weiter oben wurde hierfür bereits ein Wert von z. B. 32 ms genannt; es könnten z. B. aber auch 11 ms oder 31, 25 ms oder beliebige andere Werte sein, vorzugsweise solche, die nahe bei einem ungeradzahligen Vielfachen der halben Periodendauer der Netzwechselspannung liegen und die in der bereits beschriebenen Weise Modulationsfrequenzen ergeben, welche von Störfrequenzen und Netzharmonischen einen hinreichenden Abstand aufweisen.
Beim Schliessen des Steuerkontaktes 33 wird die Antriebswelle 19 des als umlaufender Nockenschalter ausgebildeten Impulsgebers 11 in Bewegung gesetzt, sei es durch Einschalten des Synchronmotors 18 oder durch z. B. elektromagnetisches Einkuppeln der Antriebswelle 19 in einen ständig laufenden UhrwerkAntrieb, welcher der Antriebswelle 19 eine konstante Drehzahl von z. B. 50 Umdrehungen pro Sekunde erteilt.
Kurz nach dem Start des Impulsgebers 11 schliesst der Motorkontakt 26 und hält den Antrieb, z. B. den Synchronmotor 18, für eine ganze Umdrehung der Nockenscheibe 24 erregt.
Eine festgesetzte Zeitspanne nach dem Start des Impulsgebers 11 schliesst sich der Hauptkontakt 27 für eine durch die Ausbildung der Nockenscheibe 25 bestimmte Zeitdauer, z. B. für 1,5 Sekunden. In dieser Zeitdauer wird der Schwingkreis 8, 10 durch den jeweiligen Impulskontakt 21 oder 23 entsprechend dem Schaltzustand des Signalkontaktes 4 in einem für den betreffenden Impulskontakt charakteristischen zeitlichen Abstand an das Netz angeschaltet. Dadurch entstehen die Signale der bereits beschriebenen Art und zwar in Form einer Impulsserie, deren zeitliche
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Länge der Zeitdauer entspricht, in welcher der Hauptkontakt 27 geschlossen ist.
Die im elektrischen Zustand des Signalkontaktes 4 enthaltene Information erscheint nunmehr im Fernwirkkanal als eine Serie von Anschaltimpulsen einer für die Stellung des Signalkontaktes 4 charakteristische Trägerfrequenz. Die für die übertra- gung vor allem wesentliche Erstamplitude der Anschaltimpulse ist mit einer ebenfalls für den jeweiligen Zustand des Signalkontaktes 4 charakteristischen Frequenz zu praktisch IOOo/o moduliert, beispielsweise mit 6,25 Hz oder mit 4 Hz oder dergleichen, wie beschrieben.
Mit Hilfe des Rundsteuerempfängers 36 (oder einer Schaltuhr) kann die Impulsserie, also die Information, zu einem gewünschten Zeitpunkt aufgerufen werden. Es ist möglich, viele Signalgeber 3 durch einen einzigen Rundsteuerbefehl gleichzeitig aufzurufen. Im Augenblick des Aufrufes, das ist beim Schliessen des Steuerkontaktes 33, starten alle Impulsgeber 11. Durch entsprechende Einstellung der Nockenscheibe 25 ist erreicht, dass die Hauptkontakte 27 aller gestarteten Impulsgeber 11 zu verschiedenen Zeiten geschlossen sind, so dass ein Signalgeber nach dem anderen seine Information abgibt, ohne dass Überschneidungen der Informationen auftreten.
Die zeitliche Aufeinanderfolge, in der die einzelnen Signalgeber ihre Informationen abgeben, ist festgelegt und dient zur Identifikation der einzelnen Signalgeber 3. Eine zentrale Empfangsstelle 37 kennt den Zeitpunkt des Aufrufes aller in die Fern- wirkeinrichtung einbezogenen Signalgeber 3 und kann so jede in der Empfangsstelle eintreffende Im- pulsserie einem bestimmten Signalgeber 3 zuordnen.
Zur Auskopplung der Signale aus dem überlagerten Niederspannungsnetz 1 ist in der Empfangsstelle 37 ein Übertrager z. B. ein Stromwandler 38 mit einem Arbeitswiderstand 39 angeordnet, an dessen Klemmen unter anderem die Signalwechselspan- nungen auftreten. Diese gelangen über Bandfilter 40 und 41 in welchen die ausserhalb der gewünschten Frequenzbänder liegenden Spannungen ausgesiebt werden, und über Verstärker 42 und 43 zu Demo- dulatoren 44 und 45. Die demoduherte Spannung wird nun Korrelationssystemen, z.
B. an sich bekannten Ringmodulatoren 46 und 47 zugeführt.
Jedes der Bandfilter ist für eine der möglichen Trägerfrequenzen bzw. deren durch die Modulation erzeugte Seitenbänder durchlässig, während die Schaltfrequenz je eines der Ringmodulatoren 46, 47 identisch mit je einer der vom Impulsgeber 11 erzeugten Modulationsfrequenzen ist, so dass am Ausgang des Ringmodulators eine Gleichspannung entsteht, wenn ein der Schaltfrequenz des Ringmodula- tors entsprechendes Signal im Fernwirkkanal anliegt. Diese Gleichspannung wird in einem Integrationsglied 48 bzw. 49 geglättet und über einen Verstärker 50 bzw. 51 einen Relais 52 bzw. 53 mit je einem Arbeitskontakt 54 bzw. 55 zugeführt.
Jeder der in. der erwähnten Betriebsart als stark selektives Filter wirkenden Ringmodulatoren 46 und 47 besteht mit Vorteil aus zwei parallel arbeitenden Korrelationssystemen, wobei der Kontaktzyklus des ersten Systems gegenüber dem des zweiten um 90 phasenverschoben ist, so dass zwischen der Signalspannung und den Kontaktzyklen der Ringmodula- toren ohne Nachteil jede beliebige Phasenverschiebung auftreten kann.
In der Empfangsstelle 37 muss für jede Trägerfrequenz ein Bandfilter und für jedes belegte Kontaktelement (z. B. 5; 6) des Signalkontaktes 4 ein Paar von Korrelationssystemen und je ein diesen nachgeschaltetes Relais (z. B. 52; 53) angeordnet sein.
Aufgrund der bisherigen Erläuterungen ist einzusehen, dass die Schaltstellung aller in der Empfangsstelle befindlichen Arbeitskontakte 54; 55 in einem definierten Zeitmoment ein Abbild des elektrischen Zustandes des Signalkontaktes 4 eines ganz bestimmten Signalgebers 3 der Fernwirkeinrichtung darstellt. Diese Schaltstellung der Arbeitskontakte 54; 55 wird nun in der Empfangsstelle 37 entsprechend ausgewertet.
An Stelle des in der Figur gezeigten Impulsgebers 11 sind selbstverständlich auch andersartige mechanische Steuervorrichtungen für die Impulskontakte 21, 23 denkbar; die Erzeugung der Anschalt- impulse kann auch durch rein elektronische Schalt- glieder erfolgen, desgleichen mit Hilfe von Schwingzungen-Kontakten bzw.
durch von Stimmgabeln gesteuerte Impulskontakte. Schliesslich ist es auch möglich, dem Signalkontakt 4 selbst durch Stimmgabeloder Schwingzungensteuerung Eigenschaften eines Impulskontaktes zu geben, der in jeder Schaltstellung durch mechanische Verstimmung des Schwingsystems unterschiedliche Impulsfolgefrequenzen erzeugt. Auch die beschriebene Ausbildung der Empfangseinrichtungen erlaubt mannigfache Abwandlungen im Rahmen aequivalenter Mittel.
Im vorstehenden wurde gezeigt, dass es aufgrund der Erfindung nunmehr möglich ist, mit sehr einfachen Sende- und Empfangseinrichtungen geringer Leistung Informationen über einen bereits vorhandenen und weitverzweigten, jedoch zahlreichen Störeinflüssen ausgesetzten Fernwirkkanal, wie ihn ein Verteilungsnetz für elektrische Energie darstellt, zuverlässig in beliebiger Richtung, also insbesondere auch entgegen der Flussrichtung der Netzenergie, zu übertragen. Störspannungen,
die innerhalb des von den Bandfiltern 40 und 41 der Empfangsstelle 37 durchgelassenen Frequenzbandes liegen, können die Informationsübertragung nur dann beeinträchtigen, wenn sie ebenfalls mit einer der für die Signale ge- wählten Modulationsfrequenzen moduliert sind und genügend lange Zeit andauern, z. B. eine Sekunde, wofür die Wahrscheinlichkeit äusserst gering ist.
Durch einen in der Zeichnung nicht dargestellten Umschalter könnten beispielsweise zu Kontroll- zwecken der Impulskontakt 21 mit der Anzapfung 9
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und der Impulskontakt 23 mit dem Ende 31 der Spule 10 des Reihenschwingkreises verbunden werden. Diese Massnahme lässt sich natürlich auch zur Erhöhung der übertragbaren Informationsmenge anwenden.
Durch einfache Schaltungsmassnahmen kann mit den an sich in beliebiger Zahl vorsehbaren Trägerund Modulationsfrequenzen eine Vielfalt von Kombinationen gebildet werden, die natürlich bei der Wahl der Auswerteglieder des Signalempfängers 37 zu berücksichtigen sind, so dass sich mit dieser einfachen Einrichtung allenfalls bereits ohne Zuhilfenahme einer Kodierung der gesendeten Impulsreihen mehrstel- lige Zahlenwerte übertragen lassen. - Zur Veränderung der Eigenschwingungszahl des Schwingkreises 8, 10 sind ausser der Anzapfung der Spule natürlich alle bekannten Massnahmen anwendbar, z.
B. eine Änderung der Kapazität des Kondensators 8 oder eine Änderung eines Luftspaltes in einem Eisenkern der Spule 10. Besonders durch die zuletzt genannte Massnahme ergibt sich die zusätzliche Möglichkeit, an Stelle der Amplitudenmodulation der Trägerfrequenz dieser auch eine Frequenzmodulation zu erteilen oder beide Modulationsarten gleichzeitig anzuwenden.
Dies kann ebenfalls durch mindestens eine Nockenscheibe geschehen, die nach den hier für die Erzielung einer Amplitudenmodulation gegebenen Regeln ein Modulationsglied betätigt und damit auf rein mechanischem Wege durch Luftspaltän- derung oder durch Zu- und Abschaltung von elektrischen Gliedern, eine periodische Verstimmung des Schwingkreises 8, 10 erzeugt. Die Referenzfrequenz der Korrelationssysteme 46, 47 des Signalempfängers 37 ist dann der verwendeten Modulationsart anzupassen.