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Artemis 2: Seit über 50 Jahren Menschen am Weg zum Mond
Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert hat wieder eine bemannte Mission zum Mond begonnen. Vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral startete die NASA am Abend die Mission Artemis 2. An Bord der Orion-Kapsel befinden sich vier Astronautinnen und Astronauten: Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und der Kanadier Jeremy Hansen. Für Koch, Glover und Wiseman ist es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Gleichzeitig markieren sie mehrere Premieren: Koch ist die erste Frau auf einer NASA-Mondmission, Glover der erste nicht-weiße Astronaut, Hansen der erste Kanadier.
Der Start war nach mehreren Verschiebungen wegen technischer Probleme mit Spannung erwartet worden. Kurz nach dem Abheben kam es zu einem vorübergehenden Kommunikationsausfall zwischen Kapsel und Kontrollzentrum, der jedoch rasch behoben wurde. Wenige Stunden später trennte sich Orion planmäßig von der Kernstufe der SLS-Rakete.
Artemis 2 soll etwa zehn Tage dauern und die Crew in einer großen Schleife um Erde und Mond führen. Insgesamt werden die vier Astronauten mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt entfernt sich Orion rund 370.000 Kilometer von der Erde – weiter als je Menschen zuvor. Die Kapsel fliegt größtenteils automatisch, die Crew soll aber regelmäßig manuell eingreifen, Systeme testen und wissenschaftliche Messungen durchführen.
Die Mission gilt als wichtiger Meilenstein für die Rückkehr der USA auf den Mond. Das Artemis-Programm wurde 2017 angekündigt und mehrfach umgeplant. Die ursprünglich für 2028 geplante Mondlandung der Mission Artemis 3 wurde vor kurzem neu strukturiert und soll jetzt bereits 2027 starten – allerdings ohne Landung. Erst ab 2028 sind wieder tatsächliche Landungen geplant, möglicherweise sogar zwei in einem Jahr. Langfristig verfolgt die NASA das Ziel einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf dem Mond.
An Artemis sind zahlreiche internationale Partner beteiligt, darunter die europäische Raumfahrtbehörde ESA, die das Servicemodul für die Orion-Kapsel liefert. Der neue Wettlauf zum Mond gewinnt damit weiter an Dynamik – vor allem im Konkurrenzverhältnis zwischen den USA und China, das bis 2030 selbst Menschen auf dem Mond landen will.
Dieser Beitrag begleitet die Sendung „Ö3-Nachrichten“ am 02. April 2026 (APA/AFP/CSH)