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Sonntag, 7. Januar 2007

Sollen TS 'dazu' stehen...?

Hallo alle zusammen,
ja in Transvestanien ging es mal wieder hoch her in den letzten Wochen...
Da hatte offenbar einige über die Feiertage Langeweile ;)...
Worum es genau ging... das würde jetzt zu weit führen... Wahrscheinlich werde ich später darauf noch ausführlich eingehen...
Aber einen Aspekt der dortigen Diskussion möchte ich doch jetzt schon aufgreifen...

Eine der TS, die zu einer der Krieg führenden Parteien gehört dort mitdiskutiert hat, meinte (sinngemäß):

"Ziel bei der Transsexualität ist, daß die Transsexualität (irgendwann) kein Thema mehr ist!"

Und wer das nicht will oder nicht schafft... der hat das Ziel verfehlt...

Das hat mich doch (mal wieder) ein wenig in's Grübel gebracht...

Gemeint ist damit einerseits, daß man irgendwann nicht mehr ständig an die TS denken und darüber reden will - und das sehe ich genauso... schließlich will ich mich nicht den Rest meines Lebens dauernd damit beschäftigen...

Gemeint ist damit aber andererseits auch, daß die Mitmenschen es irgendwann nicht mehr merken und wissen sollen und dürfen, daß man TS ist... ausgenommen nur einige wenige nahestehende Personen, die man einweiht, oder die einen noch 'von früher' kennen...
Denn nur dann, wenn man es schafft unerkannt (!) im 'anderen' Geschlecht 'angekommen' ist, ist es möglich als TS ein (fast) normales Leben als Frau zu leben...

Darüber habe ich hier früher auch schon oft geschrieben... und ich bin mit dieser TS völlig einer Meinung, daß man nur dann ein normales Frauenleben führen kann, wenn niemand weiss, daß man TS ist... nur dann wird man nicht diskriminiert, schief angesehen, ausgelacht, verspottet...
Nur als Frau hat man normale Aussichten einen Partner und einen Job zu finden... Wenn man als TS zu erkennn ist, tendieren die Chancen da gegen Null...

ABER... was ich mich trotzdem frage ist:

IST DAS DER RICHTIGE WEG?

Ist es der richtige Weg als TS-Frau zu versuchen unerkannt als ganz normale Frau leben zu wollen... niemand von seinem Vorleben als 'Mann' wissen zu lassen...?
Oder sollte man aus seiner Transsexualität kein Geheimnis machen? (Was NICHT meint, daß man gewissermaßen ein Schild auf der Brust tragen soll: 'Ich bin TS und war früher mal ein 'Mann'!)

ICH habe mir darüber für mich (und jeder andere kann das gerne anders machen, so wie er bzw. sie das für sich für richtig hält!) eine Meinung dazu gebildet...
Darüber hatte ich ja schon öfter geschrieben...

Aber was mich heute interessieren würde ist:

WIE DENKT IHR DARÜBER?

Ihr die ihr - von Lena-Svenja mal abgesehen - nicht TS seit... die ihr den Blick von Außen auf Menschen wie mich habt...

Ich will jetzt von euch aber NICHT wissen, wie ICH mich verhalten sollte... darum geht es mir nicht!

Nein... stellt euch vor, ihr begegnet irgendwo irgendwann einer transsexuellen Frau... also nicht mir...
Mich kennt ihr ja schon ganz gut... und wisst, was ihr von mir zu halten habt... nein einer ganz fremden Person, von der ihr rein gar nichts wisst...

Ihr seit jetzt durch den Kontakt zu mir für das Thema sensibilisiert (und auch das ist mir in dem Zusammenhang wichtig... warum erkläre ich später...).
Ihr wisst darum sicher mehr als mindestens 90% der Bevölkerung über das Thema...

Ihr begegnet also irgendwo einer Frau...

*vielleicht ist ganz offensichtlich, daß sie nicht als Frau geboren wurde... weil sie zu groß ist, weil die Gesichtszüge eindeutig männlich sind... vielleicht trägt sie auch eine Perücke oder ist eher unpassend gekleidet... möglicherweise übertrieben weiblich... vielleicht auch zu stark geschminkt...
Vielleicht ist euch darum auch gar nicht so recht klar, ob ihr jetzt eine Transsexuelle in der Anfangsphase vor euch habt, oder einen Transvestiten oder sonstwas...

*vielleicht ist aber auch erst auf den zweiten Blick zu erahnen, daß es vielleicht keine ganz normale Frau ist...
Vielleicht seit ihr euch nicht sicher, ob sie tatsächlich TS ist... oder doch einfach eine etwas herbe, männlich wirkende normale XX-Frau...

*oder sie sieht sogar so perfekt aus, daß ihr überhaupt nichts bemerkt... auch das gibt es...

Also wie sollte sich eurer Meinung nach eine transsexuelle Frau ihren Mitmenschen gegenüber... also auch euch, falls ihr einer begegnet, verhalten...?

Soll sie ihre TS von sich aus ansprechen...?
Und falls ja, wann...?
Gleich... oder erst wenn ihr euch näher kennengelernt habt (mal angenommen es kommt dazu)?
Und falls ja, wie soll sie das machen...?

Oder... soll sie die TS verschweigen... so tun als wäre nichts (was natürlich nur im 3. Fall und allenfalls noch im 2.Fall oben Sinn macht)?
Und falls ja soll sie das auch tun, wenn klar erkennbar ist, daß sie TS ist...?
Und wie fändet ihr es, wenn sie ein Geheimnis daraus macht... obwohl alle (oder zumindest viele) längst kapiert haben, was mit ihr los ist und über sie tratschen...?
Oder wie fändet ihr es, wenn ihr eine Frau schon lange kennen würdet... und dann irgendwann erfahrt... von ihr oder von anderen, daß sie TS ist...?
Würdet ihr euch da hintergangen fühlen...?

Sprich... was würdet ihr besser finden:
Daß TS-Frauen offen dazu stehen TS zu sein...?
Oder fändet ihr es am besten, wenn alle TS - die eben vom Aussehen dazu die Möglichkeit haben - ihre TS verbergen würden, damit man gar nicht merkt, daß sie TS sind...?

Das würde mich wirklich interessieren, wie ihr als Nichtbetroffene das seht...

Viele Grüße

Aurisa

NACHTRAG:
Und bitte schreibt mir hier keine Kommentare im Sinne von:
'Das muss jede selber entscheiden, wie sie damit umgeht.'
DAS ist selbstverständlich!
Und darum geht es mir hier überhaupt nicht... sondern es geht mir um EURE Sicht der Dinge...
Ich würde gerne wissen wie ihr als Außenstehende das seht... und sagt jetzt bitte nicht ihr hättet da keine Meinung dazu...
Auch wenn ihr meint, daß das jede selber entscheiden muss - das meine ich ja auch - habt ihr doch sicher trotzdem eure eigenen Gedanken dazu... und genau die würde ich gerne von euch erfahren... denn ICH als Betroffene weiss ja NICHT wie ihr als nicht-TS darüber denkt... darum frage ich euch danach...
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Montag, 8. Januar 2007

Bin ich auf dem Holzweg...?

Hallo alle zusammen,
im vorherigen Beitrag habe ich ja die Frage gestellt:

Wie soll eine transsexuelle Frau mit ihrer TS umgehen - ihren Mitmenschen gegenüber?

Es allen auf die Nase binden - oder es verheimlichen (wenn sie das kann) bzw. so tun als wäre nichts (wenn sie es nicht verheimlichen kann)... oder eben irgendwas zwischen diesen beiden Extrempositionen...

Und es war mir wichtig dazu eure Meinung zu hören... als Vertreter der nicht-transsexuellen Bevölkerung sozusagen...

Hier möchte ich jetzt erklären, warum ich euch diese Frage gestellt habe...

Bei mir war es ja früher so, daß ich mir einerseits von ganzem Herzen gewünscht habe, eines Tages als Frau leben zu können... andererseits aber NICHT geglaubt habe, daß ich dieses Ziel jemals würde erreichen können...

Darum... darum habe ich das alles so lange verdrängt und vor mir her geschoben... bis es einfach nicht mehr ging so weiterzuleben wie bis dahin... als 'Mann' eben...

Aber... ich konnte mir ja auch nicht vorstellen, daß ich jemals als Frau würde leben können... denn als Frau kann man in dieser Gesellschaft nur dann leben, wenn niemand weiss, daß man transsexuell ist... ein paar enge Vertraute, die dicht halten mal ausgenommen...

Wenn man das nicht schafft... wenn das Passing nicht gut genug ist... dann wird man in dieser Gesellschaft immer 'die Transe' bleiben... 'der umoperierte Mann'...
vielleicht nicht für alle... aber für die große Mehrheit...

"80% der Menschen sind Idioten"... wie Anja's Vater so treffend sagt...
Ich sehe es nicht ganz so... aber wenn ich sehe wie Transsexuelle behandelt werden, dann muss ich sagen: So unrecht hat er nicht...

So... und jetzt kommt der entscheidende Punkt...
Wenn ich früher in den Spiegel schaute... wenn ich meine Stimme hörte... konnte ich mir absolut nicht vorstellen, daß man mir - rein vom Äußeren her - jemals die 'Frau' abnehmen würde... d.h. wenn ich mich dazu entschliessen würde diesen Weg zu gehen... würde mir nur ein Leben als 'Transe' bleiben... ich würde niemals von meinen Mitmenschen als Frau akzeptiert werden... die paar Prozent die nicht zu den 'Idioten' gehören mal ausgenommen...

Und dummerweise bin ich ein Sensibelchen... das war ich schon immer... und meine Schulzeit war die Hölle deswegen... und ich meine es WAR die Hölle!
Wenn mir heute jemand erzählen würde, ich käme nach meinem Tod in die Hölle, wenn ich nicht an Gott glaube... ich würde ihn auslachen...
Die Hölle hab ich schon hinter mir... damit kann man mir nicht mehr drohen...
Und dabei wussten meine 'lieben' Mitschüler damals noch nicht mal WAS mit mir eigentlich los war... warum ich 'irgendwie anders' war... weil ich es damals selbst noch nicht wusste...
Aber mein Anderssein genügte ihnen... um mir das Leben zur Hölle zur machen... mehr an Gründen brauchten sie gar nicht dafür...

Ja und irgendwann... mit dem Wechsel von der Haupt- zur Realschule war ich dieser Hölle dann entronnen...
Auch danach war mein Leben nicht gerade toll... aber im Vergleich zu dem, was vorher war war es geradezu himmlisch...

Und dann sollte ich mich also freiwillig wieder zurück in die Hölle begeben... indem ich versuchte als Frau zu leben... einen Versuch, der meiner Meinung nach zum scheitern verurteilt war, weil ich niemals fraulich genug aussehen würde... so daß mir nur ein Leben als 'Transe' bleiben würde... der jeder den 'Mann' ansehen konnte...
Das würde für mich ein permanentes Spießrutenlaufen bedeuten... noch viel schlimmer als in meiner Schulzeit... wo man mir mein Anderssein zumindest nicht gleich ansah...

Ja und damit war ich in einer ausweglosen Lage...
Ich hatte nur die Wahl zwischen einem Leben als 'Mann', das nicht mein Leben war, das bedeutete lebendig begraben zu sein... und das ich irgendwann nicht mehr ertragen konnte...
und dem aussichtslosen Versuch als Frau leben zu wollen... mit dem ich mich freiwillig in die ewige Verdammnis eines Lebens als 'Transe' manövrieren würde... für immer zurück in die Hölle aus der ich doch erst einige Jahre zuvor entkommen war...

Ich weiss nicht ob das hier irgendjemand auch nur annähernd nachvollziehen kann... Lena-Svenja vielleicht... vielleicht auch jemand der schon mal schwerste Depressionen hatte... alle anderen werden es nicht mal erahnen können wie schlecht es mir damals in und mit dieser völlig hoffnungslosen Lage ging... zumal ich auch noch aus vielen anderen Gründen keine Hoffnung mehr für mein Leben hatte... aber das lasse ich hier jetzt weg, das wäre ein anderes Thema...

So ging es mir in den 90-er Jahren, als ich nicht mehr weiter wusste... als mein altes Leben als 'Mann' und einiges andere mehr mich in tiefste Depressionen gestürzt hatte, so daß klar war, daß ich so nicht mehr würde weiterleben können... als ich mir aber auch nicht vorstellen konnte, daß ich jemals ein Leben als Frau würde führen können... daß man mich jemals als Frau würde leben lassen...

Da gab es weder ein Vorwärts noch Zurück...

Ein unlösbares Dilemma, aus dem es nur einen einzigen Ausweg gab... den Tod...

Trotzdem lebe ich noch... trotzdem bin ich diesen Weg bis hierhin gegangen... 16 schwere Jahre lang... von denen einige tatsächlich noch schlimmer waren als die ersten neun Jahre meiner Schulzeit...

Und das obwohl ich NICHT daran glaubte, daß ich mein Ziel, irgendwann als Frau leben zu können, jemals würde erreichen können!

Zu wissen (oder zumindest zu glauben), daß die Lage absolut hoffnungslos ist... und trotzdem nicht aufzugeben... das ist wohl die größte Leistung die ich jemals vollbracht habe in meinem Leben...

Geschafft habe ich das nur dank Auris... die mir beigebracht hat, daß es sich immer lohnt für das zu kämpfen, was einem wichtig ist... egal wie hoffnungslos die Lage auch ist...
Das war die erste Lektion, die sie mich gelehrt hat...

Und nach und nach hat sie mir auch gezeigt, daß man niemals wissen kann, ob es wirklich keine Hoffnung gibt... daß es immer ein Fünkchen Hoffnung gibt und sei es auch noch so klein... und daß es sich auch darum lohnt nicht aufzugeben...
Das war ihre zweite Lektion für mich... mit der sie mir oft weitergeholfen hat...
Aber das war erst später...

So war das also damals, als ich mich entschlossen habe diesen Weg zu gehen, ich dachte:
Ich weiss, ich hab keine Chance... aber ich tue es trotzdem!

Auf diese Weise habe ich es damals geschafft aus den Depressionen heraus zu kommen... indem ich meinem Leben ein neues Ziel gegeben habe... auch wenn ich geglaubt habe, daß ich dieses Ziel nie würde erreichen können...

Diesen Weg zu gehen... so schwer es war, hat es geschafft die Depressionen zu überwinden... aber es war ein sehr fragiler Sieg über die Depressionen...
Denn auch weiter lauerten sie im Hintergrund... um bei der nächsten Gelegenheit wieder zuzuschlagen... denn, daß ich das Ziel, das ich doch sosehr ersehnte, irgendwann als Frau leben zu können, nie würde erreichen können... dieser Gedanke machte mir auch weiter schwer zu schaffen...
Dementsprechend heftig reagiert ich damals auf alles, was das Erreichen dieses Ziels in Frage stellt...
Es genügte schon, daß irgendjemand merkte, daß ich nicht als Frau geboren wurde um die Depressionen wieder aus ihrem leichten Schlummer zu wecken... und mich in eine existenzielle Krise zu stürzen...
Jemand 'erkennt' mich als 'Mann' = mein Passing ist mies = ich werde nie als Frau leben können = ich werde für die Menschen immer 'die Transe' bzw. 'der umoperierte Mann sein' = ich werde immer mit Hohn und Spott leben müssen = das verletzt mich zutiefst, das kann ich nicht auf dauer ertragen = am besten wäre es, wenn ich schluss machen würde...

Oh ja, das hat mir sehr schwer zu schaffen gemacht... und Auris hatte dann immer Mühe mich wieder aus dem Depri-Sumpf rauszuholen mit ihrer Art die Dinge zu sehen die ich oben beschrieben habe...

So ging es mir mehr schlecht als recht bis... ja bis mir eines Tages klar wurde, daß mein Ziel falsch war...

Viel wichtiger als um jeden Preis unerkannt als Frau leben zu können war doch, daß ich lernte zu mir zu stehen... machte mir Auris klar...

Ja und während ich bis dahin gedacht hatte, daß mich die Depressionen bis an mein Lebensende begleiten würde, ich immer mit ihnen zu kämpfen haben würde... habe ich seither, seit ich das so sehen kann, kein Problem mehr damit...
Bis auf gewisse marginale Rest sind die Depressionen weg... und das schon seit mehreren Jahren inzwischen...
In dieser Zeit ging es mir mehrfach nicht so gut, aber selbst in der dunkelsten Zeit nach der OP ging es mir zwar ziemlich mies... aber die Depressionen hatten trotzdem keine Chance mehr mich wirklich in den Griff zu bekommen..

Und das nur, weil ich nicht mehr das Ziel habe um jeden Preis unerkannt als Frau leben zu müssen - ein Ziel, das mir IMMER unerreichbar erschien - sondern weil es mir seither darum geht zu mir zu stehen...
Ich bin wie ich bin... nicht perfekt, aber ok so... ich mag mich... und wenn jemand merkt, daß ich TS bin und deswegen ein Problem mit mir hat - dann zum Teufel mit ihm!
Ich tue niemand was böses mit der TS... also wie komme ich dazu mich dafür zu schämen oder mich deswegen zu verstecken...???

Anja ist das ja auch aufgefallen... die Veränderung, die das bei mir bewirkt hat...
Sie meinte, daß ich seitdem viel souveräner geworden sei... daß ich nicht mehr den Blicken der anderen ausweichen, zu boden sehen oder sonstwas tun würde um mich 'unsichtbar' und 'klein' zu machen... sondern, daß ich inzwischen ganz offen in die Welt und den Menschen in's Gesicht sehen würde... und mich auch dementsprechend offener äußern würde...

Dementsprechend war mir die Frage des passings, also unerkannt als Frau durchzugehen seither auch längst nicht mehr so wichtig wie vorher...

So weit so gut... ABER... zu meinem Charakter gehört nicht nur Kampfgeist (a la Auris) und Nettigkeit (a la Goldmähne)... mir ist auch sehr wichtig, Dinge immer wieder zu hinterfragen...

Und neulich bin ich mal wieder mit der Nase auf dieses Thema gestoßen worden, weil es bei den Diskussionen in Transvestanien unter anderem auch darum ging...

Was ich auch noch nicht wusste und wie ich dort dann gelernt habe, gibt es unter den Transsexuellen in Deutschland schon seit Jahrzehnten zwei Fraktionen:
*die (heute) sogenannten 'Realos' einerseits
und
*die (heute) sogenannten 'Fundis'.

Ziel der 'Realos' ist es ein perfektes Passing zu erreichen... und dann unerkannt als Frauen zu leben...
sich also den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen...
während die 'Fundis' - soweit ich das verstanden habe - der Meinung sind, daß die Gesellschaft sie akzeptieren soll, wie sie nunmal sind - eben nicht ganz perfekte Frauen... mit der Konsequenz, daß sie oft keinen Wert auf ein perfektes Passing legen (weswegen sie von den 'Realos' auch gerne als 'Trümmertransen' diffamiert werden...) und Öffentlichkeitsarbeit betreiben (was ihnen dann von 'Realoseite' die abwertende Bezeichnung 'Berufstranse' einbringt...) um mehr Verständnis und Akzeptanz für Transsexuelle zu erreichen...

Ich persönlich fühle mich weder der einen noch der anderen Seite zugehörig...
Ich kann beide Seiten verstehen...
(Das einzige was ich nicht verstehen kann ist, warum eigentlich beide Seiten seit Jahrzehnten zerstritten sind anstatt's zusammenarbeiten... aber darum geht es mir hier nicht...).

Ja... aber wer jetzt bis hierhin fleissig mitgelesen hat ;)... der weiss, daß meine frühere Position der der 'Realos' nahesteht... während meine heutige Sicht der Dinge mehr der der 'Fundis' ähnelt...

'Realo' zu sein... das bedeutet, daß niemand erfahren darf, daß man Transsexuell ist... denn nur dann kann man wirklich als FRAU leben...
Und es darf wirklich NIEMAND wissen - außer ein paar engen Vertrauten, die es für sich behalten - denn wenn es nur einer spitz kriegt, daß man TS ist... dann spricht sich das rum... und dann ist es vorbei mit dem unerkannten Leben als Frau... dann ist man doch wieder 'die Transe'...
Nun ja... und so ein Geheimnis mit sich herumschleppen - selbst wenn ich es schaffen würde unerkannt durch die Weltgeschichte zu gehen - das finde ich nicht so wirklich toll...

Außerdem bin ich der Meinung, daß es zwar nicht normal ist transsexuell zu sein... richtig KRANK finde ich allerdings nicht die Transsexualität... sondern wie viele Menschen auf die Transsexualität reagieren!
Ich weiss ich bin kein Monster... und trotzdem werde ich oft behandelt als wäre ich eines.... nur wegen der TS...
Und darum bin ich der Meinung, daß es NICHT Ziel bei der TS sein kann, seine Vergangenheit zu verleugnen, an seinem Passing zu arbeite, damit man so unauffällig ist, daß niemand mehr merkt, daß man TS ist... sondern ich meine das eigentliche Ziel müsste es sein eine kranke Gesellschaft zu therapieren... denn eine Gesellschaft die so intolerant mit TS umgeht... die hat da offenbar ein größeres psychisches Problem...
Und die TS sind nicht das Problem... sondern an ihnen zeigt sich das Problem der Gesellschaft lediglich...

Wie hiess es bei den Behinderten doch gleich:
"Behindert ist man nicht - behindert wird man!"
Stimmt! Das größte Problem - bei Behinderungen ebenso wie bei der TS - ist nicht die Behinderung / TS selber... sondern die Reaktionen der Gesellschaft darauf...

Ja und etwas verändern in der Gesellschaft... das kann man nur, wenn man mit den ganz normalen Menschen redet... ihnen zeigt, daß 'so ein TS auch bloss ein Mensch ist'... und weder pervers noch psychisch Krank oder was auch immer Otto Normalobürger sich unter einer TS so vorstellt...
Aber das geht eben nur, wenn man sich nicht versteckt... a la 'Realos'...
Wer verheimlicht, daß er TS ist, kann und darf auch nicht mit Otto Normalobürger über TS reden... und wird darum bei diesem auch nie Verständnis und Akzeptanz für die Sorgen und Nöte von TS erreichen können...
Aufklärung können die 'Realos' also allenfalls sehr eingeschränkt im Schutze der Anonymität des Internets betreiben... falls ihnen daran überhaupt etwas liegt...

Tja... und aus diesen Gründen liegt mir die 'Realo'-Position nicht so....
Ich will mich nicht verstecken... ich will kein Geheimnis aus meiner Vergangenheit machen müssen... und ich möchte etwas bewegen... ein klein wenig dazu beitragen die Menschen über TS aufzuklären... damit es die zukünftigen TS leichter haben... damit sich das gesellschaftliche Klima TS gegenüber verändert...

Und ich glaube, daß letzteres auch möglich ist...
Man denke nur einmal daran, wo Frauen oder Homosexuelle vor ein paar Jahrzehnten noch waren... und wo sie heute sind...
Frauen durften vor gar nicht so langer Zeit ja nicht mal arbeiten ohne Zustimmung ihres Mannes!
Und Homosexualität stand unter Strafe und galt als psychische Krankheit!

Tja... und heute ist bekennender Homosexueller Regierungschef des Bundelandes Berlin... und eine Frau Bundeskanzlerin!

Wer hätte sich das vor 20, 30 Jahren vorstellen können...?

Auch wenn beide 'Randgruppen' immer noch mit Diskriminierungen zu kämpfen haben... ich finde das macht doch Hoffnung, daß solche Veränderungen möglich sind!

Und darum denke ich, es lohnt sich, sich dafür einzusetzen, auch für TS mehr Verständnis und Akzeptanz zu erreichen... aber das geht eben nur wenn man zu seiner TS steht... und keine 'ich bin eine ganz normale Frau und nicht TS'-Versteckspielchen a la 'Realos' spielt...

ABER... nur weil jemand anderer Meinung ist als ich muss das noch lange nicht heissen, daß ich recht habe... und er unrecht ;)...
Wie ich schon sagte finde ich es wichtig alles zu hinterfragen... auch die eigenen Überzeugungen...

Es ist eigentlich ganz einfach...
Ich bin nicht allwissend... das ist offensichtlich ;)... daraus folgt zwingend und logisch:
Ich habe auch nicht immer recht!
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit... aber irgendwie scheint das nicht jedem gegeben zu sein sich das einzugestehen...
Wenn ich also nicht immer recht habe, dann bedeutet das, daß ich meine Ansichten immer wieder überprüfen muss... auch meine tiefsten Überzeugungen... daß ich mir anhören muss, was andere dazu meinen...

Und gegebenenfalls muss ich dann meine Meinung eben auch ändern... und das tue ich auch immer mal wieder... bei unwichtigen Dingen geht das oft ganz schnell... bei den Dingen die mir wirklich am Herzen liegen ändere ich dagegen nur selten meine Meinung... schließlich bin ich niemand der immer sein Fähnlein in den Wind hängt...
Aber manchmal wird es eben auch da nötig...

Ja und an genau dem Punkt bin ich momentan...

Die Diskussion bei Travesta - auch wenn es mehr Streit als sonstwas war - hat mich nachdenklich gemacht... und bei mir die Frage aufgeworfen:

Bin ich auf dem Holzweg...?

Wie ich oben erklärt hatte ist es unmöglich den 'Realo'- UND den 'Fundi'-Weg gleichzeitig zu gehen... die beiden Möglichkeiten schliessen sich gegenseitig aus...
Als 'Fundi' (idiotische Namensgebung finde ich übrigens... was ist daran bitte fundamentalistisch...?) muss man sich zumindste teilweise outen... als 'Realo' darf man sich auf keinen Fall outen...
Beides zusammen geht nicht... man kann allenfalls erst in einer Lebensphase das eine... und dann in einer anderen Lebensphase das andere machen...

Ich habe mich ja für 'dazu stehen keine ganz normale Fraun zu sein' anstelle von 'sich verstecken um als Frau leben zu können'... entschieden... bisher...

Ich habe mich dafür entschieden, weil ich 'zu sich selber zu stehen' für den besseren Weg halte... weil ich einen so wichtigen Teil meines Lebens, meiner Persönlichkeit und Geschichte nicht verleugnen will... weil ich ein so großes Geheimnis nicht mit mir herumtragen will... immer in der Furcht es könnte entdeckt werden...
Außerdem weil ich der Meinung bin nur wenn man zu seinem 'anderssein' steht kann man als TS etwas verändern... mehr Verständnis und Akzeptanz in der Gesellschaft erreichen...
Und so ganz nebenbei hat mich diese Neuorientierung von der Last eines Zieles befreit, von dem ich immer glaubte, es nie erreichen zu können... und dessen unerreichbarkeit mich darum immer wieder runterzog in den Depressions-Sumpf...

Aber... ist das wirklich der richtige Weg... oder doch ein Irrweg...?

Denn SINN macht dieser Weg für mich nur dann, wenn ich damit wirklich etwas erreichen... wirklich etwas bewegen kann...
Und um etwas zu bewegen muss ich SICHTBAR bleiben... zumindest ein Stück weit... ich darf nicht versuchen mich zu tarnen, micht zu verstecken, mich als Frau 'unsichtbar' zu machen... denn nur wenn ich als TS wahrnehmbar bleibe... nur dann bleibt die TS auch Thema... für mich... und eben auch für andere...
Wenn ich es, wie die 'Realo'-Frauen anstreben und auch schaffen würde in der Masse der normalen Frauen 'unterzugehen', dann bestünde für meine Umgebung auch kein Grund mehr über TS nachzudenken... und vielleicht etwas an ihren Vorurteilen zu verändern... denn man würde mich dann ja gar nicht mehr als TS wahrnehmen...

Mich auch in Zukunft als TS zu 'exponieren' bedeutet aber auch zwangsläufig, daß ich immer wieder anecken werde im Leben...
Lustig wird das nicht... Auch wenn ich heute viel mehr Stärke habe als noch vor ein paar Jahren... ein Sensibelchen bin ich auch weiter... und werde ich wohl auch immer bleiben...
Ein leichter Weg währe das also auf keinen Fall für mich...

Darum macht er für mich auch nur dann Sinn, wenn ich damit etwas verändern kann in den Köpfen der Menschen... sonst kann ich mir die Mühe und vor allem die damit verbundenen Verletzungen auch sparen...

Ja und genau DARUM habe ich euch im letzten Beitrag gefragt, wie eine TS eurer Meinung nach mit ihrer Transsexualität umgehen sollte... ob ihr überhaupt möchtet, daß sie darüber redet... oder ob das 'kein Thema' sein sollte...

Denn wenn (zugespitzt gesagt), die Meinung sein sollte:
Ach lass uns doch mit deiner TS in ruhe! (Es gibt Männer und Frauen und von allem anderen wollen wir nichts wissen...).
Dann bin ich mit meinem 'dazu stehen um was in den Köpfen der Menschen zu verändern' wohl tatsächlich auf dem Holzweg...

In dem Fall sollte ich dann wohl den ganzen Weltverbesserungskram vergessen... und es machen wie die 'Realos': Mich in's Private zurückziehen, mich nur noch um meinen eigenen Kram kümmern... mich um ein möglichst gutes Passing bemühen und in Zukunft nie wieder von der TS reden...

Ach ja... und heute halte ich es zum ersten mal sogar für denkbar, daß ich es irgendwann schaffen könnte unerkannt als Frau zu leben...
Inzwischen hat man mir so oft gesagt, daß ich als Frau gut aussehe, daß ich allmählich anfange zu glauben, daß da was dran sein könnte...
Ich habe also möglicherweise tatsächlich die Wahl welchen der beiden Wege ich gehen will...
Entweder weiter so wie bisher... versuchen etwas zu bewegen... dazu aber auch sichtbar und damit verletzlich bleiben müssen...
oder doch noch die Stimmband-OP machen lassen, irgendwann umziehen in eine Gegend wo mich niemand kennt... einen Job suchen wo niemand etwas von meiner Vergangenheit weiss... noch die eine oder andere Kleinigkeit... um dann vielleicht tatsächlich unerkannt als Frau leben zu können... und über die TS zu schweigen wie ein Grab... damit nicht die ganze Mühe umsonst war...

Entschieden habe ich noch nichts... ich denke hier nur laut nach im Moment...

Und wie denkt ihr darüber...?

Viele Grüße

Aurisa
616 mal gelesen

Dienstag, 9. Januar 2007

...

Und... nächstes Problem:
WIE kann man TS überhaupt von TG abgrenzen...?

Wie ich im vorherigen Beitrag erklärt hatte, gibt es TS, die sich nicht operieren lassen wollen, nicht aus Angst vor der OP, sondern weil sie ihr männliches Glied behalten wollen...
Trotzdem fühlen sie sich aber als TS...
Umgekehrt gibt es TG, die genau dasselbe machen können... öffentlich als Frau leben, Hormone nehmen sich NICHT operieren lassen... die sich aber ganz bewusst nicht als TS sondern als TG sehen und zwischen den Geschlechtern leben wollen...

Da wird die Abgrenzung schwierig... denn äußerlich gibt es in diesen Beispiel keinen Unterschied... der Unterschied liegt einzig und allein im Kopf:
TS fühle sich als Frau (auch wenn nicht jede dann auch den ganzen Weg dahin geht).
TG dagegen sind da uneindeutiger... nicht Fisch und nicht Fleisch... nicht ganz Mann und nicht ganz Frau... und wollen irgendwo dazwischen leben... als 'drittes Geschlecht', wie es manche nennen...



TS TG TV
*sich als Frau fühlen: JA nur teilweise / zeitweise

*Wunsch nach JA NEIN NEIN
Eindeutigkeit:

*Leidensdruck: JA nur teilweise / geringer

*Wunsch nach
dauerhaftem Rollenwechel: JA teilweise NEIN

*Wunsch nach
körperlicher Geschlechts- JA teilweise NEIN
angleichung:
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Transsexuelle versus Transgender

Hallo zusammen,
im letzten Beitrag habe ich ja versucht (halbwegs) klar zu machen was die Unterschiede zwischen TS, TG, TV, DWT sind...
Das war notwendig, damit ihr das, was jetzt folgt überhaupt verstehen könnt...

In den letzten beiden Monaten des vergangenen Jahres herrschte ein regelrechter Krieg in Transvestanien... und das ist jetzt nur geringfügig übertrieben...

Kriegführende Parteien waren einige der schon erwähnten 'Realo'-Transsexuellen einerseits (EINIGE... das heisst NICHT alle! Ich will hier niemand für andere in Sippenhaft nehmen! Von 8 'Realos' die bei Travesta angemeldet waren, haben sich nur 4 an den Kampfhandlungen beteiligt... die anderen 4 haben niemand was getan...)...
und eine Reihe von Transgendern (im weiteren Sinne) andererseits... (wobei natürlich auch wieder die üblichen Travesta-Pöblianten mitmischten, die immer dabei sind, wenn sich die Gelegenheit bietet sinnlos Streit anzufangen...).

Der Frontverlauf:
Ist im Grund ganz schnell erklärt... Ich fass die 10.000-seitige 'Diskussion' hier mal eben zusammen ;):

Die Transgender (im weiteren Sinne) meinten:
'Wir sind doch ALLE Transgender!'

Worauf die 'Realo'-Transsexuelle ungefähr so reagierten:
'NEIIIIIN!!! WIR sind KEINE Transgender! Die einzigen Transgender hier, das seit ihr! Und überhaupt, ihr seit doch alles nur schwule Männer im Fummel!'

Ja und als die Transgender (i.w.S.) da widersprachen... da wurden die 'Realo'... äh 'Damen' ;) dann so richtig ungehalten...

Da fielen dann auch schon mal Worte wie 'unwertes Leben' und ähnliches...

Ok... das war jetzt zugegebenermaßen etwas einseitig...
Auch die andere (Transgender-)Seite hat sich nicht zurückgehalten mit Beschimpfungen... aber die 'Realo'-Frauen haben sich schon redlich Mühe gegeben und nichts ausgelassen um so richtig Stunk zu machen...

Das begann schon so Anfang November im Chat... also zwei der 'Realos' dort unangenehm auffielen (vor allem die eine davon...) mit nicht gerade netten Bemerkungen gegenüber den nicht-transsexuellen Usern dort...
(wie Tante Aurisa berichtet, nämlich hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/2893894/main ).

Damals hatte ich noch keine Ahnung, daß die beiden 'Realos' sind... ja ich wusste damals noch nicht mal, daß es diese Fraktion überhaupt gibt bei den Transsexuellen...

Jedenfalls spamte die eine davon damals den Chatraum öfter mal mit folgendem Spruch zu:

"Sodom und Transschänder!"

So richtig verstanden, was damit gemeint war, hatte ich damals noch nicht... aber daß es kein Kompliment sein sollte war ja offensichtlich...

Daß 'Sodom' sich auf die frühere Bedeutung von Sodomie = Homosexualität bezog, das war ja klar...
Aber, daß Transschänder eine Verballhornung von TransGENDER war, das wurde mir erst später klar...

Demnach kann man den Spruch so interpretieren:

(Alles nur) Schwule (Sodom) und falsche Frauen hier (Transgender), die den Ruf der Transsexuellen in den Dreck ziehen (Transschänder)!

Ja da hat offensichlich jemand ein Problem mit den Transgendern... und das scheint für viele wenn nicht für die meissten der 'Realo'-TS zu gelten, wie diese später selber geäußert haben... während die sogenannten 'Fundis' bei den TS da angeblich weniger Probleme mit Transgendern haben...
Ob das stimmt weiss ich nicht, den in der 'Diskussion' hat sich leider keine (erklärte) 'Fundi'-TS zu Wort gemeldet... Ich kann über deren Ansichten also nur spekulieren...

Anfangs, das muss man ihnen zugute halten, haben die 'Realo'-Frauen im Forum teilweise noch versucht ernsthaft zu diskutieren... später ist das dann allerdings in wüste gegenseitige Beleidigungen und bewusste Provokationen ausgeartet... bis die beteiligten 'Realos' Anfang dieses Jahres dann von Travesta ausgesperrt wurden...

(Die ewig gleichen Streithansel der anderen Seite, die auch früher schon immer nur am rumstreiten waren, und die jedes Thema kaputt machen, sind natürlich immer noch da... Travesta ist da ja bekanntlich auf einem Auge blind...).

Ich habe mich bei all dem übrigens komplett rausgehalten... weil ich mir vorgenommen habe in der Irrenanstalt dem Forum nie wieder etwas zu schreiben...
Das ist mir diesmal allerdings schwer gefallen... denn bei allem Streit habe ich doch auch einiges gelernt bei dieser 'Diskussion' und so manches mal hätte ich gerne was dazu gesagt...
Ich war da übrigens weder für die eine noch für die andere Seite, auch wenn sich das jetzt vielleicht so anhört... aber da ich selber TS bin betrachte ich das 'Treiben' anderer TS natürlich besonders kritisch... immerhin muss ich befürchten, daß man mich für ihr Verhalten in Sippenhaft nimmt...

Nein ich habe mich bei den (seltenen) Argumenten die da ausgetauscht wurden dabei erwischt, daß ich mal der einen, mal der anderen Seite zustimmen konnte... und manchmal hatte auch das Bedürfnis mal die eine, dann wieder die andere Seite vor den Angriffen der jeweils anderen Partei in Schutz zu nehmen...

Ja... bleibt die Frage:
Warum eigentlich der ganze Streit?

Ist das wirklich so wichtig, ob man Transgender als Überbegriff auch für Transsexuelle verwendet...?

Für einige TS offenbar schon...

Von diesen wurde öfter geäußert, daß sie nicht in die große Transgender-Schublade wollen (gemeinsam mit TV und allen möglichen anderen TG...)... sondern daß sie lieber viele kleine Schubladen haben wollen...

Es wurde auch klar, daß sie sich von den (anderen) Transgendern abgrenzen wollen... oder um es deutlicher zu sagen:
Sie wollen NICHTS mit ihnen zu tun haben...
Nicht, daß sie etwas gegen die Transgender hätten, nein... aber sie wollen schön unter sich bleiben als TS...

(Wie heisst es in einem Asterix-Heft so schön:
"Ich habe nichts gegen Fremde, einige meiner besten Freunde sind Fremde, aber die Fremden sollen da bleiben wo sie hingehören!" (aus dem Gedächtnis zitiert... sorry falsch es nicht ganz stimmt))

Also warum diese 'Furcht' vor den 'fremden' Transgendern...? Warum dieses starkes Bedürfnis sich von ihnen abzugrenzen...?
60 mal gelesen

Begriffs(er)klärung: TS/TI, TG, TV, DWT...

Hallo alle zusammen,
in diesem Beitrag will ich versuchen kurz zu erklären, was die Begriffe Transsexuell/-ident, Transgender, Transvestit und Damenwäscheträger bedeuten... weil ich denke, daß da SEHR viel durcheinandergebracht wird, was immer wieder zu Missverständnissen und daraus resultierend zu Konflikten und Probleme führt...
und das nicht nur bei Herrn und Frau Normalobürger... sondern sogar die Betroffenen selber bringen da sehr oft vieles durcheinander...!!!
Das habe ich in Transvestanien in den letzten Monaten immer wieder lesen können...

Und gerade TS sind da oft sehr empfindlich, wenn sie mit Leuten aus den anderen Gruppen in eine Schublade gesteckt werden...
Allein schon dafür, daß ich hier TS und DWT in einem Satz nenne würden mich manche der 'Realo'-Frauen wahrscheinlich extransmunizieren und als Ketzerin verbrennen ;)... denn beides sind völlig verschiedene Dinge...

Vermutlich die einzige Gemeinsamkeit bei all diesen Gruppen ist, daß da jemand der körperlich als Mann geboren wurde Frauenkleider trägt... die Motive dafür und die jeweiligen Ziele sind aber ganz verschieden...

Aber 'Mann in Frauenkleider' ist eben das, was jemand, der so eine Person sieht - vorausgesetzt er bemerkt, daß die Person keine ganz normale Frau ist - oder davon hört zuerst denkt...
Herr oder Frau Normalobürger weiss ja erstmal nicht, 'was' er da vor sich hat... zu welcher der Gruppen die Person gehört... und auch ich würde das nicht in jedem Fall anhand des Äusserens sagen können... obwohl ich meisst TV und TS schon ganz gut auseinanderhalten kann...

Ja und weil das nicht so ohne weiteres auseinanderzuhalten ist... und Herr/Frau Normalobürger meisst wenig über die Unterschiede wissen wird das alles sehr oft in einen großen Topf geworfen... was viele TS mehr als nur ein wenig ärgert...

Und darum will ich diesen genderischen Geschlechterknoten hier im folgenden zumindest ein wenig entwirren...

Begriffs(er)klärung:

*Transsexuell/Transident:
Beide Begriffe meinen dasselbe. Transident ist, wie ich anderswo schon erklärt habe der neuere Begriff der geprägt wurde um deutlich zu machen, daß es dabei NICHT um Sexualität geht sondern um die GeschlechtsIDENTITÄT.
Das heisst, wer körperlich ganz normaler Mann geboren wurde fühlt sich trotzdem als Frau, wenn er TI ist... und will auch als solche leben... (bzw. umgekehrt, wenn jemand körperlich als Frau geboren wurde).
Mehr muss ich dazu hier glaube ich nicht mehr sagen... schließlich blogge ich hier schon ein Jahr zu dem Thema ;)...
Die 'klassische' Transsexuelle (ich nenne das jetzt mal so... Das ist NICHT wertend gemeint!) lebt irgendwann nicht nur öffentlich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche als Frau, sondern strebt auch eine juristische (Vornamens- und Personenstandsänderung) und körperliche (Hormone zum Brustwachstum, geschlechtsangleichende Genitaloperation, eventuell Stimmband-OP, eventuell Brustaufbau-OP etc...) Angleichung an das 'gefühlte' Geschlecht an...
ABER... nicht jede TS geht den ganzen Weg...
viele lassen die OP NIE machen... sei es aus Angst vor möglichen Körperlichen oder sonstigen Problemen oder wegen welchen Bedenken auch immer...
Manche TS leben auch nicht immer als Frau... sondern beispielsweise nur privat, nicht aber im Beruf, weil sie befürchten dort deswegen gekündigt zu werden...
Auch gibt es TS, die zwar ganz oder teilweise als Frau leben... aber nie die gesetzliche Vornamensänderung machen lassen... beispielsweise weil sie befürchten dann diskriminiert zu werden...
Und es mag auch TS geben, die diesen Weg niemals gehen werden... weil ihnen der Mut dazu fehlt oder warum auch immer... Ob jemand der sein ganzes Leben als Mann lebt ohne jemals anstalten macht den Weg zur Frau zu gehen dann aber tatsächlich auch TS ist... das ist allerdings unter TS heftig umstritten...
Ja und dann gibt es da auch noch TS, die sich ganz bewusst nicht operieren lassen... weil sie kein Problem mit ihrem männlichen Geschlechtsteil haben sondern im Gegenteil nicht auf diese männliche Form der Sexualität verzichten wollen...
Auch bei diesen TS ist es in TS-Kreisen heftigst umstritten, ob sie überhaupt TS sind...
Ich komme darauf zurück...
Das einzige, was all diese Menschen gemeinsam haben ist, daß sie alle sagen, sie seien TS und würden sich als Frau fühlen...

*Transgender (im engeren Sinne):
Der Begriff Transgender meinte ursprünglich Menschen, die zwar dauerhaft in der anderen Geschlechtsrolle leben... die aber geschlechtsangleichenden chirurgische Massnahmen, vor allem die genitalangleichende Operation ABLEHNEN... d.h. gemeint waren damit die Menschen die als Shemales oder Schwanzfrauen (sorry... bessere Wörter dafür gibt es leider nicht...) bezeichnet werden... teilweise mit Brüsten durch Hormoneinnahme aber auf jeden Fall mit männlichen Geschlechtsteilen, die sie auch behalten wollen...
Der Begriff Transgender bezog sich also ursprünglich auf Menschen die sich selbst gerade NICHT als Transsexuell sehen.
Diese 'klassischen' Transgender nennt man heute auch:
Transgenderist... aber diesen Begriff kennt hier in Deutschland bisher kein Mensch...
Ein 'klassischer' Transgender im engeren Sinne (Transgenderist) ist also jemand der ganz bewusst zwischen den Geschlechtern lebt und auch so leben will und sich weder als 'nur' Mann noch als 'nur' Frau versteht - im Gegensatz zu den Transsexuellen denen es ja gerade um einen möglichst kompletten 'Geschlechts(rollen)wechsel' geht...

So und jetzt wird es leider kompliziert... denn irgendjemand ist auf dann später auf die Idee gekommen, Transgender eben nicht nur für die 'klassischen' Transgender zu verwenden... sondern als OBERBEGRIFF für alle die irgendwie zwischen den Geschlechtern stehen...

Das heisst der heutige weitere Transgenderbegriff umfasst nicht nur die eigentlichen Transgender im engeren Sinne... sondern auch Transvestiten.... und Transsexuelle... obwohl die 'klassischen' Transgender sich ja gerade von den TS abgrenzen und gerade KEINE TS sein wollten...
Ironischerweise sind es jetzt aber gerade die (oder besser gesagt: nicht DIE, sondern viele) Transsexuelle, die sich gegen diese 'Zwangseingenderisierung' heftig wehren...
Davon wird in einem eigenen Eintrag noch die Rede sein...
Manch einer geht sogar noch weiter und will sogar noch Intersexuell den Transgendern zurechnen (wogegen sich viele IS wohl heftig wehren dürften...) oder gar auch noch DWT (was so manche TS vor Wut schäumen lässt...).
Wegen diesem Definitionswirrwarr werde ich darum in Zukunft hier immer zwischen Transgendern im engeren Sinne und Transgendern im weiteren Sinne unterscheiden (müssen)...

*Transvestiten:
Transvestiten sind (in aller Regel) Männer (von 'weiblichen Transvestiten' spricht man eigentlich nicht... was möglicherweise daran liegt, daß Frauen in unserer Gesellschaft Männerkleidung tragen DÜRFEN... und es darum bei ihnen nicht auffällt...), die weibliche Kleidung tragen um sich vorübergehend (!) als Frau zu fühlen...
Wichtig ist, daß TV's kein endgültige und vollständige Geschlechtsumwandlung wollen.
Es gibt allerdings sehr wohl TV's die sich beispielsweise weibliche Brüste wünschen... und einige versuchen dies dann auch durch Hormone oder Brustimplantate zu erreichen... Diese TV's würde man dann allerdings wohl eher als Transgender (im engeren Sinne) bezeichnen müssen... selbst dann wenn sie ansonsten ganz normal als Mann leben...
Aber wie man sieht sind die Grenzen zwischen TV und TG (i.e.S.) fliessend... Man kann nicht genau sagen wo das eine aufhört und wo das andere anfängt...
Außerdem - und das ist auch ganz wichtig - tragen TV die Frauenkleidung NICHT aus sexuellen Gründen!
Klingt vielleicht erstmal nicht sehr glaubhaft... denn schließlich 'weiss' jeder, daß TV's Männer im Fummel sind, die nur darum Frauenklamotten anziehen, weil sie das anmacht...
Tja... das dachte ich früher auch... ist nur leider falsch...
Es gibt nämlich zwei Sorten von Transvestiten... was nur so gut wie niemand weiss... die Transvestiten die Frauensache tragen um sich eine Zeitlang als Frau zu fühlen und die:

*Fetischistischen Transvestiteten:
Diese tragen Frauensachen tatsächlich zur sexuellen Erregung...
Ja und dieses 'doppelte Transvestitchen' ist natürlich ein steter Quell der 'schönsten' Missverständnisse...
Wie viele TS haben wohl schon auf die pösen pösen TV's geschimpft, denen es nur um Sex geht und die den 'guten Ruf' der TS durch ihr Verhalten in den Dreck ziehen würden... weil sie null Ahnung davon hatte, daß es da zwei Arten von TV's gibt...
Und die TV's die keine Fetischisten sind fühlen sich da dann natürlich grundlos von den TS angefeindet... und der traditonsreiche Zickenkrieg TS versus TV geht mal wieder in eine neue Runde...

*Damenwäscheträger: DWT schließlich sind ebenso Fetischisten wie die fetischistischen TV's...
Der Unterschied ist - soweit ich das kapiert habe - daß TV's sich komplett als Frau zurechtmachen (und so manchmal auch 'outdoor' ihren Fetisch ausleben... sehr zum Ärger vieler TS, die das am liebsten verbieten würden, daß 'sowas' in der Öffentlichkeit rumlaufen darf...)... während DWT wohl nur einzelne Teile der weiblichen Garderobe verwenden... oft Unterwäsche... auch weil die sich gut unter Männer-Oberbekleidung verstecken und so heimlich jederzeit tragen lässt...
Dementsprechend wird man, wenn man in der Öffentlichkeit einem DWT begegnet, dem seinen Fetisch in aller Regel nicht ansehen... weil er ihn ja versteckt tragen kann...

GANZ WICHTIG:
Beide Fetischistensorten (fetischistische TV's und DWT) fühlen sich nicht als Frauen (und wollen darum natürlich auch nicht als solche leben... auch nicht nur zeitweise wie die anderen TV's).
Darum werden sie auch nicht zu den Transgendern (im weiteren Sinne) gerechnet... weil sie sich ja in ihrem Geschlecht wohl fühlen und keinen 'Geschlechts(rollen)wechsel' anstreben...

Soweit eine kurze (na ja, für meine Verhältnisse ;)...) Erklärung...

Ich habe mich hier bewusst auf die wichtigsten Typen beschränkt...

*Intersexuelle habe ich bewusst ausgeklammert, weil das wieder eine ganz andere 'Baustelle' ist...
Nur soviel in aller Kürze: Intersexualität ist ein Ausschlußkriterium für Transsexualiät... das heisst, wer intersexuell ist, kann nicht transsexuell sein... weil Intersexuelle ja schon von Geburt an körperlich zwischen den Geschlechtern stehen... im Gegensatz zu Transsexuellen, die körperlich eindeutig einem Geschlecht angehören... von der seelischen/geistigen Geschlechtsidentität aber dem anderen...
Ja und die meissten IS würden sich auch dagegen wehren mit TS (oder anderen hier genannten Gruppen) in einen Topf geworfen zu werden...
Darum ÄRGERT es mich auch ziemlich, daß einige Transsexuelle meinen sie müssten sich zu was 'besserem' machen, indem sie von sich behaupten, sie wären eigentlich gar nicht transsexuell... sondern intersexuell... Offenbar denken manche TS, wenn sie IS wären, DANN wären sie ja richtige Frauen (wenn auch mit kleinen körperlichen Fehlern...)... was nun wirklich dumm im Quadrat ist... Der Witz bei der TS ist doch schließlich gerade, daß es NICHT auf den Körper ankommt, sondern daß es sich im Gehirn entscheidet ob man sich als Mann oder als Frau fühlt...
Wenn sich also eine TS meint sich 'upgraden' zu müssen indem sie sich als IS ausgiebt, dann ist das meiner Meinung nach eine Beleidigung für IS (weil die TS sich deren spezifische Eigenarten 'aneignen' will... wegen denen IS oft sosehr leiden müssen... nicht aber die TS, die sich ja nur das 'IS-Image' stehlen will...) UND für TS (weil die TS damit ja aussagt: IS sind was besseres als TS... und letztlich kommt es DOCH auf den Körper an und ihr als 'nur' TS, seit letztlich doch keine richtigen Frauen...).
Auf die Palme bringt es mich etwa, wenn neuerdings einige Transsexuelle bei sich von "gehirnorganischer Intersexualität (!)" reden...
HALLO...? GEHT'S NOCH...???
Klar haben letztlich TS UND IS eine organische Ursache... bei der TS steckt die Ursache im Gehirn und bei der IS im Körper...
Und ja, es gibt auch sonst einige Gemeinsamkeiten zwischen TS und IS...
Aber beides sind trotzdem völlig verschiedene Dinge!
Und Intersexuelle haben doch bitteschön das Recht nicht mit TS in einen Topf geworfen zu werden!
Schließlich mögen es Transsexuelle in aller Regel auch nicht, wenn DWT oder TV von sich sagen: 'Eigentlich bin ich ja auch so ein bisschen TS...'

*Auf andere Typen wie DragQeens, Androgyne, CrossDresser und was es der Dinge mehr gibt, bin ich ganz bewusst nicht eingegangen... weil einerseits nur wenige sich so bezeichnen... und es sich dabei andererseits nur um Varianten der hier dargestellten Typen handelt...
Was etwa der Unterschied zwischen einem TG (i.e.S.), einem CrossDresser, einem Androgynen oder einem TV ist... dazu habe ich bisher noch nicht mal von den Betroffenen eine auch nur halbwegs schlüssige Erklärung gehört...
Schon TG (i.e.S.) und TV sind oft kaum auseinander zu halten...

*Transmänner (Frau-zu-Mann-Transsexuelle) habe ich ebenfalls nicht extra behandelt.
Ich bin nun mal eine transsexuelle Frau... und auch wenn es da ein paar Gemeinsamkeiten zwischen Transmännern und Transfrauen gibt... die Unterschiede sind doch so gravierend, daß ich in diesem Blog nur die Perspektive transsexueller Frauen behandle... von wenigen Ausnahmen mal abgesehen...
Ich weiss außerdem schlicht und ergreifend auch nicht genug wie man sich als Transmann so fühlt und kenne deren spezifische Probleme auch nur sehr begrenzt... darum kann und will ich nicht für sie sprechen...

So... das war jetzt also mal die Begriffserklärung...

Die war dringend notwendig... zum Verständnis des nächsten Beitrages... in dem ich dann so einiges zum Thema Transgender und Transsexuelle schreiben will...

Viele Grüße

Aurisa
13029 mal gelesen

Mittwoch, 10. Januar 2007

Ich habe fertig ;o)...

Hallo alle zusammen,
soooo DAS hat mir (gerade) noch gefehlt... nämlich der Brief, den ich heute vom Gericht bekommen habe...

Den Beschluss über die Personenstandsänderung habe ich ja noch im Dezember bekommen... aber da musste ja erst noch die zweiwöchige Frist ablaufen in der ich noch dagegen hätte Einspruch bzw. Beschwerde gegen den Beschluss hätte einlegen können...
Aber... ich bin ja nicht blöd ;)...
Da hätte ich wirklich schon SEHR bescheuert sein müssen um jetzt wo alles gelaufen ist noch gegen den Gerichtsbeschluss beschwerde einzulegen auf den ich so lange hingearbeitet habe ;)...

Wirksam ist die Gerichtsentscheidung ja schon seit Mitte Dezember... die Beschwerdefrist ist auch noch im alten Jahr, am 30.Dezember abgelaufen... die Sache war also juristisch klar...
Passieren konnte da nichts mehr... aber was mir noch gefehlt hat zu meinem Glück, das war, daß das Gericht die RECHTSKRAFT des Beschlusses feststellt...
Das hat es dann am 3.Januar getan... und heute habe ich dann also jetzt den - schon sehnsüchtig erwarteten - rechtskräftigen Beschluss (den ich ja schon hatte, nur da mit ohne Rechtskraft ;)...) in vierfacher Ausfertigung bekommen...

GUT :-)!
Darauf habe ich noch gewartet, denn den rechskräftigen Beschluss brauche ich, damit ich auch bei Krankenkasse, Arbeitgeber usw. meinen rechtlichen Status von Mann zu Frau ändern lassen kann...

Das werde ich dann wohl gleich morgen in die Wege leiten, ja und dann heisst es:

Ich habe (endgültig) fertig :-)!
Jedenfalls was den juristischen Teil der Geschichte angeht... medizinisch steht mir noch das eine oder andere bevor...

Aber das wird auch noch...
Ach ja... was das angeht... das nächste was ich demnächst klären muss ist der Termin für die Nach-OP in den nächsten Monaten....

Viele Grüße

Aurisa
942 mal gelesen

Eine Entscheidung zur Arm-OP

Hallo alle zusammen,
bekanntlich habe ich jetzt ja schon fast 1 1/2 Jahre Probleme mit meinem rechten Arm.
Ist wohl irgendwie ein Nerv eingeklemmt... nachdem ich den Arm mit Betonklopfen zu sehr belastet habe...

Ich war deswegen ja schon bei diversen Ärzten und habe so allerhand ausprobiert... geholfen hat alles nichts...

Ende letzten Jahre hat mich der eine Orthopäde - ich war schon bei zwei - dann in die orthopädische Klinik geschickt... und die wollen den Arm operieren... aufschneiden und den eingeklemmten Nerv befreien...
Beim letzten mal dort in der Klinik wurde ich ja schon über die Risiken der OP aufgeklärt... und wenn es nach denen gegangen wäre, dann hätten wir gleich den Termin für die OP vereinbart...

Aber... dazu war ich nicht bereit...

Letztes Jahr hatte ich gerade erst zwei Operationen... und ich muss ja dieses Jahr nochmal nach O um die Nach-Op machen zu lassen...

Und dann nochmal eine OP für den Arm...???

Also habe ich die Entscheidung darüber erstmal verschoben... auf Januar...
Da soll ich diesen Monat nochmal in die Klinik kommen um dann dort den Termin für die OP auszumachen...

Jedenfalls war ich gestern deswegen nochmal bei dem anderen Orthopäden... denn einerseits brauche ich für das neue Quartal wieder eine Überweisung in die Klinik... und andererseits wollte ich noch eine zweite Meinung dazu hören... ob diese OP wirklich sein muss...

Ja und dieser Orthopäde war GAR NICHT dafür!
Er schüttelte sogar ungläubig den Kopf und meinte da könnte man in dem Fall doch gar nichts operieren...
Und... laut Aussage meiner Mutter - wobei man bei der ja leider nie weiss, wie glaubhaft ist was sie sagt - war er angeblich früher in genau dieser Klinik Chef (vermutlich einer der Abteilungen...)... sollte also eigentlich wissen, was er sagt... widerspricht damit aber völlig dem was der Klinikarzt meinte...

Und er meinte man sollte da mal Cortison spritzen oder andere Dinge probieren - die ich bei ihm allerdings, abgesehen vom Cortison, alle schon probiert hatte und die leider wenig geholfen hatten...

Und ich habe ihm die Frage gestellt, was eigentlich schlimmstenfalls passieren kann, wenn ich die OP NICHT machen lasse... und die Antwort war: GAR NICHTS... außer daß die Schmerzen die ich habe bleiben...

Also unter den Umständen werde ich dann die Arm-OP wohl NICHT machen lassen... es spricht einfach zuviel dagegen, nämlich:
*die Gefahr, daß der Nerv bei der Op verletzt wird (oder sonstige Komplikationen auftreten) und es mir dann nach der OP schlechter geht als vorher...
Was mache ich denn, wenn ich dann den rechten Arm gar nicht mehr richtig gebrauchen kann, falls was schief geht...?
*möglicherweise bringt die OP noch nicht mal was... wenn dieser Orthopäde recht hat... Außerdem gibt es da auch gewisse Unstimmigkeiten ob die da überhaupt am richtigen Nerv operieren... oder ob da doch auch ein anderer (mit)betroffen ist...
*dann kann ich auch nicht ständig wochenlang krank geschrieben sein. Ich möchte meinen Job schließlich noch ein Weilchen behalten...
*und von jemand der offensichtlich ein Problem mit mir hat, weil ich TS bin (der Arzt in der Klinik hat ja ständig als 'er' von mir gesprochen...) will ich mich auch nicht an mir rumschnippeln lassen... Da habe ich kein Vertrauen, daß der mich wirklich gut behandelt...

Nein... je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger Lust habe ich mich operieren zu lassen...
Ich entscheide mich ja bekanntlich nicht leichtfertig für eine Operation... die nicht unbeding sein muss...

Und wie Anja meinte sind - gerade in der Orthopädie - viele Operationen schlicht überflüssig... werden nur gemacht, weil die Ärzte ihre Kliniken auslasten wollen...
Bekanntlich gibt es ja zwei Gruppen, die viel weniger operiert als andere gesellschaftlichen Gruppen:
Die Ärzte selber einerseits... weil sie sehr gut die Risiken kennen... und wissen, daß so manche OP wenig oder gar nichts bringt... und Juristen andererseits, weil Ärzte da vorsichtig sind um nicht verklagt zu werden, wenn sie eigentlich überflüssige Operationen an denen machen...
Das sollte einem zu denken geben...

Nein... wenn ich das jetzt abwäge... einerseits das bisschen Schmerz und die leichte Gefühllosigkeit in drei Fingern... und andererseits die nicht unerheblichen Risiken, die möglichen bleibenden Schäden die dabei entstehen könnten, die Einschränkungen und vor allem auch die Unsicherheit ob das überhaupt etwas bringt...
Dann steht das meiner Meinung nach in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander...

Der Leidensdruck ist nicht groß genug... und die Risiken sind mir zu groß... erst recht wenn ich nicht mal weiss, ob es wirklich hilft...

Ich werde jetzt nochmal drüber schlafen... aber ich werde wohl den Termin in der Klinik demnächst absagen und die Arm-OP nicht machen lassen...

Ob ich den Arm dann beim Orthopäden weiter behandeln lassen werde, oder einfach alles so lasse, wie es ist, das muss ich mir erst noch überlegen...

Ach ja Stichwort 'Parallelitäten' zwischen mir und Anja...
Sie hat seit letztes Jahr auch Probleme mit dem Arm... natürlich auch mit dem rechten... natürlich auch mit einem Nerv dort... und - natürlich - hatte sie gestern früh, gleichzeitig mit mir auch einen Termin beim Orthopäden... obwohl wir uns nicht abgesprochen hatten...
Vielleicht versteht ihr warum ich über derartige ständige Parallelen zwischen uns eigentlich nur noch den Kopf schütteln kann...

Sie hat sich da übrigens Cortison spritzen lassen... ich jetzt mal noch nicht, weil ich da noch nicht wusste, wie es bei mir jetzt weitergehen soll mit dem Arm...
Na ja... ist wohl auch besser so... denn danach muss man den Arm erstmal zwei Wochen ruhig halten, damit das Cortison was bringt... und ich will ja wie gesagt nicht schon wieder krank geschrieben sein... schließlich muss ich dieses Jahr ja nochmal in's Krankenhaus wegen der Nach-OP...
Da muss der Arm warten... Solche Experimente kann ich mir derzeit nicht erlauben...
Die Probleme habe ich jetzt schließlich schon so lange... und kann damit leben... da hat das Eile...

Viele Grüße

Aurisa
554 mal gelesen

Montag, 15. Januar 2007

Der Wochenrückblick (2.KW)

Hallo alle zusammen,
ja mal wieder eine Wochenzusammenfassung von mir...

Wenn mir das früher bei 20six jemand gesagt hätte, daß ích irgendwann mal fast nur noch Wochenrückblicke schreiben würde... damit ich überhaupt noch was schreibe und nicht alles, was in der Zeit los war in Vergessenheit gerät...

Na jedenfalls hier meine letzte Woche im Schnelldurchlauf:

*MONTAG:
Habe ich Holz gehackt und das nicht zu knapp... ungefähr die Hälfte des restlichen Holzes.
Das sollte für den Rest des Monats reichen...
Und obwohl es doch relativ viel Holz zu sein schien und wir bisher ja gar keinen richtigen Winter hatten ist da jetzt schon nicht mehr viel übrig...
Kohlen hätten wir noch reichlich... aber das nützt mir nur begrenzt weiter... denn ich brauche viel Holz um erstmal die nötige Temperatur zu erzielen um die Kohlen überhaupt zum brennen zu bringen...
Für diesen Winter wird es wohl reichen, aber für die Zukunft muss ich mir da was einfallen lassen...

*DIENSTAG:
Da war ich ja bekanntlich beim Orthopäden. Darüber hatte ich ja schon geschrieben.

*MITTWOCH:
War ich Vormittags mal wieder außer der Reihe arbeiten...
Anja ist derzeit ja wegen ihrem Arm krankgeschrieben und darum bleibt da viel liegen... und ich war dann sozusagen zum 'Ausputzen' da...

*DONNERSTAG:
Der Donnerstag sollte ein Tag für mich sein...
Morgens habe ich mich erstmal mit Anja in der Kantine getroffen, wo wir sonst auf der Arbeit gemeinsam frühstücken... obwohl wir an dem Tag ja beide nicht arbeiteten...
Aber Anja geht es da wie mir... wenn sie krankheitsbedingt nicht arbeiten kann, dann will sie trotzdem nicht nur zuhause rumsitzen...
Anschließend bin ich dann ein wenig (Mode)Schmuck einkaufen gegangen... Das habe ich jetzt schon ewig nicht mehr gemacht und ab und zu braucht Frau sowas einfach, sich da was neues zuzulegen um sich was gutes zu tun.
Ja und diesmal hatte ich noch zwei Gutscheine, die ich auch noch einlösen wollte/konnte/sollte...
Der eine war für Anja gedacht, weil ich weiss, daß sie in dem einen Laden gerne einkauft... stattdessen hat sie dann ja die Digicam von mir geschenkt bekommen zum Geburtstag...
Und der zweite Gutschein - von einem anderen Laden - den habe ich weil ich da vor längerem ein Armband mit lauter Glitzersteinchen gekauft hatte... aus dem leider die Steinchen nur so raussprangen... schon beim ersten tragen...
Sehr schade, denn dieses Armband hatte mir wirklich sehr gut gefallen :(... zumal ich sonst auch überhaupt noch keine Armbänder habe...
Nun ja, hatte wohl nicht sollen sein...
Jedenfalls konnte ich dank dieser beiden Gutscheine diesmal für knapp 60 Euro Sachen einkaufen... und musste nicht mal 20 Euro dazuzahlen...
Da konnte ich mir schon ein bisschen was gönnen...
Und hier meine (Aus)Beute :):

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Vor allem mal wieder was auf... äh für die Ohren... dazu ein Armreif und ein Ring... jeweils mein erster und bisher einziger...

In der Apotheke war ich auch noch... und habe nach 'Vagiflor' gefragt... das ist so ein Zäpfchen mit (nützlichen) Bakterien, zum Aufbau / der Verbesserung der Scheidenflora... um einen (Säure)Schutzmantel gegen eindringende schädliche Bakterien zu bilden...
und mit denen hatte ich im letzten Jahr seit der OP ja reichlich Probleme...
Das wurde mir von einer anderen Transsexuellen empfohlen... und eine Frauenärztin hat das ebenfalls empfohlen (für Bio-Frauen, also nicht speziell für TS).
Einen Versuch wäre es also wert...
Nur leider... 6 Zäpfchen für über 10 Euro... das kann keine Dauerbehandlung für mich sein... das wären ja über 600 Euro im Jahr...
Im Internet habe ich auch schon danach geschaut... aber dort ist es nur unwesentlich billiger...
Dummerweise kann man das ja nicht nur 'bei Bedarf' anwenden... denn wenn man sich erstmal wieder eine Infektion eingefangen hat ist es natürlich zu spät sich mit sowas dafür zu schützen...
Gerade wollte ich hier schreiben, daß ich mir das bei dem Preis leider nicht leisten kann das regelmäßig zur Vorbeugung zu nehmen... aber, wie mir Auris ja immer und immer wieder sagt:
Nicht zu früh aufgeben!
Und siehe da... ein Präparat mit dem gleichen 'Wirkstoff' also Bakterium von einem anderen Anbieter, gibt es schon für 1 Euro pro Stück...
Das ist schon mal merklich billiger...
UND beim genaueren nachsuchen und -lesen im Internet habe ich da auch den Hinweis gefunden, daß man zwar zur Akutbehandlung 1 Zäpfchen jeden Tag nehmen soll... daß zur Vorbeugung aber eines pro Woche reicht... und damit wären es dann nicht mehr über 600 Euro im Jahr, sondern nur noch so 50... und damit bezahlbar...
Ja Auris... du hattest wieder mal recht... zum tausendsten mal... Nur nicht zu früh aufgeben...
Für eventuelle (transsexuelle und andere weibliche) Interessentinnen hier der Link zur Beschreibung des Medikaments:
http://www.netdoktor.de/medikamente/100002995.htm

Ebenfalls im Web gefunden habe ich dann noch den Tipp zusätzlich im Wechsel mit diesem Döderlein med-Bakterienpräparat ein Scheidentabletten mit Vitamin C zu nehmen, daß das Millieu dort sauer macht und damit eindringende Bakterien abtötet, siehe hier:
http://www.netdoktor.de/medikamente/100008852.htm

Und das kostet auch nicht mehr... eher im Gegenteil...
Natürlich nimmt man beides nicht gleichzeitig ein, sondern abwechselnd... logisch... sonst tötet man die nützlichen Bakterien, die man mit dem einen Mittel gerade eingebracht hat, dann mit der Säure des anderen gleich wieder ab...
Und einmal die Wochen eines dieser Präparate zur Vorbeugung nehmen... das ist erschwinglich... und kein zu großer Aufwand...
Jeden Tag... das wäre mir dann auch Dauer auch ziemlich lästig...

Tja... man sieht, Tante Aurisa ist jetzt nicht nur seelisch - da ja schon lange - und sozial - da teilweise -, sondern jetzt auch körperlich im ganz normalen Frauenleben angekommen...
Mit Periode und Kinder kriegen wird das bei mir zwar in diesem Leben leider nichts mehr werden... aber ansonsten muss ich mich jetzt all dem beschäftigen, womit sich ganz normale Frauen auch befassen müssen... nicht immer zu meiner Freude, wenn es eben beispielsweise um das Thema Harnwegs- u.ä. Infektionen geht... aber so ist das nunmal als Frau...
Ich wollte es ja so... Das hab ich nun davon ;)...

Ja es war wirklich so ein richtiger Frauentag dieser letzte Donnerstag... sogar geschminkt hatte ich mich da seit langem mal wieder... einfach so, weil mir danach war...

*FREITAG:
War ich wieder ganz normal ganztags arbeiten (und mal wieder damit beschäftigt, das aufzuräumen, was andere liegen die Woche über liegen gelassen hatten und das sonst niemand aufgeräumt hat, weil Anja ja krank ist...).

*SAMSTAG:
Vormittags war ich arbeiten... was ich nachmittags gemacht habe... ich weiss es nicht mehr...

*SONNTAG:
Habe ich das letzte (und größte) der bestellten Kästchen zusammengeschraubt... Das ist vor allem für die Bettwäsche gedacht...
Damit ist mein 'Überwinterungszimmer' im ersten Stock jetzt endlich komplett eingerichtet...
Außerdem habe ich geputzt und ich weiss nicht was noch alles im Haus gearbeitet...
Ach ja... mein altes Nachtkästchen (das 'angeschmorte') habe ich jetzt auch ausgeräumt und vorläufig im 1.OK im unbenutzten Zimmer beim ebenso unbenutzten alten Bett zwischengelagert...
Beides hebe ich erstmal noch auf, falls ich es nochmal brauchen sollte...
Und weil das neue Nachtkästchen kleiner ist habe ich die Gelegenheit genützt um auszusortieren... und dort nur noch die wichtigen Sachen unterzubringen:
zwei Schubladen für Lesestoff... und zwei Schubladen für Frauenkram (Schminksachen, Epiliergerät, Schminkspiegel, Schmuck usw...).
Das zeigt ganz deutlich, wo meine Prioritäten liegen...

Tja... das war längst nicht alles, was ich diese Woche so gemacht habe...
Ich war und bin eigentlich ständig mit irgendwas beschäftigt...
Beispielsweise habe ich auch das Wasser in der Waschküche wieder angestellt und Wäsche gewaschen, weil das Wetter so schön und warm ist, daß vorläufig keine Gefahr besteht, daß das Wasser dort einfriert... und ich die Gelegenheit nutzen wollte, die Wäsche bei Wind und Sonne trocken zu bekommen...
Aber... so ist das, wenn man nicht gleich alles aufschreibt... man vergisst so schnell so vieles... zumindest mir geht es so...
Auch das ist ein Grund, warum ich weiter bloggen will... damit ich auch später noch nachlesen kann, was ich heute so alles angestellt habe...
Na ja... und vielleicht schreibe ich irgendwann ja auch mal wieder mehr als nur Wochenrückblicke... um zumindest das Wichtigste nicht ganz zu vergessen...

Viele Grüße

Aurisa
878 mal gelesen

Dienstag, 16. Januar 2007

Aurisa rennt ;)...

Hallo alle zusammen,
gestern war mal wieder so ein typischer Aurisa-Rumrenntag...

Morgens bin ich gleich kurz nach Sieben Uhr los... zum großen Supermarkt auf der grünen Wiese... die am Rande des Nachbarorts liegt...
Sind ja 'nur' 4 Kilometer hin... und 4 Kilometer zurück ;)...
Aber viele Sachen bekommt man eben nur da... und nicht bei uns in unserem großen Kreisdorf...
Außerdem gibt's dort nebenan auch noch einen Baumarkt und da wollte ich auch noch hin...
Für 4 km brauche ich etwas mehr als eine halbe Stunde (hab's aber auch schon in einer halben Stunde geschafft...)... und war dann sogar zu früh dort...
Frostigkalt war es... und wurde gerade erst ganz langsam hell...
Im Baumarkt war ich dort, weil ich so ein Tragedingsda für Kohlen kaufen wollte...
Wenn ich im Winter in Zukunft in den ersten Stock ziehen und dort nicht mit Strom sondern mit Holz und Kohlen heizen will, dann brauch ich nochmal so eines...
Zurück ging es dann mit so etwa 10 Kilo 'Zuladung' sprich Einkäufen...

Ah ja... bevor ich los bin hatte ich noch schnell eine Maschine Wäsche hin gestellt... das warme Wetter muss man ja schließlich nutzen...

Wieder zurück zuhause habe ich dann erstmal Wäsche aufgehängt und die nächste Maschine hingestellt...

Dann habe ich den Termin in der orthopädische Klinik abgesagt...
Die Arm-OP werde ich nicht machen lassen... oder höchstens als allerletztes Mittel... wenn überhaupt...
Also brauche ich den Termin dort nicht, denn dabei sollte es nur noch um die Festlegung des OP-Termins gehen...

Drei andere telefonate wollte ich auch noch erledigen... aber da ging niemand ran... bei keinem der drei...

Also schnell die eingekauften Sachen weggeräumt...

...und wieder los... diesmal zum Hausarzt... weil ich eine Überweisung brauchte... zur Urologin...
Ging schnell beim Hausarzt - weil ich nicht in die Sprechstunde musste dazu...

Danach zum Bahnhof... mit dem Zug zur Urologin fahren... um dort mal wieder eine Urinprobe abzugeben... Mal schauen ob die Antibiotika diesmal alle Keime abgetötet haben... oder wieder nicht...
Nächste Woche weiss ich mehr...
Dafür wollte ich eigentlich einen Termin machen... weil ich auch noch eine Überweisung in's Krankenhaus brauchte...
Ich habe zwar noch keinen Termin gemacht... aber wenn ich tatsächlich schon im März die Nach-OP machen lasse, dann brauche ich dieses Quartal schon eine Überweisung in's Krankenhaus...
Na jedenfalls habe ich die Überweisung gleich bekommen... musste allerdings eine Weile warten darauf...

Danach dann wieder zum Bahnhof... kurzer Abstecher mit dem Zug nach Schduargard... in die Bibliothek...
Da hatte ich neulich zufällig (?) das Buch "Reklamationen beim Universum" bei der Arbeit in den Händen... von derselben Autorin, die auch das Buch über die Bestellungen beim Universum geschrieben hat...
Man erinnert sich... ich hatte neulich davon geschrieben... und jetzt läuft mir dieses Buch hier von ihr ganz zufällig über den Weg... wie bestellt eben ;)...
Na ja, jedenfalls habe ich das dann mal neugierdehalber ausgeliehen und gestern dann schnell abgeholt...

Apropos schnell... leider ist ja noch längst nicht wieder alles ok, nach der OP (Harnwegsinfektionen, Probleme mit Neoklitoris, vernarbte Harnröhre, Rückeprobleme seit der OP...)... aber meine alte Schnelligkeit und Sprungkraft, die habe ich jetzt wieder in vollem Umfang zurück... wie ich gestern an diversen Treppen ausprobieren konnte...
Zwei, drei, vier Stufen aufwärts auf einmal... Zwei, drei, vier, fünf... an einer Treppe (mit Handlauf) sogar bis zu sechs Stufen abwärts...
Mehr hab ich vor der OP auch nicht geschafft...
Ein gutes Gefühl wenigstens in der Beziehung wieder fit zu sein...

Von der Bibliothekt ging es dann wieder zurück heimwärts... aber eine Station vorher bin ich dann ausgestiegen... und nochmal die 4 km zum Baumarkt auf der grünen Wiese gelaufen... und von dort wieder die 4 km zu mir nach hause... weil ich mir überlegt hatte, daß ich doch noch einen zusätzlichen Kohlentragbehälter gebrauchen könnte... damit ich nur dann in den Keller rennen muss um neue Kohlen zu holen, wenn es sich auch wirklich lohnt...
Tja... der Gedanke kam mir am morgen leider erst als ich schon voll bepackt (wie gesagt: so 10 Kilo...) auf dem Heimweg war...
Ja ja, was man nicht im Kopf hat, das muss man halt in den Beinen haben...
Darum hab ich wohl so kräftige Beine *g* ;)...

Wieder zuhause dann die beiden Maschinen Wäsche aufgehängt... für meine Mutter und mich Kaffee gemacht (war ja gerade erst gegen Mittag...)... später dann noch den gestrigen Blogeintrag geschrieben...

Mit anderen Worten: mal wieder ein ganz normaler Tag im Leben der Aurisa K ;)... mit viel Rumgerenne...

Vergesst Lola... das bisschen was die gerannt ist, ist kein Vergleich mit dem was ich jeden Tag so rumrenne ;)...

Soviel also zu gestern...

Heute bin ich zwar nicht viel rumgerannt... nur einmal zum einkaufen... aber faul war ich auch nicht...
Vier Stunden habe ich Holz gehackt... und das ist nicht leicht, wenn man der rechte Arm UND der Rücken sowieso schon Probleme machen...
Beide taten danach dementsprechend weh...
Aber immerhin muss ich jetzt nur noch ein oder zweimal Holz hacken... dann ist für diesen Winter alles gehackt...
Und ich mache das bewusst jetzt... denn falls ich es mache, wie Anja meinte und mir den Arm vor der Nach-OP eingipsen lasse, damit er in der Zeit in der ich sowieso nicht arbeiten kann stillegelegt ist um hoffentlich heilen zu können, dann muss das Holz vorher gehackt sein...

Und den OP-Termin klar zu machen... das ist jetzt das nächste, was ich machen muss...

Viele Grüße

Aurisa
842 mal gelesen

Mittwoch, 17. Januar 2007

Ein großer Sturm wird kommen

Hallo alle zusammen,
also ich gehe zwar davon aus, daß ihr alle den Wetterbericht gehört habt, aber trotzdem der Hinweis:

Falls ihr es noch nicht getan habt, dann solltet ihr schleunigst alles was nicht niet- und nagelfest ist Sturmfest machen...

Denn da kommt wohl ein ausgewachsener Orkan auf uns zu...

Ich bin da gebranntes Kind...
Mal hat es bei uns beim Eingangsvorbau das Dach abgerissen... mal den 'kleinen Gartenzeltling' zerrissen... mal einen Teil vom Zaun abgerissen... und im letzten Jahr die Spitze der großen Tanne...

Darum... so gerne ich eigentlich auch stürmisches Wetter mag... sehe ich dem immer etwas bange entgegen, wenn es derartig stürmisch werden soll...

Den Gartentisch aus Kuststoff habe ich vorhin in den Windschutz des Holzzaunes in Sicherheit gebracht... ebenso in Deckung gebracht habe ich die Bank aus Kunststoff und ein leeres Wasserfass...
Damit sind alle leichten Sachen bei mir sturmsicher untergebracht...

Um meinen Zaun - den auf dem Pflanzmäuerchen - mache ich mir allerdings Sorgen...
Den wollte ich eigentlich schon lange versteifen und damit stabilisieren... aber irgendwie bin ich letztes Jahr leider nicht dazu gekommen...
Ich war 2006 schließlich ständig körperlich auf die eine oder andere Weise gehandicapt...

Also hoffe ich mal, daß der Zaun auch diesen Sturm übersteht... und danach muss ich mir endlich mal ein paar lange Balken besorgen... denn die brauche ich um den Zaun zu verstärken...
Ohne geht es leider nicht... Aber die muss ich erstmal aus dem nächsten Baumarkt anschleppen...
Also drückt mir die Daumen, daß der Orkan nicht so schlimm wird, daß mir der Zaun wegfliegt...

Ja und ansonsten habe ich heute dann noch eine ganze Weile lang im Garten Blätter aufgelesen... Die hatte ich diesen Winter mal probehalber als Kälteschutz auf den Beeten liegen lassen, aber es nervt, wenn es die dann in den Hof weht und ich sie da dauernd auffegen muss...
Und das Gröbste an Unkraut habe ich auch noch gerupft... Im letzten Herbst habe ich da ja nur das Allernötigste geschafft, da es mir nach der OP ja bekanntlich körperlich alles andere als gut ging...

Tja... dann seit morgen und übermorgen vorsichtig, wenn ihr aus dem Haus geht...
Fahrt vorsichtig, falls ihr mit dem Auto unterwegs seit...
Meidet Bäume, wo euch Äste... oder gleich der ganze Baum auf den Kopf fallen könnte...
Und nehmt euch auch sonst vor herum-/herunterfliegenden Dachziegeln und anderem in acht...

Schade, daß ich keinen Schutzhelm habe...
Ich glaube, das wäre morgen und übermorgen die angemessenste Kopfbedeckung...

Viele Grüße

Aurisa
764 mal gelesen

Samstag, 20. Januar 2007

Schlusstrich!

Zusammenfassung:
Bis zu meinem runden Geburtstag im April 2008 will ich das Thema Geschlechtsangleichung weitgehend erledigt haben um einen Schlusstrich darunter ziehen zu können.


Hallo zusammen,
hm schreibt man Schlusstrich nach der Schlechtschreibreform eigentlich mit drei S... oder doch mit vier - einem vor und drei nach dem chlu ;)...?
Keine Ahnung... aber ich finde sss sieht bescheuert aus... das boykottiere ich ;)...
Egal...

Was ich eigentlich sagen wollte:

Ich habe beschlossen, einen Schlusstrich zu ziehen - in Sachen Transsexualität...

Nein nicht jetzt... aber zu meinem runden Geburtstag in etwa einem Jahr und drei Monaten...
Das ist ein guter Zeitpunkt dafür finde ich...

Und NEIN, das heisst NICHT, daß ich danach dann unter Gedächtnisschwund leiden werde ;) - wie so viele TS nach der Geschlechtsangleichung - und mich dann nicht mehr daran erinnern kann, daß ich TS bin und irgendwann mal nicht als Frau gelebt habe... vom männlichen Vorleben ganz zu schweigen...
Auch danach will ich meine Vergangenheit nicht verleugnen... (was nicht heissen soll, daß ich sie jedem auf die Nase binden will...).

Und NEIN, das heisst auch NICHT, daß ich dann meinen Blog hier beenden werde...
Auch danach werde ich hier sicher noch hin und wieder mal was zum Thema schreiben... sei es, daß sich in meinem Leben etwas dazu tut, sei es, daß ich mir Gedanken dazu mache oder sei es, daß ich aus den Medien oder von anderen TS etwas interessantes zu dem Thema erfahre...
Zu schreiben geben wird es also auch dann noch immer mal wieder was dazu... aber eben nicht mehr dauernd...
Irgendwann ist einfach das meisste gesagt zu dem Thema...

Aber ich habe einfach das Bedürfnis, dieses Thema in absehbarer Zukunft abzuschliessen... im wesentlichen... vollständig abschliessen können werde ich damit nie, denn die TS bleibt mir ja ebenso erhalten wie meine männliche Vergangenheit...

Ob ich will oder nicht... ich werde immer mal wieder daran erinnert werden, daß ich eben keine ganz normale Frau bin... selbst dann, wenn die Reintegration als Frau in die Gesellschaft gelingt... selbst dann wenn es niemand wüsste und nie jemand erfahren würde in meinem realen Leben...
Aber mein Gedächtnis und damit meine Vergangeheit, das nehme ich überallhin mit...

Wie jemand mal schrieb wird man als Transsexuelle "... immer ein Kompromiss bleiben...".
Und darum hat auch der Prozess der Geschlechtsangleichung ja kein klares Ende... weil man eben NIE ganz fertig, nie perfekt, nie ganz Frau ist...

Es gibt darum eine Menge Transsexuelle, die sich in einen regelrechten OP-Wahn hineinsteigern... weil sie ewig unzufrieden mit ihrer nicht perfekten Weiblichkeit sind und darum noch ein OP machen lassen und noch eine und noch eine... um dieses angestrebte Ideal zu erreichen, das für uns TS doch immer unerreichbar bleiben wird...

Das halte ich für falsch und sinnlos...
Das ist nicht mein Weg...

Nein ich möchte die Sache zu einem Ende bringen...

Auch wenn es kein klares Ende für die Geschlechtsangleichung gibt... oder gerade darum will ich mir eine 'deadline' setzen, einen klaren Schlusspunkt, bis zu dem ich das Thema erledigt haben will... um dann endlich einen Schlusstrich darunter ziehen zu können...
Außerdem mag ich es einfach ein klare Ziel mit einem konkreten Datum zu haben, auf das ich hinarbeiten kann...

Und ich habe mich entschlossen als Datum für diesen Schlusspunkt meinen runden Geburtstag im April 2008 zu wählen...
Das ist weit genug weg um bis dahin noch so einiges erledigen zu können... aber nah genug, damit ein Ende absehbar ist... und das ist mir ganz wichtig...

Seit 4 Jahren beschäftigt mich jetzt schon diese geschlechtsangleichungs-Sache... und das nicht zu knapp...
Und irgendwann muss auch mal schluss sein... muss und will ich mich auch wieder intensiv(er) anderen Dingen widmen...

Dieser Schlusstrich ist natürlich ein eher symbolischer Akt...
Ich schließe nicht aus, daß ich auch danach noch das eine oder andere mache bzw. machen lasse, falls nötig... oder falls mir danach ist...
Aber bis zu diesem Schlusspunkt will ich alles Wesentliche erledigt haben... damit ich das Thema Geschlechtsangleichung symbolisch für mich abschliessen kann...

Also... bis dahin stehen noch an:
*die Nach-Operation in wenigen Monaten
*die Haarentfernung
und eventuell auch noch:
*die Stimmband-OP
In dieser Reihenfolge.

Ob ich letztere wirklich machen lassen werde... das weiss ich noch nicht...
Aber bis April 2008 will ich sie entweder gemacht haben... oder mich dazu entschlossen haben sie - jedenfalls auf absehbare Zeit - NICHT machen zu lassen...

Also dann... noch 1 Jahr und 3 Monate... dann will ich sagen können:

Ich habe fertig!

Viele Grüße

Aurisa

NACHTRAG:
Ich habe jetzt auch mal den Titel des Blogs geändert, von: "Aurisa - Transidentitätsblog" in: "Aurisa - (B)logbuch einer Geschlechtsangleichung".
Denn vor allem darum sollte es ja gehen... um die Geschlechtsangleichung per Blog zu schildern... vom Beginn vor knapp 4 Jahren... bis zum Schlusspunkt in etwas mehr als einem Jahr...
Fast exakt 5 Jahre werden es dann sein, die ich darüber gebloggt habe...
967 mal gelesen

Sonntag, 21. Januar 2007

Zusammenfassung(en) für den eiligen Leser ;)...

Zusammenfassung:
Ab sofort steht hier vor jedem Eintrag eine Kurzzusammenfassung des Eintrags.


Hallo alle zusammen,
bekanntlich hat die alte Blogtante Aurisa ja eine kleine Schwäche für... äh 'kurze' Einträge ;)...

Um hier mal die 'Anregung' eines Bloggers mit drei Buchstaben, dessen Namen auszuspreche ich mir hier ersparen will ;), aufzugreifen will ich darum ab sofort meinen Einträgen hier eine kurze Zusammenfassung für den eiligen Leser voranstellen...

Wer keine Lust den ganzen Eintrag zu lesen kann so zumindest das Wichtigste mitbekommen...

Wie ich mir das ungefähr vorstelle seht ihr ja schon an diesem Eintrag hier...

Das ist jetzt erstmal ein Versuch auf Probe...
Ob ich dabei bleibe oder ob ich das bald wieder lasse... das wird man sehen...

Und natürlich nehme ich mir auch die Freiheit in dieser Zusammenfassung auch nicht alles zu verraten... Besonders wenn ein Eintrag bewusst auf Spannungaufbau mit Auflösung am Ende angelegt ist werde ich die Auflösung natürlich nicht schon in der Zusammenfassung am Anfang verraten...

Also einfach mal sehen ob das Sinn macht oder nicht... eure Meinung dazu ist natürlich wie immer auch erwünscht...

Viele Grüße

Aurisa
1114 mal gelesen

Sonntag, 28. Januar 2007

Schduargarder Stäffeleshupferin ;)...

Zusammenfassung:
Ein bebilderter Bericht über mein 'Hobby', das Treppenspringen.


Hallo zusammen,
ja Aurisa und die Treppen... eine Liebesgeschichte auf den zweiten Blick ;)...

Früher, vor langer Zeit, in (m)einem anderen Leben als Klaus, da mochte ich Treppen ja gar nicht... weil ich immer zu dick gewesen war und damals sogar 100 Kilo gewogen habe...

Aber dann mit dem Entschluss, als Frau leben zu wollen habe ich es auch geschafft 30 Kilo abzuspecken innerhalb weniger Monate...
Das war wohl Ende 1994 wenn ich mich richtig erinnere...
Und während früher Treppen immer lästige Hindernisse für mich waren, die mich manchmal schon nach wenigen Stufen aus der Puste brachten, wurden sie im laufe der Zeit für mich zu willkommenen Trainingsgeräten...

Es fing - schon lange vor 1994 - damit an, daß ich irgendwann damit begann zwei Stufen auf einmal zu nehmen...
Und nachdem ich dan Normalgewicht habe machte ich das immer öfter im Laufschritt...
Und das steigerte sich dann immer mehr...
Wenn möglich nehme ich gerne auch mal drei oder noch mehr Stufen auf einmal... soweit es meine körperliche Verfassung und die Umstände (Sicherheit!) es eben zulassen...

Darum rede ich bei mir inzwischen auch nicht mehr von Treppensteigen... sondern von Treppenspringen ;)...

Da ich das hier im Blog aber ja nicht vormachen kann ;)... hier mal ein paar meiner Lieblings- bzw. Standarttreppen zur Veranschaulichung:

Das hier ist eine Treppe zum Bahnhof in D:
img_4835
Da ich dort hundert(e) mal(e) im Jahr hin muss kenne ich die Treppe natürlich im Schlaf ;) und sie lässt sich auch sehr gut bespringen *g*, d.h. sie hat normal breite und hohe Stufen ohne gefährliche Besonderheiten.

12 Stufen (der untere Treppenteil) die ich, wenn es keine Einschränkungen gibt so nehme:

Abwärts: 4 x je 2 Stufen und zum Schluss 4 Stufen auf einmal ;)...

Aufwärts: 3 x je 3 Stufen.

Den oberen Treppenteil (nochmal 12 Stufen) lasse ich dann meisst langsamer angehen... was nicht heisst, daß ich den nicht genauso schnell nehmen könnte...

Das einzige Problem bei der Treppe ist, daß es bei ihr als Bahnhofstreppe natürlich meisst viel 'Gegenverkehr' hat... und darum kann ich da auch nicht immer so Treppenspringen wie ich es gerne möchte... zu meiner und der Sicherheit der anderen Leute...

Bei dieser Treppe wird dann auch sehr schön deutlich wie groß der Geschwindigkeitsunterschied in Sachen gehen und Treppensteigen zwischen mir und den anderen ist...
Wenn ich dort von der S-Bahn komme, dann bin ich oft schon oben an der Treppe (also der ganzen Treppe = 24 Stufen!), während die zweitschnellsten S-Bahnaussteiger oft noch nicht mal die Treppe erreicht haben...

Die Treppe hier liegt auf meinem Weg zur Bibliothek:
img_4787
Auch eine sehr angenehme Treppe...
Zwar sind die Stufen recht flach, was ich eigentlich nicht so mag... logisch, wenn man wie ich im normalfall sowieso schon zwei auf einmal nimmmt, weil einem nur eine Stufe zuwenig ist ;)... aber zum Glück sind die Stufen gleichzeitig auch recht breit, d.h. man kann da gut springen.
Was ich dagegen hasse wie die Pest sind Treppen mit niedrigen aber schmalen Stufen... wo ich wegen der schmalen Stufen nur zwei-Stufen-Trippelschrittchen machen kann *hmpf*...

Die Treppe (der untere Teil) hat 11 Stufen... und die nehme ich im Optimalfall so:

Abwärts: 3 x 2 Stufen + 1 x 5 Stufen am Ende.

Richtig lustig wird es aber:

Aufwärts: 4 Stufen + 4 Stufen + 3 Stufen

Die ganze Treppe bis zum Absatz also mit gerade mal drei Sprüngen!
Mehr geht definitiv nicht... Das ist wirklich das Optimum... Und dafür muss ich wirklich richtig fit sein sonst schaffe ich das nicht...

Ebenfalls sehr schön ist die Treppe am anderen Ende dieser Unterführung:
img_4788
Auch da sind die Stufen zwar niedrig, aber breit und damit optimal zum springen.
Diese Treppe hat außerdem noch den Vorteil, daß sie recht lang ohne Absatz auskommt, d.h. ich kann mich da so richtig 'ausspringen' ;)...
Das sind 19 Stufen die ich wie folgt nehme:

Abwärts: 7 x 2 Stufen + 5 Stufen am Ende

Aufwärts: erst 4 Stufen und dann 4 x je 3 Stufen.

Auch das muss man erstmal schaffen...
Es ist kein Kunststück am Anfang der Treppe mehrere Stufen aufwärts auf einmal zu nehmen... das aber auch auf einer längeren Treppe, wenn der erste Schwung verpufft ist durchzuhalten... das ist nochmal was ganz anderes...

Ebenfalls sehr gut zum springen geeignet ist diese Treppe in Schduagard am Anfang der Königsstraße:
img_4786
Das sind jeweils 6 Stufen pro Treppe mit breiten Absätzen dazwischen.
Da ist mein Sprungmuster ganz einfach nämlich jeweils für jede Treppe:
2 x 3 Stufen auf einmal, sowohl aufwärts als auch abwärts.

Und noch eine schicke 'Springtreppe' am Schduargarder Hauptbahnhof an der ich aber leider nur selten vorbeikomme:
img_4784
Die Treppe ist echt cool zum springen :).
Die Stufen sind zwar flach, aber dafür sehr breit, hervorragend zum Springen weil man eine sichere Landefläche hat.
Das sind dreimal je 9 Stufen mit einem breiten Absatz dazwischen. Und weil die Treppe so breite Stufen hat kann ich sowohl aufwärts als auch abwärts so springen:

3 x je 3 Stufen - Treppenabsatz -
3 x je 3 Stufen - Treppenabsatz -
und noch mal 3 x je 3 Stufen.

Nur fliegen ist schöner :).

Ja und dann wäre da noch meine 'Spezialtreppe':
img_4789

Die hat, wie man sehen kann ein Geländer rechts und links und ist sehr schmal, so daß man sich auf beiden Seiten am Geländer festhalten kann...
Und das mache ich abwärts dann auch immer wieder gerne... stütze mich da ab... und nehme die letzten 6 Stufen auf einmal :).

Und zu guter letzt noch meine 'Haustreppe' in D die ich auch schon 1000 mal angesprungen ;) habe:
img_4833
Auch nicht schlecht... mit normal breiten und hohen Stufen... erst 5 Stufen, dann ein Absatz, dann 4 Stufen, dann ein Absatz und dann nochmal 5 Stufen...

Mein Optimum bei der ist derzeit:

Aufwärts:
3 Stufen + 2 Stufen - Treppenabsatz -
2 Stufen + 2 Stufen - Treppenabsatz -
3 Stufen + 2 Stufen

Soweit nichts besonderes, aber abwärts sieht es da schon spektakulärer aus, nämlich:

2 Stufen + 3 Stufen - Treppenabsatz -
4 Stufen auf einmal - Treppenabsatz -
5 Stufen auf einmal.

14 Stufen und 2 Treppenabsätze mit nur 4 Sprüngen... das ist nicht ohne...

Aber... auch das ist noch steigerbar denke ich... und aus genau dem Grund habe ich diese Treppe am Ende dieser kleinen Auswahl meiner Lieblingstreppen platziert...
Bei vielen Treppen habe ich bereits das Optimum erreicht, was - ohne Anlauf und ohne das sozusagen als Leistungssport auszuüben - machbar ist...

Ich habe im laufe der Zeit durch das viele und schnelle zu Fuß gehen und eben auch durch das Treppenspringen nun wirklich ordentlich Kraft in den Beinen bekommen... aber alles hat seine Grenzen...

4 Stufen aufwärts und 5 bis maximal 6 abwärts... mehr geht kaum...

5 Stufen aufwärts auf einmal zu springen das ist kaum zu schaffen...
Und vor allem will ich es auch nicht riskieren beim Treppenspringen auf die Nase zu fallen und mir was zu brechen... und darum gibt es da einfach eine gewisse Grenze was ich nicht nur schaffen kann sondern auch noch riskieren kann... und was eben nicht mehr...

Auch wenn das nach den vorhergegangenen Treppensprung-Schilderungen vielleicht seltsam klingt, aber:
Sicherheit ist mir wichtig!

Meine Gesundheit ist mir wichtig und ich will nicht riskieren, daß mir dabei was passiert...

Und... ich weiss sehr gut, was ich da tue...

Ob ihr es glaubt oder nicht... aber ich bin beim Treppenspringen noch nie auf die Nase gefallen...

Und das hat verschiedene Gründe...

Das einzige mal, daß ich dabei hingefallen bin, das war als ich auf einem Plastikboden aufkam... der sich erstaunlicherweise als sehr rutschig herausstellte... trotz Noppenbelag der ja eigentlich gerade das verhindert sollte... Da bin ich zwar sicher gelandet... dann aber auf dem Belag ausgerutsch... und darum hingefallen...
Passiert ist mir nichts... aber seither nehme ich mich doppelt in acht... und schau immer genau, wie die Bodenbeschaffenheit ist...

Kurz gesagt, ich bin vorsichtig:
*wenn der Boden feucht ist...
Dann mache ich keine großen Sprünge, wegen der Rutschgefahr.
*wenn ich Schuhe anhabe mit denen man leicht in's rutschen kommt (wegen Absätzen, geringem Profil, etc...) dasselbe...
*und auch wenn 'Gegenverkehr' herrscht verzichte ich auf größere Sprünge um mit niemand zusammenzustoßen.
*auch bei unbekannten oder gefährlichen (weil beispielsweise ungleichmäßigen oder baufälligen) Treppen bin ich sehr vorsichtig.

Außerdem ist das Treppenspringen auch eine gute Übung in Sachen Achtsamkeit...
Denn nur wenn man sich ganz auf die Sache Konzentriert läuft alles glatt...
Wehe man lässt sich ablenken... dann komme ich sofort in's stolpern...

Ja und für alle Fälle halte ich mich bei größeren Sprüngen in der Nähe des Treppengeländers auf... damit ich mich im Notfall festhalten kann...
Glücklicherweise bin ich mit einer guten Reaktion gesegnet... so, daß ich in den ganz seltenen Fällen wo ich in den vielen Jahren meines Treppenspringens mal ernsthat in's Stolpern kam die Hand immer ganz schnell am Geländer hatte bevor irgendwas passieren konnte...

Sprich, mir ist bis jetzt nie etwas passiert dabei und solange ich dabei vorsichtig und aufmerksam bleibe wird mir wohl auch in Zukunft nichts passieren...

Vielleicht ist für mich die Gefahr, mir beim Treppensteigen den Hals zu brechen sogar geringer als für andere Leute... denn im Gegensatz zu anderen bin ich es gewohnt beim Treppenspringen immer aufmerksam zu sein...

Und... es macht einfach Spaß :)... und deswegen möchte ich nicht mehr darauf verzichten...

Es hat schon fast ein wenig etwas von fliegen... so die Treppen hoch- und runterzuspringen und sekundenlang losgelöst von Mutter Erde in der Luft zu sein...

Ja und wie wichtig mir das ist... das zeigt sich auch daran, daß ich damals in Essen, als ich dort in der Klinik war und dort treppauf und treppab gesprungen bin, ziemlich traurig darüber war, daß ich nach der Operation für lange Zeit nicht mehr Treppenspringen können würde...
Auch das hat mich damals zum Grübeln gebracht... ob ich mir diese OP wirklich antun will... und letztlich mit dazu beigetragen, daß ich sie dann abgesagt habe...

Die Operation habe ich schließlich ein 3/4 Jahr später dann ja doch noch machen lassen...

Und mit dem Treppenspringen war es wie erwartet danach dann ja tatsächlich erstmal vorbei :(...
Da konnte ich anfangs schon froh sein, überhaupt Treppen steigen zu können... schön eine Stufe nach der anderen und ganz langsam in der Klinik...

Und wieder zuhause habe ich mich dann bemüht das allmählich wieder zu steigern... natürlich vorsichtig um nichts kaputt zu machen... habe sehnsüchtig die Treppen hoch und runter geschaut und mir gewünscht sie wieder so springen zu können wie früher...

Ja und sogar überholen lassen musste ich mich dabei anfangs in den Wochen und Monaten nach der OP, von anderen Leuten...

Aber jetzt endlich kann ich wieder so, wie ich will...
Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit endlich wieder all meine Standarttreppen - eben die obigen - so springen zu können wie vor der Operation...
Zumindest in der Beziehung bin ich also wieder so fit wie früher...

Und nicht nur das... nein ich denke momentan sogar darüber nach ob ich nicht noch ein wenig mehr schaffen kann ;)...
Die letzte Treppe beispielsweise... da müsste es möglich sein beim mittleren Treppenteil alle vier Stufen aufwärts mit einem Sprung zu nehmen...
Und abwärts... nun ja... da wollte ich schon lange mal versuchen die Treppe mit nur drei Sprüngen zu nehmen ;)... 5 + 4 + 5 Stufen...
Wär doch gelacht, wenn ich das nicht schaffen würde ;)...

Ja Aurisa und das Treppenspringen...
Ich liebe es... weil ich genau weiss wie mühsam Treppensteigen früher war, als ich noch dick war... und wie leicht es heute für mich ist... Das gibt einem ein gewisses Gefühl von Freiheit...
Und es ist ein gutes Fitnesstraining...
Und außerdem ist das ein guter Indikator dafür wie fit man ist...
Wenn ich müde bin oder krank oder nicht in Form... an den Treppen merke ich es sofort, das etwas nicht stimmt, weil ich da dann mein Optimum an Stufen auf einmal nicht schaffe...
Kurz gesagt: es macht einfach Spaß... vor allem auch weil ich auf dem Wege auch spüre, daß ich fit bin.

Viele Grüße

Aurisa
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