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Donnerstag, 2. März 2006

Ein Tief namens Aurisa

Hallo zusammen,
Aurisa so heisst das Tiefdruckgebiet, das demnächst Deutschland heimsuchen überqueren wird...
Und Aurisa heisse auch ich, ganz offiziell, wenn auch erst seit Juli 2004.
Bis dahin war mein Name noch Klaus, das heisst ich bin das, was man eine Transsexuelle nennt.
Seither bin ich die erste und einzige Aurisa auf dieser Welt ;) und Deutschland ist um einen weiblichen Vornamen reicher...

Dieser Blog handelt von mir, von meiner Transsexualität, davon wie aus Klaus Aurisa wurde, von der fiktiven Person Auris (OHNE -a am Ende), einer buchstäblichen 'Traumfrau' im doppelten Sinne erfunden ursprünglich für ein Fantasy-Rollenspiel, die zu meinem Vorbild wurde und mir half, daß der Traum als Frau zu leben für mich real wurde und zu deren Ehren ich heute Aurisa (MIT -a am Ende) heisse, er handelt außerdem von meinem Leben als transsexuelle Frau von meiner Geschlechtsangleichung und anderem mehr...
Weiterführende Links dazu folgen am Ende dieses Eintrags.

(Meine Stammleser mögen mir verzeihen, wenn ich hier uralte Kamellen wiederhole, aber dieser Eintrag ist eben für diejenigen bestimmt, die hierhergekommen sind, weil sie erfahren wollten, was hinter dem Tief Aurisa steckt).

Ich habe mir den Spaß gemacht eine Wetterpatenschaft für dieses Tiefdruckgebiet zu übernehmen.
Kostet zwar ein paar Euros, aber wenn man bedenkt, was andere Leute tun müssen um in den Nachrichten namentlich erwähnt zu werden ;) - bei Olympia gewinnen beispielsweise - ist das geradezu ein Schnäppchenangebot ;).
Ja und da dieses Jahr die Tiefs weiblich und die Hochs männlich sind - das wechselt jedes Jahr - ist es eben ein Tiefdruckgebiet geworden.
Die stürmische Aurisa sozusagen ;)... passt auch irgendwie zu mir *g*.
Und wenn ich Pech habe und Aurisa ein Sturmtief a la Lothar wird, dann kann ich mich demnächst nicht mehr auf die Straße trauen, weil ich ja an den ganzen Verwüstungen 'schuld' bin ;)...

Noch zwei Hinweise zum Schluss:
Da mein alter Blog, in dem ich über 2 1/2 Jahre geschrieben habe von 20six 'zerschossen' wurde steht hier bei twoday leider bisher nur ein Bruchteil dessen, was ich mal bei 20six geschrieben hatte und es wird auch noch länger dauern, bis ich hier alles zur Transsexualität rüberkopiert habe, was mir wichtig ist.
Außerdem bin ich momentan leider online nicht erreichbar, weil ich derzeit keinen Internetzugang mehr / noch nicht wieder habe...
Ich blogge das hier heute nur ausnahmsweise bei einer Freundin...

Darum muss ich mich jetzt schon wieder und für längere Zeit von euch verabschieden...

Viele Grüßle

Aurisa

P.S: Für alle, die das eventuell noch nicht wissen:
Ich bin jetzt wieder online.
Und jetzt hoffe ich mal ganz stark, daß der Anbieterwechsel reibungslos klappt, sonst kann es mir schlimmstenfalls passieren, daß ich bald wieder zwangsoffline bin...

LINKS:

*Eine Kurzfassung meiner Lebensgeschichte findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1538234/

*Was ein Fantasy-Rollenspiel ist, wird hier erklärt:
http://aurisa.twoday.net/stories/1521104/

*Wer Auris ist und wie aus Auris Aurisa wurde steht hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1538226/#comments

*Ein aktuelles Bild von mir findet sich hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1526666/#comments

*Ein kleines FAQ zur Transidentität findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1538214/

*Alllgemeine Informationen zur Transidentität/-sexualtität findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1568863/

*Zum Starteintrag des Blogs geht es hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/
365 mal gelesen

Donnerstag, 9. März 2006

Operieren auf Probe geht nicht... aber sowas ähnliches ;)...

Hallo zusammen,
erstmal für die, die es noch nicht mitbekommen haben:
Ja mein PC geht wieder. Ich kann also momentan wieder online kommen.
Ich hoffe das bleibt auch so, wenn der Wechsel zum neuen DSL-/Flatanbieter dann vollzogen ist...
Mal ne Weile nicht online kommen zu können mag ja sogar ganz nützlich und erholsam sein, aber es muss ja nicht gleich zum Dauerzustand werden ;)...

Aber eigentlich wollte ich hier ja über etwas ganz anderes schreiben...

Seit ich aus Essen unverrichteter Dinge wieder zurück gekommen bin, beschäftigt mich ja bekanntlich die Frage, ob ich mich doch noch operieren lassen will, oder ob ich lieber so bleiben soll, wie ich jetzt bin, also irgendwo im Niemandsland zwischen den Geschlechtern.

Falls ich die Operation machen lassen will, muss ich wirklich von ganzem Herzen JA dazu sagen können.
Und das konnte ich in Essen nicht, weil in den Wochen davor und besonders in der Klinik in Essen doch starke Zweifel bei mir aufkamen, ob das wirklich das Richtige für mich ist...

Nur, wie findet man heraus, was man wirklich will, wenn das Herz kein klares Ja oder Nein dazu sagt...?

Im Grunde kann man erst NACH der Operation wissen, ob es die richtige Entscheidung war oder nicht...
(und umgekehrt wird man, wenn man sich nicht operieren lässt, nie wissen, ob es nicht doch besser gewesen wäre es doch machen zu lassen).

Nur operieren auf Probe, das geht nunmal leider nicht...

Ein eigentlich unlösbares Dilemma...
Erst NACH der Operation, weiss man, ob es die richtige oder doch die falsche Entscheidung war...
Vorher kann man es nur vermuten, aber eben nicht wissen...

Und ich denke mal, es gibt eine ganze Menge Transidente, die dann hinterher diesen Schritt bereuen... Ich habe das schon von vielen gehört...

Und DAS will ich mir nicht antun...
Aber die Operation nicht machen zu lassen kann nunmal genauso falsch sein...

An diesem Dilemma knabbere ich jetzt schon seit meiner Rückkehr aus Essen...

Wie kann ich VOR der Operation wissen, ob ich NACH der Operation damit glücklich sein werde...?

Wirklich wissen kann ich es gar nicht... denn dazu müsste ich mich schon auf Probe operieren lassen können... und das geht nunmal nicht...

ABER... Tante Aurisa hat da einen Plan ;)...

Operieren auf Probe, DAS geht nicht... aber sowas ähnliches... etwas ziemlich ähnliches...

So kurz vor Weihnachten kamen mir da so ein paar Ideen, wie ich doch noch zu einem klaren JA oder NEIN zur Operation kommen könnte...

*Der erste Schritt war erstmal herauszufinden, ob die Transidentität für mich überhaupt noch wichtig ist...
Rein theoretisch hätte es ja sein können, daß das nur eine Phase in meinem Leben war, daß die TI nur dazu da war mich weiterzubringen, zu helfen meine Ängste und Depressionen zu überwinden und vieles andere mehr und daß sie jetzt, wo ich sie dafür nicht mehr brauche, keine Rolle mehr in meinem Leben spielt...
Darum ging es mir zuerst darum, in mich hineinzuhorchen ob ich weiter als Frau leben will, oder ob ein Leben als Mann eine Alternative für mich wäre.
Dazu habe ich unter anderem die Hormone bis Ende 2005 abgesetzt gelasse und ich war mehrfach bei einer Kosmetikerin um mir Fingernägel, Augenbrauen und Wimpern richten zu lassen...
Ja und das Ergebnis war eindeutig: An meiner Transidentiät hat sich nichts geändert und ich verspüre keinerlei Bedürfnis wieder als 'Mann' zu leben...
Alles was mich ein bisschen fraulicher macht fühlt sich für mich ganz eindeutig gut und richtig an...

*Der zweite Schritt meines Plans war dann mir das permanent Make-Up machen zu lassen... um zu sehen ob ich überhaupt bereit bin, einen körperlichen Eingriff an mir machen zu lassen, der nicht unbedingt notwendig ist.
Klar ist das nur ein kleiner Eingriff mit geringen Risiken vergleichsweise wenigen Schmerzen und auch nicht für immer sondern nur für ein paar Jahre... aber immerhin trägt man das Ergebnis mitten im Gesicht, wo es jeder sieht und man es nicht verstecken kann.
Bin ich zu so einem öffentlichen Bekenntnis zu meinem Frausein bereit, oder habe ich Angst davor?
Und wie fühlt es sich für mich an?
Die Antwort ist, wie ich inzwischen weiss:
JA, ich bin bereit sowas machen zu lassen, JA ich bin bereit mich dermaßen öffentlich zu 'outen' und JA es fühlt sich gut und richtig für mich an!
Das war ganz eindeutig...
Ich war zwar zuerst ein wenig erschreckt, wie bunt die Lippen beim ersten mal waren... aber das war nur am Anfang so...
Dann war ich vor allem enttäuscht weil so viel der Farbe wieder abblätterte...
Ja es gefällt mir gut, ich habe kein Problem damit und ich würde es jederzeit wieder machen lassen...

Soweit bin ich momentan.

Und nachdem die beiden ersten Teile meines Plans für die Operation sprechen... weil alles was ich da in Richtung Frausein unternommen habe sich gut und richtig für mich angefühlt hat, habe ich jetzt den dritten, letzten und entscheidenden Teil meines Plans in Angriff genommen...

*Operieren auf Probe geht nicht... aber so etwas ähnliches...
Diese Woche habe ich die Internetlose Zeit unter anderem dazu genützt um einige Telefonate zu führen, wegen einer Sache über die ich schon vor drei Jahren nachgedacht habe...
Und heute lag dann in meinem Briefkasten ein DIN A4-Umschlag...
Darin waren so allerhand Unterlagen... zum lesen und ausfüllen, der jetzt hier auf dem Tisch neben mir liegt...
Ich muss nur noch ein beiliegendes Kärtchen ausfüllen und zurückschicken um meinen Termin zu bestätigen... den ich für den 9.Mai vereinbart habe...
DANN kann ich mich zwar nicht auf Probe operieren lassen... aber so etwas ähnliches, etwas ganz ähnliches ;)...

Ja und ich glaube DANACH werde ich dann wissen ob ich die große, die geschlechtsangleichende Operation machen lassen will, ob das für mich gut und richtig ist...

So und jetzt ratet mal schön, was für einen Termin ich am 9.Mai habe ;)....

(Ja ich weiss ich bin gemein euch so auf die Folter zu spannen ;)...)

Geheimniskrämerische Grüßle ;)

Aurisa
262 mal gelesen

Freitag, 10. März 2006

Der Mai ist gekommen ;)...

Hallo zusammen,
ok ok noch ist er nicht gekommen der Mai ;), aber das geht schneller als man denkt und dann ist es soweit, dann gibt es unser erstes BLOGGERTREFFEN in diesem Jahr :).

Alle die davon bisher noch nichts mitbekommen hatten, können die Details hier nachlesen:

http://bloggertreffen.twoday.net/

Zahlreiches erscheinen ist erwünscht... und wer nicht kommt wird es hinterher bereuen ;)...

Bisher war es noch jedes mal sehr chaotisch schön und danach hiess es dann immer einhellig:
Und wann machen wir das nächste? ;)...

Also dann: Ihr Bloggerlein kommte, oh kommet doch all *falschsing* ;)...

Viele Grüßle

Aurisa
169 mal gelesen

Sonntag, 12. März 2006

Die Spiegelprobe

Hallo zusammen,
ich weiss ja nicht welche Gefühle euer Spiegelbild bei euch auslöst, aber für mich als Transidente hat es wohl eine besonders große Bedeutung.

Ich kann mich immer noch an meine erste Begegnung mit meinem Spiegelbild erinnern.
Vor langer langer Zeit, als ich noch ein ganz kleines Kind war. Damals hatten wir keinen großen Spiegel im Haus sondern nur so einen kleinen Badezimmerspiegel über dem Waschbecken. Und weil ich damals noch viel zu klein war konnte ich dort nicht reinsehen.
Eines Tages bin ich dann darum auf einen Stuhl oder irgendetwas anderes gestiegen um mich auch mal selber im Spiegel sehen zu können.

Ich weiss nicht, was ich zu sehen erwartet habe, daran kann ich mich leider nur noch ganz vage erinnern.
Aber ich weiss noch genau, daß ich mir mich ganz anders vorgestellt habe, als so wie ich mich damals dann im Spiegel gesehen habe.
Der Schreck oder die Enttäuschung (?) darüber war so groß, daß ich danach nie mehr in einen Spiegel geschaut habe und das etwa ein Dutzend Jahre lang!
Ich habe den Blick in den Spiegel in dieser ganzen Zeit immer vermieden... weil ich mich gar nicht sehen wollte...
Und aus demselben Grund gibt es auch fast gar keine Bilder von mir von früher...

Damals wusste ich noch nicht, warum ich mir selber im Spiegel so fremd war, warum ich mein eigenes Spiegelbild, mich selber nicht leiden konnte...

Diese Zeit endete erst, als bei mir die Bartstoppeln sprossen und ich von einem Mitschüler darauf aufmerksam gemacht wurde, daß das nicht schön aussieht. Ich selber hatte natürlich die ersten Barthaare wachsen gespürt, aber ich wusste nicht wie bescheiden das aussah, denn ich hatte ja nie in den Spiegel gesehen...
Aber ab dann musste ich es, ob ich wollte oder nicht, denn jetzt musste ich mich rasieren...

Ja und fast gleichzeitig erfuhr ich dann zum ersten mal davon, daß es so etwas wie Transsexualtität gibt.
Und damit erklärte es sich dann auch WARUM ich mich nie mit meinem Spiegelbild anfreunden konnte und es darum am liebsten gar nicht sehen wollte... weil ich im Spiegel immer den Mann bzw. Jungen sah, der ich nie sein wollte, nie sein konnte, der ich nie war...

Und auch heute ist diese Spiegelprobe für mich immer noch die einfachste, beste und wichtigste Möglichkeit mir über meine Gefühle klar zu werden, und mir die Fragen zu beantworten:
*Bin ich wirklich Transident?
*Fühle ich mich wirklich als Frau?
*Will ich wirklich diesen Weg gehen und als transidente Frau leben?

Ich muss mir ja nur die alten 'männlichen' Bilder von mir ansehen um zu wissen, daß ich so nicht leben will.
Und man kann es auf diesen Bilder ja auch ganz deutlich sehen, daß ich mich nicht wohl gefühlt habe damals.
Lächeln? Damals Fehlanzeige!
Und auch heute mag ich mich nicht auf diesen alten Bildern...

Und heute... wenn ich heute in den Spiegel sehe, dann hängt es davon ab wie viel oder wie wenig frauliches ich darin sehen kann, ob ich mich leiden kann oder nicht...

Allein schon die Kleidung macht viel aus.
Zwar habe ich meine alten männlichen Sachen inzwischen längst entsorgt und nur noch Frauensachen im Kleiderschrank, aber auch da sind Sachen dabei, die weiblicher und andere die weniger weiblich sind...

Gerade im Winter, wenn man dicke Pullis trägt unter denen von meinen kleinen Brüsten wenig zu erkennen ist... und Hosen, weil es für Röcke zu kalt ist...
Und wenn ich dann noch einen Geschlechtsneutralen Pullover trage, dem man nicht ansieht, daß es ein Frauenpulli ist, den auch ein Mann tragen könnte...
dann spüre ich es wieder stärker, das altvertraute Gefühl der Fremdheit, das Gefühl mein eigenes Spiegelbild nicht leiden zu können...

Trotzdem trage ich derzeit auch immer mal wieder solche Pullover... noch...
Also ich sie damals, vor einigen Jahren gekauft habe, da hatten sie ihren Sinn, waren sie wichtig und richtig für mich, weil sie es mir ermöglichten zu einer Zeit, als ich mich noch nicht geoutet hatte, trotzdem schon jeden Tag Frauensachen tragen und meine alten Männersachen in die Altkleidersammlung geben zu können... Auch wenn man es den Sachen kaum ansieht, daß es Frauensachen sind, aber ich wusste es und das war schon viel wert für mich damals...

Danach kam dann die Phase, wo ich mich zwar schon geoutet hatte und offiziell als Frau lebte, aber wo ich trotzdem manchmal noch ein wenig damit 'fremdelte', wo ich manchmal, wenn es mir nicht so gut ging, das Bedürfnis hatte, mich wieder mit neutraler Kleidung zu tarnen, mein Frausein, meine Transidentität zu verstecken um es nicht zu riskieren deswegen angegafft, ausgelacht und dumm angemacht zu werden...
Auch dafür hatte diese Kleidung noch ihren Sinn...

Aber inzwischen stelle ich dann bei der Spiegelprobe fest, daß ich diese neutralen Sachen nicht mehr leiden mag... weil ich mich nicht leiden mag, wenn ich darin eher unweiblich aussehe...
Und inzwischen bin ich dann wohl auch soweit, daß ich auf solche 'Tarnanzüge' ;) verzichten kann...
Da ich Schwäbin bin ;), werde ich das jetzt nicht alles gleich wegwerfen. Immerhin sind meine sämtlichen Frauensachen allesamt erst ein paar Jahre alt.
Aber diese neutralen Sachen werde ich als erste ausmustern, bzw. nur noch zum Arbeiten in Haus und Garten u.ä. verwenden.
Und in Zukunft werde ich solche Sachen nicht mehr kaufen.
Das heisst jetzt nicht, daß ich in Zukunft nur noch Kleider und Röcke tragen will!
Nein ganz bestimmt nicht. Das fände ich reichlich übertrieben, schließlich tragen normale Frauen auch Hosen... Außerdem wäre es oft auch reichlich unpraktisch und im Winter würde ich mir damit den Tod holen...
Aber ich werde mir eben Sachen kaufen, denen man ansehen kann, daß es Frauensachen sind. Das muss gar nicht besonders auffällig sein. Ganz dezent genügt.

Aber von der Kleiderfrage zurück zur Spiegelprobe...

Wenn ich heute - unbekleidet - in den Spiegel sehe, dann sehe ich da immer noch mehr männliches als mir lieb sein kann, aber immerhin doch auch einiges weibliche...

Die langen, momentan leicht gefärbten Haare, die ausgezupften Augenbrauen, die auch im ungeschminkten Zustand dank permanent Make-Up immer dezent betonten Augen und Lippen und natürlich auch meine kleinen Brüste... all das sind eher Kleinigkeiten, aber in der Summe machen sie schon viel aus...
Und all das tut mir in der Seele gut und sorgt dafür, daß ich mein Spiegelbild heute mehr mag, als früher...

Aber dann sind da natürlich auch noch die anderen Dinge...
Die leichten Geheimratsecken, die man wegen meiner langen Haare zwar normalerweise nicht sieht, wohl aber beim Frisör, oder beim Haarewaschen...
Die Nase, die in meinen Augen ziemlich unweiblich weil viel zu groß, lang, breit und noch dazu leicht krumm ist...
Die Haare die an Stellen wuchern, wo sie bei einer Frau nichts zu suchen haben...
Die trotz weiblichen Hormonen nicht vorhandene Tallie...
Und natürlich der gewisse 'kleine Unterschied' zwischen den Beinen...
Das sind jetzt nur die wichtigsten, weil auffälligsten Unterschiede.
Ich könnte noch viel mehr aufzählen, wie zu große Hände, zu große Füsse, zu breite Schultern, zu kräftige Oberarme usw... aber all das stört mich weniger und ist außerdem sowieso auf keinen Fall zu ändern (außer den Oberarmen, deren Umfang vom Grad des Muskeltrainings abhängt).
All das bedrückt mich heute zum Glück nicht mehr sosehr wie früher.
Früher und das ist noch gar nicht so lange her, da bekam ich ja schon Depressionen, wenn ich nur in den Spiegel sah...
Heute ist das zum Glück nicht mehr so.
Ich könnte mir heute auch vorstellen so weiterzuleben wie ich momentan bin, während ich früher, bei der Vorstellung ich müsste so weiterleben verzweifelt wäre...

Aber... der Spiegeltest zeigt mir doch ganz deutlich, was ich fühle und was ich mir wünsche...

Er zeigt mir ganz deutlich, daß ich wirklich transident bin und mir da nicht nur was einrede, dazu sind die Gefühle beim Blick in den Spiegel zu stark und zu eindeutig.
Und er zeigt mir, daß ich wirklich als Frau leben möchte, weil ich mich nur damit wohl und im Einklang mit mir selbst fühle.
Es ist im Grunde ganz einfach:
Je mehr weibliches und je weniger männliches ich im Spiegel an mir sehen kann, umso besser fühle ich mich.

Die Konsequenz kann eigentlich nur sein, daß ich diesen Weg auch weiter gehen werde, weil er für mich der einzig richtige ist.
Die Frage kann allenfalls sein, wie weit ich es damit treiben will, welchen Preis ich dafür zu zahlen bereit bin, sprich ob ich die geschlechtsangleichende Operation doch noch machen lassen will oder nicht.

Die Spiegelprobe spricht klar dafür... aber noch ist es nicht entschieden...
Aber ich denke bald werde ich es wissen, in wenigen Monaten, wenn ich dann meinen geplanten anderen 'Test' hinter mir habe ;)...

Viele Grüßle

Aurisa
267 mal gelesen

Montag, 13. März 2006

Es bleibt mir nicht viel Zeit...

Hallo alle zusammen,
wie es aussieht bleibt mir dieses Jahr nicht mehr so viel Zeit...
Da ist schon sehr viel verplant...
Und vor allem mit körperlich anstrengenden Sachen könnte es GANZ schwierig werden dieses Jahr...

Erstmal muss ich Ende März mal wieder zum Orthopäden, weil weder die Tabletten noch die Armmanschette was gebracht haben... jedenfalls nicht auf Dauer... Kaum waren die Tabletten alle, war es wieder genauso schlecht wie vorher...
Und wenn Anja recht hat - und Anja hat meisstens recht, sie hatte ja auch Recht als sie meinte ich hätte einen 'Tennisarm' - dann muss der Arm dann wohl ein paar Wochen ruhiggestellt, sprich eingegipst werden, damit er sich erholen kann... und falls es so kommt bin ich dann erstmal eine Weile ziemlich eingeschränkt und körperliche Arbeiten kann ich vergessen... und in dem Fall müsste er mich dann auch krankschreiben, denn mit nur einem Arm arbeiten, das geht bei meinem Job gar nicht...

Falls mir allerdings tatsächlich ein Gipsarm blühen sollte, dann werde ich dem Orthopäden sagen, daß ich dann Anfang Mai deswegen nochmal wiederkomme...
Ich schleppe das jetzt schon seit Anfang September letzten Jahres mit mir rum, da kommt es auf einen Monat auch nicht mehr an...
Und vor allem will und muss ich in dem Fall vorher noch ein paar Sachen erledigen, solange ich noch kann, denn nachher werde ich dieses Jahr dazu wahrscheinlich KEINE Gelegenheit mehr haben, weil ich es dann schlicht nicht mehr kann...
Denn möglicherweise werde ich mich bis Ende des Jahres körperlich SEHR zurückhalten müssen...

*Anfang Mai habe ich ja einen Termin und danach soll und muss ich drei Monate körperliche Anstrengungen meiden... Das wird mir schon schwer genug fallen...

*Und exakt diese drei Monate später Anfang August, wäre mein Ausweich-Operationstermin... und falls ich den wahrnehme, dann darf ich anschliessend ein geschlagenes halbes Jahr körperlich nicht schwer arbeiten, ja in der Zeit soll ich nichtmal schwer heben oder tragen dürfen, nicht mehr als 5 Kilo meinte C. damals am Telefon in Essen zu mir...

DAS war dann ja auch EIN Grund, warum ich die OP in Essen abgesagt habe...
Mich körperlich so sehr zurückzuhalten und das ein halbes Jahr lang... das würde mir schon sehr sehr schwer fallen... aber im Winter wäre es schlicht eine Katastrophe gewesen... denn da MUSS ich jeden Tag Holz und Kohlen schleppen... Und wie soll das gehen, wenn ich das nicht kann bzw. darf...?
Daher wäre ein OP-Termin im August allemal besser...
Bis es dann richtig kalt wird, müsste ich zumindest wieder ein bisschen belastbar sein...

Das heisst jetzt aber auch, daß ich ALLE schwere körperliche Arbeiten, die in diesem Jahr anstehen UNBEDINGT bis Ende April erledigt haben muss... weil ich danach vielleicht den Rest des Jahres nichts, aber auch gar nichts anstrengendes mehr machen darf :(...

Und darum muss ich. falls der Arm wirklich eingegipst werden muss, das auf Anfang Mai verschieben... weil ich die Zeit bis dahin unbedingt brauche um noch ein paar Sachen zu erledigen...

*Vor allem muss das Holz gesägt und dann auch gestapelt werden und das ist keine Kleinigkeit!
Aber immerhin lässt sich das an so vielleicht zwei Tagen erledigen... ein Tag sägen und ein Tag stapeln...

*Und dann will ich dieses Jahr auch endlich den Hof machen, weil der momentan sowas von bescheiden aussieht... und das ist wirklich schwere Arbeit...
Das sind etliche Quadratmeter, die da neu gemacht werden müssen...
Und daß ich die Steine mit links werde festklopfen müssen, weil ich es mit rechts auf keinen Fall machen darf um den Arm nicht noch 'schlimmer' zu machen, macht es auch nicht gerade einfacher...

Ja und mehr an körperlichen Arbeiten brauche ich mir für dieses Jahr wohl gar nicht erst vornehmen... außer ich entscheide mich gegen die Operation, dann sieht natürlich alles wieder ganz anders aus...

Also lieber Petrus... würdest du es BITTE endlich Frühling werden lassen, damit ich loslegen kann...???
Bei Schnee und Eis geht das wirklich nicht...
Ich habe mir heute früh fast die Finger weggefroren... und das mitte März!

Oh ja, dieses Jahr bleibt mir wirklich nicht viel Zeit...
Das Jahr ist schon gut verplant...
Na das kann ja 'lustig' werden...

Viele Grüßle

Aurisa
290 mal gelesen

Dienstag, 14. März 2006

Unreife und andere TI-Ziele

HINWEIS für den eiligen Leser ;):
Wer sich meine ganzen Selbstgespräche zum Thema 'Unreife Ziele' nicht antun mag, der möge einfach gleich bis zur Überschrift
'Was ich tun will und was nicht'
weiterscrollen ;)...

Hallo zusammen,
den Begriff der unreifen Ziele habe ich durch das Buch "Postives Denken macht Krank" von Günter Scheich kennengelernt.
Er bezeichnet Ziele wie absolute Gesundheit, ein vollkommen angstfreies Leben, ewige Harmonie oder ewige Jugend, die unmöglich zu erreichen sind...

Man kann es anstreben gesund zu bleiben oder zu werden und kann ja auch das eine oder andere dafür tun... aber absolute Gesundheit ein Leben lang, das ist ein Unding...
Wie heisst es so schön, in dem bekannten Medizinerwitz:
"Wer gesund ist, wurde nur noch nicht genug untersucht!"

Demnach ist es ein Zeichen von geistiger Unreife einem unmöglich zu erreichenden Ziel nachzulaufen - in dem Glauben man könnte es irgendwie erreichen...

Jetzt verfolge ich zwar manchmal auch unmöglich zu erreichende Ziele und das sogar in dem Wissen, daß sie nicht zu erreichen sind, aber das ist eine etwas andere Geschichte weil es dabei 'nebenbei' immer noch um ganz andere Dinge geht... die sehr wohl erreichbar sind...
Wenn ich also manchmal etwas seltsame, weil eigentlich hoffnungslose Sachen versuche, dann hängt das meisstens damit zusammen, daß sie für mich trotz ihrer Unmöglichkeit Sinn ergeben... und mich dadurch vor der Sinnlosigkeit des Lebens und einem Rückfall in die Depression bewahren...
Auf diesem verschlungenen Wege kann es für mich also trotzdem Sinn machen eigentlich unreife, weil unmöglich zu erreichende Ziele zu verfolgen, weil es mir weiterhilft...
Lieber das Unmögliche versuchen als an der Unmöglichkeit verzweifel würde Auris wohl sagen...
Aber ich schweife ab...

Denn nicht mal ich bin so verrückt mir andauernd unmögliche Zielen zu suchen ;)...
Nein sogar ich bin hin und wieder vernünftig genug mir realistische Ziele zu setzen ;)... und das ist auch besser so, denn schließlich will ich meine Kräfte nicht an allzuvielen unmöglichen Zielen verschleissen... und auch ich habe hin und wieder gerne mal das Erfolgserlebnis ein realistische Ziel dann auch erreicht zu haben ;)...

Ja und das gilt eben auch für die Transidentität...
Als ich vor inzwischen schon über zwei Jahren das letzte mal bei dem Gutachter Professor P. war, da hat er mir zum Abschied gesagt:
"Man wird es immer sehen."
Mit 'es' ist natürlich gemeint, daß ich nicht als Frau geboren wurde...
Na toll! Da freut Frau sich aber, über solche 'aufmunternden' Abschiedsworte... das könnt ihr mir glauben...
Meine erste Reaktion auf dem Heimweg von dort war dann auch, daß wieder die altbekannten depressiven Gedanken in mir aufkamen... 'Hat ja sowieso alles keinen Sinn. Ich werde nie ein normales Leben als Frau führen können. Am besten ich springe gleich von der Brücke, dann habe ich es hinter mir.' usw. usf.
All das, was ich in den letzten 10-15 Jahren nicht 100, nicht 1000 sondern mindestens 10.000 mal gedacht habe...
Ja und als zweites kam dann die typische Auris-Reaktion:
"Das werden wir sehen, ob man das immer sehen wird!"
Damit hat sie mich, wie schon unzählige male davor bewahrt wieder in Depressionen zu versinken... aber so ganz glücklich war ich auch nicht damit... denn mir war schon klar, daß das kein realistische Ziel ist... anzustreben, daß mir irgendwann niemand mehr den 'Mann' anmerken kann...
Aber so habe ich früher eben gedacht und gefühlt:
Entweder ich kann irgendwann ein fast normales Frauenleben führen ohne ständig 'geoutet' zu werden, oder ich kann es gar nicht mehr ertragen weiterzuleben...

Ja so war das früher... aber seit letztem Jahr ist das anders...
Seither kann ich einen Sinn in meiner Transidentität sehen, seither ist sie für mich keine ungeliebte Krankheit mehr sondern ein Teil von mir...
Und darum habe ich seither nicht mehr das Gefühl ich müsste unbedingt alles Mögliche tun, um nur ja möglichst überzeugend fraulich zu wirken... denn das ist ganz eindeutig ein unreifes, ein unerreichbares Ziel, daß man es mir nie mehr anmerkt, daß ich TI bin...
Wenn sogar die ehemalige Miss Bayreuth, die noch vor ihrer Operation diesen Titel gewann, weil keiner merkte, daß sie körperlich Mann ist bzw. war, und die absolut überzeugend weiblich aussieht, wenn also sogar sie auf der Straße als Transvestit angesprochen wird, weil jemand ihre großen Hände aufgefallen sind... dann brauch ich mir erst gar keine Illusionen zu machen, daß ich jemals das Ziel erreichen könnte immer und überall als ganz normale Frau durchzugehen...
Nein, das ist ein eindeutig unreifes Ziel und ich werde es nicht verfolgen, weil ich es nicht muss... nicht mehr... weil ich inzwischen keine Depressionen mehr bekomme, bei der Vorstellung dieses Ziel nie zu erreichen...
Dazu kommt, selbst wenn dieses Ziel erreichbar wäre... ich will mich nicht verstecken, nicht einen Teil von mir verheimlichen müssen... immer in der Angst doch 'enttarnt' zu werden...
Nein das will ich ganz sicher nicht.

Andererseits heisst das nicht, daß ich jetzt gar nichts mehr machen und alles so lassen will, wie es ist... oder gar den Weg zurückgehen möchte...

Daß ich mich nicht verstecken will heisst nicht, daß ich mich darum reissen würde aufzufallen, absolut nicht!


WAS ICH NOCH TUN WILL UND WAS NICHT:
55 mal gelesen

Dienstag, 28. März 2006

Frankensteins Monster

Hallo zusammen,
ihr alle kennt sicher das Monster, das Dr. Frankenstein erschaffen hat. Wahrscheinlich habt ihr auch schon Filme darüber gesehen in denen das böse Monster sein Unwesen treibt...

Allerdings... eigentlich ist es ja etwas anders...
Ich kenne auch das Buch, also das Original und wenn man das liest, dann stellt man fest, daß das ach so 'böse Monster' eigentlich gar nicht böse ist... jedenfalls anfangs nicht...

Anfangs, nach seiner Erschaffung durch Dr. Frankenstein, da sucht es nach Nähe, nach Kontakt, nach Freundschaft und Liebe zu den Menschen...
und wird aufgrunde seines Äußeren zurückgewiesen...
nicht weil es ein Monster ist... sondern weil die Menschen es für ein Monster HALTEN...

Erst dadurch, erst durch die ständigen Zurückweisungen, wird es dann tatsächlich böse... benimmt sich schließlich wirklich wie ein Monster,
weil es so behandelt wurde, als wäre es eines!

Ja und manchmal, da fühle ich mich wie frankensteins Monster... weil ich wegen meiner Transsexualität oft so behandelt werde, als wäre ich genau das:
ein böses Monster...

Wer mich kennt, der weiss, daß das absoluter Blödsinn ist... Ich bin abgesehen natürlich von der Transsexualität, ziemlich normal. Ich bin weder gewalttätig - ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemand geschlagen - noch habe ich irgendwelche perverse Neigungen...
Im Gegenteil... ich habe unzählige male zu hören bekommen, ich sei nett...
Und von den Menschen, die mich kennen, hat praktisch niemand ein Problem mit mir...

Aber genau das ja der Haken an der Sache...
Die meissten Menschen, die mich KENNEN, mögen mich auch und der Rest hat - mit ganz wenigen Ausnahmen - zumindest kein Problem mit mir oder meiner Transsexualität...

Aber diejenigen, die mich NICHT kennen... die behandeln mich meisstens gerade so, als wäre ich frankensteins Monster, sobald ich die Transsexualität auch nur erwähne... und das obwohl ich ansonsten nicht nur ziemlich normal bin sondern auch ziemlich normal aussehe... - das gilt zumindest, wenn ich jemand über das Internet kennenlerne... (im wirklichen Leben macht es mir weniger meine Transsexualität sondern vor allem meine Introvertiertheit es ziemlich schwer neue Menschen kennenzulernen...).

Sobald ich die Transsexualtität auch nur erwähne, höre ich von den meissten nie wieder etwas...

Und dadurch bekomme ich natürlich nie auch nur eine Chance sie kennenzulernen... und sie nehmen sich dadurch die Möglichkeit mich kennenzulernen und festzustellen, daß ich eben KEIN Monster bin... für das mich offenbar viele NUR wegen meiner Transsexualität zu halten scheinen...

Würden sie mich länger kennenlernen, dann würde es ihnen gehen wie hunderten von Menschen die mich in den letzten Jahren erst im Chat und später beim bloggen kennengelernt haben... und von denen die allermeissten mich sympathisch fanden...
Aber genau diese Zeit habe ich leider nicht... denn in diesen Kontaktbörsen wo man Freizeitpartner u.ä. suchen kann geht es ja gerade darum reale Kontakte zu finden... und das geht relativ schnell... ZU schnell offenbar um Vertrauen wachsen zu lassen...

Und ich habe wirklich schon alles mögliche versucht...
Ich habe probiert, es gleich zu sagen, daß ich Transsexuell bin, ich habe versucht es nebenbei zu erwähnen, als wäre es gar nicht wichtig, ich habe versucht es den Leuten schonend beizubringen, ich habe versucht Vertrauen zu schaffen, indem ich von mir aus möglichst viel preis gegeben habe (Telefonnummern, wo ich wohne und arbeite etc.) und ich habe es immer und immer wieder mit Erklärungen versucht...

Aber völlig egal, was immer ich auch mache, das Ergebnis ist immer dasselbe:
Sobald ich die Transsexualität auch nur erwähne höre ich von den allermeissten nie wieder etwas...

Oh ja, ich kann sehr gut verstehen, wie frankensteins Monster sich gefühlt haben muss... und ich kann auch verstehen, warum es deshalb bösartig geworden ist...

Man könnte schon den glauben an die Menschen verlieren, wenn man so etwas immer und immer wieder erleben muss...
Ich kenne das jetzt ja schon seit etlichen Jahren...

Aber ich bin nicht frankensteins Monster...
Ich bin überhaupt kein Monster... und auch nicht bösartig... und das werde ich auch nicht werden, trotz allem...

Ich werde deswegen nicht verbittert werden.
Ich werde mich auch nicht zurückziehen, resignieren, aufgeben...
Und ich werde deswegen auch nicht anfangen zu glauben, daß die meissten Menschen schlecht sind... weil so viele sich mir gegenüber so verhalten...

Stattdessen werde ich auch weiter nach Freunden suchen...
Ich habe schon welche gefunden, ich werde auch noch mehr finden...
Und ich werde trotz allem weiter an das Gute in jedem Menschen glauben daran, daß die allermeissten Menschen nicht böse sind... sondern nur ängstlich und unwissend...

Und (auch) darum werde ich hier weiterbloggen... weil es offenbar noch längst nicht selbstverständlich ist, daß transsexuelle Menschen keine Monster sind... weil es da noch viel zu erklären und aufzuklären gibt...
Auch darum führe ich ja dieses Blog, um ein klein wenig die Vorurteile gegen Transsexuelle abzubauen und zu zeigen, daß wir keine Monster sind... sondern (fast) ganz normale Menschen, wie alle anderen auch...

Viele Grüßle

Aurisa
527 mal gelesen

Filmkritik: 'Transamerica'

Hallo zusammen,
am Sonntag Abend war ich seit langem mal wieder im Kino, in dem Film "Transamerica".

Der Filmtitel hat eine doppelte Bedeutung. Einerseits geht es in dem Film um eine Reise quer durch (eben "trans") Amerika, gewissermaßen von der eine Seite zum anderen - ein klassisches Roadmovie eben...

Und andererseits geht es natürlich um eine Transsexuelle in Amerika... die ja auch auf der Reise von der einen männlichen Seite zur anderen weiblichen ist...

Felicity Huffman spielt die Transsexuelle Sabrina (kurz: Bree), die kurz vor ihrer Operation steht und nichts mehr von ihrem früheren selbst Stanley wissen will.
Und sie spielt diese Rolle sehr gut!

Der Film beginnt mit einer Szene aus der Stimmtherapie... und dafür gilt, was für den ganzen Film gilt:
Ganz so ist es nicht im wirklichen Leben... aber der Film ist nahe genug dran um gut zu sein!

Wie jeder Film und jeder Roman übertreibt er natürlich ein wenig, spitz ein wenig zu, vereinfacht, rafft die Ereignisse zusammen...

Aber das ist schon ok so. Das muss so sein, einfach weil es nicht möglich wäre eine so komplizierte Sache wie Transsexualität und die Geschlechtsangleichung in einem Film oder Buch wirklich umfassend darzustellen...
Ich schreibe jetzt schon drei Jahre darüber und habe immer noch nicht alles zu dem Thema gesagt...

Nur zu sehr darf ein Film nicht übertreiben, sonst wird eine Parodie daraus oder ein Klischee, oder ein Zerrbild...
Zum Glück vermeidet dieser Film das... im Gegensatz zu vielen anderen Filmen zu dem Thema...

Weiter geht es nach der Szene mit der Stimmtherapie damit wie Bree sich für den täglichen Kampf um ein Leben als Frau "ausrüstet"... oder vielleicht sollte ich besser "aufrüstet" sagen...
In irgendeinem anderen Film wurde einmal das Anhübschen einiger Frauen für den Geschlechterkampf mit den Geräuschen von Waffen unterlegt, die für das Gefecht bereit gemacht werden... und so ähnlich kam mir Bree's "Aufrüstung" auch vor...
Da wurden erst die Seidenstrümpfe angelegt... mit Händen an denen lange künstliche Fingernägel klebten...
Dann kamen die formenden Unterhosen, die das vortäuschen sollen, was ihr an weiblichen Formen fehlt... dann folgen die Silikonkissen die ihre noch kleine Brüste aufpolstern sollen... nicht zu vergessen natürlich ihre Hormone...
Und natürlich zieht sie ein Kleid an... keine Hosen... so wie sie im ganzen Film kein einziges mal Hosen trägt, sondern immer nur Kleider... Kleider in grauenvollen Farben, in pink und lila... bewusst weiblichen Farben eben die kein normaler Mann auch nur im dunkeln tragen würde...
Aber Bree ist ja gerade KEIN Mann... und das will sie betonen und darum trägt sie solche Sachen...
Auch das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber durchaus nicht untypisch...
Nicht alle, aber doch eine ganze Menge Transsexuelle sind genauso... versuchen ihr Frausein so zu demonstrieren...

Das ich nicht so bin, wisst ihr ja... Als Transsexuelle kann man NIE eine 100%-ige Frau sein... Es wird immer Unterschiede geben. Und darum halte ich es für falsch zu versuchen eine 200%-ige Frau sein zu wollen, wenn man schon keine 100%-ige sein kann...

Aber weiter mit dem Film...
Nach dem Ankleiden folgt dann der prüfende Blick in den Spiegel, den ich auch nur zu gut kenne:
"Sehe ich wie eine Frau aus?" Das ist die Frage, die dahintersteht bei jeder Transsexuellen... und je nachdem wie die Antwort ausfällt sinkt oder steigt die Stimmung...

Danach wagt sich Bree so zurechtgemacht hinaus in's feindliche Leben...
Ängstlich und ein wenig unbeholfen geht sie auf die Straße... Niemand beachtet sie, aber man sieht ihr deutlich an, daß sie das Gefühl hat, alle würden sie anstarren... und daß sie ständig befürchtet, man würde mit Fingern auf sie zeigen...
Oh ja, das konnte ich wirklich sehr gut nachvollziehen...

Überhaupt war ich bei diesem Film dem Rest des Publikums gegenüber im Vorteil...
Denn wirklich in seiner vollen Tiefe erfassen kann man ihn wohl nur als Transsexuelle, die das alles selber mitgemacht hat...
So etwa die Szene beim Gutachter... all die Fragen die man dort beantworten muss... die Furcht, daß eine falsche Antwort dazu führen könnte, daß man nicht als Transsexuell akzeptiert wird und es einem verwehrt wird jemals als Frau leben zu dürfen...
Das war eine furchtbare Zeit... Im Film dauert die Szene nur Sekunden... bei mir war es ein ganzes Jahr in dem ich diese Ängste ausstehen musste... und das kann wohl wirklich niemand nachvollziehen, der nicht transsexuell ist...

Wieder ein Unterschied zwischen mir und der transsexuellen Bree im Film ist, daß sie ihren Penis und ihre männliche Vergangenheit hasst und ablehnt... beides tue ich nicht...

Und das ist im Film dann auch der Ausgangspunkt der Geschichte.

Bree hat bereits den Termin für die Operation, der schon in wenigen Tagen sein soll, da meldet sich bei ihr jemand, der behauptet der Sohn von Stanley - ihrem früheren männlichen selbst - zu sein...
In einem 'schwachen Moment' hatte sie damals eine kurze Affäre mit einer Frau... und ohne, daß sie es wusste entstand daraus ihr Sohn...

Und als sie das ihrer Therapeutin erzählt, zieht diese ihre Genehmigung zur Operation zurück... weil sie der Meinung ist, Bree müsste vorher erst lernen zu ihrer Vergangenheit also auch zu ihrem Sohn zu stehen bevor sie bereit für die OP sei...

Also entschliesst sich Bree wohl oder übel ihren Sohn aus dem Gefängnis zu holen... erzählt ihm aber nicht, daß sie sein Vater ist... denn wie kann sie sein Vater sein, wo sie doch eine Frau ist...?

Ihr Sohn hält sie irrtümlich für eine Art kirchlicher Sozialarbeiterin, die sich seiner annehmen will um seine Seele zu retten und sie lässt ihn in dem Glauben.

Und so begeben sie sich gemeinsam auf eine Reise quer durch Amerika...

Sehr gelungen dabei etwa auch die Szenen, wo Bree sich scheinbar wie eine verklemmte alte Jungfer benimmt... weil sie natürlich ein riesengroßes Problem mit ihrem Körper und vor allem mit ihrem noch vorhandenen Penis hat.
Ganz so schlimm ist es bei mir zwar nicht, aber auch mir sind solche Szenen nicht unbekannt...
Für mich ist es auch ein absoluter Horror, wenn ich mich beim Arzt entblössen muss... selbst wenn es nur der Oberkörper ist...

Lustig ist auch die Stelle, wo sie auf der Suche nach einem Nachtquartier in einer Party von Brees transsexuellen Freunden landen.
Die 'Muschifotos' mit denen dort geprahlt wurde haben mich doch gaaaanz stark an die gewisse Diskussion von mehreren Transsexuellen in Essen erinnert ;)...
Ich sag nur: "Mein (Silikon)Busen, meine Vagina, mein Orgasmus" ;)...
Auch das eine durchaus realistische Szene...

Ebenfalls sehr autentisch ist die Stelle, wo ein achtjähriges Kind Bree anstarrt und dann fragt:
"Bist du ein Junge oder ein Mädchen?"
Gerade Kinder und mehr noch Jugendliche bemerken solche Dinge... und Kinder sind unbefangen genug es direkt anzusprechen... Jugendliche dagegen sprechen es nicht an... die machen sich lustig darüber...
Auch das ist aus dem Leben gegriffen ebenso wie die Krise die Bee dadurch bekommt...

Auch die elektrolytische Haarentfernung kommt vor *autsch*... auch das realistisch, nur ist das Equipment im wirklichen Leben doch wesentlich professioneller...

Schließlich tritt sie unterwegs zum Wasserlassen aus... leichtsinnigerweise hinter dem Auto, so daß ihr Sohn im Rückspiegel sehen kann, daß sie eben noch nicht so ganz Frau ist...

Darauf fühlt er sich natürlich berechtigterweise hintergangen... es kommt zum Streit und ihr Auto wird von einem Anhalter, den sie kurz zuvor mitgenommen haben gestohlen und beide sind mittellos irgendwo im Nirgendwo gestrandet.
Eine Situation die sowieso schon übel genug ist... aber noch viel mehr für eine Transsexuelle... ohne ihre Hormone, ihre Schminksachen und alles anders was man als TI-Frau halt unbedingt zum Leben braucht ;)...
Schon nach zwei Tagen macht sie sich Sorgen, daß ihre Brüste ohne Hormone geschrumpft sein könnten ;)...
Keine Panik gute Frau möchte man ihr da zurufen... ganz so schnell geht das dann auch nicht... ich muss es wissen, ich spreche aus Erfahrung ;)...

Schließlich landen sie irgendwo in einem Lokal... ohne einen Cent...
Ihr Sohn tut, was er gelernt hat... er 'erschläft' sich ein paar Dollar...
Und Bree lernt währenddessen in dem Lokal einen Mann kennen, der ihr Anbietet, daß er sie ein Stück weit mitnehmen und daß sie bei ihm übernachten kann...
Da wurde es mir, wohl genauso wie Bree schon ein wenig anders... denn ich kann mir gut vorstellen, wie ich mich an ihrer Stelle gefühlt hätte... in so einer Notlage in der man auf Hilfe angewiesen ist... aber was, wenn der Mann dann etwas von einem wöllte... und was, wenn er einem dann tatsächlich unter den Rock fassen würde...?
Oh ja, mir wurde es da wie Bree auch durchaus ein wenig mulmig...

Aber zum Glück kam es nicht dazu... sondern es entspann sich in Ansätzen so etwas wie eine kleine Liebesgeschichte daraus... und als sie dann bei ihm zuhause waren und er auf der Gitarre ein Lied spielte, kamen nicht nur Bree die Tränen...
Wie sie weiss ich schließlich nur zu gut, wie schwer es ist einen Mann zu finden, der einen als transsexuelle Frau so akzeptiert wie man ist... auch wenn in diesem Falle die Transsexualität kein Thema war... "Jede Frau hat das Recht auf ein kleines Geheimnis" und "Wir haben alle unsere Geheimnisse", wie der Mann meinte... Transsexualität ist allerdings meiner Meinung nach ein etwas zu großes Geheimnis um es vor einem Partner zu verheimlichen... auch dann, wenn man dazu in der Lage wäre...
Ob daraus mehr werden könnte... das lässt der Film offen...

Weiter geht es mit den Eltern von Bree, an die sie sich in ihrer Not wendet, denn sie braucht dringend Geld für den Flug zu ihrem Operationsort um noch rechtzeitig dorthin zu kommen...
Aber ihre Eltern sind - natürlich - eine Katastrophe, besonders ihre Mutter...
Das kennen wohl auch die meissten Transsexuellen... andererseits, warum sollte es uns da besser gehen als den meissten ganz normalen Menschen mit ihren Eltern...?

Jedenfalls... schließlich erzählt Bree ihrem Sohn doch noch, daß sie sein Vater ist, worauf dieser ausreist... so daß Bree alleine zur Operation reist...

Und damit straft sie ihre Mutter lügen, die meinte, sie hätte doch noch nie etwas zuende gebracht... sie könnte nicht zu ihren Entscheidungen stehen...

Soviel zu diesem Film.

FAZIT: Der Film hat mir rundum gefallen. Er ist oft witzig, ohne deswegen in Klaumauk zu verfallen und er hat trotzdem Tiefgang.
Einer der besten und realistischten Filme über Transsexuelle, den ich kenne... und eben auch ein interessanter Film, kein langweiliger...
Empfehlenswert!

Falls ihr ihn sehen wollt, solltet ihr euch aber besser beeilen...
Eini 'Randgruppenfilm' wie dieser wird sicher nicht in vielen Kinos laufen und wohl auch nicht lange...

Viele Grüßle

Aurisa
890 mal gelesen

'80% aller Menschen sind Idioten'

Hallo zusammen,
nein "80% aller Menschen sind Idioten", das sage nicht ich, das sagt der Vater meiner Freundin Anja...

Aber... auch wenn ich persönlich hoffe, daß es deutlich weniger sind... manchmal befürchte ich, daß er doch recht haben könnte...

Gerade ich als transidente Frau habe sehr oft das zweifelhafte Vergnügen die Menschen von ihrer schlechtesten Seite kennenzulernen...

Oder wie ich es vor Jahren mal formuliert habe ist einer der Vorteile der Transidentität:

"Man merkt meisst schnell, wer ein Idiot ist!"

Das merke ich immer wieder an den Reaktionen von wildfremden Menschen auf mich... von Leuten die keine aber auch nicht die geringste Ahnung haben, was für ein Mensch ich bin... die nur auf das Äußere, nur auf die Transidentität reagieren...

Das habe ich gerade mal wieder erfahren 'dürfen'...

Meine letzte Blogauszeit habe ich - wieder einmal - dafür genützt anderes zu erledigen... Dinge, die sonst vielleicht liegen geblieben wären, wenn ich noch Freude am Bloggen gehabt hätte und deswegen viel mit Bloggen beschäftigt gewesen wäre...

Nachdem ich 'dank' 20six ja wieder einmal demonstriert bekommen habe, wie flüchtig alles im Internet ist... und daß das leider auch für Freundschaften (?) dort gilt... habe ich mich dazu entschlossen mich in Zukunft weniger auf meine Internetkontakte zu verlassen... und mir stattdessen lieber noch ein paar reale zu suchen...

Mit Anja habe ich inzwischen zwar eine reale beste Freundin, mit der ich über wirklich alles reden kann, aber sonst sieht es eher dürftig aus in meinem realen Leben... und auf einem Bein kann man ja bekanntlich nicht stehen...
Und darum suche ich derzeit noch ein bis mehrere reale Freundinnen... um vielleicht auch mal gemeinsam was zu unternehmen...

Ja und damit bin ich beim Thema des Eintrages...

Daß Männer transidente Frauen nicht mal mit der Kneifzange anfassen, das ist ja wirklich nichts neues mehr... und dafür habe ich immerhin noch einen Hauch von Verständnis...

Wofür mir aber wirklich jedes Verständnis fehlt ist, wenn ich für eine FREUNDSCHAFT neue Bekannte suche... und ich, sobald ich dann erwähne, daß ich transsexuell bin, ich nie wieder etwas von derjenigen höre, die ich deswegen angeschrieben habe...

Schließlich... für eine FREUNDSCHAFT sollte es eigentlich nur wichtig sein, ob man sich versteht und mag... und nicht ob man eine ganz normale Frau ist oder wie ich eine transsexuelle...

Aber offenbar gibt es da immer noch viele Ängste und viel Unwissenheit transsexuellen Menschen gegenüber...
Unter anderem um das ein klein wenig abzubauen blogge ich ja über dieses Thema...

Oder anders gesagt:
Viele Leute scheinen zu glauben, daß Transidente perverse psychopathische Monster seien... anders kann ich mir solche Reaktionen wie die oben genannten nicht erklären...

Filme wie "Dressed to kill" oder "Das Schweigen der Lämmer" in denen Männer im Fummel die Bösewichter sind, tragen sicher zu solchen Klischees bei... und was man sonst so im Fernsehen über Transidente, Transvestiten u.ä. zu sehen bekommt zeichnet wohl auch nicht gerade immer ein besonders gutes Bild...

Daß das alles meisst wenig bis nichts mit der Wirklichkeit zu tun habe... das weiss ich als Betroffene nur zu gut... ich bin weder besonders aggressiv, noch pervers noch psychisch krank, ich arbeite auch nicht im Rotlichmillieu und habe auch keine abartigen sexuellen Vorlieben...

Aber das hilft mir alles leider überhaupt nichts... weil ich meisst überhaupt keine Chance bekomme, zu 'beweisen', daß ich - abgesehen von der TI - ganz normal bin und keinerlei böse Absichten habe...

Allein schon, daß ich das 'beweisen' muss ist ja schon traurig genug...

In aller Regel höre ich ja wie gesagt nie wieder etwas von jemand, wenn ich meine TI erlebe...

Meine aktuelle Bilanz bei der Suche nach neuen Freunden lautet:

*Angsprochen habe ich bisher 6 Personen.

*Davon nie wieder geantwortet haben, nachdem ich die TI erwähnt habe: 4 Personen...

Macht 67 % Idioten...

Auch wenn das bei nur 6 Fällen kein statistisch verwertbares Ergebnis ist... aber trotzdem sieht es so aus, als würde Anjas Vater mit seinen 80% Idioten leider gar nicht so falsch liegen...

Mal abwarten, ob sich bei den verbleibenden 2 eine Freundschaft ergibt oder nicht...
Falls nicht gibt es noch genug, die ich auch noch anschreiben könnte. Und rein statistisch müsste irgendwann ja auch mal jemand dabei sein, der nicht gleich vor mir als Transidenten davonläuft und bei dem auch gegenseitige Sympathie vorhanden ist...

Ach ja und noch eine Konseqenz habe ich aus dieser Sache gezogen:

Ich habe die Nase voll davon immer und immer wieder meine Transidentität ansprechen zu müssen, wenn ich jemand neu kennenlerne!
Aber ansprechen muss ich sie bisher... denn meine Stimme ist nun mal nicht besonders weiblich... und da man vor dem ersten Treffen meisst miteinander telefoniert, gäbe es spätestens dann Probleme, wenn ich vorher nichts gesagt habe... weil sich die Person dann von mir hintergangen fühlen könnte...
Und selbste wenn nicht... spätestens dann käme die Frage sowieso auf...

Aber ich will das wirklich nicht mehr...
Schließlich bin ich vor allem Mensch, dann Frau... und erst ganz zuletzt transident!
Ich will daraus kein Geheimnis machen, aber ich habe auch die Nase voll davon, das immer thematisieren zu müssen, wenn ich jemand kennenlerne!

Das ist schließlich meine Privatsache, die im Grunde niemand was angeht!
Und solange er nicht gerade mit mir schlafen will kann meinem Gegenüber das schließlich egal sein, ob ich TI bin oder nicht!

Klar, wenn mich jemand darauf anspricht, werde ich natürlich auch in Zukunft nicht leugnen, daß ich TI bin.
Schließlich will ich zu mir stehen... und meine Transidentität gehört schließlich auch zu mir...

Aber ich will das einfach nicht immer und immer wieder von mir aus ansprechen müssen... als müsste ich mich dafür rechtfertigen...

Ich fand das damals Anfang Dezember so schön, als M hier in Schduargard war... und ich sie zu einem Chattertreffen begleitet habe...
Die Chatter kannte mich nicht... und ich habe nichts von meiner TI gesagt und M hatte auch nichts gesagt... und ich bin einfach als Klaudia mit ihr da hin gegangen... und wurde ganz selbstverständlich als Frau akzeptiert... musste nichts erklären...

Ich wünschte es wäre immer so...

Ja und damit es in Zukunft vielleicht nicht immer, aber zumindest öfter so ist, habe ich jetzt beschlossen mit der Stimmtherapie wieder anzufangen...

Denn die Stimme ist im Grunde mein größtes Problem bei solchen Sachen... ansonsten bin ich eher unauffällig...

Und erst wenn ich das Gefühl habe, daß meine Stimme nicht mehr so sehr männlich klingt... erst dann werde ich mich trauen vor dem ersten Treffen NICHTS von meiner TI zu sagen... weil ich dann nicht mehr dieses Problem mit dem Telefon habe...

Ja und falls ich beim Treffen dann auf meine TI angesprochen werden sollte, werde ich sie wie gesagt natürlich nicht leugnen... aber ich werde sie eben auch nicht mehr von mir aus ansprechen!

Und wer es zwar bemerkt, sich aber nicht traut mich darauf anzusprechen, oder wer über mich dann womöglich gar irgendwie 'geschockt' ist... der ist selber schuld...

Die Idioten werden dadurch ja nicht weniger, daß ich sie irgendwann nicht mehr vorwarne...

Aber auf die Weise bekommen SIE dann die Folgen ihrer Idiotie am eigenen Leib zu spüren... und das ist nur gerecht finde ich...

Wer mit mir wegen meiner TI ein Problem hat, ist wirklich selber schuld und darf sich ruhig ein wenig live blamieren...

Viele Grüßle

Aurisa
588 mal gelesen

Mittwoch, 29. März 2006

Transsexualität und Sexualität

Hallo zusammen,
aus aktuellem Anlass, weil es offenbar immer noch viele Menschen zu geben scheint, die Transsexuelle für Perverse halten, hier ein Eintrag zum Thema Transsexualtität und Sexualitität.

Ich habe mich dazu entschlossen hier öffentlich darüber zu schreiben, weil es gerade in dem Bereich doch noch reichlich Missverständnisse zu geben scheint...

Wie ihr ja wisst, verwende ich lieber den Begriff TransIDENTITÄT, anstelle von TransSEXUALITÄT, zum einen, weil ich finde, daß Transidentität die Sache besser trifft, da es schließlich um die GeschlechtsIDENTITÄT geht und nicht um die Sexualiät - und zum anderen, weil Transsexualität doch sehr nach 'Schmuddelecke' klingt...
Vor allem wegen letzterem mag ich, wie viele andere TI's auch, den Begriff Transsexualität nicht, weil ich es gar nicht leiden kann, wenn man mich in so eine Schmuddelschublade schiebt...

Denn wie gesagt, geht es bei TI eben darum ob man sich als Mann oder Frau fühlt und nicht um irgendwelche sexuellen Dinge.

Andererseits lässt es sich aber natürlich auch nicht vermeiden, daß auch die Sexualität betroffen ist, schließlich werden durch Operation und Hormone ja die intimsten Körperbereiche 'umgewandelt'.
Das kann nicht ohne Folgen für die Sexualität bleiben...

Darum will ich hier jetzt mal die Bereiche ansprechen, die bei Transidenten anders sind, als in der übrigen Bevölkerung:

1.Abgrenzung zu Transvestismus und Kleiderfetischmus:

Immer wieder ärgerlich für Transidente ist es, wenn sie mit Transvestiten, Damewäscheträgern o.ä. verwechselt, bzw. in einen Topf geworfen werden und das passiert immer noch ziemlich oft.
Es gibt in Deutschland wohl ein paar Millionen Transvestiten, dagegen nur ein paar zehntausend Transidente - die Zahlen sind geschätzt, da es keine offiziellen Zahlen dazu gibt, die Größenordnung dürfte aber stimmen.
Und weil es so viel mehr Transvestiten als Transidente gibt und weil die Transvestiten oft ziemlich schrille Gestalten sind, die ganz bewusst auffallen WOLLEN, was Transidente gerade NICHT wollen (!) prägen sie das Bild aller Transgender, eben auch fälschlicherweise das Bild der Transidenten in der Öffentlichkeit, sehr zum Ärger der Transidenten.

Wobei es durchaus auch Gemeinsamkeiten zwischen Transidenten und Transvestiten gibt...
Vermutlich geht es den meissten Transidenten in der Pubertät genauso wie den Transvestiten - sie stellen fest, daß es sie erregt Frauenkleider zu tragen und fraulich zurecht gemacht zu sein.
Mir ging es jedenfalls so... und in dieser Phase ist es nicht immer so ganz klar, ob man jetzt Transident oder 'nur' Transvestit ist...
Nur sollte man das bitte nicht mit Kleiderfetischismus, Transvestismus oder ähnlichem gleichsetzen!
Ich denke, es ist völlig normal, daß es einen als jungen transidenten Menschen, wenn man seine Sexualität entdeckt 'anmacht', sich im Spiegel als Frau und nicht als Mann zu sehen... schließlich fühlt 'Mann' sich ja als Frau...
Umgekehrt würde es einen normalen Mann ja auch garantiert 'abtörnen', wenn er Frauenkleider tragen würde, schließlich fühlt er sich ja nicht als Frau!
Und transidenten Frauen geht es eben genau umgekehrt... wenn sie den 'Mann' im Spiegel sehen müssen, dann ist das für sie ein unnatürlicher Zustand... und dementsprechend umso erregender ist es, wenn sie sich ausnahmsweise im Spiegel als Frau sehen können... so wie sie sich fühlen eben...
Ich zumindest kann daran nichts 'perverses' sehen...

Ja und die wichtigsten Unterschiede zwischen Transidenten einerseits und Transvestiten/Damewäscheträgern andererseits sind, daß TV's/DWT einerseits sich weder als Frauen fühlen noch als Frauen leben wollen und auch keine Geschlechtsangleichung anstreben... und andererseits ist bei Transidenten dieser scheinbare "Kleiderfetischismus" lediglich eine Phase in der Pubertät, die vorübergeht...
So wie mir geht es wohl den meissten Transidenten, daß spätestes nach dem coming out das keine Rolle mehr spielt. Das Tragen von Frauenkleidern wird dann einfach ganz normal... so wie es für normale Frauen auch ist...
und dann fällt auch der gewisse 'Reiz des Verbotenen' weg, wenn man sich endlich geoutet hat und nicht mehr nur im Verborgenen sein Frausein lebt, sondern öffentlich...
Während also bei TV's und DWT die Sexualität immer eine ganz entscheidene Rolle spielt, wird es bei Transidenten stattdessen immer wichtiger ganz normal als Frau leben zu können. Die Sexualität ist im Vergleich dazu eher nebensächlich.


2.Masochismus:

Eine 'Besonderheit' bei transidenten Frauen scheint zu sein, daß bei diesen gewisse mehr oder weniger ausgepägte devote Neigungen relativ häufig zu sein scheinen...
Nun gut, auch in der 'Normalbevölkerung' ist das wohl relativ verbreitet, aber ich glaube - auch wenn ich es nicht mit Zahlen belegen kann - bei TI-Frauen ist das häufiger als unter normalen Frauen und Männern...
Wer sich selber ein Bild davon machen will, der sollte beispielsweise mal hier reinschauen:
http://www.zofenmarkt.com/
Das ist allerdings nicht ganz jugendfrei...
Jedenfalls treiben sich da so viele TI-Frauen (und auch Transvestiten) rum, daß die Vermutung doch nahe liegt, daß bei diesen beiden Gruppen ein gewisser Masochismus häufig vorkommt...
Ja und der zweite Grund, warum ich das vermute ist, daß mir das auch nicht ganz fremd ist...
Aber zumindest bei mir ist es nur eine ganz leichte Neigung... und ganz ehrlich, ich glaube nicht, daß ich devot genug für solche Spielchen wäre ;), dafür bin ich dann doch zu eigensinnig...
Und vor allem, wenn ich dort solche Storys von wegen Windeln und Natursekt und ähnliches lese... IIIIIH, NEEEEE! Das ist nun wirklich so gar nicht mein Ding...
Für solche Spielchen bin ich wohl sexuell viel zu normal ;)... Das sind nun wirklich Sachen mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann... und auch nicht will...

Jedenfalls... warum es bei vielen TI-Frauen eine gewisse Neigung zum Masochismus zu geben scheint, das ist mir auch nicht so ganz klar...
Irgendwo hat mal eine Transidente geschrieben, sie glaubt, das liege daran, daß Frauen ja normalerweise das körperlich schwächere Geschlecht sind.
Bei TI-Frauen ist das, wegen ihrem männlichen Körperbau aber meisst nicht der Fall.
Und die devote Neigung sei sozusagen der Versuch diesen zustand der weiblichen Unterlegenheit auf diese Weise wiederherzustellen, sei es durch Fesselspielchen, Unterwerfungsgesten oder ähnlich...
Vielleicht ist das ja die Erklärung, vielleicht gibt es auch ganz andere Gründe dafür...
Ich weiss es nicht... Es ist jedenfalls die einzige Erklärung die ich bisher überhaupt für dieses Phänomen gehört habe...


3.Geschlechtspartnerwahl:

Auch bei der Wahl der Geschlechtspartner, also ob man Männer oder Frauen liebt, gibt es bei Transidenten eine Besonderheit.

Es gibt dabei drei Gruppen:

*die TI-Frauen, die immer schon Männer liebten und das dann auch nach der Geschlechtsangleichung weiter tun.
Bei diesen TI-Frauen ist es meisstens so, daß schon in ihrer Kindheit klar war, daß sie eigentlich Mädchen und eben keine Jungs sind...

*die TI-Frauen, die immer schon Frauen liebten und das dann auch nach der Geschlechtsangleichung weiter tun und dann (eigentlich ja auch schon vorher...) lesbisch sind...
Diese TI-Frauen entdecken ihre Transidentität meisst erst in der Pubertät. Vorher war da meisst nur das unklare Gefühl irgendwie anders zu sein...

*und schließlich gibt es noch die TI-Frauen, wo sich irgendwann die geschlechtliche Orientierung bei der Partnerwahl ändert...
Viele, die sich früher nur für Frauen interessieren, schwenken irgendwann zu Männern um (der umgekehrte Prozess dagegen ist wohl extrem selten, ich kenne zumindest keine TI-Frau, die von Männern auf Frauen 'umgestiegen' ist...) oder sie finden dann Männer und Frauen attraktiv...
Letzteres ist mir passiert... wobei ich mir ja eher eine Beziehung mit einem Mann wünschen würde... etwas, das ich mir früher überhaupt nicht hätte vorstellen können!
Wobei ich hier betonen will, daß diese Veränderung NICHTS mit den Hormonen oder der Operation zu tun hat! Das kann ich hier so klar sagen, weil bei mir dieser Wandel schon vor vielen Jahren eingetreten ist, lange bevor ich zum ersten mal weibliche Hormone eingenommen habe...


4.Das Rotlichtmillieu:

Ein besonders unschönes Klischee in der Öffentlichkeit ist, daß alle oder jedenfalls sehr viele TI-Frauen sich prostituieren würden...

Dabei ist dieses Klischee leider nicht völlig falsch, sondern hat einen wahren Kern...

Gerade früher waren viele TI-Frauen geradezu dazu gezwungen sich zu prostituieren...
Bevor es das Transsexuellengesetz gab, hatten sie ja keine Möglichkeit in Deutschland offiziell Vorname und Geschlecht ändern zu lassen.
Viele sind damals in ihrer Not in's Ausland, etwa nach Casablanca, gefahren um sich dort operierern zu lassen, weil auch das in Deutschland noch nicht möglich war.
Und wenn sie dann wieder nach Deutschland zurückkamen hatten sie als Frauen mit ihren weiterhin männlichen Papieren so gut wie keine Chance jemals wieder einen Job zu finden
Nur im Rotlichmillieu... da wurden sie gerne 'genommen'... im doppelten Sinne...
Schließlich gibt es genug Männer mit entsprechenden Neigungen, wie ich aus meiner Chatzeit weiss...

Heute ist zwar vieles besser geworden, trotzdem kommt es auch heute immer noch oft genug vor, daß TI-Frauen nach ihrem coming out ihren Job verlieren und dann - trotz neuen Papieren - wegen ihrer TI keinen neuen Job mehr finden können, wenn sie nicht weiblich genug aussehen um unerkannt als ganz normale Frauen durchgehen zu können...
Auch heute gibt es also sicher immer noch genügend TI-Frauen, die sich aus purer Not prostituieren...

Außerdem gibt es andere, die das nicht aus Not tun, sondern um sich auf diese Weise in ihrem Frausein zu bestätigen...
Ich weiss ja selber wie schwer, ja fast unmöglich es als TI-Frau ist einen Partner zu finden... und so manche TI-Frau der es genauso geht sucht dann ersatzweise ihr Glück in immer neuen Dates... oder eben auch in der Prostitution in der Hoffnung so zu bekommen, was sie als TI-Frau sonst von Männern vielleich nie bekommen wird... was natürlich eine vergebliche Hoffnung ist...

Auch ich hätte kein Problem über den Chat jederzeit ein Date mit irgendeinem Mann auszumachen, der auf 'etwas andere Frauen' steht...
Davon gibt es mehr als genug... Über den Daumen gepeilt würde ich sagen: so 10% aller Männer sind zwar nicht offen homosexuell, haben aber gewisse homosexuelle Neigungen und suchen darum Frauen mit dem 'gewissen Extra' um das ausleben zu können... ohne sich ihre Homosexualität eingestehen zu müssen...
Aber für sowas bin ich mir wirklich zu schade...
Ich hatte noch nie einen one night stand und ich will auch nie einen haben...
Entweder ich finde irgendjemand der mich als Mensch UND als Frau liebt... oder ich bleibe eben den Rest meines Lebens alleine...

Aber auch wenn eine ganze Menge TI-Frauen im Rotlichmillieu arbeiten... es ist eben doch nur eine Minderheit, ein paar Prozent denke ich...
Es gibt keinen Grund, das für alle TI's zu verallgemeinern...


5.(Zwangs)feminisierung:

Ebenfalls eine Besonderheit bei Transidenten (und Transvestiten) ist die Phantasie der (Zwangs)feminisierung.
Auch ich kenne das. Meine frühesten sexuellen Phantasien gehen in diese Richtung, dahin daß ich auf irgendeine - meisst ziemlich abwegige, weil es nunmal keine einfache gibt - Weise plötzlich zur Frau würde...
Und ich schätze das Motiv der ZWANGSfeminisierung ist deswegen so verbreitet, daß so eine Geschlechtsangleichung ja auch eine ziemlich einschneidende Geschichte ist - in jeder Beziehung - eine Sache also, die mit vielen Ängsten verbunden ist.
Ängste aber bedeuten, daß der Körper in einen Erregungszustand versetzt wird... und der Körper entscheidet dabei nicht, zwischen ängstlicher und sexueller Erregung... diese Entscheidung findet erst in unserem Kopf statt. Ja und wenn dann, wie dem Gedanken an eine Feminisierung die Ängste, die das auslöst und die sexuellen Gefühle zusammenkommt, wird beides wohl zu einer erregungssteigernden Angst-Lust verknüpft...
So erkläre ich mir zumindest, warum die Vorstellung einer Feminisierung und besonders die einer Zwangsfeminisierung bei TI-Frauen und Transvestiten so verbreitet und beliebt ist, was sexuelle Phantasien angeht...
Früher dachte ich ja immer, nur mir ginge es so... aber man muss ja nur mal im oben genannten 'Zofenmarkt' unter 'Geschichten' reinschauen, dann weiss man, daß das offenbar eine sehr verbreitete Phantasie ist...
Und das Ganze ist dann auch noch mit der schon oben angesprochenen Neigung vieler TI-Frauen zu einem gewissen Machoismus verknüpft...

Jetzt wo ich das hier gerade schreibe fälllt mir auf, daß diese Lust-Angst auch eine Erklärung für die masochistischen Neigungen vieler TI-Frauen sein könnte... schließlich tut man, wenn man als 'Mann' Frauenkleider trägt etwas, was zwar nicht mehr verboten, aber immer noch verpöhnt ist... und von der Gesellschaft darum immer noch sanktioniert wird... und das ist darum natürlich mit Ängsten besetzt...
Falls das so ist, dann gibt es diesen Masochismus bei vielen TI-Frauen nur darum, weil die Gesellschaft es immer noch verurteilt, wenn sie als Frauen auftreten.
Wäre das nicht mehr der Fall würde dieser Masochismus dann von alleine verschwinden, weil es dann auch keinen Grund mehr gäbe Angst zu haben, wenn 'Mann' (egal ob TI oder TV) als Frau auftritt...

Auch hier ist es aber, wie beim scheinbaren 'Kleiderfetischismus':
Je mehr die Geschlechtsangleichung, das Leben als Frau nicht nur ein ersehnter Traum ist, sondern je realer es wird, umso unwichtiger wir die sexuelle Phantasie der Feminisierung... und irgendwann spielt beides keine Rolle mehr, wenn man dann tatsächlich als Frau lebt und die Geschlechtsangleichung hinter sich hat...
Dann muss man nicht mehr davon träumen, sich auch sexuell in ein Leben als Frau hineinfantasieren, sondern dann ist man es einfach... soviel kann ich heute schon sagen... auch wenn ich die OP noch vor mir habe...


So, das wäre jetzt alles...
Wie ich hoffentlich darstellen konnte gibt es bei Transidenten durch die Transidentität bedingt eben einige Besonderheiten, aber ich denke es ist nichts besonders 'abartiges' dabei... schon gar nichts schlimmes...
Vor allem schadet nichts von diesen Dingen irgendjemand (höchstens der TI selbst, wenn sie etwa auf den Strich geht...).
Und es gibt deswegen keinen Grund TI's für pervers zu halten und deswegen zu meiden...

Natürlich gibt es auch bei Transidenten wirklich kranke oder perverse Menschen... eben genauso wie unter der 'Normalbevölkerung' auch...

Besonders abwegig wird die Vorstellung Transidente seien perverse Sexmonster, wenn man weiss, daß man als TI-Frau durch die weiblichen Hormone und Anti-Androgene seine Sexualität erstmal weitgehend verliert... und daß niemand vor der Operation weiss, wieviel er nach der OP dann noch fühlen kann... bzw. ob dann überhaupt noch sexuelle Empfindungen vorhanden sein werden...

TransVESTITEN würden darum niemals weibliche Hormone einnehmen, weil sie dadurch ihre männliche Sexualität verlieren würden, die ihnen ja gerade sehr wichtig ist...

Nur TransIDENTE tun so etwas... weil ihnen die eigene Sexualität gerade NICHT so wichtig ist... auf jeden Fall unwichtiger als ein Leben als Frau...

Jede TI-Frau muss wissen, daß sie durch die Geschlechtsangleichung ihre Sexualität ganz oder teilweise verlieren könnte - ich hoffe zumindest, daß das jede weiss... - und trotzdem gehen viele diesen Weg... sind bereit ihre Sexualität zu riskieren und notfalls sogar ganz aufzugeben, um als Frau leben zu können...

DAS sollte doch ganz klar machen, was für TI-Frauen wirklich wichtig ist... eben die Geschlechtsidentität und gerade NICHT die Sexualität...

Ausgerechnet Transidente für pervers zu halten... das ist, wenn man das weiss, darum schon ziemlich absurd...

Viele Grüßle

Aurisa

NACHTRAG:
Und wieder einmal merke ich hier wie wichtig es sein kann, seine Gedanken aufzuschreiben... weil das dabei hilft sie zu ordnen...

Denn gerade ist mir hier beim Schreiben eines klar geworden:

Außer der Sache mit der Geschlechtspartnerwahl, sind alle anderen sexuellen Besonderheiten, die ich hier aufgeführt haben eigentlich gar keine sexuellen Besonderheiten von Transidenten... sondern GESELLSCHAFTLICH BEDINGT!
Jedenfalls zum größten Teil...

*Daß die meissten TI's, die im Rotlichmillieu arbeiten, das nicht zu ihrem Vergnügen tun, sondern weil sie WEGEN ihre TI in dieser sich für ach so tolerant haltenden Gesellschaft keinen Job mehr finden, das hatte ich ja schon geschrieben...

*Aber auch für den scheinbaren 'Kleiderfetischismus', die Neigung zu einem gewissen Masochismus und die Phantasien von einer Zwangsfeminisierung liegen die Ursachen eigentlich nicht bei den Transideten... sondern in der Gesellschaft!
Nur weil 'Mann' keine Frauenkleider trägt, wenn er nicht verspottet (und schlimmeres....) werden will, sind TI gezwungen es (solange sie sich noch nicht getraut haben sich zu outen) heimlich zu tun... und nur darum gibt es diesen 'Reiz des Verbotenen', diese Lust-Angst, die das ganze überhaupt erst so sexuell auflädt...
Nur weil 'Mann' keine Frauenkleider tragen darf in dieser Gesellschaft gibt es wohl auch diese Neigung zum Masochismus... weil auch da wieder das 'verbotene' zu einer Kopplung von Angst und Sexualität führt...
Und auch für diese Zwangsfeminisierungphantasien gilt zumindest teilweise dasselbe...
Wäre es gesellschaftlich völlig akzeptiert so etwas zu tun... Frauenkleider zu tragen, den Weg der Geschlechtsangleichung zu gehen und als Frau zu leben... ich glaube nicht, daß diese Vorstellung dann noch so Angstbesetzt und damit auch sexuell so attraktiv wäre...

FAZIT: Bei den sexuellen Eigenarten von Transidenten handelt es sich in Wirklichkeit wohl vor allem lediglich um REAKTIONEN auf die immer noch vorhandene Diskriminierung durch die Gesellschaft...
Ohne diese Diskriminierungen gäbe es diese sexuellen Besonderheiten bei Transidenten wohl zum größten Teil überhaupt nicht...

Erstaunlich, daß mir das jetzt erst klar wird...
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Donnerstag, 30. März 2006

Welches DSL hätten's denn gern...?

Hallo zusammen,
das frage ich mich gerade:

Welches DSL ich denn gerne hätte... oder besser gesagt, von welchem Anbieter...?

Bisher habe ich ja DSL 2000 von der Telekom... und eine Internet-Flatrate von 1&1.
Nachdem da letzten Monat aber gar nichts mehr ging, als mein alter Computer streikte, habe ich die Flatrate von 1&1 gekündigt...
Bei drei Monaten Kündigungsfrist dürfte die noch bis Ende Mai laufen, aber spätestens dann sollte ich was neues haben, denn ohne Flat ist Internet entschieden zu teuer...

Damals habe ich in meiner Verzweiflung dann auch beim erstbesten Anbieter der mir halbwegs zusagte DSL + Internetflat + Telefonflat bestellt... und es hiess auch, das würde so zehn Tage dauern, aber inzwischen ist das schon über einen Monat her... und ich habe seither nie wieder was von denen gehört...
Offenbar hat da irgendjemand den Auftrag verschlampt bei AOL...
Nun gut, da ich nicht mal ne Auftragsbestätigung von denen habe, bin ich auch nicht an meinen Auftragsantrag gebunden... kann und sollte mir also was neues suchen...

Bei 'Connect' haben sie gerade 12 Internetanbieter getestet und mit GUT oder SEHR GUT wurden bewertet:

*Strato
*1&1
*T-Online
*GMX
*AOL
*Freenet
*Arcor

Preislich macht es keinen allzugroßen Unterschied.
DSL 2000 + Internetflat + Phone-Flat
kosten jeweils zwischen 35,- und 40,- Euro pro Monat.

Und momentan rätsle ich, wohin ich gehen soll...

Arcor kommt für mich aus persönlichen Gründen auf keinen Fall in Frage...

Also vielleicht doch wieder zu 1&1 oder T-Online...?

Oder zu AOL die schon beim ersten Versuch den Auftrag verschlampt haben und deren Webseite bei mir momentan leer ist, so daß ich dort nicht mal die Preise ansehen kann...?

Oder lieber zu Strato (Testsieger und am günstigsten) oder GMX oder Freenet...?

Preislich macht es wie gesagt keinen allzu großen Unterschied...
Was mir wichtig wäre ist, daß man bei Problemen nicht total hängen gelassen wird - wie ich es im Februar mit 1&1 erlebt habe, darum ja die Kündigung...

Außerdem will ich KEIN NUR-WLAN-Modem, sondern eines wo man auch noch alles mit Kabel anschliessen kann, weil es mir herzlich unsympathisch ist alles was ich hier so schreibe per Funk zu verbreiten... Verschlüsselung hin oder her... auch die kann man schließlich knacken...

Darum meine Frage an euch:

Wie sind denn eure Erfahrungen mit DSL/Flat-Anbietern?

Wen könnt ihr empfehlen?

Und zu wem würdet ihr auf keinen Fall (wieder) gehen?

Immerhin werde ich mich da wohl für mindestens ein Jahr binden müssen, da sollte ich mir möglichst VORHER gut überlegen, wohin ich wechsle...

Viele Grüßle

Aurisa
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