Beschreibung
Verfahren zum Steuern eines piezoelektrischen Aktors und Steuereinheit zum Steuern eines piezoelektrischen Aktors.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern eines piezoelektrischen Aktors gemäß Patentanspruch 1 und eine Steuereinheit zum Steuern eines piezoelektrischen Aktors gemäß Patentanspruch 10.
Piezoelektrische Aktoren werden- in den verschiedensten technischen Bereichen eingesetzt, um ein Stellglied anzusteuern. Insbesondere eignen sich piezoelektrische Aktoren zum Ansteuern eines Schaltventils einer Pumpe-Düse-Einheit eines Kraft- stoffeinspritzsystems. Piezoelektrische Aktoren sind sehr schnell zu schalten, so dass die Einspritzvorgänge der Pumpe- Düse-Einheit präzise gesteuert werden können.
Moderne Pumpe-Düse-Einheiten, mit denen beispielsweise Diesel in eine Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges eingespritzt wird, verwenden hohe Kraftstoffdrücke von bis zu 2000 bar. Zudem nehmen die Anforderungen an die Abgasqualität immer mehr zu, so dass eine sehr präzise Einstellung der eingespritzten Kraftstoffmenge und eine Gleichstellung bei der Einspritzmenge verschiedener Zylinder einer Brennkraftmaschine erforderlich ist. Weiterhin sollen die präzisen Einspritzvorgänge während der gesamten Lebensdauer der Pumpe-Düse- Einheit auch bei entsprechenden Alterungserscheinungen eingehalten werden. Des weiteren sollen auftretende Tolleranzen bei den Pumpe-Düse-Einheiten ausgeglichen werden.
Für diese Ziele ist eine präzise Regelung der Pumpe-Düse- Einheiten erforderlich. Hierfür ist insbesondere das hydraulische Förderende der Pumpe-Düse-Einheit, das sich aus dem Öffnungsverhalten des piezoelektrischen Aktors ableiten lässt, möglichst genau zu bestimmen. Das Kennen des Zeitpunktes des hydraulischen Förderendes der Pumpe-Düse-Einheit ist
zur Sicherstellung der Kleinstnαengenstabilität aufgrund höherer Einspritzempfindlichkeit beim Ladevorgang des piezoelektrischen Aktors und dessen Hystereseverhalten notwendig. Auch für eine zylinderindividuelle Korrektur ist das Kennen des Zeitpunktes des hydraulischen Förderendes der Pumpe-Düse- Einheit erforderlich.
Da jedoch im Allgemeinen bei Einspritzventilen keine Wegmessung am Einspritzventil vorgesehen ist, wird das Öffnungsver- halten des Einspritzventils aus der Spannung des piezoelektrischen Aktors ermittelt. Dazu sind verschiedene Steuerverfahren bekannt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein verbessertes Verfahren zum Steuern eines piezoelektrischen Aktors und eine verbesserte Steuereinheit zum Steuern eines piezoelektrischen Aktors bereitzustellen.
Die Aufgabe der Erfindung wird durch das Verfahren gemäß Pa- tentanspruch 1 und durch die Steuereinheit gemäß Patentanspruch 10 gelöst.
Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass ein von der Teilhubspannung abhängiger Parameter als Re- gelgröße verwendet wird, und dass ein Sollwert für die Regelgröße festgelegt wird, mit der das Verfahren zum Steuern des piezoelektrischen Aktors durchgeführt wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird als Regel- große der Gradient der Spannung während der Entladezeit verwendet. Auf diese Weise wird eine individuelle Anpassung des Steuerverfahrens ermöglicht.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird ein Werte- bereich als Sollwert für die Teilhubspannung verwendet. Durch die Vorgabe eines Wertebereiches für die Teilhubspannung ist eine präzise Steuerung des Stellgliedes, insbesondere eine
Steuerung einer Schaltnadel eines Einspritzventils, insbesondere einer Pumpe-Düse-Einheit oder eines Common-Rail- Einspritzventils gegeben. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird als Sollgröße ein maximaler Spannungswert für die Teilhubspannung verwendet. Versuche haben gezeigt, dass durch die Verwendung eines maximalen Spannungswertes für die Teilhubspannung eine relativ präzise und effiziente Regelung des Steuerverfahrens gegeben ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird als Regelgröße die Teilhubspannung und als Sollwert der Gradient der Teilhubspannung verwendet. Dadurch ist eine weitere Verbesserung des Steuerverfahrens gegeben.
Das beschriebene Verfahren eignet sich insbesondere beim Einsatz bei einem Common-Rail-Einspritzventil oder einer Pumpe- Düse-Einheit eines Kraftstoffeinspritzsystems. Vorzugsweise werden die Spannungswerte des Aktors während einer Testansteuerung des Aktors erfasst, bei dem keine Einspritzung er- folgt, sondern nur Messwerte ermittelt werden. Somit wird der Einspritzbetrieb durch die Erfassung der Messwerte nicht beeinträchtigt.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird als Para- meter die Teilhubspannung verwendet und als Sollgröße eine Frequenz der Teilhubspannung vorgegeben. Versuche haben gezeigt, dass sich die Frequenz der Teilhubspannung für eine präzise Steuerung des piezoelektrischen Aktors eignet.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 eine schematische Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Figur 2 ein schematisches Diagramm zur Darstellung einer Einspritzsequenz mit Voreinspritzung und Haupteinspritzung,
Figur 3 eine detaillierte Darstellung einer Steuerventilöffnungsphase einer Pumpe-Düse-Einheit,
Figur 4 eine detaillierter Darstellung des Spannungsverlaufes während einer Absteuer- Haltephase,
Figur 5 der Entspannungsverlauf des piezoelektrischen Aktors während der Teilhubspannung und
Figur 6 eine einfach aufgebaute Ansteuerschaltung für den piezoelektrischen Aktor.
Die Erfindung wird am Beispiel einer Pumpe-Düse-Einheit be- schrieben, ist jedoch bei jeder Art von Einspritzventil, insbesondere bei einem Common-Rail-Einspritzventil einsetzbar.
Figur 1 zeigt in einer schematischen Darstellung eine Anordnung mit einer Pumpe-Düse-Einheit 2, die mit einer Messan- Ordnung 6 und einer Steuereinheit 5 verbunden ist. Die Pumpe- Düse-Einheit 2 stellt ein Einspritzventil beispielsweise für eine Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges dar, deren Einspritzvorgänge mit Hilfe eines piezoelektrischen Aktors 1 gesteuert werden. Der piezoelektrische Aktor 1 steuert in der dargestellten Ausführungsform ein Steuerventil 3, das über eine hydraulische Verbindung eine Position einer Düsennadel der Pumpe-Düse-Einheit 2 steuert. Abhängig von der Stellung des Steuerventils 3 wird die Düsennadel von einem Dichtsitz abgehoben und eine Einspritzung ausgelöst. Der grundsätzliche Aufbau der Pumpe-Düse-Einheit 2 ist bekannt und wird in der vorliegenden Anmeldung nicht näher erläutert. Das Steuerventil 3 weist eine Dichtfläche 13 auf, die einem Dichtsitz 14 zugeordnet ist. Die Dichtfläche 13 ist an einer Endfläche einer Steuerventilnadel 17 des Steuerventils 13 ausgebildet. Der Dichtsitz 14 ist ringförmig um eine Einlassöffnung eines Zulaufes 15 angeordnet. Der Zulauf 15 steht mit einem Kraft- stoffreservoir in Verbindung. Die Pumpe-Düse-Einheit weist
eine Einspritzdüse 10 mit einem Druckraum 25 auf, in der eine Düsennadel 24 angeordnet ist. Die Einspritzdüse 10 weist Einspritzlöcher 18 auf, über die Kraftstoff vom Druckraum 25 im Einspritzvorgang abgegeben wird. Der Zulauf 15 mündet über die Einlassöffnung in eine Verbindungsleitung 16, die mit einem Pumpraum einer Pumpe und dem Druckraum 25 der Pumpe-Düse- Einheit verbunden ist. Im Druckraum 25 ist die Düsennadel 24 mit Druckflächen angeordnet. Abhängig vom Druck im Druckraum 25 wird die Düsennadel 24 von einem zugeordneten Nadeldicht- sitz 26 abgehoben und die Einspritzung erfolgt.
Der piezoelektrische Aktor 1 ist über elektrische Leitungen 4 mit einer Ladeeinheit 7 verbunden. Die Ladeeinheit 7 steht über eine Steuerleitung 8 mit der Steuereinheit 5 in Verbin- düng. Die Steuereinheit 5 ist zudem an einen Datenspeicher 11 angeschlossen. Weiterhin ist die Messanordnung 6 über erste Messleitungen 12 an die elektrischen Leitungen 4 angeschlossen. Die Messanordnung 6 steht zudem über eine zweite Messleitung 9 mit der Steuereinheit 5 in Verbindung.
Die Steuereinheit 5 steuert die Ladeeinheit 7 in der Weise an, dass der piezoelektrische Aktor 1 in der gewünschten Weise das Steuerventil 3 steuert, damit die Düsennadel 24 zu festgelegten Zeiten vom Nadeldichtsitz 26 abhebt und Kraft- stoff vom Druckraum 25 über die Einspritzlöcher 18 abgibt. Insbesondere ist die Regelung des Förderendes, d.h. das Schließen der Einspritzlöcher von besonderer Bedeutung für die Qualität der Einspritzung. Dazu sind im Datenspeicher 11 festgelegte Steuerverfahren abgelegt, nach denen die Steuer- einheit 5 die Ladeeinheit 7 ansteuert, um definierte Teilhübe des Aktors 1 insbesondere bei der Regelung des Förderendes zu erreichen. Zur Regelung des Steuerverfahrens wird über die Messanordnung 6 die am piezoelektrischen Aktor 1 anliegende Spannung über die elektrischen Leitungen 4 erfasst und an die Steuereinheit 5 über die zweite Messleitung 9 gemeldet. Abhängig von der erfassten Spannung und einem Vergleich mit im Datenspeicher 11 abgelegten Spannungswerten passt die Steuer-
einheit 5 die Ansteuerung der Ladeeinheit 7 an, um den gewünschten Spannungsverlauf am Aktor 1 zu erreichen. Der Spannungsverlauf am Aktor 1 legt die Teilhübe des piezoelektrischen Aktors, insbesondere beim Förderende, und damit die Einspritzcharakteristik der Pumpe-Düse-Einheit 2 fest.
Figur 2 zeigt ein Diagramm für einen typischen Einspritzverlauf eines Einspritzventils, insbesondere einer Pumpe-Düse- Einheit 2 mit einer Voreinspritzung und einer Haupteinsprit- zung. In der obersten Diagrammlinie ist die Piezospannung, d. h. die am piezoelektrischen Aktor 1 anliegende Spannung, über die Zeit bzw. den Kurbelwellenwinkel aufgetragen. Die Piezospannung wird von der Messanordnung 6 über die elektrischen Leitungen 4 erfasst. In einem ersten Zeitabschnitt T 1 ist die Voreinspritzung und in einem folgenden zweiten Zeitabschnitt T 2 die Haupteinspritzung dargestellt. Bei der Voreinspritzung wird die Piezospannung erst auf einen ersten Spannungswert U 1 und anschließend nach einem kurzen Abfall auf einen zweiten Spannungswert U 2 erhöht, der größer als der erste Spannungswert U 1 ist. Der zweite Spannungswert U 2 stellt eine Startspannung dar. Nach einer festgelegten Zeitspanne wird die Spannung vom zweiten Spannungswert U 2 auf einen dritten Spannungswert U 3 abgesenkt und nach einem kurzen Erhöhen der Spannung entgültig auf einen vierten Span- nungswert U 4 abgesenkt, der kleiner als der dritte Spannungswert U 3 ist. Die Spannung zwischen dem dritten und vierten Spannungswert U 3, U 4 stellt eine Teilhubspannung dar. Durch die verschiedenen Spannungswerte werden Teilhübe des piezoelektrischen Aktors 1 eingestellt.
In Figur 2 ist unter der Piezospannung die Position der Steuerventilnadel 17 über die Zeit bzw. den Kurbelwellenwinkel aufgetragen. Die Position der Steuerventilnadel 17 hängt von der Piezospannung ab. Durch die Vorgabe der Teilhubspannungen werden Teilhübe der Steuerventilnadel 17 vorgegeben. Zudem ist die Teilhubspannung proportional zu einem Nadelhub bzw. einer Position der Steuerventilnadel 17 des Steuerventils 3.
Damit kann die Teilhubspannung als Regelgröße für die Regelungen von Teilhüben der Steuernadel 17 eingesetzt werden, insbesondere beim Förderende der Einspritzung. In der untersten Diagrammlinie ist die Position der Düsennadel 24 über die Zeit bzw. den Kurbelwellenwinkel aufgetragen.
Die Position der Steuerventilnadel 17 erreicht zu einem Zeitpunkt TS die maximale Auslenkung, die einem Anlegen der Steuerventilnadel 17 mit der Dichtfläche 13 am Dichtsitz 14 ent- spricht. Zu diesem Zeitpunkt ist der Zulauf 15 geschlossen.
Da zu diesem Zeitpunkt die Pumpe der Pumpe-Düse-Einheit 2 den in dem Pumpraum befindlichen Kraftstoff verdichtet, steigt der Druck im Druckraum 25 und an Druckflächen der Düsennadel 24 an, so dass die Düsennadel 24 zum Zeitpunkt TS vom Nadel- dichtsitz 26 abhebt, wie aus dem unteren Diagramm ersichtlich ist. Zum Zeitpunkt TS startet somit der Einspritzvorgang. Zeitlich versetzt zum Absenken der Piezospannung vom zweiten Spannungswert ü 2 zum dritten Spannungswert U 3 beginnt die Steuerventilnadel 17 zum Zeitpunkt TE wieder vom Dichtsitz 14 abzuheben. Aufgrund der Trägheit des Systems erreicht die Düsennadel 24 zu einem späteren Zeitpunkt TN ihren maximalen Öffnungshub, um sich anschließend zu einem Zeitpunkt TP wieder auf den Nadeldichtsitz 26 abzusetzen. Aufgrund der Trägheit des Systems ist es für eine genaue Steuerung der Ein- spritzung erforderlich, dass die Steuerventilnadel 17 in
Teilhüben angesteuert wird, um die Düsennadel 24 präzise zu steuern. Dies ist insbesondere beim Beenden der Einsritzung erforderlich, d.h. beim Aufsetzen der Düsennadel 24 auf den Nadeldichtsitz 26.
Im zweiten Zeitabschnitt T2 wird eine Ansteuerung des piezoelektrischen Aktors 1 durchgeführt, die einer Haupteinspritzung entspricht. Der wesentliche Unterschied zwischen der Voreinspritzung und der Haupteinspritzung besteht darin, dass die Zeitdauer, in der die zweite Spannung U 2 am piezoelektrischen Aktor 1 anliegt, länger als bei der Voreinspritzung
ist. Damit ist die Düsennadel länger vom Dichtsitz abgehoben und es wird mehr Kraftstoff eingespritzt.
Aufgrund der Trägheit des Systems ist eine präzise Ansteue- rung des piezoelektrischen Aktors zur Einstellung einer präzisen Kraftstoffmenge, die von der Pumpe-Düse-Einheit 2 abgegeben wird, erforderlich. Hierfür ist insbesondere das hydraulische Förderende der Pumpe-Düse-Einheit, das sich aus dem Öffnungsverhaltens des Steuerventils 3 ableiten lässt, mög- liehst genau zu bestimmen. Zur Sicherstellung der Kleinstmen- genstabilität ist es aufgrund der höheren Einspritzempfindlichkeit beim Entladevorgang des piezoelektrischen Aktors 1, der in der dargestellten Ausführungsform einem Öffnen des Steuerventils 3 und damit einem Beenden des Einspritzvorgan- ges entspricht, und aufgrund des Hysterseverhaltens des piezoelektrischen Aktors erforderlich das hydraulische Förderende der Pumpe-Düse-Einheit präzise zu regeln. Das Förderende wird durch den Entladevorgang des Aktors festgelegt, so dass der Entladevorgang präzise über Teilhübe der Spannung zu steuern ist. Vorzugsweise wird eine Zylinder-individuelle Regelung des Förderendes der Pumpe-Düse-Einheit vorgesehen, wenn bei einer Brennkraftmaschine mehrere Pumpe-Düse- Einheiten für jeweils einen Zylinder vorgesehen sind. In Abhängigkeit von der Ausführungsform kann auch der Ladevorgang des Aktors in Teilhüben geregelt werden, wenn es sich um ein Steuerventil 3 handelt, das im unbestromten Zustand des Aktors 1 geschlossen ist und durch den Ladevorgang des Aktors 1 die Einspritzung beendet wird.
Da keine Wegmessung der Position des Steuerventils 3 zur Verfügung steht, wird näherungsweise die Öffnungszeit und/oder das Öffnungsverhalten des Steuerventils aus der Spannungskurve der am piezoelektrischen Aktor 1 anliegenden Spannungs ermittelt, um somit eine Regelgröße für die Regelung des Förde- rendes der Pumpe-Düse-Einheit zu erhalten.
Das Förderende der Pumpe-Düse-Einheit 1 ist dadurch gekennzeichnet, dass sich nach dem Abheben der Steuerventilnadel 17 von dem zugeordneten Dichtsitz der Öffnungsquerschnitt des Steuerventils 3 vergrößert, sodass sich eine Druckabbauphase im KraftstoffSystem der Pumpe-Düse-Einheit 3 einstellen kann. Die Öffnungsphase des Steuerventils 3 bestimmt in hohem Maße die Kleinstmengenstabilität. Die Öffnungsphase des Steuerventils betrifft den zeitlichen Bereich, in dem die Spannung am piezoelektrischen Aktor 1 von der zweiten Spannung U 2 über die dritte Spannung U 3 auf die vierte Spannung U 4 abgesenkt wird.
In der Öffnungsphase des Steuerventils 3 wird die Bewegung der Steuerventilnadel 17 im wesentlichen durch den Entlade- gradient, d. h. die Spannungsänderung am piezoelektrischen Aktor 1, durch die aufgebrachte Ventildichtkraft, durch die 'Wirkung der nicht dargestellten Rückstellfeder der Steuerventilnadel 17 und durch den entstehenden Druckimpuls bestimmt. Hierbei lässt sich der Bewegungsverlauf der Steuerventilnadel 17 durch eine Parabelfunktion höherer Ordnung beschreiben. Erreicht die Steuerventilnadel 17 beim Abheben einen nicht dargestellten Öffnungsanschlag oder wird die Steuerventilnadel 17 durch eine elektrische Haltezeit während des Entladevorgangs gebremst, ändern sich aufgrund des Kraftschlusses zwischen dem piezoelektrischen Aktor 1 und der mechanischen
Strecke des Steuerventils 3 die inherenten Parameter des piezoelektrischen Aktors aufgrund des piezoelektrischen Effektes. Im Verlauf der Piezospannung und in der Piezoladung ist dann ein Anstieg bzw. eine Änderung der Verlaufsform festzu- stellen.
Figur 3 zeigt in einer vergrößerten Darstellung die Piezospannung U, den Ventilnadelweg V der Steuerventilnadel 17 und den Druckverlauf P des Kraftstoffs im Druckraum 25 bei der Öffnungsphase des Steuerventils 3, d.h. bei der Einleitung des Einspritzendes, d.h. des Förderendes der Pumpe-Düse- Einheit 2. Die Kennlinien sind über der Zeit bzw. dem Kurbel-
wellenwinkel aufgetragen. Ab einem dritten Zeitpunkt T 3 wird gemäß der Ansteuerung durch die Steuereinheit 5 von der Ladeeinheit 7 eine Entladung des piezoelektrischen Aktors 1 durchgeführt, so dass die Spannung U vom zweiten Spannungs- wert U 2 über einen Entladegradienten auf den dritten Spannungswert U 3 absinkt. Aufgrund der Trägheit folgt die Steuerventilnadel 17 zeitlich versetzt und hebt erst zu einem vierten Zeitpunkt T 4 vom Dichtsitz 14 ab': Aufgrund der Trägheit des Systems erreicht der Kraftstoffdruck P im Druckraum 25 zu einem fünften Zeitpunkt T 5 den maximalen Druckwert, der nach dem vierten Zeitpunkt T 4 liegt.
Der dritte Spannungswert U 3 wird zu einem sechsten Zeitpunkt T 6 erreicht. Nach dem sechsten Zeitpunkt T 6 schließt sich eine Haltephase an, die bis zu einem siebten Zeitpunkt T 7 dauert, in der die Ladeeinheit 7 die Spannung am piezoelektrischen Aktor 1 nicht weiter beeinflusst. Aufgrund des piezoelektrischen Effektes steigt in der Haltephase zwischen dem sechsten Zeitpunkt und dem siebten Zeitpunkt T 6, T 7 die Teilspannung leicht an. Die Spannung am piezoelektrischen Aktor 1 wird während der Haltephase als Teilhubspannung bezeichnet. Die Teilhubspannung, insbesondere der Gradient der Teilhubspannung ist proportional zum Hub der Steuerventilnadel 17. Deshalb kann die Teilhubspannung als Regelparameter verwendet werden, um einen Teilhub der Steuerventilnadel 17 zu steuern. Ab dem siebten Zeitpunkt T 7 senkt die Ladeeinheit 7 die elektrische Spannung am piezoelektrischen Aktor 1 durch einen Entladevorgang bis zu dem vierten Spannungswert U 4, der in dem dargestellten Ausführungsbeispiel dem Wert 0 Volt entspricht.
Figur 4 zeigt einen Ausschnitt der Piezospannung zwischen dem dritten Zeitpunkt T 3 und dem siebten Zeitpunkt T 7.
Versuche haben gezeigt, dass eine präzise Steuerung der Pumpe-Düse-Einheit 2 dadurch erreicht wird, dass der Entladegradient zwischen der zweiten Spannung U 2 und der dritten Span-
nung U 3 als Zylinder-individuelle Stellgröße zur Steuerung und/oder Regelung von Teilhüben der Steuerventilnadel 17 vorgegeben wird. Anstelle des Entladegradienten kann auch die zwischen dem dritten und dem sechsten Zeitpunkt T 3, T 6 dem piezoelektrischen Aktor 1 durch die Ladeeinheit 7 zu entnehmende Energie oder der Energiegradient verwendet werden. Diese Stellgrößen werden somit für jede Pumpe-Düse-Einheit über entsprechende Steuerprogramme im Datenspeicher 11 abgelegt.
Weiterhin wird eine Verbesserung der Ansteuerung der Pumpe- Düse-Einheit 2 durch eine Regelung der Teilhubsteuerung der Steuerventilnadel 17 erreicht. Das Regelungsverfahrens verwendet den Gradientenverlauf der Teilhubspannung zwischen dem sechsten Zeitpunkt T 6 und dem siebten Zeitpunkt T 7 während der Haltephase vorzugsweise individuell als Regelgröße für jede Pumpe-Düse-Einheit 2 einer Brennkraftmaschine mit mehreren Pumpe-Düse-Einheiten. Die entsprechenden Steuerprogramme, mit denen der individuelle Gradientenverlauf der Teilhubspannung des piezoelektrischen Aktors der Pumpe-Düse-Einheit 2 erreicht wird, sind im Datenspeicher 11 abgelegt. Die Steuereinheit 5 greift auf die entsprechenden Steuerprogramme zu und steuert in der entsprechenden Weise die Ladeeinheit 7, die eine entsprechende Entladung des piezoelektrischen Aktors 1 durchführt. Somit werden zur Regelung der Pumpe-Düse- Einheit 2 die am piezoelektrischen Aktor 1 anliegende Spannung und der Gradient der Teilhubspannung durch die Messanordnung 6 erfasst und an die Steuereinheit 5 weitergeleitet. Die Steuereinheit 5 vergleicht den gemessenen Gradienten der Teilhubspannung während der Haltephase mit einem für die Pum- pe-Düse-Einheit 2 abgelegten Referenzwert. Bei einer Brennkraftmaschine mit mehreren Pumpe-Düse-Einheiten 2 ist für jede Pumpe-Düse-Einheit ein individueller Referenzwert abgelegt. Entspricht der erfasste Spannungsgradient nicht dem abgelegten Spannungsgradienten, so wird eine Änderung der An- Steuerung des piezoelektrischen Aktors in der Weise durchgeführt, dass sich der tatsächliche Spannungsgradient der Teilhubspannung am Aktor 1 an den im Datenspeicher 11 abgelegten
Spannungsgradienten annähert. In einer einfachen Ausführungsform wird zur Regelung der Teilhubspannung ein maximaler Spannungswert am Ende der Haltephase als Regelwert verwendet.
Vorzugsweise wird die Entladezeit, d.h. die Zeit zwischen dem dritten und dem sechsten Zeitpunkt T 3, T 6 konstant gehalten und der Entladegradient zum Erreichen der gewünschten Spannung zum sechsten Zeitpunkt T 6 verändert. Versuche haben gezeigt, dass durch eine Regelung der Teilhubspannung während der Haltephase, d.h. zwischen dem sechsten und dem siebten Zeitpunkt T 6, T 7 eine präzise Einspritzcharakteristik der Pumpe-Düse-Einheit 2 erreicht wird.
Figur 5 zeigt die Teilhubspannung U am Aktor 1 während der Haltephase, wobei die Teilhubspannung ü ein Schwingungsspektrum aufweist. Versuche haben gezeigt, dass als Regelgröße auch der Schwingungsverlauf der Teilhubspannung während der Haltezeit verwendet werden kann. Die Frequenz bzw. die Amplitude der Teilhubspannung wird durch die Feder-Masse- Charakteristik der Steuerventilstrecke in der Pumpe-Düse- Einheit 2 bestimmt. Somit kann sowohl der Gradient der Teilhubspannung als auch der Amplitudenverlauf der Teilhubspannung als Regelgröße für die Steuerung der Pumpe-Düse-Einheit 2 verwendet werden. Bei der Verwendung des Amplituden- Verlaufes sind entsprechende Vergleichsamplitudenverläufe für die Teilhubspannung während der Haltephase im Datenspeicher 11 abgelegt. Für eine Regelung erfasst die Messanordnung 6 den Amplitudenverlauf der Piezospannung während der Haltephase und gibt diesen an die Steuereinheit 5 weiter. Die Steuer- einheit 5 vergleicht den erfassten Amplitudenverlauf der
Teilhubspannung mit dem abgespeicherten Amplitudenverlauf. In Abhängigkeit von der Abweichung wird die Ladeeinheit 7 entsprechend angesteuert, um eine Angleichung des tatsächlichen Amplitudenverlaufes der Piezospannung während der Haltephase an den Vergleichsamplitudenverlauf zu erhalten. In entsprechender Weise wird auch die gemessene Frequenz mit einer Vergleichsfrequenz verglichen und die Ansteuerung der Ladeein-
heit 7 in der Weise bei der nächsten Haltephase angepasst, dass eine Annäherung der gemessenen Frequenz an die Vergleichsfrequenz erfolgt.
Die Korrektur der Öffnungszeit des Steuerventils bzw. des Förderendes der Pumpe-Düse-Einheit wird über eine entsprechende Verstellung der Entladeenergie vorzugsweise zylinderindividuell und das resultierende Streckenverhalten erreicht. Das resultierende Streckenverhalten ist dadurch gekennzeich- net, dass durch eine festeingestellte, elektrische Haltephase die Bewegung der Steuerventilnadel 17 in der Weise beein- flusst wird, dass sich diese signifikant in der Spannung bzw. auch in der Piezoladung abbildet. Die Entladeenergie wird nun so lange verstellt, bis sich ein gewünschter Referenzverlauf der Amplitude der Spannung bzw. ein Referenzgradient der
Spannung während der Haltephase einstellt und somit reproduzierbar und zylinderindividuell das Öffnungsverhalten bzw. das Förderende der Pumpe-Düse-Einheit gesteuert werden kann.
Vorzugsweise erfasst die Messanordnung 6 die am piezoelektrischen Aktor 1 anliegende Spannung während eines Normierimpulses, in dem der piezoelektrische Aktor 1 entsprechend einer üblichen Einspritzung angesteuert wird, jedoch die Nockenwelle die Pumpe der Pumpe-Düse-Einheit nicht betätigt.- Die Er- fassung der Spannung des piezoelektrischen Aktors 1 kann jedoch auch während eines normalen Förderimpulses durchgeführt werden.
Bei einem stromlos geschlossenen Steuerventil 1 kann in ana- loger Weise der Ladevorgang des piezoelektrischen Aktors 1 gesteuert und/oder geregelt werden, um Teilhübe der Steuerventilnadel 17 für ein Einspritzende zu steuern bzw. zu regeln.
Figur 6 zeigt einen einfachen Aufbau der Ansteuerung des piezoelektrischen Aktors 1. Vom Datenspeicher 11 wird als Sollwert ein Referenzgradient zur Verfügung gestellt, der an eine
erste Addiereinheit 20 weitergeleitet wird. Der ersten Addiereinheit 20 wird ein Gradient der gemessenen Spannung des piezoelektrischen Aktors 1 über einen zweiten Eingang zugeführt. Die erste Addiereinheit 20 bildet die Differenz zwi- sehen dem Sollgradienten des Datenspeichers 11 und dem gemessenen Gradienten der Teilhubspannung und gibt die Differenz an einen ersten Steuerblock 21 weiter. Der erste Steuerblock 21 ermittelt aus dem Differenzwert ein Steuersignal für die Ladeeinheit 7. Das Steuersignal wird vom ersten Steuerblock 21 an eine zweite Addiereinheit 22 weitergeleitet. Weiterhin wird ein Sollsteuersignal einem zweiten Steuerblock 23 zugeführt. Der zweite Steuerblock 23 führt eine Kompensation bzgl. des Hystereseverhaltens des piezoelektrischen Aktors 1 durch und gibt ein korrigiertes Sollsteuersignal an einen zweiten Eingang der zweiten Addiereinheit 22. Die zweite Addiereinheit 22 addiert das korrigierte Sollsteuersignal mit dem Steuersignal und gibt ein Endsteuersignal an die Ladeeinheit 7 weiter. Die Ladeeinheit 7 ermittelt aus dem Endsteuersignal eine piezoelektrische Spannung, mit der der piezo- elektrische Aktor 1 angesteuert wird, um ausgehend von der zweiten Spannung U 2 eine Entladung des Aktors auf die dritte Spannung U 3 in der festgelegten Zeit vom dritten Zeitpunkt T 3 zum sechsten Zeitpunkt T 6 entladen wird, um während der Haltephase eine Teilhubspannung am Aktor 1 zu erhalten, die einen Gradienten gemäß dem Sollgradienten aufweist. Zudem wird die von der Ladeeinheit 7 abgegebene Spannung erfasst und ein Spannungsgradient ermittelt, der an die erste Addiereinheit 20 weitergegeben wird. Mit der beschriebenen Anordnung ist ein einfacher Aufbau einer Steuereinheit zur Durch- führung des erfindungsgemäßen Verfahrens gegeben.
Das Steuerverfahren, das am Beispiel der Steuerventilnadel der Pumpe-Düse-Einheit beschrieben wurde, ist in analoger Weise auf die Steuerung eines Servoventils eines Common-Rail- Einspritzventils und in analoger Weise auf die direkte Steuerung der Düsennadel eines Einspritzventils anwendbar, wobei
der piezoelektrische Aktor das Servoventil bzw. die Düsennadel direkt ansteuert.
Bei einem Common-Rail-Einspritzventil wird mit dem piezo- elektrischen Aktor ein Servoventil angesteuert, das einen
Steuerraum mit einem Ablaufräum verbindet. Der Steuerraum ist mit einem Zulauf mit dem Druckspeicher des Common-Rail verbunden. Zudem wird die Düsennadel von dem Druck im Steuerraum auf den zugeordneten Dichtsitz vorgespannt. Die Düsennadel grenzt dabei direkt oder über einen Druckkolben an den Steuerraum. Zudem weist die Düsennadel Druckflächen im Druckraum auf, an denen der Druck des Druckraums angreift und die Düsennadel vom Dichtsitz abheben will. Die Druck- und Flächenverhältnisse sind jedoch so gewählt, dass bei geschlossenem Servoventil die Düsennadel durch den Druck im Steuerraum dichtend gegen den Dichtsitz gedrückt wird. Wird nun das Steuerventil über den piezoelektrischen Aktor geöffnet, so sinkt der Druck im Steuerraum, da über den Zulauf weniger Kraftstoff in den Steuerraum fließt als über den Ablauf in den Ablaufräum abfließt. Der Druckraum ist an den Druckspeicher des Common-Rail angeschlossen. Da der Druck im Druckraum nicht sinkt, wird die Düsennadel von dem Kraftstoffdruck im Druckraum über die Einwirkung auf die Druckflächen vom Dichtsitz abgehoben. Damit wird eine Verbindung zwischen dem Druckraum und Einspritzlöchern freigegeben. Somit wird Kraftstoff vom Druckraum über die Einspritzlöcher abgegeben. Die Einspritzung beginnt. Zum Beenden der Einspritzung wird durch eine Ansteuerung des piezoelektrischen Aktors das Servoventil wieder geschlossen. Damit wird der Abfluss über den Ablauf gestoppt und der Druck im Steuerraum erhöht sich wieder. Ab einem festgelegten Druck im Steuerraum wird die Düsennadel gegen den Druck im Druckraum wieder auf den Dichtsitz gedrückt und die Einspritzung wird beendet.
Abhängig von der gewählten Ausführungsform kann eine Düsennadel auch direkt von einem piezoelektrischen Aktor betätigt
werden. Dieses Prinzip ist insbesondere bei Benzin- Einspritzventilen einsetzbar.
Durch das beschriebene Steuerverfahren wird als Steuerventil das Servoventil bei einem Common-Rail-Einspritzsystem angesteuert und dadurch das Einspritzverhalten des Einspritzventils verbessert. In analoger Weise erfolgt auch eine Verbesserung des Einspritzverhaltens bei einem Einspritzventil, bei dem die Düsennadel direkt vom piezoelektrischen Aktor ange- trieben wird.