Beschreibung
Verfahren zur Crestfaktor-Reduzierung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Crestfaktor- Reduzierung eines zu sendenden Datensymbols in einem Mehrtra- ger-Datenubertragungssystem, bei dem das zu sendende Datensymbol eine Funktion einer Vielzahl von innerhalb eines vorgegebenen Datenrahmens vorgesehener Signale ist und jedes dieser Signale einem Trager zugeordnet ist, wobei jeder Trager jeweils mindestens eine Frequenz aus einem Sendedatenspektrum belegt, wobei zumindest ein Trager reserviert ist, der nicht für die Datenübertragung vorgesehen ist.
In der modernen Telekommunikation spielt die hochbitratig'e Datenübertragung auf einer Teilnehmerleitung eine zunehmend größere Rolle, insbesondere deshalb, da man sich von ihr eine großer nutzbare Bandbreite der zu übertragenden Daten kombiniert mit einer bidirektionalen Datenkommunikation ver- spricht.
Eine Technik, die in jüngster Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die sogenannte Mehrtrager-Datenubertragung, die auch als "Multi-Carrier"-Ubertragung, als „Discrete Multitone (DMT)" Übertragung oder als „Orthogonal Frequency Division
Multiplexing (OFDM)" Übertragung bekannt ist. Eine solche Datenübertragung wird beispielsweise bei leitergebundenen Systemen, aber auch im Funkbereich, f r Broadcast-Systeme und für den Zugang zu Datennetzen verwendet. Solche Systeme zur Übertragung von Daten mit Mehrtragerubertragung verwenden eine Vielzahl von Tragerfrequenzen, wobei für die Datenübertragung der zu übertragende Datenstrom in viele parallele Teilstrome zerlegt wird, welche im Frequenzmultiplex unabhängig voneinander übertragen werden. Diese Teilstrome werden auch als Einzeltrager bezeichnet.
Ein Vertreter der Mehrträger-Datenübertragung ist die ADSL- Technik, wobei ADSL für „Asymmetrie Digital Subscriber Line" steht. Mit ADSL ist eine Technik bezeichnet, die die Übertragung eines hochbitratigen Bitstromes von einer Zentrale zum Teilnehmer und eines niederbitratigen, vom Teilnehmer zu einer Zentrale führenden Bitstromes erlaubt. Bei dieser Technik wird die Telekommunikationsleitung in zumindest einen Kanal für herkömmliche Telefondienste (also Sprachübertragung) und mindestens einen weiteren Kanal für die Datenübertragung un- terteilt.
Wenngleich bereits sehr viele Probleme bei solchen Mehrträger-Datenübertragungssystemen wie ADSL gelöst sind, bleiben immer noch einige Probleme ungelöst.
Ein mit dieser Mehrträger-Datenübertragung einher gehendes Problem ergibt sich dadurch, dass infolge der Überlagerung sehr vieler Einzelträger sich diese kurzzeitig zu sehr hohen Spitzenwerten im Sendesignal aufaddieren können. Das Verhält- nis von Spitzenwert zu Effektivwert wird als Crestfaktor, sein Quadrat als PAR (Peak to Average Ratio) bezeichnet. Speziell bei Mehrträgersystemen wie ADSL kann der Crestfaktor sehr groß - zum Beispiel größer als 6 - werden. Auch wenn diese Spitzenwerte in der sich daraus ergebenden Amplitude sehr selten und typischerweise nur für sehr kurze Zeitdauern vorhanden sind, stellen sie einen großen Nachteil der Mehrträger-Datenübertragung dar.
Ein großer Crestfaktor verursacht verschiedene Probleme im Gesamtsystem der Datenübertragung:
Die maximal mögliche Aussteuerung der Digital/Analog-Wandler und der analogen Schaltungsteile, zum Beispiel Filter und Leitungstreiber, müssen in ihrem Aussteuerbereich und ihrer Dynamik bzw. Auflösung für die maximal vorkommenden Spitzenwerte ausgelegt sein. Das bedeutet, diese Schaltungsteile müssen wesentlich größer dimensioniert sein, als die effekti-
ve Aussteuerung. Dies geht mit einer entsprechend hohen Betriebsspannung einher, was unmittelbar auch zu einer hohen Verlustleistung führt. Speziell bei Leitungstreibern, die im Allgemeinen eine nicht zu vernachlässigende Nichtlinearität aufweisen, führt dies zu einer Verzerrung des zu sendenden Signals .
Ein weiteres Problem der Datenübertragung bei hohen Crestfak- toren besteht darin, dass ein sehr hoher Spitzenwert im Sen- designal die maximal mögliche Aussteuerung überschreiten kann. In diesem Falle setzt eine Begrenzung des Sendesignals ein - man spricht hier von einem Clipping. In diesen Fällen repräsentiert das Sendesignal aber nicht mehr die ursprüngliche Sendesignalfolge, so dass es zu Übertragungsfehlern kommt.
Aus diesem Grunde besteht bei Mehrträger-Datenübertragungssystemen der Bedarf, solche Spitzenwerte weitestgehend zu unterdrücken oder zu vermeiden. Dieses Problem ist in der Lite- ratur unter dem Begriff Crestfaktor-Reduzierung oder auch
PAR-Reduzierung bekannt. Es existieren hier mehrere Lösungsansätze zur Reduzierung des Crestfaktors :
Bei einem bekannten Verfahren werden einige Träger oder Trä- gerfrequenzen aus dem Mehrträger-Datenübertragungssystem reserviert (typischerweise etwa 5% des Spektrums) . Aus diesen reservierten Trägern wird eine Funktion im Zeitbereich mit möglichst hohem, zeitlich schmalem Spitzenwert erzeugt, die das Korrektursignal bzw. den sogenannten Kernel bildet. Ite- rativ wird dieser Kernel, der lediglich die reservierten Träger belegt, mit einem Amplitudenfaktor gewichtet, der proportional der Differenz von maximalem Spitzenwert und gewünschtem Maximalwert ist, und im Zeitbereich vom Sendesignal subtrahiert. Dabei wird der Kernel an die Stelle des entspre- chenden Spitzenwertes des Sendesignals, der für den überhöhten Crestfaktor verantwortlich ist, zyklisch verschoben. Der Verschiebungssatz der DFT-Transformation stellt sicher, dass
auch nach der Verschiebung nur die reservierten Träger belegt werden.
In der internationalen Patentanmeldung WO 03/026240 A2 ist ein auf dem vorstehend beschriebenen Verfahren aufbauendes Verfahren beschrieben, bei dem Spitzenwerte im zu sendenden Zeitsignal, die für einen zu hohen Crestfaktor verantwortlich sind, durch iterative Berechnung des Korrektursignals reduziert werden. Dabei findet eine Überabtastung des Eingangs- signals sowie eine Modellierung der der Schaltung zur
Crestfaktor-Reduzierung nachgeschalteten Filter statt, um dadurch eine optimale Crestfaktor-Reduzierung und damit eine hohe Qualität der Datenübertragung zu gewährleisten .
Die oben beschriebenen Verfahren bauen auf der Existenz, Manipulation und iterativer Anwendung von Korrektursignalen im Zeitbereich - den sogenannten Kernels - auf. Diese Verfahren arbeiten lediglich im Zeitbereich und sind daher durch ihre Schnelligkeit und geringe Komplexität gekennzeichnet.
Für die Mehrträgerdatenübertragung wird das zu sendende reelle, -zeit- und wertediskrete (digitale) Signal aus einzelnen Rahmen mit vorgegebener Zeitdauer - den sogenannten Frames - zusammengesetzt. Jeder Rahmen enthält eine feste Anzahl von Teilsignale, die das Ergebnis einer inversen Fourier-
Transformation sind und gewissermaßen die Sendedaten, die beispielsweise über eine Telefonleitung gesendet werden sollen, enthalten. Diese auf einzelne Trägerfrequenzen verteilten Sendedaten innerhalb eines Rahmens bilden das Datensym- bol, im Falle von ADSL das ADSL-Symbol. Die letzten Werte eines jeweiligen Datensymbols werden innerhalb des Rahmens jeweils zusätzlich vor dem zu sendenden Datensymbol eingesetzt. Diese Werte bilden ein sogenanntes zyklisches Präfix eines zu sendenden Datensymbols, welches im Falle von ADSL durch den Standard vorgegeben ist.
Da dieses zyklische Präfix ein Abbild eines Teils des Datensymbols ist, können dort auch Spitzenwerte vorkommen. Üblicherweise ist es für die Crestfaktor-Reduzierung ausreichend, Spitzenwerte im Bereich des Datensymbols ohne Berücksichti- gung dieses zyklischen Präfixes zu detektieren. Man geht hier davon aus, dass ein Spitzenwert im Bereich des zyklischen Präfixes ebenso eine korrespondierende Spitze im eigentlichen Datensymbol aufweist.
Figur 1 zeigt eine Kennlinie mit und ohne Crestfaktor- Reduzierung. Die durchgezogene Linie (A) bezeichnet hier die Kennlinie ohne Crestfaktor-Reduzierung und die gestrichelte Linie bezeichnet eine ideale Kennlinie (B) für den Fall, dass eine Crestfaktor-Reduzierung vorgenommen wird. Es hat sich allerdings gezeigt, dass diese ideale Kennlinie nicht oder zumindest sehr schwer erreichbar ist, insbesondere dann wenn für die Crestfaktor-Reduzierung eine Vielzahl von Iterationen vorgesehen sind. Vielmehr ergibt sich bei derzeit verwendeten Verfahren zur Crestfaktor-Reduzierung eine Kennlinie (C) , die der punktierten Linie entspricht. Diese punktierte Kennlinie (C) weicht für sehr kleine Clippingwahrscheinlichkeiten zunehmend von der idealen Kennlinie (B) ab. Problematisch daran ist, dass insbesondere für kleine Clippingwahrscheinlichkeiten sich eine Verschlechterung der Leistungsfähigkeit des Verfahrens ergibt.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein leistungsfähigeres Verfahren zur Crestfaktor-Reduzierung bereitzustellen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Normalerweise ist es ausreichend, für die Crestfaktor- Reduzierung lediglich Spitzenwerte im Bereich des Sendesymbols, also nicht im Bereich des zyklischen Präfixes, zu detektieren, da man davon ausgehen kann, dass ein Spitzenwert
im Bereich des zyklischen Präfixes ebenso eine korrespondierende Spitze im eigentlichen Datenrahmen bedingt. Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Erkenntnis zugrunde, dass bei dieser Vorgehensweise Randeffekte, das heißt Einschwingvor- gänge, bei der Crestfaktor-Reduzierung vernachlässigt werden. Die Vernachlässigung zusätzlicher, durch diese Einschwingvorgänge verursachter Spitzenwerte innerhalb des zyklischen Präfix, die sich durch die sequentielle Faltung von aufeinanderfolgenden Datensymbolen mit den der Schaltung zur Crestfak- tor-Reduzierung nachgeschalteten Filtern oder Filterketten ergeben, führen letztendlich zu einer Verschlechterung der Leistungsfähigkeit der Crestfaktor-Reduzierung. Dies macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass für kleine Clipping- wahrscheinlichkeiten bzw. kleine Clippingraten sich die Kenn- linie (B) für den Crestfaktor mit zunehmenden Iterationen bei der Crestfaktor-Reduzierung von der idealen Kennlinie (C) abweicht (siehe Figur 1) .
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegenden Idee be- steht nun darin, dass für die Crestfaktor-Reduzierung bzw. für die Spitenwertdetektion auch Spitzenwerte im Bereich des zyklischen Präfixes berücksichtigt werden. Es besteht dadurch zwar die Gefahr, dass durch die Reduktion eines durch Randeffekte verursachten Spitzenwertes eine künstliche Spitze im korrespondierenden Bereich des Datensymbols generiert wird.
Es hat sich aber gezeigt, dass eine Berücksichtigung des zyklischen Präfixes gegenüber einem Verfahren, bei der das zyklische Präfix bei der Spitzenwertsuche nicht berücksichtigt wird, deutlich leistungsfähiger und damit qualitativ verbes- sert ist.
Es wurde erkannt, dass die Ursache für die Verschlechterung des Verfahrens Einschwingvorgänge (Randeffekte) sind, die bei der symbolorientierten Datenübertragung über zeitlich disper- sive (streuende) Kanäle bzw. Filter immer mehr oder weniger eine Rolle spielen und daher auch berücksichtigt werden müssen. Die für die Crestfaktor-Reduzierung relevanten Ein-
Schwingvorgänge hängen von der Impulsantwort des nachgeschalteten Filters bzw. Filterkette ab. Das zu sendende Datensymbol im Sendepfad weist somit nach der Filterung Einschwingvorgänge auf.
Indem erfindungsgemäß das zyklische Präfix bei der Spitzen- wertsuche mit einbezogen wird, können die Auswirkungen dieser Einschwingvorgänge bei der Crestfaktor-Reduzierung auf ein Mindestmaß reduziert werden. Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens lässt sich somit eine Crestfaktor-Kennlinie realisieren, die etwa der idealen Kennlinie (B) in Figur 1 entspricht .
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfin- düng sind den Unteransprüchen sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnung entnehmbar.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt dabei:
Figur 1 die Crestfaktor-Kennlinie im Falle einer Datenübertragung mit und ohne Crestfaktor-Reduzierung;
Figur 2 ein Blockschaltbild einer Schaltung zur Crestfaktor- Reduzierung eines Mehrträger-Übertragungssystems;
Figur 3 ein erstes Beispiel zur Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Figur 4 ein zweites Beispiel zur Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Figur 5 ein drittes Beispiel zur Darstellung des erfindungs- gemäßen Verfahrens;
Figur 6 ein viertes Beispiel zur Darstellung des erfindungs¬ gemäßen Verfahrens;
Figur 7 ein fünftes Beispiel zur Darstellung des erfindungs- gemäßen Verfahrens.
In allen Figuren der Zeichnung sind gleiche bzw. funktionsgleiche Elemente, Signale und Funktionen - sofern nichts anderes angegeben ist - gleich bezeichnet worden.
Figur 2 zeigt das Blockschaltbild einer Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung - nachfolgend als CF-Schaltung bezeichnet - eines Mehrträger-Übertragungssystems. In Figur 2 ist lediglich ein Abschnitt des senderseitigen Übertragungspfads 5 dargestellt, der zwischen einem nicht dargestellten Sender und einer ebenfalls nicht dargestellten Gabelschaltung, die mit der entsprechenden Telefonleitung verbunden ist, angeordnet ist.
Im Sendepfad 5 des Mehrträger-Datenübertragungssystems sind nacheinander ein IFFT-Modul 1, eine Präfix-Einheit 2, eine CF-Schaltung 3 und ein Ausgabefilter 4 angeordnet. Dem IFFT- Modul 1 wird von dem Sender ein Eingangssignal X0 zugeführt, welches von dem IFFT-Modul 1 mittels inverser Fourier- Transformation moduliert wird. Das so modulierte Eingangssignal X, welches im Falle einer ADSL-Datenübertragung eine Abtastfrequenz von 2,208 MHz und im Falle einer ADSL+ Datenübertragung eine Abtastfrequenz von 4,416 MHz aufweist, wird einer nachgeschalteten Präfix-Einheit 2 zugeführt. Die Prä- fix-Einheit 2 versieht jedes Datensymbol aus dem zu sendenden IFFT-transformierten Datensignal X0 mit einem zyklischen Präfix. Das so erzeugte modulierte und mit den zyklischen Präfixen versehene Eingangssignal X wird der nachgeschalteten CF- Schaltung 3 zugeführt. Die CF-Schaltung 3 erzeugt ein Crestfaktor reduziertes Ausgangssignal Z, welches dem nachgeschalteten Ausgabefilter 4 (bzw. der Filterkette) zugeführt wird. Nach der Filterung des Crestfaktor reduzierten Aus-
gangssignals Z gibt das Filter 4 ein Signal ZI aus, welches nach wie vor Crestfaktor reduziert vorliegt.
Die CF-Schaltung 3 weist zu diesem Zwecke einen Modellpfad 6 auf, der parallel zu einem Abschnitt des Sendepfads 5 angeordnet ist. Der Modellpfad 6 zweigt am Eingang der CF- Schaltung 3 von dem Sendepfad 5 ab, so dass dem Modellpfad 6 ebenfalls das modulierte, mit dem Präfix versehene Eingangssignal X zugeführt wird. Am Anfang des Modellpfads 6 ist ein Uberabtastblock 11 vorgesehen, der das ursprüngliche, von den Nutzerdaten gebildete Zeitsignal X L-fach, zum Beispiel 4- fach oder 2-fach, überabtastet.
Das L-fach überabgetastete Signal X' wird einem nachgeschal- teten Modellfilter 12 zugeführt. Bei dem Modellfilter 12 handelt es sich um eine möglichst getreue Abbildung des der CF- Schaltung 3 nachgeschalteten Filters 4 oder Filterkette. Damit wird der Charakteristik des Filters 4 und dessen Einfluss auf das zu sendende Signal X Rechnung getragen. Es kann damit sichergestellt werden, dass, obwohl durch das Ausgabefilter 4 das Ausgangssignal Z verändert wurde und somit die Möglichkeit einer erneuten Erzeugung eines überhöhten Crestfaktors besteht, das gefilterte Ausgangssignal ZI dennoch keine überhöhten Spitzenwerte aufweist.
Dem Modellfilter 12 ist eine Recheneinheit 13 nachgeschaltet, die aus dem überabgetasteten und gefilterten Signal Y die entsprechenden Spitzenwerte sucht sowie deren Positionen innerhalb des Rahmens bestimmt. Vorteilhafterweise ist die Re- cheneinheit 13 als programmgesteuerte Einheit, insbesondere als Mikroprozessor oder Mikrocontroller, ausgebildet. Die Recheneinheit 13 erzeugt im Falle eines Spitzenwertes ein Korrektursignal YCFr und zwar jeweils ein Korrektursignal YCF für den Signalpfad 5 und ein Korrektursignal Y*CF für den überab- getasteten Modellpfad 6. Die Korrektursignale YCF, Y*CF sind entsprechend der Amplitude und Position der Spitzenwerte geeignet skaliert und verschoben. Diese Korrektursignale YCF/
Y*CF werden zum Beispiel aus dirac-ähnlichen Musterfunktionen, die zum Beispiel in einem Speicher (in Figur 2 nicht dargestellt) abgelegt sind, gebildet. Dieser Speicher kann in der Recheneinheit 13 implementiert sein oder auch gesondert aus- gebildet sein.
Das Korrektursignal YCF wird der Addiereinrichtung 10 zugeführt. In der Addiereinrichtung 10 wird das Korrektursignal YCF πiit dem zeitlich geeignet verzögerten Sendesignal X des Sendepfades 5 überlagert. Die Überlagerung erfolgt zum Beispiel durch Subtraktion des Korrektursignals YCF von dem entsprechenden Teil des Zeitsignals X. Das überabgetastete Korrektursignal Y*CF wird in der Addiereinrichtung 16 des Modellpfades 6 mit dem zeitlich geeignet verzögerten Signal Y überlagert.
Die Rückkopplungspfade 17, 18 im Sendepfad 5 und Modellpfad 6 sowie die entsprechenden Schalter 7, 8, 14 dienen der iterativen Behandlung der jeweiligen Signale. Dabei zeigt der Sen- depfad 5 die iterative Veränderung der nicht überabgetasteten Zeitfunktion X, während der Modellpfad 6 die zugehörige Modifikation im überabgetasteten Zeitraster des Signals Y durchführt .
Für die iterative Behandlung der Eingangssignale X enthält der Sendepfad 5 einen ersten Schalter 7 (Start), einen zweiten Schalter 8 (Stop), und einen zwischen diesen Schaltern 7, 8 angeordneten Puffer 9 und Additionseinrichtung 10. Die Puffereinrichtung 9 dient der Pufferung, d.h. der Verzögerung des eingangsseitig zugeführten Zeitsignals X, um einer Zeitverzögerung im Modellpfad 6 Rechnung zu tragen, sowie der Abspeicherung der jeweiligen Zwischenwerte pro Iteration.
Für die iterative Behandlung der überabgetasteten Signale Y im Modellpfad 6 ist ein erster Schalter 14 (Start) , eine Puffereinrichtung 15 sowie eine Addiereinrichtung 16 vorgesehen. Die Recheneinheit 13 führt eben das Korrektursignal Y*CF auch
der Addiereinrichtung 16 zu, in der das Korrektursignal Y*CF von dem Zeitsignal Y im Modellpfad subtrahiert wird. Es ergibt sich somit eine zweite Iterationsschleife.
Hinsichtlich des allgemeinen Aufbaus und der Funktionsweise eines in Figur 2 ausschnittsweise gezeigten Mehrtrager-Daten- ubertragungssystems 1 und insbesondere einer CF-Schaltung 3 wird auf die bereits eingangs erwähnte WO 03/026240 A2 verwiesen, die bezuglich des Aufbaus eines Mehrtrager-Datenuber- tragungssystems und insbesondere einer Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung vollinhaltlich in die vorliegende Patentanmeldung miteinbezogen wird.
Nachfolgend soll das erfindungsgemaße Verfahren zur Crestfak- tor-Reduzierung unter Einbeziehung des zyklischen Präfixes anhand der Figuren 3 bis 7 naher erläutert.
In den Figuren 3 - 7 bezeichnen die Bezugszeichen 20 einen entsprechenden Rahmen für die Datenübertragung. Das zu sen- dende Datensymbol innerhalb dieses Rahmens ist mit Bezugszeichen 21 bezeichnet. Vor jedem Datensymbol 21 ist ferner ein zyklisches Präfix 22 vorgesehen. In den fünf Ausfuhrungsbei- spielen gemäß der Figuren 3 - 7 ist eweils ein Spitzenwert 23 pro Rahmen 20 vorgesehen, der jeweils an einer unter- schiedlichen Stelle innerhalb des Rahmens 20 vorhanden ist. Zur Reduzierung dieses Spitzenwertes 23 wird erfindungsgemaß ein Korrektursignal 24 aus einer Musterkorrekturfunktion - dem sogenannten Kernel - erzeugt. Nach der Überlagerung des zu sendenden Datensymbols mit dem Korrektursignal 24, insbe- sondere nach der Überlagerung des Spitzenwertes 23 mit diesem Korrektursignal 24, ergibt sich ein Crestfaktor-reduzierter Spitzenwert 25.
Der Einfachheit halber sei eine Datenübertragung gemäß dem ADSL+-Standard angenommen, das heißt sowohl für den Modellpfad 6 als auch für den Sendepfad 5 liegt keine Uberabtastung vor. Die gleiche Konstellation wäre bei ADSL bei 2-facher U-
berabtastung gegeben. Ferner sei angenommen, dass die Anzahl der Spitzenwertkorrekturen pro Iteration auf eins begrenzt ist. Es sei angenommen, dass der gesamte Rahmen 20 1088 Abtastwerte aufweist, von denen 1024 Abtastwerte für das zu sendende Datensymbol 21 und 64 Abtastwerte für das zyklische Präfix 22 vorgesehen sind.
In den Figuren 3 - 7 bezeichnet k die Position eines Spitzenwertes 23 bzw. eines Abtastwertes bezogen auf den gesamten Rahmen 20, wohingegen k' die relative Position dieses Spitzenwertes 23 bezogen auf das Datensymbol 20, also abzüglich des zyklischen Präfixes 22, und damit die vorzunehmende zyklische Verschiebung des Korrektursignals 24 bezeichnet.
Im Ausführungsbeispiel der Figur 3 ist der Spitzenwert 23 etwa in der Mitte des Rahmens 20 sowie des entsprechenden Datensymbols 21 angeordnet. Hier ist k = 450 und k' = 386.
Im Fall der Figur 4 ist der detektierte Spitzenwert 23 am En- de (k = 1050) des Datenrahmens 20 bzw. des Datensymbols 21 vorhanden. Gleichzeitig ist ein korrespondierender, geringfügig kleinerer Spitzenwert 23' innerhalb des zyklischen Präfixes 22 an der Position k = 26 vorhanden. Die zyklische Verschiebung k' ist hier 986.
Im Fall der Figur 5 befindet sich der detektierte Spitzenwert an der Position k = 50 im Bereich des zyklischen Präfixes 22. Gleichzeitig ist am Ende des Rahmens 20 an der Position k = 1074 ein korrespondierender, geringfügig kleinerer Spitzen- wert 23' vorhanden. Die zyklische Verschiebung ergibt sich hier mit k' = 1010.
Im Fall der Figur 6 ist der detektierte Spitzenwert 23 mit k = 5 unmittelbar am Anfang des zyklischen Präfixes 22 vor- handen. Dieser Spitzenwert 23 ergibt sich durch Einschwingvorgänge. An der korrespondierenden Position im Datensymbol
21 ist daher kein entsprechender Spitzenwert vorhanden. Die Verschiebung des Kernels ergibt sich hier mit k' = 965.
Im Ausfuhrungsbeispiel der Figur 7 ist der detektierte Spit- zenwert 23 an der Position k = 1025 an einer Stelle des Datensymbols 21, die einer Stelle k = 1 am Anfang des zyklischen Präfixes 22 entspricht. Allerdings ist an der Stelle k = 1 des zyklischen Präfixes 22 aufgrund von Einschwingvor- gangen bzw. Randeffekten kein korrespondierender Spitzenwert vorhanden. Die Verschiebung des Kernels ergibt sich mit k' = 961.
Das erfindungsgemaße Verfahren kann dann durch die nachfolgenden Verfahrensschritte unter Berücksichtigung der Figuren 3 - 7 beispielhaft für ADSL+ beschrieben werden:
1. Zunächst wird für jeden Datenrahmen 20 die Position eines Spitzenwertes 23 bestimmt. Für die Spitzenwertsuche wird dabei der vollständige im Modellfilter 12 des Mo- dellpfades 6 gefilterte Datenrahmen 20, das heißt sowohl das IFFT-transformierte Datensymbol, als auch das diesem Datensymbol 21 vorangestellte zyklische Präfix 22 (siehe Teilfiguren (a) ) , berücksichtigt.
2. Vornahme einer Modulo-Operation, um die erforderlichen Verschiebungen des dirac-ahnlichen Signals (Kernels) zu bestimmen:
k' = mod(k-64, 1024) - k' = 0...1023
3. Verschiebung und geeignete Skalierung des Kernels 24 (Korrektursignals) im Modellpfad (siehe Teilfiguren (b)) .
4. Verschiebung und geeignete Skalierung des korrespondierenden Kernels für das Up-Date im Signalpfad (in den Figuren 3 - 7 nicht dargestellt) .
5. Zyklisches Erweitern des verschobenen, skalierten Kernels, um das Korrektursignal 24, 24' für den Modellpfad zu erzeugen (siehe Teilfiguren (c) ) .
6. Zyklisches Erweitern des korrespondierenden verschobenen, skalierten Kernels, um das Korrektursignal für das Up-Date im Signalpfad zu erzeugen.
7. Addition des entsprechenden Korrektursignals 24, 24' mit den Datensymbolen, insbesondere den Spitzenwerten 23, 23', im Modellpfad (siehe Teilfiguren (d) ) bzw. im Signalpfad zur Bildung eines Crestfaktor reduzierten Spitzenwertes 25, 25'.
Obwohl die vorliegende Erfindung vorstehend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar.
Insbesondere ist die Erfindung nicht auf die vorstehenden Datenübertragungssysteme und Verfahren beschränkt, sondern lässt sich zum Zwecke der Crestfaktor-Reduzierung auf sämtliche, auf Multiträger-Datenübertragung basierende Systeme und Verfahren erweitern. Insbesondere sei die Erfindung nicht auf eine ADSL-Datenübertragung beschränkt, sondern lässt sich auf sämtliche xDSL-Datenübertragungen erweitern. Denkbar sind auch mobile Anwendungen wie DAB (= Digital Audio Broad- casting) oder DVB-T (= Digital Video Broadcasting- Terrestrial) oder OFDM-basierte WLAN-Anwendungen (Wireless Local Area Network) .
In den Figuren 3 - 7 ist das zyklische Präfix jeweils am Anfang eines Rahmens angeordnet. Dieses Präfix kann jedoch zu- sätzlich oder alternativ auch am Ende oder an einer beliebigen Stelle innerhalb eines Rahmens angeordnet sein. Grundsätzlich kann statt eines zyklischen Präfixes auch eine be-
liebig andere Redundanz, die auch nicht notwendigerweise zy- pisch sein muss, verwendet. Beispielsweise können hier die entsprechenden Träger auch mit Nullen belegt sein.
Auch sei die Erfindung nicht notwendigerweise auf eine 2- fache oder 4-fache Überabtastung des zu sendenden Datensignals beschränkt. Vielmehr kann auch vorgesehen sein, dass hier keine Überabtastung, sogar eine Unterabtastung oder eine beliebig hohe Überabtastung stattfindet.
Insbesondere sei die Erfindung nicht auf die vorstehenden Zahlenangaben beschränkt, sondern lässt sich im Rahmen der Erfindung und des fachmännischen Wissens in beliebiger Weise abändern.
Es versteht sich, dass die Elemente der Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung sowie die angegebenen IFFT-Module und Filter herkömmliche Hardware-Komponenten sind, die aber auch Softwaremäßig realisiert werden können.
Statt einer IFFT-Transformation lassen sich auch beliebig andere, für Mehrträgerübertragung geeignete Transformationen verwenden .
Bezugszeichenliste
1 IFFT-Modul
2 Präfix-Einheit 3 Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung, CF-Schaltung
4 Ausgabefilter, Filterkette
5 Sendepfad
6 Modellpfad
7 Schalter 8 Schalter
9 Puffereinrichtung, Speicher
10 Addiereinrichtung
11 Block zur Überabtastung
12 Modellfilter 13 Recheneinheit
14 Schalter
15 Puffereinrichtung, Speicher
16 Addiereinrichtung
17 Iterationspfad 18 Iterationspfad
20 vorgegebener (ADSL-) Rahmen, Frame
21 zu sendendes Datensymbol
22 zyklisches Präfix 23, 23' Spitzenwerte 24, 24' dirac-ähnliches Korrektursignal, Kernel 25, 25' Crestfaktor-reduzierter Spitzenwerte
X0 Eingangssignal
X (IFFT moduliertes) Eingangssignal X' (überabgetastetes, moduliertes) Eingangssignal
Y gefiltertes Signal
YCF Korrektursignal für den Signalpfad
Y*CF überabgetastetes Korrektursignal für den Modellpfad
Z Ausgangssignal ZI gefiltertes Ausgangssignal